St. Kilian Whisky
 

Oliver Klimek, Malt Maniac aus Deutschland, hat zu Jahresbeginn 70 Whiskyfreunde vom Anfänger bis zum langjährigen Kenner eingeladen, in einer Blindverkostung alterslose Whiskys gegen solche mit Altersangabe zu verkosten.

Aus den 59 Rücksendungen (auch Bernhard Rems von Whiskyexperts war im Panel vertreten) kompilierte Oliver Klimek dann das Ergebnis und veröffentlichte dazu heute einen Blogeintrag. Insgesamt gab es zwei Gruppen zu jeweils 2×5 Whiskys, und das waren darin die Abfüllungen.

Gruppe A:

  • Glen Moray 12yo vs. Port Finish
  • Dalmore 12yo vs. Valour
  • Glenlivet 12yo vs. Founders‘ Reserve
  • Cardhu 12yo vs. Amber Rock
  • Macallan 12yo Fine Oak vs. Gold

Gruppe B:

  • Glenrothes Vintage 1998/2014 vs. Alba Reserve
  • Mortlach 15yo G&M vs. Rare Old
  • Old Pulteney 12yo vs. Navigator
  • Glenfarclas 10yo vs. Springs
  • Dufftown 12yo vs. Sunray

Nach der Auswertung der Wertungen stellte sich heraus: Die Whiskys mit Altersangabe haben insgesamt die Nase nur hauchdünn vorne. Es gibt sowohl Whiskys mit Altersangabe, die den alterslosen Gegenpart überzeugend schlagen (Glenlivet 12yo oder Mortlach 15yo G&M), aber auch NAS, die deutlich besser sind als der Whisky mit Altersangabe (Singleton of Dufftown Sunray, Cardhu Amber Rock). Beim Rest ist es ziemlich ausgewogen.

Die Interpretation der Ergebnisse durch Oliver ist sehr interessant und unserer Meinung nach schlüssig: Weder ist Alter automatisch besser, noch ist die Behauptung, dass der Blender durch die Freiheiten in der Fasswahl bei NAS leichter einen besseren Whisky machen kann, durch die Ergebnisse belegbar. Diageo scheint aber das Zusammenstellen der NAS-Whiskys zumindest im Fall von Dufftown und Cardhu gut im Griff zu haben, bei Mortlach wohl nicht so ganz.

Unserer Meinung nach scheint es so zu sein, dass es am Einsteigerlevel bei Single Malts per se keine absolut herausragenden Whiskys gibt und geben kann, und das war auch in der Verkostung spürbar. Gute, ja, schön trinkbare, ja – aber da diese Whiskys für den Massenmarkt gemacht werden, ist es unmöglich, reproduzierbar Ausnahmewhiskys zu erzeugen. In der Blindverkostung traten einfach gestrickte Whiskys gegen einfach gestrickte Whiskys an. Wer komplexe, vielschichtige Whiskys erleben will, der muss sich in einer höheren Klasse umsehen.

Abschließend: Wie hat sich Redakteur Bernhard Rems beim Tasting entschieden? Er verkostete die Gruppe A – und das sind seine Ergebnisse:

  • Glen Moray 12yo (knapper Vorsprung)
  • Dalmore Valour (knapper Vorsprung)
  • Glenlivet 12yo (deutlicher Vorsprung)
  • Cardhu Amber Rock (knapper Vorsprung)
  • Singelton of Dufftown Sunray (deutlicher Vorsprung)

2 KOMMENTARE

  1. Die Frage, ob (Einsteiger-)Whiskys mit Altersangabe oder NAS-Whiskys besser sind, ist von vornherein falsch gestellt: Es geht nicht um Qualität, sondern um Information und Ehrlichkeit. Benromach (Scoma, 5yo) und Glendronach (Hieran, 8yo) machen derzeit vor, wie man es machen sollte.

  2. Naja, es ist vielleicht nicht die einzige Frage, da pflichte ich Ihnen bei – aber es war eine Frage, die oft gestellt und breit diskutiert wurde.

    Die von Ihnen aufgeworfene Frage ist auch in meinen Augen die wesentlich Wichtigere, aber die ist ganz ohne Blindverkostung sehr leicht zu beantworten 🙂