In dieser Woche schlug ein Post im Blog von The Whisky Exchange ziemlich hohe Wellen. Stuart hatte die Gelegenheit, sich mit Nick Morgan von Diageo zu unterhalten. Thema des Gesprächs: No Age Statement (NAS) Whisky. Und schon zu Beginn rollte Diageo’s „Head of Whiskies“ mit den Augen und hielt mit seiner Meinung über die Debatte über diese Abfüllung nicht hinter dem Berg:

„What does Morgan make of the negative feedback? ‘Sadly, I think a lot of the more intemperate and ill-informed views seem to come from people who have been in the category for a short amount of time, with not much understanding of how the whisky industry works,’ he says. ‘A lot of the comment is driven by hot-headed ignorance.“

Kurz und knapp übersetzt: an dieser Debatte beteiligen sich hauptsächlich Leute, die sich erst seit Kurzem mit Whisky beschäftigen und daher nicht sehr viel Ahnung haben wie die Whisky-Industrie funktioniert. Daher kommen dann auch diese maßlosen Ansichten ohne Hintergrundinformationen, ein großer Teil der Kommentare ist auf hitzköpfige Unwissenheit zurückzuführen.

Starke Worte, die natürlich im Blog von The Whisky Exchange selbst als auch im Web selbst nicht ohne Widerspruch bleiben. Claus Rasmussen hält in seinem Blog The Malt Desk Nick Morgan die Ergebnisse einer Marktuntersuchung von Pernod Ricard aus dem Jahr 2010 vor und wirft noch „Markentreue“ in den Ring.

Auch Dominic Roskrow beteiligt sich an der Debatte. Er weiß nicht genau, wo er anfangen soll und beginnt erst einmal an drei Punkten. Neben der Frage, warum es zur fehlenden Altersangabe auch noch einen Preisaufschlag gibt, führt er einige sehr gute NAS Whiskys. Doch gerade der Travel Retail Bereich hat sich seiner Meinung nach zum Hort der schlechten NAS Whiskys entwickelt. Zum Schluss rückt er gerade, dass die Kritik nicht nur von den kleinen Online-Bloggern kommt. Sondern auch von Menschen, die sich schon sehr lange sich mit Whisky beschäftigen und auch verstehen, wie die Whisky-Industrie funktioniert, namentlich Jim Murray, die Malt Maniacs und natürlich er selbst. Und er ist noch nicht am Ende seiner Argumentation angekommen. Dominic scheint nur kurz Luft holen zu müssen, ein zweiter Teil ist angekündigt.

Oliver Klimek geht das ganze Thema eher wissenschaftlich an und sucht Freiwillige und Interessierte für ein Blind Tasting. Es soll untersucht werden, wie sich NAS Whisky geschmacklich gegenüber Whiskys mit Altersangabe behaupten können. Es erinnert ein wenig an die Untersuchung zur Kühlfilterung von Horst Lüning. Doch der Geschmack ist beim Thema NAS Whisky nur ein Aspekt unter vielen.

Da können wir sehr froh sein, dass hier einer die Ruhe behält und ganz er selbst ist. Am International Whisky Day interviewt der Whiskysponge denjenigen, der sich am besten zu diesem Thema äußern kann: Den Whisky selbst. Im Gespräch zweier Metaphern dreht es sich nicht nur um das Phänomen No Age Statement. Whisky kennt es schon von früher und hat ihn/sie/es noch nie gestört. Nur an diese neuen seltsamen Namen kann er/sie/es sich nicht gewöhnen. Eher sorgt Whisky sich darüber, in Limburg wieder in einem Glas, welches an einem Band um den Hals befestigt, zwischen zwei verschwitzten Männer-Brüsten über die Messe getragen zu werden.