Teeling Compensation
 

Dass Starkicker nicht gute Fußballer sein müssen, unabhängige Abfüllungen nicht rein großen Weinhandelshäusern oder Investment Strategen vorbehalten sind und schlechtes Wetter manchmal zu richtig gutem Whisky führt – eine Story, wie sie eigentlich nur das uisge beatha schreiben kann.

Starkicker label 2013 Austria

“Scottish weather is known for being unpredictable, but I would never have guessed that heavy rain in 1995 would result in the birth of a whisky syndicate known as Starkicker.” schreibt Jim Bruce, treibende Kraft hinter genau jenem Syndikat.

Very british, das Wetter und der Golfplatz
Alles beginnt 1995 auf einem Golfplatz nahe Campbeltown, Mull of Kintyre, wo sich einige Golffreunde zu einem Turnier eingefunden hatten. Tatsächlich wird der Platz an einem der Tage für unbespielbar erklärt ob der fürchterlichen Regenmassen, die aufzunehmen der Boden nicht mehr fähig ist. “It must have been heavy, as golf courses in Scotland don’t close their courses for rain!”.
Standesgemäß finden sich die Gentlemen an der Hotelbar wieder, während Jim Bruce im nahen Tourist Office ein Alternativprogramm zu organisieren gedenkt. Destilleriebesuch – so der Vorschlag, ohne großer Vorerfahrung oder besonderem Bezug zur Springbank Destillerie macht man sich in größerer Runde auf den Weg.

Ersatzprogramm – Whisky
Die freundliche und offene Art, die den Gästen entgegengebracht wird, der verführerische Geschmack des Malts, vielleicht auch das leichte Gefühl der Berauschung, weckt Emotionen und brennt sich höchst positiv in die Erinnerung der Männer, während die Springbank Mitarbeiter en passant von der Möglichkeit erzählen, ein eigenes Fass, einen eigenen Whisky zu erstehen.
Das Angebot beinhalte den Kauf von new make sowie eine zehnjährige Lagerungszeit vor Ort.
“Having heard of schemes involving ‚middle men‘ selling investments in Scotch malt whisky, we asked why should we consider Springbank?”, ist man zunächst unsicher. Als kleine, in Familienbesitz befindliche, aufstrebende Unternehmung, so erklärt man, ist es Teil des Finanzierungsplans, frisches Destillat zu verkaufen, mit der Option es nach einer Dekade zum dann gängigen Marktwert zurück zu kaufen.

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Der EIGENE Whisky, und nicht bloß eine Flasche
Schlussendlich teilen sich die Herren, die eigentlich nur Golf spielen wollten, die Kosten für zwei Fässer des edlen Stoffes, dazu ein kleiner Aufschlag für sherry pipes, die etwa der Größe von butts entsprechen, nur länglicher ausgeformt sind.
So harmlos und still kommt ein Stein ins Rollen, der bis zum Jahre 2000 in rund 20 Fässern gekauften uisge beathas resultiert, zugleich jenes Jahr, in dem Springbank sein Cask Offer einstellt.
Das Syndikat, wie man sich nennt, findet in Jim Bruce seinen „secretary“, der auch den Namen für die Gruppe auswählt,  “a group of friends enjoying themselves in a free spirit (pardon the pun!). The Old Grey Whistle Test (OGWT) was an influential rock music programme which ran on BBC television from 1971 to 1987, each programme beginning with an animated character called the Star Kicker. Thus the Starkicker syndicate was named 18 years ago.”, sagt er rückblickend.
Anfangs füllt man ab und zu Flaschen für den Eigengebrauch und -genuss, der Großteil schlummert einem Mindestalter von 21 Jahren entgegen. Bis 2030, wenn also der jüngste Tropfen über 3 Dekaden gereift ist, will man kontinuierlich Abfüllungen der whiskyaffinen Öffentlichkeit zugänglich machen und verkaufen, besondere Tropfen von – wie bei Springbank eigentlich stets zu erwarten – exzellenter Qualität, mit einer ganz eigenen Story.

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