Ardbeg An Oa
46.6 Vol.-%
Originalabfüllung
Sample von: Ardbeg
Verkoster: Bernhard Rems

Farbe: Leuchtendes Gold.

Nase: Warme Süße, aus der anfänglich subtiler Rauch hervorwabert – unverwechselbar Ardbeg mit kalter Asche, Teer und dezent Ölzeug, das in der Sonne trocknet, dabei recht balanciert und irgendwie „gepflegt“. Dazu ein paar frische und fruchtige, zitronige Anflüge, und dahinter etwas Herbes von Lakritze. Mit der Zeit muss die Süße dem Rauch mehr und mehr Platz geben, aber er wird nie so dominant, dass der runde Gesamteindruck zerbricht.

Gaumen: Trocken rauchig mit einer cremigen Textur, interessante Kontraste von weicher Süße und von Holzkohle, herbe Noten grüner Teeblätter und das zestig Fruchtige von Mandarinenschalen. Auf der Zungenoberfläche sehr süß, wie Melasse oder wie Eiskonfekt, an den Rändern ein leichtes Prickeln, als würde man eine fast entleerte Blockbatterie mit der Zungenspitze testen. Dazu kommt jetzt ein malziger Grundton. Der Rauch ist sehr präsent, ohne dabei ungehobelt zu erscheinen.

Finish: Mittellang, rauchig, begleitende Süße und darüber ein flüchtiger, mineralischer Eindruck von Graphit.

Alles in allem: Was beim An Oa sofort auffällt ist, wie treffsicher Dr. Bill Lumsden hier einen Ardbeg komponierte, der nicht „so wie“ oder „im Vergleich zu“ ist, sondern in der bestehenden Range einen eigenständigen Platz einnimmt. Bei ihm besteht keinerlei Verwechslungsgefahr, weder innerhalb der Familie, noch gegenüber anderen rauchigen Malts. Sein Charakter ist typisch Ardbeg, sein Auftritt erwachsen, sein Profil akzentuiert und harmonisch zugleich. Eigenständig macht ihn auch sein runder Eindruck, der aber nicht in Belanglosigkeit abrutscht. Im Gegenteil: Er ist in jeder Phase des Genießens bemerkenswert.

Der Ardbeg An Oa macht am Gaumen viel Freude, im Sortiment viel Sinn und im Geldbeutel mit €49,90 kein Loch – und wir finden, das sind drei gute Gründe, ihn zu mögen.

Benromach Germany Edition