St. Kilian Whisky
 

von Ernie – Ernst J. Scheiner www.whisky-distilleries-net

„Das war sensationell,“ schwärmte der Glenrothes-Sammler und Whisky-Botschafter Stefan Hennig, „dieser Gleichklang, diese Übereinstimmung zwischen den Glenrothes Vintages und den Speisen war einfach genial.“ Der aus England stammende Chris Pepper (what a telling name!) zauberte Gerichte, die sich vollendet in die Präsentation, der vom Brands Heritage Director Ronnie Cox ausgewählten Glenrothes Vintages und Special Releases einbrachten.

In Japan ist der Genuss von Whiskies als Essensbegleiter üblich, in Europa ist das eher eine außergewöhnliche kulinarische Verbindung. Wenn überhaupt, wird erst nach dem Dessert ein Whisky getrunken. Oft ist es ein Obstler oder ein anderer Brand.

Nicht so bei Chris und Ronnie. Beide forderten ihre Gäste in der sensorischen Wahrnehmung und geschmacklichen Begutachtung heraus. In der Tat war die Atmosphäre vorzüglich, setzte sie doch den ansprechenden Rahmen für ein kulinarisches Erlebnis. Marion Peppers Dekoration öffnete die ersten Zugänge, sie schuf eine dichte schottische Atmosphäre des Wohlbefindens. Ronnie Cox überraschte den kleinen exklusiven Kreis mit seiner „königlichen“ Aussprache. Der Eton-Absolvent beschrieb mit feinstem Gentleman’s English seine Kreationen: „The Glenrothes’ house style has got four key flavours…ripe fruit, citrus, vanilla and spices.“

Copyright Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries, 2013
Copyright Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries, 2013

„Ich koche nicht mit Whisky,“ verblüffte Chris seine Gäste mit einer markanten Feststellung, “Whisky ist für mich ausschließlich zum Trinken geeignet, er gehört ins Glas und nicht in den Teller!“ Während der Spaziergänge mit seinem Hund entwickelte er die kulinarischen Ideen für seine Speisen- und Zutatenauswahl. Voraus gegangen war allerdings seine intensive Suche nach den Aromen und Geschmäckern in den Glenrothes Single Malts. Einem Musiker gleich komponierte er sein Menu und überraschte seine Gäste mit einem Aromen-Cocktail in der fulminanten Eröffnung „Baked Apple and Liver Terrine with Lamb’s Lettuce and a warm Honey Dressing.“ Diese Backapfel-Leber-Terrine an Feldsalat sowie warmem Honig-Dressing komplementierte eine 17 jährige Glenrothes Vintage-Abfüllung mit ihren dezenten feingliedrigen Fruchtaromen und Noten von Zitrus, Vanille und Gewürzen. Skeptisch schnupperten, verkosteten und diskutierten die Gäste. Geht das überhaupt zusammen Whisky und Leberterrine? Wie löste Chris nur das Zusammenspiel der Aromen? Und siehe da, selbst der welterfahrene Ronnie Cox war sofort begeistert, ob der Ausgewogenheit und Harmonie zwischen Leberpastete und seinem Single Malt. Das Whisky Dinner versprach sehr gut zu werden.

Copyright Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries, 2013
Copyright Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries, 2013

Glenrothes Master Distiller John Ramsay’s rarer Legacy stellte an den Chef de Cuisine hohe Herausforderungen. Ronnie Cox heizte zudem mit seinen Insider-Beschreibungen des Legacy die Erwartungen der Gäste an. Ein zartes Fasanenbrüstchen gefüllt mit Paprikamousse und Steinpilzen an einem würzigen Polenta-Pfannkuchen eiferte mit dem körperreichen Speysider um die Wette. Nase und Zunge wechselten vom Flüssigen zum Festen. Welch ein exquisiter Traum war alleine schon ein wee dram aus dem auf 1400 Flaschen limitierten hochpreisigen 900-Euro teuren Vatting, das John Ramsay anlässlich seines Abschied in den Ruhestand 2009 exklusiv kreierte. „Der 46,7 % vol. starke Malt ist ein Ergebnis von Johns Auswahl aus 49 Fässern, die er schließlich auf zwanzig reduzierte, darunter vierzehn Hogheads und sechs Sherry Butts, alle waren sie aus amerikanischer Eiche. Alle in die Endausscheidung kommenden second-fill-Fässer stammten aus den Jahren 1973,1978, 1982, 1985, 1986 und 1987. Er verheiratete diese Whiskies schließlich in American Oak Butts und wählte zum richtigen Reifezeitpunkt nur zwei dieser Casks für sein Legacy-Vatting aus,“ erklärte der für die Glenrothes-Abfüllungen verantwortliche Brandmanager Ronnie Cox den Entstehungsprozess dieses Ausnahme-Whiskys. Kein Wunder, in der Nase und auf der Zunge dominierten dunkle Trockenfrüchte, Aromen und Geschmäcker von Blutorange verschmolzen mit körperreichen Sherry-Düften. Feine Vanillenoten paarten sich mit Anflügen von Zitrus sowie dunkler Schokolade und Nougat. Das Fasanenbrüstchen mit seinem leicht würzigen Eigengeschmack verbunden mit den aromatisch kräftigen Steinpilzen vollendete einen harmonischen Gleichklang mit dem Legacy. Chris Peppers grundsätzlich sehr zaghafter, ja sparsamer Umgang mit Salz, Pfeffer und Gewürzen war der Schlüssel des Erfolgs: „Der natürliche Eigengeschmack von Fleisch, Mais, Paprika und Steinpilzen soll in ihrem Zusammenwirken in meinen Dinner erhalten bleiben.“

Copyright ERnst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries, 2013
Copyright Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries, 2013

Ramsays Meisterstück folgte ein traumhaft zartes Rinderfilet auf exotischem Graupen-Risotto, glasierten Schalotten und Schokoladenjus. Auch hier lauschte Ronnie Cox den Aromen- und Geschmacksgedanken von Whiskykoch Chris Pepper. Als Ronnie hörte, dass Chris seine Begutachtung nur in einer Sitzung ausführte, war er voll des Lobes ob der treffenden Umschreibungen der Glenrothes-Aromen. Cox lobte seinen kongenialen Partner: „Chris ist fähig, die dezenten Aromen mit der unverfälschten natürlichen Qualität der Speisen in eine spannende Beziehung zu setzen. Die Auswahl der Zutaten mit ihrem jeweiligen natürlichen Eigengeschmack sei die überzeugende Grundlage der erlebten Whisky-Dinner Harmonie.“

Copyright Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries, 2013
Copyright Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries, 2013

Lang anhaltender Beifall der Gäste bestätigte die Qualität von Chris Peppers „sensationellen“ Kreationen. Ronnies eloquente Geschichten über Glenrothes, die Distillery und ihre Menschen sowie seine Whiskies prägten nachhaltig das kulinarische Erlebnis.

 

The Glenrothes Whisky Dinner wurde vom Gourmet-Magazin Der FEINSCHMECKER in Darmstadt in den Räumen des Whiskykochs veranstaltet und von Signature Malts angeregt. Begutachtet wurden: The Glenrothes Vintage 1995-2012, The Glenrothes Alba Reserve, The Glenrothes John Ramsay Legacy, The Glenrothes Vintage 2001-2013, The Glenrothes Vintage 1988-2011 sowie The Glenrothes Vintage 1972 – Limited Release, 1972-2004.

www.signaturemalts.com

http://www.jalag.de/marken/der-feinschmecker

Ronnie Cox ist ein Weltreisender in Sachen Whisky. Er ist das bekannte Gesicht der Glenrothes Vintages, das in siebter Generation in eine ostschottische Whisky-Familie hinein geboren wurde. „Einer meiner Vorfahren war ein Schwarzbrenner,“ bekennt der in London lebende Schotte. Bei den in der altehrwürdigen Londoner St. James Street ansässigen Wine & Sprit Merchants, Berry Bros & Rudd ist er als Brands Heritage Director im Bereich der Spirits tätig. Cox ist dort u.a. für die Glenrothes Vintage Malts und die Whisky-Abfüllungen der Berry’s Own Selction verantwortlich.

www.theglenrothes.com

www.bbr.com

Hier gibt’s ein schönes Video zu Ronnie Cox, das zeigt wie angenehm seine Aussprache (Received Pronunciation) klingt.

https://www.youtube.com/watch?v=JRVnHgI1diY

Chris Pepper betreibt zusammen mit seiner Frau Marion ein Whisky-Fachgeschäft in Darmstadt. Dort finden auch ihre Tastings und Whisky Dinner statt. Christopher Nicolas wurde am College im südenglischen Eastbourne ausgebildet und kochte danach für drei Jahre an einem privaten Internat. Seit 1988 lebt er in Deutschland und arbeitete im hessischen Restaurant Pichlers im Hotel Waldesruh. Dort war er als Koch und zehn Jahre als Küchenchef tätig. Seit April 2010 ist er selbständiger Whiskykoch. Seine Kochkünste sind weit über Darmstadt hinaus in Deutschland bekannt. Er ist ein gerngesehener Gast auf Whisky-Messen, wo er mit seinen kulinarischen Kreationen überrascht.

www.whiskykoch.de