In der gleichen Gruppe wie Bunnahabhain und Tobermory (Burn Stewart Distillers), fristet Deanston doch ein etwas stiefmütterliches Dasein im Portfolio der südafrikanischen Besitzer. Hat man in letzter Zeit vor allem die Abfüllungen aus Tobermory (Tobermory und Ledaig) gepusht, so ist es um Deanston stiller geblieben. Serge Valentin hat nun zwei Abfüllungen aus dem Jahr 1997 verkostet, und eine aus dem Jahr 1994. Überschwang will bei keiner so recht aufkommen:
Deanston 16 yo 1997/2014 (46%, Malts of Scotland, bourbon hogshead, cask #MoS 14007, 242 bottles): 80 Punkte
Deanston 1997/2013 (54.4%, Spirit of Caledonia, Mr Whisky, cask #1963): 81 Punkte
Deanston 20 yo 1994/2014 (51.5%, Douglas Laing, Old Particular, refill butt, ref #10426, 188 bottles): 80 Punkte
Deanston Destillerie, Foto von Eileen Henderson, CC-Lizenz
Kleine Erinnerung unsererseits, dass laut den offiziellen Angaben von Ardbeg der Ardbeg Kildalton ab heute unter dieser Website für Kunden aus Deutschland um 150 Euro bestellbar ist:
Zur Zeit, als wir diese Meldung verfasst haben, ist die Webseite noch auf ardbeg.com geforwarded – wenn man also die Abfüllung bestellen möchte und es noch nicht klappt, bitte etwas Geduld haben.
Drei Wochen wird es noch dauern, bis die englische Lakes Distillery an der Grenze zu Schottland ihre Pforten öffnen wird. Die Anlage am Bassenthwaite Lake im Lake District National Park wird von Paul Currie, der die Arran Distillery gegründet hat, geleitet und soll jährlich 1 Million Flaschen Whisky, Wodka und Gin produzieren. Ein Bericht über die Lakes Distillery ist heute auf Chroncle Live erschienen. Unser Bild unten zeigt die Installation der Stills im Juli dieses Jahres – sie werden also in drei Wochen den ersten Spirit produzieren. Wenn Sie mehr über The Lakes Distillery erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unsere Artikelsammlung hier.
Das zweite Video für heute kommt aus der Destillerie The Dalmore, genauer gesagt vom dortigen Master Distiller Richard Paterson. Es spricht darüber, wie man Whisky richtig verkostet. Richtig nämlich in dem Sinne, dass man das Meiste an Geschmack aus ihm herauskitzeln kann. Zwei unaufgeregte Minuten mit sehr grundlegenden Informationen (ohne jetzt wirklich sehr technisch oder tiefschürfend zu sein) – wichtig für Neueinsteiger und eine kleine Erinnerungshilfe für fortgeschrittene Whiskyfreunde. Und: Schöne Musik.
The Times of India berichtet, dass Jim Beam damit begonnen hat, den Bourbon für den indischen Markt auch in Indien selbst abzufüllen. Bislang wurde der Whiskey für Indien bereits in Flaschen verschifft. Seit kurzem aber wird Jim Beam nun in der selben Anlage in Rajasthan abgefüllt wie der Blend Teacher’s.
Momentan wird Jim Beam von dort aus noch nicht national ausgeliefert, aber die Ausweitung der Distribution ist bereits im Gange. Der Nebeneffekt der lokalen Abfüllung ist ein um 20-25% reduzierter Preis, was die Marke im Wettbewerb gegen indische Eigenproduktionen stärken soll.
Sonntag ist immer auch unser Video-Tag – und heute möchten wir Ihnen gerne ein Video vorstellen, dass sich mit dem letzten Schritt der Whiskyproduktion befasst: dem Abfüllen der Flaschen. Wie dieser Vorgang bei Morrison Bowmore Distillers aussieht, hat Whiskytips in einem Video auf Youtube sehr ansehnlich dokumentiert. Der Autor dieses Beitrags hat im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit bereits mehrere Abfüllanlagen besichtigen können (von Fruchtsäften bis hin zu Weichspülern) und kann weitergeben, dass das im Grunde ein ziemlich standardisierter Prozess ist – unter Berücksichtigung der Feinheiten des jeweiligen Füllguts und des entsprechenden Gebindes (technischer Terminus für den zu füllenden Behälter). Nun, so sieht das also für Whisky aus, wenn er en gros hergestellt wird – besonders interessant, wie die Fässer geleert werden…
Den Sonntag beginnen wir mit einer guten Nachricht aus Österreich: Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, wird der Familienbetrieb Maaß, der bislang vor allem durch seine Marillenbrände bekannt war, jetzt auch Whisky produzieren. Unterstützt wird er dabei vom Stanzer Brenner Christoph Kössler, der in seiner Feindestillerie vor elf Jahren den ersten Tiroler Whisky hergestellt hat. Das Besondere am neuen Whisky wird unter anderem die verwendete Gerste sein, die Fisser-Imperial-Gerste:
2013 haben Bauern begonnen, der beinahe ausgestorbenen Getreidesorte neues Leben einzuhauchen. Gezüchtet wurde sie ursprünglich von Karl Röck am Sonnenplateau. Der Gerstentyp geriet zwar nach dem Krieg in Vergessenheit, überlebte aber dank der Genbank des Landes. Deren Chef Christian Partl unterstützte das Projekt nach Kräften. Heuer wurden bereits elf Tonnen geerntet.
Whisky gibt es frühestens in drei Jahren aus dieser Brennerei, aber der New Spirit ist bereits in Produktion.
Momentan läuft gerade die Komödie „Ein Schotte macht noch keinen Sommer“ in unseren Kinos. Die offizielle Website dafür hat zehn Fakten zu Schottland zusammengestellt. Dass es fast genau doppelt so viele Golfplätze in Schottland gibt wie Destillerien, und 10x mehr Schafe als Einwohner – hätten Sie es gewußt? Folgen Sie dem Link hier und verplempern Sie einige Minuten mit (fast) nutzlosem Wissen an diesem Novembersamstag…
Nachtrag: Die Frage kam auf, woher die Zahl der 234 Destillerien stammt. Sind da die Lost Distilleries aus alten Zeiten mitgezählt, oder hat da jemand versucht, nach dem achten Whisky die Liste zu erstellen? Grübel…
Wir berichten ja immer wieder von Rekordpreisen bei Auktionen von schottischen Whiskys (obwohl – in der letzten Zeit ist es an dieser Preisfront doch etwas ruhiger geworden) – nun aber gibt es einen Rekord bei Bourbons zu berichten, und zwar bei einer Flasche, die noch nicht abgefüllt worden ist: Laut einem Artikel auf The News Enterprise hat ein noch unbekannter Käufer die erste Flasche des ersten Batches der Boundary Oak Distillery in Kentucky, Hardin County, um die Rekordsumme von 25.500 Dollar ersteigert (der bisherige Rekord lag laut der Kentucky’s Distillers Association bei 25.000 Dollar). Am Montag, wenn das erste Fass der Destillerie in einer feierlichen Zeremonie befüllt wird, wird der Käufer öffentlich vorgestellt werden. Die Flaschen 2-10 erzielten übrigens Preise zwischen 275 und 575 Dollar…
Auf Whiskyreviewer.com finden wir heute einen Bericht über das vor kurzem eröffnete Whiskeymuseum in Dublin (Lesern unserer Site kennen die Vorgeschichte dieser Touristenattraktion durch diese Artikel). Im Blog dort wird von einer Führung im Museum berichtet – in generell sehr positivem Ton. Laut dem Artikel ist das Museum für ein allgemeines Publikum gedacht, Enthusiasten wären mit einem Besuch in einer arbeitenden Destillerie besser bedient – aber der Zugang zum Thema ohne mit Marken oder Werbung überlastet zu sein, wird wohlwollend aufgenommen.
Der Bau des fünften Lagerhauses der Destillerie Arran geht zügig voran – ein Bild des aktuellen Bauzustandes hat die Destillerie heute veröffentlicht – das Gerüst steht, Dach und Wände fehlen noch. Im Vordergrund sehen wir Distillery Manager und Master Distiller James MacTaggart.
Ende April brachten wir einen Bericht über eine Idee norwegischer Whiskyfans, nördlich des Polarkreises auf der Insel Myken eine Destillerie zu errichten. Und danach war es still darum. Bis heute. Denn heute kann man auf Whisky Saga mehr zum Projekt lesen – und wie weit es bereits gediehen ist. Dass „wie weit“ schon „sehr weit“ ist, kann man an diesem Bild der Brennanlage sehen:
Bild: Myken Distillery
Der Bericht auf Whisky Saga bringt ein Gespräch mit Roar Larsen, Manager der Myken Distillery und einige Einblicke in die nähere Zukunft. Die Stills sind, wie ersichtlich, eingebaut (sie wurden in Spanien handgefertigt), man kauft bereits Ex-Bourbon-Fässer (von Maker’s Mark) – und seit letzter Woche gibt es auch die hochoffizielle Brennerlaubnis. Spannende Zeiten also, und wir werden sicher dran bleiben…
Eigentlich war die „John Campbell Roadshow“ für Mitte September geplant. Doch aus persönlichen Gründen musste John Campbell, der Distillery Manager von Laphroaig, seine Tour durch Deutschland verschieben. In dieser Woche, kurz nach seinem zwanzigsten Dienstjubiläum, war es dann soweit. In Berlin, Hamburg und Köln präsentierte er aktuelle Abfüllungen aus der Core Range der Islay-Brennerei.
Fünf aktuelle Laphroig Abfüllungen galt es zu verkosten. Der 10-jährige konnte sich hier in das Bild mogeln. Seinen Platz nahm später der Laphroaig Quarter Cask ein.
Als passende Begleitung zu den Whiskys komponierten jeweils ortsansässige Köche ein 4-Gänge-Menu. Im Kölner Veranstaltungsort, dem Gastraum in der alten Zigarrenfabrik, kreierte René Steinbach gemeinsam mit seinem Team die zu den Malts passenden Speisen.
Nach dem Begrüßungs-Cocktail – Makers Mark mit Ginger Ale auf Eis – eröffnete der neue „Select“ den Auftritt der Laphroaigs. Dazu wurde Wildlachs-Tartar auf Pumpernickel-Talern an einem Wildkräuter-Salat gereicht.
Als Zwischengang servierte René Steinbach ein Samtsüppchen von jungen grünen Erbsen mit krossen Speckwürfeln und Sour Cream, begleitet vom Laphroaig Quarter Cask.
Der rheinischen Spezialität oblag die Rolle des Hauptgangs. Der Sauerbraten vom Rind, verfeinert mit Whisky-Rosinen, wurde von Semmelknödeln und rahmigen Petersilienwurzeln flankiert. Der Laphroaig 18 vervollständigte diesen Gang.
Den Abschluss des Menus bildete ein Schokoladeneis, parfümiert mit seinem Begleiter, dem Laphroaig Triple Wood, dazu Pflaumen im würzigen Sud und Fichtennadel-Honig-Schaum..
Jeder Gang des Menus wurde von den beiden Verantwortlichen erläutert. Koch René Steinbach, der sich vorher noch nie mit Whisky beschäftigt hatte, beschrieb, welche Aromen er in den einzelnen Mals findet und wie sie sich in den Speisen wiederspiegeln. Laphroaigs Distillery Manager John Campbell gab detailliert Auskunft darüber, welche Fass-Arten für die einzelnen Abfüllungen verwendet wurden und wie lange die Whiskys dann darin reifen durften. Unabhängig von den verwendeten Fässern ist eins den Menschen hinter Laphroaig wichtig und den unterschiedlichen Abfüllungen gemeinsam: Der Einfluss des Fasses darf den individuellen Destillerie-Charakter nicht überlagern. Und dies ist, so verschieden sie auch sein mögen, auch jeweils gelungen. Den einzigartigen Rauch- und Torf-Aromen, mal mehr, mal weniger präsent, werden weitere Aromen zur Seite gestellt, und immer sind diese Whisky als Laphroaig deutlich zu erkennen.
Zum Abschluss eines äußerst unterhaltsamen wunderschönen Abends schenkte John Campbell den Laphroaig 25 jahre aus. Ohne Speisebegleitung ließen seine Gäste dieses Whiskydinner langsam mit diesem würdevollen Whisky ausklingen.
Die Arran Destillerie wird im nächsten Jahr ihren 20. Geburtstag feiern können. Serge Valentin nimmt dies zum Anlass, sich heute auf Whiskyfun dieser noch recht jungen Brennerei zu widmen. Es gilt vier Einzelfass-Abfüllungen zu verkosten, welche alle in diesem Jahr auf dem Markt erschienen sind. Die Kandidaten und ihre Punktebewertungen in der Kurzübersicht:
Arran 7 yo 2006/2014 (54.1%, OB for Whisky and More Lausanne, bourbon barrel, cask #2006/009, 241 bottles) 81 Punkte
Arran 12 yo 2001/2014 (53%, OB for Limburg Whisky Fair, bourbon, cask #2001/903, 210 bottles) 82 Punkte
Arran 17 yo 1996/2014 (54,9%, Malts of Scotland, sherry butt, cask #14029, 612 bottles) 82 Punkte
Arran 8 yo 2005/2014 (50.7%, OB for Limburg Whisky Fair, peated barrels, casks # 05/159+05/161, 510 bottles) 83 Punkte