X-Men Regisseur verklagt Heaven Hill Distillery

Eine interessante Geschichte gibt es aus dem Land der unbegrenzten (Klage)möglichkeiten zu berichten: Der Regisseur Brett Ratner (bekannt duch X-Men) hat die Heaven Hill Destillerie in Kentucky verklagt, sie möge davon ablassen, ihn von der Lizensierung des Namens seines Hilhaven Lodge-Hauses an Diageo für deren Verwendung abzuhalten.

Der Sachverhalt ist so kompliziert, wie der Satz klingt. Der Regisseur ist der Besitzer der Hilhaven-Lodge, die in Hollywood bekannt für ihre Parties ist. Er möchte den Namen an Diageo lizensieren, denn die wollen eine Hilhaven-Bourbon machen. Diageo meint, der Konsument würde das mit der in Amerika sehr bekannten Lodge assoziieren. Heaven Hill (sie machen z.B. den Eliah Craig) meint, es klänge zu sehr nach dem Namen der eigenen Destillerie. Der Regisseur meint, er hätte die Faxen dicke und möchte den Namen zu Geld machen. Und das ist das Schlamassel, das das Gericht nun lösen soll. 🙂

Mehr darüber ist auf The Spirits Business nachzulesen.

Heaven Hill Lagerhäuser, Foto von Shadle CC-Lizenz
Heaven Hill Lagerhäuser, Foto von Shadle CC-Lizenz

Wir verkosten: The Balvenie 12yo Double Wood, 43%

 

 

 

The Balvenie 12yo Double Wood
Single Malt, Speyside
0.7 Liter, 43%
Verkoster: Klaus Doblmann
Sample: Privatbesitz

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Nase: Die Nase hält, was das Etikett verspricht: Dominierende Ex-Bourbon-Aromen angereichert durch Nachreifung in ehemaligen Ex-Sherryfässern. Reichhaltig und cremig, aber nicht überfordernd. Süßer Vanillepudding mit dem Geruch von glukosehaltigem Dosenfrüchtemix. Welche Früchte? Sehr schwer auseinanderzuhalten. Ebenso findet man Karamell, Orangensaft (gezuckert), Orangenschale, bittere Zitrusfruchtkerne. Leichte Eichenwürzigkeit im Hintergrund mit einem Anflug von Kreide

Gaumen: Am Gaumen ist die Nachreifung in (nassen?) ehemaligen Sherryfässern genauso eindrucksstark wie schon in der Nase. Ebenfalls macht sich die Ex-Bourbon Vanillesüße im Vordergrund bemerkbar. Eine cremige, ölige Textur, welche die Mundhöhle schön auskleidet, fast schon etwas likörartig – wohl auch den gut eingebundenen, lediglich 40% Vol. geschuldet. Wiederum sehr schwierig, einzelne Aromen auszumachen – auch hier wieder an die gezuckerten, gemischten (pürierten) Dosenfrüchte denken, dazu Honig und eine dezente Eichennote.

Finish: Voll, süß, leicht würzig mit einer lang anhaltenden Kombination aus Eiche und Malz – aber stets angenehm und keinesfalls überfordernd.

Alles in allem: Der Balvenie 12 Doublewood ist ein sehr gutes Beispiel, wie ein gelungener Einsteigermalt einer Destillerie aussehen kann. Viele andere Vertreter dieser Kategorie sind blass und einfallslos, da liegt dieser Balvenie schon eine Kategorie höher. Er ist sicher nicht der beste Malt der Welt, aber dennoch ein sehr schöner, braver, gut trinkbarer Speysider und preislich bei den aktuell teils rasant steigenden Preisen ebenfalls eine Wohltat. Er verdient sich ein sattes Sehr Gut.

Verkostet wurde die Abfüllung mit dem Flaschencode D230835 aus dem Jahre 2014.

Hilfe bei Kellerfunden: Wie alt ist dieser Haig/Dimple-Whisky?

Manchmal findet man im Keller oder in der Hausbar von Verwandten alte Flaschen von Blends, und man hat, nachdem der Besitzer vielleicht schon verstorben ist, keine Idee mehr, wie alt diese Flasche sein könnte. Und welchen Wert sie besitzen kann.

Zumindest im Fall von Haig/Dimple kann dieser Ratgeber auf Haigwhisky.com helfen: Er listet auf, an welchen Merkmalen man das ungefähre Alter einer Flasche Haig erkennen kann. Und das tut er reich illustriert und sehr übersichtlich. So hat man zumindest einen Anhaltspunkt, was sich da im Keller oder Whiskykabinett befindet…

dimple

Serge verkostet: Islay Odyssee Tag 7 – Bowmore

Das Wappen von Bowmore. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Das Wappen von Bowmore. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.

Am letzten Freitag Abend machte Serge Valentin und seine Islay Odyssee Reisegruppe Halt bei der Bowmore Destillerie. Als Begleitung zu einem dortigen Dinner wurden – wie während der ganzen Odyssee – verschiedene ältere, nicht mehr so einfach erhältliche Abfüllungen verkostet. Die Kandidaten und ihre Punkte dieses Bowmornografie-Abends in der Kurzübersicht:

  • Bowmore 40 yo 1955 (42%, OB, decanter, 306 bottles, +/-1995) 96 Punkte
  • Bowmore 1955/1974 ‘For 12th September 1974’ (unknown ABV, OB) 96 Punkte
  • Bowmore 35 yo 1964/1999 (42.1%, OB, for Oddbins, oloroso, cask #3709, 99 bottles) 95 Punkte
  • Bowmore 25 yo 1964/1989 (49.9%, Duthie for Europvin Bordeaux for Japan) 90 Punkte
  • Bowmore 1965 (95° proof, John MacTaggart, private bottling, +/-1978) 92 Punkte
  • Bowmore 11 yo 1979/1990 (58.4%, Cadenhead, dumpy black label) 91 Punkte
  • Bowmore ‘Bicentenary’ (43%, OB, 1979) 96 Punkte

PR: The Glenlivet Founder’s Reserve – mit Tasting Notes

Von Pernod Ricard Deutschland haben wir die nachfolgende Pressemitteilung zum neuen The Glenlivet Founder’s Reserve erhalten, die wir Ihnen, wie üblich, in den relevanten Teilen unverändert wiedergeben. Darin ist übrigens auch das Erscheinungsdatum der neuen Abfüllung angegeben: April 2015.

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Neue Qualität manifestiert 200 Jahre alte Vision des Markengründers 

Mit Founder´s Reserve erweitert The Glenlivet, der Pionier unter den Single Malt Whiskys der schottischen Speyside, seine umfangreiche Produkt-Range. Die neue Qualität vereint Herz und Seele der Marke und ist eine Hommage an die ursprüngliche Vision des Gründers George Smith: Einen zeitlosen und milden Single Malt zu kreieren. The Glenlivet Founder´s Reserve ist ab April 2015 im Lebensmitteleinzelhandel, in Cash und Carry-Märkten und im ausgewählten Fachhandel erhältlich und wird The Glenlivet 12 year old ablösen.

Der Geschmack von Founder´s Reserve ist vor allem durch die für The Glenlivet einzigartig fruchtigen Noten geprägt. Diese werden durch eine unvergleichliche Milde und angenehme Süße ergänzt, wofür der besonders hohe Anteil an amerikanischen First-Fill Fässern verantwortlich ist. Der Duft besticht durch zarte Aromen von Zitrusfrüchten, insbesondere süßer Orange. Auf der Zunge entfaltet dieser außergewöhnliche Single Malt Whisky den Geschmack von Orangenzesten und Birnen, mit einem Hauch von kandierten Äpfeln. Der Nachklang ist langanhaltend, cremig und geschmeidig.

Auch optisch hebt sich der neue Single Malt Whisky hervor. Founder´s Reserve wird in einer klaren Glasflasche präsentiert, die die verlockende hellgoldene Farbe des Whiskys zeigt. Auch das Label- und Verpackungsdesign sticht hervor: In einem frischen Georgian Blue gehalten, ist es zeitlos klassisch und zugleich modern. Sowohl Verpackung als auch Flasche zeigen das neue, hochwertige The Glenlivet Marken-Emblem: die Packhorse Bridge, welche den Fluss Livet quert.

„The Glenlivet Founder’s Reserve wird sowohl Single Malt-Einsteiger, als auch erfahrene Single Malt Fans, begeistern. Wir sind sehr stolz darauf, ein Produkt zu begrüßen, das die 200-jährige Vision von George Smith perfekt repräsentiert.“ so Benjamin Franke, Marketing Manager bei Pernod Ricard Deutschland.

Tasting Notes – The Glenlivet Founder´s Reserve

Aroma: Zarte Aromen von Zitrusfrüchten, insbesondere süßer Orange.

Geschmack: Süße, fruchtige Noten von Orangenzesten und Birnen, mit einem Hauch von kandierten Äpfeln.

Nachklang: Langanhaltend, cremig und weich.

The Glenlivet Founder's Reserve

Whisky im Bild: Teeling Distillery – es geht voran

Von vorgestern stammt dieses Bild von der Baustelle der Teeling Distillery in Dublin, das uns Twitter-User Sheary’s of Crumlin freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Das Ganze nimmt schon Gestalt an, vergleichen Sie es mit der Computerskizze darunter. Ob sich die Eröffnung aber bis 17. März, den St. Patricks Day, ausgehen wird, bleibt einmal abzuwarten…

Die Baustelle der Teeling Distillery. Foto: Sheary's of Crumlin.
Die Baustelle der Teeling Distillery. Foto: Sheary’s of Crumlin.
So soll die Teeling-Distillery einmal aussehen...
So soll die Teeling-Distillery einmal aussehen…

Serge verkostet: Islay Odyssee Tag 6 – Ardbeg

Heute dreht sich bei Serge Valentin alles um Ardbeg – mit Abfüllungen, von denen unsereiner meist nur träumen kann, und einem vermutlichen Fake; denn wenn es um alte Ardbegs geht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Fake dabei ist, durchaus gegeben. Aber träumen wir einmal gemeinsam von den unten aufgelisteten Schlucken in der Verkostung und deren Wirkung auf den Gaumen von Menschen, die auf jedem Torffest dabei sein wollen (pun intended):

  • Ardbeg 27 yo 1972/2000 (50%, Douglas Laing, Old Malt Cask, 238 bottles): 93 Punkte
  • Ardbeg 28 yo 1972/2001 (50%, Douglas Laing, Old Malt Cask, 186 bottles: 93 Punkte
  • Ardbeg 30 yo ‘Very Old’ (40%, OB, 1963 bottled 1993): 91 Punkte
  • Ardbeg 1974/1983 (59%, Duthie for Samaroli, 2400 bottles, sherry): 90 Punkte
  • (Vermutlich gefälscht): Ardbeg 10 yo 1885 (15 under proof, Alexander McDougall & Co. for Charles R. Haig): 82 Punkte
Destillerie Ardbeg. Bildrechte bei Michael Pelzer.
Destillerie Ardbeg. Bildrechte bei Michael Pelzer.

Neue Abfüllungen von Wemyss

Vom unabhängigen Abfüller Wemyss gibt es heute wieder eine neue Abfüllungsserie zu vermelden, die dieser Tage erscheinen wird. Die Preise dafür in England bewegen sich zwischen 60 und 130 Pfund – bei uns rechnen Sie bitte wegen des ungünstigen Wechselkurses noch einiges in Euro dazu. Alle Abfüllung sind aus einem Einzelfass, der Bunnahabhain ist in Fasstärke abgefüllt, der Rest mit 46%:

  • „Kirsch Gateau“ Bunnahabhain 1988, Islay
  • „Cacao Geyser“ Bowmore 1998, Islay
  • „Snuffed Candle“ Aberfeldy 1999, Highlands
  • „Dark Treacle Fondant“ Craigellachie 2002, Speyside
  • „Honeysuckle Bower“ Linkwood 1995, Speyside
  • „Caribbean Crème“ Invergordon 1988, Single Grain

wemyss neu

Neu: Talisker Skye

In aller Stille und ohne viel Aufhebens ist in diesen Tagen ein neuer Talisker erschienen: Der Talisker Skye. Oliver Klimek von Dramming.com hat ihn bei einem britischen Onlinehändler entdeckt. Dieser vierte No Age Statement Whisky von Talikser innerhalb von zwei Jahren wird als der „zugänglichste Talisker“ beschrieben, weicher und runder als der Talisker 10. Wann und ob er zu uns kommt, ist noch nicht zu erfahren. In England kostet er rund 40 Pfund, beim momentanen Wechselkurs ca. 50 Euro.

Die Tasting Notes in der Gliederung des Händlers und in unserer Übersetzung:

Aroma: Orange, Gewürze, Rauch

Geschmack: Dunkle Schokolade, Pfeffer, Rauch, Rote Beeren, Gewürze, Toffee, Meersalz, Süße

Charakter: Reichhaltig, ausbalanciert, sanft, warm.

talisker skye

Ralfy’s Video Review #520: Caol Ila 17yo Casks 5572+5573 (Signatory)

Einer der bekanntesten unabhängigen Abfüller ist Signatory. Ralfy hat von ihm heute eine Abfüllung aus der Destillerie Caol Ila im Glas, und zwar eine aus zwei Schwesterfässern, 5572+5573, mit insgesamt 729 Flaschen (46% Alkohol). 88 aus 100 Punkten erhält dieser Caol Ila bei Ralfy – wieder einmal eine gute Wertung (was ja weder bei Caol Ila noch Signatory eine besondere Überraschung ist). 23 Minuten mit jeder Menge Infos – viel Vergnügen damit hier oder auf Youtube.

Reinhard Pohorec: Mixen mit Whisky – eine Beichte

Whisky pur? Mit Wasser? In Cocktails? Wir von Whiskyexperts finden: Genießen soll jeder auf seine Art – und wir wollen jeden dabei unterstützen, für sich den größten Genuss mit dem Wasser des Lebens zu finden. 

Daher freuen wir uns besonders, Reinhard Pohorec, einen der besten Barkeeper im deutschsprachigen Raum und begeisterten Fachmann für Whiskycocktails in unserem Team zu haben. Er wird seine Beigeisterung in regelmäßigen Beiträgen mit unseren Lesern teilen – und seine Lieblingsrezepte für einfache, raffinierte, klassische oder experimentelle Cocktails mit Whisky, exklusiv hier auf Whiskyexperts.

Den Beginn macht er heute mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für Abwechslung – und die Freiheit, nach dem eigenen Kopf zu genießen…

Foto: Reinhard Pohorec
Foto: Reinhard Pohorec

Ja, ich habe es getan… Und ja, ich gebe es ganz offen zu. Ich höre die Klagelaute, sehe all die erhobenen Zeigefinger und fühle die immer schwerer wiegende Last der bösen Blicke…

Ja, ich habe es absichtlich getan, im besten Wissen und Gewissen. Ich habe es genossen und Schuldgefühle liegen mir fremd.

Wasser (der Sünde erster Akt, quasi der Vorhof zur Hölle), Eis (wir steigern uns, es wird heißer), ein trockenes Tonic (Verzweiflung macht sich breit), Cola (das wars, ewiges Fegefeuer, ohne Worte).

Was leeren wir nicht alle in und auf unseren Whisky – mischen, mixen und freveln vor uns hin, als gäbe es kein Morgen.

Wie trinke ich meinen Whisky? Die Frage der Nationen, seit Jahrhunderten thematisiert, hochstilisiert und so kontrovers wie eh und je.

Die Puristen schreien und stöhnen, die Nichtswissenden grunzen mäßig interessiert, ein paar Grenzgänger in der Mitte üben sich im Spagat.

Es ist zur Glaubensfrage geworden, ob man seinen Whisky roh und unverfälscht zu sich zu nehmen habe oder wo die absolute Schmerzgrenze für Verwässerung und Vermixung liegen.

Dogmen, Grundsätze, religiöse Ansichten und extreme Ausformungen…

Während so ziemlich jegliche Masterblender/in ihre Samples mit Wasser auf eine aromenfreundliche und leichter zugängliche Alkoholstärke von knapp über 20% bringen, geben sich die harten Kenner ihre Fassstärke gerade heraus, die Zunge betäubt, die Rezeptoren auf Alarm-Blinker aber die Brust vor Stolz geschwellt.

Und dass viele der Jacky-Cola Fraktion angehörigen Genießer wohl noch nie näher darüber nachgedacht haben, welch Sprit „Jacky“ eigentlich sei, was Whisky bieten kann und ob ich meinen Diskodrink wirklich auf zwei Zügen zwischen eben so vielen dubiosen Anbratversuchen leeren muss, wollen wir ebenso einmal frech in den Raum werfen.

Aber jetzt doch ganz ehrlich – alles auf Anfang, weg von Klischee und Wortgefecht.

Es geht um Genuss. Darum, sich etwas Gutes zu gönnen, ein Stück Auszeit, Aufmerksamkeit für sich selbst, die Flüssigkeit im Glas, das Gegenüber und ein schönes Gespräch, die einsame Landschaft, die Stille Nacht, das Prasseln am Kaminfeuer. GENUSS!

Und wer wo wie wann mit wem warum wofür auch immer genießen möchte (zuweilen auch betäuben oder vergessen, aber lassen wir das) ist eine so individuelle und subjektive Entscheidung, wie die Wahl der täglichen Unterwäsche. Punkt.

Tragen Sie da wirklich Rosa-Camouflage?

Foto: Reinhard Pohorec
Foto: Reinhard Pohorec

Ich hatte mich ja bereits zu Beginn geoutet und mich damit unwiederbringlich dem Spott und Hohn eines Gutteils der geneigten Leser und „Afficinados“ ausgesetzt. Aber ich wage zu behaupten sehr intensiv und auf vielerlei Wege im Hospitality-Business unterwegs zu sein, Menschen, Essen und Drinks serviert zu haben, genauso wie in Destillerien, auf Produzentenseite und derlei Stationen dazwischen gearbeitet und meine Sporen verdient zu haben. Ich durfte Genussgewohnheiten studieren und feine Tröpfchen herstellen, ich habe Spirituosen jenseits der 4stelligen Eurobeträge im Limonadenstrudel untergehen gesehen, genauso wie das Leuchten in den Augen jener, die ihr Leben und ihr Herzblut der Erzeugung höchster Güter gewidmet haben.

Niemand, aber auch wirklich niemand ist in der Lage, geschweige denn der rechtmäßigen (wenn auch selbsternannten) Position über anderer Menschen Vorlieben und Gewohnheiten zu urteilen – den gesetzlichen Rahmen natürlich vorausgesetzt. Nie werde ich den Satz vergessen, als ein lieber Freund, Mentor und Whiskyfachmann einmal meinte, er brauche sich nicht schief anschauen zu lassen, wenn er seinen Gold Label Reserve gerade heute gerne auf Eis bestelle.

Oder den Master Distiller, der nach einem Tag voller Samples und Cut Points ein Whisky-Soda leert.

Nun, natürlich ist wie immer ein gewisses Vorwissen, Erfahrung oder Beschäftigung mit der Materie hilfreich, um neue Geschmackserlebnisse bieten zu können und gewisse Verhaltensweisen zu begünstigen oder zu verhindern. Auch kann man als Dienstleister beispielsweise in der Gastronomie mit Rat zur Seite stehen und Empfehlungen aussprechen – der 100Jahre alte Pre-Prohibitions-Zeit Rye Whiskey muss nicht im Horse’s Neck enden und ob mir im Londoner 5* Tempel der Rare Malt Brora längst vergangener Tage wirklich im Tumbler serviert werden muss?! Naja…

Aber letztlich trifft ein Gast, jeder private Genießer, JEDER EINZELNE MENSCH jeden Tag für sich seine Entscheidungen. Und wer daran herummeckern muss, sollte sich einfach überlegen, warum ihn die anderen stets so viel mehr interessieren, als die eigene Borniertheit? Neid? Wichtigtuerei, Besserwisserei? Make your pick…

Foto: Reinhard Pohorec
Foto: Reinhard Pohorec

Ich bin dankbar über jeden einzelnen Mitmenschen, der gerne etwas Gutes zu sich nimmt und es genießen kann. Das mag für manche der teuerste Single Malt der Welt sein, für andere schlicht der erste Whisky ihres Lebens, mit Cola.

Ich mixe Cocktails. Ich habe andere gelehrt Drinks zu mixen. Ich bin Dienstleister, Gastgeber und habe eine Riesenfreude damit, anderen eine Freude zu machen. Auch wir alle haben nicht mit Malt pur im Nosing Glas begonnen, und manchmal ist mir auch heute ein perfekt zubereiteter Manhattan in der jeweiligen Situation passender und lieber, als ein hochkomplexes Getränk, das meine vollste Aufmerksamkeit verlangen würde.

Ich habe es getan, und ich werde es wieder tun… Und für alle, die gerne mit auf eine solche Reise kommen wollen, werde ich auch darüber schreiben und berichten.

Wie fürchterlich…

In diesem Sinne, und wie immer mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec

Video: Destillerien auf Islay vom Meer aus gesehen

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Sonntag ist unser traditioneller Video-Tag – und heute haben wir einen besonderen Schatz für Sie gefunden: Islay-Destillerien, vom Meer aus gesehen. Manche von Ihnen werden die Brennereien dort ja schon besucht haben, aber das ist ein etwas anderer Blickwinkel auf sie. Die Aufnahmen von Caol Ila, Ardbeg, Lagavulin und Laphroaig hier oder auf Youtube entstanden auf einer Bootsfahrt der Küste entlang. Viel Vergnügen!

Whisky im Bild: Founder’s Reserve – der Ersatz für den Glenlivet 12

Wie wir gestern berichteten, wird in Deutschland der Glenlivet 12 vom Markt genommen und durch den Glenlivet Founder’s Reserve ersetzt werden (in manchen Märkten werden beide Abfüllungen zu haben sein, in anderen jeweils nur eine davon). Hier nun ein Bild des alterslosen Glenlivet Founder’s Reserve. In Vereinigten Königreich wird er bereits im März an den Start gehen.

The Glenlivet Founder's Reserve

glenlivet founders reserve

Cocktail-Video: Bei Erkältung – wie man einen Hot Toddy mixt

Verschnupft, rinnende Nase und sonstiges Unwohlsein? Da können wir von Whiskyexperts helfen. Wir präsentieren Ihnen ein kleines Mixrezept, das verspricht, bei Anzeichen einer Verkühlung zumindest mental etwas Linderung zu verschaffen.

Der Hot Toddy ist ein Klassiker unter den Whisky-Mixgetränken, leicht gemacht und schmeckt auch noch ausgezeichnet. Er macht sich mit fast jedem (unrauchigen) Whisky gut: Irisch, amerikanisch, schottisch, blended oder single malt. Und es gibt ihn in unzähligen Variationen (z.B. mit Zimt statt Nelken), also nutzen Sie dieses Rezept hier als Ausgangsbasis für Ihre eigene Kreativität.

Die Zutaten:

Kochendes Wasser
4-6 Nelken
unbehandelte Zitronenschale
2 Teelöffel brauner Zucker
Saft einer halben Zitrone
4cl Whisky oder Whiskey (oder nach Gefühl)

Wer sich also nicht ganz wohl fühlt oder vorhat, es zum Ende des Tages nicht zu tun, der findet hier oder auf Youtube die Anleitung in 90 Sekunden, gedreht von Liquor.com: