Fans von Wolfburn kommen nicht nur jetzt auf der Hanse Spirit auf ihre Kosten, sondern im März auch in Wien. Dr. Mario Prinz, der Veranstalter, informierte uns, dass auf der 7. Wiener Whiskymesse am 21. und 22. März zwei Samples für Verkostungen zur Verfügung stehen:
Wolfburn New Make, also noch nicht im Fass gelagerter Spirit.
und eine Wolfburn Fassprobe, 2 1/4 Jahre alt – damit also aus einem der ersten Runs im Jahr 2013.
Es wird spannend zu sehen sein, wie sich der New Make auf dem Weg zum Whisky entwickelt hat. Wir freuen uns darauf – und auch darauf, Sie bei unserem Infostand auf der Wiener Whiskymesse begrüßen zu dürfen.
Fässer in Wolfburn werden gefüllt. Bild: Wolfburn Distillery
Die Destillerie Bowmore. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Serge Valentin und sein kleiner Reise-Tross zieht es weiter auf ihrer Islay Odyssee. Heute in den Gläsern: Caol Ila und Bowmore. Und auch bei dieser Verkostung gilt, wie die Tage schon zuvor: Durchgehend sehr hohe Bewertungen für alte Abfüllungen. Die gestrigen -30 Punkte lassen wir unter den Tisch fallen. In der Kurzübersicht sieht es so aus:
Caol Ila 12 yo (43%, OB, +/-1973) 90 Punkte
Caol Ila 18 yo 1966/1982 (46%, Cadenhead, dumpy black label) 93 Punkte
Caol Ila 19 yo 1966/1985 (58.3%, Intertrade, 240 bottles) 94 Punkte
Bowmore 22 yo 1964/1986 (86 US proof, Duthie for Corti Brothers, USA) 94 Punkte
Bowmore 18 yo (43%, OB, Sherriff’s, pear shape, +/-1969) 93 Punkte
Bowmore 1969/1979 ‘Bicentenary’ (56.2%, OB, Fecchio & Frassa for Federico Minetti, sherry, cask #322, 300 bottles) 94 Punkte
Das Zähneknirschen beim Whiskykauf ist für viele von uns schon ein relativ lautes Geräusch. Vergleicht man die Preise von vor einigen Jahren mit denen von heute, könnte man meinen, Whisky hätte sich in Gold verwandelt – und wer sich eine Whiskysammlung wie unten abgebildet anlegen will, der sollte schon unverschämt viel Geld haben.
Es könnte und wird aber aller Voraussicht nach noch schlimmer kommen: Alle Rahmenbedingungen deuten darauf hin, dass Whisky in absehbarer Zeit noch einen weiteren Preissprung vollführen wird. Im Newsletter eines großen und immer bestens informierten österreichischen Händlers werden die Gründe dafür auch sehr exakt angeführt:
Die Nachfrage nach Malt Whisky ist weltweit weiterhin sehr hoch. Vor allem ältere Malts werden immer rarer. Die Distilleries und Abfüller tragen dem verknappten Angebot durch Preissteigerungen in diesem Segment Rechnung.
Die gesteigerten Gestehungskosten (teures Malz, teure Fässer) verursachen jedoch auch für jüngere Whiskys höhere Preise.
Der wichtigste Faktor ist jedoch der schwache Euro. Von 2009 bis Anfang 2015 hat der Euro gegenüber dem Britischen Pfund um ca. 25 % abgewertet. Allein in den letzten 10 Monaten wurde der Euro gegenüber dem Britischen Pfund um ca. 15 % schwächer, von Weihnachten 2014 bis Anfang Februar 2015 um ca. 8 %.
Die Kursschwankungen der letzten Jahre konnten wir durch genaue Beobachtung der schwankenden Wechselkurse und punktgenaue Zahlungen bei günstigen Kursen zum Teil abfedern, was aber aktuell nicht mehr möglich ist.
2014 wurde die Alkoholsteuer von 10,– für 1 Liter 100 % Alkohol auf 12,– angehoben, wurde somit 20 % teurer. Das spielt vor allem bei preisgünstigeren Produkten eine spürbare Rolle
Transporte wurden in den letzten Jahren um einiges teurer. Die geplante flächendeckende Maut für LKW wird einen erneuten Preisschub bei den Transporten bedeuten.
All das, so der Händler in seinem Newsletter, macht Preissteigerungen in der nächsten Zeit unvermeidbar. Und auch wenn der dritten Punkt eine spezifisch österreichische Angelegenheit ist, gilt der Rest natürlich und leider auch für Deutschland. Gerade die Euroschwäche werden wir alle wohl noch zu spüren bekommen…
Mark Reynier, ehemals Bruichladdich und nun Besitzer der umzubauenden Waterford Brewery/Distillery in Irland (wir berichteten), hat heute untenstehendes Bild auf Twitter geposted, mit folgendem Kommentar:
Two stills, originally made for Inverleven, are destined for Waterford, via Forsyths the coppersmiths for repairs.
Die beiden Stills, die Reynier eigentlich für die Wiederbelebung der Port Charlotte Destillerie erworben hat, sind also nun auf dem Weg nach Irland, nachdem sie zuerst von Forsyths repariert werden und sollen dort in seiner neuen Destillerie zum Einsatz kommen.
Es war übrigens die Brennblase, die vor der Destillerie stand – ein Artikel am offiziellen Bruichladdich-Blog verabschiedet sich von dieser Ikone und liefert auch etwas mehr Hintergrundinfo.
Nächster Halt Laphroaig – nach der gestrigen Höchstbewertung für einen Port Ellen folgt heute die niedrigste Punktezahl, die wir bei einer Verkostung auf Whiskyfun lesen mussten. Ein 1903 von Peter Mackie abgefüllter Laphroaig erreicht den Tiefstwert von – 30. Und lässt die Vermutung aufkommen, dass es sich hier um einen Fake Whisky handelt. Alle anderen Kandidaten überspringen recht problemlos die 90 Punkte Marke, hier in der Kurzübersicht:
Laphroaig 10 yo (75° proof, OB, UK, late 60s) 92 Punkte
Laphroaig 10 yo (43%, OB, Filippi, Italy, +/-1970) 94 Punkte
Laphroaig 10 yo (43%, OB, for Gibraltar, +/-1960) 93 Punkte
Laphroaig 40 yo (42.4%, OB, +/-2001) 93 Punkte
Laphroaig (OB, Mackie & Co., bottled 1903) -30 Punkte
Laphroaig 31 yo 1974/2005 (49.7%, OB for La Maison du Whisky, sherry, 910 bottles) 94 Punkte
Der Springbank 17yo Sherry Wood stößt ja unter Whiskyfreunden auf großes Interesse, also haben wir uns umgesehen, ob jemand bereits Verkostungsnotizen dazu geschrieben hat – und wurden fündig. Und weil uns sonst noch so einiges auf der Suche vor die virtuelle Newsflinte gelaufen ist, machen wir gleich eine Blogrundschau daraus:
The Whiskphiles verkosten den Springbank 17yo Sherry Wood – 89 Punkte, viel Lob und eine klare Kaufempfehlung.
Whiskyisrael probierte den Aultmore 25yo – ebenfalls sehr gut, aber etwas teuer, meint man dort.
Ebenfalls auf Whiskyisrael gibt es eine Besprechung des Caol Ila 25yo – wiederum sehr gut, aber der Bunnahabhain 25 gefällt dort besser.
Malt and Oak verkostet den Dalmore 12yo – und ist enttäuscht. Ziemlich enttäuscht.
Und Malt Review hat den Glendronach 12yo Sauternes Cask Finish verkostet – laut ihnen der schwächste Glendronach, den sie kennen.
Das neueste Video von Ralfy widmet sich, nach einigen Ausflügen in die Gefilde der Blended Malts, wieder einem Single Malt, nämlich dem Aberlour 12yo mit 48% Alkohol und ohne Kühlfiltrierung (die bisherigen Abfüllungen waren ja mit 43%; man hat das nun auf 48% erhöht, um auf die Kühlfiltrierung verzichten zu können). Laut Label verbessert das den Geschmack des Whiskys, und nicht nur Ralfy wird dieser Aussage zustimmen – allgemein schätzt man solche Whiskys, die sich zwar bei niedrigen Temperaturen eintrüben können, aber bestimmte geschmacksbestimmende Molkekülketten weiter enthalten. Dementsprechend hoch auch die Wertung bei Ralfy: 88 aus 100 Punkten. Das Video, wie üblich, auf Youtube oder gleich hier bei uns.
Nicht wirklich neu, sondern „nur“ neu aufgelegt ist die dritte Neuerscheinung von Springbank diese Woche: Der Springbank 21yo erscheint nun in der Ausgabe 2015, die sich zumindest optisch nicht auffällig vom 2014er-Release unterscheidet. Die Auflage des mit 46% abgefüllten Whiskys ist nicht besonders hoch: 3600 Flaschen kommen auf den Markt. Die Tasting Notes sehen in unserer Übersetzung so aus:
Nase: Trockene Noten von Amontillado-Sherry, die Orangenzesten und Eindrücke von Mango, Champagner und Fruchtsalat umspielen.
Gaumen: Der alte Springbank-Stil – staubig, der Geruch des Lagerhauses, erdig. Dann Vanille, Honigwaben und Noten von belgischer Schokolade.
Finish: Mehr Orangenzesten und Butterscotch mit einem salzigen Unterton.
Auch dieser Springbank sollte in der zweiten Februarhälfte im Handel auftauchen.
Um den Prometheus, einen 26jährigen rauchigen Speysider aus einer nicht genannten Destillerie, wurde schon vor seinem Erscheinen sehr viel Aufhebens und PR-Arbeit gemacht. Der Abfüller, die Glasgow Distillery Company, präsentiert ihn gemeinsam mit dem deutschen Distributor A Wee Taste of Scotland erstmals auf der Hanse Spirit an diesem Wochenende – und gibt in drei Tastings dort dem Publikum die Möglichkeit, den exklusiven Whisky aus First Fill Sherry Casks live zu verkosten.
Es handelt sich beim Prometheus übrigens um keine Einzelfassabfüllung – dass später einmal noch länger gereifte Batches am Markt erscheinen werden, scheint eine Passage in der englischsprachigen Pressemitteilung anzudeuten. Der Preis des Prometheus wird neuesten Informationen nach um die 600 Euro liegen.
Wir haben bei Whiskyexperts ein Sample des Prometheus erhalten und damit die Möglichkeit, ihnen unsere Geschmackseindrücke zu diesem Whisky bereits vor dem offiziellen Erscheinen vorzustellen. Verkostet hat ihn unser Redakteur Bernhard Rems.
Prometheus Speyside Single Malt, 26yo, 47% First Fill Sherry Cask Verkoster: Bernhard Rems Sample: The Glasgow Distillery/A Wee Taste of Scotland
Nase: Zuerst, nach dem Einschenken, ist der Prometheus in der Nase verschlossen und zurückhaltend. Orangennoten von Fruchtfleisch und Schale findet man, und sehr dezenten Rauch. Der Prometheus braucht 20-30 Minuten im Glas, bevor er seine Zurückhaltung aufgibt. Dann belohnt er mit einem wunderschön ausbalancierten Bouquet aus Frucht, Heidekraut und deutlicher werdendem, sehr luftigem Rauch – wie von Dampflokomotiven. Die zarte Frische von Lauch ist dazugemengt, eine malzige Süße ebenso. Der Alkohol hält sich im Hintergrund, der Gesamteindruck bleibt weich und für die 26 Jahre unbeschwert. Anregend unlangweilig!
Gaumen: Cremig, aber dabei nicht ölig, komplex, aber nicht laut und brachial – am Gaumen tanzen rote Beeren mit dem Prickeln von Ingwer, Kaffeenoten wie aus einem Schweizer Eiskaffee, Milchschokolade und kandierte Orangenscheiben. Anfänglich kommt er pfeffrig, dann wird nach einiger Zeit die Vanille dominanter, Röstaromen und etwas Säuerliches wie von Stachelbeeren mengen sich dazu. Der Rauch tritt hier am Gaumen sehr in den Hintergrund, aber er ist immer leise da. Keine Sherrybombe, keine Rauchbombe, aber deswegen nicht weniger, sondern mehr.
Finish: Milchkaffee mit Vanilleeis, so beginnt das, und mit etwas Frucht und spürbarem Rauch geht es weiter, und zwar lange, sehr lange, sehr, sehr lange. Ein beeindruckendes Finish, für mich völlig ohne Holzton, dafür mit der Süße von Toffee und einem cremigen Film, der sich über den Gaumen und sogar die Lippen legt. Habe ich schon gesagt, dass das Finish sehr, sehr lange ist?
Alles in allem: Beeindruckend ist der Prometheus, und zwar vor allem durch seine Subtilität. Vergleicht man ihn zum Beispiel mit getorften Benriachs gleichen Alters, so wirkt der Prometheus fast filigran, aber dabei nicht einfacher oder flacher. Vielleicht beschreibt eine gewisse Femininität seinen Charakter recht treffend, vielleicht hätte man ihm einen weiblichen mythologischen Namen geben sollen, um ihm gerecht zu werden. Jedenfalls ein Whisky, mit dem man sich beschäftigen muss; einer, der gleichzeitig den Genießer beschäftigt mit seiner Vielschichtigkeit. Er verdient ein „Spitzenklasse“.
Heute gibt es nur eine einzige Verkostungsnotiz bei Serge Valentins Islay Odysseee, doch diese hat es in sich. Dieser Port Ellen wurde als Zwölfjähriger anlässlich des Besuches von Queen Elizabeth II am 9. August 1980 abgefüllt. Und es muss ein atemberaubender Whisky sein: Satte 99 Punkte vergibt Serge hier. Ein klitzekleiner Punkt fehlt noch zur volkommenden Perfektion, diese kleine Lücke lässt noch Raum für einen perfekteren Whisky, der möglicherweise doch nie kommen wird. Das kurze Tasting in der Kurzübersicht:
Port Ellen 12 yo (OB, The Queen’s Visit to Port Ellen’s Maltings, 1980) 99 Punkte
Einen neuen Single Grain von Beam Suntory gibt es nun mit dem Kilbeggan 8yo, berichtet Drinks International. Er wird ab sofort im Travel Retail in ganz Europa zu haben sein, soll aber nach anderen Informationen auch im normalen Handel erscheinen und dort den Greenore 8yo ablösen. Abgefüllt ist er mit 40%. Beam Suntory will damit den Boom der irischen Whiskeys auch im Grain-Bereich nutzen, nachdem mit dem Kilbeggan 21yo vor einiger Zeit im Kernsegment ein expansiver Schritt gesetzt wurde.
Guten Morgen. Es tut sich etwas beim unabhängigen Abfüller Adelphi, seit einiger Zeit auch Besitzer einer eigenen Destillerie, Ardnamurchan: Neue Bottlings werden gerade vollendet und sollten bald beim Händler Ihrer Wahl anzutreffen sein. Wir können zwar noch keine Details dazu sagen, aber die Jahrgänge und Destillerienamen klingen schon sehr vielversprechend:
Mortlach 1987
Glenturret 1987
Limerick Slaney Irish Single Malt 1991
Clynelish 1990
Tobermory 1994
Bruichladdich 2002
Und dann gibt es noch einen neuen Glen Garioch 21yo aus dem Sherry Butt, abgefüllt mit 59.6%:
Mano A Lámh, „Hand in Hand“ auf Spanisch und gälisch, nennt sich der neueste Whiskey von Redbreast, der heute vorgestellt wurde. Das Besondere an ihm: Er ist zu Gänze in spanischen ex-Oloroso Sherryfässern gereift (diese wurden aber nicht zur Sherry-Produktion verwendet, sondern 2 Jahre mit Sherry getränkt). 2000 Flaschen von ihm wurden ohne Altersangabe und mit 46% abgefüllt – und sie werden exklusiv für Mitglieder des Stillhouse (der Fanclub von Redabreast) zur Verfügung stehen. Kostenpunkt: 65 Euro (plus leider nicht unerhebliches Porto).
Hier noch die Tasting Notes von Billy Leighton, Master Blender von Midleton
Nase: Getrocknete Früchte, Rosinen und Sultaninen mit erdigeren Tönen von Feigen, Datteln und Backpflaumen. Die Süße kommt von der Frucht und wiegt sich perfekt mit würzigen Noten wie Dille und Pfeffer auf – dazu Anteile der getoasteten spanischen Eiche.
Gaumen: Seidig sanft und ausgesprochen süß, voller reifer, dunkler Früchte mit dem Aufwallen von typischen Gewürzen.
Finish: Die dichten Früchte machen der spanischen Eiche Platz.
Auf The Spirits Business wurde heute ein Artikel veröffentlicht, der in kurzen, illustrierten Schlaglichtern zehn bestimmende Momente der Geschichte des Whiskys vorstellt. Das reicht von der ersten urkundlichen Erwähnung der Destillation über die Erfindung der Coffey Stills 1832 bis hin zu den Maßnahmen gegen Bestechung und Korruption in China im Jahr 2012. Kurzweilig und leicht verdaulich – eine Empfehlung von uns.
Auch der Destillerie Glenfiddich ist einer von 10 Punkten gewidmet. Foto von Frank Gauert, alle Recht vorbehalten.