Freitag, 27. November 2020, 23:54:01

Wir verkosten: Teeling Single Cask 2007 46% für Irish-Whiskeys.de

Beam 2020 Bowmore

Irische Whiskeys haben einen fixen Platz in den Verkostungen von Whiskyexperts, besonders dann, wenn es um Single Malts geht. Davon gibt es auf der grünen Insel einige, und unserer Meinung nach lohnt es sich immer wieder, auch dort mit dem Gaumen auf Entdeckungsreise zu gehen.

Einer der Abfüller und bald schon auch Produzenten von irischen Single Malt Whiskey ist die Teeling Whiskey Company. Von Teeling haben wir ja bereits den Single Grain und den 21jährigen Vintage Reserve für Sie verkostet, nun haben wir von Irish-Whiskeys.de unter anderem den Teeling Single Cask 2007 zur Verkostung zugeschickt bekommen.

Der exklusiv für den deutschen Händler abgefüllte Whiskey kam in Trinkstärke von 46% in die etwas schmucklose Flasche – insgesamt sind 324 davon abgefüllt worden. Von 2007 bis 2014 durfte der Whisky in einem Ex-Bourbon Cask reifen. Er wurde ohne Farbstoff und nicht kühlgefiltert abgefüllt. Herausgeber Bernhard Rems hat ihn für Whiskexperts verkostet.

teeling single cask 2007

Teeling Single Cask 2007, 46%
324 Flaschen

Nase: Im ersten Anfluten findet man eine weinige Note, die sich aber schnell dann in Süße und Fruchtigkeit auflöst. Da sind grüne Äpfel, Zitrusfrüchte, grüne Trauben, Mandelblüten – sehr frisch, leicht und gefällig steigt einem der Whisky in die Nase. Ein leichter Holzton mengt sich dazu, ein Stich Ester – insgesamt gut und schön, mit der typischen Leichtigkeit eines Iren.

Gaumen: Und wieder der schöne Apfel, vielleicht ein Granny Smith, verwoben in cremige Zuckerwatte, ein sehr gefälliges Miteinander. Man erkennt eine Spur Minze, etwas Pfeffrigkeit, aber sehr zurückgenommen. Das Ganze ist weich, cremig, ein wenig wie Vanillepudding – kein fordernder Tropfen, aber einer, der mit seiner Fruchtigkeit ein Lächeln provoziert und mit seinem Vanilleton schmeichelt.

Finish: Ziemlich lang, sehr süß, die Vanille des Holzes kommt deutlich. Auch hier behält er seine unbeschwerte Leichtigkeit, etwas süße Traube bleibt zurück, nichts wird bitter oder trocken.

Alles in allem: Ein überaus angenehmer Zeitgenosse; ein Whiskey, der sich nicht aufdrängt, sondern freundlich begleitet. Er gehört auf die liebliche Seite, ein Dessert, verwöhnend und Lust auf mehr machend. Seine mangelnde Komplexität macht er mit gewinnender Unkompliziertheit mehr als wett. Den trinkt man in der Tat immer wieder gerne, und der Preis geht bei ihm völlig in Ordnung: Daher ein sehr, sehr schönes „Gut“ von uns.

 

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!

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