Neben dem für Ostern angekündigten (verspäteten) Longrow Red kommen aus Campbeltown in absehbarer Zeit weitere Neuheiten, folgt man den Einträgen in der amerikanischen TTB-Datenbank, in der Labels vor ihrer Veröffentlichung in den USA registriert werden müssen (ohne Zwang zur tatsächlichen Veröffentlichung).
Neu dort ist unter anderem ein 13jähriger Hazelburn aus dem Olorosofass, der mit 47.1% abgefüllt und in einer Auflage von 12.000 Flaschen auf den Markt gebracht werden wird. Es sieht also so aus, als wolle die Destillerie Springbank ihre dreifach destillierte Marke etwas mehr beleben.
Ebenfalls neu findet man dort eine fassstarke Ausgabe eines 8jährigen Kilkerran aus der Destillerie Glengyle. Er ist mit 56.2% abgefüllt:
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Der Run auf den Springbank Local Barley 11yo war eigentlich erstaunlich für einen elfjährigen Whisky – aber wer den Local Barley 16yo kannte, der wird sich wohl einen ähnlich hervorragenden Whisky erwartet haben – von den Springbank-Sammlern einmal ganz abgesehen.
Aber wie ist er nun tatsächlich? Eine, wenn auch nicht die einzige, Antwort kann man mit dem Video von Ralfy Mitchell finden, der den Springbank Local Barley 11yo verkostet hat. Seine Wertung, die natürlich a) nur einen kleinen Teil seiner Betrachtungen ausmacht und b) etwas Subjektives ist: 88 Punkte.
Wie es dazu kam, können Sie – mit allen bei Ralfy üblichen Hintergrundbetrachtungen wie zum Beispiel: Was ist das Besondere am Local Barley – im Video hier oder auf Youtube nachvollziehen.
Nach der gestrigen Session geht es auch heute bei Serge Valentin mit einer Verkostung von Lagavulin weiter, auch wenn er sie als „theoretisch“ einstuft, sind darunter doch auch drei Abfüllungen, auf denen der Name Lagavulin nicht wirklich auftaucht. Einer davon firmiert unter dem Namen Laggan Mill, einer generisch als „Südküsten Islay Malt“ und einer davon ist Peter Krauses Russenschnaps, die Regensburger Clubabfüllung aus dem Jahr 2015, die dem Vernehmen nach sehr viel Lagavulin enthalten soll (aber offiziell sagen wir das natürlich nicht). Der einzig offizielle Lagavulin ist die aktuelle Distillers Edition. Hier die Wertungen der Verkostung:
Lagavulin 1999/2015 ‚Distillers Edition‘ (43%, OB, lgv 4/504): 87 Punkte
Laggan Mill 8 yo 2008/2016 (46%, The Cooper’s Choice, cask #7391, 400 bottles): 85 Punkte
South Shore Islay Malt 2008/2016 (48.8%, Valinch & Mallet, bourbon hogshead): 85 Punkte
Das Consulting- und Analyseunternehmen Brand Finance hat – wie jedes Jahr – den Wert der weltweit größten Spirituosenmarken evaluiert und daraus ein Ranking erstellt. Und diesmal birgt die uns zugesandte Liste einige große Überraschungen. So ist zum Beispiel die Gattung Whisky nur mehr die zweitwertvollste – mit einem Anteil von 28% am Gesamtmarkt. Überholt wurde sie von den chinesischen Baijius, die 37.5% des Marktes beherrschen. Baijiu ist ein auf Getreidebasis erzeugter chinesischer Schnaps, der in etwa mit Wodka oder Kornbrand verglichen werden kann. Er wird oft auf Hirsebasis hergestellt.
Interessant auch, wo sich die Whiskymarken im Ranking der Top 50 befinden. Die wertvollste Whiskymarke blieb dabei auf Platz 2 – hinter Moutai, eben einem Baijiu.
Hier die Platzierungen der in Europa bekannten Whiskys unter den Top 50 (in Klammern der Rang im Vorjahr):
2 (2) – Johnnie Walker
4 (5) – Jack Daniels
13 (12) – Chivas Regal
15 (21) – Jameson
19 (18) – Ballantines
21 (23) – Grants
26 (-) – Jim Beam
28 (29) – Crown Royal
36 (37) – Famous Grouse
37 (-) – Glenlivet
38 (50) Bell’s
40 (49) – J&B
43 (57) Glenfiddich
Indische Marken finden sich auf 16 (Officer’s Choice) und 17 (McDowell’s No.1).
Wenn man an österreichischen Whisky denkt, kommt man am Namen Haider nicht vorbei. Jasmin Haider-Stadler ist nicht nur Juniorchefin der ersten und größten österreichischen Destillerie in Roggenreith im Waldviertel, sondern auch Vorsitzende der Austrian Whisky Association (AWA), dem Zusammenschluss vieler österreichischer Whisky-Destillerien (und davon gibt es mittlerweile Dutzende).
Im Interview auf whiskyundfrauen. auch für männer. spricht sie über Ihre Arbeit im Spannungsfeld zwischen Regionalität und Internationalität, Tradition und Innovation und die Zukunft des Whiskys aus Österreich. Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Interview, in dem Jasmin Haider-Stadler über die Perspektiven der Produktion in der Alpenrepublik spricht:
Österreich hat hervorragende Bedingungen um Whisky zu produzieren – und der Boom es zu tun wird auch noch länger anhalten. Auch die Konsumenten und Whiskyliebhaber werden immer offener. Ich werde nicht mehr schief angesehen, wenn ich sage ich produziere Whisky in Österreich, vielmehr ernte ich reges Interesse. Wir haben es hierzuland noch in der Hand unsere eigene Geschichte zu schreiben was Whisky betrifft und diese Chance werden wir auch nutzen.
Die Speyside-Destillerie Glenfiddich hat uns zum Erscheinen des Glenfiddich 1978 Rare Collection Cask No. 28117 eine Pressemitteilung gesendet, in der auf die Besonderheiten dieser soeben veröffentlichten exklusiven Einzelfassabfüllung eingegangen wird (für Deutschland wird es gerade einmal 25 Flaschen geben). Auch die offiziellen Tasting Notes stellen wir Ihnen hier gerne im Anschluss an den Pressetext zur Verfügung:
GLENFIDDICH 1978 RARE COLLECTION CASK NO. 28117
EINE WHISKY-ABFÜLLUNG, DIE EBENSO KOSTBAR WIE RAR IST
Oberhaching, März 2017. 38 Jahre Reifung, streng limitiert und nur in Europa erhältlich: Das heraus- ragende Glenfiddich 1978 Rare Collection Cask No. 28117. Der meistausgezeichnete Single Malt Whisky der Welt öffnet erneut ein ganz besonderes Fass und präsentiert vollendetes Aroma von außer- gewöhnlicher Art. Nur 159 Flaschen sind europaweit verfügbar, davon 25 in Deutschland.
EINE AUßERGEWÖHNLICHE RARITÄT, HANDVERLESEN UND VON BESONDEREM GESCHMACK
Dieses einzigartige American Hogshead-Fass mit der Nummer 28117 bildet mit dem bisher nie abgefüllten Whisky eine exklusive Rarität der Destillerie Glenfiddich, denn Malt Master Brian Kinsman wählt für die hochgeschätzte Rare Collection nur eine sehr geringe Anzahl außergewöhnlicher Fässer aus. Dabei setzt er auf seinen ausgeprägten Instinkt und seine jahrelange Erfahrung – ein echter Maverick eben. Den Charakter der Abfüllung bezeichnet er als bemerkenswert komplex: „Über 38 Jahre verbrachte dieser Whisky geschlossen im American Hogshead-Fass, bis er nun voller Eleganz sein Spektrum an Aromen präsentiert. Sein Profil ist so umfangreich, dass er sich perfekt in die Reihe der Fässer der Rare Collection eingliedert. Die Aromen des Whiskys aus Fass 28117 sind weich und mild mit der Süße von reifen Birnen, reich an Vanille- und Eichennoten und dabei gespickt von Gewürzen, die in einen süßen und langanhaltenden Abgang münden.“ Die Abfüllungen innerhalb dieser Reihe sind das Ergebnis jahrzehntelanger Pionierarbeit und dem ständigen Drang, neue Wege zu gehen. Für Brian Kinsman ist dieser Whisky ein Zeugnis für die unglaubliche Leidenschaft in der Herstellung herausragender Single Malts, die er jeden Tag bei Glenfiddich spürt. Es ist die gleiche Leidenschaft, die schon Gründer William Grant antrieb und die auch sein Nachfahre Peter Gordon, Company Director bei Glenfiddich, noch heute empfindet. Zu dem 1978 Rare Collection Cask No. 28117 sagt dieser:
„Meine Familie hat Mut und Innovation bei der Whisky-Herstellung bewiesen, immer wieder über die vergangenen Jahrzehnte. Wir schätzen die Unabhängigkeit, die uns dieses freie Handeln ermöglicht. Die Rare Collection spiegelt all das wieder.“
Jede Flasche der limitierten Glenfiddich 1978 Rare Cask Collection wird in einer handgefertigten Leder- verpackung geliefert, die eine Prägung des kupfernen Hirschen aufweist und detaillierte Infor- mationen zum Whisky birgt. Sie ist außerdem individuell nummeriert. In Deutschland wird die Glenfiddich 1978 Rare Cask Collection von Campari Deutschland vertrieben. 0,7 Liter werden zu einem UVP von 3.650 € gehandelt. Alkoholgehalt 56,3 % vol.
Tasting Notes:
Farbe: Golden Duft: Fruchtige Hauptnote mit zarter Vanille, Eiche und der Süße von Toffee. Mit einem Tropfen Wasser vermischt ent- falten sich Frühlingsblüten, Zitrusnoten und der Hauch von frischen Früchten. Geschmacksprofil: Sanft und reif mit einer seidig weichen Struktur. Voller Glenfiddich-typischer Aromen nach reifer Birne und untermalt von feiner Würze von Zimt und Muskat sowie Vanille und Eichennoten. Nachklang: Wunderbar süß und langanhaltend
Auf der offiziellen Website der Ardgowan Distillery, die ja vor kurzem die Baugenehmigung erhalten hat, wird der Beginn der offiziellen Investorensuche in einem News-Eintrag bekanntgegeben. Campbell Dallas Corporate Finance wird die Destillerie dabei beraten.
Man rechnet damit, dass man den Bau und den Betrieb der Destillerie über eine Mischung von Investitionen, Krediten und öffentlichen Subventionen wird finanzieren können. Der Produktionsbeginn ist mit 2019 angestrebt, mit einem Volumen von anfänglich 200.000 Liter Alkohol pro Jahr und 800.000 Liter im Vollausbau.
Den Artikel auf der Website der Destillerie Ardgowan lesen Sie hier, eine Zusammenfassung unserer Berichterstattung über die Destillerie können Sie hier finden.
Von Kirsch Whisky sind wir mit einer Presseinformation darüber informiert worden, dass die „Straight from the Cask“ Abfüllungen von Edradour und Ballechin wieder in Deutschland verfügbar sind. Um welche es sich handelt und weitere Infos entnehmen Sie bitte dem untenstehenden Pressetext:
Endlich wieder verfügbar: „Straight from the Cask“ Abfüllungen von Edradour und Ballechin!
Die in Pitlochry gelegene Brennerei Edradour, aus den schottischen Highlands, galt lange Zeit als kleinste Brennerei Schottlands. Der Fokus der Abfüllungen liegt oftmals auf der Verwendung von ehemaligen Sherry-, Port- und Süßweinfässern und eröffnet Ihren Liebhabern dadurch ein breites Spektrum.
Die jüngsten Abfüllungen sind eine erneute Auflage der erfolgreichen „Straight from the Cask“ Serie, bei der Einzelfässer unverdünnt ihren Weg in die Flasche finden. Abgefüllt wurden zwei Edradourfässer und drei Fässer der Marke Ballechin, das stark torfige Gegenstück zu Edradour:
„Stark“ können Sie hier gerne im doppelten Wortsinn verstehen – in der heutigen Verkostung bei Serge Valentin zeigen die vier Abfüllungen aus der Islay-Destillerie Lagavulin nicht nur starke Prozente, was den Alkohol betrifft, sondern auch starke Leistungen in der Punktewertung. Alle vier, darunter auch eine offizielle Private Cask Edition, scheinen dem Altmeister der Verkostungsnotizen hervorragend gemundet zu haben:
Lg6 (53.7%, Specialty Drinks, Elements of Islay, 2016): 91 Punkte
Lagavulin 10 yo ‘Batch 2’ (53.7%, That Boutique-y Whisky Company, 239 bottles, 2016): 92 Punkte
Lagavulin 15 yo 2001/2016 (54.2%, OB, 200th Anniversary, Casks of Distinction, Private Collector Edition, hogshead, cask #9554, 264 bottles): 88 Punkte
Lagavulin 14 yo 1978/1992 (64.7%, Kingsbury, Japan, bourbon, cask #132): 92 Punkte
Die Stills von Lagavulin aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive. Bild: Whiskyexperts
Wie trinkt man Whisky eigentlich „richtig“, also so, dass man den meisten Genuss daraus gewinnen kann? Englischsprachige Tipps von den Profis bei der Destillerie Arran kann man sich aus einem Artikel auf deren Website holen, der gestern erschienen ist. Er gibt unserer Meinung nach die richtigen Empfehlungen – mit der passenden Gelassenheit über die Dos and Don’ts des Aqua Vitae-Knigges.
Behandelt werden Themen wie Wasser, Eis, Glas, Zeit – alles schön entspannt und fundiert. Wie zum Beispiel hier:
Not sure about how much water to add? Less is definitely more. Some swear by a breakdown of 1/4 water, 3/4 whisky in a glass, and others by one or two drops from a straw or a pipette – it’s completely down to personal preference. However, less is often more – so be frugal when adding your water – you can always add more, but if you ruin a dram with too much water, there’s absolutely no saving it!
Selten, dass wir an einem Tag gleich zwei Mal unsere Rubrik „Whisky im Bild“ bemühen, aber heute haben wir viel Neues von neuen Destillerien erhalten, das veröffentlicht werden will:
Auf Islay ist gerade die Ardnahoe Distillery im Entstehen, die wohl nach ihrer Fertigstellung die neunte Islay-Destillerie werden wird – vor allen anderen in Planung befindlichen Objekten. Wir haben schon des öfteren über diese im Werden befindliche Destillerie der Firma Hunter Laing berichtet, an deren Entstehungsort bereits die Erdarbeiten begonnen haben – finden Sie hier unsere Meldungsübersicht dazu.
Die Destillerie von Tim Morrison (A.D. Rattray) in Glasgow (bekannt wurde sie unter dem Arbeitstitel Glasgow Distillery, als der Name belegt wurde, benannte man sie in Clydeside Distillery um) soll ja noch 2017 den Betrieb aufnehmen – und ein wichtiges Puzzleteil auf dem Weg dorthin ist nun ins Gesamtbild eingefügt: Die Stills der Destillerie sind in der letzten Woche von Forsyths angeliefert worden.
Eigentlich hätten sie bereits eingebaut werden sollen, doch die Sturmfront, die vom Atlantik her aufzog, betraf Glasgow genauso wie unsere Breiten – man will nun den Einbau heute am Montag oder am Dienstag vornehmen.
Das Bild der Stills auf dem Lastwagen bringen wir mit freundlicher Genehmigung der Clydeside Distillery.
Auch bei der Dublin Liberties Distillery, dem Projekt von Quintessential Brands, geht es nun mit dem Bauen los. Wie The Spirits Business heute berichtet, ist der Spatenstich zum Bau der Brennerei in der Old Mill Street erfolgt. Das fast dreihundert Jahre alte historische Gebäude wird in ca. einem Jahr die neue Destillerie beheimaten. Der ursprünglich mit 10 Millionen Euro veranschlagte Bau wird nun aller Voraussicht nach 15 Millionen kosten.
Das Gebäude, das von der Dubliner Architekturfirma SSA Architects umgebaut wird, soll auch ein Besucherzentrum beherbergen. Mit der Eröffnung ist im Frühjahr 2018 zu rechnen.
Die alten Maltings in der Mill Street stammen aus dem Jahre 1691, hier wirkte einmal Mitte des 19. Jhds der Distiller John Busby. Bildrechte bei Ernst J. Scheiner, alle Rechte vorbehalten
Der letzte Teil der umfangreichen Aufarbeitung der Geschichte des irischen Whiskeys durch Thomas Zilm auf seinem Blog Spirit-ambassador.de ist gerade online gegangen – und wie schon die vorangegangenen Teile bietet er interessanten Lesestoff für alle, die etwas tiefer in die Materie eindringen wollen. Diesmal geht es um den Zeitraum vom 20. Jahrhundert bis in die Jetztzeit und den heutigen Boom. Hier eine kurze Leseprobe, die Appetit auf mehr machen soll:
Als im Jahre 1988 die Vereinigung der Irish Distillers von Pernod Richard übernommen wurde, war dies eine Melange aus Überlebenskampf und Hoffen auf bessere Zeiten. Die damals größte irische Whiskeymarke verkaufte 466.000 cases weltweit, wobei die irische Heimat der bedeutendste Markt war. Von daher ist es völlig fair zu behaupten, dass Jameson wie keine andere Marke für Irish Whiskey steht. Eben jene Marke – Jameson – und die dazugehörige zweitgrößte Spirituosenfirma der Welt setzten im selben Jahr 2010 ein noch viel deutlicheres Zeichen, als man eine 200 mio. € Investition ankündigte. Was für ein Donnerschlag. Und das im selben Jahr, in dem Irland in das Notfallprogram des IWF aufgenommen wurde. Kapital, Erfahrung und Überzeugung – diese drei wichtigen Momente kamen zusammen und sorgten anhand einer Marke für einen Marktaufschwung von dem alle profitierten. Wenige Jahre später – 2015 – verkaufte Jameson 5 mio. cases – ein enormes Wachstum.