Übermorgen geht sie los, die Just Whisky in Oberhausen (hier ein kleiner Vorbericht) – und passend zum vorherrschenden angenehmen Wetter gibt es dort auch einen exklusiven Messewhisky: einen leichten, wenn auch fassstarken Lowlander aus der Destillerie Auchentoshan.
Der Whisky stammt aus einem Sherry Butt, ist 17 Jahre alt und wurde mit 50.7% abgefüllt. 150 Flaschen davon gibt es zu haben, und wir wünschen allen, die ihn probieren oder erwerben werden, viel Vergnügen.
Einen ganz besonderen Whisky gibt es ab sofort laut Daily Record in der Destillerie Edradour zu kaufen: Andrew Symington, der Besitzer der Destillerie, hat 1033 Flaschen des Whiskys der kleinsten Destillerie Schottlands abgefüllt und bietet die Einzelfassabfüllung (destilliert: 8 Juni 2006, abgefüllt 4. Mai 2015) um 35 Pfund zum Verkauf an.
Auf die Idee kam Andrew, weil er mit seiner Familie hin und wieder Urlaub in den VAE macht, und ein Hotelmanager, der sich immer wieder freundlich um die Familie gekümmert hat, aus Nepal stammt. Aber auch die Lifeguards an der Küste dort sind Nepalesen. Andrew wollte daher einfach helfen; gerade deshalb, weil für ihn Nepal durch diese Menschen kein abstrakter Begriff mehr war.
Insgesamt wird diese Aktion mindestens £22,128.79 für den guten Zweck bringen. Mindestens deshalb, weil die erste Flasche des Fasses versteigert werden soll, um noch mehr Spenden zu bringen.
Sollten Sie also in nächster Zeit nach Pitlochry zu Edradour kommen: Helfen Sie Andrew Symington helfen, indem Sie so eine spezielle Flasche kaufen!
Der Erlös dieser Abfüllung aus Edradour kommt den Erdbebenopfern in Nepal zugute.
Ein interessantes Kunstprojekt anlässlich des 200jährigen Bestehens der Destillerie Ardbeg wurde heute in einer Presseaussendung vorgestellt (wer am Ardbeg Day bei der Destillerie war, mag das Projekt auch dort schon gesehen haben): Artbeg, so der Name des Projekts, wird an den Wänden der Destillerie und auf der Ardbeg Homepage (dort allerdings noch nicht auffindbar) 20 Fotografien des Künstlers Peter Heaton ausstellen, die während eines Islay-Aufenthalts im Jahr 2014 entstanden. Auf den Bildern werden Landschaften und Objekte der Insel mit Eindrücken aus den Archiven bei Ardbeg kombiniert und zeigen damit verschiedene Zeiten zugleich, ganz getreu dem Motto der heurigen Festivitäten: „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“.
Auch Besucher der Destillerie können ein Teil der Ausstellung werden, indem sie ihre Bilder auf www.ardbeg.com hochladen.
Wer an die Region Campbeltown denkt, denkt wohl zuerst an Springbank und erst danach an Glen Scotia. Viel mehr Whiskyfreunde haben eine Liebesbeziehung zu Springbank als zur zweiten Traditionsdestillerie dort – vielleicht auch deshalb, weil es von dort weniger Abfüllungen gibt, bei denen man haltlos ins Schwärmen geraten könnte?
Serge Valentin hat heute jedenfalls eine Reihe von Abfüllungen aus Glen Scotia verkostet, darunter auch zwei sehr aktuelle vom unabhängigen Abfüller Wemyss. Die Ratings reichen von ok bis Begeisterung:
Glen Scotia 1991/2014 ‚At Anchor in a Cove‚ (46%, Wemyss Malts, barrel, 304 bottles): 79 Punkte
Es wird wieder einmal Zeit für unsere Blogrundschau – diesmal kurz und knackig, mit allerlei Gängigem und Seltenem, wie es uns der Moment gerade zuträgt:
Whisky Bros hat sich eine eher ungewöhnliche Abfüllung ausgesucht, den Bruichladdich Peat. Man findet ihn gut, und mehr auch nicht.
Dramlicious aus Deutschland widmet sich den Basics in Form eines Bunnahabhain 12yo und meint, dass auch Standards sich über das Mittelmaß erheben können
Bestshotwhiskyreviews leert sich einen verkleideten Caol Ila ins Glas, den Port Askaig 15yo – ein Nicken ohne Jubel würde die Reaktion gut beschreiben.
Gestern war der offizielle 10. Geburtstag von Kilchoman – ist das wirklich schon wieder so lange her? Jedenfalls hat sich die Farm Distillery auf Islay zu einer festen Größe entwickelt, man könnte fast sagen: zu einem neuen Star auf Islay.
Auf dem Bild hier sieht man Anthony Wills, den Gründer, mit dem ersten abgefüllten Fass #1 – das Fass, von dem auch etwas in der Jubiläumsabfüllung steckt, die zum 10. Geburtstag in der Destillerie verkauft wurde…
Weniger harte Alkoholika trinken die deutschen Bürger laut einer Agenturmeldung, die wir in der Frankfurter Allgemeinen gefunden haben. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist im letzten Jahr um 1.8% auf 5.4 Liter pro Jahr gesunken. Das sagen die Tabellen des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure unter Berufung auf vorläufige Zahlen des ifo-Instituts.
Seit 2000 ist dieser rückläufige Trend zu beobachten, damals betrug der Pro-Kopf-Verbrauch noch 5.8 Liter.
Brown-Forman, das US-Unternehmen hinter Marken wie Jack Daniel’s oder Old Forester, hat gestern in einer Presseaussendung mitgeteilt, dass es 100% der Aktien an Slane Castle Irish Whiskey Limited gekauft hat und am Ort des historischen Slane Castle Estate in County Meath eine neue Destillerie um 50 Millionen Dollar errichten will.
Das ganze soll sehr rasch über die Bühne gehen: Bereits Ende 2016 soll die Destillerie in Betrieb gehen – und im Frühjahr 2017 der erste Whiskey dazu erscheinen. Zu diesem Zeitpunkt wird er natürlich noch aus anderen Destillerien zugekauft, aber die Marke Slane Castle Irish Whiskey soll damit am Markt etabliert werden.
Brown-Forman hat ja schon unlängst 20 Millionen Dollar in die Old Forester Destillerie investiert (wir berichteten hier) und hat aus seinem Appetit auf irischen Whiskey nie ein Hehl gemacht. Nun hat die Erweiterung des Portfolios in diese Richtung offensichtlich geklappt.
214 Flaschen, das ist die Ausbeute bei Arran’s erster Community-Abfüllung, die gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und ab 15. Juni erhältlich ist. Im Januar haben sich 10 Mitglieder der White Stag Community in Oran Mor in Glasgow versammelt, um fünf Fassproben zu verkosten. Diese haben dann das Fass für die Abfüllung ausgesucht: Sherry Hogshead 97/737. Abgefüllt wurde der 18jährige Whisky mit 53.6%.
Um eine der Flaschen (95 Pfund) zu erhalten, muss man Mitglied der White Stag Community sein oder werden (anmelden kann man sich hier). Die Abfüllung wird es übrigens NUR im Webshop geben – aus Deutschland sollte das kein Problem sein, nach Österreich zum Beispiel versendet man aber immer noch nicht.
Zwei neue Varietäten der Highland Distillery Ardmore sind ab sofort im Travel Retail zu finden, berichtet The Spirits Business heute. Der Ardmore Tradition sei eine „Weiterentwicklung“ des leider schon eingestellten Traditional Cask, sagt die Destillerie – ohne die Weiterentwicklung genauer zu definieren. Der Triple Wood ist, so wie der Tradition, leicht getorft und zeigt das neue Ardmore-Design. Beide Sorten werden mit 46% abgefüllt.
Zu den Preisen: Der Ardmore Tradition kostet 40 Pfund, der Triple Wood 62 Pfund – beide natürlich in der 1 Liter Flasche.
Whisky und Zigarren, zwei Genussmittel die zusammen passen? Dieser Frage geht Benjamin Roscher in seinem zweiten Gastbeitrag nach (den ersten über die Montechristo Open Master können Sie hier nachlesen) und testet das Zusammenspiel beider Produkte. Heute kombiniert er die Dunhill 1907 Robusto mit ausgesuchten Whiskys – exklusiv bei uns und ab dem Wochenende dann auch auf seinem Blog www.notesofmalt.de.
Der Tabak der Dunhill 1907 Robusto stammt aus der Dominikanischen Republik, das Deckblatt aus Honduras. Schon die Verarbeitung zeigt sich sehr hochwertig. Die Zigarre hat eine Länge von 127mm, das Ringmaß beträgt 52. Preislich ist die Robusto ab 6,70 € erhältlich, die Rauchdauer schätze ich auf 45-60 Minuten.
Schon direkt nach dem Anzünden zeigt mir die Zigarre ihre Aromen. Sie ist zwar einerseits eher robust und klassisch, mit Holzaromen, Nüssen sowie etwas Kaffee, andererseits wirkt sie auch cremig, sahnig, fruchtig mild und etwas zurückhaltend, sogar etwas Milchschokolade kommt schnell auf. Ich bin gespannt, wie sie zu den vier ausgewählten Whiskys passt.
Neben der Zigarre erscheint der Single Malt vor allem fruchtig, süß und mild. Er riecht nach Honig und trockenen Früchten. Auf dem Gaumen verliert er dann an Frucht, gewinnt aber deutlich an Würze und Holz. Zudem erinnert der Benriach an Landbrot und frisch geröstete Kaffeebohnen. Im Abgang unterstützt die Dunhill den Whisky deutlich, der Abgang wird dadurch sehr lang und besteht aus Nüssen, Trockenfrüchten und cremigen Holzaromen.
Im Fazit kann gesagt werden, dass ich hier genau den richtigen Whisky zur Zigarre ausgesucht habe. Die Fruchtaromen harmonieren absolut wunderbar mit dem klassisch cremigen Profil der Zigarre. Wirklich sehr zu empfehlen!
5/5 Sterne
Whisky No. 2: Glen Els Ember, Woodsmoked 45,9% alc. (Single Malt aus Niedersachsen, Deutschland)
Den Glen Els habe ich mir als fruchtigen und leicht rauchigen Vertreter deutscher Whiskys ausgewählt. Ich gehe davon aus, dass die starken Aromen von dunklen Früchten, zarter Schokolade und Rum gut zur Dunhill passen.
In der Nase bleibt die Frucht eher zurückhaltend, dazu kommen Aromen von Zartbitterschokolade, Kakao und Karamell. Dahinter halten sich Tabak und Rumkugeln. Auf dem Gaumen erscheinen dann die sehr intensiven und mundfüllenden Beerenfrüchte, die sonst mir bekannten Wintergewürze bleiben aus. Die Zigarre zeigt sich hier sehr sanft und unterstreicht das Profil des Whiskys. Der Abgang der Kombination Glen Els und Dunhill ist eher mittellang, geprägt von Zimt, Zedernholz und etwas Leder.
Fazit: Der Glen Els Ember sich durch die Zigarre stark verändert, was ich so definitiv nicht erwartet habe. Die Produkte harmonieren zwar, jedoch verlieren sie beide auch an Ausdruckskraft. Es ist fast so, als würde man hier zwei völlig neue Genussmittel verkosten. Da keine Fehlnoten aufkommen und die Dunhill sich mit dem Glen Els verträgt, kann man den Genuss dennoch empfehlen.
Der Glenfarclas zeigt sich in der Nase deutlich würziger und holziger als ohne Zigarre. Er riecht ein wenig wie mein Humidor, es zeigen sich Rosenholz, Esche und Eiche. Dazu entfaltet sich völlig überraschend Grillfleisch in Fruchtmarinade, den Whisky kenne ich wirklich anders. Erst wenn die Zigarre ein wenig weiter weg gehalten wird, kommen die bekannten Sherryaromen. Auf dem Gaumen vertragen die beiden sich nicht so sehr, der Whisky wirkt sehr stark alkoholisch und dominiert den Geschmack. Dahinter finde ich dann Melasse, Pflaumenmus und Rosinen. Im Abgang finden die Dunhill und der Glenfarclas schnell wieder zueinander: cremige Süße, Holzaromen, Kakao und Marzipan. Die Zigarre weiß hier wieder sehr zu schmeicheln, der Single Malt dankt mit einer kräftigen Zimtnote.
Im Fazit war auf dem Gaumen nicht viel los, Nase und Abgang hingegen passen gut zueinander. Da aber der Gaumen oft sehr ausschlaggebend ist und die Nase beim gemeinsamen Genuss meist eine weniger wichtige Rolle spielt, kann ich die Kombination nur bedingt empfehlen.
Bevor ich den Ardbeg probieren kann, muss erst einmal der leichte Schiefbrand der Zigarre korrigiert werden. Außerdem muss ich sagen, dass die Zigarre jetzt im letzten Drittel angekommen ist. Hier wirkt sie deutlich würziger und erdiger, eigentlich perfekt um gegen den rauchigen Ardbeg zu bestehen.
In der Nase ist von dem sonst so typischen Rauch nicht viel zu spüren, er mischt sich dezent mit dem Tabakraucht der Dunhill. Daneben kommen die typische Vanille und Zitrusfrüchte auf. Auch riecht der Whisky ein wenig nach frischem Bier und Malzzucker. Auf dem Gaumen cremt die Zigarre den Ardbeg, er wirkt viel sanfter als sonst. Die Holzaromen der Dunhill vermischen sich mit der Vanille und den leichten Fruchtaromen, der Rauch wirkt leicht medizinisch. Im Abgang dominiert die Zigarre sogar und kitzelt mit ihren Aromen von Kaffee und Holz einige Gewürze aus dem Whisky.
Fazit: Noch nie hat mir ein rauchiger Whisky mit einer Zigarre derart gut gefallen, ich denke hier werde ich auch in Zukunft noch einige Experimente mit der Dunhill anstellen.
5/5 Sterne
Die Whiskys im Test mit der Dunhill 1907 Robusto
Im Gesamtfazitist feststellen, dass die Dunhill zu vielen Whiskys ein guter bis sehr guter Begleiter ist. Dadurch, dass sie zwar ein sehr klares und klassisches Profil aufweist, dennoch aber nicht zu aufdringlich ist, verträgt sie sich mit vielen unterschiedlichen Stilen. Nur beim Alkoholgehalt sollte man vielleicht etwas aufpassen, was der Glenfarclas zeigte.
Der Ardbeg Perpetuum in der Version vom Ardbeg Day steht heute im Mittelpunkt der Verkostung bei Serge Valentin (Whiskyexperts hat ihn ja bereits vorab verkostet – unsere Notizen können Sie hier finden). Flankiert wird die Verkostung des Perpetuum von zwei unabhängigen Abfüllungen, darunter auch ein 25jähriger Ardbeg.
Die Wertung für den Perpetuum ist durchaus sehr positiv – Serge gefällt seine Geradlinigkeit und der Umstand, dass er auch im Rauch typisch Ardbeg ist. Der 25jährige Ardbeg ist aber erwartungsgemäß eine Klasse für sich:
Ardbeg 12 yo (46.6%, Angelshare, Switzerland, +/-2007): 86 Punkte
Ardbeg ‘Perpetuum’ (47.4%, OB, Ardbeg Day version, 2015): 86 Punkte
Ardbeg 25 yo 1974/2001 (58%, Bloomsbury Spirit, Japan, sherry cask): 91 Punkte
Über verschiedene Destillerieprojekte in Israel konnten wir ja schon mehrmals berichten – eines davon ist die Golan Heights Distillery, die bereits weit über das Planungsstadium hinaus gediehen ist und schon den ersten Spirit in Fässer abfüllt, wie Whiskygospel bei einem Besuch dort unlängst feststellen konnte. Im Bericht des Blogs finden sich auch Verkostungsnotizen zu den verschiedenen dort schon vorzufindenden Alkoholika, und generell hat man den Eindruck, als würde dort etwas durchaus Beobachtenswertes entstehen.
Ein Blick in die Golan Heights Distillery
David Zibell, der Gründer der Destillerie, hat übrigens auch nach wie vor eine Indiegogo-Kampagne am Laufen, mit der er versucht, das nötige Kleingeld für den reibungslosen Betrieb in den ersten drei Jahren bis zum ersten Whiskyverkauf zusammen zu bekommen. Ganz leicht scheint das allerdings nicht zu sein…
Von Scallywag, dem Blend aus Speyside Malts des unabhängigen Abfüllers Douglas Laing, ist soeben auch eine Abfüllung in Fassstärke erschienen. Der Blend wird mit 53.6% abgefüllt und ist nur in einer limitierten Auflage erhältlich (die Anzahl der Flaschen wurde allerdings nicht bekannt gegeben). Er enthält unter anderem auch Mortlach, Glenrothes und Macallan, so der Abfüller.
Auf Facebook kann man nun auch eine Flasche der Fassstärken-Abfüllung gewinnen – eine Länderbeschränkung haben wir nicht finden können, also dürfte man auch aus unseren Gefilden mitmachen können.
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