Samstag, 28. November 2020, 18:10:42

Wir verkosten: Ardbeg Perpetuum, 47.4%

Beam 2020 Bowmore

Am 30. Mai wird er in Ihrer Ardbeg Embassy erhältlich sein – der Ardbeg Perpetuum, die Jubiläumsabfüllung aus der traditionsreichen Islay-Destillerie. Aber: Lohnt sich das Warten überhaupt? Wir von Whiskyexperts haben den Perpetuum für Sie verkostet.

 

Ardbeg Perpetuum, 47.4%
Single Malt, Islay
No Age Statement
unchillfiltered

limitierte Abfüllung zum Ardbeg Day 2015
Verkoster: Silvia Behrens, Bernhard Rems
Sample von: Ardbeg

Ardbeg bottle & box front

Nase: Sofort vom Öffnen der Flasche weg ist da harziger, typischer Ardbeg-Rauch, noch bevor man seine Nase ins Glas halten kann. Beim vorsichtigen Nosen dann dominiert allerdings eine frische Zitrusnote mit einem leichten Einschlag von Minze und  Kardamom, fast als würde man ein Erfrischungstuch öffnen. Wenn Laphroaig medizinisch ist, dann ist das hier eher aus der Ecke der hygienischen Sauberkeit.
Insgesamt macht die Nase einen jungen, lebendigen Eindruck, ohne vordergründige Schärfe. Die Zitrusnoten wandeln sich über die Zeit über Grapefruittöne hin zu Kumquats, etwas Kalkiges, leicht Seifiges mit einer Prise Salz tritt dazu. Und eine schwer zu definierende Süße kommt unterschwellig hoch. Langweilig wird die Nase nicht, man kann und sollte sich durchaus Zeit lassen, es tut sich was.

Gaumen: Ein wenig Süße war in der Nase gegen Ende schon da, aber was jetzt passiert, kommt dann doch eher überraschend: Der Antritt ist voller Milchschokolade, süß, cremig, fast puddingartig. Wow! Der Schokoladeneindruck ist definitiv sehr intensiv, die Zitrusnote muss sich erst durchkämpfen, der Rauch sowieso – der ist eher zurückhaltend jetzt, aber schön definiert. Der Perpetuum macht sich breit im Mund, ist ölig und spannt einen Bogen über  Schoko-. Vanillenoten, Zitrus und dann hin zum Rauch. Auch das ist interessant zu verfolgen und herrlich wider den Erwartungen.

Finish: Die Süße hält sich mittellang, wandelt sich dann in eine etwas herbere Milchkaffeenote, dann wabert ganz subtil etwas Maracuja darin herum – aber was nahezu ewig bleibt, ist der rauchige Eindruck, der hier dann auch etwas, aber auch nur etwas speckig wird. Wärmend ist die ganze Chose auch, wir mögen das sehr.

Alles in allem: Oh ja. Der gefällt. Der gefällt, weil er in jeder Phase spannend und mehrschichtig ist, ganz und gar nicht flach und dabei wunderschön trinkbar. Man spürt und schmeckt, dass hier mit sehr viel Sachverstand etwas komponiert wurde, das mehr ist als die Summe der Fässer; dass man einen Jubiläumswhisky erschaffen hat, der nicht einfach zusammengeschustert wurde, sondern ganz bewusst Perspektiven nach vorne öffnet und zeigt, dass man in der Destillerie das Handwerk versteht. Er ist kein „schmeckt wie“-Whisky, sondern eigenständig, und das mögen wir.
Der Perpetuum ist vielleicht nichts für Nostalgiker, aber sicher etwas für jene, die etwas sehr Gutes aus der Destillerie Ardbeg von heute wollen. Und daher freuen wir uns, ihm ein solches sattes „Sehr Gut“ attestieren zu können. Wenn Sie eine Flasche kriegen, dann sammeln Sie die bitte nicht, sondern machen Sie sie auf. Sie hat es sich verdient – und Sie haben es sich verdient.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!

Whiskyexperts Twitter

Unsere Partner

GaG Partnerbutton
Whiskyhaus Button
Bruichladdich 125×125
Whiskybotschaft Button
Button Kirsch Whisky
Kaspar Button
JJCorryIW Button
Mackmyra Partnerbutton
Partnerbutton Frank Bauer
St. Kilian Partnerbutton

Werbung

- Advertisement -
Big Peat Rectangle 2019

Neueste Artikel

Cocktail: Jura „Craighouse Rock“

Das zweite von vier winterlichen Cocktail-Rezepten mit Whisky - kurariert von Mario Kappes, Global Advocacy & Education Manager bei BORCO

PR: Letzte 3 Flaschen der Charity Abfüllung für Strahlemaennchen e.V. um 21 Uhr auf Youtube zu ersteigern

Die letzte Möglichkeit, an einen Blend aus 17 deutschen Brennereien zu bekommen - und dabei Gutes zu unterstützen

Fremde Federn (125): Verkostungsnotizen deutschsprachiger Blogger

Die neuesten Beiträge aus den Federn der deutschsprachigen Whiskyblogger

Whiskyfun: Angus verkostet drei Talisker

10, 18 und 15 Jahre alt sind die drei Abfüllungen aus der Verkostung von heute

PR: Single Cask Collection – ein neuer unabhängiger Abfüller für Whiskymax Import

Der unabhängige Abfüller aus Österreich wurde im Jahr 2007 gegründet

PR: Holyrood Distillery brennt speziellen Whisky nach 100 Jahre altem Rezept

Die Brennerei wird alte Gerstensorten und alte Hefe verwenden und die Fässer dann auf whiskyhammer.com versteigern

TTB-Neuheiten: Octomore 12.1, Octomore 12.2

Die beiden kommenden Octomore sind sehr ähnlich beschrieben, was Gerste, Fassauswahl und ppm- sowie Alkoholwerte betrifft

Werbung

- Advertisement -
Timorous Beastie Rectangle 2019

UNTERSTÜTZEN SIE JETZT IHRE LOKALEN HÄNDLER!

- unentgeltliche Werbung zum Support des Handels -
LimitedWhisky
X