Wegen technischer Probleme starten wir heute etwas später in den Newstag – aber jetzt ist wieder alles in Ordnung. Wir beginnen mit dem Ende der Ilsay-Odyssee von Serge Valentin. Er hat heute einen einzigen Whisky in seiner Verkostung – aber was für einen: Einen Lagavulin Distillers Edition 1979 – der erste gefinishte Lagavulin und unter Whiskysammlern eine Legende. Aber auch jene, die Whiskyflaschen auch öffnen und trinken, können vom Inhalt begeistert sein: Satte 92 Punkte bekommt diese ganz besondere Abfüllung.
Und weiter geht es mit Ralfy’s Video Reviews, die sich ja heuer nur mit Whiskys mit Altersangaben beschäftigen und No Age Statement Whiskys links liegen lassen. Diesmal bespricht Ralfy den AnCnoc 18 aus der Destillerie Knockdhu.
Er sagt, dass sein erster Eindruck des 18yo enttäuschend war, nach all den guten Gefühlen, die er den anderen Abfüllungen aus der Destillerie entgegen brachte. Aber, so Ralfy, nach einiger Zeit hat sich das geändert, und der Whisky und er sind Freunde geworden. Nicht gerade Busenfreunde, mit 83 aus 100 Punkten, aber doch solche, die sich mögen.
Warum, wieso und weshalb sehen Sie im 23minütgen Video hier oder auf Youtube.
In der Serie „Strictly limited“ (jeweils 2 Fässer, abgefüllt mit 46%) des unabhängigen Abfüllers Càrn Mòr sind vier neue Abfüllungen erschienen. In Großbritannien und Übersee waren sie laut Angaben des Abfüllers binnen 24 Stunden ausverkauft, am Kontinent sollten sie nun demnächst bei den Händlern auftauchen. Neben einem blutjungen Glentauchers gibt es zum Beispiel auch einen 16jährigen Mortlach. Hier die komplette Liste:
Wenige wissen, dass der Whisky aus der Destillerie Jura zu den meistgetrunkenen in England zählt. Bei uns spielt er am Markt eine weniger große Rolle, wird von manchen fast wie eine Art Exot betrachtet. Serge hat sich nach seiner langen Reihe von Islay-Verkostungen Jura als Epilog vorgenommen, und man findet auch hier eine Perle dabei:
Jura Whisky (43%, OB for the Jura Hotel, twist cap): 85 Punkte
Jura 18 yo 1966/1984 (46%, Cadenhead, dumpy black label): 93 Punkte
Jura 20 yo 1965/1986 (56%, OB, private bottling for Jane Prosser): 85 Punkte
Eine interessante Geschichte gibt es aus dem Land der unbegrenzten (Klage)möglichkeiten zu berichten: Der Regisseur Brett Ratner (bekannt duch X-Men) hat die Heaven Hill Destillerie in Kentucky verklagt, sie möge davon ablassen, ihn von der Lizensierung des Namens seines Hilhaven Lodge-Hauses an Diageo für deren Verwendung abzuhalten.
Der Sachverhalt ist so kompliziert, wie der Satz klingt. Der Regisseur ist der Besitzer der Hilhaven-Lodge, die in Hollywood bekannt für ihre Parties ist. Er möchte den Namen an Diageo lizensieren, denn die wollen eine Hilhaven-Bourbon machen. Diageo meint, der Konsument würde das mit der in Amerika sehr bekannten Lodge assoziieren. Heaven Hill (sie machen z.B. den Eliah Craig) meint, es klänge zu sehr nach dem Namen der eigenen Destillerie. Der Regisseur meint, er hätte die Faxen dicke und möchte den Namen zu Geld machen. Und das ist das Schlamassel, das das Gericht nun lösen soll. 🙂
The Balvenie 12yo Double Wood Single Malt, Speyside 0.7 Liter, 43% Verkoster: Klaus Doblmann Sample: Privatbesitz
Nase: Die Nase hält, was das Etikett verspricht: Dominierende Ex-Bourbon-Aromen angereichert durch Nachreifung in ehemaligen Ex-Sherryfässern. Reichhaltig und cremig, aber nicht überfordernd. Süßer Vanillepudding mit dem Geruch von glukosehaltigem Dosenfrüchtemix. Welche Früchte? Sehr schwer auseinanderzuhalten. Ebenso findet man Karamell, Orangensaft (gezuckert), Orangenschale, bittere Zitrusfruchtkerne. Leichte Eichenwürzigkeit im Hintergrund mit einem Anflug von Kreide
Gaumen: Am Gaumen ist die Nachreifung in (nassen?) ehemaligen Sherryfässern genauso eindrucksstark wie schon in der Nase. Ebenfalls macht sich die Ex-Bourbon Vanillesüße im Vordergrund bemerkbar. Eine cremige, ölige Textur, welche die Mundhöhle schön auskleidet, fast schon etwas likörartig – wohl auch den gut eingebundenen, lediglich 40% Vol. geschuldet. Wiederum sehr schwierig, einzelne Aromen auszumachen – auch hier wieder an die gezuckerten, gemischten (pürierten) Dosenfrüchte denken, dazu Honig und eine dezente Eichennote.
Finish: Voll, süß, leicht würzig mit einer lang anhaltenden Kombination aus Eiche und Malz – aber stets angenehm und keinesfalls überfordernd.
Alles in allem: Der Balvenie 12 Doublewood ist ein sehr gutes Beispiel, wie ein gelungener Einsteigermalt einer Destillerie aussehen kann. Viele andere Vertreter dieser Kategorie sind blass und einfallslos, da liegt dieser Balvenie schon eine Kategorie höher. Er ist sicher nicht der beste Malt der Welt, aber dennoch ein sehr schöner, braver, gut trinkbarer Speysider und preislich bei den aktuell teils rasant steigenden Preisen ebenfalls eine Wohltat. Er verdient sich ein sattes Sehr Gut.
Verkostet wurde die Abfüllung mit dem Flaschencode D230835 aus dem Jahre 2014.
Manchmal findet man im Keller oder in der Hausbar von Verwandten alte Flaschen von Blends, und man hat, nachdem der Besitzer vielleicht schon verstorben ist, keine Idee mehr, wie alt diese Flasche sein könnte. Und welchen Wert sie besitzen kann.
Zumindest im Fall von Haig/Dimple kann dieser Ratgeber auf Haigwhisky.com helfen: Er listet auf, an welchen Merkmalen man das ungefähre Alter einer Flasche Haig erkennen kann. Und das tut er reich illustriert und sehr übersichtlich. So hat man zumindest einen Anhaltspunkt, was sich da im Keller oder Whiskykabinett befindet…
Das Wappen von Bowmore. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Am letzten Freitag Abend machte Serge Valentin und seine Islay Odyssee Reisegruppe Halt bei der Bowmore Destillerie. Als Begleitung zu einem dortigen Dinner wurden – wie während der ganzen Odyssee – verschiedene ältere, nicht mehr so einfach erhältliche Abfüllungen verkostet. Die Kandidaten und ihre Punkte dieses Bowmornografie-Abends in der Kurzübersicht:
Bowmore 40 yo 1955 (42%, OB, decanter, 306 bottles, +/-1995) 96 Punkte
Bowmore 1955/1974 ‘For 12th September 1974’ (unknown ABV, OB) 96 Punkte
Bowmore 35 yo 1964/1999 (42.1%, OB, for Oddbins, oloroso, cask #3709, 99 bottles) 95 Punkte
Bowmore 25 yo 1964/1989 (49.9%, Duthie for Europvin Bordeaux for Japan) 90 Punkte
Bowmore 1965 (95° proof, John MacTaggart, private bottling, +/-1978) 92 Punkte
Bowmore 11 yo 1979/1990 (58.4%, Cadenhead, dumpy black label) 91 Punkte
Von Pernod Ricard Deutschland haben wir die nachfolgende Pressemitteilung zum neuen The Glenlivet Founder’s Reserve erhalten, die wir Ihnen, wie üblich, in den relevanten Teilen unverändert wiedergeben. Darin ist übrigens auch das Erscheinungsdatum der neuen Abfüllung angegeben: April 2015.
Neue Qualität manifestiert 200 Jahre alte Vision des Markengründers
Mit Founder´s Reserve erweitert The Glenlivet, der Pionier unter den Single Malt Whiskys der schottischen Speyside, seine umfangreiche Produkt-Range. Die neue Qualität vereint Herz und Seele der Marke und ist eine Hommage an die ursprüngliche Vision des Gründers George Smith: Einen zeitlosen und milden Single Malt zu kreieren. The Glenlivet Founder´s Reserve ist ab April 2015 im Lebensmitteleinzelhandel, in Cash und Carry-Märkten und im ausgewählten Fachhandel erhältlich und wird The Glenlivet 12 year old ablösen.
Der Geschmack von Founder´s Reserve ist vor allem durch die für The Glenlivet einzigartig fruchtigen Noten geprägt. Diese werden durch eine unvergleichliche Milde und angenehme Süße ergänzt, wofür der besonders hohe Anteil an amerikanischen First-Fill Fässern verantwortlich ist. Der Duft besticht durch zarte Aromen von Zitrusfrüchten, insbesondere süßer Orange. Auf der Zunge entfaltet dieser außergewöhnliche Single Malt Whisky den Geschmack von Orangenzesten und Birnen, mit einem Hauch von kandierten Äpfeln. Der Nachklang ist langanhaltend, cremig und geschmeidig.
Auch optisch hebt sich der neue Single Malt Whisky hervor. Founder´s Reserve wird in einer klaren Glasflasche präsentiert, die die verlockende hellgoldene Farbe des Whiskys zeigt. Auch das Label- und Verpackungsdesign sticht hervor: In einem frischen Georgian Blue gehalten, ist es zeitlos klassisch und zugleich modern. Sowohl Verpackung als auch Flasche zeigen das neue, hochwertige The Glenlivet Marken-Emblem: die Packhorse Bridge, welche den Fluss Livet quert.
„The Glenlivet Founder’s Reserve wird sowohl Single Malt-Einsteiger, als auch erfahrene Single Malt Fans, begeistern. Wir sind sehr stolz darauf, ein Produkt zu begrüßen, das die 200-jährige Vision von George Smith perfekt repräsentiert.“ so Benjamin Franke, Marketing Manager bei Pernod Ricard Deutschland.
Tasting Notes – The Glenlivet Founder´s Reserve
Aroma: Zarte Aromen von Zitrusfrüchten, insbesondere süßer Orange.
Geschmack: Süße, fruchtige Noten von Orangenzesten und Birnen, mit einem Hauch von kandierten Äpfeln.
Von vorgestern stammt dieses Bild von der Baustelle der Teeling Distillery in Dublin, das uns Twitter-User Sheary’s of Crumlin freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Das Ganze nimmt schon Gestalt an, vergleichen Sie es mit der Computerskizze darunter. Ob sich die Eröffnung aber bis 17. März, den St. Patricks Day, ausgehen wird, bleibt einmal abzuwarten…
Die Baustelle der Teeling Distillery. Foto: Sheary’s of Crumlin.So soll die Teeling-Distillery einmal aussehen…
Heute dreht sich bei Serge Valentin alles um Ardbeg – mit Abfüllungen, von denen unsereiner meist nur träumen kann, und einem vermutlichen Fake; denn wenn es um alte Ardbegs geht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Fake dabei ist, durchaus gegeben. Aber träumen wir einmal gemeinsam von den unten aufgelisteten Schlucken in der Verkostung und deren Wirkung auf den Gaumen von Menschen, die auf jedem Torffest dabei sein wollen (pun intended):
Ardbeg 27 yo 1972/2000 (50%, Douglas Laing, Old Malt Cask, 238 bottles): 93 Punkte
Ardbeg 28 yo 1972/2001 (50%, Douglas Laing, Old Malt Cask, 186 bottles: 93 Punkte
Ardbeg 30 yo ‘Very Old’ (40%, OB, 1963 bottled 1993): 91 Punkte
Ardbeg 1974/1983 (59%, Duthie for Samaroli, 2400 bottles, sherry): 90 Punkte
(Vermutlich gefälscht): Ardbeg 10 yo 1885 (15 under proof, Alexander McDougall & Co. for Charles R. Haig): 82 Punkte
Destillerie Ardbeg. Bildrechte bei Michael Pelzer.
Vom unabhängigen Abfüller Wemyss gibt es heute wieder eine neue Abfüllungsserie zu vermelden, die dieser Tage erscheinen wird. Die Preise dafür in England bewegen sich zwischen 60 und 130 Pfund – bei uns rechnen Sie bitte wegen des ungünstigen Wechselkurses noch einiges in Euro dazu. Alle Abfüllung sind aus einem Einzelfass, der Bunnahabhain ist in Fasstärke abgefüllt, der Rest mit 46%:
In aller Stille und ohne viel Aufhebens ist in diesen Tagen ein neuer Talisker erschienen: Der Talisker Skye. Oliver Klimek von Dramming.com hat ihn bei einem britischen Onlinehändler entdeckt. Dieser vierte No Age Statement Whisky von Talikser innerhalb von zwei Jahren wird als der „zugänglichste Talisker“ beschrieben, weicher und runder als der Talisker 10. Wann und ob er zu uns kommt, ist noch nicht zu erfahren. In England kostet er rund 40 Pfund, beim momentanen Wechselkurs ca. 50 Euro.
Die Tasting Notes in der Gliederung des Händlers und in unserer Übersetzung:
Einer der bekanntesten unabhängigen Abfüller ist Signatory. Ralfy hat von ihm heute eine Abfüllung aus der Destillerie Caol Ila im Glas, und zwar eine aus zwei Schwesterfässern, 5572+5573, mit insgesamt 729 Flaschen (46% Alkohol). 88 aus 100 Punkten erhält dieser Caol Ila bei Ralfy – wieder einmal eine gute Wertung (was ja weder bei Caol Ila noch Signatory eine besondere Überraschung ist). 23 Minuten mit jeder Menge Infos – viel Vergnügen damit hier oder auf Youtube.
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