Mit Glenfiddich hat der Single Malt Boom eigentlich so richtig begonnen. Aber man hat dennoch oft den Eindruck, dass Single Malt Liebhaber mit der Marke nicht so richtig warm werden. Liegt es daran, dass Glenfiddich für viele der Einsteigermalt war? Dass der Destillerie der Ruch der Massenproduktion anhaftet? Oder dass es von ihm nur sehr wenige unabhängige Abfüllungen gibt? Wir können es nicht wirklich sagen. Was wir aber sagen können: Glenfiddich scheint entschlossen, diesem Image entgegenzuwirken – und dankenswerterweise nicht mit PR-Hype, sondern mit Information.
Auf der Website von Glenfiddich sind nun sechs Verkostungsvideos mit ihrem Malt Master Brian Kinsman online gestellt worden, in dem die gängigsten Abfüllungen etwas näher beschrieben werden. Brian beleuchtet darin kurz die besondere Charakteristik jedes Whiskys. Die Videos sind gut gemacht und sollten auch mit durchschnittlichen Englischkenntnissen verständlich sein.
Heute sehen wir uns mal die Maischbottiche in der Lowlands Destillerie Auchentoshan an. Im Mash tun, dem Maischbottich, wird die geschrotete Gerste mit heißem Wasser vermengt. Jetzt beginnt das Maischen, bei dem die Stärke durch Enzyme in Malzzucker (Maltose) umgewandelt wird. Ziel des gesamten Prozesses ist es, alle vergärbaren Zucker zu extrahieren und im gleichen Arbeitsgang die Würze zu reinigen. Durch den perforierten Boden wird die zuckerreiche Flüssigkeit von den verbliebenen Feststoffen abgetrennt und gesammelt. Nach dem Abkühlen wird die entstandene Würze in den Gärtank (washback) gepumpt, wo sie mit Hefe versetzt wird, welche die Zucker zu Alkohol und Kohlendioxid vergärt. Eigentlich geht das so wie beim Bierbrauen, allerdings ist das Resultat bei der Whiskyherstellung nicht keimarm. Die nach der Vergärung entstandene Maische – wash oder auch beer genannt – hat einen Alkoholgehalt von fünf bis acht Volumenprozent und ist das Ausgangsprodukt für das Brennen.
Mash tuns in Auchentoshan. Bild von Nicor, GNU-Lizenz
Glen Garioch hat seine Website einem Relaunch unterzogen, der, so meinen wir, recht gelungen ist. Hat man bislang den Internetauftritt der Highlands-Destillerie eher vernachlässigt, so finden sich jetzt dort – schön aufgemacht – viele Informationen zur Destillerie und zu den Produkten. Durchaus einen Besuch wert…
Der vom der Wemyss-Familie, bekannt als unabhängige Abfüller, geplante Umbau eines alten Bauernhofes in eine Malt Whisky Destillerie (wir berichteten) kann nun beginnen. Die Baugenehmigung wurde erteilt, auf Facebook wurden schon die ersten Spatenstiche dokumentiert.
Im nächsten Sommer soll die Single Malt Whisky Brennerei und das Besucherzentrum nahe Fife fertiggestellt sein. Der Sitz der Familie Wemyss ist Wemyss Castle in Fife, in dem sie seit dem 14. Jahrhundert lebt.
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Ein kurzes und knappes Vertikal-Tasting der Speyside Destillerie Dailuaine mittels dreier unabhängigen Abfüllungen präsentiert Serge Valentin heute morgen auf Whiskyfun. The Whisky Barrel und Chieftain’s können sich über eine positvie Bewertung freuen, die Abfüllung von Silver Seal fällt leicht ab.
Dailuaine 12 yo 2000/2012 (56.2%, Silver Seal, sherry cask, cask #9201, 348 bottles) 79 Punkte
Dailuaine 20 yo 1992/2013 (54.1%, The Whisky Barrel, Burns Malt, bourbon barrel, cask #3127) 87 Punkte
Dailuaine 30 yo 1982/2013 (52%, Chieftain’s, hogshead, cask #3893, 282 bottles) 85 Punkte
Normalerweise bekommt man spezielle Feis Ile Abfüllungen nur direkt bei den Destillerien oder aber über dunkle Kanäle. Bowmore gibt aber nun drei Whiskybegeisterten die Möglichkeit, die diesjährige Abfüllung entweder auf ihrer Website oder Facebookseite zu gewinnen. Wir wünschen jedenfalls viel Glück.
Vier Kilometer nördlich der Destillerie Ardbeg findet man Loch Uigeadail, den Namensgeber für die Ardbeg Abfüllung. Aus dem nur 500×300 Meter großen See entspringen einige Bäche – einer davon dient Ardbeg als Wasserquelle für einen Teil des Wasserbedarfs. Der See ist bei Forellenfischern sehr beliebt.
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Aus der gleichen Brennerei, im gleichen Jahr destilliert und auch abgefüllt, doch unterschiedlich wie Tag und Nacht, wenigstens im Aussehen. Zwei Aultmores stellt Serge Valentin heute bei Whiskyfun vor und beide können überzeugen.
Aultmore 22 yo 1990 ‘Attraction’ (52.9%, McNeill’s Choice, refill hogshead, +/-2013) 82 Punkte
Aultmore 1990 (57.9%, Jack Wiebers, Brass & Mining Collection, +/-2013) 87 Punkte
Die Brennerei Teaninich wurde im Jahre 1817 von Hugh Munro mit zwei Brennblasen errichtet. In den 1850er Jahren wurde sie von Robert Pattison gepachtet und ging 1898 in den Besitz von Munro & Cameron über. 1904 wurde sie von Robert Innes Cameron und 1934 von Scottish Malt Distillers (SMD) übernommen. 1962 wurde ein zweites Paar Brennblasen installiert. Ein neues Brenngebäude mit drei paar Brennblasen wurde 1972 hinzugefügt, welches als Side Abezeichnet wurde. Dieses und das alte Brenngebäude (Side B) produzierten bis 1984 parallel, trotz einer Modernisierung 1974 wurde Side B dann jedoch geschlossen und 1999 abgerissen. 1985 kam es zur vorübergehenden vollständigen Schließung der Brennerei. Ab dem Jahre 1992 wurde der Betrieb auf Side A wiederaufgenommen.
Teaninich bezieht sein Wasser von den Dairywell-Quellen. Die Brennerei nutzt je drei Wash Stills und Spirit Stills. Die maximale Produktionskapazität beträgt 26.800 hl Alkohol pro Jahr,
Der in Teaninich produzierte Whisky wurde und wird zum Großteil in Blends, beispielsweise als eine der Hauptkomponenten von Johnnie Walker, eingesetzt. Die erste Single-Malt-Abfüllung kam erst 1992 mit 10-jähriger Reifung auf den Markt.
Gestern haben wir Ihnen eine Fasslieferung zur Destillerie Arran gezeigt, die zukünftige Whiskys aufnehmen wird. Heute zeigen wir Ihnen ein Bild einer Fasslieferung on die Speyside BenRiach – die in den Fässern gelagerten Whiskys dürften zum Großteil bereits in Flaschen abgefüllt sein…
Die Brennerei wurde 1824 von Sir Alexander Ramsay gegründet und erhielt als zweite die offizielle Brennlizenz (die erste ging an Glenlivet). Es folgte eine Vielzahl von Besitzerwechseln. Unter den Besitzern war zeitweilig auch der ältere Bruder Sir Thomas Gladstone des damaligen britischen Premierminister William Ewart Gladstone. Nach einem Brand wurde die Brennerei zwischen 1887 und 1890 fast komplett neu aufgebaut. 1960 wurden die eigenen Malzböden geschlossen und 1966 die Anzahl der Brennblasen von zwei auf vier erhöht. Seit 1973 gehört die Destillerie zu Whyte & Mackay, welche 2007 für 595 Millionen £ von United Spirits Limited, einer Tochter der indischen The UB Group gekauft wurden.
Das Wasser der zur Region Highlands/Eastern Highlands gehörenden Brennerei stammt aus zwei Quellen in den Cairngorms. Die Destillerie besitzt einen Maischbottich (4,6 t), acht Gärbottiche (je 26.000 l) aus Douglasienholz, zwei wash stills (je 13.000 l) und zwei spirit stills (13.500 l und 11.500 l).
Fettercairn Destillerie, Foto von Stanley Howe, CC-Lizenz
In unserer regelmäßigen Rubriken “Whiskys des Monats” stellen wir, sehr subjektiv gesehen natürlich, Whiskys für Einsteiger und Kenner vor. Hier unsere Empfehlungen für Juni:
Whisky für Einsteiger: Glenfarclas 15 Jahre
Die Speyside-Destillerie, 1836 von Robert Hay gegründet und 1865 an John Grant verkauft, ist einer der wenigen Whisky-Brennereien, die sich noch immer im Familienbesitz befindet. Ihr Whisky lagert fast ausschließlich in Sherry-Fässern. Daraus kreiert Glenfarclas ein sehr breites Spektrum von Standardabfüllungen, angefangen mit dem Glenfarclas 10 Jahre über den Glenfarclas 105 (der stärkste Single Malt, der als Destillerie-Abfüllung erhältlich ist) bis zum 40jährigen. Daneben gibt es u.a. noch die „The Family Cask“ Serie, Jahrgangsabfüllungen beginnend mit dem Jahr 1952.
Aus diesem umfangreichen Angebot haben wir den Glenfarclas 15 Jahre ausgewählt, weil er einen hervorragenden Einstieg in die besonderen Glenfarclas-Abfüllungen zu einem sehr attraktiven Preis (ca. 40 €) ermöglicht. Er lagerte ausschließlich in Oloroso Sherry-Fässern, in der Nase finden wir deshalb natürlich deutliche Sherry-Noten, gepaart mit Süße und Frucht, und einem sehr leichten Anflug von Rauch. Diese Geschmacksnoten präsentieren sich auch in einem ausgewogenen Verhältnis am Gaumen wieder, danach genießen wir den langen Abgang.
Whisky für Kenner: Glen Farclas 20yo Plain Oak Potstill Edition Wer einmal einen etwas anderen Glenfarclas probieren will, der sollte sich nach dem Glen Farclas 20yo Plain Oak Potstill Edition umsehen. Dieser ist in einem Eichenfass gereift, komplett ohne Sherry. Damit ist er oberflächlich betrachtet kein typischer Glenfarclas. Und doch: Dadurch, dass in ihm der Spirit stärker als bei allen anderen Abfüllungen zur Geltung kommt, ist er vielleicht der typischste aller Glenfarclas, was den Charakter des Destillats angeht. Und als solcher schmeckt er sehr interessant, sehr ausgereift und rund. Gerade 276 Flaschen wurden aus dem Fass 130 abgefüllt, einige davon sind für Interessenten noch um 146 Euro im Potstill erhältlich. Und der Vollständigkeit halber: Wir stehen mit dem Potstilll in keiner geschäftlichen Verbindung, es sei denn als ganz normaler Kunde.
Unser heutiges Bild zeigt die Ankunft neuer Bourbon-Fässer für die Destillerie Arran. Kann gut sein, dass Sie diese in Ihren Arran-Flaschen des Jahres 2021 oder später wiederfinden werden…