The Balvenie 12yo Double Wood
Single Malt, Speyside
0.7 Liter, 43%
Verkoster: Klaus Doblmann
Sample: Privatbesitz

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Nase: Die Nase hält, was das Etikett verspricht: Dominierende Ex-Bourbon-Aromen angereichert durch Nachreifung in ehemaligen Ex-Sherryfässern. Reichhaltig und cremig, aber nicht überfordernd. Süßer Vanillepudding mit dem Geruch von glukosehaltigem Dosenfrüchtemix. Welche Früchte? Sehr schwer auseinanderzuhalten. Ebenso findet man Karamell, Orangensaft (gezuckert), Orangenschale, bittere Zitrusfruchtkerne. Leichte Eichenwürzigkeit im Hintergrund mit einem Anflug von Kreide

Gaumen: Am Gaumen ist die Nachreifung in (nassen?) ehemaligen Sherryfässern genauso eindrucksstark wie schon in der Nase. Ebenfalls macht sich die Ex-Bourbon Vanillesüße im Vordergrund bemerkbar. Eine cremige, ölige Textur, welche die Mundhöhle schön auskleidet, fast schon etwas likörartig – wohl auch den gut eingebundenen, lediglich 40% Vol. geschuldet. Wiederum sehr schwierig, einzelne Aromen auszumachen – auch hier wieder an die gezuckerten, gemischten (pürierten) Dosenfrüchte denken, dazu Honig und eine dezente Eichennote.

Finish: Voll, süß, leicht würzig mit einer lang anhaltenden Kombination aus Eiche und Malz – aber stets angenehm und keinesfalls überfordernd.

Alles in allem: Der Balvenie 12 Doublewood ist ein sehr gutes Beispiel, wie ein gelungener Einsteigermalt einer Destillerie aussehen kann. Viele andere Vertreter dieser Kategorie sind blass und einfallslos, da liegt dieser Balvenie schon eine Kategorie höher. Er ist sicher nicht der beste Malt der Welt, aber dennoch ein sehr schöner, braver, gut trinkbarer Speysider und preislich bei den aktuell teils rasant steigenden Preisen ebenfalls eine Wohltat. Er verdient sich ein sattes Sehr Gut.

Verkostet wurde die Abfüllung mit dem Flaschencode D230835 aus dem Jahre 2014.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!