Persuitist: Ein Besuch bei Kavalan

Die Leute von Persuitist hatten die Gelegenheit, in Taiwan die inzwischen auch bei uns gut bekannte Destillerie Kavalan zu besuchen – und von dort haben sie einen Artikel mit einigen Eindrücken und Fotos mitgebracht, so zum Beispiel vom Stillhouse oder vom Fasslager. Für uns, die wir doch eine ziemlich weite Anreise haben, eine gute Gelegenheit, die Destillerie durch die Augen anderer etwas kennen zu lernen…

kavalan

Angus Dundee Distillers (Glencadam, Tomintoul) mit weniger Gewinn

Auch Angus Dundee Distillers, denen die Destillerien Glencadam und Tomintoul gehören, können sich dem momentanen Trend in der schottischen Whiskyindustrie nicht widersetzen und berichten für das Finanzjahr bis 30. Juni 2014 gefallene Umsätze und Profite, vor allem wegen der Entwicklung in Asien. Der Einbruch beim Profit beträgt dabei 12.7%, berichtet The Courier.

Trotz dieser Entwicklung hat das Unternehmen seinen Mitarbeiterstand ausgebaut – von 102 auf 114, sechs Personen in der Verwaltung, sechs in der Produktion. Man scheint den Gewinnrückgang dort generell eher abwartend zu betrachten, denn laut dem Bericht sind keine Pläne bekannt, wie Angus Dundee Distillers auf die Situation reagieren möchte. Man werde allenfalls in die weitere Modernisierung der Produktion investieren.

Glencadam Destillerie, Foto von TB, CC-Lizenz
Glencadam Destillerie, Foto von TB, CC-Lizenz

Neu von Glendalough: Double Barrel Single Grain (mit Tasting Notes)

Der deutsche Importeur irish-whiskeys.de informiert uns über einen neuen irischen Whiskey, der am 16. Januar auf dem Markt erscheinen wird.

Der neue Glendalough Double Barrel Single Grain ist, wie der Name schon sagt, aus zwei Fasstypen komponiert, nämlich sowohl aus Bourbon- als auch aus Sherryfässern. Abgefüllt wird er mit 42% und soll knapp 37 Euro kosten (0.7l). Wie üblich gilt bei Glendalough, dass der Whiskey noch nicht aus der eigenen Destillerie stammt (die ist noch zu jung dafür), sondern zugekauft und dann, nach dem Vatting, unter dem eigenen Namen verkauft wird.

Hier die offiziellen Tasting Notes:

Aroma: kräftig mit dunklen Früchten, Kirschen, Rosinen, Zitronengras, etwas Muskat

Geschmack: süß und cremig, Karamelbonbon, Honig und Pfefferkorn, Süße des Bourbonfass, danach trockene Früchte, brauner Zucker

Nachklang: langanhaltend mit Ingwernoten und Mandeln

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The Scotsman besucht Bowmore

Fiona Laing von The Scotsman beschreibt heute in ihrer Reisekolumne einen Besuch auf Islay, bei der Destillerie Bowmore – das richtige Lesefutter für alle, die dem winterlichen Alltag daheim entfliehen möchten. Sie konnte einen Tag lang die  Entstehung des Whiskys bei Bowmore verfolgen, inklusive einem Besuch auf den Torffeldern und bei der Wasserquelle – man bekommt richtig Lust, auch selbst wieder nach Islay zu reisen…

Bowmore - Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner. Alle Rechte vorbehalten
Bowmore – Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner. Alle Rechte vorbehalten

Wir verkosten: Best Dram Auchentoshan 22 Jahre

 

Mike Müller und Michel Reick, die beiden Köpfe und Nasen hinter dem unabhängigen Abfüller “Best Dram“, präsentieren weitere Bottlings. Unter diesen befindet sich erneut ein älterer Auchentoshan. Schon der erste wusste sehr zu gefallen.

Von ihren aktuellen Abfüllungen stellten sie uns dieses Sample zur Verfügung – es wurde von unserem Redakteur Dirk Piesczek verkostet.

Auchentoshan-22-Jahre-Best-Dram

Best Dram
Auchentoshan 22 Jahre
50,7 % Vol., Refill Bourbon Cask, ohne Kühlfilterung und Farbstoff

Nase: Holzwürze, umspielt von deutlichen Getreidenoten, dazu frische grüne Äpfel und dahinter ein wenig Sauerbrotteig. Das alles ist recht mild und schön miteinander verwoben.

Gaumen: Sehr ölig und wunderbar komplex. Dezente Süße, deutliche Würze und Getreidenoten.

Finish: Lang und wärmend, mit einer getreidigen Frische.

Alles in allem: Erneut ein klasse Auchentoshan aus dem Hause Best Dram. Äußerst gut trinkbar, bietet er sich vielleicht als Aperitif an.

Whisky im Bild: Erster Spirit aus Bunnahabhain im Jahr 2015

Frisch aus der Destillerie Bunnahabhain kommt dieses Bild: Der erste New Make, der im Jahr 2015 im Spirit Safe angekommen ist. Was hier jetzt durchläuft, wird frühestens in drei Jahren, also 2018, als Whisky verkauft werden können (und falls, dann wohl nur in Blends) – im offiziellen Bunnahabhain 12yo zum Beispiel werden wir ihn ohnehin erst 2027 finden können. Bis dahin darf er an einem schönen Platz auf einer schönen Insel ruhen und sich aus den Fässern all das holen, was ihn dann gemeinsam mit dem eigenen Charakter so besonders macht…

Bild: Destillerie Bunnahabhain
Bild: Destillerie Bunnahabhain

Kennet Pans: Uralte Destillerieruine wird wiederbelebt

Viel ist nicht mehr übrig von der Kennet Pans Distillery – gerade mal überwucherte Mauern. An den Ufern des River Forth bei der Clackmannanshire Bridge ragen sie in den Himmel und zeugen von einer glorreichen Vergangenheit, die vor 200 Jahren ein jähes Ende fand, als die Destillerie nach Streitigkeiten in der Eignerfamilie bankrott ging. Dabei war sie die größte ihrer Zeit, und die Geburtshelferin von Marken wie Haigs und Jameson. Die erste schottische Bahnlinie führte zu ihr, die erste Dampfmaschine von Watts stand in ihr.

Jetzt will eine Initiative den weiteren Verfall der ersten industriellen Destillerie stoppen – mit vorerst 60.000 Pfund soll das Mauerwerk stabilisiert werden, berichtet The Scotsman. Historic Scotland wird das Projekt unterstützen, und letztlich soll die wuchernde Vegetation entfernt, die einsturzgefährdeten Teile gesichert und Infotafeln aufgestellt werden. So wird Kennet Pans zwar kein großer Tourismusmagnet werden, meinen die Initiatoren, aber ein Stück industrielles und kulturelles Erbe Schottlands wird vor dem Verschwinden bewahrt.

Und wer weiß, vielleicht werden 2017, nach der Beendigung der Maßnahmen, Whiskyfreunde aus aller Welt dennoch an die Stätte pilgern, an der die Massenproduktion von Whisky und damit dessen weltweiter Siegeszug begann…

Die Ruinen von Kenneth Pana. Copyright Richard Webb. Verwendung unter der Creative Commons Licence.
Die Ruinen von Kennet Pans. Copyright Richard Webb. Verwendung unter der Creative Commons Licence.

Neu von Douglas Laing: Rock Oyster Vatted Malt

Von Douglas Laing gibt es wieder einen neuen Vatted Malt zu vermelden: Rock Oyster, ein Small Batch Release mit Whiskys von den Inseln Jura, Islay, Arran und Orkney. Rock Oyster wird mit 46.8% abgefüllt, ist nicht gefärbt und nicht kältefiltriert und schmeckt nach Rauch, Torf, Meersalz, Honig und Pfeffer.

Bei der Gestaltung setzt Douglas Laing wieder einmal auf einen peppigen Retro Look, so wie schon bei Timorous Beastie und Scallywag…

rock oyster logo

rock oyster

Eye for Spirits: Kirschblüte – Die Geschichte des japanischen Whiskys Teil 3

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Bild: Whisky Magazine Japan
Bild: Whisky Magazine Japan

Auf Eye for Spirits geht es heute im dritten Teil weiter mit Japan und seinem Whisky. Heute werden die Besonderheiten des japanischen Klimas näher beleuchtet. Dem schottischen teilweise nicht unähnlich, befindet sich manche japanische Brennerei in wärmeren Gefilden, was auf die Fassreifung einen deutlichen Einfluss hat.

Auch beim für den Fassbau verwendeten Holz gibt es Unterschiede. So findet die heimische Eichenart Mizunara im Herstellungsprozess japanischen Whiskys oft Verwendung. Das Resultat sind Whiskys mit deutlichen Kokos-Aromen, welche sich auch in einer chemischen Analyse nachweisen lassen.

Ian Macleod Distillers: 2 neue Isle of Skye Blends (18 und 21 Jahre)

Ian Macleod Distillers, die Besitzer von Tamdhu und Glengoyne und Marken wie Smokehead oder Chieftains, haben eine Erweiterung der Range ihres Isle of Skye Blends angekündigt. Zu den 9-, 12- und 50jährigen Abfüllungen kommen jetzt laut der Website auch eine Abfüllung mit 18 und eine mit 21 Jahren, jeweils mit 40% Alkohol dazu (dort auf der Website gibt es auch eine Geschmacksbeschreibung für beide).

Der Isle of Skye Blend ist eine Mischung aus Whiskys von der gleichnamigen Insel und Speyside Malts. Sie kosten in England 85 und 120 Pfund und können bei Harrods oder über den Online-Shop bezogen werden.

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Wir verkosten: Aberlour-Glenlivet 19y, 52,6%, Cadenhead

Die Authentic Collection des Hauses Cadenhead zielt darauf ab, den natürlichen und gänzlich unverfälschten Charakter einzelner Fasswhiskys zu präsentieren. Ohne Filtration und Farbstoffzugabe abzufüllen wird in der Branche Gott sei Dank zur immer gängigeren Handhabe, für die 1842 gegründete Unternehmung mit Sitz in Campbeltown ist dies zweifelsohne keine Novität.

„Distilled at Aberlour-Glenlivet“ prangt auf dem Flaschenetikett, fast wehmütig die Erinnerungen an Drams längst vergangener Zeiten, als Destillerien noch den Beinamen „Glenlivet“ verwendeten, um sich mit Federn des Weltruhms zu schmücken. Für neunzehn Jahre gereift, liest man weiters, ebenso den sportlichen Alkoholgehalt von über 52% – die Speichelproduktion auf Hochtouren, erstes Zungen-Aquaplaning. Doch wir wollen nicht voreilig sein und halten einmal dezent Nase und Lippen ins Glas.

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Verkoster: Reinhard Pohorec
Sample von Cadenhead Austria

Nase: spicy, sehr prononciert würziges Opening, kandierter Ingwer, Kardamomkapseln und etwas Koriandersamen, ölig nussige Anmutung nebst frischer rötlicher Apfelfrucht, auch Marille ist da, zuerst unmittelbar, direkt herbschalig und dann aber auch marmeladig, fast wie ein sämiger Marillenröster. Haselnüsse sind es, auch Paranüsse, Buttertoffee, Blockmalz und ein äußerst dezenter Hauch von Rauch, der allerdings nur kurz „Hallo“ winkt und wieder der vollen, süßlich wirkenden Speyside Stilistik Platz macht. Honig gesellt sich dazu, auch die Vanilleschote aber in einer sehr stängelig rohen Variante.

Gaumen: hat man sich vielleicht etwas liebliche Charakteristika von der Nase herleiten mögen, so überrascht der erste Schluck mit nahezu salzig, mineralischem Fokus. Dicht und konzentriert kommt der Malt auf die Zunge. Wiederum eine prickelnd-animierende Würze, schwarzer Pfeffer, auch der Ingwer kommt wieder durch, hier jedoch in aller Frische, grünlich grasig, ja sogar Zitronengras. Tropische Früchte, auch Avocado kommt dazu. Herbschalige Erinnerungen fast an Quitte und etwas Williams. Gerbstoffe, die von Wein herzurühren scheinen. Trotz des doch stattlichen Alkohols ist Wasserzugabe eine Option aber sicher kein Muss, die Entwicklung zu verfolgen ein spannendes Asset.

Finish: der mittelkräftige Körper zieht sich ins gut ausgebaute Finish. Nicht die kolossale Länge eines hochkomplexen Whiskys aber mit Präzision und durchaus auch Kraft. Der Alkohol ist präsent und lange wärmend aber nicht dominierend. Auch die crispe Schärfe bleibt erhalten, macht noch einmal einer herben Süße Platz, Brioche, Kokosraspel und karamellisierte Cox-Orange Äpfel. Überreife Banane mit Vanille, Buttertoast und Lakritz.

Alles in allem: ein imposanter Whisky, der einen gelungenen Mix aus Frische, Trinkfreude und Üppigkeit zeigt. Es ist eine harmonische Interaktion von der Würze und dem mundfüllenden Schmelz, der den Whisky lange am Gaumen und in Erinnerung hält. Als finales Element fallen Süße und Gerbstoff auf die Habenseite – nichts ist dominant, störend oder offensiv. Ein sehr gelungener Dram präsentiert sich im Glas, insgesamt in einer sehr gelbfruchtig, cremig und vollmundigen Stilistik, die von einer Herbe und zupackender Konzentration gestützt wird.

Zum Schmunzeln: Wonach schmeckt Oban? (Video)

Nick Offerman setzt seine Serie von Videos über die Malts von Diageo fort – diesmal beschäftigt er sich mit dem Single Malt von Oban – und wonach er schmeckt. Sie können Nick beim Verkosten der einzelnen Geschmackskomponenten zusehen – und sich über die witzige Idee hinter dem Video freuen. Viel Spaß damit – wir haben jedenfalls beim Video sehr grinsen müssen:

Ralfy’s Video Review #513: Tamnavulin 21yo, 48.2% (TSMOS)

In seinem neuesten Video verkostet Ralfy einen eher ungewöhnlichen Whisky: den 21jährigen Tamnavulin von The Single Malts of Scotland (eine Eigenmarke eines englischen Händlers). Tamnnavulin bekommt man hauptsächlich von unabhängigen Abfüllern (Ralfy meint zwar, es gäbe keine offiziellen Bottlings, aber das stimmt nur bis zurück ins Jahr 2005, damals gab es einen Zwölfjährigen, davor einige andere) – der Besprochene stammt aus dem Vorjahr und ist mit einigem Suchen auch in Deutschland erhätlich (ca. 85 Euro – ein recht guter Preis für die Altersklasse).

Wie bewertet nun Ralfy den Whisky? 84 aus 100 Punkten ist sein Urteil – und wie er es begründet, ist im Video auf Youtube oder hier zu sehen:

Eye for Spirits: Kirschblüte – Die Geschichte des japanischen Whiskys

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Bild: Whisky Magazine Japan
Bild: Whisky Magazine Japan

Und wieder geht es weiter mit Japan und seinem Whisky. Eye for Spirits fasst die Geschichte des japanischen Whiskys und zwei Teile kurz zusammen. Der erste Teil beginnt vor dem Bau der ersten Whisky-Brennerei in Japan. Mitte des 19. Jahrhunderts begann Japan sich langsam gegenüber der restlichen Welt und auch ihren Produkten zu öffnen. So gelang z.B. amerikanischer Whiskey als Geschenk für die japanische Kaiserfamilie auf die ostasiatische Insel. Und auch die Zahlen am Ende des zweiten Teils sind recht interessant. Japanischer Whisky wird hauptsächlich in Japan getrunken, nur ein Bruchteil gelangt in den Export. Und wenn in Japan Whisky getrunken wird, kommt er zu 80 % aus dem eigenen Land. Bei allen Veränderungen, die Japan im letzten Jahrhundert erlebte, sind ein großer Teil der Eigenheiten und Besonderheiten dieses Inselstaates bewahrt worden.