Ein etwas seltsamer Titel, zugegeben – aber er hat seine Berechtigung. In der Verkostung von Serge Valentin von heute geht es (bis auf eine Ausnahme) um unabhängige Abfüllungen rauchiger Whiskys, die keinen Destillerienamen tragen, weil es die Abfüllverträge nicht erlauben. Und offiziell weiß auch niemand, welcher rauchige Whisky in der Flasche ist. Es gibt Vermutungen, Gerüchte – und inoffizielle Statements, die unter vorgehaltener Hand von Abfüllern, Importeuren und Händlern erzählt werden. Manchmal sind sie wirklich nur Gerüchte, manchmal aber (je näher am Ursprung man sie abgreifen kann) stimmen sie auch.
Genug aus dem Nähkästchen geplaudert. Hier sind die keine Lagavulins, die Serge heute verkostet hat 🙂
750 Euro pro Glas Dalmore Constellation 1978, 30.000 Euro die Flasche Dalmore Constellation 1968 – das sind beides keine Whiskys, die man mal so im Vorbeigehen verkostet. Da muss einem schon Master Blender Richard Paterson von Dalmore (oder auch Brand Manager Paul Willims) begegnen und fragen, ob man nicht mal kosten will.
Nein, uns ist das leider nicht passiert, aber dem Blogger, der Malt Review, eine englischsprachige Whisky-Site, betreibt. Und weil das so eine Seltenheit ist, ist es uns zum Auftakt des Septembers auch einen eigenen Artikel wert.
Jedenfalls konnte der gute Mann neben dem King Alexander und dem Dalmore 15yo bei einem Event auch den Dalmore Constellation 1978 sowie den Dalmore Constellation 1968 verkosten. Der persönliche Favorit des Abends war der 1978, denn seine Textur und seine Vielschichtigkeit soll fantastisch gewesen sein.
Und falls Sie sich jemals gefragt haben, ob so teure Whiskys ihr Geld wert sind (wer nicht?), zitieren wir hier für Sie Richard Paterson: Wir leben nicht in einem Zeitalter der Millionäre, sondern der Milliardäre. Diese hat sich Dalmore mit der Constellation-Serie als Zielgruppe ausgesucht – und dort verschiebt sich zwar (hoffentlich) nicht die Skala der Werte, wohl aber die der Wertigkeiten.
So kann man diese Frage letztlich nur jeweils für sich beantworten: Sind so teure Whiskys MIR ihr Geld wert? Denn letztlich definiert nicht das Objekt den Wert, sondern nur man selbst…
Auch in diesem Monat stellen wir Ihnen wieder einen Whisky vor, dem wir wünschen, dass ihm ein wenig mehr Beachtung geschenkt wird – und wie immer sehr subjektiv.Wir bleiben nach dem Benriach 10yo im Juli und dem Aultmore 12yo im letzten Monat weiterhin in der Speyside. Unser Whisky des Monats September ist der Longmorn 16 yo.
Recht spät im 19. Jahrhundert, im Jahre 1894, gründete John Duff gemeinsam mit Charles Shirres und George Thomas die Destillerie Longmorn. John Duff gründete fast 20 Jahre mit Partnern zuvor schon die Brennerei Glenlossie, konzentrierte seine Arbeit aber ganz auf das neue Projekt Longmorn und löste seine Verbindung zu Glenlossie. Wenig später ging Longmorn in den Besitz des Nachbarn Benriach über. In den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, nach dem Zusammenschluss 1970 mit Glenlivet und Glengrant, wurden die Brennblasen auf acht verdoppelt und die Brennerei umfassend renoviert. Die kanadische Firma Seagram übernahm 1977 dann Longmorn, seit 2001 ist die Destillerie nun im Besitz von Pernod Ricard. Für eine schottische Brennerei blickt Longmorn auf eine wenig abwechslungsreiche Geschichte zurück, dazu passt auch, dass es in ihrer Historie nie zu einer zeitweisen Schließung kam.
Longmorn Distillery, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz
Seagram brachte 1986 eine 15-jährige Brennerei-Abfüllung auf den Markt. Auch wenn der Eigentümer sich nicht besonders intensiv um die Vermarktung dieses Whiskys kümmerte, war er in der Fachwelt wegen seiner äußerst hohen Qualität hoch angesehen. Jim Murray zählte ihn in seiner vor-biblischen Zeit zu den „Zehn besten Whiskys der Welt“. Und Walter Schobert erklärte in seinem „Whiskylexikon“ nach dem Übergang von Longmorn in den Besitz von Pernod Ricard eine mögliche Einstellung dieses 15-jährigen zum Verbrechen, einem der, seiner Meinung nach, komplexesten und größten Whiskys Schottlands. Pernod Ricard tat dies trotzdem.
Jahre später brachten sie dann den noch immer so erhältlichen Longmorn 16 yo auf den Markt, ein Jahr älter als sein Vorgänger und mit kräftigeren 48 Vol. % abgefüllt. Die bauchige Flasche mit Metall-Banderole und Leder umfassten Fuß kommt in einer schlichten, aber akzentuierten Eleganz daher, ebenso schlicht und elegant ist die Umverpackung mit ihrem Magnetverschluss. In Zeiten der teilweise recht bunten und äußerst aufwändigen Designs von Flasche, Umverpackung und auch Namensgebung erscheint der Longmorn 16 yo ein wenig wie ein Mauerblümchen, das erst auf den zweiten Blick auffällt, dann aber zu faszinieren vermag. Nicht verwunderlich, finden wir ähnliches auch beim Whisky wieder. Wohl fast ausschließlich in Ex-Bourbonfässern gereift, tritt uns der Longmorn 16 yo ohne ein möglicherweise überdeckendes Finish oder übergroßen Fasseinfluss entgegen. In der Nase finden wir fruchtige Aromen, welche sich mit Noten aus der Welt der kräftigeren Gewürze zu einem komplexen Bouquet vermengen. Am Gaumen leicht trocken, mit weniger Frucht, mehr Würze, und weiterhin komplex, im Finish dann lang anhaltend und deutlich nachhallend mit seiner Würzigkeit.
Der Whisky aus der Brennerei Longmorn ist einer der Hauptbestandteile des sich ebenfalls im Besitz von Pernod Ricard befindenden Blends Chivas Regal. Und auch unabhängige Abfüller schätzen die Whiskys von Longmorn und greifen hier gerne zu. In unserem Verkostungsarchiv finden sich ein Longmorn aus der Duncan Taylor Octave Serie und ein 21-jähriger aus dem Hause Best Dram – beide mit einem „Sehr Gut“ von uns bewertet, und nur zwei von vielen unabhängigen Longmorns.
Auch wenn die Verkäufe des „normalen“ Whiskys weltweit eher stagnieren als steigen, gilt das nicht für die Preise bei seltenem und alten Whisky, wie ein Artikel in Yahoo Finance nun berichtet. Da geht es nach oben – und zwar ganz gewaltig: Mehr als ein Drittel (!) haben die Preise für Sammlerwhisky im letzten Halbjahr angezogen.
Und auch die Nachfrage nach seltenen Abfüllungen ist stetig am Steigen: 20.638 Flaschen wurden im ersten Halbjahr in Auktionen verkauft, mehr als 35% mehr als im Vergleichszeitraum. Besonders gefragt waren Brora, Dalmore und Port Ellen.
Das ist aber nichts im Vergleich zu japanischem Whisky: Hier sind die Preise für Karuizawa-Whiskys im Halbjahr um 66% angezogen.
Die größte persönliche Wertsteigerung aber, finden zumindest wir, hat seltener Whisky, wenn er getrunken wird. In diesem Sinne: Slainté!
Von seinem Schottland-Urlaub hat uns unser Leser Karl Wolffhardt Bilder aus einigen Destillerien mitgebracht. Diesmal möchten wir Sie mit drei Fotos in die Whiskybrennerei Inchgower entführen. Inchgower ist bei Buckie, Banffshire, in der Speyside gelegen. Sie gehört heute Diageo – und sie zählt sicher zu den unbekannteren Destillerien.
Das hat seinen Grund: Von dem, was Inchgower produziert, kommt nur ca. 1% als Single Malt auf den Markt. Der Rest wandert in Blends wie Bell’s, White Horse und Johnnie Walker. Und da steht selten drauf, was im Detail drin ist.
Der C2C (Consumer to Consumer) Spirits Cup ist ein Spirituosenwettbewerb, in dem die Meinung des Verbrauchers im Fokus steht. Im Gegensatz zu allen anderen Spirituosen-Wettbewerben, von denen es weltweit eine stetig wachsende Anzahl gibt, werden hier die Spirituosen (in diesem Jahr Whisk(e)y und R(h)um) ausschließlich von Konsumenten bewertet. Und das in einer Blindverkostung, also unabhängig von Aussehen und Vorwissen.
Auch in diesem Jahr ist Whiskyexperts wieder ein Co-Veranstalter des C2C Spirit Cups – denn letztlich entscheiden die Whisky-Genießer darüber, ob eine Abfüllung ein Erfolg wird oder nicht.
Von Julia Nourney, der Initiatorin dieses Cups, haben wir die nachfolgende Pressemitteilung zum C2C Spirits Cup erhalten, die wir hier mit Ihnen teilen. Im Anschluss daran finden Sie auch die diesjährigen Termine der Publikumsverkostungen, für die Sie sich unter info@spirits-cup.org bewerben können. Es werden natürlich keine Personen akzeptiert, die in der Spirituosenbranche tätig sind. Teil der Bewerbung sind die Anerkennung und Befolgung der Verkostungsbedingungen, wie z.B. Verzicht auf Parfüm und geruchsintensive Cremes, die verkosteten Produkte müssen ausgespuckt werden, etc.
Ob Sie nun Juror werden oder den Cup interessiert verfolgen: Vielleicht sehen wir uns dann am 17. und 18. Oktober 2015 im Rahmen der Aquavitae in Mülheim a.d.R., wenn die Ergebnisse des C2C Spirits Cup präsentiert werden.
Hier nun die Pressemitteilung:
C2C Spirits Cup geht in die zweite Runde
Nach dem fulminanten Start im vergangenen Jahr kommt der Spirituosen-Wettbewerb, bei dem alle Produkte ausschließlich von Konsumenten bewertet werden, in Kürze wieder in Fahrt. Die Anzahl der Standorte, an denen Genießer ihre Stimme abgeben können, wurde dieses Jahr deutlich erweitert. Gab es 2014 nur 4 Gelegenheiten zur Blindverkostung, haben interessierte Juroren in diesem Herbst die Möglichkeit, an insgesamt 19 Standorten im Bundesgebiet teilzunehmen. Und auch die Produkt-Palette, die bislang lediglich Whisk(e)y umfasste, wird dieses Jahr um Rum erweitert.
Die Teilnahme am C2C Spirits Cup bietet Konsumenten den seltenen Einblick in die Welt der Wettbewerbe und ermöglicht ihnen, ohne Umwege ihre Meinung kundzutun. Während der Blindverkostungen finden sie dabei absolut professionelle Bedingungen vor, die keinerlei Beeinflussungen zulassen und sich von den Gegebenheiten internationaler Wettbewerbe in keiner Weise unterscheiden.
Aber auch für Produzenten, Abfüller und Importeure lohnt es sich, ihre Produkte beim C2C Spirits Cup einzureichen, denn hier erfahren Sie die ungeschminkte und von keinerlei Marketing-Aktionen beeinflusste Meinung des Verbrauchers. Nirgendwo sonst bekommen sie eine aufrichtigere Rückmeldung hinsichtlich Geschmack und Marktakzeptanz.
Interessenten, die als Juror bei einer der Verkostungen Whisk(e)y oder R(h)um/Ron bewerten möchten, sowie Produzenten, Abfüller oder Importeure, die ihre Produkte dem kritischen Geschmack des Konsumenten stellen möchten, wenden sich für weitere Informationen bitte an info@spirits-cup.org!
Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden am 17. und 18. Oktober im Rahmen der Spirituosen-Messe Aquavitae 2015 bekannt gegeben.
[alert type=white]Springbank Starkicker 13yo, 44.5% Port hogshead distilled 2000, bottled 2014 nicht gefärbt, nicht kühlfiltriert Sample: Privatbestand Verkoster: Reinhard Pohorec[/alert]
Auf den ersten Blick scheint die Flasche vor Kuriositäten nur so zu strotzen:
Unabhängige Abfüllungen von Springbank sind eine nicht wirklich häufig anzutreffende Spezies, viel öfter dagegen stolpert man über finishes diverser Malts in noch fantasievolleren Fässern derlei Provenienz.
In diesem Falle jedoch haben wir haben es nicht mit einer kurzzeitigen Schönung eines vorab in Bourbonfässern gelagerten Whiskys zu tun. Der Springbank lag seine vollen dreizehn Jahre wohlgebettet in einem ehemaligen Portweinfass, welches zu einem hogshead umgebaut worden war.
Weiter im Text: 44,5 Volumenprozent Alkohol weist das Label auf, gleichzeitig handelt es sich um eine Fassstärkeabfüllung – nicht besonders hoch, möchte man munkeln, ist man doch sonst Umdrehungen im hohen 50er Bereich gewohnt. Das entscheidende Kriterium ist jedoch, dass dem Malt vor der Abfüllung kein Wasser zugesetzt und somit die Integrität der Spirituose zu hundert Prozent gewahrt wurde.
Aber genug der Vor-Gesänge, ab ins Glas, gekostet will es sein.
Nase: vollreif, cremig, duftige Noten von Vanille, etwas Mokka und üppig reifem Pfirsich, marmeladige Erinnerungen von Johannisbeere, etwas schwarzer Holunder und auch Aprikose. Dann entwickeln sich die rauchigen Akzente, immer deutlicher werden erdige Würze, Schiefer, verbrannte Seealgen und ein leise glimmendes Kohlenfeuer, etwas Bitterorangen, auch gekocht, sahnig, Powidl, dick-fluffige Schlagsahne und etwas herbe Schokolade, sehr vielfältig und verspielt mit kräftig, würzig jedoch sehr wohlig runder Signatur
Gaumen: das Feuerwerk der Nase halt auch am Gaumen stand, schwer ölig macht sich der Malt auf der Zunge breit und bietet ein Farbenspektrum von dunkler, erdiger Herbe mit Schokoladentönen, Bittermandel und orientalischen Gewürznoten, dann kommen die cremigen Fruchtkomponenten, wiederum etwas Aprikose und Zwetschkenröster, süßlich soul-food-artige Erinnerungen an flaumige Germknödel, dick mit Powidl und Mohnbutter benetzt, Bitterorangen, auch Orangenmarmelade, rauchig wird’s im zweiten Schluck, maritim, Algen und etwas salziges Austernwasser, so in etwa könnte ein Dreigestirn aus Frucht-Karamell-Kohlenfeuer aussehen, faszinierend.
Finish: lange zieht sich der Ausklang dieses Whiskys hin, mit Birnenconfit, Vanille, etwas roten Beeren und dem letzten Aufflackern der Pflaume, der Rauch bleibt gegen Ende sanft liegen und winkt leise Servus, während man schier unendlich weiterkaut an dem Finish, fein ziseliert, die Komponenten klar auseinanderdividierbar jedoch wunderbar vereint und in Harmonie.
Alles in allem: war schon die erste Springbank Starkicker Abfüllung von großer Begeisterung begleitet, so spielt auch der zweite Release alle Stückerln. Der Malt macht klar, dass es nicht immer alkoholisch-brachial zugehen muss, um Fülle, Druck, Intensität und gewaltige Länge aufs Parkett zu legen. Die süßliche Komponente als Konterpart zum rauchig-würzigen Campbeltown Charakter ist mehr als nur gelungen und bietet ein ganz besonderes Spannungsfeld, dass diesen Whisky so interessant macht. Auch wird einmal klar gezeigt, dass die ausschließliche Lagerung in einem eher ungewöhnlichen Fasstyp von Erfolg gekrönt sein kann. Kein blindes Zu-Finishen und mittels kurzzeitiger Schönung einen dubiosen Malt abschleifen, sondern höchster Respekt vor dem Grundprodukt, die Wahrung der Integrität des Destillats, vollendet durch gekonnten Fasseinsatz.
Kurzum: kann man schon mal machen und sich schmecken lassen ;-). Von uns ein: „Spitzenklasse“.
Mit den besten Grüßen und Spirits, Reinhard Pohorec
Nach dem schwarzen Hund kommt der schwarze Berg – aus der Destillerie, die sich Speyside Destillerie nennt und in den Highlands liegt. Eine Pressemitteilung ebendieser Speyside Destillerie (die wir auf unserer englischsprachigen Site veröffentlichten) kündigt den Beinn Dubh an. Offiziell vorgestellt wurde er heute auf einem Harley Davidson-Treffen in Aviemore in den Caingorns, einem beliebten Wander- und Sportgebiet in den Highlands.
Der Beinn Dubh wurde in getoasteten Portfässern aus dem Douro Valley in Portugal gefinisht und hat dort seine dunkle Farbe gewonnen. Er wird an die 70-80 Euro kosten, wenn man die Preise in englischsprachigen und niederländischen Shops als Maßstab hernimmt.
Hier noch die offiziellen Tasting Notes in unserer Übersetzung:
Nase: Aromen frischer Früchte, Sultaninen und schwarze Rosinen eröffnen sich schichtweise, um dann eine tiefere, dunklere Seite zu zeigen.
Gaumen: Diese dunklere Seite dominiert zunächst am Gaumen, mit Johannisbeeren und schwarzer Schokolade im Vordergrund.
Finish: Bitter und süß zugleich, mit langem Abgang.
Der „schwarze Hund“ aus der gleichen Destillerie ist übrigens der Cú Dubh, der wegen seiner Eigenartigkeit die Geschmäcker sehr polarisiert. Ob das der Beinn Dubh auch wieder tun wird, bleibt abzuwarten.
Es gibt Wissen, das braucht man fürs Leben. Und es gibt solches, das für sich einfach nur schön ist (und mit dem man hervorragend so manche Konversation würzen kann). Warum manche Whiskys so heißen, wie sie heißen, zum Beispiel.
Wie 15 berühmte Whiskys ihren Namen bekamen, hat nun Mental Floss erklärt – von Lagavulin bis hin zu Talisker, von Offensichtlichem bis hin zu Verquerem.
Und wenn Sie den Artikel gelesen haben, dann könnten Sie beim nächsten Whiskytreffen so beiläufig und lässig einstreuen: „Wusstet ihr eigentlich, dass sich Mortlach Mortlach nennt, weil Dufftown so hieß, bis James Duff, der Earl of Fife, die Stadt zu Ehren seiner Familie umbenannte?“
Aber weil ganz bestimmt noch jemand in der Runde Whiskyexperts liest, kommt dann sicher ein „Klar, weiß ich!“ 🙂
Ein ganz besonderes Video haben wir heute für den Sonntag ausgesucht: Was passiert, wenn Naturgewalten (in Form eines Blitzes) und amerikanischer Whiskey (in Form von Jim Beam) aufeinandertreffen? Es gibt ein ganz gewaltiges Feuer. Und eines, das sich sicher nicht so leicht löschen lässt.
Sehen Sie das Video des Brandes bei Jim Beam in Bardstown am 4. August 2003, bei dem 800.000 Gallonen Whiskey verbrannte (sie finden es auch auf Youtube). Es war übrigens nicht der größte Brand der Geschichte des amerikanischen Whiskeys – schlimmer noch traf es die Heaven Hill Destillerie im Jahr 1996, als 95.000 Fässer, also mehr als die vierfache Menge, ein Raub der Flammen wurden.
Die dritte und letzte Neuerscheinung, die von Springbank in diesen Tagen in die Distribution gelangt (in England sollte er bereits nächste Woche im Handel sein) und vor knapp 45 Minuten offiziell angekündigt wurde, ist der Springbank 21yo in der Ausgabe 2015. Preis wissen wir noch keinen, aber seien Sie darauf vorbereitet, dass er den Vorjahrespreis nicht unterbieten wird.
3600 Flaschen gibt es weltweit, er stammt aus Sherry- und Bourbon-Fässern und wurde mit 46% abgefüllt. Hier die offiziellen Tasting Notes in unserer Übersetzung:
Nase: Noten von trockenem Amontillado Sherry ergänzen Anklänge von Orangenzesten und Mango, Champagner und Fruchtsalat.
Gaumen: Klassisch Springbank: staubig, erdig und nach altem Lagerhaus schmeckend. Dann Vanille, Honigwaben und belgische Schokoladenoten.
Finish: Mehr Orangenzesten und dann Butterscotch, mit salzigem Unterton.
Im Irish Examiner finden wir heute einen ausführlichen englischsprachigen Reisebericht über die Speyside, der sich auf die Destillerien konzentriert. Unter dem Titel „Speyside, the home of Scot’s whisky, is a Garden of Eden for distillers“ erzählt der Autor Bill Linnane über einen mehrtägigen Besuch in Dufftown und mehreren Destillerien. Schöne Lektüre für Whiskyfreunde, finden wir.
Eine zweite Neuheit, die gestern am Abend von der Destillerie Springbank angekündigt wurde, ist der neueste Batch (#11) des Springbank 12yo in Fassstärke. Diesmal ist er mit 53.8% abgefüllt, von ihm wird es 9.000 Flaschen weltweit geben – auch hier beginnt gerade die Auslieferung.
Der Springbank 12yo CS Batch #11 ist zu 70% aus Sherryfässern abgefüllt, zu 30% aus Bourbonfässern. Die offiziellen Tasting Notes dazu bringen wir Ihnen als Service in unserer Übersetzung:
Nase: Typischer maritimer Springbank-Stil mit Salzigkeit. Würzige Noten sind sehr dominant: Gewürznelken, Muskat, Zimtrinde und etwas gemahlener Pfeffer.
Gaumen: Dick mit Butter bestrichenes Gingerbread, steifer Toffee-Pudding und Crème Brûlée – zum Lippenlecken. Sahne und Butter füllen den Mund, eine klassische Campbeltown-Stilistik.
Finish: Trockenes Finish, das mit Grillrauch und Chicorée-Sauce endet.
Wir haben unsere Leser ja bereits im März dieses Jahres über die neue Abfüllung des Longrow Red informieren können (den entsprechenden Artikel finden Sie hier), jetzt ist es wie angekündigt soweit, und er wird gerade weltweit mit insgesamt 9000 Flaschen in die Distribution gebracht, sodass er in absehbarer Zeit auch in unseren Läden landen wird.
Der Longrow Red ist diesmal 12 Jahre alt, und eine Zeit davon (das letzte Jahr) hat er in neuseeländischen Pinot Noir-Fässern verbracht. Er wurde in Fassstärke mit 52.9% abgefüllt. Die Tasting Notes in unserer Übersetzung:
Nase: Eine Vielzahl von Fruchtaromen: Marmelade, Erdbeeraufstrich, Fruchtpürree und Orangensorbet. Dazu Tabakrauch, so wie er zu Longrow gehört.
Gaumen: Das Fruchtthema setzt sich mit Himbeerkonfitüre fort, und Erdbeerkonfitüre mit Creme. Auch Süße ist zu finden, reichlich Toffee, Honigwaben und Zuckerwatte.
Finish: Sehr sanft, mit Lagerfeuer-Rauch und verkohlter Glut im Abgang.