Jungfrau Zeitung: Feines Aroma aus dem ewigen Eis

Einen bebilderten Bericht von einer ganz speziellen Degustation finden wir heute in der Jungfrau Zeitung: Die Rugen Distillery aus der Schweiz lud zur Vorstellung ihres Swiss Highland Single Malt «Ice Label» Edition I 2015. Der in einer Eisgrotte auf dem Jungfraujoch in 3454 Metern ausschliesslich im Oloroso-Sherry-Fass aus amerikanischer Weisseiche gereifte Whisky ist das Flagschiff der Destillerie und wird in ca. 14 Tagen in einer Auflage von 981 Flaschen (0.5l) erscheinen. Hier ein kurzer Auszug aus dem Artikel:

Das Prozedere für die Auswahl des Fasses ist ziemlich kompliziert. Philipp Adler entnahm im Dezember Proben der neun Fässer. Ein Team von Agroscope und die feinen Nasen der Rugen Distillery entschieden dann, welches Fass für die neue Edition 2015 geeignet ist und ins Tal transportiert wird. Dieses Jahr kommt der edle «Ice Label» von Whisky, der im Jahr 2009 destilliert wurde, ein paar Jahre im Whiskykeller in Interlaken lagerte und noch drei Jahre auf dem Jungraujoch ausreifte. Die Anwesenden, die das Fass ins Tal begleiteten, waren sich einig: nussig, würzig, fein im Geschmack.

Mehr über die Degustation, den Whisky und die Destillerie finden Sie im Artikel der Jungfrau Zeitung.

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BBC: Die schottische Mutter japanischen Whiskys

BBC bringt heute einen Bericht über Jessica Roberta Cowan, verehelichte Taketsuru und besser bekannt als Rita Taketsuru, die gemeinhin mit ihrem Mann als Gründerin der japanischen Whiskyindustrie gilt. Der Beitrag widmet sich ihrem Leben und ihrem Wirken und beschäftigt sich natürlich auch mit der TV-Serie über sie, die in Japan gerade on air ist. Ihr Sohn, Takeshi Taketsuru, ist vor kurzem erst verstorben (wir berichteten).

Wer mehr über die beiden erfahren will, kann unten bei den relevanten Artikeln fündig werden.

Der Gründer von Nikka Whisky, Masataka Taketsuru und seine Frau, Rita. Bild Nikka Whisky/Asahi Brauerei
Der Gründer von Nikka Whisky, Masataka Taketsuru und seine Frau, Rita. Bild Nikka Whisky/Asahi Brauerei

 

Video: Die Insel Arran

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Die meisten von uns hatten bereits einen Whisky aus der Destillerie Arran im Glas – aber sicher nicht alle davon hatten die Möglichkeit, die Insel Arran persönlich zu erleben. Nun, Sonntag ist traditionell auch Videotag auf Whiskyexperts, und daher möchten wir Ihnen heute ein ca.  15minütiges Video von Andy Campbell präsentieren, das in schönen Bildern einige der Sehenswürdigkeiten der Insel zeigt. Und wer dann noch Zeit und Lust hat, kann sich hier das Video aus dem Besucherzentrum der Arran-Destillerie ansehen. Nun aber zum Video über die Insel, entweder – wie üblich – gleich hier oder auf Youtube:

Hokkaido Kudasai: Fotobericht aus dem Suntory Whisky Museum

Pamela und Ted sind ein amerikanisches Ehepaar, das im Norden Japans lebt und ein Blog betreibt. In diesem Blog haben sie jetzt einen Fotoreport über einen Besuch im Suntory Whisky Museum in der Yamazaki Distillery gepostet. Beide sind keine Whiskytrinker, daher lassen sie auch die Fotos für sich sprechen. Einblicke, die man nicht täglich sieht…

Yamazaki-Distillery. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.
Yamazaki-Distillery. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Blackpool: Mann verkauft Flaschen mit Urin als Whisky an Touristen

Manche Dinge kann man sich einfach nicht ausdenken: Wie die Daily Mail berichtet, hat in Blackpool ein Mann namens Nicholas Stewart Flaschen mit Urin und Fäkalien als Whiskey und Wodka an Touristen zu verkaufen versucht. Die 1 1/2l-Flaschen waren zum Teil mit Cola gefüllt, wurden aber zum Teil, so ein Offizieller, mit Urin und Fäkalien gefärbt, um das Aussehen von Bourbon-Whiskey zu erhalten.

Der Mann wurde für die Tat bereits einmal verurteilt und erhielt dafür 70 Tage Gefängnis auf Bewährung für 12 Monate. Man versucht nun einen Beschluss zu erwirken, der ihm verbieten soll, jemals wieder Verkäufe auf der Straße in Blackpool durchzuführen.

Die ganzen ungustiösen Details in der Daily Mail und auch auf UPI.com.

Der North Pier in Blackpool, England. Bild von Mayašleča, CC-Lizenz
Der North Pier in Blackpool, England. Bild von Mayašleča, CC-Lizenz

Gibt es wirklich einen Whiskyboom? Teil 2 erschienen

Wie schon angekündigt, ist der zweite Teil der Betrachtung „Gibt es wirklich einen Whiskyboom?“ auf Diving for Pearls erschienen (über den ersten Teil berichteten wir hier). Diesmal widmet sich der Artikel den individuellen Preissteigerungen, zwar bezogen auf die USA, aber unserer Einschätzung nach im generellen auch auf Europa anzuwenden.

Bei den Betrachtungen werden die Inflation sowie die durchschnittlichen Lohnsteigerungen berücksichtigt, und einzelne Altersgruppen, Hersteller und Destillerien gesondert ausgewiesen. Hier zum Beispiel die Aufstellung der Preissteigerungen nach Altersgruppen:

Preissteigerungen in den USA nach Altersgruppen
Preissteigerungen in den USA nach Altersgruppen

Deutlich zu sehen, dass eigentlich nur die älteren Abfüllungen drastisch im Preis gestiegen sind – eine Entwicklung, die mit den Lagerbeständen konform geht und nicht unerwartet kommt.

Welche Schlüsse Diving for Pearls zieht, wie sich die Preissteigerungen nach Destillerien aufgeschlüsselt darstellen (nicht unerwartet findet man hier bekannte Namen im Spitzenfeld, mit einigen wohl statistischen Ausreissern), können Sie im Artikel nachlesen.

Wir verkosten: Speyside 18yo, 62.8%, Cadenhead Small Batch

Speyside 18yo, 62.8%,
Cadenhead Small Batch
1 Sherry butt & 1 hogshead

Nase: Das ist mal ein überwältigender Antritt! 62,8% Vol. machen sich definitiv bemerkbar. Süße Hustenzuckerl, wie man bei uns in Österreich sagt, treffen auf karamellisierte Ingwerstücke und echtes Orangenöl. Dazu etwas Gummi (Fahrradreifen?) und die Würze der Eiche auf dunklem Fruchtpüree (Kletzenbrotfruchtmischung mit exotischen Anteilen). Mit dem Wasser nicht sparen – der Whisky verträgt viel – und es treten die Noten von Orange und Ingwer in den Vordergrund, während die leicht holzigen, würzigen Aromen sich in den Hintergrund drängen.

Gaumen: Ja, ja, ja, da ist wieder der Alkohol und das nicht zu knapp – aber auch pur handhabbar. Sehr ölig, wärmend, die gesamte Mundhöhle überziehend, da läuft der Speichel! Waldhonigsüße im Hintergrund mit Karamell, reifen, süßen Orangen, kandierten Ingwerstäbchen, alter Banane und etwas Eichenwürze. Mit Wasser wird dieser Speyside noch zugänglicher, verliert aber kaum an Öligkeit. Wie schon bei der Nase betont die Wasserzugabe die fruchtig-süßen Noten und offenbart wiederum das Fruchtpüree aus Datteln, Feigen, saftigen Pflaumen, Brombeeren und roten Stachelbeeren.

Finish: Mittellang. Zu Beginn ölig und süß, den Rachen auskleidend, Orange und Grapefruitöl mit etwas Würze im Hintergrund. Die Noten bleiben bis zum Ende erhalten, der Whisky wird nicht trocken. Mit Wasser versetzt wird die Würze etwas deutlicher.

Alles in allem: Mmmmmhhhh….., ja das hat was. Genau mein Beuteschema. Der Mix, bestehend aus einem Sherry butt und einem Hogshead funktioniert hervorragend. Ein sehr schön gereifter, süßer, öliger, saftiger, komplexer Whisky, mit dem man sich lange beschäftigen kann und der eine sehr schöne Mischung aus Destilleriecharakter und Fassreifung aufweist. Die Silbermedaille bei den 2014er Malt Maniacs Awards hat er verdient – – eigentlich sogar noch etwas mehr.

Verkoster: Klaus Doblmann
Sample von Cadenhead Austria

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Haben Schotten ein Alkoholproblem? Und was für eines, sagt Studie.

Das hält man auf Dauer nicht aus: Durchschnittlich umgerechnet eine Flasche Whisky pro Woche trinken Einwohner Zentralschottlands, also der Region um Glasgow und Edinburgh, sagt eine Studie im BMC Public Health Journal. Damit trinken sie zwar nur unwesentlich mehr als der Rest der Schotten (um eine Dose Bier mehr pro Woche, um genau zu sein), aber doch nahezu ein Drittel mehr als die ohnehin als trinkfreudig bekannten Engländer, berichtet stv Glasgow in einem Beitrag von heute.

Traurig, aber leider selbstverständlich ist, dass sich das auch auf die Todesrate durch Alkohol niederschlägt: In Zentralschottland sterben 24.5 Personen von 100.000 an alkoholbedingten Krankheiten oder Unfällen – für den Rest von Schottland liegt die Rate bei 16.2 Personen. In London sind das zum Beispiel „nur“ 9.4 Personen von 100.000.

Die Studie zeigt also, was der Verstand ohnehin schon weiß, was man sich aber immer wieder ins Gedächtnis rufen sollte: Whiskyfreunde haben ein unbestritten gefährliches Hobby, das man mit Augenmaß und genügend Selbstdisziplin betreiben sollte – und Anzeichen, dass man dem Alkohol mehr zuspricht als gut tut, sollte man sehr, sehr ernst nehmen und dementsprechend handeln.

Fotorechte bei Danny Giessner.
Fotorechte bei Danny Giessner.

Personelle Änderungen in der SWA, neues Büro in London

Einige Neuigkeiten sind heute aus der Scotch Whisky Association (SWA) zu berichten: Während die Organisation in London Mitte des Jahres ein Büro eröffnet (Harpers.co.uk berichtet darüber) sucht man dafür einen neuen Direktor, der die internationalen Beziehungen der SWA auf solidere Beine stellen und mit seinem Team gegen Exportschranken kämpfen soll.

Diese Neubesetzung, berichtet The Spirits Business, geschieht auch im Zusammenhang mit zwei Abgängen, die aus der Scotch Whisky Association vermeldet werden: Campbell Evans, Interational Affairs Manager, wird auf eigenen Wunsch die SWA im Laufe des Jahres verlassen, Nick Soper, European Affairs Director, verließ das Unternehmen im November im Zuge einer internen Umstrukturierung.

David Frost, Chief Executive Officer der Scotch Whisky Association. Bild: SWA
David Frost, Chief Executive Officer der Scotch Whisky Association. Bild: SWA

Whisky for everyone: Besuch bei Aultmore

Auf Whisky for everyone kann man einen Bericht über einen Besuch in der Destillerie Aultmore nachlesen – mit einigen Bildern der Anlagen. Dieser Bericht ist auch deshalb interessant, weil Aultmore in der Regel nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die Autoren schreiben über ihren Rundgang durch die verschiedenen Räumlichkeiten, die Produktionsschritte und auch über ihren Eindruck, dass es sich bei der Destillerie eher um eine industrielle Anlage als um ein touristengerechtes Schaustück handelt…

Die Destillerie Aultmore
Die Destillerie Aultmore

Wir verkosten: Bowmore 13yo, 56.6%, Cadenhead

Bowmore 13yo, 56.6% (2014)
Cadenhead Authentic Collection

Nase: Seeluft, Tang, Brotteig vor dem Backen, ein wenig Rauch, ölig, Süße.

Gaumen: salzig und kohlig, mit der dichten Süße von Maulbeeren.

Finish: wärmend, lang, würzige Noten, salzig und leicht rauchig. Passionsfrucht.

Alles in allem: Schön und sauber, mit einer ungewöhnlich fruchtigen Süße. Nicht der geringste Anflug von Veilchenparfüm, das manchen Bowmore zerstören kann. Sehr gut.

Verkoster: Bernhard Rems
Sample von Cadenhead Austria

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Diageo zahlt ca. 181-272 Millionen Dollar Steuer in Korea nach

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Dass Pernod Ricard in Korea eine 7.3 Millionen Dollar hohe Steuerstrafe bezahlen musste, haben wir bereits im Oktober berichtet. Nun zahlt Diageo freiwillig ca. 181 bis 272 Millionen Dollar Steuer nach, um einer Strafforderung von 454 Millionen Dollar zu entgehen, berichtet die International Business Times. Diese Summe ist Teil eines gerichtlichen Vergleichsvorschlages, dem Diageo nun zustimmt. Die Steuerschuld kam laut dem Bericht zustande, weil Diageo den Importwert eingeführter Spirituosen zu niedrig angegeben haben soll.

Auf die Nachzahlung einigte man sich, laut einem nicht näher genannten Sprecher von Diageo, um die Sache endgültig hinter sich lassen zu können.

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Whisky im Bild: Erste Maische 2015 bei Benromach

Die Speyside-Destillerie Benromach rückt mit ihren Abfüllungen immer mehr aufs Radar von Whiskyfreunden – „Schuld“ daran ist der sehr eigenständige und angenehme Stil, der Gefallen findet. So machte zum Beispiel Ralfy den Benromach 10yo zu seinem persönlichen Whisky des Jahres 2014 (siehe hier). Unser Bild zeigt das Entstehen des ersten Whiskys des Jahres 2015 in der Destillerie – man sieht die Maische in den Maischbottich strömen…

Bild: Benromach Distillery
Die Maische strömt in den Maischbottich bei Benromach. Bild: Benromach Distillery

Nächster Prozess: Chip Tate verklagt Balcones-Manager wegen Diffamierung

Die Schmutzwäsche, die zwischen Chip Tate, dem ehemaligen Master Distiller der Balcones Distillery, und dem jetzigen Management gewaschen wird, wird mittlerweile in Güterzügen angeliefert. Jetzt gibt es eine Klage von Chip Tate wegen Diffamierung, eingebracht gegen den Manager Jared Himstedt, den Tate als „Judas“ bezeichnet – er habe falsche Vorwürfe gegen Tate öffentlich gemacht.

Es geht aber auch um einen (angeblichen) 10.000 Dollar-Privatkredit der Frau des Managers an Chip Tate zu den Zeiten, als Balcones in Schwierigkeiten steckte. Tate sagt, dass es ausgemacht gewesen sei, dass der Kredit durch die Abtretung von 1% der Anteile der Destillerie an die Frau getilgt hätte werden sollen, im Fall dass Balcones wieder positiv bilanzieren würde. Da Tate nun keine Verbindung mehr mit Balcones hätte, sei der Kredit nun auch nicht mehr rückzahlbar, zumal es kein Kredit, sondern ein Investment in die Firma gewesen sei. Eine Ansicht, der sich der Anwalt der Gegenseite nicht anschließen kann.

Mehr über die Klage wie üblich in der Waco Tribune.

Chip Tate - Balcones Distillery (Bildrechte bei der Balcones Distillery)
Chip Tate – Balcones Distillery (Bildrechte bei der Balcones Distillery)