Neu im Travel Retail: Glenmorangie Duthac

Der neue Glenmorangie Duthac für den Travel Retail ist nun offiziell vorgestellt worden. Dieser erste Whisky aus der Legends-Collection hat seinen Namen vom Duthac-Schrein in Tain, dem Heimatort der Destillerie. Mit dieser Legends-Serie, die über alle Releases ohne Altersangabe bleiben wird, zelebriert die Destillerie laut eigenen Angaben die Region, in der sie beheimatet ist.

Der Duthac ist sowohl in PX Sherryfässern als auch in leicht gekohlten Virgin Oak Casks gefinished und wird mit 43% abgefüllt. Sein Geschmack wird von der Destillerie so beschrieben: „reichhaltige Noten von Milchschokolade, Toffee, brasilianische Nüsse und Gewürze, vermengt mit der delikaten Süße von Vanille, Aprikosen in Schlagsahne und Marzipan“.

Der Preis des Glenmorangie Duthac, der bereits im Travel Retail zu finden sein sollte: 75 Euro.

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Orf.at: „Whiskeybrennern gehen die Fässer aus“

Der Erfolg des amerikanischen Whiskeys zieht bereits seit längerem die Befürchtung nach sich, dass es zu einer Knappheit der Bourbonfässer kommen könnte. Was sich über einige Zeit als mögliches Szenario aufgebaut hat, ist mittlerweile Wirklichkeit geworden. Die Ursachen der Knappheit liegen aber laut einem interessanten Artikel auf orf.at nicht am Mangel an Eichenholz – die vorhandene Menge könnte die Nachfrage locker befriedigen. Das Problem liegt dort, wo man es nicht vermuten würde: Beim Crash des amerikanischen Häusermarktes im Jahr 2008.

Das Nadelöhr bei der Produktion der Bourbonfässer lieg dort, wo sie hergestellt werden: Bei den produzierenden Betrieben. Durch die Krise am Häusermarkt mussten zu viele Sägewerke schließen. Das Resultat: Lange Produktionsrückstände, um 50% gestiegene Fasspreise – und ein Ende der Knappheit ist nicht in Sicht.

Interessanter Artikel, sehr zu empfehlen!

Die Bourbon-Fässer in der KOVAL-Destillerie in Chicago
Die Bourbon-Fässer in der KOVAL-Destillerie in Chicago

Noch eine weitere Destillerie in Israel geplant

Golan-Heights-Whisky
Screenshot aus dem Video der Golan Heights Whisky Destillerie

Erst im letzten Monat berichteten wir über die Pläne von Rafi Dahan, in Israel eine Whisky-Brennerei zu errichten. Eine ähnliche Idee hat auch David Zibell. Er möchte in den Golanhöhen seinen Whisky produzieren und sucht über www.indiegogo.com Menschen, die sich für diese Idee ebenfalls begeistern können und ihn unterstützen. In einem Video, auf Youtube oder am Ende des Posts, stellt er den Golan Heights Whisky vor.

Und: wir möchten uns bei der Milk & Honey Destillerie entschuldigen. Wir hatten fälschlicherweise vermutet, dass, nur weil auf ihrer Website seit Januar 2014 keine Neuigkeiten mehr publiziert worden sind, dieses Projekt möglicherweise zum Stillstand gekommen ist. Ein Blick auf ihre Facebook-Seite zeigt, dass das Team der Milk & Honey Destillerie im Moment wirklich keine Zeit dafür hat. Die Stills laufen, erste Fässer werden schon abgefüllt und Dom Roskrow war auch schon zu Besuch. Damit haben sie wohl das Rennen um die erste Whisky-Brennerei in Israel gewonnen. Glückwunsch!

Neu: Kanadischer Rye von Crown Royal

Aus Kanada kommt ein neuer Rye – Crown Royal Northern Harvest Rye. Der neue Blend besteht zu 90% aus Rye Whisky und ist mit 45% abgefüllt. Zu haben wird er vor allem in Kanada und den USA sein, aber auch in England könnte man dabei fündig werden. Die Situation in D/A/CH ist uns nicht bekannt.

Der Crown Royal Blended Rye ist zum Mixen gedacht und richtet sich an eine klassische Zielgruppe, die gerne Cocktails zubereitet. Er kostet in den USA 30 Dollar, berichtet The Spirits Business.

Crown-Royal-Northern-Harvest-Rye

Serge verkostet: Auchentoshan

In unseren Gegenden wird es schon fast sommerlich – Zeit für einen Sommerwhisky, denkt sich Serge Valentin und verkostet eine Reihe von Abfüllungen aus der Destillerie Auchentoshan. Vom Charakter her ist das ein leichter Whisky mit der grasigen Note der Lowlander, und dementsprechend ist er gerade in der wärmeren Jahreszeit ein netter Begleiter im Glas. Hier die Wertungen:

  • Auchentoshan ‚Springwood‘ (40%, OB, +/-2015): 76 Punkte
  • Auchentoshan ‚Heartwood‘ (43%, OB, +/-2015): 80 Punkte
  • Auchentoshan 14 yo ‚Cooper’s Reserve‘ (46%, OB, +/-2015): 83 Punkte
  • Auchentoshan 16 yo 1997/2014 (48%, Langside, Distiller’s Art, refill hogshead, 360 bottles): 82 Punkte
  • Auchentoshan 17 yo 1997/2014 (48.4%, Douglas Laing, Old Particular, cask #10555, 350 bottles): 83 Punkte
  • Auchentoshan 22 yo 1991/2014 (56.3%, Blackadder, hogshead, cask #2781, 178 bottles): 85 Punkte

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Getarnte Whiskys – was steckt wirklich hinter Fantasienamen?

Da stehen Sie vor dem Supermarkt-Regal und sehen einen Ben Bracken 12yo. Oder beim Fachhändler fällt Ihnen ein Auld Reekie ins Auge. Nun wissen Sie, dass ersteres keine Destillerie ist und zweiteres ein Markenname – aber wo zum Teufel kommen diese Whiskys her?

Whisky-info.de hat sich die Mühe gemacht, die Tarn- und Produktnamen vieler Whiskys in einer anschaulichen Liste zusammenzutragen und dazu auch die Destillerie zu schreiben, aus der der Whisky mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit stammt. Natürlich kann so eine Liste nie zu 100% vollständig und zu 100% korrekt sein, aber diese Liste ist schon sehr nahe dran. Viel Vergnügen beim Entdecken, und falls Sie einen Ben Bracken daheim haben, haben sie übrigens einen Tamnavulin – und der Auld Reekie ist eine kostengünstige Möglichkeit, einen waschechten Caol Ila zu genießen…

Ein Caol Ila im Tarnmantel. Bild: Potstill
Ein Caol Ila im Tarnmantel. Bild: Potstill

Relaunch: The Antiquary in neuem Gewand

Marketing Manager Jennifer Masson von der Tomatin Distillery informierte uns über einen Relaunch ihrer Marke The Antiquary, einen von Tomatin erzeugten Blend. Auch wenn die klassische und einzigartige Flaschenform (neben dem hohen Anteil an Malt Whisky die hervorstechende Eigenschaft dieses Blends)  im Grunde beibehalten wird, so wird der Auftritt dennoch etwas modernisiert.

Die neuen Verpackungen werden über die nächsten Monate weltweit ausgerollt, wobei es die 12- und 21jährigen Varianten nur in ausgesuchten Märkten geben wird.

Untenstehend finden Sie die alten (links) und neuen (rechts) Flaschenformen und Verpackungen zum Vergleich:

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Neu: Deanston 18yo (mit Tasting Notes)

Nach dem Ledaig 18yo (wir berichteten hier) kommt nun auch ein neuer Deanston 18yo von Burn Stewart Distillers auf den Markt. Er wurde von Master Blender Ian MacMillan komponiert und ist ohne Kühlfiltrierung mit 46.3% abgefüllt.

Der Deanston 18yo wurde in Hogshead-Fässern gelagert, bevor er in speziell ausgesuchten First Fill Kentucky Bourbon Casks gefinished wurde. Das Ergebnis ist ein klassischer Deanston mit Honig- und Fruchtnoten, amerikanischer Eiche und Anklängen von Tabak und Muskat. Und so sieht er aus:

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Geburtstagsgeschenk für David Beckham: Einzigartiger Haig Club 40yo

Diageo hat sich etwas Besonderes für ihre Werbeikone David Beckham zu seinem 40. Geburtstag einfallen lassen: einen 40jährigen Haig Club in einem speziellen Kristalldekanter. Dieser 40jährige Grain Whisky aus der Destillerie Cameronbridge ist nicht im Handel erhältlich – wir würden einmal vermuten: noch nicht. Und wir würden weiter vermuten: Wenn dann einmal doch, dann nicht gerade geschenkt.

Bild: Diageo
Bild: Diageo

Serge verkostet: Glenmorangie

Fässer vor derDestillerie
Fässer vor der Destillerie

Zum Start in die neue Woche beschäftigt sich Serge Valentin auf Whiskyfun mit Sherry-Finishes der Highland-Brennerei Glenmorangie. Um exakt zu sein: einen in Fino-, einen Oloroso- und einen in Manzanilla-Fässern gefinishten Glenmorangie. Als Bonus zum Abschluss verkostet Serge die sechste Ausgabe der Private Edition, welche ohne ein Finish daher kommt. Und ob der Tusail trotz, wegen oder unabhängig von der Verwendung der alten Gerstensorte Maris Otter „so frisch wie Morgentau auf Primeln geworden ist, vermag Serge nicht zu sagen. Die heutige Verkostung in der Übersicht:

  • Glenmorangie 13 yo ‚Fino Sherry Wood Finish‘ (43%, OB, +/-1996) 80 Punkte
  • Glenmorangie 12 yo ‚Lasanta‘ (43%, OB, sherry cask finish, +/-2014) 78 Punkte
  • Glenmorangie ‚The Taghta‘ (46%, OB, Manzanilla finish, 2014) 83 Punkte
  • Glenmorangie ‚Tusail‘ (46%, OB,  +/-2015) 87 Punkte

Auf dem American Whiskey Trail

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Gestern noch waren wir mit unserem sonntäglichen Video auf dem Bourbon Trail in Kentucky – heute bewegen wir uns mit einem Artikel der Berliner Morgenpost auf dem American Whiskey Trail. Diesen Trail gibt es seit 2004 und wurde vom Distilled Spirits Council of the United States (DISCUS) entwickelt. Er macht Station in New York, Virginia, Pennsylvania und Kentucky und zeigt die Geschichte und das Erbe der Destillations-Kunst. So findet man zum Beispiel in Mount Vernon, Virginia den Nachbau der Brennerei von George Washington, dem ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Whiskyexchangeblog: Was ist ein Sherry Cask?

Die Frage mag vielleicht etwas einfältig klingen, die Antwort ist aber weitaus komplizierter als es den Anschein hat. In einem Blogbeitrag geht die Webseite von The Whisky Exchange (ein großer englischer Händler) den verschiedenen Aspekten des gerne zur Whiskyreifung verwendeten Fasstyps auf den Grund. Im ersten Teil der Antwort (ja, es wird noch zumindest einen weiteren Teil geben, der sich dann wohl besonders mit der in letzter Zeit häufig anzutreffenden Gepflogenheit, Sherryfässer ALLEINE für die Whiskyproduktion zu erzeugen, widmen wird) erfahren wir über die Geschichte, die Herkunft und die Definition eines Sherryfasses. Whiskywissen, gut aufbereitet.

Und wer zum Artikel gerne einen passenden Whisky trinken will, dem empfehlen wir zum Beispiel den Benriach 12yo Sherry Matured – ein günstiger und guter Einstieg in die Sherry-Whiskys…

Ein Sherry-Keller mit Fässern im Solera-System. Hier kommen die hochwertigen Sherryfässer her. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.  Photographer: Falkue
Ein Sherry-Keller mit Fässern im Solera-System. Hier kommen die hochwertigen Sherryfässer her. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.
Photographer: Falkue

 

BBC: Der Kampf gegen Whiskyfälschungen

Auf BBC.co.uk findet sich heute ein sehr interessanter Artikel über den Kampf der SWA gegen nachgemachten Scotch – ein Kampf gegen die vielköpfige Hydra, denn für jedes nachgemachte Produkt scheinen zwei neue zu entstehen. Es geht dabei nicht so sehr um gefälschte Markenprodukte (wie in unserem Bildbeispiel), sondern um alkoholische Getränke, die mit ihrem Namen oder Bildern den Eindruck erwecken wollen, schottischer Whisky zu sein.

Viele dieser Produkte stammen aus China, aber auf Platz zwei und drei der beanstandeten Marken finden sich bereits Produkte aus den USA und der EU. Nette Geschichte, die unter anderem im Beitrag erzählt wird: Ein indischer Produzent, der Alkohol unter dem Namen „Scottish Terrier“ auf den Markt brachte, argumentierte damit, dass dabei der Namen seines Hundes Pate stand, er jedoch keinesfalls den Eindruck erwecken wollte, ein schottisches Produkt zu verkaufen.

Die Rechtfertigung wurde vom Gericht abgelehnt.

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Auch eine Möglichkeit: Ein findiger Kopf in Ägypten kreierte einen „Whisky“, der im ersten Hinsehen durchaus eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Original hat. Das Alter macht allerdings etwas stutzig… 🙂

Deutsche Whiskyszene: Whisky Gilors aus Hessen

30 Whiskys, 7 Destillerien, 1 Mälzerei – und dafür genau 3 Tage Zeit: Die WhiskyTour 2015 führte unsere Gastautoren Simon Weiß von whiskyerlebnisse.de und Christian Schrade von Heart-of-the-Run.de an einem langen Wochenende zu den deutschen Whiskybrennern. Das Ziel: Eindrücke, Einblicke und Einsichten von in und über die deutsche Whiskyszene. Ihre Berichte (Text: Christian Schrade) und Bilder darüber bringen wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren auch auf Whiskyexperts. Heute, nach einer kurzen Pause, gibt es den vierten Beitrag: Der Bericht über den Whisky Gilors von der Destillerie Obsthof am Berg.

Eine Frage, doppelte Antwort: Ralf und Holger Henrich im Gespräch mit Christian Schrade (v. r.). Foto: Simon Weiß
Eine Frage, doppelte Antwort: Ralf und Holger Henrich im Gespräch mit Christian Schrade (v. r.). Foto: Simon Weiß

Große Gemeinsamkeiten und doch grundverschieden: Was auf die Sherry- und Portweinfässer für den hessischen Whisky Gilors zutrifft, das gilt auch irgendwie für dessen Macher, finden wir. Die Macher, das sind Ralf und Holger Henrich, die in Kriftel im Taunus, unweit von Frankfurt am Main, ihren Obsthof betreiben. Inzwischen in dritter Generation.

Seit 1983 macht man auf dem Hof des Familienbetriebes in einer kleinen Abfindungsbrennerei aus eigenem Obst hochwertige Destillate. Als 2005 die Kapazitäten der kleinen Brennblase nicht mehr ausreichten, wurde umgestellt. Die neue Anlage, eine Brennblase der Firma Carl, fasst seitdem bis zu 350 Liter Maische. „Für uns war schnell klar, dass wir auch einen Getreidebrand in unsere Produktpalette aufnehmen wollten“, erinnert Holger Henrich. „Die Idee mit dem Whisky, das war die von Ralf. Zuerst hatten wir an einen Kornbrand gedacht, aber Ralf meinte: ‚Wenn, dann richtig’.“

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Fassprobe im Warehouse: Wird jetzt dieser Whisky abgefüllt oder doch ein anderer? Foto: Christian Schrade

Richtig – das war dann 2008. Die Grundlage für das erste „Whisky-Experiment“ waren 400 Kilogramm Malz. Das Ergebnis: Vier Fässer mit jeweils 100 Litern Fassungsvermögen. Recht klein für „typische“ Whiskyfässer, die meistens eher doppelt so groß sind – oder noch viel größer, wenn es zum Beispiel um Süßweinfässer geht, in denen vorher Sherry oder Portwein lagerte. „Durch die kleinen Fässer reift der Whisky natürlich viel schneller“, erklärt Ralf Henrich, während Holger den großen Stopfen aus dem ersten Fass für eine kleine Probeentnahme entfernt. Die kleinen 100-Liter-Fässer bilden die Grundlage für den Whisky Gilors. Zwei Sorten gibt es davon: Fässer mit Fino-Sherry-Belegung und Ex-Portwein-Fässer. „Bei dieser Linie werden wir auch bleiben“, sagt Holger Henrich. „Aber natürlich werden wir auch weiterhin unsere Specials auf den Markt bringen“, ergänzt Ralf.

Gut ergänzen, dass tun die beiden sich insgesamt sehr gut, finden wir. Unter den beiden Brüdern wird die Arbeit fair aufgeteilt. Für das Brennen ist im Wesentlichen Ralf zuständig, aber natürlich hilft in Stoßzeiten auch Holger aus. Parallel zum Whiskygeschäft wird in den Sommermonaten auch noch eine Straußenwirtschaft betrieben, der lokale Name für eine Art kleine Hof-Gaststätte. „Deswegen bringen wir unseren neuen Whisky eigentlich auch immer im Frühsommer heraus“, erklärt Ralf. Ungewöhnlich für eine kleine Destillerie, ist doch im Herbst und Winter die Whiskynachfrage in der Regel am größten. „Unsere Gäste trinken inzwischen in der Abendsonne gerne einen Whisky aus der Region als Abschluss nach dem Essen“, berichtet Holger. Ein Großteil des Whiskys werde daher auch direkt vor Ort verkauft und getrunken.

Vintage-Style: Gilors Whisky gibt's vor Ort auch im Destillerie-Shop. Foto: Simon Weiß
Vintage-Style: Gilors Whisky gibt’s vor Ort auch im Destillerie-Shop. Foto: Simon Weiß

Und der scheint den Gästen zu schmecken. Die Islay-Cask-Abfüllung zum Beispiel ist inzwischen so gut wie ausverkauft. 12 Flaschen sind bei unserem Besuch noch da, Nachschub aber in Sicht. Ein weiteres Fass von der Rauch-Insel-Islay, in dem vorher Scotch Single Malt Whisky lagerte, ist noch da. Für die erste Abfüllung lagerte der Whisky noch einmal drei ganze Jahre darin, nachdem er zuvor in einem der kleinen Fässchen das Licht der Welt erblickte. Von einem kurzen Islay Cask „Finish“ in diesem Ex-Bourbon-Hogshead, kann also kaum die Rede sein. Ob die nächste Spezialabfüllung aber nun tatsächlich wieder ein süß-rauchiger, milder Whisky aus einem Islay-Fass werden wird, oder er doch aus dem großen Sherry Butt kommen wird, aus dem wir gerade ein Gläschen probieren – das wollen die beiden noch nicht verraten.

Wäre es die Abfüllung aus dem großen 500-Liter-Sherryfass, könnten sich die Gäste der beiden Brüder schon auf einige schöne Stunden in der Abendsonne freuen. Eine intensive Pflaumennote bringt der Whisky ins Glas, Aromen von getrockneten Früchten steigen sofort in die Nase. Und dann kommt der Rauch, aber kräftig. Im Mund breitet sich nach dem ersten Schluck eine angenehme Süße aus, gefolgt von einem würzig-dominanten Torfgeschmack. Kaum zu glauben, dass dieser Whisky erst vier Jahre alt ist.

„Wir werden auch weiter Torfmalz einmaischen und dann brennen“, lässt Ralf durchblicken. „Aber eben nur für spezielle Fässer und nicht im großen Stil.“ Guckt man sich im Fasslager der beiden um, werden das spannende Jahre für den Whisky Gilors – was im gälischen so viel wie „goldenes Wasser“ bedeutet. Übereinander stapeln sich Madeira- und Bourbonfässer, große Sherryfässer, auch eine riesige „Port-Pipe“ mit bis zu 700 Litern Raum für Whisky ist schon bestellt.

Viel zu füllen, für die beiden jungen Whiskybrenner. Um das zu schaffen, läuft die Brennblase dann auch von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends – mindestens. Rund 2.000 Flaschen im Jahr füllen die beiden Brüder aktuell ab von ihrem Whisky. Bei den aktuellen Produktionsmengen werden es in ein paar Jahren wesentlich mehr sein. Und wo geht die Reise hin? „Wir wollen einen guten deutschen Whisky machen“, sagt Holger. „Und natürlich nur einen, der uns auch persönlich gut schmeckt“, ergänzt Ralf. Eine bescheidene Haltung, die wir sehr sympathisch finden. Dass hinter dem Whisky aus dem Taunus trotzdem zwei Macher mit Ambitionen stecken, kann man an der Zahl der Whiskyfässer im Warehouse abzählen.

Bis unter die Decke: Bei Gilors lagern kleine 100-Liter-Fässer, aber auch große Sherry Butts. Foto: Simon Weiß
Bis unter die Decke: Bei Gilors lagern kleine 100-Liter-Fässer, aber auch große Sherry Butts. Foto: Simon Weiß