Über Bacardis ungewöhnlicher Schritt, eine Reihe von Abfüllungen mit Altersangabe und ohne Färbung aus seinen fünf Malt Brennereien in der nächsten Zeit auf den Markt zu bringen, berichteten wir am 20. August. Die ersten Abfüllungen sind in dieser Woche erschienen, auf der Website der britischen Kette The Whisky Shop sind drei der angekündigten Craigellachies erhältlich. Abfüllungen und Preise in der Übersicht:
Die aufmerksamen Leserinnen und Leser werden es sicherlich bemerkt habe: Wir in der Redaktion gönnen uns ab und zu einen Grain Whisky und finden diese spezielle Spielart Whisky ein wenig zu unbeachtet. Serge Valentin verkostet heute auf Whiskyfun vier Grain Whiskys und zeigt auf, dass der Zugang zu diesen und eine Begeisterung für diese Whiskys nicht einfach ist. Die drei Invergordon sind sicherlich keine schlechten Whiskys, doch richtige Begeisterung entfacht erst der zum Schluss verkostete Strathmore. Serges Bewertungen im Überblick:
Ein Bericht über einen Besuch bei der Baustelle für Mortlach II, die die Kapazität von Mortlach verdoppeln soll, ist auf The Spiritreceiver erschienen. Dort wird auch der Grund für eine fast vier Monate dauernde Bauverzögerung angegeben: Wegen eine geschützten Fledermausart auf dem Gelände der Destillerie mussten die Bauarbeiten angehalten werden. Das Blog berichtet auch über ein Gerücht unter der lokalen Bevölkerung, dass das Projekt wegen einer Fehleinschätzung der Wasserversorgungsmöglichkeiten in Warteposition gegangen sei, dies wurde aber von Offiziellen von Diageo dementiert.
Baufortschritt an der Destillerie Mortlach. Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten.
Mittlerweile ist bereits unser 12. Whiskychat auf Youtube online – und dazu haben wir uns etwas einfallen lassen. Wir verlosen unter unseren Zusehern und Lesern einen ganz besondern Bourbon: Den Elijah Craig 12yo in Fassstärke. Nicht nur, dass es unserer Meinung nach einer der besten Bourbons ist, die man für Geld bekommt, nicht nur, dass er trotz seiner enormen Stärke auch ohne Wasser wunderbar trinkbar ist – diese Flasche ist auch noch ein echtes Sammlerstück. Warum, und wie Sie ihn gewinnen können, sehen Sie in unserem Video hier oder auf Youtube. Viel Vergnügen damit!
Teilnahmebedingungen:
Am Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 20. September 2014, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird am 21. September auf unserer Webseite bekanntgegeben. Der Wettbewerb findet unter Ausschluß des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Wir sind eine Nachrichtensite für Whisky und keine politische Zeitung, aber manche Dinge haben so unmittelbar Einfluss auf unser geliebtes Wasser des Lebens, dass sie für uns berichtenswert sind. So wie dies: Der Spiegel Online berichtet, dass in Schottland erstmals eine verlässliche Umfrage eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich voraussagt. 51% der Schotten würden für die Unabhängigkeit stimmen. In London läuten deswegen die Alarmglocken, ist dies doch eine kapitale Trendwende. Mehr dazu und weitere Hintergrundinformationen auf Spiegel Online.
Im Blog von Arran wurde gestern dieses Bild von der Einbringung der Gerstenernte gepostet. 60 Tonnen Concerto-Gerste wurden von einem Bauern der Umgebung, mit dem die Destillerie einen Liefervertrag abgeschlossen hat, geerntet, mit einem Feuchtigkeitsgrad von 18%. An die sechs Wochen muss nun das Getreide trocknen, bis es einen Feuchtigkeitsgrad von 13% erreicht, dann wird es gemälzt und nach Lochranza zur Destillerie zurückgebracht.
Damit setzt nun auch die Destillerie Arran auf lokale Grundstoffe – ein Trend, der sich auch bei anderen kleineren Destillerien abzeichnet und ihnen damit ein weiteres Alleinstellungsmerkmal gegenüber Großproduktionen liefert. Es wird zwar noch einige Zeit dauern, bis wir diesen lokalen Whisky im Glas haben werden können – aber wir freuen uns darauf!
Neues aus dem Haus Compass Box: Als Hommage an ihren eigenen Blend „Eleuthera“, welcher 2004 in den Ruhestand durfte, gibt es ab dem 1. Oktober „The Lost Blend„. Dieser Blended Malt Scotch Whisky wurde von John Glaser aus Highland Single Malts von Clynelish und Allt-a-Bhainne sowie aus Islay Whisky aus der Destillerie Caol Ila kreiert. Abgefüllt mit 46 % Vol. – ohne Färbung und Kühlfilterung – konnten genau 12,018 Flaschen. Es ist also absehbar, dass „The Lost Blend“ zum Lost Blend wird. Als ungefährer Preis für Europa werden 100 € angegeben.
MargareteMarie hat auf Ihrem Blog whiskyundfrauen.auch für männer heute einen interessantem Artikel über den „Etikettenschwindel“ bei Bourbon veröffentlicht, der sich anhand der Problematik des Templeton Rye mit dem Thema beschäftigt. Im Kurzen zusammengefasst stellt sich die Situation so dar: Ein Gutteil der Rye-Whiskeys in Amerika kommt aus einer einzigen Produktionsanlage in Lawrenceburg, Indiana, und zwar von der Firma MPG. Hier ein Auszug aus dem Artikel:
Um ein drohendes Gerichtsverfahren abzuwenden, muss Templeton in Zukunft den tatsächlichen Herkunftsort ihres Destillats auf dem Etikett angeben. Im Ort Templeton, dem Sitz der gleichnamigen Firma, wird der Whiskey bisher nur geblendet, abgefüllt und verschickt. Wie Thespiritsbusiness jetzt mitteilte, plant man bei Templeton mittlerweile auch die Errichtung einer eigenen Destillerie. 2020 soll dann tatsächlich ein Whiskey aus Templeton erscheinen.
Auch der Bulleit Rye wird (noch) bei MPG produziert (der Bourbon bei Four Roses) – wie uns Tom Bulleit bei unserem Gespräch im letzten Dezember freizügig erzählte.
In Amerika (und nicht nur dort) gehen die Wogen darüber hoch, denn viele kleine Destillerien, die Craft-Distilleries genannt werden wollen, lassen fremd produzieren, so zum Beispiel auch Angel’s Envy Rye, George Dickel Rye, Redemption Bourbon/Rye und Whistle Pig Rye.
Abgesehen von der tatsächlichen Verschleierung des Herkunftsortes ist die Sache aber nicht ganz so zu sehen, als würde dieser „Etikettenschwindel“ beim Scotch betrieben (wo man, nebenbei, sagen könnte, dass Ähnliches in anderer Weise stattfindet – nämlich dann, wenn es darum geht, WO der Whisky einer Destillerie zur Reifung gelagert wird). Amerikanische Bourbons und Rye Whiskeys unterscheiden sich nämlich durch die sogenannte Mash Bill, also dem Rezept, nach dem der Whiskey erzeugt wird. Und diese hat in der Tat wesentlich mehr Einfluss als der Produktionsort. MPG ist ein hochwertiger Erzeuger von Rye, der sich strikt an die ihm übergebenen Mash Bills hält. Sauber ist die Angelegenheit natürlich nicht, und es zeigt sich, dass Unehrlichkeit in der vernetzten Gesellschaft nach hinten los geht.
Mehr dazu im wirklich interessanten Artikel bei Margaretemarie.
Laut einem Bericht von The Press and Journal sind David Beckham und Guy Ritchie mitsamt einer Produktionscrew in den Highlands eingetroffen um dort einen TV-Spot für Haig Club zu drehen. Das Set für das Shooting befindet sich in Wester Ross. Wer Bilder von den Dreharbeiten sehen will: Wir haben ein Link zu The Daily Mail gefunden, wo man einige Aufnahmen sieht.
Wir sind schon gespannt auf das Ergebnis, die Verkostung des Haig Club durch Serge Valentin finden Sie hier…
Eine Menge Geld hat Diageo Global Travel für Johnnie Walker in die Hand genommen, um die Produkte in den wichtigsten neuen Märkten im Duty Free ansprechend präsentieren zu können. Zwei sogenannte „Johnnie Walker Houses“ wurden diese Woche in Mumbai, Indien, und Taipeh, Taiwan eröffnet. Sie folgen jenen in Peking, Shanghai und Seoul (und zeigen damit deutlich, wo Diageo die Wachstumsmärkte für seine Produkte sieht).
Auch einen eigenen Whisky (oder zumindest eine eigene Aufmachung) hat man für das House in Mumbai kreiert: die JOHNNIE WALKER HOUSE™ ART COLLECTION – Mumbai Edition wird es exklusiv dort geben. Hier ein Blick in den Store in Mumbai:
Heute beim Whiskyherbst in Berlin ist die vierte Abfüllung der The Lost Distillery Company vorgestellt worden: Jericho. So wie die anderen Blends der Firma ist sie einem Whisky aus einer Lost Distillery nachempfunden, diesmal also der Distillery Jericho, auch unter dem Namen Benachie bekannt. Sie wurde 1822 gebaut und 1915 geschlossen.
Eine neue Abfüllung für die Hazelburn Core Range aus der Campbeltown-Destillerie Springbank ist heute vorgestellt worden: Der Hazelburn 10yo wird ab sofort den 12jährigen Hazelburn ergänzen. Abgefüllt mit 46%, ist er aus 100% Bourbon Casks gemacht. Hier die offiziellen Tasting Notes dazu:
Nase: gekochte Birnen und Bratäpfel, danach Honigwaben und Noten von Fudge.
Gaumen: Reich an Vanille und Honignoten. Danach Lakritze mit erfrischender Zitronenzeste.
Ziemlich tief fliegen die Messer momentan bei der Balcones Distillery in Texas: Chip Tate, der Master Distiller, wurde mit einer einstweiligen Verfügung dazu gezwungen, sich vom Gelände der Destillerie fernzuhalten. Angeblich soll er Morddrohungen gegen CEO Greg Allen nach einem Gespräch mit ihm ausgesprochen haben („I should have put two in his chest“ – ich hätte ihm zwei Kugeln verpassen sollen), der ihn von seiner Position entfernen will. Weiters schreibt man Chip das Zitat zu, dass Balcones ja voller brennbarer Materialien sei und daher ein Feuer leicht ausbrechen könne.
Abfüllungen aus der Balcones-Distillery
Es geht im Grunde um einen Richtungsstreit über die Zukunft der Destillerie. Pikant dabei ist, dass Balcones in großem Maße Chip Tate ist, und Tate nicht „nur“ ein Master Distiller, sondern eine Ikone im Business. Er baut seine eigenen Stills, entwickelt eigene Mash Bills und gilt als Master Mind im Whiskeybusiness.
Wie dieser Streit, der sicherlich auch der Reputation dieser Destillerie schadet, weitergehen wird, bleibt abzuwarten. Wir werden natürlich weiter berichten.
Die ganzen Details dazu und weiterführende Links findet man auf The Coopered Tot.
Chip Tate – Balcones Distillery (Bildrechte bei der Balcones Distillery)
Fast ein Dutzend japanische Whiskys hat Serge Valentin heute in seiner Verkostung – quer durch die Destillerien dort, quer durch die Stilrichtungen. Hier gleich die Kandidaten und ihre Bewertungen:
Hibiki 12 yo (43%, OB, blend, Suntory, Japan, +/-2012): 78 Punkte
Yoichi 10 yo (45%, OB, Nikka, Japan, +/-2012): 81 Punkte
Yoichi 1990/2011 (50%, OB, Nikka, Japan): 85 Punkte
Taketsuru 21 yo (43%, OB, Nikka, blended malt, Japan, +/- 2013): 87 Punkte
Nikka ‚From the Barrel‘ (51.4%, OB, blend, Japan, +/-2013): 86 Punkte
Nikka ‚From the Barrel‘ (51.4%, OB, blend, Japan, +/-2009): 86 Punkte