Schon im Frühsommer könnten die Bauarbeiten zu einer neuen (und neben Talisker zweiten) Destillerie auf der Insel Skye beginnen: Torabhaig. Wie die BBC heute berichtet, wird Torabhaig um die fünf Millionen Pfund kosten und acht Menschen Arbeit bieten. Der erste Whisky soll Ende 2015 produziert werden. Die Pläne für die Destillerie werden von den Glasgower Architekten Simposn & Brown gestaltet, Betreiber werden die Mossburn Distillers sein.
Update: Etwas mehr Infos über das neue Destillerieprojekt hat unser Redakteur Ernst J.Scheiner auf dieser Website entdeckt…
Neist Point, Skye. Bild von David and Lynn, CC-Lizenz
Drei Abfüllungen von Aberfeldy stehen heute auf der Verkostungsliste von Serge Valentin auf Whiskyfun. Die Bewertungen schwanken zwischen Wohlwollen und emotionaler Unberührtheit, um es einmal blumig auszudrücken:
Aberfeldy 12 yo (40%, OB, +/- 2013): 79 Punkte
Aberfeldy 16 yo ‚Ramble‘ (56%, OB, 643 bottles, 2013): 88 Punkte
Aberfeldy 17 yo 1978/1995 (57.9%, Cadenhead’s Authentic Collection): 72 Punkte
Der 20. Februar 2013 war der erste Tag mit News in einer ununterbrochenen Reihe hier auf Whiskyexperts, die sich bis heute lückenlos und täglich fortsetzt. Morgen in einem Jahr sind wir also sozusagen ein Jahr alt.
Um dieses erste Jubiläum mit Ihnen zu feiern, verlosen wir eine Kostbarkeit des unabhängigen Abfüllers Adelphi – einen einundreißigjährigen Miltonduff aus dem Jahr 1981, natürlich eine Einzelfassabfüllung in Fassstärke, ungefärbt und nicht kühlfiltriert. Noch dazu ist diese Flasche von Alex Bruce (Sales & Marketing Director Adelphi) und Charles MacLean (der weltbekannte Whiskyautor und -experte hat das Fass ausgewählt) handsigniert. Und nur noch heute und morgen können Sie mitmachen!
Der Miltonduff 1981 ist 1 von nur 247 Flaschen, 31 Jahre gereift im Fass-Nr. 5077, ein Refill-Ex-Bourbon-Fass. Die Farbe ist blass gold wie bei einem Sauvignon Blanc, ein klares Indiz dafür, dass das Holz nicht dominiert und der Brennerei-Charakter während der Reifung erhalten blieb.
Miltonduff ist bei Blendern sehr begehrt und daher eher selten als Single Malt erhältlich, egal, in welchem Alter. Zumeist wandert er in Ballantine’s Blends. In der Nase findet man etwas Obst, Honig und Kerzenwachs – eher zurückhaltend und nobel. Süß und zart ist er im Mund, mit einer schönen Textur, auch bei seiner natürlichen Stärke deckt der Alkohol nichts zu. Wasser verändert die Aromen nicht, aber es erhöht die Süße und Komplexität im Mund.
Ein Whisky den man schon alleine auf Grund seines Alters und seiner Seltenheit genießen sollte – aber vor allem deshalb, weil er eine sehr schöne „alte“ Charakteristik aufweist.
Und wie kommen Sie nun zu dieser ganz besonderen Flasche? Nun ganz einfach: Indem Sie bei unserem Gewinnspiel mitmachen. Ab sofort bis 20. Februar 2014.
So können Sie diese Flasche gewinnen:
Falls Sie es noch nicht sind, werden Sie bitte eingetragener Benutzer auf unsere Webseite.
Beantworten Sie bitte folgende Gewinnfrage: Wie heisst die von Adelphi neu gebaute Destillerie: a) Glen Gould b) Adnamurchan c) Ben Gurion (für alle, die sich nicht sicher sind: Einfach diesen Artikel hier vom 22. Juni aufmerksam lesen)
Die richtige Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem Usernamen auf Whiskyexperts ab sofort an folgende email:contest@whiskyexperts.net
Unter allen richtigen Antworten, die uns bis 20. Februar 2014, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir den Gewinner der handsignierten Flasche.
Teilnahmebedingungen:
Am Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 20. Februar 2014, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird am 21. Februar auf unserer Webseite bekanntgegeben. Der Wettbewerb findet unter Ausschluß des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden.
Die nächsten Zahlen sind veröffentlicht, diesmal von Pernod Ricard. Auch dieser Getränkegigant kann sich laut Drinks Business dem Trend zu eher flauen Zahlen nicht entziehen: Ausgehend von einem ziemlich bescheidenen Ergebnis in China (-18%) und einem „wenig günstigem Euro-Kurs“ schätzt der Konzern seine Gewinne vor Steuern nur mehr leicht wachsend (1%-3%) ein, statt wie bisher mit 4%-5%. Grund ist, dass entgegen früherer Prognosen der negative Trend in China sich auch heuer fortsetzen wird. In China verkaufte sich Chivas Regal um 8% schlechter.
Was machen Konzerne, wenn es nicht so läuft, wie sie es gerne hätten? Das, was auch normale Menschen machen (müssen): sparen, sparen, sparen. So will Pernod Ricard mit einem eigenen Programm 150 Millionen jährlich an Kosten reduzieren. Zukunftshoffnung für die Firma laut dem Artikel: Wein. Mit Wein wollen sie vor allem am indischen Markt reüssieren…
Ganz gut scheint es Suntory momentan zu gehen, was die Verkäufe von Alkohol betrifft – so ein Bericht aus Spirits Business. Die Nettoverkäufe des Konzerns stiegen von 2012 auf 2013 um 10%, das entspricht etwas über 2 Millarden Dollar. Treibe des Geschäfts scheint laut Suntory das RTD-Segment zu sein (eine der vielen Marketing-Abkürzungen, die man als Branchenfremder nicht kennen muss – „ready to drink“, also direkt aus der Flasche konsumierbar, ohne Anrühren, Anmischen etc.). Das Spirits-Segment, in dem sich die Whiskys befinden, wuchs um 3%.
Die Verkäufe der Premium-Marken wie Yamazaki, Hakushu und Hibiki, wuchsen um 16%, ihr größter Blend, Kakubin, um 3%. Aber auch die schottischen Marken konnten „substanziell zulegen“.
Von The Drinks Report haben wir erfahren, dass Glenrothes nach einem Jahr Pause wieder eine Vintage Single Cask Abfüllung auf den Markt bringt. Der Glenrothes 1969 wurde am 10. Juli 1969 abgefüllt, stammt aus cask #11485, ein refill hogshead, aus dem gerade mal 133 Flaschen mit 42.9% abgefüllt werden konnten. Präsentiert wird das Ganze in einem mundgeblasenem Bleikristall-Decanter, der uns recht gelungen uns stilvoll in seiner Schlichheit erscheint. Gefertigt wurde er von Atlantis Crystal in Alcobaca, Portugal.
Diese Special Edition von Glenrothes wird es bei Vertragspartnern von Berry Bros. & Rudd in Schlüsselmärkten geben (was wohl bedeutet, dass ein Gutteil davon nach Asien wandert). Preis: € 5000,-.
Auch nicht gerade eine freudige Mitteilung für die Whiskyindustrie aus ihrem Mutterland: Wie stv news berichtet, sind die Whiskyverkäufe im Inland (UK) im letzten Jahr um satte 12% gesunken. Die Scottish Council for Development and Industry (SCDI) macht dafür unter anderem die hohen Steuern auf Whisky verantwortlich und fordert, diese zu senken oder zumindest nicht weiter zu erhöhen. Nach den unerfreulichen Nachrichten aus China und dem gesamten asiatischen Raum ist dies der nächste Dämpfer für die Industrie…
Eines der intelligentesten und umfassendsten Interviews mit Master Blender Richard Paterson von Dalmore ist heute bei Miss Whisky erschienen. Das Interview berührt viele Fragen wie (natürlich) No Age Statement, Fass-Management und Märkte im Allgemeinen, und sowohl Fragen wie auch Antworten sind höchst interessant zu lesen (mit entsprechenden Englischkenntnissen, natürlich). Hier ein gutes Beispiel von vielen im Interview:
You’ve no doubt seen pressure on stocks and on the industry generally over the years. Do you think the right decisions have been made to ensure whisky for the future?
Remember: Dalmore is one of the few distilleries, like Glenfarclas, like Glenfiddich, like Macallan, who actually had the foresight to lay down stocks. A lot of companies simply do not have these stocks. And I’ll be honest, in my day I’ve been asked to get rid of very expensive whisky, blend it into something; if stocks were not turning over, you’d use older whiskies in your younger blends. You’ve got to manage your stock and use it as it dictates in the market. It would be wonderful to not sell or hold these whiskies but unfortunately you’ve got to work within the confines of your margins. It’s challenging. But, while I might have seen 10 different takeovers my enthusiasm has never diminished, even if it has been under a lot of pressure through these years.
Mehr also bei Miss Whisky, und es zahlt sich wirklich aus…
Richard Paterson (rechts), hier mit Spitzenkoch Daniel Boulud
William Grant & Sons hat nun einen neuen 21jährigen Blend in den internationalen Duty Free (England, Cancún und Madrid) gebracht: The Strathspey Reserve. Die Firma gibt an, diesen Blend aus den privaten Reserven der Familie zusammengestellt zu haben, einge davon höchst selten. Komponiert wurde dieser Blend (der zumindest eine wilkommene Abwechslung vom NAS-Trend im Duty Free ist) von Master Blender Brian Kinsman. Die Flasche soll 99 Pfund kosten.
Eine englischsprachige Review des Glenmorangie Companta ist soeben bei Drink Spirits erschienen – und obwohl es keine numerische Bewertung gibt, ist eine gewisse Begeisterung schon aus dem abschließenden Statement ablesbar:
Put simply, Glenmorangie’s Companta Private Edition is amazing whisky. The only problem is that it’s going to be hard to find and difficult to get, but those lucky few who do manage to get a bottle will get to appreciate one of the best single malts we’ve tasted in a while.
Unsere Besprechung des Compantana finden Sie übrigens hier.
In The Spirits Business findet sich heute ein Interview mit Stella David, dem CEO von William Grant & Sons. In ihren Augen ist die Zukunft für Scotch, trotz des Verkaufsrückgangs in China, nach wie vor rosig. Zwei Dinge, so David, wären es, die die Industrie liefern müsse, um bestehen zu können: Inovationen und Geschichten hinter den Marken und Produkten. Als Beispiel für Innovation führt sie die Neueinführung Girvan Patent Still (ein Single Grain, wir berichteten darüber) an, zu den Geschichten hinter den Marken findet sie allgemeine Worte:
“These days, you need a great quality liquid in great quality packaging. People don’t just drink the liquid, they drink the story. These days, in a massively competitive environment, there’s a need to add value to a product.
It’s about what’s in the glass, but it’s also about the heritage of the brand. These elements mean that brands stay relevant and interest remains high.”
Beide Beispiele sind diskussionswürdig, finden wir – Möglichkeit dazu findet sich unter dem Artikel…
Das Thema „No Age Statement Whiskys“ begleitet uns schon seit längerem und wird dies auch noch weiter tun. Denn einerseits scheint schon alles dazu gesagt und geschrieben worden zu sein, nur noch nicht von jedem. Andererseits erscheinen immer wieder neue Apsekte der NAS-Whiskys. So, wenn zum Beispiel Macallan die Altersangabe aus seiner Core-Range löscht und die unterschiedlichen Abfüllungen durch ein Farbsystem unterscheidbar macht.
In diesem Monat tauchte das Thema NAS wieder vermehrt in unterschiedlichen Whisky-Blogs auf. Lukasz Dynowiaks (aka Lucas) These im Edinburgh Whisky Blog, dass die fehlende Altersangabe uns alle töten wird, ist nicht neu. Interessant und bemerkenswert ist hier, dass Lucas nicht einer der vielen Whisky-Nerds ist. Er arbeitet in der PR-Arbeit der International Beverage, zu deren Portfolio auch die Brennereien anCnoc, Balblair, Balmenach, Old Pulteney und Speyburn gehören. Und trotz dieses Interessenkonflikts findet er eine klare Position und formuliert sie auch aus.
Billy verteidigt in seinem Booze Blog No Age Statement Whiskys. Seiner Meinung nach sollte bei Whiskys zwischen guten und schlechten unterschieden werden. Und diese gibt es unabhängig der Kategorie, in die sie eingeteilt werden. So führt er einige gute Whiskys auf, die in der Kategorie NAS zwischen dem seiner Meinung nach ganzen Müll zu finden sind.
Whiskyisrael lehnt in ihrem Beitrag auch nicht NAS-Whiskys generell ab, sondern verdeutlicht vielmehr, in welchen Ausprägungen sie ihnen nicht gefallen. Es sind die jungen und manchmal auch viel zu jungen Whiskys, die von den Produzenten als NAS abgefüllt und als Produkt zu einem Premium Preis angeboten werden, weil sie erwarten, dass mittlerweile alles auf dem Markt gekauft wird. Und sie bemängeln, dass mittlerweile der Travel Retail Bereich zum Spielplatz für NAS-Abfüllungen geworden ist. Früher neue Abfüllungen wurden erst im Travel Retail getestet, bevor sie, wenn sie dort von den Käufern angenommen wurden, ins Portfolio übernommen wurden. Heute finden wir vor allem neue NAS-Whiskys mit selsamen gälischen Namen, die mehr kosten als die alten Abfüllungen.
In ihrem heutigen Beitrag lassen sie uns genauer in den Bereich Travel Retail schauen. Hier werden in den Travel Retail Shops Margen von 70 – 75 % erzielt. Und trotz der geringen Erlöse für die Whisky-Produzenten müssen diese noch zusätzlich die für die Kunden kostenlosen Probierstände stellen – die Shops beteiligen sich an diesen Kosten nicht, weder für die Proben noch für das Personal.
Uns als Verbraucher und Whisky-Trinker empfehlen sie, die Whisky-Produzenten durch den Kauf ihrer Nicht Travel-Retail-Whiskys zu unterstützen. Und ihrer Meinung nach könnte die Scotch Whisky Association überlegen, ob sie parallel zu ihrer Arbeit zur Aufrechterhaltung der Qualität von Scotch Whisky und dem Schutz seiner Identität, nicht auch durch Druck auf die Travel Retail Unternehmen ihre Margen senken können, so dass die Whisky-Produzenten zu dem zurückkehren, was sie am besten können: großartigen Whisky herstellen.
Ein Fixpunkt im Wiener Whiskykalender ist wie immer die Frühjahrsverkostung des Potstill, die im Arcotel Wimberger Wien stattfindet und bei der man einen repräsentativen Querschnitt durch die Whiskylandschaft Schottlands verkosten kann. Dr. Mario Prinz hat heute die Verkostungsliste für das Tasting am Freitag, 21.03.2014 (die Verkostung beginnt ab 1900) veröffentlicht – bis auf eventuelle kleine Änderungen ist sie bereits fix. Hier die Abfüllungen:
Campbeltown Loch – 21 years – Blended – Campbeltown
* Bladnoch 10 years, 55 % – Lowlands
Glencadam 12 years, port wood finish – Eastern Highlands
Tomintoul, so sagt zumindest Serge Valentin, ist seinem Geschmack nach per se keine Destillerie, die ein großartiges Grunddestillat erzeugt. Umso mehr kommt es bei ihr auf die Reifung im Fass an. Die Speyside-Destillerie produziert vor allem für Blends, aber in letzter Zeit finden sich immer mehr unabhängige Abfüllungen auf dem Markt. Aber wie steht es um die Qualität? Zumindest für ältere Abfüllungen können wir aus Serges Verkostungsnotizen eine Teilanwtort ablesen: Gar nicht mal so übel. Hier die Abfüllugen aus dem Jahr 1967, die Serge verkostet hat:
Tomintoul 46 yo 1967/2013 (47.6%, The Whisky Agency, refill hogshead, 215 bottles): 85 Punkte
Tomintoul 45 yo 1967/2012 (48.9%, Exclusive Malts for Taiwan.com, refill hogshead, cask #6579, 220 bottles): 84 Punkte
Tomintoul 43 yo 1967/2010 (46%, Mo Or Collection, bourbon hogshead, cask #4691, 215 bottles): 86 Punkte