Nicht anzunehmen, dass dieser Whisky für wenig Geld zu haben sein wird, aber ebensowenig ist anzunehmen, dass er Durchschnitt repräsentieren wird: Von Cadenhead wird es einen 41jährigen Glenfiddich geben – aus dem Jahr 1973, mit 43.1% abgefüllt. Hier die Tasting Notes:
Nase: Sehr frisch, viel Toffee, ziemlich süß und viele tropische Früchte. Ein Fruchtsalat in Sirup. Gaumen: Einiges an Zitronengras, Psssionsfrucht, Pfirsiche, ein Hauch von Eiche und schmelzende weiße Schokolade. Finish: Limoncello, Cashew-Kerne, ziemlich grasig und sehr, sehr fruchtig. 41 Jahre und sehr lebendig. Ein außergewöhnlicher Whisky.
Uns erreichte heute diese Pressemitteilung von Ardbeg/Moet Hennessy zur Verleihung des Titels „Global Icon Distillery Manager des Jahres“ an Ardbeg’s Mickey Heads. Wir geben sie in Auszügen wieder:
Der Destillerie-Manager des Jahres heißt Mickey Heads! Bei der Preisverleihung der World Whisky Awards in London wurde der langjährige Chef der schottischen Ardbeg Destillerie mit einer der höchsten Auszeichnungen der Spirituosenindustrie geehrt. Die Jury sprach ihm Anerkennung für die beständig hohe Qualität seiner außergewöhnlichen Whiskys zu.
„Ich bin wirklich perplex – es ist eine tolle Überraschung, den Award des Global Icon Distillery Manager of the Year gewonnen zu haben“, so Mickey Heads. „Die Auszeichnung gilt aber nicht mir alleine, vielmehr teile ich sie mit dem gesamten Ardbeg-Team, das mich tagtäglich so tatkräftig unterstützt.“ Auf Islay geboren und aufgewachsen, weiß gerade er um die große Bedeutung dieses Awards für die Destillerie und für die Insel Islay.
Auch Dr. Bill Lumsden, Director of Distilling and Whisky Creation bei Ardbeg, gratuliert: „Mit fast 30 Jahren Erfahrung in der Whisky-Industrie kann man wahrlich behaupten, dass Mickey Whisky im Blut hat! Ich freue mich sehr, dass seine Errungenschaften mit diesem Preis geehrt wurden.“
Mickey Heads ist neben seiner Tätigkeit als Destillerie Manager auch Vorsitzender des Ardbeg Committees. Damit teilt er seine Passion für alles, was Ardbeg ist, mit mehr als 100.000 Fans auf der ganzen Welt.
Nicht zu verwechseln mit Bowmore Small Batch Reserve, den es ja schon seit 2012 gibt: Die Islay-Destillerie bringt einen neuen No Age Statement auf den Markt – Bowmore Small Batch. Er reifte in first und second fill bourbon casks und wurde danach zusammengemischt. Er soll dadurch die Süße der Vanille aus den first fill Fässern bringen, und dazu die fruchtige Komplexität der second fill Fässer. Abgefüllt wird das Ganze mit 40%. Einen Animationsfilm zur neuen Release haben wir bereits vor 2 Wochen gebracht – hier können Sie ihn finden.
Hier die offiziellen Tasting Notes in Übersetzung:
Nase: Vanillecreme, Seeluft und Torfrauch, gut ausgewogen mit Honigwabenduft und Zimt. Gaumen: Zitronig, leichte Salzigkeit, Vanille mit Kokosflocken. Finish: Ein Hauch von Rauch, Bourbon-Vanille und Limette.
Eine interessante Meldung haben wir auf Irish Times gefunden: Dublin soll ein Whiskeymuseum bekommen. Im August soll das um fast 2 Millionen Euro von Extreme Event Ireland Ltd. geplante Museum mit 25 Angestellten den Betrieb aufnehmen und 100.000 Besucher jährlich die Geschichte des irischen Whiskeys näherbringen. Für alle, die in dieser Zeit nach Dublin kommen: Das Museum liegt gleich beim Haupteingang des Trinity Colleges, genauer gesagt an der Ecke 119 Grafton Street und 37 College Green. Dort wird es, unterstützt von allen irischen Herstellern und Marken wie Diageo und Pernod Ricard, unter anderem auch Tastings geben. Wer mehr darüber erfahren will, folgt einfach obenstehendem Link.
Es war für viele eine unerwartete Nachricht, dass bem World Whisky Award ein tasmanischer/australischer Whisky zum weltbesten Whisky gekürt wurde (wir berichteten hier). Und dabei war die Verkostung eine Blindverkostung – also sollte hier wirklich nur der bestschmeckendste Whisky einen Preis einheimsen. Serge Valentin von Whiskyfun hat heute unter anderem jenen Whiskys von Sullivan’s Cove verkostet, der an dieser Wahl teilgenommen hat (es war eine Blindverkostung und Serge weiß bis heute nicht, welches Einzelfass gewonnen hat). Er meint, gegenüber den Proben früherer Jahre wären die Whiskys um Lichtjahre besser, und man habe dort in der Destillerie wohl einen Zauberer beschäftigt, um das möglich zu machen. Hier die Abfüllungen und ihre Wertungen:
Schöne Sonntagslektüre: Made in Scotland hat einen sehr angenehm zu lesenden und informativen Artikel über die Arran-Destillerie auf der gleichnamigen Insel gepostet. Im Artikel geht es um die Destillerie und ihre Abfüllungen. Auch über das Besucherzentrum kann man etwas lesen, ebenso wie über das Arran Malt & Music Festival, das jedes Jahr im Juni stattfindet. Und wenn man sich dazu noch einen Arran-Malt einschenken kann…
Arran Destillerie, Foto von Paul Birrell, CC-Lizenz
Aus dem zehnten Batch der Einzelfassabfüllungen von BenRiach stammt der Benriach 1998 PX Triple Distilled, ein dreifach destillierter und im Pedro Ximenez-Sherryfass gereifter Single Malt – ein Whisky, den der Autor dieser Zeilen ebenfalls bereits im Glas hatte (und durchaus mochte). Bei Ralfy erhält er in der Videoverkostung 83 von 100 Punkte, was auch seiner relativen Jugend geschuldet ist. Ralfy’s Tipp: er verträgt gut Wasser, nein, er braucht es nahezu. Und auch, ihn etwas im Glas ruhen zu lassen, hilft dabei, ihn genießen zu können. Wie immer interessante und informative 13 Minuten.
Zwei schöne alte Schätze hat Serge Valentin von Whiskyfun heute für die Verkostung ausgegraben: zwei unabhängige Abfüllungen von Glenugie und Glenury Royal, beide im Jahr 1973 destilliert. Und beide nicht ohne Reiz, wie die doch sehr hohen Wertungen verraten. Schade, dass beide Highland-Destllerien seit der Mitte der 80er-Jahre nicht mehr produzieren – und dass ihre Abfüllungen dementsprechend teuer sind…
Glenury Royal 24 yo 1973/1997 (53.7%, Signatory, Silent Stills, cask #6851, 364 bottles): 90 Punkte
Glenugie 27 yo 1973/2000 (54.2%, Chieftain’s Choice, bourbon barrel, casks #6543/6547, 317 bottles): 86 Punkte
Glenugie, Aufnahme aus dem Jahr 1956 – der Turm im Vordergrund ist die Ruine einer durch Windkraft betriebenen Pumpstation. Foto von Africa23, GNU-Lizenz
Über Nacht sind bei Whiskyexperts (wahrscheinlich durch ein automatisches Update) gewisse Probleme mit der Datenbank aufgetaucht, die ein Posten von News unmöglich machten. Den Fehler zu finden war nicht so einfach, und wir sind uns auch jetzt noch nicht sicher, ob wir ihn nachhaltig gelöst haben. Jedenfalls scheinen alle Funktionalitäten unserer Seite soweit wieder hergestellt zu sein, und die Reparatursession, die sowohl ein Frühstück als auch ein Mittagessen obsolet gemacht hat, kann derweilen wieder abgeschlossen und durch redaktionelle Arbeit ersetzt werden.
The Lost Distillery Company, die Firma, die die Rechte besitzt, Whiskys 20 geschlossener Destillerien “nachmachen” zu dürfen, hatten wir im letzten Juni kurz porträtiert und im Januar die ersten drei Abfüllungen vorgestellt. In den letzten beiden Tagen beschäftigte sich margaretemarie auf ihrem Blog whiskyundfrauen mit The Lost Distillery Company. Vorgestern veröffentlichte sie ihr Interview mit Andrew Hogan, dem Sales Manager bei LDC. Heute nimmt sie sich dem dritten Teil der Reihe nach Auchnagie und Stratheden an, einem Blended Malt, der dem Whisky der Brennerei Gerston nachempfunden ist. Und ein Blick auf die Homepage der Lost Distillery Company zeigt, dass die Menschen dahinter sich intensivst mit der Geschichte der Lost Destilleries auseinandersetzen. Neben einem Werbefilm, einem Verkostungsvideo und -notizen von Charles MacLean gibt es zu jeder Lost Distillery eine umfassende Dokumentation ihrer Geschichte.
Der in New York beheimatete Explorers Club, eine nicht gewinnorientierte Organisation, die sich die Verbreitung wissenschaftlichen Gedankenguts zur Aufgabe gemacht hat, hat Diageo wegen Verletzung des Markenrechts mit ihrem Explores Club verklagt, berichtet die Website Modesto Bee. Laut den Aussagen des Clubs haben sie bereits im vorigen Jahr Johnnie Walker zur Unterlassung aufgefordert, dies sei aber ignoriert worden. Nach Ansicht des Explorers Club wäre die Schriftgestaltung zu ähnlich und die Verkostungsstände der Einrichung des New Yorker Clubzentrums zu ähnlich. Diageo hat sich zu dieser Klage bislang nicht zu Wort gemeldet.
Nach zwei Teilen der Verkostungsserie, die sich exklusiv auf die Insel Islay konzentriert hatten, fand die Trilogie „Secrets of Islay“ mit einem Rundflug über die schottischen Whiskyinseln ihren gelungenen Abschluss. In Vertretung von Reinhard Pohorec, der die ersten beiden Teile begleitet hatte, gesellte sich diesmal Bernhard Rems unter die Teilnehmer, um vom Tasting und seinen lukullischen Begleiterscheinungen zu berichten.
Gerhard Petö (links) und Erich Wassicek begrüßen die Gäste
Im schon bekannten Extrazimmer der Bar Halbestadt führte Gerald Petö von Whisky Purbach seine Gäste von Norden nach Süden durch die Insellandschaft Schottlands. Der Kurs war nicht nur von geografischen Überlegungen bestimmt, sondern auch von geschmacklichen, startete man doch mit dem Scapa 16yo und zwei Abfüllungen von Highland Park (12yo und Drakkar) die Reise auf den Orkneys mit eher leichten und sehr einfach zugänglichen Whiskys. Der Scapa 16yo hätte es schwer gehabt, sich in einer Blindverkostung als Insulaner zu erkennen zu geben, die ausgeprägten floralen Noten, seine Süße und vor allem das Fehlen jeglicher Anklänge an Meeresluft hätten ihn ebenso leicht als Festlandwhisky durchgehen lassen. Dennoch: Nicht uninteressant, und für den Autor um einiges angenehmer als der Highland Park 12, der vor allem mit Pfeffrigkeit zu punkten versuchte. Der Drakkar hingegen stellte sich eine Stufe über den Zwölfjährigen, kam ausgewogen, wenn auch nicht besonders fordernd daher.
Fast alle Whiskys der Verkostung
Auch diesmal wurden die Whiskys wieder von wohlüberlegten und passenden Köstlichkeiten aus der Küche begleitet – mit Können und Einfühlungsvermögen zubereitet und hübsch präsentiert. Die Brotsuppe ohne Suppe, dafür aber mit einem Spiegelei von der Wachtel, war der ideale Gaumenschmaus zu den Whiskys des ersten Flights.
Die Brotsuppe ohne Suppe
Weiter ging es mit der Reise, und wir begaben uns auf die Insel Skye. Repräsentiert wurde diese von zwei Abfüllungen der einzigen Destillerie auf der Insel, Talisker. Der absolute Standard, Talisker 10yo, brachte salzige, maritime und rauchige Noten an den Gaumen und zeigte einmal mehr, warum er unter den Standardwhiskys eine durchaus herausragende Rolle einnimmt: Für das Geld bietet er solide Qualität, enttäuscht nie und ist unverkennbar. Die Talisker Distillers Edition, die als Kontrapunkt gereicht wurde, vereint die Vorzüge des Zehnjährigen und rundet sie nach hinten mit einem gelungenen Amoroso-Sherryfinish ab. Hier hat man durchaus den Eindruck, dass das Finish nicht zum Überdecken, sondern zum Erzielen einer gewissen Finesse benutzt wurde.
Südlich von Skye finden wir die Insel Mull, und auf ihr die Destillerie Tobermory, die seit dem vorigen Jahr so wie auch Bunnahabhain und Deanston zur südafrikanischen Distell-Gruppe gehört. Tobermory macht die meiste Zeit des Jahres ungetorften Whisky, wenige Monate aber dann werden sprichwörtlich die Torffeuer angeworfen und ein herrlich torfig rauchiger Whisky erblickt unter dem Namen Ledaig das Licht der Welt. In diesem Flight traten der Tobermory 10yo und der Ledaig 2005 aus dem Hause Carn Mor gegeneinander und miteinander an. Für mich schmeckt Tobermory immer so, als käme der Whisky aus einem algenbesetzen Blecheimer – und das meine ich durchaus positiv. Er hat den Meerescharakter ganz anders als Talisker, deutlich brackiger und nicht vorne aus der Gischt, sondern hinten aus dem Anleger, wo einige Fischkutter vor sich hindümpeln. Der Ledaig von Carn Mor, ein siebenjähriger Jungspund mit einem unglaublich erwachsenen Charakter, begeisterte auch in dieser Verkostung die Teilnehmer mit seiner ausdruckstarken Frische. Schade, dass von dieser Abfüllung kaum noch etwas in den Geschäften zu finden ist – sie ist und bleibt ein wirkliches Highlight in ihrer Preisklasse.
Fachkundige Erklärungen, immer getragen von einer spürbaren Liebe für das Wasser des Lebens: Gerhard Petö
Gastgeber Erich Wassicek von der Bar Halbestadt öffnete dann zwischendurch seinen Privatschatz um die letzten Schlucke einer alten, ebenfalls siebenjährigen Ledaig-Originalabfüllung auszuschenken – in der Nase milder (auch wohl deshalb, weil die Flasche schon einige Zeit geöffnet war), aber am Gaumen nach wie vor mit viel Kraft und der Ledaig-Charakteristik, die auch den Carn Mor so auszeichnete. Die Originalabfüllung gebärdete sich wie der wohlerzogene Zwillingsbruder der Carn Mor-Abfüllung und wusste ebenfalls zu überzeugen. Dann gab es noch, ebenfalls von Erich zur Verfügung gestellt, einen Ledaig 16yo aus dem Jahr 1990, in der CC-Abfüllung von Gordon & MacPhail. Das Refill Sherrybutt machte ihn elegant und rund, ein schöner, bemerkenswerter Whisky.
Ein alter Ledaig, Originalabfüllung – er hat seinen Zweck bereits erfüllt.
Immer wieder zwischendurch: kulinarische Akzentuierungen wie ein herrliches Blunzensandwich (Blunze ist Blutwurst, für alle Nichtösterreicher) oder eine Rahmsuppe mit Kartoffelcroutons (auf den Punkt angeknuspert – traumhaft) und Kresse – oder später dann ein Zweierlei an Aufläufen (Schinken und Kräuter, die elegant mit dem Spannungsverhältnis zwischen getorftem und ungetorftem Whisky spielten) sowie ein Scheiterhaufen als Dessert. Eine Verbeugung vor der creativen Küche, die nie den Boden unter den Füßen verlor, ist hier angebracht.
Der vierte Zwischenstopp auf unserer Inselrundreise war Jura, gleich nordöstlich von Islay gelegen – ein relativ menschenleeres Eiland, auf dem man eher einen Hirsch als einen Bewohner sehen wird. Von dort hatte Gerald Petö den Jura Turas Mara und den Jura Prophecy mitgebracht – und es ist durchaus verständlich, warum es eingefleischte Fans dieser Inselwhiskys gibt. Während der Turas Mara gefällig und intensiv schmeckt, hintenraus an gute Bunnahabhains erinnert, ist der Prophecy ein Torfwhisky, der nicht auf brachiale Gewalt, sondern eher auf Eleganz setzt. Auch wenn beide Whiskys nicht zu den hintergründigsten gehören, sind sie schön trinkbar und haben durchaus ihre eigene Note.
Westlich der Halbinsel Kintyre (nicht nur bekannt aus dem Song von Paul McCartney, sondern auch als Heimat der Whiskyregion Campbeltown) liegt die Insel Arran mit der gleichnamigen Destillerie. Arran als Destillerie ist noch sehr jung, an die zwanzig Jahre, und während in der ersten Zeit die Qualität eher mäßig war (was man hinter einer Unzahl von Finishes zu verbergen suchte), hat sie sich in der Zwischenzeit gemausert und präsentiert heute bereits sehr eindrucksvolle Whiskys. Der Arran 10yo und der rauchige Arran Machrie Moor spielen zwar nicht in dieser ersten Liga mit, aber sie zeigen dennoch sehr schön den eher leichten, exotisch fruchtigen Stil dieser Destillerie. Der Machrie Moor selbst ist nur dezent getorft, aber leider drängt sich bei ihm der Alkohol in Form von starker Pfeffrigkeit in den Vordergrund. Runder geht es beim 10yo zu, der wiederum, typisch für Arran, keinerlei Meernoten zeigt.
Fachsimpeleien unter den Gästen
Eigentlich wäre mit den beiden Arrans die Verkostung und damit die Trilogie zu Ende gewesen, aber Gerald Petö hatte noch eine Überraschung im Gepäck. Eine Inselgruppe fehlte nämlich in der Rundreise, und das waren die Äußeren Hebriden, die seit einiger Zeit die kleine Destillerie Abhainn Dearg beherbergten, untergebracht in windschiefen Schuppen, mit einem Produktionsvolumen von gerade Mal 15.000 Litern (nein, da fehlt keine Null) jährlich. Der dreijährige Abhainn Dearg 2008 Limited Edition ist dementsprechend selten und teuer – ein halber Liter davon kostet fast 200 Euro. Geschmacklich ist er sein Geld sicher nicht wert – da spürt man hauptsächlich noch Newmake Spirit darin, Getreide, Süße, aber man findet mit etwas Nachschmecken schon die Ansätze in ihm, einmal ein guter Whisky zu werden. Als Whiskyliebhaber konnte man natürlich an so einer Kostprobe trotz des geschmacklichen Defizits (das ja auch zu erwarten war) nicht vorbei gehen.
Junger Tropfen mit viel Potential – Abhainn Dearg 2008 Limited Edition
So endete nicht nur ein interessanter und fachkundig begleiteter Abend, sondern auch die gesamte Trilogie. Themenspezifische Verkostungen sind, vor allem, wenn sie so perfekt vorbereitet und umfassend betreut sind, eine interessante Sache – und die Islay/Islands-Trilogie von Gerhard Petö war sicher jede Minute, die man in ihr verbrachte, wert. Es hat allen Sinnen Spaß gemacht – und man geht mit mehr Wissen, neuen Eindrücken und vor allem von Gerhards Liebe zu Whisky befruchtet hinaus…
Vertikalverkostungen, also Verkostungen verschiedener Abfüllungen einer einzigen Destillerie, sind immer eine spannende Sache. Einerseits kann man dabei die Vielfalt der Möglichkeiten, die in einem Standort stecken, erkennen, andererseits zeigt sich idealerweise durch alle Abfüllungen dabei der typische Destilleriecharakter. Bei manchen Destillerien ist er sehr ausgeprägt, andere sind da etwas indifferenter. Persönlich würde der Autor der Zeilen Dailuaine eher in die zweite Kategorie einordnen, aber Charakter und Qualität haben die Whiskys von dort in den meisten Fällen allemal. Serge Valentin von Whiskyfun hat heute 5 Dailuaine verkostet, hier sind die Abfüllungen und die Ergebnisse in Punkten:
Dailuaine 7 yo 2005/2013 (41.5%, Douglas Laing, Single Minded, sherry butt): 80 Punkte
Dailuaine 13 yo 2000/2013 (61.3%, James MacArthur, Old Masters, bourbon, cask #82): 85 Punkte
Dailuaine 21 yo 1992/2013 (53.3%, The Whisky Mercenary): 87 Punkte
Dailuaine 1974/2005 (46%, Berry Brothers Own Selection, cask #B111/2): 85 Punkte
Dailuaine 1962/2000 (52.2%, James MacArthur, Millennium, sherry): 93 Punkte
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