Isle of Jura Destillerie, Bild von Gordon Brown, CC-Lizenz
Serge Valentin nimmt sich in seiner heutigen Verkostung fünf Isle of Jura Abfüllungen an, die erst kürzlich auf dem Markt erschienen und so für Normalsterbliche auch noch zu erwerben sind (bei manchen ist ein gut gefüllter geldbeutel von Nöten). Die Destillerie im Schatten der Insel Islay und ihrer berühmten Brennereien gehört zu den vielen Unterschätzten in Schottland, wie Serges Verkostungsnotizen und Bewertungen zeigen.
Isle of Jura 9 yo 2003/2013 (46%, Douglas Laing, Provenance, cask #9305) 79 Punkte
Jura 18 yo 1995/2013 (52.8%, The First Editions, refill hogshead, 288 bottles) 89 Punkte
Jura 23 yo 1989/2013 ‚Heavily Peated‘ (56.5%, Signatory Vintage, bourbon barrel, casks #30706+30709, 211 bottles) 86 Punkte
Jura 30 yo ‚Camas an Staca‘ (44%, OB, 2,500 bottles, 2013) 91 Punkte
Isle of Jura 35 yo 1976/2012 (51.3%, Jack Wiebers, Gentle Noses, cask #60006, 120 bottles) 89 Punkte
Unabhängige Abfüllungen aus der Destillerie Ardbeg sind nicht einfach zu bekommen. Heuer waren es gerade mal fünf, die auf den Markt kamen. Eine dieser Abfüllungen stammt von Cadenhead’s. Der Whisky wurde im Jahr 1993 destilliert und 2013 mit 57.9% abgefüllt. Es gibt davon 312 Flaschen, einige davon sollten sich noch auf dem Markt befinden und ca. 130 Euro kosten. Zahlt es sich aus, dieses Geld zu investieren? Bernhard Rems hat den Ardbeg verkostet.
Nase: Der Whisky braucht nach dem Öffnen der Flasche gut 10 Minuten im Glas, bevor er sich zum ersten Mal öffnet. Die Nase ist unverkennbar torfig und erdig, gänzlich ohne Schärfe. Man riecht etwas Zitronenzeste, etwas Birne. Die Jodigkeit ist sehr subtil, fast nicht vorhanden.
Gaumen: Imposant im Mund. Der Alkohol zeigt sich sehr schön eingebunden und lässt Platz für Früchte wie Birne, Quitte und Zitrone. Anfangs Süße, die aber dann zurückweicht und dem Torf weicht. Auch hier wieder wenig maritime Noten, und selbst den Torf möchte man nicht als dominant beschreiben. Insgesamt sehr ausgewogen und durchaus komplex.
Finish: Lange, torfig, wieder mit etwas Süße im Beginn, gegen Ende dann erdig bitter werdend.
Alles in allem: Sehr schöner Whisky, der zum Nachschmecken einlädt. Braucht seine Zeit im Glas, wird dann durchaus mächtig und beeindruckend. Seine Kraft ist nicht brutal, sondern immer schön modelliert. Ein idealer Whisky für die kommenden Herbsttage, der das Attribut Spitzenklasse verdient.
Weil sich newsmäßig nicht sonderlich viel tut heute, bleibt uns auch Zeit, einem für den irischen Whiskey sehr bedeutsamen Menschen zum 273. Geburtstag zu gratulieren. Also: Alles Gute, Mr. John Jameson – Sie haben etwas Bleibendes geschaffen, das auch heute noch vielen Menschen Freude bereitet. Wir heben unser Glas auf Sie!
Old Pulteney, noch die nördlichste Festlanddestillerie Schottlands (sobald Wolfburn Whisky ausliefert, ist dieser Titel verloren), hat im September einen neuen Whisky auf den Markt gebracht – und ganz ihrer Positionierung entsprechend (Old Pulteney bezeichnet ihren Malt als den „maritime malt“) nennt er sich „Navigator“. Der Whisky ist mit 46% abgefüllt und ist nur in begrenzter Menge verfügbar. Geschmacklich wird er von der Destillerie als vollmundig, mit Noten von Honig, Kakao und Orangen beschrieben. Das Finish sei würzig, und mit Noten von salzigem Seewind.
Bevnet.com kündigt diesen Old Pulteney für die USA an, die Flaschenbeschriftung lässt aber vermuten, dass der Whisky auch in Europa auftauchen wird…
Just-drinks.com berichtet, dass nicht nur Diageo und Pernod Ricard daran arbeiten, die Kapazität ihrer Scotch-Produktion zu erhöhen. Auch Beam ist auf diesen Zug aufgesprungen und investiert kräftig. Die US-Firma, die Teacher’s, Laphroaig und Ardmore besitzt, hat drei neue Lagerhäuser in Westthorn bei Glasgow errichtet, die die Kapazität der Scotch-Produktion um 20% erhöhen können. 75.000 Fässer können in diesen Lagerhäusern gelagert werden.
Natürlich stellt sich jetzt eine Frage: Weder Ardmore noch Laphroaig liegen in einem Stadteil von Glasgow – gerade bei Laphroaig wäre es interessant zu sehen, ob die Lagerung so weit weg von Islay den Charakter des Whiskys verändert…
Von Auchentoshan erreicht uns folgende Pressemitteilung über den Ausgang des Auchentoshan Switch-Wettbewerbs:
Ein einmaliger Contest ist beendet und der glückliche Gewinner steht fest: Aidan Bowie aus Glasgow/Großbritannien wird für zwei Wochen im legendären New Yorker Dead Rabbit am Tresen stehen. Im Rahmen eines einzigartigen Single Malt Scotch Cocktail-Wettbewerbs hat Auchentoshan Mixologen und Bartender aus Europa und Nordamerika aufgerufen, sich mit einer Eigenkreation für den Auchentoshan Switch zu bewerben. Nach den nationalen Heats wurde nun aus den Gewinnern Großbritanniens, Schwedens und Deutschlands der europäische Sieger ermittelt. In einem spannenden Wettbewerb sind die drei Besten der unterschiedlichen Länder gestern in der renommierten Bar London Bridge/UK aufeinander getroffen.
Der Sieger Aidan Bowie, im alltäglichen Leben in der Bar des Blythswood Square Hotels zu finden, überzeugte die hochkarätige Jury bestehend aus Rachel Barrie, Auchentoshan Master Blenderin, dem Mitbesitzer der Hostbar Nightjar Edmund Weil und Ryan Chetiyawardana (AKA Mr Lyan), Cocktail Genie und Berater, mit seiner Eigenkreation. Nun erwartet ihn eine spannende Zeit im legendären Dead Rabbit in New York. Für zwei Wochen wird er dort den Kollegen über die Schulter schauen und nicht nur die Signature Drinks kennenlernen, sondern auch die hauseigenen Techniken erlernen und einen ganz speziellen Einblick in den Baralltag erhalten.
„Es ist unglaublich. Alle Rezepte waren einzigartig, die Mitstreiter allesamt echte Profis. Mich in diesem Wettkampf durchsetzen zu können, das ehrt mich sehr. Ich freue mich wahnsinnig auf den Austausch und die Möglichkeit, in einem solch legendären Laden arbeiten zu dürfen“, freut sich der glückliche Gewinner.
Natürlich bleibt rund um den fachlichen Austausch genug Zeit, auch die faszinierende Metropole kennenzulernen. Der Sieger aus Nordamerika wird dies in der weltbekannten Nightjar Bar in London erleben.
Die deutschen Finalisten Carsten Möller aus der Catwalk Bar (Marriott Hotel, Berlin), Adrian Schulz aus der Ciba Mato Bar (Stuttgart) und Marina Forciniti aus der Bristol Bar (Frankfurt am Main), für die es leider nicht gereicht hat, sind sich dennoch einig: „An diesem einzigartigen Wettbewerb teilzunehmen war echt spannend. Nicht nur selbst mit einem solch facettenreichen Whisky zu arbeiten, sondern auch zu sehen, wie andere diesen interpretieren, hat uns in unserer Arbeit noch einmal völlig neue Richtungen aufgezeigt. Wir haben auch untereinander einige interessante und hilfreiche Skills austauschen können.“
Der Auchentoshan Switch ist ein einzigartiger Wettbewerb, einmalig in Deutschland: Bartender und Mixologen aus Europa und Nordamerika waren aufgerufen, ihren ganz persönlichen Drink unter Verwendung des Auchentoshan® Three Wood zu kreieren und sich online mit diesem zu bewerben. Aus allen Einsendungen wurden in spannenden Wettstreiten zunächst die Gewinner der einzelnen Länder ermittelt. Diese traten nun im europäischen Finale gegeneinander an.
Im europäischen Finale standen (in alphabetischer Reihenfolge):
Aidan Bowie – Blythswood Square Hotel, Glasgow, UK
Johnny Brissenden – EAUdeVIE, Bournemouth, UK
Tony Comas – Haktet, Stockholm, Sweden
Matteo Corsalini – China Tang, London, UK
Neil Donachie – Popolo, Newcastle, UK
Marina Forciniti – Bristol Bar, Frankfurt, Germany
Kevin Griffin – Tigerlily, Edinburgh, UK
Matthew Hastings – Platillos, Sheffield, UK
Damiano Madeddu – Rivoli Bar at The Ritz, London, UK
Wie auch schon bei den anderen Kriegern aus der Warrior-Serie, hat Highland Park nun auch für die Ragnvald-Abfüllung ein Verkostungsvideo auf Youtube veröffentlicht. Daryl Haldane nimmt sich darin fast vier Minuten Zeit, die Feinheiten der nur im Duty Free erhältlichen Abfüllung zu erläutern – und zuvor die Geschichte der Figur Ragnvald. Ragnvald ist Krieger Nummer fünf – ein sehr sherrylastiger Whisky, und er befindet sich bereits im eher hochpreisigen Segment. Nummer sechs (bislang noch nicht detailliert angekündigt) wir dann der teuerste dieser Serie werden…
Glen Scotia Destillerie, Foto von J M Briscoe, CC-Lizenz
Serge Valentin von Whiskyfun verkostet heute drei Abfüllungen der Destillerie Glen Scotia aus Campbeltown. Alle stammen aus dem Jahr 1992, zwei davon wurden erst heuer abgefüllt. Generell werden sie passabel bewertet, das Highlight scheint laut Serge die Abfüllung aus der neuen „Old Particular“-Serie von Douglas Laing zu sein. Hier sind die Wertungen:
Glen Scotia 18 yo 1992/2010 (46%, Mo Òr Collection, first fill sherry butt, cask #6, 1076 bottles): 83 Punkte
Glen Scotia 21 yo 1992/2013 (52.2%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 240 bottles): 80 Punkte
Glen Scotia 21 yo 1992/2013 (51.5%, Douglas Laing, Old Particular, refill barrel, ref DL9903, 240 bottles): 88 Punkte
Hätten Sie gerne einen Lehnstuhl, einen Whiskyschrank oder einen Tisch fürs Verkosten aus einem alten Whiskyfass? Nun, dieser Wunsch kann nun mit The Balvenie in Erfüllung gehen. Sie müssen ein Freund von Balvenie werden (die Freundesgruppe dort nennt sich Warehouse 24) und danach angeben, welches Möbel sie gerne hätten – und dann müssen sie nur noch warten und Glück haben. Zum Mitmachen geht es hier entlang.
Die Gewinner der fünf Eintrittskarten zum Salzburger Whisky-Weekend stehen fest und sind von uns bereits benachrichtigt worden. Danke an alle fürs Mitspielen – und für wen es nicht geklappt hat oder wer die Veranstaltung am 5. oder 6. Oktober besuchen will: Die regulären Eintrittskarten sind preiswert, das Programm ist interessant und der Whisky ist gut :-). Nähere Infos zum Whisky-Weekend finden Sie hier.
Am 17. Oktober findet in London die jährliche Distiller’s Charity Auction statt, in deren Rahmen wahre Whisky-Schätze für einen guten Zweck verlost werden. So zum Beispiel ein Glenury Royal 50yo – ein unglaublich seltener Tropfen aus einer Lost Distillery, der an die zweitausend Pfund oder mehr bringen könnte (einige unserer Leser werden vielleicht den etwas leichter zu bekommenden Glenury Royal 36yo in ihrer Sammlung haben).
Wenn alles klappt, wird Whiskyexperts bei dieser Vweranstaltung durch unseren Mitarbeiter Reinhard Pohorec vertreten sein und von dort berichten. Für alle, die an der Veranstaltung nicht persönlich teilnehmen können, haben wir hier den Auktionskatalog zum Downloaden, Stöbern und Träumen :-).Vielen Dank an Mario Prinz vom Potstill für das Material.
Kilchoman Distillery, Foto von Apollon440, Public Domain
Gute Nachricht für alle Fans der Farm-Destillerie Kilchoman auf Islay (hier unser Datenblatt): Der Webshop kann jetzt Produkte auch nach Kontinentaleuropa versenden. Die Whiskys selbst sind ja eigentlich gut distribuiert, also fast überall erhältlich, aber die netten Kleinigkeiten wie gebrandete Wasserkrüge, T-Shirts oder Geschenkartikel – die gibts zumeist nur dort. Unser persönlicher Favorit: der Kilchoman Autokleber. Kommt sicher gut bei jeder Alkoholkontrolle 🙂
Die neue Tullamore Dew -Destillerie, die seit einem Monat im Bau befindlich ist
Heute gehts bei der Verkostung von Serge Valentin nach Irland. Auf seinem Programm stehen zwei neue Whiskeys von der grünen Insel: Der Tullamore Dew „Phoenix“ und der Redbreast 21yo (er wurde erst letztes Wochenende in London vorgestellt – wir berichteten). Beide werden gut bewertet, aber der Sieger scheint dann doch der Redbreast 21yo zu sein, den Serge weniger „holzig“ findet als den Fünfzehnjährigen. Interessant aber sind, so seine Zusammenfassung, beide:
Tullamore Dew ‚Phoenix‘ (55%, OB, 2013): 85 Punkte
Redbreast 21 yo (46%, OB, single pot still, 2013): 89 Punkte
Martine Rochard Donnay, gemeinsam mit ihrem Mann Besitzerin der Gartbreck farm auf Islay, hat auf Pinterest ein interessantes Bild gepinnt: Es zeigt den „Garten“ ihres Anwesens Gartbreck, gleichzeitig auch Ort für die neue Destillerie gleichen Namens auf Islay. Im Hintergrund zu sehen: Die Destillerie Bruichladdich. Ein Garten mit wirklich schöner Aussicht also…