Mittwoch, 25. Mai 2022, 05:48:35

Wir verkosten: Ardbeg Twenty Something

Ein zurückhaltender Charakter, der viel zu erzählen hat, wenn man ihm zuhört...

Ardbeg Twenty Something

23yo
46.3%
Originalabfüllung für Committee-Members
Sample: Moët-Hennessy
Verkoster: Bernhard Rems

Ab 2. November können Committee-Mitglieder diese Rarität aus einer Zeit der Destillerie erstehen, als die Brennblase, die nun vor der Brennerei steht, noch in ihr in Betrieb war.  Der 1994 destillierte und 2017 mit 46.3% abgefüllte Single Malt ist ein Vatting aus Bourbon- und Sherrycasks, nur in kleiner Auflage erhältlich und kostet € 480,-.

Nase: Nach anfänglicher Scheu zeigen sich sanfte Rauchnoten, die einen fruchtigen und vanilligen Grundton umwabern. Ein paar kräuterige Noten findet man, etwas würzig Holziges, wie in der Sonne liegende Fichtenscheite mit ein paar Harztropfen. Der Rauchton braucht etwas Zeit, um sich mehr zu entwickeln, aber er wird dabei nur breiter, aschiger, nicht dominanter. Das etwas Rabiate jüngerer Abfüllungen fehlt ihm gänzlich, so wie die Zitronennoten, die man sonst bei Ardbeg finden kann.

Gaumen: Auch hier beginnt der Twenty Something schüchtern, mit einem cremigen Mundgefühl. Zunächst entwickeln sich süße Fruchtnoten, dann etwas heller Nougat, der Rauch ist Beiwerk und verstärkt die Komplexität des Eindrucks am Gaumen. Die Eindrücke bleiben zurückhaltend, dabei aber deutlich akzentuiert – so, als würde man eine hochwertige HiFi-Anlage nur leise aufdrehen. Die Subtilität erfordert Aufmerksamkeit, macht aber Freude.

Finish:  Cremig, hier wird der aschige Ardbeg-Eindruck deutlicher als beim Antrinken, etwas abtrocknend zum Ende hin, aber das Ende ist sehr weit entfernt. Wieder Frucht, zum ersten Mal auch etwas Pfeffrigkeit. 

Alles in allem: Vor einem Jahr haben wir am Ardbeg Twentyone seine Eleganz und präsente Reife geschätzt. Im Ardbeg Twenty Something finden wir diese noble Zurückhaltung auf die Spitze getrieben. Ein leiser Ardbeg, der gerade in der zurückgenommenen Lautstärke viele Nuancen zeigen kann. Man muss sich darauf einlassen, am besten in einem Tête-à-Tête ohne Ablenkung durch andere Whiskys, denn diese Hinwendung braucht er und verdient er.

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