Ein recht ausführliches Interview mit Master Blender Richard Paterson von Dalmore können Sie auf alkoblog.de lesen. Paterson hat sich für die Beantwortung vieler Fragen Zeit genommen und gibt Einblicke in seine Tätigkeit. Auch lässt er eine gewisse Vorliebe für Age Statements erkennen. Hier ein Auszug über seine Arbeit als Blender und wie er die Erschaffung eines neuen Blends beginnt:

Bei jedem neuen Blend stehst du vor einer Reihe von Optionen. Welchen Stil möchtest du haben: Schwer, mittel oder leicht. Welche Altersspanne möchtest du blenden: 8 Jahre, 12 Jahre, 15 Jahre. Darauf solltest du dich direkt festlegen. Die erste Regel des Master Blenders lautet: Du musst einen Style erschaffen. Und du musst die Qualität sicherstellen. Das ist der Schlüssel.

Wenn du als Destillerie-Manager zu mir kommst und sagst: Hey Richard, du hast 3.000 Kisten verkauft. Lass uns raufgehen auf 100.000 Kisten dieses Jahr. Dann wird dieser Whisky nicht einfach so da sein. Du musst diese Grundlagen von Beginn an legen. Es muss klar sein: Welchen Stil möchtest du und was sind die Erwartungen an den Verkauf.

Für viele meiner Blends und Single Malts bekomme ich eine Zahl von den Marketing- und Sales-Leuten und ich plane meistens so, dass noch etwas extra Whisky in Reserve haben. Denn was ich immer mache bei meinen Whiskys ist, dass ich 25 – 35 % des ersten Vattings nehme und ihn für ein zweites Vatting verwende. So bekomme ich einen konsistenten Geschmack. Du brauchst diese Konsistenz aber nicht nur beim Blenden der fertigen Whiskys, sondern natürlich auch schon beim Holz.

(Bild: Richard Paterson – Best Whisky Motion 2014. Bildrechte Ernst J. Scheiner)