St. Kilian Whisky
 

In den Zeiten der akuten Verknappung japanischer Whiskys kommt ein neuer japanischer Blend in Deutschland in den Handel – und Beam Suntory Deutschland stellte diesen am Mittwoch in München vor. Unser Gastautor Björn Bachirt war bei der Präsentation des neuen TOKI für uns vor Ort und berichtet hier über einen Abend, der ganz der Neuerscheinung und der japanischen Genusskultur gewidmet war:

Deconstructing Toki – ein japanischer Abend in München

Der Spirituosenkonzern Beam Suntory bringt im Juni einen neuen japanischen Premium Blend mit Namen Toki auf den deutschen Markt. Chief Blender Shinji Fukuyo vereint darin Elemente aus allen drei japanischen Suntory Destillerien: Yamazaki, Hakushu und Chita. Er soll damit vor allem die weiterhin hohe Nachfrage nach japanischen Whiskys befriedigen. 

Toki bedeutet übersetzt „Zeit“. Der Name spielt darauf an, dass dieser Blend Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet, indem er für authentischen japanischen Genuss steht – so wie Japans Kultur, die althergebrachte Bräuche würdigt und trotzdem modern ist.

Am 16. Mai lud Beam Suntory zu einer exklusiven Vorstellung des Toki Blended Whisky nach München ein. Im japanisch zeitgenössischen Ambiente des Restaurants „KOI“ stellte kein geringerer als World Brand Ambassador Mike Miyamoto persönlich die neueste Kreation vor. Begleitet von einem kulinarischen und musikalischen Rahmenprogramm gewährte der Abend zugleich interessante Einblicke in die japanische Bar- und Trinkkultur.

Nach Begrüßung der Gäste lud Mike Miyamoto, mittlerweile seit 40 Jahren für Suntory tätig, die Gäste in zwei Gruppen zu einem „Deconstruction-Tasting“, denn wer den Toki Whisky wirklich erfahren möchte, der beginnt die Reise am besten, indem er die einzelnen Säulen dieses Blends kennenlernt.

Um japanischen Whisky und dessen Besonderheiten besser zu verstehen, empfiehlt es sich allerdings auch etwas über dessen Geschichte und Herstellung zu erfahren. Mike Miyamoto begann seine Präsentation deshalb mit einer kurzweiligen Einführung in die Geschichte von Suntory, die freilich mit einem Namen beginnen muss: Shinji Torii, der Urvater des japanischen Whiskys. Er selbst war bereits mit dem „Akadama“, einem Likörwein, auf dem japanischen Markt erfolgreich, vermisste jedoch das Angebot an hochwertigen Spirituosen, weshalb er diese zunächst aus dem Ausland importierte. Inspiriert von schottischen Destillaten begann er damit, einen eigenen Whisky für den japanischen Gaumen herzustellen und gründete dazu 1923 die Firma Suntory und mit ihr die erste, nur auf Whisky spezialisierte Brennerei Japans, die wir heute unter dem Namen Yamazaki kennen. 1929 erschien mit dem Shirofuda der erste Whisky, welcher jedoch wenig Liebhaber fand, wie Mike Miyamoto erzählt. Ein größerer Erfolg gelang Torii dagegen mit dem 1937 veröffentlichten Kakubin, der im Übrigen heute noch verkauft wird.

Obwohl sich die japanische Whiskyindustrie in der Folgezeit weiter entwickelte und die Produktionsprozesse verfeinerte, blieb die Anzahl der Brennereien gleichwohl überschaubar. Um Vielfalt zu erzeugen, gehen japanische Hersteller heute deshalb einen eigenen Weg und kreieren in den Brennereien unterschiedlichste Destillate. Möglich wird dies durch den Einsatz verschieden geformter Pot Stills, Lyne Arms, verschiedene Hefestämme und unterschiedlichste Fässer. So kann Suntory in seinen Brennereien auf eine große Auswahl an Destillaten zurückgreifen. Das kommt vor allem den eigenen Blends zu Gute.

Üblicherweise bilden Yamazaki Single Malts eine wichtige Komponente für Suntory Blends, während Grain Whisky deren Basis stellt. Mike Miyamoto betonte, dass sich Chief Blender Shinji Fukuyo für den Toki für eine andere Herangehensweise entschieden hatte. Eine der Säulen bildet der Single Malt Hakushu American White Oak, der vor allem die fruchtigen Komponenten mitbringt. Als zweite Säule wählte Fukuyo bewusst einen schweren Grain Whisky der Brennerei Chita, der für die gewünschte Süße des Toki sorgt.

Zusätzlich wählte Fukuyo zwei Yamazaki Single Malts aus, und zwar einen American White Oak Cask sowie einen Spanish Oak Cask, um mehr Komplexität in den Blend einzubinden.

Mit diesen einleitenden Worten über die Zusammensetzung des Toki Whisky durften die Teilnehmer nun den Hakushu Single Malt verkosten. Die Hakushu Destillerie verwendet für die Herstellung ihres Whiskys besonders weiches Wasser, welches sogar so gut ist, dass Suntory es eigens abfüllen lässt. Es zählt mittlerweile zu den meistverkauften Mineralwassern Japans. Zudem zeichnet sich die Lage der Brennerei durch sehr ausgeprägte Jahreszeiten aus. Besonders heiße Sommer stehen sehr kalten Wintern gegenüber. Für den Toki verwendete Fukuyo einen fruchtigen, leicht getorften Malt mit ebenso leichtem Körper, dessen fruchtige Aromen tatsächlich im Vordergrund stehen: Frische grüne Äpfel, Birne gehen einher mit kräutrigen Noten. Sehr weich und rund im Geschmack fällt dieser Malt aus.

Dazu passt der im Anschluss verkostete Chita Single Grain, der vor allem süße Getreide- und Vanillenoten in die Nase transportiert.

Mike Miyamoto begann in seiner Präsentation mit der Geschichte der Brennerei Yamazaki und genau dahin kehren wir nun zurück, als wir uns mit der dritten Säule des Toki befassen, wobei an diesem Abend der Yamazaki Spanish Oak probiert werden durfte. Deutlich kräftiger als die bisher verkosteten Destillate stehen hier nun würzige Eichennoten gepaart mit Schokolade und Karamelltoffee im Vordergrund.

Nachdem die Teilnehmer sich nun mit den einzelnen Bestandteilen des Toki befassen konnten, gab es zum Schluss selbstverständlich eine Kostprobe dieses neuen Blends, abgefüllt übrigens mit 43% vol., ohne Altersangabe. Tatsächlich lässt sich dort der Einfluss der einzelnen zuvor verkosteten Destillate wiederfinden. Fruchtige Aromen strömen ebenso in die Nase wie Karamell- und Toffeenoten in einem subtilen Zusammenspiel mit angenehmen Holznoten. Insgesamt sehr weich und harmonisch.

Mit diesen Eindrücken endete das Tasting, aber noch lange nicht der Abend, denn die Gäste erwartete noch eine unterhaltsame Vorstellung dreierlei Cocktails, für welche der Toki Whisky die Basis bildet. Dieser Blend darf zwar gerne pur genossen werden, seine Vielseitigkeit zeigt sich aber vor allem in Cocktails. Besonders beliebt ist der Highball, ein Mix aus Whisky und Sodawasser mit viel Eis, der in Japan auch gerne zum Essen getrunken wird. In den 1950er Jahren war er unter den japanischen Whiskytrinkern außerordentlich beliebt, gerade weil er besonders erfrischend daher kommt und auch noch gut zur japanischen Küche passt.

Apropos Küche: Das von der japanischen Izakaya-Küche beeinflusste KOI lieferte an diesem Abend eine vielseitige Auswahl an begleitenden Spezialitäten wie etwas Kamo Kari Salada (Knusprige Ente, Hijki-Algen-Karotten-Salat, Granny-Smith-Apfel-Limetten Salsa), Turi_No_Tebasaki Age (Spicey Chicken Wings), Honetuki Karubi (Wagyu Short Rips, Ponzu Lack, Cashew), Crispy & Spicey Tuna Tempura oder Bananen Toffee und Whisky Eis, um nur einmal ein paar Beispiele aus der reichhaltigen Auswahl zu nennen.

Neben dem zuvor erwähnten Highball wurden noch zwei weitere Kreationen vorgestellt: Der „Time Flies“ ein Cocktail besehend aus Toki Whisky, Himbeershrub, Azuki Limette, Sojasauce, Falernum und Eiweiss sowie der „San“ besehend aus Toki Whisky, Yuzu, Celegio, Litschi Marmelade und Sansho Pfeffer.

Eine rundum gelungene Präsentation.

Ab Juni wird der Toki erhältlich sein. Der Ausgabepreis wird bei 29,99 € liegen.