Vor gut einem Monat haben wir darüber berichtet, dass die Whiskeyexporte aus den USA wegen des Handelkrieges zwischen den Vereinigten Staaten und der europäischen Union stark eingebrochen sind: -8.7% nach Europa vermeldeten wir damals – mit dem Hinweis auf noch nicht komplette Daten für das zweite Halbjahr 2018.

Diese liegen nun vor – und sie sind, vorsichtig gesagt, ziemlich niederschmetternd für die Bourbonindustrie. Der Rückgang bei Bourbon, Tennessee Whiskey und Rye Whiskey weltweit für das zweite Halbjahr 2018 liegt bei 11%, jener in die EU ist noch dramatischer, berichtet Arkansas Online. Hier ist der Rückgang mit 13.4% eklatant ausgefallen. Teilweise lässt er sich zwar daraus erklären, dass man vorher noch, um den Strafzöllen zu entgehen, die europäischen Lager befüllt habe, aber eben nur teilweise.

Das macht den Amerikanern besonders deshalb so stark zu schaffen, weil die EU mit 60% Anteil der weltweit größte Exportmarkt für amerikanischen Whiskey darstellt. Damit geht auch der Gewinn der Industrie deutlich zurück, vor allem aus Europa, und zwar für kleine und große Unternehmen. Ein Bespiel für den Gewinnrückgang ist die Catoctin Creek Distillery in Virginia: 11% des Gewinns kam 2017 für sie aus Europa, 2018 ist es, weil man natürlich versucht hat, den Umsatz durch kleinere Margen zu stabilisieren, nur mehr 1 Prozent.

Man sieht die Absatzprobleme in Europa aber nicht nur von der kurzfristigen monetären Seite, sondern auch als die Beschädigung für das Investment, das man für den Aufbau der europäischen Märkte betrieben habe. 

Die Absatzrückgänge weltweit entstehen übrigens auch durch Strafzölle von anderen Nationen wie Canada, Mexiko, China und der Türkei, die man dort als Reaktion auf jene Zölle setzte, die die USA gegen die oben genannten Länder einführte.

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