Schöne Nachrichten aus der Destillerie Bladnoch, die in den letzten Monaten generalüberholt und mit neuen Stills ausgestattet wurde: Seit heute sind die Anlagen wieder in Betrieb und New Make wird produziert.
Mitte 2018 wird auch die zweite Phase des Umbaus beendet sein und die Brennerei wieder Besucher empfangen. Mehr dazu können Sie auch in einem Artikel der BBC lesen, der heute erschienen ist.
Wir gratulieren jedenfalls dem Team rund um Master Distiller Ian Macmillan recht herzlich und wünschen alles Gute für die Zukunft!
Keine fünf Autominuten vom neuen, im Aufbau befindlichen Produktionsgelände der West Cork Distillers (siehe dazu den ersten Teil unserer Reportage) liegt die momentane Destillerie, die mit Ende des Jahres übersiedeln soll. Wer sich dort endlich die klassische Brennerei erwartet, der wird allerdings ebenso wenig fündig werden wie zuvor: Der erste Gedanke beim Anblick der Hallen tendiert in Richtung Altmetallhandel oder zu einer Werft für Fischerboote – wären da nicht die unzähligen Fässer, die neben, durch welche Prozesse auch immer, in allen Farben schimmernden Metallteilen stehen.
Auch diese Anlagen hier machen den Eindruck einer ewigen Baustelle. Das hat seinen Grund: Die Übersiedlung der Brennerei bedeutet nämlich nicht, dass das alte Gelände aufgegeben wird – die Expansion und die dadurch entstehende Platznot bedingt, dass auch jetzt noch gleich neben dem Hauptgebäude, in dem die Stills untergebracht sind, eine neue Lagerhalle errichtet wird.
Als das Bild entsteht, ist es Dienstag mittags. Auf die Frage, bis wann denn die Halle fertig sein solle, antwortet Mitgründer und Master Mind John O’Connell, der uns wieder über das Gelände führt: „Das sind Deutsche, die das bauen. Freitag.“
Wir werden informiert, dass hinter der Produktionshalle gerade gemälzte Gerste für die Produktion angeliefert wird. Ein riesiger Kipplaster steht dort und befüllt ein unterirdisches Depot mit seiner Fracht.
Schon während der Anlieferung wird die Qualität der Gerste kontrolliert. Trotz aller Technikbesessenheit, die wir in der Destillerie erlebt haben, geschehen solche Dinge noch mit der Hand. Shane Casey, Quality Manager bei West Cork Distillers, übernimmt das höchstpersönlich:
Gleich hinter dem Platz, an dem die Gerste geliefert wird, können wir einen Blick in das hiesige Warehouse werfen. Wie nicht anders zu erwarten, ist auch dieses so dicht befüllt, dass es schwierig wird, hinein und wieder heraus zu kommen:
Was uns auf Schritt und Tritt begleitet, sind Geräusche, die man eher einer Fabrik als einer Destillerie zuordnen würde. Man hört das Hämmern von Metall auf Metall, das Zischen von Dampf, das Knacken von Ventilen. Als wir dann die Halle mit den Stills betreten, wird aus den Geräuschen ein Rhythmus. Und der Blick fällt auf etwas, das für Musikbegeisterte wie das Steckboard eines frühen Moog-Synthesizers aussieht, aber eine der erstaunlichen Erfindungen von John O’Connell ist:
Auf der Flow Plate werden auf einfachste Art und Weise verschiedene Flüssigkeiten zwischen verschiedenen Tanks oder Anlagen umgeleitet – bei einer Anlage, die 24 Stunden am Tag im Betrieb ist und deren Teile gereinigt und gewartet werden müssen, eine unglaubliche Vereinfachung der Workflows und eine substanzielle Zeitersparnis.
Nicht minder erstaunlich ist eine zweite Erfindung der West Cork Distillers. Sie haben das Prinzip der ersten Pot Still im dreifachen Destillationsprozess grundlegend überdacht und revolutioniert. Das Ergebnis nennt sich in Johns nüchterner Diktion „TPS„, ein kurzer Blick darauf erklärt aber den Spitznamen „The Rocket„, mit dem sie überall fast ehrfurchtsvoll bezeichnet wird:
The Rocket verdient ihren Spitznamen aber nicht nur durch ihr Aussehen, sondernauch durch eine andere Tatsache: Sie schafft es, 1000 Liter Maische in nur sieben Minuten zu destillieren – das ist unglaublich schnell. Unweigerlich kommen einem da Bedenken, ob diese Schnelligkeit nicht zu Lasten der Qualität des Spirits geht. John winkt lächelnd ab: „Wir lassen uns in der zweiten und dritten Destillation mehr Zeit, als wir uns in der ersten sparen.“
Überzeugen davon, dass die Schnelligkeit nicht zu Lasten der Qualität geht, können wir uns mit dem, was aus dem eigenartig geformten Spirit Safe fließt: Der New Make, der hier mit 82% sprudelt, ist ungemein fruchtig, sauber, von höchster Qualität.
Sehen und hören Sie hier die Destillationsanlage von West Cork Distillers im Video – eine Fabrikation wie aus einem Steampunk-Universum. Und wenn Sie wissen wollen, wie es zu dieser Geräuschkulisse kommt: Man arbeitet in der „Rocket“ mit großem Druck und großer Hitze, und wegen der Umstände verbieten sich elektrische Pumpen und Ventile. Man benutzt deshalb mechanische Pumpen – und diese machen den Lärm.
Wir bitten die Crew der Destillerie noch zu einem Gruppenbild, bevor wir uns zu einer Demonstration des Ausbrennens eines Fasses wieder aufs Freigelände begeben:
Patrick Harnedy zeigt uns, wie ein Fass für die spätere Verwendung ausgebrannt wird. Der Vorgang dauert zwischen einer und vier Minuten, und wird mit einer Temperatur von 500 Grad vorgenommen. Kein Wunder, dass Patrick immer wieder mal der vom Wind an ihn herangetragenen Hitze ausweichen muss.
Nach dem Ausbrennen strahlt das Fass satte Bourbon-Aromen ab.
Zum Abend des Tages hin, der auch nach 22:30 Uhr in diesen Breiten um diese Jahreszeit nicht richtig dunkel werden will (siehe Bild oben), hatten wir noch die Gelegenheit, einige der experimentellen Fässer der West Cork Distillers zu verkosten. Patrick und Shane hatten uns dazu eine Auswahl an Whiskeys mitgebracht, die zunächst drei Jahre in Bourbonfässern und danach weitere drei Jahre in anderen Fässern wie Rotwein, Calvados, Rum, Rye, Cognac, oder im Black Cask, einem nochmals ausgebrannten Bourbon-Fass gelagert wurden.
Weiters gab es junge Proben aus einer Potstill-Destillation, allesamt noch unter dem Mindestalter von drei Jahren. Während die ersten drei von ihnen ihre Jugend noch überdeutlich zeigten, war das vierte eine riesige Überraschung: 31 Monate, rund, ausgewogen und trotz 63% sanft wie ein Lamm. Möglich machte das das 25 Jahre zur Sherryproduktion gebrauchte Fass, in dem der Spirit lagern durfte.
Zurück aber zu den sechsjährigen Whiskeys. Sie konnten in der gesamten Runde der Verkostenden mehr als nur gefallen. Für uns waren das Cognac-Fass und das Calvados-Fass herausragend, bei anderen konnte auch das Weinfass höchstes Lob einheimsen. Wir hoffen jetzt auf das Verhandlungsgeschick des deutschen Importeurs Kirsch Whisky, damit das eine oder andere probierte Fass nach Deutschland kommt – zu wünschen wäre es.
Zusammenfassend bleibt uns zu sagen, dass uns die innovative Ausrichtung von West Cork Distillers beeindruckt, und das, was wir verkosten durften, nicht minder. John O’Connell schafft mit seinem Team irischen Whiskey auf überzeugendem Niveau, trotz oder gerade weil man bei West Cork Distillers „out of the box“ denkt. Die typischen Destillerie-Klischees werden hier absolut nicht bedient, dafür ist West Cork Distillers für uns der Inbegriff der modernen Interpretation des Begriffes „handwerklich“.
Die irische Whiskeyszene ist im Aufbruch, und West Cork Distillers ist in punkto Innovation ganz vorne dabei.
(Ein Interview mit John O’Connell bringen wir morgen auf Whiskyexperts)
Im Sinne der Transparenz gegenüber unseren Lesern geben wir bekannt, dass wir die Reise zu West Cork Distillers auf Einladung und Rechnung von Kirsch Whisky, dem deutschen Importeur, unternommen haben. Kirsch Whisky hatte keinerlei Einfluss auf die Berichterstattung.
„The softer side of the Highlands“ – so bezeichnet die Destillerie Tomatin ihre Whiskys in Marketing und Werbung. Und in der Tat tragen sie in der Regel eine Menge (exotischer) Fruchtnoten und erscheinen weich, fast sanft.
Serge Valentin hat heute zu Wochenbeginn einige Bottlings aus der Destillerie verkostet – sowohl offizielle Abfüllungen als auch solche von Unabhängigen. Interessant dabei, dass die 18jährige Originalabfüllung in der Bewertung durchaus mit den älteren Kandidaten mithalten kann:
Tomatin 18 yo (46%, OB, oloroso sherry casks, +/-2016): 86 Punkte
Tomatin 38 yo 1976/2015 (46.7%, OB, oloroso sherry butt, decanter, cask #30132, 680 bottles): 89 Punkte
Tomatin 19 yo 1976/1996 (55.9%, Cadenhead, Authentic Collection) : 90 Punkte
Tomatin 12 yo 1964 (99° UK proof, OB, first millionth gallon, cask #8552, 26 2/3 fl.oz., +/-1976): 80 Punkte
Ein besonderer deutscher Whisky wird in Hamburg „gemacht“ – und zwar aus New Make, der in Schottland erzeugt wurde. Auf den Markt kommt er im September 2017 – Marco Lehmitz von der Manufaktur Lehmitz hat uns dazu schon jetzt folgende Pressemitteilung gesendet:
Whisky Made in Hamburg
Das deutscher Whisky ein festes Standbein in der Whiskyszene erreicht hat, sieht man an den verschiedenen Brennereien die versuchen vernünftige Qualitäten auf die Beine zu stellen. Marco Lehmitz aus Hamburg macht es anders, er besorgt vor Ort den jeweiligen Grundstoff: den „New Make“, gerade frisch destilliert aus der Destille, und direkt abgefüllt für den Transport nach Hamburg.
In Hamburg angekommen, wird diese „Spirituose“ ins Holzfass gefüllt und reift dort einige Jahre zum Hamburg Malt Whisky heran. Die Erstfüllung die im September 2017 gar nicht erst auf den Markt kommt, ist derzeit schon mit einer Überreservierung versehen, auf die Warteliste kann man sich noch setzen lassen (manufaktur-lehmitz.de)
Die Erstfüllung hat als Grundprodukt einen Ardmore, sowie die Reife in einem Ex-Laphroaig-Fass, gerade diese Mischung an Whisky und Holzfass, machen für Marco Lehmitz den perfekten Geschmack der Stadt Hamburg aus.
Von dieser Erstfüllung gibt es eine zweite Version die in einem Original Hamburger Rotspon Fass reift (als Finish).
Mit August soll die Raasay Distillery auf der gleichnamigen Insel östlich von Skye eröffnen – Anfang Juni war Petra Milde von meinwhisky.com dort und besichtigte mit dem Architekten der Brennerei, Olli Blair, die Baustelle. Auch wenn damals noch viel zu tun war, meinte Olli, dass der Termin für die Eröffnung halten würde. Ob dies realistisch oder optimistisch war, werden wir ja in einigen Wochen sehen.
Petra Milde hat vom Besuch der im Bau befindlichen Destillerie jede Menge Bilder und einen ausführlichen Bericht mitgebracht, den Sie hier finden können. Ein kleiner Ausschnitt daraus:
Das Wasser für die Brennerei wird über ein Bohrloch aus 40 – 60 Metern Tiefe geholt. Wasserquellen von Destillerien haben oft phantasievolle Namen und so frage ich, ob das auch hier bei diesem Bohrloch der Fall ist. Nein, meint Olli, es ist einfach das Bohrloch, obwohl nach keltischen Überlieferungen an dieser Stelle wohl einmal eine Quelle gab, die übersetzt „Well of the pale cow“ hieß. Auch mit einem anderen Tier steht die Brennerei in Zusammenhang: Als man die Einfahrt zum Lagerhaus über einen Bachlauf führte, wurde ein Rohr eingebaut, um das Fließen des Wassers weiter zu gewährleisten. Die Umweltschutzauflagen machten den Einbau eines zweiten parallelen Rohres nötig – es könnte ja sein, dass sich einmal Otter hier niederlassen und für den Fall, dass ein Rohr vielleicht irgendwann verstopft, muss ein zweites jederzeit den Zugang zum Meer gewährleisten.
Eine Galerie mit über 30 Bildern begleitet den Beitrag – der damit nicht nur lesens-, sondern auch sehenswert ist.
Die Islay-Destillerie von Hunter Laing, Ardnahoe, ist ja noch in der frühen Bauphase, aber natürlich wartet man nicht bis zur Fertigstellung, um die Stills für die Brennerei produzieren zu lassen. Das geschieht in Elgin, bei den Speyside Copperworks. Und obwohl man „nur“ zwei Stills in die Destillerie stellen wird (1x Wash Still, 1x Spirit Still), sind sie doch recht groß gehalten – mit 13.000 und 9.000 Litern.
Die fünf untenstehenden Fotos sind von einem Besuch der Destilleriebetreiber in der Kupferschmiede Ende voriger Woche – wir bringen sie mit freundlicher Erlaubnis von Hunter Laing.
Es ist zwar noch einige Zeit hin bis zur 4. Whisky-Spring in Schwetzingen (sie findet am 17. und 18. Februar 2018 statt), aber es ist immer angenehm, genug Zeit zur Planung eines eventuellen Besuchs zu haben.
Wer jetzt schon weiß, dass er im nächsten Jahr gerne (wieder) dabei sein will, der kann sich jetzt bereits im Vorverkauf die Karten sichern. Der Veranstalter hat uns Infos über die Packages geschickt, die bereits buchbar sind – und je früher, desto günstiger wird es:
Bereits zum 30. Mal in Folge bringen wir für Sie am Sonntag eine Zusammenfassung interessanter Tasting-Videos und Podcasts zum Thema Whisky. Wir suchen diese nicht selbst, sondern präsentieren Ihnen Videos und Audiobeiträge, die uns von den Vloggern und Podcastern zur Veröffentlichung zugesendet wurden. Das sind die Beiträge dieser Woche – und wir wünschen Ihnen viel Vergnügen damit:
Alle Videos aus dieser Liste können Sie ab sofort auch als Playlist auf unserer Youtube-Seite abrufen. Dort finden Sie auch die vergangenen Folgen ab Episode 25.
Wie jede Woche ergeht hier auch unser Aufruf an alle Vlogger und Podcaster: Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird.
Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Von unserem Besuch bei West Cork Distillers in Skibbereen/Irland in der Vorwoche haben wir für Sie ein ganz besonderes Sonntagsvideo mitgebracht: John O’Connell, der Mitbegründer dieser außergewöhnlichen Destillerie (einen ersten Bericht über sie haben wir hier veröffentlicht) spricht in einer ausführlichen Präsentation über irischen Whiskey, seine Geschichte und seine Zukunft. Sein Hintergrundwissen, aber vor allem seine praktische Erfahrung mit dem Markt und der Herstellung von Whiskey machen seine Ausführungen besonders interessant.
O’Connell stellt produzierende und im Aufbau befindliche Destillerien vor und erzählt die Geschichte des irischen Whiskeys. Danach folgen interessante Vergleiche zwischen schottischem, irischem, amerikanischem und japanischem Whisk(e)y auf Basis von Meßwerten – und er erklärt die fünf verschiedenen Klassen, die man bei irischem Whiskey findet. Weiters erleben Sie im Video Johns Sicht auf Innovationen, die in der Whiskeyproduktion in Irland Anwendung fanden – etwas, das ihn als innovativen Geist natürlich sehr interessiert. Zum Ende hin präsentiert John ein interessantes Gedankenmodell zu Innovationen und den Wandel der gesellschaftlichen Akzeptanz derselben über die Zeit.
Nicht ganz leichte Kost, und mit 53 Minuten Dauer auch nichts für nebenbei – aber für alle, die mehr über irischen Whiskey wissen wollen, eine Schatzkiste. Einen schönen Sonntag wünschen wir!
Vom 14. bis 15. Oktober 2017 schaut die deutsche Whiskyszene wieder auf die AQUAVITAE 2017 in Mülheim an der Ruhr. Neben der Möglichkeit, Whisky an den Ständen der zahlreichen Aussteller zu verkosten, finden dort natürlich auch Tastings statt, bei denen man in der Begleitung von Whiskyexperten besondere Abfüllungen verkosten kann.
Der Veranstalter der AQUAVITAE 2017 hat uns nun darüber informiert, dass fast alle der Tastings auf der Whiskymesse nun online buchbar sind. Eine Vorbuchung im Webshop des Veranstalters ist bei vielen der Master Classes angeraten, denn die Plätze sind begrenzt.
Unten finden Sie zu Ihrer Information die bereits feststehenden Tastings. Buchen können Sie diese hier. Bitte beachten Sie, dass diese Tastings natürlich nur im Rahmen eines Messebesuchs gebucht werden können – unter obenstehendem Link gibt es auch die Eintrittskarten im Vorverkauf.
Auch wir werden auf der AQUAVITAE wieder mit einem Team vertreten sein und freuen uns darauf, möglichst viele unserer Leser zu treffen.
Samstag, 14.10.2017
12:30 Uhr Adelphi-Tasting
Seminarraum 1
Referent: Charles MacLean & Alex Bruce
Eintritt: 30,00 EUR In englischer Sprache
12:30 Uhr William Grant & Sons
Seminarraum 2
Glenfiddich, the Experimental Series
Balvenie, Single Barrel
und eine Überraschung.
Referent: Peter Bockhoff
Eintritt: 20,00 Euro
12:30 Uhr Villa-Konthor Whiskytasting
Seminarraum 3
Referent: Robin Pitz
Eintritt: 20,00 Euro
14:30 Uhr Unterthurner Obstbrand-Tasting
Seminarraum 2
Referentin: Annick C. Seiz
Eintritt: 10,00 Euro
14:30 Uhr The softer side of the Highlands
Seminarraum 3
Tomatin Legacy
Tomatin 12
Tomatin 14
Antiquary
1x Rarität
Referent: Visedo Martin
Eintritt: 20,00 Euro
18:30 Uhr Adelphi Whisky & Food
Seminarraum 1
Referent: Charles MacLean, Alex Bruce & Chris Pepper (Whiskykoch.de)
Eintritt: 30,00 Euro In englischer Sprache
18:30 Uhr Mackmyra-Explorers
Seminarraum 2
Referent: André Rösner (Brand Ambassador)
Eintritt: 20,00 Euro
18:30 Uhr C2C-Spirits-Cup-Siegerehrung
Seminarraum 3
Referentin: Julia Nourney
Eintritt frei
Sonntag, 15.10.2017
12:30 Uhr Adelphi-Tasting
Seminarraum 1
Referent: Charles MacLean & Alex Bruce
Eintritt: 30,00 Euro In englischer Sprache
14:30 Uhr The softer side of the Highlands
Seminarraum 1
Tomatin Legacy
Tomatin 12
Tomatin 14
Antiquary
1x Rarität
Referent: Visedo Martin
Eintritt: 20,00 Euro
14:30 Uhr Unterthurner Obstbrand-Tasting
Seminarraum 2
Referentin: Annick C. Seiz
Eintritt: 10,00 Euro
16:30 Uhr Villa-Konthor Whiskytasting
Seminarraum 1
Referent: Robin Pitz
Eintritt: 20,00 Euro
16:30 Uhr „Bushmills meets the Malts of the North“
Seminarraum 2
Bushmills 10yrs
Bushmills Black Bush
Balblair 2005
Balblair 1990
Old Pulteney Navigator
Old Pulteney 21
Referent: Adam Dittrich, Spirits Educator
Eintritt: 20,00 Euro
Recht unerwartet kommt der Abgang eines Urgesteins bei Beam Suntory: Global Brand Ambassador Gordon Dundas verlässt mit heutigem Datum das Unternehmen, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Sechs Jahre lang war er bei Morrison Bowmore Distillers und danach Beam Suntory tätig. Seinen Abschied von Beam Suntory verkündete Dundas auf Facebook mit folgenden Worten:
Today was my last day working with Morrison Bowmore and laterally Beam Suntory. It has been a wonderful 6 years representing some of the most fantastic whiskies and working with some truly wonderful people who I will miss hugely.
Was Gordon in Zukunft machen wird, ist noch nicht offiziell bekannt gegeben. Wir wünschen ihm jedenfalls alles erdenklich Gute für die Zukunft!
Whisky wird seit jeher nicht nur getrunken, sondern auch gesammelt – sei es, um besondere Tropfen für später aufzuheben oder rein des Sammelns willen. Immer schon, und verstärkt in den letzten Jahren, war Whisky auch ein Gegenstand der Wertanlage – begünstigt durch den Umstand, dass ältere Jahrgänge immer rarer werden und sich der Markt für Whisky global ausweitet.
Märkte sind dynamisch und ändern sich. Gastautor Marco Jansen von der Whisky Investments GmbH wirft für uns vierteljährlich einen Blick auf den Sammlermarkt und berichtet dabei über relevante Ereignisse und Entwicklungen. Hier ist sein aktueller Beitrag:
Der Whisky-Sammlermarkt – Bericht für Q2 2017
Am 23.06.2017 jährte sich der Tag des Brexit-Votums des Vereinigten Königreichs zum ersten Mal. In den ersten Wochen nach der Abstimmung war bei vielen Marktteilnehmern die Sorge groß, dass ein Austritt der Briten aus der Europäischen Union zu größeren Marktverwerfungen an den Kapitalmärkten sowie auch am Whiskymarkt führen würde. Aber die Mühlen der Politik mahlen bekanntermaßen langsam und rückblickend muss man resümieren, dass die Auswirkungen bisher eher marginaler Natur waren. Während das britische Pfund sich je nach Nachrichtenlage schwankungsintensiv entwickelte, konnten der Leitindex FTSE 100 um mehr als 20% seit Jahresfrist zulegen. Noch deutlicher war die Entwicklung bei Investments in Whisky. Der marktbreite Whisky-Raritäten-Index APEX 1000 der schottischen Rare Whisky 101 Ltd. konnte im selben Zeitraum um 37 Prozent zulegen und erreichte – wieder einmal – neue Höchststände. Neben dem immer breiter werdenden Anlegerinteresse an Single Malt Whisky als Sachwertinvestment und dem damit verbundenen Schutz vor Inflation, dürfte auch die Sorge um zukünftige verschlechterte Handelsbedingungen mit dem Vereinigten Königreich Kurstreiber dieser Entwicklung gewesen sein.
Im 2. Quartal 2017 zogen die Preise für Whiskyraritäten in der Breite um fast 4 Prozent an und verzeichnen damit bereits schon jetzt fast wieder einen zweistelligen prozentualen Zuwachs seit Jahresanfang. Schaut man sich die Entwicklung im Detail an, ist wie auch schon in den vorangehenden Quartalen ein deutlicher Favoritenwechsel festzustellen.
Entgegen des Trends für seltene Abfüllungen aus Schottland können die japanischen Malts ihren Höhenflug der letzten Jahre nicht fortsetzen und werden aktuell sogar leicht unter den Niveaus vom Jahresanfang gehandelt. Ebenfalls unter Druck waren die Preise bei einer weiteren Lieblings-destillerie der Anleger, nämlich der „Lost Distillery“ Brora. Nach den unglaublichen Preissteigerungen der letzten Jahre kühlte die Nachfrage zuletzt deutlich ab und die Preise kamen um bis zu 10% zurück.
Dies lässt den Schluss zu, dass sich das Anlegerinteresse aktuell eher auf Abfüllungen zu fokussieren scheint, die sich in den letzten Perioden eher unterdurchschnittlich entwickelt haben und daher günstig erscheinen. Ein Profiteur hiervon sind zum Beispiel aktuell die Annual Releases der Port Ellen Destillerie. Das gestiegene Interesse spiegelt sich in einem Preisanstieg von mehr als 5% in den letzten 3 Monaten wieder.
Zuletzt erhöhten sich zwar die politischen Risiken innerhalb Großbritanniens wieder deutlich, aber die Nachfrage am Markt für Whisky Investments bleibt weiter so robust, dass wir zuversichtlich gespannt auf die Entwicklung der nächsten Quartale schauen können.
Marco Jansen von Whisky-Investments.de
Autor Marco Jansen, Gesellschafter der Whisky Investments GmbH, arbeitet seit 16 Jahren in der Finanzbranche und sein Betätigungsfeld – neben der Betreuung von vermögenden Privatkunden – sind die internationalen Kapitalmärkte. Vor etwa 10 Jahren entdeckte er bei einer Reise nach Schottland seine Leidenschaft für Single Malt Whisky. Seitdem verfolgt er mit Interesse die Whiskymärkte und eine kleine Sammlung erlesener Tropfen füllt die speziell dafür eingerichtete Vitrine in seiner Heimat am Niederrhein.
Unser Titelbild zeigt die Catedral do Whisky – die größte Whiskysammlung der Welt
Unsere Freunde vom Highland Herold waren nicht untätig und haben wieder eine neue Ausgabe, die 35. übrigens, ihres stets interessanten und lesenswerten Magazins auf den Markt gebracht. Die Sommerausgabe 2017 steckt wieder voller Beiträge rund um das Wasser des Lebens. Hier eine kurze Übersicht über einige der Artikel:
Glen Grant: Die Whiskymacher aus der Speyside sind seit 1840 im Geschäft. Ernst J. Scheiner befasst sich näher mit der traditionsreichen Marke und ergänzend gibt es drei Verkostungen von Julia Nourney und Ralf Hauer.
Rare Vintage by Gordon & MacPhail: Vier unabhängig abgefüllte Seltenheiten von Glen Grant aus der Rare Vintage Serie.
Whisky and Rock ’n‘ Roll: Die Nitrogods gehen mit ihrer neuen CD „Roadkill BBQ“ auf Tour und zum Platten-Release erschien auch der passende Whisky in Kleinauflage.
Rum Basics: Grundwissen über Herstellung und Geschichte der Zuckerrohr-Spirituose von Julia Nourney und Verkostungsnotizen zu fünf verschiedenen Rums von Claudia Gerster und Emanuele Ingusci .
Limburg Whisky Fair 2017: Kleine Fotostrecke zu einer der seit Langem etablierten Whiskymessen in Deutschland.
Whiskys von The Balvenie haben viele Fans – man schätzt ihre Ausgewogenheit und Intensität. Einer dieser Fans ist nach eigenem Bekunden auch Angus MacRaild, der wie üblich Serge Valentin an Samstagen auf seiner Site vertritt.
Angus hat sich diesmal zwei ältere und wohl nicht mehr zu bekommende Abfüllungen von The Balvenie ins Glas geschenkt, beides unabhängige Abfüllungen aus den 1970ern und 1980ern, letztere die erste Balvenie-Abfüllung der Scotch Malt Whisky Society. Man wünscht sich, selbst einen Schluck abzubekommen, denn die Wertungen dieser Verkostung sind sehr, sehr vielversprechend:
Balvenie 20 yo 1972 (46%, First Cask by Direct Wines, Cask #14734, +/-1992): 92 Punkte
Balvenie 1976/1987 (60.6%, Scotch Malt Whisky Society, #40.1): 91 Punkte