Im März 2014 berichteten wir über die damals in Planung befindliche Cardrona Distillery auf der Südinsel Neuseelands. Im Sommer des selben Jahres gab es die erste Freigabe, ein Jahr darauf wurde aus Schottland die Brennblase von Forsyths aus Rothes geliefert. Die Eröffnung war laut diesem Bericht hier für Oktober 2015 geplant – und am Samstag war es, mit einiger weiterer Verzögerung, endlich soweit: Die Cardrona Distillery öffnete nun auch offiziell ihre Pforten.
Obwohl – es gab noch immer keinen offiziellen Festakt, der wird erst zum Geburtstag von Robert Burns am 23. Januar 2016 abgehalten. Laut dem Artikel in den Otago Daily Times gibt es aber die ersten Fässer zu kaufen: die 500l Sherry Barrels kosten knapp 20.000 neuseeländische Dollar, die Bourbon Barrels mit 200 Liter knapp über 10.000 NZD (plus Steuer, die in 10 Jahren zu zahlen ist).
Auch am letzten Adventsonntag vor Weihnachten bringen wir Ihnen unser traditionelles Sonntagsvideo – und wir haben diesmal nach etwas Aktuellem und Winterlichem gesucht. Nun, aktuell winterlich bedeutet in den meisten Regionen gerade Frühlingsluft und kein Schnee – und so war es vor ein paar Tagen auch in den Lowlands, genauer gesagt zwischen Crail und der Kingsbarns Distillery in Five. Passt also.
Unser Video zeigt die fünfminütige Fahrt zwischen Crail und der Kingsbarns Distillery, wie abgelegen die Destillerie ist, jede Menge Landschaft – und ist in dieser Woche aufgenommen worden. Wenn Sie also kurz mal in und durch die Lowlands reisen wollen, können Sie es hier oder auf Youtube tun – in HD.
Und weil wir gerade bei Besucherzahlen sind: Etwas schneller als die Lakes Distillery (siehe hier) hat die Teeling Distillery in Dublin eine Menge Besucher angezogen (die Lage ist auch etwas weniger abseits, wie man bemerken darf): Nach einem Artikel in der Irish Times sind es 25.000 Besucher seit Juni, die die um 10 Millionen Euro errichtete neue Destillerie besucht haben.
Zwischen 50000 und 75000 Besucher will man dort nächstes Jahr begrüßen, laut Jack Teeling haben bereits fast 20.000 Gruppentouren vorgebucht.
Wie The Drinks Business berichtet, freut sich die englische The Lakes Distillery über ihren 70.000sten Besucher seit fünf Jahren. Paul Currie, der Gründer, freut sich auch besonders darüber, dass die Destillerie durch die Leser des Cumbria-Magazins in den 50 interessantesten Touristenattraktionen der Region gelistet wurde.
70.000 Besucher über fünf Jahre – in der selben Zeit wurden in The Lakes Distillery übrigens 80.000 Liter Alkohol in der Form von Whisky und Gin produziert. Legen Sie dieses Verhältnis mal auf Caol Ila oder Glenfiddich um – und Sie können sich völlig überfüllte Besucherzentren vorstellen 😉
Am Montag, nach drei Jahren Reifezeit und 25 Jahren Pause ist es soweit: Ein wirklich neuer irischer Single Malt kommt auf den Markt. Es handelt sich dabei um den „Dingle Cask No. 2“ aus der Dingle Whiskey Distillery im gleichnamigen Ort an der irischen Westküste – eine Einzelfassabfüllung von wirklich historischer Bedeutung.
Der Dingle Cask No. 2 ist in einem amerikanischen Bourbonfass gereift – und laut dem irischen Buchautor Fionnan O’Connor, der ein Standardwerk über irischen Whiskey geschrieben hat, darf man sich von ihm ausgezeichnete Qualität erwarten. O’Connor hat ihn an verschiedenen Punkten seiner Reifung verkostet und hält große Stücke auf ihn.
Zudem ist er tatsächlich ein Meilenstein – er ist der erste wirklich neue Single Malt, der in den letzten 25 Jahren in Irland erzeugt wurde.
Denn alles, was man bislang als neue Whiskeys in Irland bekommen konnte, stammte letztlich aus bestehenden Destillerien wie zum Beispiel aus der Destillerie Cooley und wurde unter anderem Namen abgefüllt – so zum Beispiel alles, was Teeling auf den Markt brachte. Die Dingle Whiskey Distillery hingegen ist der erste neue Produzent seit einem Vierteljahrhundert.
200 Flaschen vom Fass Nummer 2 wird es ab dem 21. Dezember geben, zum stolzen Preis von € 350,- pro Flasche, und das entweder in der Dingle Whiskey Bar in Dublin und in wenigen ausgewählten Fachgeschäften. Wir sind uns sicher, dass er trotz des Preises bald ausverkauft sein wird.
Die Irish Times widmet der Destillerie und diesem stolzen Moment einen ausführlichen Artikel, den wir zur Lektüre empfehlen.
Blick zur Kirche in Dingle. Bild: WhiskyexpertsDer Hafen von Dingle. Bild: Whiskyexperts
Ein Blogeintrag bei Glenfiddich bringt ein Interview mit Global Brand Ambassador Ian Millar und dem Brand Ambassador für Kanada, Beth Havers, in dem es um die Frage geht, die sich sicher auch einige unserer Leser schon gestellt haben: Wie wird man eigentlich Brand Ambassador für einen Whisky?
Weiters wird in den Interviews darüber gesprochen, welche Aufgaben man in diesem Job hat und welche Ratschläge man jemandem geben kann, der Interesse daran hat, selbst ein Brand Ambassador zu werden. Insgesamt recht interessant zu lesen…
Drei Abfüllungen aus der Destillerie Speyburn – eine jener schottischen Brennereien, die im Mindset der deutschen Whiskytrinker nicht unbedingt die vorderste Position einnehmen – verkostet Serge Valentin heute auf seiner Website. Eine Originalabfüllung tritt gegen eine von Gordon & MacPhail und eine von Berry Bros. & Rudd an – und die Unabhängigen haben die Nase vorne, ohne wirklich die Renner zu sein:
Speyburn ‚Bradan Orach‘ (40%, OB, +/-2015): 69 Punkte
Speyburn 1991/2015 (46%, Gordon & MacPhail, Connoisseur’s Choice, refill sherry hogshead): 81 Punkte
Speyburn 26 yo 1988/2015 (52.3%, Berry Bros. & Rudd, sherry, cask #2114): 79 Punkte
Sowohl Whiskycast als auch The Spirits Business berichten, dass Stella David, die seit sechs Jahren CEO bei William Grant & Sons ist, mit Jahresende von ihrer Position zurücktreten wird. Sie wird zwar dem Konzern bis April 2016 als Konsulent zur Verfügung stehen, sich dann aber auf ihre Direktionsposten, die nichts mit operativer Arbeit zu tun haben, zurückziehen.
In ihre Zeit fallen so wichtige Schritte wie der Kauf von Tullamore Dew oder Drambuie. Als sie ihre Position antrat, war sie der einzige weibliche CEO in der Industrie.
Nachfolgen wird ihr der momentane CCO (Chief Commercial Officer) Simon Hunt.
Ein Geniestreich ist zwei Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg mit einem inoffiziellen Werbespot für Johnnie Walker gelungen: Daniel Titz und Dorian Lebherz haben mit einem Budget von gerade einmal 9000 Dollar einen 90sekündigen Clip gestaltet, der durch die Geschichte und die Umsetzung besticht.
Der Film erzählt unter dem Motto „Keep walking“ die Story zweier Brüder, in wundervollen Landschaftsbildern der Isle of Skye, mit zwei perfekt ausgesuchten Schauspielern (Robin Guiver, Mathew Lewis-Carter), toller Musik und einer bestechenden Einfachheit, die direkt das Gefühl anspricht. Das Resultat: über 2 Millionen Views in nur drei Tagen und ein intensives Erlebnis, das unter die Haut geht.
Sehen Sie hier (oder auf Youtube) den Film der beiden Deutschen, und lesen Sie mehr über die Hintergründe in diesem Artikel auf The Daily Telegraph.
Eine recht einfache und im Grunde sehr sinnvolle Anleitung für ein privates Whiskytasting findet sich heute im Manager Magazin Online. In einfachen Schritten wird gezeigt, wie man sich aufs Tasting vorbereitet, wie man Whiskys gut auswählt und wie man das Tasting selbst durchführt. Hier ein Ausschnitt über den Artikel, der sich mit dem Nosen beschäftigt:
Schritt 3, die Nase: Decken Sie Ihr Glas nun für zehn Sekunden mit der Hand zu. Ein wesentlicher Punkt bei Whisky ist die Nase, das Aroma. Aber Vorsicht, wer das komplette Organ sofort tief ins Glas hängt, wird spätestens bei Whisky Nummer drei schlapp machen. In etwa so, wie wenn Sie eine halbe Stunde in der Parfümerie zubringen. Jetzt schwenken Sie das Glas leicht und riechen.
Wichtig ist: Es gibt kein „richtig“ und kein „falsch“. Die Spanne reicht von blumig, fruchtig über würzig, pfeffrig bis erdig, rauchig. Wenn Sie der Geruch an Mutters Apfelkuchen, einen nassen Hund oder Ihre besten Lederschuhe erinnert, sagen Sie das! Unsere Nase hat oft gerade die Gerüche der Kindheit gespeichert, die müssen erst hervorgeholt und in Worte gefasst werden.
Ein wirklich guter, weil einfacher Ratgeber. Vielleicht inspiriert er Sie ja dazu, mit einigen Freunden zur Weihnachtszeit ein Whiskytasting zu veranstalten.
Wie wir heute erfahren haben, wird der Vertrieb von Tomatin in Deutschland mit Jahresbeginn 2016 durch Sierra Madre erfolgen. Hier die Pressemitteilung der Sierra Madre GmbH in den relevanten Teilen:
SIERRA MADRE GMBH ÜBERNIMMT ZUM JAHRESWECHSEL DIE MARKEN TOMATIN & COOLE SWAN DER IRISCH LIFESTYLE GMBH
Ab 1.1.2016 werden die bisher zur Irisch Lifestyle GmbH gehörenden Whisky-Marken der schottischen Distillery Tomatin Co. Ltd. und der Premium-Likör Coole Swan von The Scion Spirits Co. Ltd. in Deutschland exklusiv durch die Sierra Madre GmbH vertrieben. Die Unternehmensleitungen sehen darin einen großen Schritt nicht nur für die Betriebe selbst, sondern auch für die Kundschaft. Beide Firmen sind seit über 20 Jahren auf dem deutschen Markt tätig und Spirituosenfans sowie Feinschmeckern ein Begriff.
Eine zukunftsorientierte Übernahme mit viel Potenzial
Die Sierra Madre GmbH hat sich mit Fokus auf Spirituosen aus aller Welt, bekannten Markenprodukten mit hoher Qualität und mexikanischem Ethno-Food einen Namen gemacht und mit der Sortimentserweiterung will man in Zukunft eine noch größere Kundschaft erreichen. Geschäftsführer Guido Klaumann erklärte, was ihn zu dem wichtigen Schritt bewogen hat: „Ein Motivationsgrund war die Tatsache, dass der Irisch Lifestyle Geschäftsführer Claudius Elsenberger der Geschäftsführung der Sierra Madre GmbH seit Jahren persönlich gut bekannt ist und ich sein Gespür für Genuss mit dem gewissen Etwas zu schätzen weiß. Darüber hinaus spricht für diesen Schritt, dass mit dem Portfolio der Irisch Lifestyle GmbH eine bestehende Lücke im Angebot der Sierra Madre GmbH perfekt geschlossen wird.“ Auch Claudius Elsenberger, zeigte sich sichtlich zufrieden. „Ich freue mich sehr, dass ich mit Guido Klaumann und Sierra Madre einen Partner gefunden habe, der den Erfolg der Marken nicht nur fortführen, sondern auch ausbauen wird.“
Über Tomatin:
Die Destillerie Tomatin hat ihren Sitz in Schottland und lässt Kenner sofort hellhörig werden. Sie wurde 1897 gegründet und kann auf mehr als 100 Jahre Erfolg zurückblicken. Das Hauptaugenmerk liegt auf Highland Single Malt Scotch Whisky der hochwertigen und charaktervollen Art. Die abgeschiedene Lage der Brennerei auf rund 300 m über dem Meeresspiegel im Osten der Gebirgskette hat wohl dazu beigetragen, dass man im Laufe der Zeit seinen ganz eignen Stil ausbildete. Die Tomatin Distillery – ehemals eine der größten schottischen Destillerien mit einer jährlichen Kapazität von bis zu 12 Millionen Litern Alkohol – änderte ab 2004 seine Produktstrategie weg von der Quantität, um den Fokus mehr auf die Qualität zu legen. Heute steht die Brennerei Tomatin für ein breites Angebot an traditionellen Abfüllungen in den unterschiedlichsten Reifegraden und für experimentelle Premium-Whiskys voller Wiedererkennungswert. Der faszinierende Cu Bocan, der Legacy, die Tomatin 12yo – 14yo – 18yo sowie zahlreiche limitierte Abfüllungen – um nur einige der Whiskys zu nennen – gehören mit zu den spannendsten Whiskymarken in Deutschland. Dutzende von Medaillen bei internationalen Spirituosenwettbewerben sprechen für die schottische Top-Marke. Nicht umsonst wurde die Tomatin Distillery vor wenigen Tagen am 4.12.2015 bei der renommierten Preisverleihung vom Whisky Magazine „Icons of Whisky Awards 2016“ in Edinburgh als „SCOTTISH DISTILLER OF THE YEAR“ ausgezeichnet!!!
Auf Crave Online können Sie heute ein englischsprachiges Portrait des Master Coopers bei Macallan, Stuart MacPherson, finden. Eine der sechs Säulen der Marke ist ja laut Website „exzeptionelle Eichenfässer“, und hier kommt Stuart MacPherson ins Spiel.
Im Artikel geht es um einen typischen Arbeitstag des Master Coopers, warum man bei Macallan spanische Eiche so hoch schätzt, was bei der Fassreifung passiert und ob es zu einer Fassknappheit kommen wird.
War es gestern noch die eine Ecke der Welt gegen die andere, so sind es heute Nachbarn, die sich bei der Verkostung von Serge Valentin um den Sieg matchen (auch wenn wir wieder betonen wollen, dass es nicht immer Sieger geben muss, um Gewinner zu finden). Diesmal besonders interessant: Whisky von Equipos Navazos aus Spanien – die nicht nur Serge’s Meinung nach Weltklasse-Sherrys abfüllen. Aber eben nicht nur:
Bastille ‘1789’ (40%, OB, France, single malt, +/-2015): 68 Punkte
Kornog ‚Sant Ivy 2015‘ (59.6%, OB, France, Brittany): 87 Punkte
Das Gourmet-Magazin Falstaff aus Wien bringt in seiner Onlineausgabe einen Beitrag vom österreichischen Bourbon-Spezialisten Erhard Ruthner über fünf interessante Trends bei Whisky, die er im Rahmen der Interwhisky 2015 in Frankfurt beobachten konnte. Die Trends in Stichworten:
Bourbon im Premiumbereich
Flavoured Bourbon
Non Age Statement
Japanischer Whisky
Irish Whiskey
Die einzelnen Punkte sind im Artikel kurz erläutert.