meinwhisky: Der erste Wolfburn im Glas

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Erst im Januar 2016 können sich die ersten Destillate der Wolfburn Distillery nach der notwendigen dreijährigen Reifezeit auch Whisky nennen. Doch schon das jetzige Vor-Stadium findet Gefallen. Für Deutschland übernimmt Alba Import den Vertrieb (wir berichteten), und auch für die Schweiz konnte mit ALEXANDER Weine & Destillate ein Partner gefunden werden (wir berichteten ebenfalls). In Österreich wird Dr. Mario Prinz vom Potstill der Generalimporteur sein. Auf dem Whiskyschiff in Zürich durfte Petra Milde eine Vorab-Probe des kommenden Inaugural Releases verkosten. In ihrem Blog meinwhisky präsentiert sie ihre Eindrücke des nur 20 Monate gelagerten Destillats. Wir sind gespannt und freuen uns, auf der Whisky Fair Rhein Ruhr Mitte April in Düsseldorf am Stand von Alba Import uns auch überzeugen zu können.

Wir verkosten: Wemyss Peat Chimney 12yo, 40%

Zu Weihnachten muss der Weihnachtsmann ja durch den Kamin – also haben wir uns gedacht, dass wir heute einen Whisky für Sie verkosten, den besagter Weihnachtsmann im rauchigen Kamin finden könnte: den Peat Chimney 12yo vom unabhängigen Abfüller Wemyss. Mit knapp 35 Euro ist er preislich ein Weihnachtsgeschenk, das sich fast jeder Whiskyliebhaber leisten könnte – aber: soll man sich diesen Blend auch leisten? Wir freuen uns, dass erstmals Klaus Doblmann aka MaltKlaus, bekannt für seine englischsprachigen Tasting Notes auf MaltKlaus‘ Daily Drams,  als Autor auf Whiskyexperts zu finden ist und diese Frage im Rahmen einer weihnachtlichen Verkostung beantwortet.

Was erwartet den Weihnachtsmann also im Kamin? Lesen Sie es hier:

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Nase: Ein „Peat Chimney“, also ein „Torfkamin“ soll das sein. Naja. Wenn man alle rauchigen Whiskys auf einer Skala von 1 – 100 mit aufsteigender Intensität zusammenfasst, schafft er nicht mal ein Drittel. Aber da ist Rauch, ja. Gleich zu Beginn überdeckt dieser alle anderen Aromen.

Ich tippe hier mal auf Islay, die typischen Noten nach Phenolen und Jod aus dem Islay-Torf sind zu vernehmen, wenn auch eher dezent. Die Rauchnote verflüchtigt sich dann aber rasch und macht Platz für die süßeren Aromen im Hintergrund. Sehr schwierig auseinanderzuhalten, wie es bei einem guten Blended Malt auch so sein soll, hier soll ein Gesamtorchester an Aromen entstehen und keine Einzelkomponenten hervorstechen. Schnuppert man länger am Glas, so vernimmt man dennoch einzelne Noten nach süßer Orange, Orangenschale (aber eher gedämpft und nicht scharf), weiße Rosinen, Karamell, mittelreife Banane und Datteln. Kurz: Dunkler tropischer Fruchtsalat. Mit fortschreitender Zeit gesellen sich auch Kräuternoten dazu, eine Spur von Hustenbonbon (Ricola?). Eine sehr dichte Packung an der Nase.

Gaumen: Hatte ich schon an der Nase nicht gerade den Eindruck, im Pagoda-Kamin einer Destille stecken geblieben zu sein, so ist der Rauchgeschmack am Gaumen noch einmal eine Spur dezenter. Der rauchige Whiskyanteil – ich bestehe auf Islay – trägt eine salzige, trockene, leicht bittere, würzige Komponente bei. Der süße Whiskyanteil (sherrylastige Speysider?) dominiert den Geschmack aber mit süßen, saftigen, dunklen Fruchtnoten. Sehr schwierig auseinanderzuhalten, ich denke da an ein Püree aus Feigen, Rosinen, Datteln usw.). Für 40% Vol. relativ ölig und die Mundhöhle auskleidend.

Finish: Am Beginn ölig und süß, wird dann rasch trockener mit Anklängen von Kräutern und Rauch. Mittellang

Alles in Allem: Der Name „Peat Chimney“ ist hier nicht wirklich Programm. Während hier – vermutlich – Fässer aus Islay und Sherrybomben aus der Speyside miteinander verheiratet wurden, so dominiert eindeutig die süße Seite.

Für Liebhaber von stark torfigen, rauchigen Whiskies vielleicht eine Enttäuschung, auf der anderen Seite aber für die Liebhaber süßer Whiskies, die nicht unbedingt auf Torfgranaten stehen, nicht abtörnend. 46% Vol. Abfüllstärke ohne Kühlfiltrierung hätten es dann aber schon sein können, das hätte die ölige Komponente sicher noch deutlicher betont. Dennoch: Ein sehr schöner, braver, dichter Blended Malt und für 35€ schwer in Ordnung. Damit knapp, aber doch: Sehr gut.

Serge verkostet: Highland Park, von den 30ern bis zu den 70ern

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Die Auswahl war recht groß. Und deshalb war die Antwort auf die Frage, wie das Weihnachts-Tasting am besten zu gestalten ist, auch nicht einfach zu finden.Gegenüber Brora oder Clynelish, oder den besten Malternatives setzte sich dann Highland Park durch. Die Whiskys der heutigen Verkostung auf Whiskyfun wurden alle zwischen den 30ern und den 70ern des letzten Jahrhunderts in der Brennerei auf den Orkney Inseln destilliert. Die Verkostungsnotizen und Bewertungen von Serge Valentin deuten an, dass früher nicht alles besser war, aber einiges schon äußerst gut. Die Abfüllungen und ihre Punkte in der Übersicht:

  • Highland Park 8 yo 1970/1978 (86.8° US proof, Averys for Corti Brothers) 85 Punkte
  • Highland Park 12 yo 1966/1978 (86.8° US proof, Averys for Corti Brothers) 91 Punkte
  • The Dragon (Highland Park) 20 yo (no ABV, Robertson, Kirkwall, +/-1986) 94 Punkte
  • Highland Park 15 yo 1963/1978 (86.8° US proof, Averys for Corti Brothers) 92 Punkte
  • Highland Park 15 yo 1963/1978 (70° UK proof, Averys, UK bottling) 75 Punkte
  • Highland Park 40 yo (43%, OB, black ceramic, rotation 1974, Aosta valley, Italy, good level) 78 Punkte
  • Highland Park 40 yo (43%, OB, black ceramic, rotation 1973, Adriatic import, Venezia, Italy, good level) 85 Punkte
  • Highland Park 10 yo (20 U.P., OB, 1950s) 96 Punkte

whiskyundfrauen: Interview mit John Campbell

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Foto: MargareteMarie
Foto: MargareteMarie

Der Distillery Manager von Laphroaig ist in diesem Jahr viel unterwegs gewesen. Und bei seinen unterschiedlichen Auftritten ist er auch immer ein sehr beliebter und geschätzter Interview-Partner. Auch margaretemarie stand John Campbell bei ihrem Gespräch Rede und Antwort. Natürlich drehte es sich dabei auch wieder um die kommenden Abfüllungen zum 200-jährigen Geburtstag der Brennerei. Aber John Campbell wirft auch einen Blick auf die vergangenen NAS-Abfüllungen der Destillerie und zeigt sich recht begeistert von der Laphroaig Lounge und der Laphroaig Suite in Berlin.

Mortlach Promotion Video: The Beast of Dufftown

Es ist etwas an uns vorbeigezogen – denn erschienen ist das Video auf Youtube bereits im Oktober 2014. Der kurze Film von Diageo über den neuen Stil von Mortlach versucht, den Whisky aus der Dufftown-Destillerie als Meisterstück der Ingenieurskunst zu positionieren, mit einem exakten 2.81 Destillationsverfahren (ohne dieses näher zu erklären). Handwerklich ist das Video gut gemacht; schöne Bilder, guter Schnitt, passende Musik.

Aber: Sie geben Eis in den Mortlach.

Whisky im Bild: Letztes Fass 2014 in Wolfburn

Auch in der Destillerie Wolfburn in den nördlichen Highlands geht das Jahr zu Ende, und das Bild zeigt Shane Fraser beim Befüllen des letzten Fasses des Jahres. Bis 1000, so wie Kilchoman (siehe unseren Bericht), haben sie es nicht „geschafft“, in Wolfburn war nach Fass 859 Saisonende. Jetzt folgt noch ein Jahr ohne Whisky (aber mit verschiedenen Proben auf Messen, wie der deutsche Importeur berichtet), und 2016 gibt es dann den ersten Wolfburn zum Genießen.

Foto: Wolfburn Distillery
Foto: Wolfburn Distillery

Serge verkostet: St. Magdalene

Oder Linlithgow. Zwei Namen für eine Destillerie in den Lowlands (Linlithgow ist der Ortsname), eine ausgezeichnete, möchten wir hinzufügen – und leider eine unwiederbringlich verlorene. Umso schöner, dass manche Abfüller doch hin und wieder eine Abfüllung dieser Lost Distillery hervorzaubern (wenn auch mittlerweile zu sehr stattlichen Preisen). Serge Valentin hat heute drei Abfüllungen aus St. Magdalene verkostet, zwei gewesene und eine, die erst im Januar auf den Markt kommen wird – alle drei stammen vom unabhängigen Abfüller Cadenhead. Die Wertungen – nun, sehen Sie selbst:

  • St. Magdalene 11 yo 1982/1994 (62.6%, Cadenhead, Authentic Collection): 91 Punkte
  • St. Magdalene 30 yo 1982/2012 (55.4%, Cadenhead, 192 bottles): 92 Punkte
  • St. Magdalene 32 yo 1982/2014 (58.1%, Cadenhead): 93 Punkte
Die alten Gebäude von St. Magdalene - Foto von Tom Sargent, CC-Lizenz
Die alten Gebäude von St. Magdalene – Foto von Tom Sargent, CC-Lizenz

Augsburger Allgemeine: Schwaben brennt

Und wieder richten wir unseren Blick auf einen Artikel über eine deutsche Brennerei, die sich auch an Whisky versucht: Die Augsburger Allgemeine bringt heute einen Artikel mit dem Titel „Schwaben brennt„, in dem hauptsächlich auf die Brennerei Feller und ihren Malt Whisky „Valerie“ eingegangen wird. Valerie ist ein sechsfach gebrannter Whisky – also eher in der Tradition der feinen Obstbrände hergestellt als in schottischer Fabrikationsweise (dort wird ja zumeist zweifach destilliert).

Warum dieser Unterschied? Anscheinend hat Roland Feller einen sehr empfindlichen Kopf, wie dieser Auszug aus dem Artikel erzählt:

Am Anfang war der Kopfschmerz. Roland Feller hatte bei einer Verkostung in München einige edle Whiskys probiert und am nächsten Tag eine unerwünschte Erinnerung zurückbehalten. „Da trinkt man diesen superteuren Whisky, und dann hat man hinterher trotzdem Kopfweh. Damals habe ich den Entschluss gefasst, das besser zu machen“, erzählt er.

Weiters berichtet der Artikel über Ginerzeugung in Schwaben (zum Beispiel Monkey 47) und zudem über die Pläne der Brennerei Salzgeber (momentan ebenfalls Gin-Produzent), vielleicht auch einmal einen eigenen Whisky zu destillieren…

Valerie aus der Brennerei Feller
Valerie aus der Brennerei Feller

Slyrs: Neues Höhenlager eingeweiht

Merkur Online berichtet heute über die Einweihung eines neuen Höhenlagers der Slyrs-Destillerie in Bayern. 24 Fässer wurden mit dem Sessellift auf den Stümpfling verfrachtet, um dort oben in Ruhe reifen zu können. Warum? Hier ein Zitat aus dem Artikel:

Auf 1500 Metern Höhe kann die „Mountain Edition“ die nächsten drei Jahre heranreifen, in den Verkauf soll sie ab 2018 gehen. „Das Lager wird nicht beheizt, und die Fässer sind luftdurchlässig“, erklärt Kemenater. „Der Whisky braucht Bewegung, von der Temperatur her“, ergänzt Stetter. Im Sommer erreicht das Thermometer bis zu 28 Grad, und im Winter fällt es regelmäßig bis auf minus zehn Grad.“

Mehr darüber und einige Bilder auf Merkur Online.

Der Stand von Slyrs auf der Finest Spirits & Beer Convention Rheim/Ruhr - Copyright Ernst J. Scheiner 2014.
Der Stand von Slyrs auf der Finest Spirits & Beer Convention Rheim/Ruhr – Copyright Ernst J. Scheiner 2014.

Whisky im Bild: Das tausendste Kilchoman-Fass 2014

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Zum ersten Mal in der Geschichte der Destillerie Kilchoman sind in einem Jahr 1000 Fässer befüllt worden, vermerkt die Islay-Destillerie stolz. Grund genug, ein Foto des tausendsten Fasses zu machen – und Grund genug für uns, uns mit den Wills zu freuen und das Bild ebenfalls zu veröffentlichen. 1000 Fässer mögen für andere Islay-Destillerien Peanuts sein – für Kilchoman ist das ein bedeutender Meilenstein.

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The Patriot Ledger: 23 amerikanische Craft Distilleries, die man kennen sollte

Hier bei Whiskyexperts blicken wir gerne mal über den schottischen Tellerrand in andere Whisk(e)y-Länder, denn was sich abseits des klassischen Scotchs abspielt, ist durchaus interessant und trinkenswert. Wer sich ein wenig näher mit kleinen, unbekannten aber guten amerikanischen Craft-Distilleries, also Destillerien, in denen noch vieles von Hand gemacht wird, beschäftigen will, der findet in der Liste auf The Patriot Ledger eine gute Orientierungshilfe. Auch ein ausgewanderter Österreicher hat es übrigens auf die Liste geschafft: Robert Birnecker aus dem Salzkammergut, mit seiner KOVAL Distillery in Chicago.

Zugegeben, von den meisten dieser 23 Destillerien wird man bei uns nur dann etwas bekommen können, wenn man sich aktiv darum bemüht, aber liegt nicht gerade auch darin der Reiz unserer Leidenschaft? Etwas Neues zu entdecken und es zu mögen kann so befriedigend sein…

KOVAL-Gründer Robert Birnecker
KOVAL-Gründer Robert Birnecker

Serge verkostet: Glendronach

Heute verkostet Serge Valentin vier Abfüllungen aus der Highland-Destillerie Glendronach – darunter der neue, zwöfljährige Sauternes und der Glendronach 1993, der für Whiskybase abgefüllt wurde. Beide werden gut bewertet, der 1993er hat die Nase vorne – und die beiden anderen, die heute in der Verkostung sind, sind laut Serge noch einen Tick mögenswerter. Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Glendronach 12 yo ‚Sauternes Finish‘ (46%, OB, 2014): 84 Punkte
  • Glendronach 18 yo 1995/2014 (52.2%, OB for The Whisky Agency, oloroso sherry puncheon, cask #4408, 740 bottles): 90 Punkte
  • Glendronach 21 yo 1993/2014 (52.1%, OB for Whiskybase, oloroso sherry butt, cask #23, 681 bottles): 88 Punkte
  • Glendronach 17 yo 1979/1996 (51.9%, Scotch Malt Whisky Society, #96.3): 93 Punkte
Die Destillerie Glendronach.  Bildrechte bei Lars Pechmann.
Die Destillerie Glendronach. Bildrechte bei Lars Pechmann.

Video: Weihnachten bei Glengoyne

So wie in diesem sehr schön gemachten Video wird es wohl momentan bei vielen kleineren schottischen Destillerien aussehen: Man bereitet sich und die Destillerie auf die Weihnachtsfeiertage vor. Und das bedeutet, dass man die Arbeit ruhen lässt.

Wir bei Whiskyexperts halten es etwas anders: Auch wenn über die Feiertage bis ins nächste Jahr keine Flutwelle an Neuigkeiten über uns hereinbrechen wird, so sind wir doch Tag für Tag, wie jeden Tag seit unserem Bestehen, mit Meldungen für Sie da. Und das, wie ebenfalls jeden Tag seit unserem Bestehen, gerne und mit viel Freude.

Jetzt aber viel Vergnügen mit dem kleinen Weihnachtsfilm aus der Highland-Destillerie Glengoyne…

Ralfy’s Video Review #510: Hammerhead (Single Malt aus Tschechien)

In seiner heutigen Review nimmt sich Ralfy eines Whiskys an, der aus unserer näheren Nachbarschaft stammt – Hammerhead aus Tschechien. Ralfy mag ihn, auch oder weil er sich von schottischem Whisky doch etwas unterscheidet. Und das hat verschiedene Gründe: Die verwendete Gerste stammt zum Beispiel aus der Umgebung von Pilsen, er wurde nicht stark gefiltert und er zeigt sich für sein Alter (23 Jahre in diesem Fall) sehr leicht – Ralfy vergleicht ihn mit tasmanischem Whisky oder einem jungen Bladnoch.

Insgesamt gibt es für ihn 86 aus 100 Punkten. Und jede Menge Lob.Mehr dazu im Video, entweder auf Youtube oder gleich hier: