Pünktlich wie immer erscheint die neueste Video-Review von Ralfy, diesmal über einen Insel-Standard, den Jura 12yo. Im Vergleich zum Zehnjährigen sei es ein großer Fortschritt, findet Ralfy, dennoch bleibt er mit seiner Punktevergabe – 83 von 100 – eher im unteren Bereich der Möglichkeiten (Ralfy bringt ja keine Video-Reviews, bei denen er unter 80 Punkte vergeben würde). Insgesamt wiederum fast 20 Minuten, die mit Informationen vollgepackt sind, zu sehen auf Youtube und hier:
Whisky im Bild: Gartbreck, Port Charlotte und Concerto-Gerste
Martine Donnay, Distillery Manager der Glann ar Mor Distillery in Frankreich und gemeinsam mit Ehemann Jean verantwortlich für die bald neunte Destillerie auf Islay, Gartbreck , hat uns heute zwei Bilder geschickt, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. Das erste Bild zeigt das – sagen wir: noch heftig ausbaufähige – Gartbreck-Anwesen vor der Kulisse von Port Charlotte. Das Feld davor wird verwendet, um die Concerto-Gerste anzubauen, die ab 2016 in Gartbreck verwendet wird. Diese Gerste sieht man im zweiten Bild.
So wird einmal der Blick aus dem Still Room aussehen:
Aber bis dahin ist noch einiges zu tun, wie man aus der Luft sieht:
Doch dann einmal … (Die Zukunft aus dem Computer):
Video – Whiskychat #5: Drei Lost Distilleries, die Sie trinken sollten
Abfüllungen aus Lost Distilleries, also solchen, die bereits abgerissen wurden, werden in der Regel gesammelt und nicht getrunken, denn es kommt nichts mehr Neues nach und die Flaschen steigen im Wert von Jahr zu Jahr. Dass nichts getrunken wird, ist sehr schade, denn manche Losts haben wirklich hervorragende Abfüllungen erzeugt.
Wir zeigen Ihnen in unserem fünften Video drei Lost Distilleries, die noch (!) günstig zu haben sind – so günstig, dass man sich eine Flasche oder auch mehr zum Verkosten leisten kann und es unserer Meinung nach auch tun sollte. Worauf man bei so einem Kauf achten soll und was man sich erwarten darf, sehen Sie entweder auf Youtube oder gleich hier bei uns:
Gesetzesänderung in den USA könnte schottische Destillerien in Probleme bringen
Es sind die letzten beiden Absätze in einem längeren Artikel im Scottish Sunday Express, die einigen Zündstoff bergen. Der Artikel beschäftigt sich mit der spürbaren Verknappung von Eichenfässern aus den USA, den damit verbundenen Preiserhöhungen und allen sekundären Effekten, die wir Whiskyfreunde bereits jetzt spüren oder in Bälde spüren werden: Den jünger werdenden Whiskys, die zum Verkauf kommen und den im Vormarsch befindlichen No Age Statements. Zwar machen sich die meisten großen Firmen noch keine besonderen Sorgen, weil sie mittelfristig durch Lieferverträge abgesichert sind, aber langfristig gibt für Sie die Entwicklung ebenso Grund zur Sorge.
Der Hammer hängt im letzten Teil des gut geschriebenen Artikels: Jonathan Scott, Direktor für den asiatisch-pazifischen Raum bei Ian Macleod Distillers (ein unabhängiger Abfüller, dem auch Glengoyne gehört), meint, dass es eine Entwicklung in den USA gibt, der den schottischen Destillerien das Fürchten lehrt: Sollten in den USA jene momentan diskutierte Gesetzesänderung durchgehen, dass nämlich amerikanische Destillerien Fässer mehrmals verwenden dürfen, dann wird aus der Verknappung ein drastischer Fassmangel werden. Laut Scott bereiten sich manche Destillerien bereits mit Vorratsplänen auf solch einen Fall vor.
Der Markt bleibt spannend – und wir bleiben dran.

Nur noch heute: Gewinnen Sie den Elijah Craig 12yo Bourbon, signiert von Bernie Lubbers
Wir verlosen eine Flasche Elijah Craig 12yo, handsigniert von Bernie Lubbers – das Gewinnspiel läuft nur noch bis heute, den 20. Juli 2014, 23:59. Machen Sie noch mit!
Bernie Lubbers ist Autor des Buches „Bourbon Whiskey – Our Native Spirit“, in dem er sein facettenreiches Wissen und seine Erfahrungen zum Thema American Whiskeys mit dem Leser teilt. Heute reist er in seiner Funktion als Whiskey Brand Ambassador der Heaven Hill Distilleries um die Welt und gibt sein umfassendes Wissen an Barkeeper, Gastronomen und Whiskey-Liebhaber weiter.
Die Heaven Hill Distilleries in Bardstown, Kentucky, sind die größte Destilleriegruppe in Familienbesitz in den USA. Die Destillerie wurde in den 1930ern von der Shapira Familie gegründet. Die Distilleries bieten eine Vielfalt an Produkten im Bereich American Whiskey – darunter auch den Elijah Craig 12 Y, einen klassischen, gehaltvollen Bourbon, der für amerikanischen Whisky sehr lange reifen durfte.
So können Sie diese Flasche gewinnen:
1. Falls Sie es noch nicht sind, werden Sie bitte eingetragener Benutzer auf unsere Webseite.
2. Beantworten Sie bitte folgende Gewinnfrage: Darf Kentucky Straight Bourbon Whiskey gefärbt werden?
a) Ja
b) Nein
Die richtige Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem Usernamen auf Whiskyexperts ab sofort an folgende email: contest@whiskyexperts.net
Unter allen richtigen Antworten, die uns bis 20. Juli 2014, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir den Gewinner der Flasche.
Teilnahmebedingungen:
Am Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 2o. Juli 2014, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird am 21. Juli auf unserer Webseite bekanntgegeben. Der Wettbewerb findet unter Ausschluß des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden.
Viel Vergnügen und viel Erfolg beim Mitmachen!
Ihr Whiskyexperts-Team
CNBC: Warum Alter bei Whisky nicht wichtig ist
Die amerikanische Website CNBC hat heute einen längeren Artikel über die Unwichtigkeit des Alters bei Whisk(e)ys gebracht – und bezieht sich dabei auf den Buchautor Dave Broom, der „The Complete Bartender’s Guide“ geschrieben hat und auf einem von Diageo gesponsorten Seminar mit dem Titel „The Blind Truth About Aging Whisky“, also „Die nackte Wahrheit über das Altern des Whiskys“ den Zusammenhang zwischen Dauer der Reifung und der Qualität des Whiskys in Abrede stellte. „Das Alter eines Whiskys sagt einem nur, wie lange er im Fass war, nicht wie gut er ist“ – so Broom.
Welche weiteren Argumente aus seiner und Diageo’s Sicht gegen die Fixierung der Konsumenten auf das Alter sprechen (eine Fixierung, die ja die Whiskyindustrie über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gefördert hat), können Sie im CNBC-Artikel nachlesen.
Ihre Meinung dazu würde uns sehr interessieren…

Heaven Hill fügt Altersangabe zum Bernheim Wheat Whisky hinzu
Gegen den Trend stellt sich die Heaven Hill Distillery – und auch wenn der entsprechende Whiskey bei uns nur über den Eigenimport zu bekommen ist, ist uns diese Entwicklung eine Nachricht wert: Der Bernheim Original Wheat Whiskey (auf unserem Bild noch in der alten Flaschenaufmachung) bekommt eine Altersangabe. Der Weizenwhisky (51% Weizen in der Mashbill) ist nun als 7jähriger Whiskey gekenntzeichnet, wird mit 45% abgefüllt und bleibt im Preis unverändert (36 Dollar in den USA), obwohl mit der Anbringung des Age Statement der Whisky selbst aus etwas älteren Komponenten gemischt wird.
Dieser Schritt wird ganz bewußt gegen den Trend der No Age Statements gesetzt, berichtet The Spirits Business.
Ralfy’s Video Review #473: Glenfiddich 15yo Distillery Edition
Schon am Mittwoch hat Ralfy eine weitere Folge seiner interessanten Video-Verkostungen veröffentlicht – Nummer 473 beschäftigt sich mit der Glenfiddich Distillery Edition, ein 15jähriger Glenfiddich, der mit 51% abgefüllt wurde und aus ex-Bourbon und ex-Sherry Fässern stammt. Die Bewertung bei Ralfy ist nicht astronomisch hoch, aber mit 84 von 100 Punkten kann er sich durchaus sehen lassen. 21 Minuten mit Informationen und Wissenswertem – wie üblich entweder auf Youtube oder gleich hier bei uns zu sehen:
Bruichladdich verkauft 7% mehr unter neuem Besitzer
Remy Cointreau hat Grund zur Freude: Die aktuellen Zahlen zeigen eine Absatzsteigerung von 7% im letzten Finanzjahr. In den letzten drei Monaten hat sich der Absatz sogar verdoppelt. Und auch unterm Strich blieb mehr: nach einem Verlust von £471,761 in der Vorjahresperiode gab es einen Gewinn von £162,052 im letzten Jahr.
Nach wie vor blickt man mit Sorge auf den chinesischen Markt, da durch die Verkaufseinbrüche dort eine gewisse Ernüchterung eingetreten ist und die Expansionspolitik für schottischen Whisky generell nicht mehr von einer ungetrübten Aufbruchstimmung getragen ist. Mehr Zahlen dazu und zu Bruichladdich im Artikel auf Herald Scotland.

Arran: Produktion geht in die Sommerpause
Still ist es ab heute bis 11. August in der Destillerie Arran – die Produktion wurde für eine Sommerpause eingestellt, berichtet deren Website. Kein Whisky wird gebrannt, keiner in Fässer abgefüllt. Das Besucherzentrum und der Shop sind natürlich weiter geöffnet – und auch die Führungen finden wie immer statt; nur sieht man dabei eben eine Destillerie, die in den Sommerschlaf geschickt wurde…

Serge verkostet: Ailsa Bay (höchstwahrscheinlich)
Eine höchst interessante Abfüllung vom unabhängigen Bottler Malts of Scotland hat Serge Valentin heute in seiner Verkostung. Der Images of Ayrshire ‘Dalrymple Bridge’ ist mit 68.3% abgefüllt, also höchst jugendlich. Die Dalrymple Bridge ist nahe der Destillerie Ladyburn, aber die produziert seit 75 nicht mehr, und daher wird es aus dieser Destillerie keinen hochprozentig jungen Whisky mehr geben. Nach Grain schmeckt er nicht (auch Girvan wäre in der Nähe), also bleibt eigentlich nur Ailsa Bay – und damit wäre das der erste Whisky aus dieser Destillerie. Serge schmeckt er jedenfalls ausgezeichnet:
- Images of Ayrshire ‘Dalrymple Bridge’ (68.3%, Malts of Scotland, single cask Scotch, 328 bottles, 2014): 88 Punkte

Blogrundschau: Der Rest vom Fest und Springbank
Vor dem Wochenende präsentieren wir wieder, wie wir finden, interessante Verkostungsnotizen aus der Welt der Whisky-Blogs und begeben uns in zwei besondere Whiskyregionen: Islay und Campbeltown.
Gal Granov bringt auf Whisky Israel sein Tasting der diesjährigen Fèis Ìle Abfüllung zu Ende:
- Bruichladdich Octomore 7 Year Old Quadruple-Distilled: Trotz fast 70 % Vol. überraschend gut auch ohne viel Wasser trinkbar und zugänglich. Für Gal nicht der Beste aller Octomores, für Torf Freaks sicherlich sehr attraktiv. 88/100 Punkte
- Bowmore Feis Ile 2014: Die erschwinglichere Abfüllung aus dem Hause Bowmore zur diesjährigen Fèis Ìle. Ausschließlich in Ex-Bourbon Barrels gelagert, ist der Bowmore Feis Ile 2014 ein leckeres, ziemlich komplexes Tröpfchen. 87/100 Punkte
- Bunnahabhain Dràm An Stiùreadair: Ein junger, brillanter, getorfter Bunnahabhain, gefinisht in einem Marsala Fass. Gal meint, dass man hiermit nichts verkehrt machen kann und vergibt 89/100 Punkte
Michael beschäftigte sich in seinem Blog maltandoak intensiv mit sechs Standardabfüllungen der Campbeltown-Destillerie Springbank. Bei seinen Verkostungsnotizen verzichtet er konsequent auf die Verwendung der allgemein üblichen 100-Punkte-Skala. Wer genaueres über die einzelnen Whiskys und seine Tasting Notes erfahren möchte, muss den ganzen Text lesen, oder zumindest sein jeweiliges Statement zum Abschluss.
- Springbank CV: Eine schöne Einführung in die Springbank Range. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
- Springbank 12 Year Old Cask Strength, Batch 6: Wer in seinem Schrank für einen Springbank hat, sollte hier zugreifen. Oder den 15-jährigen nehmen. Oder im Zweifel am besten Beide.
- Springbank 15 Years Old: Für ihn gilt das Gleiche wie für 12-jährigen in Fassstärke, nur anders herum. Der Tipp für die Unentschlossenen bleibt aber.
- Springbank 18 (2nd Edition): Nicht so ansprechend wie die beiden Vorherigen. Hier geht es ihm wie auch bei den älteren Abfüllungen der Core Range von Highland Park und Glenfiddich: Auch hier bevorzugt er die ein klein bisschen Jüngeren.
- Springbank 9 Year Old Gaja Barolo Wood: Interessant und unterschiedlich zur Core Range. Nicht so gut wie der 12 Year Old Cask Strength und der 15 Years Old, aber mit denen möchte dieser hier auch nicht konkurrieren.
- Springbank Vintage 1997: Hier wurden re-charred Sherry Butts verwendet, was eine für Springbank ungewöhnliche Behandlung von Sherry Butts ist. Aus diesem Grund ist hier der Sherry-Einfluss auch geringer.

Wir verkosten: Glen Keith 1995, 56%, Pearls of Scotland
Wenn man der Perle nachsagt, sie sei der Ausdruck etwas außergewöhnlich Schönem, dann sollen die „Pearls of Scotland“, die neuen unabhängigen Abfüllungen von Gordon & Company, dem Namen nach wohl die schönsten schottischen Whiskys ins Glas bringen. Die rein technischen Voraussetzungen dafür sind gegeben: Alle Flaschen dieser neuen unabhängigen Abfüllung stammen von Einzelfässern und sind in Fassstärke abgefüllt, unfiltriert und ungefärbt. Und auch der Mann, der hinter dieser neuen Linie steht, bürgt an und für sich für Qualität: Jim Gordon, Gründer der Gordon & Company Distillers Ltd. ist seit 30 Jahren im Whisky-Geschäft und dementsprechend erfahren. Er arbeitete für die Hayman Distillers Ltd., danach für die Speyside Distilers Ltd., wo er 2007 General Manager wurde. 2012 gründete er seine eigene Firma.
Wie es um die tatsächliche Qualität der Abfüllungen steht, wollen wir von Whiskyexperts für Sie herausfinden. Der deutsche Importeur, die HEB Heinz Eggert aus Bremen, hat uns freundlicherweise 12 kleine Samples von Gordon & Company zur Verfügung gestellt. Wir haben sie alle in eine kleine Box gestellt und werden immer wieder einmal ein Sample für eine Blindverkostung herausholen. Blind deshalb, um ganz unbeeinflusst von allen Angaben zunächst einmal nur den Whisky selbst zu erleben. Erst nach dem Niederschreiben unserer Notizen werfen wir dann auch einen Blick auf die Flasche. Der heutige Whisky wurde von Bernhard Rems verkostet.
Diesmal war es ein Glen Keith aus dem Jahr 1995, den wir verkosteten. Er wurde im Winter 1995 destilliert und im Herbst 2913 abgefüllt. 276 Flaschen davon gibt es, die mit 56% abgefüllt wurden.
Nase: Es beginnt sehr frisch, mit vielen Äpfeln und ein paar Birnen, dazu frisch gemähtes Gras, saure Trauben und Zitronensorbet sowie Puderzucker auf Erdbeeren. Der Alkohol ist in der Nase dominant, alles kommt sehr druckvoll daher. Auch trockene, mineralische Noten, die aber eher verhalten.
Gaumen: Ölig süß, und zwar sehr deutlich süß. Fast schon Honignoten. Dominant aber sind wieder Früchte und unreife Beeren, Äpfel, dann, erst gegen Ende, wird der Alkohol wieder deutlich, an den Zungenrändern. Zitronenzeste, ein paar Nuancen bitterer Gewürze.
Finish: lang, druckvoll, wärmend und mit dem Prickeln von Alkohol, abtrocknend. Vergeht ohne Bitterkeit.
Alles in allem: Das Sehr Gut hat er sich verdient – der Glen Keith, weil er einerseits sehr destillerietypisch ist, andererseits aber eigenständige genug durch seine Kraft, um für sich allein interessant zu sein. Ein wenig rabiat ist er, würde er eine feinere Klinge führen, wäre er noch bemerkenswerter.











