Ein wenig stiefmütterlich werden sie von Whiskyfreunden manchmal behandelt – Single Grains. Ihre Herstellungsart sowie auch ihre Hauptverwendung sind wenig dazu angetan, romantische Bilder hervorzurufen: Sie kommen aus industriellen Anlangen, die an die 70 Millionen Liter im Jahr ausstoßen und dienen zumeist als Füllmaterial für Blends. Wenn sie aber den Weg in ein gutes Fass finden und genügend Zeit haben, nun – da kann durchaus etwas Gutes entstehen. Serge Valentin verkostet heute also vier Grains, und die Ergebnisse gehen von trinkbar bis ausgezeichnet:
Invergordon 7 yo 2006/2014 (60.2%, The Whisky Barrel, Burns Malt, Pedro Ximenez sherry Octave finish, cask ##901446B, 79 bottles: 80 Punkte
Keine Angst, kein Tropfen Whisky wird für diese neue Treibstoffart vergeudet, die ein schottischer Wissenschafter dieser Tage in der Scotch Whisky Experience in Edinburgh vorgestellt hat. Im Bericht von Scotlandnow.com steht zu lesen, dass dafür die Abfälle aus der Whiskyproduktion verwendet werden. Nur rund 10% des Materials, das eine Destillerie verlässt, sei Whisky, sagt Professor Martin Tangney, der den Treibstoff namens Biobutanol aus Whiskyabfällen herstellt.
Die Produktion wurde von Labortestläufen mittlerweile auf eine Menge ausgeweitet, die Tangney als „Vorstufe zur Marktreife“ beschreibt.
Wer sich näher für die chemischen Hintergründe interessiert, der kann mehr darüber im Originalartikel nachlesen.
Der Spirit Receiver bei Caol Ila Natürlich wird für Biobutanol kein Whisky verwendet, sondern Produktionsabfälle. Foto von Frank Gauert, alle Recht vorbehalten.
Tom Schüler hatte die Möglichkeit, auf seiner Neuseelandreise im letzten Jahr auch die Destillerie Schnapp Dragon zu besuchen, die momentan die einzig aktive Destillerie des Landes ist. Von dort brachte er für unsere Leser einige Fotos und diesen interessanten Bericht mit, den wir hier für Sie veröffentlichen:
Wenn man von neuseeländischem Whiskey spricht, denkt jeder zuerst an die 1997 geschlossene Destillerie Willowbank in Dunedin. Doch es gibt tatsächlich auch derzeit noch eine aktive Destillerie am anderen Ende der Welt. In dem kleinen Ort Takaka am äußeren nordwestlichen Ende der Südinsel, nahe am Abel Tasman Nationalpark und der Golden Bay gelegen, befindet sich die Schnapp Dragon Destillerie.
Foto: Tom Schüller
Auch wenn man sich hier jetzt keine Destillerie nach schottischen oder irischen Maßstäben vorstellen soll, wird hier doch ein recht ungewöhnlicher, aber dennoch guter Whiskey produziert. Es handelt sich bei Schnapp Dragon um eine typische Mikrodestillerie, hier produziert man neben Whiskey auch Rum, Gin, Wodka Likör und seit neuestem auch Tequila. Alles in recht hoher Qualität, der Rum hat beispielsweise bereits international Preise erzielt.
Foto: Tom Schüller
Betrieben wird die Destillerie von Terry Knight und zwei Mitarbeitern, wobei Terry hier als der „Hansdampf“ eigentlich für alles zuständig ist. Ein typischer Neuseeländer, der keine Probleme sieht, sondern einfach erstmal anfängt.
Der Whiskey selbst wird klassisch aus schottischer gemälzter Gerste hergestellt, in einer circa 150l großen Brennblase.
Das eigentlich Besondere ist, dass der Whiskey in gebrauchten Honigweinfässern aus französischer Eiche gelagert wird. Der Honigwein wurde aus dem neuseeländischen Manukahonig hergestellt, einem der wohl gesündesten Honige weltweit.
Foto: Tom Schüller
Die derzeitige Abfüllung hat 4 Jahre in diesen Fässern reifen dürfen. Durch das doch etwas wärmere Klima erscheint sie jedoch älter, unter schottischen Klimabedingungen dürfte es sich eher um einen 8-9 jährigen Whiskey handeln.
Foto: Tom Schüller
Eine weitere Besonderheit ist das Wasser, welches zur Herstellung genutzt wird. Aus der zweitklarsten Quelle der Welt, der sog. Te Waikoropupu oder Pupu-Springs Quelle, wird das Wasser gewonnen.
Abgefüllt wird der Whiskey ohne Kühlfiltrierung und ohne Farbstoffe.
Foto: Tom Schüller
Die offiziellen Verkostungsnotizen des WAITUI, Single Malt Manuka Honey, Golden Bay Whiskey, 40% sind wie folgt:
Nase: Rauchiger Butterscotch, Bananenchips, Honig (der Rauch ist aber eher zart) Gaumen: Eiche, Honig, leicht nussig, Tabak Abgang: Sehr wärmend, sirupartig,
Persönliche Meinung dazu:
Ein wenig geht er in Richtung Met, besonders im Abgang kommt der Whiskey lange nach dem Honiggeschmack. Insgesamt ein richtig interessanter Whiskey mit viel Süße und Honig.
So sah das Team von Laphroaig im Jahr 1934 aus – und wäre es nicht schön, einen der Tropfen, die sie damals destillierten, heute kosten zu können? Man wird ja noch träumen dürfen… Bildrechte bei Laphroaig.
Caperdonich Destillerie (jetzt abgerissen), Foto von Potstill.org
Weil Whiskys dieser Lost Distillery schon lange nicht mehr den Weg in sein Glas fanden, wird es heute für Serge Valentin mal wieder Zeit für eine Runde Caperdonich. Zufällig ausgewählt, finden sich relativ viele 1972 ins Fass gefüllte Caperdonich im heutigen Tasting auf Whiskyfun wieder. Die Bewertungen fallen durchweg positiv aus, bis auf einen kleinen Ausreißer nach unten. Ein 37-jähriger aus der Rare Auld Serie von Duncan Taylor erreicht nur bescheidene 65 Punkte. Möglicherweise hatte dieser Whisky einen kleinen „Unfall“, denn die Schwesterfässer, die ebenfalls in der heutigen Verkostung auftreten, werden deutlich besser bewertet.
Die heutigen Caperdonichs in der Kurzübersicht:
Caperdonich 16 yo 1972/1988 (40%, Signatory Vintage, Sailing Ships, cask #7130-2, 1200 bottles) 91 Punkte
Caperdonich (45.7%, That Boutique-y Whisky Company, 120 bottles, 2013) 86 Punkte
Caperdonich 21 yo 1992/2014 (46%, Berry Bros & Rudd, cask #121123) 87 Punkte
Caperdonich 37 yo 1972/2009 (52.4%, Acorn, The Malt Tribune, Ac XXXVII, Japan) 89 Punkte
Caperdonich 36 yo 1972/2008 (54.4%, Duncan Taylor, Rare Auld, cask #7419, 193 bottles) 91 Punkte
Caperdonich 36 yo 1972/2009 (47,8%, Duncan Taylor, Rare Auld, cask #7449, 158 bottles) 90 Punkte
Caperdonich 37 yo 1972/ 2010 (51.4%, Duncan Taylor, Rare Auld, cask #7436, 152 bottles) 65 Punkte
Caperdonich 37 yo 1972/2010 (56.5%, Duncan Taylor, Rare Auld, cask #7414, 147 bottles) 90 Punkte
Eine Flasche, die nicht nur weiß, ob der Verschluss geöffnet oder ob sie gestohlen wurde, sondern eine, die auch mit dem Konsumenten je nach Lokation spricht – im Shop mit einem Sonderangebot zum Beispiel oder daheim mit einem Mixrezept; so eine Flasche werden Diageo und die norwegische Firma Thinfilm als Prototyp für Johnnie Walker Blue Label kommende Woche bei einer Veranstaltung vorstellen, wie gigaom.com berichtet.
Möglich wird das durch eine Erfindung von Thinfilm: Ein hauchdünner NFC Chip wird unter dem normalen Label angebracht und kann so zum Beispiel mit einem Smartphone, das NFC beherrscht, ausgelesen werden. Hauptsächlich dient dieser NFC-Chip, der sehr fälschungssicher sein soll, natürlich dem Verhindern von Diebstählen und gepanschten Whiskys, aber er kann auch, wie oben beschrieben, mehr Funktionen bereitstellen und so mit mehr Information einen Zusatznutzen für den Konsumenten bieten.
Zu seinem 80. Geburtstag kann die japanische Whiskymarke Nikka in Europa Rekordverkäufe vermelden. Wie The Spirit Business berichtet, wurde der Umsatz um 45% gesteigert (ohne eine konkrete Umsatzzahl zu nennen). Insgesamt konnten über 1 Millionen Flaschen in Europa abgesetzt werden. Hauptmarkt ist Frankreich, alleine dort konnten mehr als 600.000 Nikka Whiskys verkauft werden. Daneben sind Deutschland, Großbritannien, Schweden, Belgien, Italien und die Schweiz die Hauptmärkte in Europa.
Für das laufende Jahr 2015 glaubt Thierry Benitah, General Manager des französischen Importeurs La Maison du Whisky, dass es möglich ist, in Europa über 1,5 Millionen Flaschen abzusetzen.
Am Web-Portal der Schwetzinger Zeitung findet sich ein gut achtminütiges Video mit Impressionen vom Schwetzinger Whisky Spring. Das Video fängt die sehr gute Stimmung ein, die nach Berichten von Anwesenden dort geherrscht haben soll. Zudem ist ein recht nett geschriebener Bericht dabei, und eine Bildergalerie mit einigen Fotos. Dieses hier bei uns wurde uns freundlicherweise von Petra Milde von meinwhisky.com zur Verfügung gestellt.
Nicht nur die Schotten machen Whisky, guten wie schlechten – auch in anderen Ländern der Welt findet man Whiskys verschiedenster Ausprägungen. Und das ist gut so, denn zum Schönsten unserer Leidenschaft gehört, so finden wir, die Lust auf neue Entdeckungen und Überraschungen.
Serge Valentin hat sich diesmal auf eine Reise um die Welt gemacht und die verschiedensten Whiskys verkostet – und das war, zumindest was die Punktewertungen anbelangt, eine Achterbahnfahrt der Gefühle:
Gold Cock 3 yo (40%, OB, Czech Republic, 2003): 45 Punkte (wirklich)
Mackmyra ‚Special 08‘ (46%, OB, Sweden, 2012): 76 Punkte
Domaine des Hautes Glaces 2011/2014 ‚Flavis‘ (54%, OB, France, Vin Jaune cask, 323 bottles, 2014): 80 Punkte
Potter 24 yo (56.5%, Cadenhead, Indian corn whisky, Canada, 2014, bourbon barrel, 126 bottles): 65 Punkte
Amrut 2009/2013 (59%, OB, India, Port pipe, cask #2713, 246 bottles): 86 Punkte
Lark ‚Distiller’s Selection‘ (46%, OB, quarter Port cask, cask #387, 2013): 85 Punkte
Am 24. Mai wird die Destillerie Slyrs aus Bayern einen zwölfjährigen Single Malt auf den Markt bringen. Die Website hält sich über den Whisky noch ziemlich bedeckt (weist allerdings auf die Tatsache hin, dass der Whisky dann wegen dringender Umbauarbeiten nicht in der Destillerie, sondern in Hausham vorgestellt wird), aber aus einem Newsletter konnten wir zwei Dinge erfahren: Der Slyrs 12yo wird jährlich in immer größer werdenden Mengen erscheinen – und er kostet als Erstausgabe € 199,90.
Nach einigen Unklarheiten noch ein Nachtrag zu unserem ersten Newsletter Thema „Unser 12 Jähriger Whisky“
Die Flasche des 12 Jährigen wird EVP 199,90 EUR kosten. Diese kann bei uns am 24.5. gegen Bargeld gekauft werden.
(EC ist an diesem Tag leider nicht möglich.)
Und ja, wir haben wirklich nur eine kleine Menge. Diese wird, wie auch unsere Kleinst-Abfüllungen zuvor größtenteils bei uns vertrieben.
Gute Nachrichten:
Es wird auch im nächsten Jahr wieder einen 12 Jährigen geben, wie auch in jedem folgenden Jahr! Die Abfüllmengen werden sich über die Jahre erhöhen. Somit sollte bald jeder von euch einen 12 Jährigen erhalten können. Leider brauchts einfach noch Geduld.
Wir freuen uns nach wie vor, wenn ihr die Zeit findet, dass wir uns am 24.5. sehen. Ihr wisst ja, dass wir uns da am Josef-Lantenhammer-Platz 1 in Hausham treffen.
Zusammen feiern wir dann unseren ersten 12 Jährigen.
Für alle die es nicht schaffen:
Wir hoffen ihr habt Verständnis für unser Tun und wir treffen uns bald wieder auf einer Messe oder eben unterm Jahr bei uns. Unsere Whiskys sind leider limitiert, da unsere Brennerei nicht mehr produzieren kann, aus diesem Grund kommt es einfach ab und an zu Engpässen. Auf der anderen Seite könnt ihr euch stets darauf verlassen, dass alles was von uns kommt Qualität hat. Dafür setzen wir uns jeden Tag aufs Neue ein.
Wie die Highland-Destillerie heute bereits am Vormittag über ihren Twitter-Account anklingen ließ, gibt es heute nicht nur eine, sondern zwei Neuheiten. Der Tomatin Cask Strength Edition wird mit 15.000 Flaschen pro Jahr erscheinen, und zwar, so wie der neue Cù Bòcan, weltweit ausgenommen in den USA. Er wird eine dauernde Erweiterung der Tomatin Range werden. Komponiert wurde er aus Bourbon- und Oloroso-Fässern, in denen er durchgehend reifen konnte.
Der Whisky ohne Altersangabe wird mit 57.5% abgefüllt. Kosten wird er in England ungefähr 45 Pfund und er sieht sich als direkter Konkurrent zum Glendronach CS, Glengoyne CS oder zum Glenfarclas 105. Auch er ist weder gefärbt noch kühlfiltriert.
Hier wiederum die von uns übersetzten Tasting Notes:
Aroma: Goldener Sirup, Orange und Zitrone. Birnen, Walnüsse, Ingwerkekse. Mit der Zeit wird er immer süßer.
Nach der Bourbon Cask Edition, und der Sherry Cask Edition macht der Tomatin Cù Bòcan nun die Trilogie komplett. Eine Presseaussendung, die uns gerade erreichte, stellt die dritte Cù Bòcan Abfüllung vor, die weltweit verkauft werden wird, ausgenommen in den USA. Insgesamt wurden 6.000 Flaschen mit 46% abgefüllt, der Verkaufspreis in England ist 50 Pfund.
Der Tomatin Cù Bòcan Limited Virgin Oak Edition ist zur Gänze in First Fill Virgin Oak Fässern gereift und wurde weder gefärbt noch kühlfiltriert. Die offiziellen Tasting Notes gibt es hier wie üblich in unserer Übersetzung:
Aroma: Lebendige Zitrusnoten – Limettensaft und Zitronensorbet. Von der Eiche stammende Vanillenoten, Kokusnuss und Zuckerwatte folgen bald danach, und dann Rosenwasser, rote Beeren, frische Birnen und Ananas im Hintergrund.
Gaumen: Warmer Kuchen mit Pecannüssen, getoppt mit Vanilleeis. Bratäpfel mit Zimt und Toffee und gerade mal ein Hauch von Rauch.
Finish: Klar und prickelnd mit angenehmer Würznote.
Das Online-Magazin Forbes, spezialisiert auf den etwas gehobeneren Lifestyle, hat vor kurzem eine Liste von sieben Whiskys veröffentlicht, bei denen es sich laut der Meinung des Autors lohnt, diese als Investment zu kaufen. Auch wenn er schon im ersten Satz meint, dass seine persönliche Überzeugung sei, Whisky wäre zum Trinken da, so listet er dennoch sieben Whisky-Investments auf, die seiner Meinung nach schon in den nächsten Monaten deutlich seltener werden sollten.
Die Preisspanne der empfohlenen Whiskys reicht dabei von 750 bis 25.000 Dollar (bei einer Serie noch wesentlich höher) – es findet sich ein Blend ebenso darunter wie ein Bourbon und ein Japaner, dominiert wird sie aber von schottischen Single Malts.
Und ja, auch dieser 25jährige Whisky ganz rechts ist unter den Empfehlungen, mit einem Preis von über 1000 Dollar:
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Normalerweise werden auf Whiskyfun verschiedene Abfüllungen verkostet, die Gemeinsamkeiten haben – die gleiche Destillerie, aus dem gleichen Jahr – Serge Valentin findet immer eine Eigenschaft, die es ermöglicht, verschiedene Whiskys miteinander zu kombinieren. Mit den beiden heutigen Kandidaten ist dies nicht möglich. Glenisla war ein Experiment von Seagram’s. Sie produzierten einen torfigen Whisky, in dem sie torfiges Wasser von den Äußeren Hebriden statt getorfter Gerste benutzten. Dieser Versuch wurde eingestellt, und nimmt man die heutige Bewertung, wohl auch zu recht. Magere 62 Punkte erhält der Glenisla.
An seiner Seite finden wir heute einen Glenugie. In dieser Destillerie wurde 1983 zum letzten Mal gebrannt. Doch gehören Whiskys aus dieser Lost Distillery nicht unbedingt zu den Gesuchtesten. Daran wird die heutige Benotung auch nicht viel ändern. 87 Punkte vergibt Serge für diesen 30-jährigen. Die Verkostung in der Kurzübersicht:
Glenisla 36 yo 1977/2014 (43.3%, Signatory Vintage, hogshead, cask #19603, 238 bottles) 62 Punkte
Glenugie 30 yo 1980/2011 ‚Deoch an Doras‘ (52.13%, OB, Chivas Brothers) 87 Punkte