Ein junger, relativ günstiger Caol Ila aus der Small Batch Collection (Batch 6) von Cadenhead – ist er sein Geld wert? In der vierten Folge unseres Videomagazins versuchen wir es herauszufinden. Und wir sprechen darüber, warum unabhängige Abfüllungen von Caol Ila wohl selten und teuer werden.
Zum ersten Mal präsentieren wir hier auf Whiskyexperts eine selbst produzierte Video-Review. Wie bei jeder Review ist es uns auch hierbei wichtig, aus Transparenzgründen die Herkunft unseres Samples offenzulegen: Wir haben die verkostete Flasche im Handel selbst gekauft.
Erfahren Sie mehr über den Caol Ila von Cadenhead in unserem Video hier auf unserer Seite oder bei Youtube – wir wünschen wie immer viel Vergnügen und freuen uns auf Feedback.
Einen schönen Sonntag sollte man mit ein paar schönen Bildern beginnen – und da bietet sich ein sehr informativer und relativ neuer Film an über die Art und Weise, wie Whisky erzeugt wird. Der Kommentar ist mit starkem schottischen Akzent gesprochen, sollte aber mit halbwegs vorhandenen Englischkenntnissen kein Problem darstellen. Und selbst dann, wenn man der Sprache nicht mächtig ist, überzeugen die stimmungsvollen Bilder.
Nach Rutter, Flaughter und Tuskhar dürfen wir uns auf einen weiteren getorften AnCnoc freuen: AnCnoc Cutter. Diesmal ist der Whisky noch mehr gepeated, es sind satte 20.5 ppm, also fast doppelt so stark wie der AnCnoc Rutter. Von der Destillerie gibt es noch keine offizielle Meldung dazu, aber die amerikanische Steuerbehörde hat bereits ein Datenblatt online. Bedeutet das, dass der Whisky nur in den USA erscheinen wird? Nicht unbedingt, aber jedenfalls auch dort. Mehr darüber wie immer von uns, wenn die Quellen etwas weniger zurückhaltend sprudeln 🙂
In unserer heutigen Blogrundschau setzen wir den Schwerpunkt auf zwei schottische Inseln: Islay und Arran.
Trotz (oder wegen) der momentanen Situation in Israel führt Gal Granov seine Tasting Reihe der diesjährigen Fèis Ìle Abfüllungen fort. Nach dem von ihm sehr hoch bewerteten Lagavulin Bottling nahm er sich diese Woche folgender Flaschen an:
Laphroaig Cairdeas 2014 Edition: Ohne große Erwartungen verkostet, wurde Gal positiv überrascht. Wie zu erwarten hinterließen die verwendeten Amontillado Hogsheads einen großen Einfluss bei dieser Abfüllung. Aber ohne die eigentlichen Charaktermerkmale eines Laphroiags zu überlagern. 87/100
Caol Ila 2002 – Feis Ile 2014: Ein bisschen enttäuscht ist Gal hier: Für den gleichen Preis wie die Lagavulin Abfüllung gibt es von Caol Ila nur einen weiteren Cask Strength – nicht ultra-komplex und auch nicht bahnbrechend, aber auch nicht schlecht. 85/100
Kilchoman Feis Ile 2014: Der Junior zum Schluss. Kilchoman Liebhaber bekommen hier, was sie wünschen: Torf, Würzigkeit, einen Hauch von Sherry, Einflüsse der Küste und des Meeres. 88/100
Ansgar Speller nahm Ende Juni am Arran Twitter Tasting teil. Mit ihrem Blog „Loving whisky“ lässt sie uns indirekt daran teilhaben und veröffentlichte in dieser Woche ihre Verkostungsnotizen zum Arran 17 Jahre (7,5/10), die Visitor Centre Exclusive Abfüllung Miss Black (8,5/10) und The Devils Punchbowl III (8/10).
Als im Vorjahr The Lost Distillery Company ankündigte, die Whiskys von geschlossenen Destillerien nachzubauen, dachten viele an einen Marketinggag. Nachdem man aber die ersten drei Blends verkosten konnte, musste man feststellen, dass das Ergebnis ihrer Bemühungen zumindest ein qualitativ guter, eigenständig und für sich jeweils charakteristischer Whisky wurde. Auf ihrer Website erklärt The Lost Distillery Company nun, welche Schritte sie unternehmen, um den Whisky zu kreieren – einerseits zum Nachlesen, andererseits in einem kurzen Video, das wir hier ebenfalls bringen. Es zahlt sich aus, die Erklärungen zu lesen, um den Prozess zu verstehen, der nicht in einem 1:1 Nachbau (was ohnehin unmöglich wäre) endet, sondern laut The Lost Distillery Company in einem Whisky, der so schmeckt, wie ihn diese verlorenen Destillerien heute machen könnten.
Endlich ist es soweit: Die Adelphi-Destillerie Ardnamurchan erzeugt ihren ersten New Spirit und damit die Grundlage für die Whiskyproduktion. Zwei Runs sind bislang gefahren, und beide produzierten die erwartete Qualität. An dieser Stelle herzliche Glückwünsche von Whiskyexperts! Keep on going, Ardnamurchan!
Eine neue Special Edition ist von der Highland-Destillerie Old Pulteney angekündigt worden. Die Old Pulteney Clipper Round The World Yacht Race Commemorative Bottle wird mit 46% abgefüllt sein und auf die internationalen Märkte aufgeteilt (damit sollte man auch im deutschsprachigen Raum an diese Abfüllung kommen). Die ersten Flaschen werden an die Crew der Yacht verschenkt, die für Old Pulteney an diesem fast elfmonatigen Rennen teilgenommen hat. Die Abfüllung, die unter dem Distillery Manager Malcolm Waren produziert wurde, ist auf weltweit 2700 Cases „beschränkt“ (je nach Lesart 16.200 oder 32.400 Flaschen).
Heute verkostet Serge Valentin einen schottischen Inselwhisky, von dem man zumeist nur die offiziellen Standardabfüllungen kennt: Jura. Diesmal stehen zwei getorfte Varianten auf dem Programm, und danach eine alte Abfüllung der Scotch Malt Whisky Society, die ganz vorzüglich gewesen sein muss, denn sie bekommt von Serge 94 Punkte. Hier die gesammelten Bottlings und ihre Wertungen:
Jura 23 yo 1989/2013 (57.6%, Signatory Vintage, bourbon barrel, cask #30708, 196 bottles): 86 Punkte
Jura 24 yo 1989/2014 (58.8%, Signatory Vintage for Limburg, bourbon barrel, cask #30724, 193 bottles): 88 Punkte
Isle of Jura 1972/1991 (55.5%, Scotch Malt Whisky Society, #31.4, 75cl): 94 Punkte
Isle of Jura Destillerie, Bild von Gordon Brown, CC-Lizenz
Wer am Samstag in Salzburg einmal etwas nicht Alltägliches aus der Whiskyregion Campbeltown verkosten will, der sollte sich den kommenden Samstag, den 12. Juli, vormerken. Dort wird man insgesamt sechs Samples der Destillerie Glengyle verkosten können, die seit nunmehr 10 Jahren in Produktion ist und von den Leuten der Destillerie Springbank betrieben wird.
Zur Verkostung gelangen:
Kilkerran Work in Progress 4 (WIP4)
Kilkerran WIP 5 Bourbon Wood
Kilkerran WIP 5 Sherry Wood
Kilkerran WIP 6 Bourbon Wood
Kilkerran WIP 6 Sherry Wood
und ein nicht in Österreich erhältiches Cask Strength Sample aus dem Kilkerran Tasting Room Cmpbeltown, 10 Jahre alt
Die WIP (Work in Progress) Serie von Kilkerran. Zur Verkostung gelangen die rechten fünf Abfüllungen und ein Kilkerran in Fassstärke (nicht abgebildet).
Mit diesem vertikalen Tasting kann man sehr schön die Entwicklung des Destillats über mehrere Reifejahre verfolgen, was in dieser Form eher selten möglich ist. Der Autor dieser Zeilen hatte das Vergnügen, den 10jährigen in Fassstärke bereits kosten zu können – er zeigt ausgesprochen viel Charakter für sein Alter und weiß zu überzeugen.
Der Unkostenbeitrag für das Tasting beträgt 25 Euro, es findet im Cadenhead Shop, Alter Markt 1, 5020 Salzburg statt. Einfach rechtzeitig vorbeikommen, eine vorige Anmeldung ist nicht nötig. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Vergügen.
Der „seltenste“ Glenmorangie-Whisky bislang, so die Aussage der Destillerie, ist heute der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Der Glenmorangie Pride 1978 wurde von Dr. Bill Lumsden, Head of Whisky Creation bei der Highland-Destillerie, aus 19jährigem Glenmorangie komponiert, der zusätzlich nochmals 15 Jahre in französischen Premier Grand Cru Claret-Fässern nachgereift wurde. 700 Flaschen mit 47.4% sollen davon in Spezialgeschäften und auf der Website angeboten werden. Schmecken soll er nach Kastanie, Toffee und Kirschen.
Der Decanter stammt von Idris Khan und nennt sich „disappearing casks“, also „verschwindende Fässer“. Wer den Whisky erwerben will, bei dem verschwinden 3.400 englische Pfund, also knapp 4300 Euro aus der Brieftasche.
Gerade eben reingekommen: Bowmore wird von seiner erfolgreichen (um es vorsichtig zu formulieren) Abfüllung The Devil’s Casks eine zweite Auflage anbieten, wiederum exklusiv in First Fill Sherry Casks. Mehr als ein „coming soon“ ist Bowmore derweilen nicht zu entlocken, es gibt aber bereits eine eigene Seite auf der Webpage. Bleibt zu hoffen, dass die Verfügbarkeit der Abfüllung im deutschsprachigen Raum etwas besser (um es nochmals vorsichtig zu formulieren) sein wird als bei Batch Nummer 1…
Nehmen Sie sich die nächsten 5 Minuten nichts vor, sondern genießen Sie dieses Video von ForGeorges auf Youtube – eine stimmungsvolle Reise vom Flughafen Oban über Islay auf die Insel Jura, mit wunderschönen Blicken auf Landschaft und Wetter dieser schottischen Kleinode.
Die Firma Bremer Spirituosen Contor informiert uns in einer Pressemitteilung, dass sie nun die Standardabfüllungen der Destillerie Tomintoul aus der Speyside ins Programm aufgenommen haben. Wir bringen sie in Auszügen:
Tomintoul, der sanfte Single Malt aus der Speyside Für Vertrieb und Marketing kooperieren das Bremer Spirituosen Contor und Kammer-Kirsch
Das Bremer Spirituosen Contor baut sein Exklusivmarkenportfolio weiter aus: Tomintoul Single Malt besticht mit einem unerwartet weichen Charakter, der die frische Luft und das klare Wasser aus den schottischen Bergen erahnen lässt. Kein Wunder, dass der außergewöhnliche Single Malt aus der Speyside bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt. Und als eine von wenigen Single Malt Scotch Marken befindet sich Tomintoul mit der kleinen Firma Angus Dundee noch in schottischer Familienhand. Der Vertrieb von Tomintoul in Deutschland erfolgt ab sofort über eine Kooperation der Destillerie Kammer-Kirsch mit dem Bremer Spirituosen Contor.
Mit Tomintoul erweitert das Bremer Spirituosen Contor sein Exklusivmarken-portfolio um die erste Originalabfüllung einer schottischen Destillerie. Eine weitere Besonderheit: Tomintoul gehört zur Firma Angus Dundee und ist damit einer von wenigen Single Malt Scotchs, die noch heute fest in der Hand einer schottischen Familie sind. Für Vertrieb und Marketing von Tomintoul arbeiten die Bremer erstmalig mit dem Importeur Kammer-Kirsch Hand in Hand. Ziel ist es, den Markt besser zu durchdringen.
„Mit seinem umfangreichen Sortiment ist Tomintoul für uns eine besonders interessante Whiskymarke, die wir exklusiv im Fachhandel aufbauen werden“, betont Adam Dittrich, Marketingleiter des Bremer Spirituosen Contors. „Für unsere Partner aus dem Fachhandel erwarten wir mit Tomintoul sehr gute Impulse.“
Tomintoul ist eines der höchstgelegenen Dörfer in den schottischen Highlands und Namensgeber für einen ganz besonderen Single Malt. Dort, im Herzen der Region Speyside, liegt versteckt zwischen den Comdale Hills und dem Fluss Avon die Tomintoul Destillerie. Das außergewöhnlich klare Wasser einer Bergquelle, die malerische, ursprüngliche Hügellandschaft und die reine Bergluft spiegeln sich in jedem Glas dieses charakteristischen, eleganten Single Malts wider.
Tomintoul schmeckt angenehm grasig mit einer fruchtigen Note. Zudem ist er deutlich leichter als andere Malts der Speyside. Das liegt unter anderem daran, dass – anders als bei vielen Whiskys der Region – kein Torf für die Herstellung verwendet wird. Das macht Tomintoul sanft und weich, ganz ohne Rauchnote. Eine rauchige Ausnahme bildet der Tomintoul Peaty Tang, der in kleineren Mengen zweimal im Jahr mit Torf hergestellt wird.
Vor der Abfüllung reift Tomintoul bis zu 33 Jahre lang in Holzfässern – meist sind es ehemalige Bourbonfässer aus amerikanischer Weißeiche. So kann der Whisky die holzigen Aromen aufnehmen. Gleichzeit atmet das Holz die klare, frische Bergluft der Speyside, was zu dem einzigartigen Geschmack beiträgt. Eine besondere Spezialität sind die „Wood Finishes“ – hier reift der Single Malt in Sherry- oder Portweinfässern für mehrere Jahre nach.
Die jüngsten Sprösslinge aus dem Hause Tomintoul sind zehn Jahre alt. Auch ältere Jahrgänge sind vertreten, ob 16 oder 21 Jahre bis hin zu dem 33-jährigen Tomintoul, der schon bei den World Whisky Awards als bester Speyside Single Malt ausgezeichnet wurde. Eine ganz besondere Abfüllung ist Tomintoul 1976 Vintage Single Malt. Der englische Journalist Jim Murray bedachte ihn in seiner berühmten Whisky Bible 2011 mit 93,5 von 100 möglichen Punkten und dem Kommentar „Truly great whisky … supreme stuff!“.
Serge’s Einleitung zu der Verkostung ist kurz, aber treffend: „Arran’s Ruf unter Kennern scheint nicht enden wollen zu wachsen, was, meiner Meinung nach, mehr als verdient ist“ – und in der Tat haben wir in letzter Zeit immer mehr sehr gute Abfüllungen aus der Destillerie gesehen. Serge sieht sich heute zwei an, die nicht weitläufig erhältlich sind, die aber symptomatisch für Arran stehen können. Hier die Wertungen:
Isle of Arran 12 yo 2001/2013 (46%, Malts of Scotland, sherry hogshead, cask #MoS 13064, 310 bottles): 85 Punkte
Arran 17 yo 1997/2014 (50.1%, OB for The Whisky Fair 2014, sherry hogshead, cask #1997/518, 246 bottles): 85 Punkte
Arran Destillerie, Foto von Paul Birrell, CC-Lizenz