Exklusiv: Four Roses, rosige Zeiten

Der Name Four Roses mag dem ein oder anderen schon einmal untergekommen sein, die Distillery in Lawrenceburg, Kentucky (die Warehouses dazu befinden sich übrigens in Cox’s Creek) zählt zu den Platzhirschen amerikanischer Whiskeykunst. Dabei war für vierzig Jahre kein Tropfen des wertvollen Bourbons in den Vereinigten Staaten selbst erhältlich – und ich spreche nicht von der Prohibition.

Four Roses Hauptgebäude, Foto von Doug Coldwell, GNU Free Documentation Licence
Four Roses Hauptgebäude, Foto von Doug Coldwell, GNU Free Documentation Licence

Obwohl in den 30er, 40er und 50er Jahren Four Roses der meist getrunkene Whiskey der USA war, entschied Seagram, jene kanadische Firma, die 1943 die damalige Frankfort Distilling Co. erwarb, sich auf Blended Whiskey in Nordamerika zu konzentrieren und die vier Rosen nur noch in den Wachstumsmärkten Europa und Asien zu platzieren.

2002 wanderte die Brand Trademark zur japanischen Kirin Brewery Company Ltd., die Neuerwerbung erhielt den Namen Four Roses Distillery LLC. und man besinnte sich wieder der Wurzeln und Grundsätze, zurückgehend auf Paul Jones Jr. Außerdem gab der Whiskey somit sein Comeback in den Staaten, man war quasi wieder „zu Hause“ angekommen.

Buchstabenpuzzle und Hefehistorie

Produzenten in den Vereinigten Staaten legen grundsätzlich wesentlich mehr Wert und Fokus auf ihre speziellen Hefestämme, als die Kollegen diesseits des Atlantiks. Die in Ehren gehaltenen, geschützt, gehegt und gepflegten Saccharomyces Cerevisiae Abkömmlinge werden über Generationen und Jahrhunderte bewahrt und haben ganz entscheidenden Einfluss auf den jeweiligen Destilleriecharakter.

Four Roses, Foto von Craiglduncan, CC-Lizenz
Four Roses, Foto von Craiglduncan, CC-Lizenz

Four Roses treibt das Spiel auf die Spitze und kann gleich mit fünf verschiedenen Hefen aufwarten, dazu gesellen sich zwei separate Mashbills (dies beschreibt die „Rezeptur“, die Zusammensetzung der unterschiedlichen Getreide, für Bourbon mindestens 51% Corn, dazu das Small Grain Rye oder Wheat und oftmals ein kleiner Anteil Malted Barley.)

Unterm Strich ergibt das zehn verschiedene Bourbon Recipes, die mit jeweils vier Lettern zu einem phantasievollen Buchstabenrätsel gebastelt werden.

  • O – beschreibt die Herkunft aus der Four Roses Distillery in Lawrenceburg
  • E und B – die zwei Mashbills (75% Corn, 20% Rye, 5% Malted Barley) beziehungsweise (60% Corn, 35% Rye, 5% Malted Barley).
  • S – bestätigt, dass es sich um einen S traight whiskey handelt
  • V, K, O, Q, F – die verschiedenen Hefen

Zeit also ein wenig herumzuspielen, OBSV, OBSK, OESQ, OESF, …

Four Roses Destillerie, Foto von fourroses, GNU Free Documentation Licence
Four Roses Destillerie, Foto von fourroses, GNU Free Documentation Licence

1,2, oder 3

Im regulären Portfolio finden sich drei Expressionen, der allseits bekannte Yellow Label, dessen Charakter durch ein Vermählen aller zehn Rezepturen komponiert wird.

Vier verschiedene Bourbontypen bilden das Rückgrat des Small Batch und, wie der Name vermuten lässt, jeweils einer wird für Single Barrel selektioniert.

rutledgeDer Master Distiller, seit 1995 Mr Jim Rutledge, pickt sich zudem immer wieder besondere Rosinen aus den Warehouses, um sie als Limited Edition unter das Volk und die Fangemeinde zu bringen. (Sollte man jemals über Fine Old Bourbon oder Platinum stolpern – dies sind Abfüllungen für den japanischen Markt.)

Die Kunst und das Handwerk, die Rutledge an den Tag legt, haben ihn zu einer der angesehensten Persönlichkeiten der Bourbon Industry gemacht und ihm zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen beschert. Als „Four Roses biggest ambassador“ oder „Mr Four Roses“, wie er manchmal sogar beschrieben wird, hat er nicht nur der Destillerie und Firma seinen Stempel aufgedrückt, sondern der gesamten Whiskeynation Vereinigte Staaten.

„There’s a new friend to make, a new story to tell and a little Bourbon to share each step along the way.“

slowdrink goes Donauwörth: Fine and Rare Drams in der Wunderbar am 07. Dezember

Pit Krause zu Gast im Bayrischen Fernsehen
Pit Krause zu Gast im Bayrischen Fernsehen

Unser guter Freund und Malt Maniac Peter „Pit“ Krause bringt mit seinem slowdrink.de excellente Drams zu einer Verkostung nach Donauwörth – und wer die Gelegenheit dazu hat, sollte sich das nicht entgehen lassen:

Es gibt ein Whisky-Dinner vom Feinsten.

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Ort: Wunderbar in Donauwörth (Hindenburgstr. 33)

Zeit: Sa., 07. Dezember 2013 (abends)

Moderation: Pit Krause (slowdrink.de / Malt Maniacs)

Anmeldung: bei der Wunderbar (Hubert Schneid) oder notfalls über slowdrink.de

Kosten: 79,90 Euro

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Geeignet ist dieses Tasting aber nicht nur für Kenner, denn es wird viel erklärt, Muster der Herstellungsmaterialien gezeigt, Proben gerochen etc. und alle dabei mitgenommen, egal, wo sie wissenstechnisch stehen. Dazu gibt es schöne schottische Spezialitäten gekocht vom Gastgeber. Ein offener Abend des absoluten Genusses mit Spaß und Informationen (Info-tainment).

Hier ist das Lineup im Bild – mit weiterführenden Informationen im Anschluss:

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  1. Stewarts (Dundee) ‘Cream of the Barley) Blend from early 1970ies, dark Sherry, 75cl, 43 gradi (Italien-Import, ein uralter Blend mit hohem Sherry-Anteil, mit das beste, was in dieser Kategorie je produziert wurde, dazu wunderbarer Old Bottle Flavour)
  2. The Glen Garioch ‘Over 8 years old’ from late 1960ies, LEMAR-Import, 75cl, 43 gradi (Leicht rauchiger Highlander vom legendären LEMAR-Import mit zurückhaltender Noblesse und großer Komplexität, Ledersessel, Bücherei, Zigarre, und Mahgoni-Holz, sehr edel)
  3. Glen Avon 25 y.o. for G&M from early 1960ies, 40% (sehr dunkler Single Malt von einer der bekanntesten Speyside-Brennereien, göttlicher Nektar)
  4. The Glendronach 12 y.o. ‘matured in Sherry Casks’ (Teacher Import) from early 1970ies, 75 cl, 40% (Die Malts der 1970er dieser Brennerei räumen derzeit alle Preise ab – zu Recht, tolle tiefe Aromen nach dunklen Früchten, Blumenerde, Kaffee und vielem mehr – eine Kultabfüllung)
  5. Dalmore 24 y.o. Cadenhead Small Batch 1989 – 2013, Bourbon Barrel, 312. btl., 46,6% (Unglaublich fruchtiger Whisky aus dem Einzelfass der sehr raren unabhängigen Abfüllungen vom Highlander Dalmore. Wesentlich interessanter als manche Originale, echt überzeugend, in Fassstärke)
  6. Highland Park 24 y.o. Mackillop’s Choice 1981 – 2006, Cask 6080, 56,3% (Einzelfass in Cask Strength von Orkney; Higland Park mälzt noch selbst und stellte um diese Zeit herrlich vielschichtige Whiskys mit dezentem Torfrauch, Früchten und maritimen Aromen her. Ein reifer Allrounder.)
  7. Port Ellen 23 y.o. for The Way of Spirits (Milano) / Waddell Hepburn 1983 – 2006, 54,1% (Rarität aus der geschlossenen Brennerei Port Ellen, ein Traum für die Liebhaber komplexer Islay-Whiskys, malzig mit dem Touch Bauernhof, Torf und Meer)
  8. Port Charlotte 10 y.o. for Wein & mehr Regensburg /Heng/Nürnberg, 2003 – 2013, 1st fill Sherry Hogshead 630, 312 btl., 63,0% (“As heavy as Whisky can be”, sagte einmal ein Kollege zu diesen sehr raren und extrem torfig-rauchigen Aromabomben der Bruichladdich-Brennerei auf Islay. Ein Ausputzer im besten Sinne for the Road)

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich rasch wie oben angegeben bei der Wunderbar oder notfalls auch unter info@slowdrink.de anmelden – es sind noch einige wenige(!) Plätze dafür frei.

KOVAL Rye Whisky erzielt Platz 1 bei Whisky International 2013

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Schöner Erfolg für die Chicagoer Destillerie KOVAL unter der Leitung des Österreichers Robert Birnecker: Der KOVAL Rye Whiskey wurde auf der Whisky International 2013 mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Der KOVAL Rye wird zu 100% aus Roggen gebrannt, das von einem lokalen Biobauern-Kollektiv aus dem Mittleren Westen stammt, gereift in neuer amerikanischer Eiche aus Minnesota.

Fotowettbewerb: Miltonduff 1989 Càrn Mòr, handsigniert von Kenny MacKay, gewinnen

Weihnachten naht, und wir von Whiskyexperts haben uns gedacht, dass wir einen ganz besonderen Wettbewerb starten wollen. Diesmal suchen wir Ihre Fotos, die mit Whisky zu tun haben (egal, ob zur Weihnachtszeit passend oder nicht). Für den Gewinner des nachfolgenden Leservotings (wir haben dafür ein neues, stabiles Votingsystem installiert) gibt es eine absolute Rarität als Hauptpreis (und jeder, der nicht gewonnen hat, nimmt an der Verlosung eines Trostpreises teil) :

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Der Miltonduff 1989 aus der „Celebration of the Cask“-Serie von Càrn Mòr, aus dem Sherry Hogshead Nr. 19 abgefüllt mit 55.3% Fassstärke. Von diesem wunderschönen Whisky gab es 293 Flaschen, diese hier ist nicht nur die letzte, die auf den Markt kommen wird, sondern die einzige, die persönlich von Kenny MacKay, dem ehemaligen Distillery Manager von Bowmore und Mastermind hinter Càrn Mòr, für Whiskyexperts handsigniert wurde. Ein Unikat im Holzkistchen, das jeden Whiskyschrank ziert.

Kenny MacKay
Kenny MacKay

Hier die näheren Informationen über die Abfüllung:

293 Flaschen mit einer Fassstärke von 55,3 % hat das Sherry Hogshead Nummer 19 beinhaltet.

Dieser an Früchtebrot und „Christmas Cake“ erinnernde und einen Hauch von Sherry verbreitende Vintage Single Malt wurde in einer der ältesten Destillerien des Speyside am 30. November 1989 gebrannt und reifte 23 Jahre in seinem Fass. Am 7. März 2012 wurde dieser besondere Whisky in Flaschen abgefüllt.

Auf dem Gelände der ehemaligen Abtei Pluscarden gelegen, blickt Miltonduff auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Bereits im 13. Jahrhundert betrieben die Mönche eine Brauerei und es ist anzunehmen, dass bereits damals „Uisge Beatha“ (= Aqua Vitae) erzeugt wurde.

Die wiederholten kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Streit um die Vormachtstellung in Nordamerika) und zur Jahrhundertwende (Napoleonische Kriege) unterbrachen die Lieferungen eines Lieblingsgetränks der Engländer, französischer Cognac. Als Ersatz blickte man nach Norden und entdeckte, dass Whisky ein geeigneter Ersatz war. In den Anfängen des 19. Jahrhunderts wurde die Zahl der Schwarzbrenner auf ca. 14.000 geschätzt. Der Duke of Gordon konnte das englische Parlament davon überzeugen, dass eine Besteuerung der Brennereien sinnvoll ist und 1823 wurde der Whisky Act  vom Parlament beschlossen.

Bereits ein Jahr nach dem Act of Parliament (Whisky Act), gründeten Andrew Pairn und Robert Bain Miltonduff. William Stuart, der Miteigentümer von Highland Park, erwarb die Destillerie 1866.

Der Single Malt von Miltonduff ist das Herzstück zweier bekannter schottischer Blended Whiskys – Ballantines und Teachers.

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Die Fakten in tabellarischer Darstellung:

Country:

Scotland

Region:

Speyside

Distillery:

Miltonduff

Style:

Single Malt

Bottler:

Càrn Mòr (The Scottish Liqueur Centre)

Distillation Date:

30 November 1989

Bottling Date:

7 March 2012

Alcohol:

55.3 % at natural cask strength

Cask Number:

Sherry Hogshead 19

Number of bottles:

293 à 70 cl / 700 ml

So machen Sie mit:

Wir suchen selbst aufgenommmene Fotos, die sich mit Whisky beschäftigen. Indoor, Outdoor, besinnlich, witzig, schräg – was immer Ihnen in den Sinn kommt. Schicken Sie uns bitte ab sofort Ihr Foto zum Thema Whisky an

[box type=“info“ ]

contest@whiskyexperts.net

Folgende Informationen brauchen wir in der Mail:

Ihr Name:
Ihre email-Adresse:
Der Titel des Bildes (bitte kurz fassen):[/box]

Das Foto muss von Ihnen aufgenommen und frei von Rechten Dritter sein. Das Motiv muss sich um Whisky oder Whiskey drehen – was auch immer Ihnen einfällt. Die Bilder sollten nicht größer als 2MB sein und nicht kleiner als 640×480 – andernfalls können sie nicht am Wettbewerb teilnehmen.

Pro Teilnehmer kann nur ein Foto am Wettbewerb teilnehmen.

Unter allen eingesendeten und veröffentlichten Bildern wählen die Leser von Whiskyexperts mittels Voting ihr Lieblingsbild aus. Das Bild, das in der Abstimmungswoche nach dem Wettbewerb die meisten Stimmen sammelt (Abstimmung über Likes in der Galerie, nur 1 Stimme pro Person pro Bild in 24h), gewinnt die handsignierte Flasche. Jedes Bild, egal wie viele Stimmen es erhält, nimmt zusätzlich an der Verlosung eines Trostpreises statt. Wir veröffentlichen die Bilder in der Reihenfolge ihres Eintreffens, die Galerie wird laufend erweitert.

Teilnahmebedingungen:

Am Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 8. Dezember 2013. Abgestimmt wird zwischen dem 9. und 13. Dezember. Der Gewinner wird auf unserer Webseite bekanntgegeben. Der Wettbewerb findet unter Ausschluß des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Die Redaktion behält sich vor, ein Bild ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen.

Mit der Teilnahme übertragen Sie Whiskyexperts ausschließlich die unbefristete Nutzung ihres Photos auf den Whiskyexperts-Webseiten. Alle anderen Rechte verbleiben beim Einsender. 

Viel Vergnügen und viel Erfolg beim Mitmachen – und Danke fürs Liken und Teilen dieser Meldung!

Ihr Whiskyexperts-Team

Bowmore 50yo für £16.000,-

Billig will man ihn nicht nennen, aber im Vergleich zu manch anderen Decantern ist der Bowmore 50yo zumindest nicht vollkommen abgehoben. Und ein 50jähriger Bowmore, abgefüllt im Jahr 1962 und mit gerade mal 200 Flaschen ist auch etwas ziemlich Exklusives und Seltenes, für das finanzkräftige Menschen schon mal  £16.000,- auf den Tresen blättern werden.

Der Bowmore 50yo wird in Tranchen über die nächsten 4 Jahre veröffentlicht, kommt in einer handgeblasenen Flasche von Glasstorm, mit einer Kapsel der Sielberschmiede Fattorini und in einer Box aus schottischem Ulmenholz von Meistertischler Peter Toaig.

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Serge verkostet: 10x Glen Elgin

Glen Elgin, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz
Glen Elgin, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz

Eine Leber aus Stahl? In der heutigen Tasting-Session von Serge Valentin finden sich 10 Abfüllungen von Glen Elgin – und wir hoffen doch sehr, dass das aus verschiedenen Sitzungen zusammengestückelt ist :-). Glen Elgin jedenfalls ist eine oft ein wenig übersehene Destillerie mit teilweise schönen unabhängigen Abfüllungen, wie auch das Tasting von Serge beweist. Wieder einiges dabei, das man heutzutage nicht mehr bekommt – aber auch rezente Abfüllungen sind zu finden:

  • Glen Elgin 15 yo (60.2%, OB, Manager’s Dram, 1988): 94 Punkte
  • Glen Elgin 16 yo 1995/2012 (56.4%, James MacArthur, Old Masters, bourbon, cask #1660): 86 Punkte
  • Glen Elgin 25 yo 1985/2011 (44.7%, The Whisky Fair, 10th Anniversary, bourbon hogshead, 232 bottles): 80 Punkte
  • Glen Elgin 27 yo 1984/2011 (45.1%, Liquid Sun, bourbon, 207 bottles): 89 Punkte
  • Glen Elgin 27 yo 1984/2011 (46.1%, Thosop Import, bourbon hogshead, 213 bottles): 87 Punkte
  • Glen Elgin 35 yo 1975/2010 (46.1%, Whisky-Fässle, bourbon): 85 Punkte
  • Glen Elgin 1975/2011 (46.8%, Malts of Scotland, Angel’s Choice, bourbon hogshead, cask #11024, 47 bottles): 87 Punkte
  • Glen Elgin 36 yo 1975/2011 (48.2%, The Whisky Agency, The Perfect Dram, bourbon hogshead, 134 bottles): 87 Punkte
  • Glen Elgin 35 yo 1975/2011 (51.1%, The Whisky Agency, bourbon hogshead, 186 bottles): 87 Punkte
  • Glen Elgin 37 yo 1975/2013 (47.6%, The First Editions, bourbon hogshead, 84 bottles): 88 Punkte

Darf Diageo Whyte & Mackay behalten?

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44% des gesamten Scotch-Markts gehört bereits Diageo, 50% des Premium-Markts und 44% des Superpremium-Segments. Mit dieser Marktmacht ist es nicht verwunderlich, dass Regulatoren darauf schauen, ob Diageo marktbestimmende Größe erhalten könnte. Mit dem Kauf von Whyte & Mackay, der im Zuge eines Teilkaufes von United Spirits stattfand, könnte dies geschehen sein, und so erwartet man in den nächsten Tagen das Urteil der Wettbewerbsbehörde. Und allem Anschein nach wird es darauf hinauslaufen, dass Diageo Teile von Whyte & Mackay nicht behalten darf.

Hier ein paar Teile von Whyte & Mackay (um die Dimensionejn des Deals zu verdeutlichen):  Eine grain distillery in Invergordon, eine Abfüllanlage in Grangemouth, und nicht zuletzt die Destillerien Jura und Dalmore. Wer mehr über diese interessanten Vorgänge lesen will, kann das auf Heraldscotland.com tun.

Wir verkosten: Sazerac 18 Year Old Kentucky Straight Rye Whiskey

Teil der Antique Collection – CHECK
Name? New Orleans, Coffee Houses, Sazerac Coffee House, und und und… – CHECK
18 Jahre, 90 Proof – CHECK

Antique-Collection

Legen wir los…

In vielen Ländern rund um den Globus erreicht man mit zarten 18 Jahren gerade die Volljährigkeit und wird in den erlauchten Kreis der mündigen Erwachsenen aufgenommen – nun, theoretisch zumindest. Ein Whisky mit dieser Altersangabe ist da schon viel eher eine gestandene Persönlichkeit, die ihre Reife voller Stolz Preis gibt.

So auch dieser feine Tropfen, der ähnlich seinen Kompagnons der Buffalo Trace Antique Collection eine Galerie an Goldmedaillen und Auszeichnung auf der Brust trägt. 28 Barrels ringt man sich jährlich für die einmalige Füllung ab, seit 2006 aber wird für diesen Straight Rye eine einzige Ressource ausgeschöpft, ein Distillation Run aus dem Jahre 1985. Bis man aus den eigenen Beständen auf einen „neuen“ 18 jährigen zurückgreifen kann, rationiert man die wertvolle Flüssigkeit aus einem stainless steel container, der Tank fasst satte 13.500 Gallons, voll mit Roggenwhiskey und etwas Luft, die für langsame Oxidation bürgt. Dies ist auch einer der wesentlichen Gründe, warum trotz desselben Grundstoffes (der ja nicht mehr in einem Fass weitergelagert wird) immer Variationen im fertigen Produkt zu beobachten sind. Die Entwicklung in Edelstahltanks wäre hier sicher ein spannendes, weiter zu beobachtendes Phänomen – den Weinliebhabern sicher eher vertraut als dem geneigten Whiskytrinker.

Zeit für ein paar Tasting Notes…

sazerac18yrs

Nase: frische Buttermilch ist der erste Gedanke, der mir in den Kopf schießt, Schokolade, gerösteter Mohn, sogar Mohnstrudel, cremig, duftig, und ZACK!!! hier ist die Würze, hier ist der Spice, Aromenwellen von Macis, Zimtpulver steigen einem entgegen, ein bebendes Pulverfass, getreidig entwickelt sich der Eindruck weiter, Holzpolitur, wie ein altes Stück Bauernmöbel, Leder, Karamell, irgendwo an der Grenze zwischen dunkel und verbrannt, Vanille, dann etwas gemüsig, savoury, Sellerieknolle, interessanter Weise ist ein etwas sanfteres Tier, eine gebändigte Urgestalt am Werk, etwas süßer, etwas weicher als frühere Abfüllungen, aber nun ja, immer noch „ballsy“… Toffee ist da, Datteln, die man in eine frische Tasse Ristretto getaucht hat, ein Farbenspiel der Aromen, ein Regenbogen an Düften

Gaumen: auch am Gaumen wunderbarer Druck und vollmundiger Eindruck, der sich gleich zu Beginn einstellt, für einen Hochleistungssportler aber sehr grazil, sanftmütig und wohl gesittet, straff entwickeln sich wieder die Roggenbrotnoten, mit Gewürzen bestreut, Kardamom, etwas Koriander- und Kümmelsamen, auch Süße ist ausreichend vorhanden um das ganze Spiel zu einem harmonischen Ganzen zu fügen, Brioche, Buttertoffee, Fudge, Mokka, „nur“ ein Espresso diesmal, Bitterorange, Honig, geröstete Mandeln und Cashewnüsse, auch etwas grasige Noten, Pfefferwürze, aber fruchtig, roter Pfeffer und Langpfeffer

Finish: lange, breit, mächtig und vielfältig, Chili, nochmals Pfeffernoten, grüne Jalapenos, dann Vanillecreme, ein Custard Törtchen, auch Limettenzeste kommt dazu, wieder Trockenfrüchte, Rosinen, Datteln und Feigen, fleischig, etwas ledrig, Waldboden, Nadelholz und Tannenzapfen, man sollte sich Zeit nehmen…

Alles in allem: ein eindrucksvoller Rye Whiskey, keine Frage: mit Wucht, Länge, Intensität und Verspieltheit, aber es ist interessant zu sehen, wie die lange Reifezeit diese ansonsten oft ungestüme (im positiven Sinne), noch würzigere Whiskeykategorie gezähmt hat, es spielen mehr weiche und reife Noten mit, ein Wolf im Schafspelz… Je nachdem, wie man sich seinen idealen Rye halt vorstellt, wird man hier eher in Begeisterungsstürme ausbrechen oder noch mehr Power erwünschen. Außer Streit steht aber, dass Sazerac 18y ein wundervoll ausgewogener, fein gezeichneter und handwerklich großartig hergestellter Rye ist, der zu den Musterknaben seiner Art zählt.

Mit den allerbesten Spirits!
Reinhard Pohorec

[review]

Weitere Informationen zu Blend Sweet Wee Scallywag

Über den neuen Blend mit dem Foxterrier aus dem Hause Douglas Laing hatten wir schon berichtet. Heute informiert uns der Importeur Bremer Spirituosen Contor in seiner Pressemitteilung über nähere Details zu diesem Blend:

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Würzig im Charakter und gleichzeitig herrlich süß – für den neuen Blended Malt SCALLYWAG wählte der schottische Abfüller Douglas Laing ausschließlich Whiskyfässer aus der schottischen Region Speyside aus. In Deutschland ist SCALLYWAG ab Ende November im Spirituosenfachhandel erhältlich.

Nur die feinsten Speyside Malts – unter anderem Mortlach, Macallan und Glenrothes – sind im neuen SCALLYWAG von Douglas Laing enthalten. Abgefüllt mit 46 Prozent Alkoholgehalt und nicht kältegefiltert, hat diese Small-Batch-Abfüllung dank der Reifung in Bourbon- und spanischen Sherry-Fässern eine leuchtend goldene Farbe. Das Ergebnis: Ein einzigartiger Malt mit einem würzigen Charakter, der mit einem Hauch Vanille und einer Mischung aus fruchtigem Kompott, dunkler Schokolade, aromatischer Orange und süßem Tabak verschmilzt.

Foxterrier, die Lieblingshunde der Familie Laing, lieferten die Inspiration für den neuen SCALLYWAG mit dem Hund auf dem Etikett. Denn die kleinen Strolche („wee Scallywags“) sind bekanntlich süß und gleichzeitig frech – Charaktereigenschaften, die sie mit dem würzigen und herrlich süßen Speyside Blended Malt teilen.

„Süß“ war auch das Schlüsselwort, das Douglas Laing zur Auswahl der Speyside Malts brachte. Viele Whiskys lagern dort in ehemaligen Sherry-Fässern. Vorsichtig vermählt mit Malts, die in Bourbon-Fässern gereift sind, ergibt sich ein außergewöhnlicher Blended Malt – sozusagen mit einem exzellenten Stammbaum.

UVP für Scallywag in der 0,7-Liter-Flasche: 52,00 Euro

Erhältlich ab Ende November im gut sortierten Spirituosenfachhandel.

Bezugsquellenfinder auf der BSC-Website unter: www.bremerspirituosencontor.de/bezugsquellen2.php

Serge verkostet: Zwei Dailuaine

Dailuaine Destillerie - Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz
Dailuaine Destillerie – Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz

Zwei ziemlich „gerade“ Dailuaine werden heute von Serge Valentin verkostet. Er schreibt ganz richtig, dass unabhängige Dailuaine-Abfüllungen nicht oft zu finden sind und wenn, dann oft heftig auf der Sherry-Seite. Nicht so diese beiden, allerdings. Der von MacKillop’s Choice wird nicht gerade über den grünen Klee gelobt, jener von The Whisky Agency erzielt aber eine durchaus beachtliche Bewertung:

  • Dailuaine 23 yo 1988/2012 (43%, Mackillop’s Choice, cask #3549): 75 Punkte
  • Dailuaine 31 yo 1982/2013 (51.3%, The Whisky Agency, refill hogshead, 225 bottles): 87 Punkte

Sazerac – ein Name mit Geschichte

It’s that time of the year…

Die vorweihnachtlich besinnliche Zeit, dunkler werdende, kalte Tage sind wie geschaffen für wärmende Getränke, Eggnoggs und Hot Buttered Rums, Punsch und Glühwein, Grog und natürlich den ein oder anderen feinen Dram.

Da auch wohlfeile Geschenke unter dem Christbaum liegen sollen und viele sich ohnehin Jahr für Jahr verzweifelt fragen, was sie ihren Liebsten schenken sollen, eilt Buffalo Trace stets im Herbst zu Hilfe und bringt mit der Antique Collection eine der sehnsüchtigst erwarteten, schnellst ausverkauften und von exzellenter Qualität geprägten Whiskyserien heraus.

George T. Stagg als Flaggschiff Kentucky Straight Bourbon durfte ich in einem meiner letzten Beiträge vorstellen, heute wollen wir „Sazerac“ ein wenig unter die Lupe und ins Glas nehmen.

Antique-Collection

Das 19.Jahrhundert mit seinen Saloons, harten Jungs, die ihr Feuerwasser über einem Kartenspiel hinunterstürzten, Wild West Helden, die dem Sonnenuntergang entgegenreiten, der Bartender als eine der höchst angesehenen Professionen, Whisky als Teil des täglichen Lebens und besonders die amerikanischen Bourbons und Ryes in der Blüte ihrer Jahre. In einem Szenario, das verdächtig nach Karl May und Westernfilmklischee riecht, waren die Coffee Häuser in den Straßen von New Orleans Institutionen, Zentren der Trink- und Lebensfreude.

Um 1850 wurde das Merchants Exchange Coffee House von seinem Besitzer Seywell T. Taylor, der sich fortan dem Import feiner Spirituosen wie Forge et Fils Cognac widmete, an Aaron Bird verkauft. Das nun in „Sazerac House“ umgetaufte „Café“ in New Orleans‘ French Quarter, servierte besagten Cognac in Kombination mit einem ganz in der Nähe hergestellten Bitter, der wiederum nach seinem Schöpfer, dem Apotheker Antoine Amedie Peychaud benannt war – mit Zucker und etwas Absinth heute oft als der ur-amerikanische Cocktail beschrieben: der Sazerac. Aber ich schweife ab.

Sazerac Cocktail im Whisky-Tumber, Bild von Marler, CC-Lizenz
Sazerac Cocktail im Whisky-Tumber, Bild von Marler, CC-Lizenz

Für den geneigten Whiskyfan ist dieser Geschichtsausflug insofern bedeutsam, als uns ein paar Namen ins Auge springen, die der Bar- und Spirituosenlandschaft für immer ihre Signatur eingraviert haben. Die Besitzer des Sazerac House wechselten in der zweiten Hälfte der 1800er einige Male und während ein gewisser Herr Thomas H. Handy (rein zufällig ein weiterer Namensvetter eines Antique Collection Whiskeys) die Fäden in die Hand nahm, soll langsam Rye Whiskey anstelle von Cognac Einzug in den Drink gehalten haben.

Nun, kurz zusammengefasst, das Wort „Sazerac“ ist eine Ansage, voller Geschichte und Tradition und die Sazerac Company heute eine der größten Spirituosenfirmen in den Vereinigten Staaten. In ihrem Portfolio befinden sich flüssige „Kleinigkeiten“ aller Provenienzen und Ingredienzien – 2009 verlautete man offiziell, dass Bourbon der Main Focus der Firma sei. Mit Barton Brands, A Smith Bowman, Glenmore und eben der Buffalo Trace Distillery unter einem Dach, klingt dieses Statement gar nicht einmal so unrealistisch.

sazerac

Womit wir also final wieder den Bogen und die Kurve zum eigentlichen Thema, der Antique Collection, gekratzt hätten.

Nach einem derart langen und informationsreichen Ausflug in graue Vorzeit hat man sich einen Schluck verdient, vielleicht einen feinen Sazerac – wo der Name wohl herkommt? – 18 Year Old Rye Whisky, um auf die lange Geschichte, die Gründerväter und Pioniere eines so wunderbaren Produktes anzustoßen. Ihn werden wir im zweiten Teil der Artikelserie verkosten…

 

Slainte, cheers und mit den besten Spirits,

Reinhard Pohorec

Jobangebot auf Islay

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Jimmy Campbell will in den Ruhestand gehen. Über 40 Jahre lang hat er den Gemischtwarenladen und das Postamt Bridgend auf Islay geführt. Und jetzt sucht er Nachfolger. Auf Allmediascotland.com findet man das Angebot, den Shop und ein angeschlossenes Appartement mit 3 Schlafzimmern zunächst einmal für 10 Jahre zu mieten. Kosten: Um die 25.000 Pfund pro Jahr. Und es liegt ziemlich gut – mitten auf Islay, an der Kreuzung zwischen den Straßen von Port Askaig nach Port Ellen und Port Charlotte sowie Portnahaven. Es wird von Einheimischen wie Touristen gleichermaßen gern frequentiert, sollte die Miete also locker wieder abwerfen. Für nähere Infos einfach unserem Link folgen.

Neu: Glenfiddich „Spirit of a Nation“

glenfiddich_logo@2x335 km zu Fuß in 16 Tagen – das ist nicht einfach, aber durchaus zu schaffen. Drei Teams stellen sich seit Sonntag dieser Herausforderung. Deren Mitglieder kommen aus vier verschiedenen Ländern und eins ist ihnen gemein, sie sind während ihrer Zeit in der Armee schwer verwundet worden. Für diese „Wanderung“ wurde dann auch noch ein sehr spezieller Teil der Erde ausgesucht: Der Südpol soll um den 17. Dezember erreicht werden.

Die Speyside-Brennerei Glenfiddich unterstützt ihr Team bei dieser South Pole Allied Challenge mit einer eigenen Abfüllung. „Spirit of Nation“ ist eine Single Cask Abfüllung, am 14 Februar 1984 wurde das Sherry Fass befüllt, 29 Jahren durfte der Whisky darin reifen, danach wurde er noch in einem Bourbon Fass aus amerikanischer Eiche gefinished. Bevor es abgefüllt wurde, reiste es noch durch Großbritannien und wurde so zum „Spirit of a Nation“. Die Abfüllung mit 48,8 Vol. % ist auf 200 Flaschen limitiert und ausschließlich in Großbritannien erhältlich. Preis: £1.000

Whisky aus Österreich: Matthias Aichinger ist tot.

RIP

Hans Ganser, Geschäftsführender Gesellschafter der spirits company gmbh, informiert uns, dass Matthias Aichinger, ein Visionär der oberösterreichischen Whiskyszene, völlig unerwartet im 48. Lebensjahr gestorben ist. Unser Beileid der Familie des Verstorbenen. Ruhe in Frieden.