Im Zuge des Umbaus unserer Seite haben wir jetzt den Leser-Bars endlich ein Zuhause gegeben – und auf der Seite gleich die Möglichkeit geschaffen, IHRE Bar unseren Lesern vorzustellen. Über ein Formular mit eingebautem Uploader geht das ganz einfach.
Schauen Sie sich auf unserer Leserbar-Seite einmal um – und machen Sie mit. Wir sind schon neugierig auf Ihre Fotos…
Glengyle ist eine 1872 von William Mitchell gegründete und 1873 fertiggestellte Whiskybrennerei. Die Brennereigebäude sind in den schottischen Denkmallisten in die Kategorie B einsortiert.
Als in den 1910er Jahren die Whiskybranche von der wirtschaftlichen Depression und der Prohibition in den USA getroffen wurde, musste in der Folge die Destillerie wegen der schlecht laufenden Geschäfte 1919 verkauft werden. Nur kurze Zeit später, 1924, wechselte die Brennerei erneut den Besitzer. Dieser fuhr die Produktion der Brennerei nur ein Jahr später herunter und verkaufte die Restbestände des Whiskys.
Ein Versuch von Maurice Bloch die Brennerei wieder zu eröffnen wurde aufgegeben, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Bloch besaß zu dem Zeitpunkt zusammen mit seinem Bruder bereits die ebenfalls in Campbeltown beheimatete Brennerei Glen Scotia. Erst in den 1950er Jahren dann wurde Glengyle durch die Firma Campbell Henderson Ltd. wieder in Betrieb genommen.
Ende 2000 wurde die Brennerei durch Mitchell’s Glengyle Ltd. wieder in Stand gesetzt und modernisiert. Geleitet wird die Brennerei seither von Hedley Wright, der ein Nachfahre des Firmengründers William Mitchell ist und bereits die ebenfalls in Campbeltown liegende Brennerei Springbank leitet. Die Brennblasen bezog man von der Brennerei Ben Wyvis, die dort nur wenige Jahre im Einsatz waren, bevor sie 1976 geschlossen wurde.
Die Produktion begann 2004 mit der Herstellung des ersten Destillats. Die Brennerei produziert nur zwei Monate im Jahr, was für eine Jahresproduktion von 60.000 Litern ausreicht. Bereits am 5. Mai 2007, also genau nach Ablauf der für Whiskys vorgegebenen Mindestreifezeit von drei Jahren, wurde ein Whisky namens Kilkerran abgefüllt und kann von Besuchern in der Brennerei probiert werden. Die Brennerei ist die erste, die nach der Jahrtausendwende in Schottland (wieder)eröffnet wurde.
Der Whisky der Glengyle-Brennerei wird nicht den Namen der Brennerei tragen, sondern unter dem Namen Kilkerran angeboten. Das geschieht zum einen, weil es eine Tradition in der Region Campbeltown ist, Whiskys nicht mit einem „Glen“, dem gälischen Wort für Tal, im Namen zu versehen. Zum anderen soll die Verwechslung mit einem Vatted Malt vermieden werden, der ebenfalls Glengyle heißt. Zudem konnten die Namensrechte nicht erworben werden.
Am 27. August 2008 gab der Besitzer J & A Mitchell & Co. Ltd. bekannt, dass vorübergehend kein neuer Springbank- und Glengyle-Whisky produziert wird. Als Grund wurden sehr hohe Rohstoffpreise angegeben. Anfang 2009 wurde die Produktion, wie am 24. November 2008 angekündigt, in beiden Brennereien wieder aufgenommen.
Die Debatten waren lang und hitzig. Auf der einen Seite stand die Alkoholindustrie, auf der anderen Seite die schottische Regierung und Interessensgruppen. Es ging darum, ob man Mindestpreise für Alkohol einführen darf oder nicht. Die Argumentation der Scotch Whisky Association war keine moralische, sondern gründete darauf, dass diese Regelung unter EU-Recht nicht zulässig werde. Diese Argumentation hat nun ein Richter laut einem Artikel in der Evening Times zurückgewiesen und ein Gerichtsverfahren darüber abgelehnt. Der Staat dürfe sehr wohl ein dementsprechendes Gesetz erlassen.
Die schottische Regierung zeigt sich über den Ausgang des Verfahrens erfreut und möchte das Gesetz nun umsetzen, das die Alkoholpreise in Schottland deutlich anheben würde – bei 24 Toten täglich, die Schottland durch Alkoholmißbrauch zu beklagen hat, eine durchaus nachdenkenswerte Aktion. Allerdings: Die Regierung wird vor der Implementation des Gesetzes noch auf das formelle Ende des Prozesses und einen eventuellen Einspruch der SWA warten.
Die Scotch Whisky Association hat auf ihrer Homepage bereits angekündigt, in Berufung zu gehen.
Und wieder mal gibt es auf Facebook einen Whisky zu gewinnen: Diesmal den Glencadam 12yo Portwood Finish – durch Beantworten einer ziemlich einfachen Frage: Aus welchem Land stammt Portwein ursprünglich? Teilnehmen können alle, die zumindest 18 Jahre alt sind und aus einem EU-Land stammen.
Glencadam als eigenständigen Whisky gibt es noch nicht allzulange wieder: Erst seit 2009 füllt die Destillerie ihre eigene Produktlinie wieder ab, nachdem sie seit 2000 nicht mehr produzierte. Davor wurde der Whisky aus Glencadam hauptsächlich in den Blends von Ballantine eingesetzt…
Im Portfolio des unabhängigen Abfüller Douglas Laing aus Glasgow befindet sich schon seit längerem Big Peat, einen Vatted Malt, der aus Whisky der Destillerien Ardbeg, Bowmore, Caol Ila, Port Ellen und weiteren getorften Destillaten besteht. Jetzt gibt es auch eine Small Batch Limited Edition: abgefüllt mit 50 % Vol. in 0,5 Liter Flaschen, auf 250 Stück limitiert und nur online für £29,99 zu erwerben.
Sicherlich mehr als Gimmick zu betrachten denn als ein Sammlerobjekt aufgrund der geringen Stückzahl.
Wie in jedem Jahr präsentiert Laphroaig auch zur diesjährigen Feis Ile eine spezielle Cairdeas Abfüllung. Sie wird “Port Wood Edition” heißen, unklar ist, ob es sich um ein Port Wood Finish oder um einen im Portfass gelagerten Whisky handelt. Abgefüllt ist sie mit 51,3 % Vol.. Seine Farbe sieht auf jeden Fall schon mal viel versprechend aus.
Die Geschichte der nördlichsten Brennerei Schottlands begann 1798, als Magnus Eunson auf dem Gelände der Destillerie anfing schwarz zu brennen. 1825 erbaute Robert Borwick die heutige Brennerei, die 1826 ihre Lizenz erhielt. Bis 1869 blieb sie im Besitz der Borwicks, danach folgten einige Besitzerwechsel. 1890 erwarb James Grant die Destillerie und ließ sie 1898 von zwei auf vier Brennblasen erweitern. Von 1918 bis 1937, wo sie von der Highland Distillers Group übernommen wurde, war die Brennerei stillgelegt. Von 1997 bis 2005 betrieben die Mitarbeiter auch die Scapa Destillerie, im Ausgleich dafür durften sie die dortigen Lagerhäuser mitbenutzen.
Im März 2006 verstarb die Destilleriekatze Barley bei einem Autounfall; das Ende einer 200 Jahre alten Tradition, denn einen Nachfolger wird es nicht geben.
Das Wasser der zur Region Highlands/Islands gehörenden Brennerei stammt aus den Cattie Maggie Quellen. Die Destillerie ist eine der wenigen, die heute noch selber in der eigenen Tennenmälzerei (floor maltings) mälzt. Gedarrt wird das Malz in den eigenen Kilns, wofür Torf aus dem nahegelegenen, von Heidekraut überzogenem, Hobbister Moor verwendet wird. Das erzeugte Malz hat 20 ppm Phenol und wird mit zugekauftem ungetorften Malz vom Festland vermischt. Die Brennerei verfügt über einen Maischbottich (11,4 t) aus Edelstahl, zwölf Gärbottiche (je 29.200 l) aus Holz, zwei wash stills (je 14.600 l) und zwei spirit stills (je 8.500 l) die durch Dampf erhitzt werden. Für die Lagerung werden ausschließlich ex-Sherry Fässer verwendet. Aktuell (2010) lagern und reifen auf dem Gelände am Stadtrand von Kirkwall 1.800.000 Gallonen (das entspricht ca. 80.000 Hektolitern) Whisky.
Eingang zur Highland Park Distillery. Foto von David Wyatt unter CC-Lizenz
Nicht nur bei den Produzenten, sondern auch unter Händlern scheint es momentan angesagt, Mitbewerber zu kaufen. So geschehen jetzt, laut einem Bericht von Harpers.co.uk, bei einem Deal zwischen The Whisky Shop und Loch Fyne Whiskies.
The Whisky Shop, Englands größter Whiskyhändler, hat um eine nicht bekannte Summe das Spezialitätengeschäft Loch Fyne Whiskies, bei Sammlern und Kennern durchaus eine bekannte Größe, aufgekauft. Andrew Torrance, Managing Director von The Whisky Shop, freut sich über den Zukauf eines prononcierten Händlers, der neben einem breiten Sortiment alter und seltener Whiskies auch interessante Abfüllungen aus eigenem Haus im Portfolio hat.
The Whisky Shop hat nun, nach der jüngsten Eröffnung eines Flagship Stores im Stadteil Picadilly, 21 Outlets in den Ballungsräumen Englands.
Wie der Herald Scotland berichtet, bringt Ian MacLeod Distillers seinen ersten Single Malt aus der Destillerie Tamdhu seit der Übernahme von The Famous Grouse-Inhaber Edrington Group im Jahr 2011 auf den Markt.
Noch ist es kein regelmäßiger Output, den wir von der bislang als „eingemottet“ klassifizierten Destillerie erwarten können, sondern eigentlich nur eine Sonderausgabe, die aber gerade deshalb einen gewissen Sammlerwert haben wird. Die neu gestaltete Tamdhu Marke wird sich in dieser Woche beim Spirit of Speyside Whisky Festival mit einer limitierte Auflage von 1000 Flaschen präsentieren.
Ian MacLeod hat bisher 1 Million Pfund in Tamdhu investiert, und hat weitere 2.5 Millionen Pfund vorgesehen. Geschäftsführer Leonard Russell, der die größte Beteiligung an dem Unternehmen hält, erklärte sich „sehr zufrieden“ mit den Ergebnissen. Er sagte: „Wir haben in unsere Produktionsstätten investiert und sind nun bereit für den nächsten Schritt. Seit einem Jahr produzieren wir in Tamdhu, und nun wollen wir Tamdhu am Festival offiziell relaunchen“.
Wir sind neugierig auf die ersten Verkostungsnotizen.
An Serge Valentins Ausflüge in die Welt des Rums haben wir uns mittlerweile gewöhnt und folgen ihm auch gerne, zumal auch hier hohe Destillations- und Fasslagerkunst zu finden ist. Sein heutiges Tasting auf Whiskyfun ist hingegen seltsamer und beinhaltet neben einem französischen Gin und zwei Likören auch drei Whiskys. Hier kann der Raritas Diaboli von Slyrs punkten.
Snake River Stampede 8 yo 1999/2008 (80 proof, OB, Canadian whisky) um 65 bis 70 Punkte
Raritas Diaboli ‘Edition 2011/2012’ (53.8%, OB, Slyrs, Germany, 1396 bottles) 79 bis 80 Punkte
Audny 3 yo ‚Series 1‘ (46%, OB, Agder Distillery, Norway, cask #39, 35cl 1750 bottles, 2012) um 75 Punkte
Citadelle Réserve ‚2012‘ (44%, OB, France, aged gin) um 80 Punkte
Dunkeld Atholl Brose (35%, Gordon & MacPhail, Scotch liqueur, +/-2012 um 78 Punkte
Drambuie ‚The Royal Legacy of 1745‘ (46%, OB, malt whisky liqueur, +/-2011) um 50 Punkte
Bruichladdich wurde 1881 durch die Brüder Robert William und John Gourlay Harvey an einer perfekten Lage am Rande von Loch Indaal, am Ostufer von the Rhinns, dem westlichsten Ausläufer der Insel Islay, erbaut. Zu dieser Zeit zählte der Betrieb zu den modernsten Destillerien. Ein Großteil der damaligen Ausrüstung wird noch heute verwendet. Im Gegensatz zu den meisten Brennereien, die aus umgebauten Bauernhäusern entstanden sind, wurde Bruichladdich als Destillerie geplant und gebaut. Die Gebäude wurden um einen zentralen Hof angelegt, der die Darren und eine Dampfmaschine zur Stromerzeugung beinhaltete.
Von 1929 bis 1937 wurde nicht produziert, danach folgten einige Besitzerwechsel. Invergordon baute 1974 ein weiteres Paar Brennblasen ein. 1994 wurde die Brennerei erneut stillgelegt, bis sie am 19. Dezember 2000 von Mark Reynier und seinen beiden „Murray McDavid“-Kollegen Simon Coughlin und Gordon Wright für 7.500.000 £ gekauft und anschließend vollständig renoviert wurde. Als Brennmeister konnte Jim McEwan (vorher bei Bowmore tätig) gewonnen werden. Die viktorianische Ausstattung wurde größtenteils erhalten. Die Geräte, Brennöfen und Rohrleitungen wurden in ihre Einzelteile zerlegt und durch ein Team von Ingenieuren neu zusammengebaut.
Im März 2007 gab Mark Reynier offiziell bekannt,die bereits 1929 geschlossene Lochindaal-Brennerei wieder zu eröffnen.
Am 23. Juli 2012 wurde bekanntgegeben, dass Rémy Cointreau die Brennerei für 58.000.000 £ gekauft hat.
Die Destillerie verfügt über einen Maischebottich (mit 6,2 t) und sechs Gärbottiche (zusammen 210.000 l). Destilliert wird in zwei Rohbrandblasen (zusammen 23.000 l) und zwei Feinbrandblasen (zusammen 21.000 l), die durch Dampf erhitzt werden. 2010 kam eine Lomond Still aus der stillgelegten Brennerei Inverleven hinzu. Seit dem 25. Mai 2003 ist die eigene Abfüllanlage in Betrieb, damit ist die Destillerie die einzige auf Islay, die vor Ort abfüllt. Im Mai 2004 wurde die eigene Böttcherei eröffnet, und seit Dezember 2004 wird das Malz aus Bio-Gerste von Islay hergestellt.
Bruichladdich Destillerie. Foto von Fumaro – CC-Lizenz
Mario Prinz von Potstill aus Wien lässt uns wissen, dass in etwa drei Wochen neue Abfüllungen von Gordon & MacPhail erhältlich sein werden – Rare Old, eine Linie mit Whiskys aus Lost Distilleries. Alle Flaschen sind mit 46& abgefüllt – und entsprechend der Seltenheit nicht gerade als Schnäppchen zu bezeichnen.
Hier die Liste der Whiskys mit den voraussichtlichen Verkaufspreisen:
Glenlochy 1979 – 449,–
Port Ellen 1979 – 699,–
Glencraig 1975 – 720,–
Mosstowie 1979 – 680,–
Wenn man sich ansieht, was diese Whiskys vor einigen Jahren gekostet haben (oder, in vielen Fällen: gekostet hätten, denn manche von uns haben damals noch nicht über Whisky nachgedacht), wird einem ein wenig schwer ums Herz. Oder man stellt sich vielleicht besser die Frage, welche Whiskys von heute sind jene, bei denen man sich in einigen Jahren ebenso wehmütig an die Preise erinnern wird? …
Auf Youtube ist nun ein Video über die im Aufbau befindliche Kingsbarns Distillery nahe Fife (Lowlands) zu sehen. Die Wemyss-Familie, bekannt als unabhängige Abfüller, hat in das Unternehmen knapp 2 Millionen Pfund investiert und möchte dort Single Malt Whisky produzieren. Im Video sehen wir das derzeitige Gebäude (man könnte auch sagen: die derzeitige Ruine), William Wemyss und Doug Clement.
Auch ein Besucherzentrum ist geplant – man erwartet dort jährlich zehntausende Besucher, nicht zuletzt deshalb, weil die zukünftige Destillerie in der Nähe eines Golfplatzes liegt.