Billig will man ihn nicht nennen, aber im Vergleich zu manch anderen Decantern ist der Bowmore 50yo zumindest nicht vollkommen abgehoben. Und ein 50jähriger Bowmore, abgefüllt im Jahr 1962 und mit gerade mal 200 Flaschen ist auch etwas ziemlich Exklusives und Seltenes, für das finanzkräftige Menschen schon mal £16.000,- auf den Tresen blättern werden.
Der Bowmore 50yo wird in Tranchen über die nächsten 4 Jahre veröffentlicht, kommt in einer handgeblasenen Flasche von Glasstorm, mit einer Kapsel der Sielberschmiede Fattorini und in einer Box aus schottischem Ulmenholz von Meistertischler Peter Toaig.
Glen Elgin, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz
Eine Leber aus Stahl? In der heutigen Tasting-Session von Serge Valentin finden sich 10 Abfüllungen von Glen Elgin – und wir hoffen doch sehr, dass das aus verschiedenen Sitzungen zusammengestückelt ist :-). Glen Elgin jedenfalls ist eine oft ein wenig übersehene Destillerie mit teilweise schönen unabhängigen Abfüllungen, wie auch das Tasting von Serge beweist. Wieder einiges dabei, das man heutzutage nicht mehr bekommt – aber auch rezente Abfüllungen sind zu finden:
Glen Elgin 15 yo (60.2%, OB, Manager’s Dram, 1988): 94 Punkte
Glen Elgin 16 yo 1995/2012 (56.4%, James MacArthur, Old Masters, bourbon, cask #1660): 86 Punkte
Glen Elgin 25 yo 1985/2011 (44.7%, The Whisky Fair, 10th Anniversary, bourbon hogshead, 232 bottles): 80 Punkte
Glen Elgin 27 yo 1984/2011 (45.1%, Liquid Sun, bourbon, 207 bottles): 89 Punkte
Glen Elgin 27 yo 1984/2011 (46.1%, Thosop Import, bourbon hogshead, 213 bottles): 87 Punkte
Glen Elgin 35 yo 1975/2010 (46.1%, Whisky-Fässle, bourbon): 85 Punkte
Glen Elgin 1975/2011 (46.8%, Malts of Scotland, Angel’s Choice, bourbon hogshead, cask #11024, 47 bottles): 87 Punkte
Glen Elgin 36 yo 1975/2011 (48.2%, The Whisky Agency, The Perfect Dram, bourbon hogshead, 134 bottles): 87 Punkte
Glen Elgin 35 yo 1975/2011 (51.1%, The Whisky Agency, bourbon hogshead, 186 bottles): 87 Punkte
Glen Elgin 37 yo 1975/2013 (47.6%, The First Editions, bourbon hogshead, 84 bottles): 88 Punkte
44% des gesamten Scotch-Markts gehört bereits Diageo, 50% des Premium-Markts und 44% des Superpremium-Segments. Mit dieser Marktmacht ist es nicht verwunderlich, dass Regulatoren darauf schauen, ob Diageo marktbestimmende Größe erhalten könnte. Mit dem Kauf von Whyte & Mackay, der im Zuge eines Teilkaufes von United Spirits stattfand, könnte dies geschehen sein, und so erwartet man in den nächsten Tagen das Urteil der Wettbewerbsbehörde. Und allem Anschein nach wird es darauf hinauslaufen, dass Diageo Teile von Whyte & Mackay nicht behalten darf.
Hier ein paar Teile von Whyte & Mackay (um die Dimensionejn des Deals zu verdeutlichen): Eine grain distillery in Invergordon, eine Abfüllanlage in Grangemouth, und nicht zuletzt die Destillerien Jura und Dalmore. Wer mehr über diese interessanten Vorgänge lesen will, kann das auf Heraldscotland.com tun.
Teil der Antique Collection – CHECK
Name? New Orleans, Coffee Houses, Sazerac Coffee House, und und und… – CHECK
18 Jahre, 90 Proof – CHECK
Legen wir los…
In vielen Ländern rund um den Globus erreicht man mit zarten 18 Jahren gerade die Volljährigkeit und wird in den erlauchten Kreis der mündigen Erwachsenen aufgenommen – nun, theoretisch zumindest. Ein Whisky mit dieser Altersangabe ist da schon viel eher eine gestandene Persönlichkeit, die ihre Reife voller Stolz Preis gibt.
So auch dieser feine Tropfen, der ähnlich seinen Kompagnons der Buffalo Trace Antique Collection eine Galerie an Goldmedaillen und Auszeichnung auf der Brust trägt. 28 Barrels ringt man sich jährlich für die einmalige Füllung ab, seit 2006 aber wird für diesen Straight Rye eine einzige Ressource ausgeschöpft, ein Distillation Run aus dem Jahre 1985. Bis man aus den eigenen Beständen auf einen „neuen“ 18 jährigen zurückgreifen kann, rationiert man die wertvolle Flüssigkeit aus einem stainless steel container, der Tank fasst satte 13.500 Gallons, voll mit Roggenwhiskey und etwas Luft, die für langsame Oxidation bürgt. Dies ist auch einer der wesentlichen Gründe, warum trotz desselben Grundstoffes (der ja nicht mehr in einem Fass weitergelagert wird) immer Variationen im fertigen Produkt zu beobachten sind. Die Entwicklung in Edelstahltanks wäre hier sicher ein spannendes, weiter zu beobachtendes Phänomen – den Weinliebhabern sicher eher vertraut als dem geneigten Whiskytrinker.
Zeit für ein paar Tasting Notes…
Nase: frische Buttermilch ist der erste Gedanke, der mir in den Kopf schießt, Schokolade, gerösteter Mohn, sogar Mohnstrudel, cremig, duftig, und ZACK!!! hier ist die Würze, hier ist der Spice, Aromenwellen von Macis, Zimtpulver steigen einem entgegen, ein bebendes Pulverfass, getreidig entwickelt sich der Eindruck weiter, Holzpolitur, wie ein altes Stück Bauernmöbel, Leder, Karamell, irgendwo an der Grenze zwischen dunkel und verbrannt, Vanille, dann etwas gemüsig, savoury, Sellerieknolle, interessanter Weise ist ein etwas sanfteres Tier, eine gebändigte Urgestalt am Werk, etwas süßer, etwas weicher als frühere Abfüllungen, aber nun ja, immer noch „ballsy“… Toffee ist da, Datteln, die man in eine frische Tasse Ristretto getaucht hat, ein Farbenspiel der Aromen, ein Regenbogen an Düften
Gaumen: auch am Gaumen wunderbarer Druck und vollmundiger Eindruck, der sich gleich zu Beginn einstellt, für einen Hochleistungssportler aber sehr grazil, sanftmütig und wohl gesittet, straff entwickeln sich wieder die Roggenbrotnoten, mit Gewürzen bestreut, Kardamom, etwas Koriander- und Kümmelsamen, auch Süße ist ausreichend vorhanden um das ganze Spiel zu einem harmonischen Ganzen zu fügen, Brioche, Buttertoffee, Fudge, Mokka, „nur“ ein Espresso diesmal, Bitterorange, Honig, geröstete Mandeln und Cashewnüsse, auch etwas grasige Noten, Pfefferwürze, aber fruchtig, roter Pfeffer und Langpfeffer
Finish: lange, breit, mächtig und vielfältig, Chili, nochmals Pfeffernoten, grüne Jalapenos, dann Vanillecreme, ein Custard Törtchen, auch Limettenzeste kommt dazu, wieder Trockenfrüchte, Rosinen, Datteln und Feigen, fleischig, etwas ledrig, Waldboden, Nadelholz und Tannenzapfen, man sollte sich Zeit nehmen…
Alles in allem: ein eindrucksvoller Rye Whiskey, keine Frage: mit Wucht, Länge, Intensität und Verspieltheit, aber es ist interessant zu sehen, wie die lange Reifezeit diese ansonsten oft ungestüme (im positiven Sinne), noch würzigere Whiskeykategorie gezähmt hat, es spielen mehr weiche und reife Noten mit, ein Wolf im Schafspelz… Je nachdem, wie man sich seinen idealen Rye halt vorstellt, wird man hier eher in Begeisterungsstürme ausbrechen oder noch mehr Power erwünschen. Außer Streit steht aber, dass Sazerac 18y ein wundervoll ausgewogener, fein gezeichneter und handwerklich großartig hergestellter Rye ist, der zu den Musterknaben seiner Art zählt.
Über den neuen Blend mit dem Foxterrier aus dem Hause Douglas Laing hatten wir schon berichtet. Heute informiert uns der Importeur Bremer Spirituosen Contor in seiner Pressemitteilung über nähere Details zu diesem Blend:
Würzig im Charakter und gleichzeitig herrlich süß – für den neuen Blended Malt SCALLYWAG wählte der schottische Abfüller Douglas Laing ausschließlich Whiskyfässer aus der schottischen Region Speyside aus. In Deutschland ist SCALLYWAG ab Ende November im Spirituosenfachhandel erhältlich.
Nur die feinsten Speyside Malts – unter anderem Mortlach, Macallan und Glenrothes – sind im neuen SCALLYWAG von Douglas Laing enthalten. Abgefüllt mit 46 Prozent Alkoholgehalt und nicht kältegefiltert, hat diese Small-Batch-Abfüllung dank der Reifung in Bourbon- und spanischen Sherry-Fässern eine leuchtend goldene Farbe. Das Ergebnis: Ein einzigartiger Malt mit einem würzigen Charakter, der mit einem Hauch Vanille und einer Mischung aus fruchtigem Kompott, dunkler Schokolade, aromatischer Orange und süßem Tabak verschmilzt.
Foxterrier, die Lieblingshunde der Familie Laing, lieferten die Inspiration für den neuen SCALLYWAG mit dem Hund auf dem Etikett. Denn die kleinen Strolche („wee Scallywags“) sind bekanntlich süß und gleichzeitig frech – Charaktereigenschaften, die sie mit dem würzigen und herrlich süßen Speyside Blended Malt teilen.
„Süß“ war auch das Schlüsselwort, das Douglas Laing zur Auswahl der Speyside Malts brachte. Viele Whiskys lagern dort in ehemaligen Sherry-Fässern. Vorsichtig vermählt mit Malts, die in Bourbon-Fässern gereift sind, ergibt sich ein außergewöhnlicher Blended Malt – sozusagen mit einem exzellenten Stammbaum.
UVP für Scallywag in der 0,7-Liter-Flasche: 52,00 Euro
Erhältlich ab Ende November im gut sortierten Spirituosenfachhandel.
Dailuaine Destillerie – Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz
Zwei ziemlich „gerade“ Dailuaine werden heute von Serge Valentin verkostet. Er schreibt ganz richtig, dass unabhängige Dailuaine-Abfüllungen nicht oft zu finden sind und wenn, dann oft heftig auf der Sherry-Seite. Nicht so diese beiden, allerdings. Der von MacKillop’s Choice wird nicht gerade über den grünen Klee gelobt, jener von The Whisky Agency erzielt aber eine durchaus beachtliche Bewertung:
Dailuaine 23 yo 1988/2012 (43%, Mackillop’s Choice, cask #3549): 75 Punkte
Dailuaine 31 yo 1982/2013 (51.3%, The Whisky Agency, refill hogshead, 225 bottles): 87 Punkte
Die vorweihnachtlich besinnliche Zeit, dunkler werdende, kalte Tage sind wie geschaffen für wärmende Getränke, Eggnoggs und Hot Buttered Rums, Punsch und Glühwein, Grog und natürlich den ein oder anderen feinen Dram.
Da auch wohlfeile Geschenke unter dem Christbaum liegen sollen und viele sich ohnehin Jahr für Jahr verzweifelt fragen, was sie ihren Liebsten schenken sollen, eilt Buffalo Trace stets im Herbst zu Hilfe und bringt mit der Antique Collection eine der sehnsüchtigst erwarteten, schnellst ausverkauften und von exzellenter Qualität geprägten Whiskyserien heraus.
George T. Stagg als Flaggschiff Kentucky Straight Bourbon durfte ich in einem meiner letzten Beiträge vorstellen, heute wollen wir „Sazerac“ ein wenig unter die Lupe und ins Glas nehmen.
Das 19.Jahrhundert mit seinen Saloons, harten Jungs, die ihr Feuerwasser über einem Kartenspiel hinunterstürzten, Wild West Helden, die dem Sonnenuntergang entgegenreiten, der Bartender als eine der höchst angesehenen Professionen, Whisky als Teil des täglichen Lebens und besonders die amerikanischen Bourbons und Ryes in der Blüte ihrer Jahre. In einem Szenario, das verdächtig nach Karl May und Westernfilmklischee riecht, waren die Coffee Häuser in den Straßen von New Orleans Institutionen, Zentren der Trink- und Lebensfreude.
Um 1850 wurde das Merchants Exchange Coffee House von seinem Besitzer Seywell T. Taylor, der sich fortan dem Import feiner Spirituosen wie Forge et Fils Cognac widmete, an Aaron Bird verkauft. Das nun in „Sazerac House“ umgetaufte „Café“ in New Orleans‘ French Quarter, servierte besagten Cognac in Kombination mit einem ganz in der Nähe hergestellten Bitter, der wiederum nach seinem Schöpfer, dem Apotheker Antoine Amedie Peychaud benannt war – mit Zucker und etwas Absinth heute oft als der ur-amerikanische Cocktail beschrieben: der Sazerac. Aber ich schweife ab.
Sazerac Cocktail im Whisky-Tumber, Bild von Marler, CC-Lizenz
Für den geneigten Whiskyfan ist dieser Geschichtsausflug insofern bedeutsam, als uns ein paar Namen ins Auge springen, die der Bar- und Spirituosenlandschaft für immer ihre Signatur eingraviert haben. Die Besitzer des Sazerac House wechselten in der zweiten Hälfte der 1800er einige Male und während ein gewisser Herr Thomas H. Handy (rein zufällig ein weiterer Namensvetter eines Antique Collection Whiskeys) die Fäden in die Hand nahm, soll langsam Rye Whiskey anstelle von Cognac Einzug in den Drink gehalten haben.
Nun, kurz zusammengefasst, das Wort „Sazerac“ ist eine Ansage, voller Geschichte und Tradition und die Sazerac Company heute eine der größten Spirituosenfirmen in den Vereinigten Staaten. In ihrem Portfolio befinden sich flüssige „Kleinigkeiten“ aller Provenienzen und Ingredienzien – 2009 verlautete man offiziell, dass Bourbon der Main Focus der Firma sei. Mit Barton Brands, A Smith Bowman, Glenmore und eben der Buffalo Trace Distillery unter einem Dach, klingt dieses Statement gar nicht einmal so unrealistisch.
Womit wir also final wieder den Bogen und die Kurve zum eigentlichen Thema, der Antique Collection, gekratzt hätten.
Nach einem derart langen und informationsreichen Ausflug in graue Vorzeit hat man sich einen Schluck verdient, vielleicht einen feinen Sazerac – wo der Name wohl herkommt? – 18 Year Old Rye Whisky, um auf die lange Geschichte, die Gründerväter und Pioniere eines so wunderbaren Produktes anzustoßen. Ihn werden wir im zweiten Teil der Artikelserie verkosten…
Jimmy Campbell will in den Ruhestand gehen. Über 40 Jahre lang hat er den Gemischtwarenladen und das Postamt Bridgend auf Islay geführt. Und jetzt sucht er Nachfolger. Auf Allmediascotland.com findet man das Angebot, den Shop und ein angeschlossenes Appartement mit 3 Schlafzimmern zunächst einmal für 10 Jahre zu mieten. Kosten: Um die 25.000 Pfund pro Jahr. Und es liegt ziemlich gut – mitten auf Islay, an der Kreuzung zwischen den Straßen von Port Askaig nach Port Ellen und Port Charlotte sowie Portnahaven. Es wird von Einheimischen wie Touristen gleichermaßen gern frequentiert, sollte die Miete also locker wieder abwerfen. Für nähere Infos einfach unserem Link folgen.
335 km zu Fuß in 16 Tagen – das ist nicht einfach, aber durchaus zu schaffen. Drei Teams stellen sich seit Sonntag dieser Herausforderung. Deren Mitglieder kommen aus vier verschiedenen Ländern und eins ist ihnen gemein, sie sind während ihrer Zeit in der Armee schwer verwundet worden. Für diese „Wanderung“ wurde dann auch noch ein sehr spezieller Teil der Erde ausgesucht: Der Südpol soll um den 17. Dezember erreicht werden.
Die Speyside-Brennerei Glenfiddich unterstützt ihr Team bei dieser South Pole Allied Challenge mit einer eigenen Abfüllung. „Spirit of Nation“ ist eine Single Cask Abfüllung, am 14 Februar 1984 wurde das Sherry Fass befüllt, 29 Jahren durfte der Whisky darin reifen, danach wurde er noch in einem Bourbon Fass aus amerikanischer Eiche gefinished. Bevor es abgefüllt wurde, reiste es noch durch Großbritannien und wurde so zum „Spirit of a Nation“. Die Abfüllung mit 48,8 Vol. % ist auf 200 Flaschen limitiert und ausschließlich in Großbritannien erhältlich. Preis: £1.000
Hans Ganser, Geschäftsführender Gesellschafter der spirits company gmbh, informiert uns, dass Matthias Aichinger, ein Visionär der oberösterreichischen Whiskyszene, völlig unerwartet im 48. Lebensjahr gestorben ist. Unser Beileid der Familie des Verstorbenen. Ruhe in Frieden.
Für sein neuestes Video-Tasting hat sich Ralfy einen Partner gesucht und eine Outdoor-Location auf der Isle of Man gefunden. Heute geht es um einen unserer Meinung manchmal übersehenen Single Malt, der durchaus seine Meriten verdient hat: der Ardmore Traditional Cask. Für wenig Geld, findet auch Ralfy, ein guter Whisky, einer der wenigen Highlander, die mit einem rauchigen Hausstil daher kommen. Er bewertet ihn mit 87 von 100 Punkten. Wie üblich hier der Link auf Youtube – oder das Video in seiner gesamten Pracht:
Ben Nevis Destillerie, unbekannter Autor, nutzbar unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0
Fünf Ben Nevis, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Das sind die Abfüllungen, die heute auf dem Programm der Verkostung von Serge Valentin. In seiner Einleitung merkt er etwas an, dass Sie vielleicht, wenn Sie eine gewisse Anzahl an Whiskyfreunden im Umfeld haben, ebenfalls beobachten können (dem Autor ist es jedenfalls bestens bekannt): An Ben Nevis scheiden sich die Geister. Manche geraten ins Schwärmen, andere setzen ein Ekelgesicht auf. Egal, hier einmal die Abfüllungen und Wertungen von Serge:
Ben Nevis 10 yo (46%, OB, +/-2013): 85 Punkte (hat im Vergleich zu von vor 10 Jahren 3 Punkte verloren)
Ben Nevis 1995/2012 (46%, Jean Boyer, One Shot, first fill sherry): 84 Punkte
Ben Nevis 21 yo 1990/2012 (46%, The Maltman, bourbon cask): 87 Punkte
Ben Nevis 15 yo 1996/2012 (55.4%, The Companions of the Quaich, Canada, hogshead, cask #911: 87 Punkte
Ben Nevis 22 yo 1990/2012 (60.4%, Silver Seal, cask #536, 597 bottles) : 82 Punkte
Aus dem neuesten Batch von Abfüllungen, die der unabhängige Abfüller A. D. Rattray auf den Markt gebracht hat, stechen zwei ganz besonders heraus: ein Old Pulteney mit 5 Jahren und ein Glentauchers mit 6 Jahren. Ein Fass dermaßen jung abzufüllen bedeutet beim Abfüller des Vertrauens (und für Rezensent Bernhard Rems ist A. D. Rattray ein solcher), dass es trotz oder wegen seiner Jugend etwas Besonderes bieten muss. Für diese Verkostungsnotiz haben wir uns den Glentauchers 6yo (Teilabfüllung aus dem Sherry Butt 900281) ins Glas gefüllt, von dem es 480 Flaschen zu einem Preis von knapp unter 50 Euro gibt.
Nase: Sherry. Und was man sonst noch sagen kann: Sherry. Dann eine Packung Rumfrüchte, satte dunkle Schokolade und Crème brûlée. Was auffällt: Die 65% Alkohol sind in der Nase nicht wirklich präsent – es gibt Whiskys mit 40%, die schärfer riechen. Differenziert ist der Kerl nicht, sondern laut und deutlich Sherry.
Gaumen: Und hier ist ebenfalls der Sherry im Vordergrund, aber dann findet man auch noch andere Noten wie wiederum Schokolade, Fudge, fetter Kakao und Abwaschhandschuh (jedoch nicht unangenehm, so seltsam das klingen mag). Dann etwas schwarze Kirsche, aber immer eingebaut im Sherry. Der Alkohol nimmt sich die Zungenseiten vor, aber das gibt sich nach dem ersten Schluck – die 65% verhalten sich umso unauffälliger, je länger man sich für den Whisky Zeit lässt.
Finish: Der bleibt. Der bleibt vor allem in der Nase, süß und warm.
Alles in allem: Für das Alter komplett unmetallisch und ein Sherry-Wonneproppen. Gut, einen Destilleriecharakter sucht man in ihm vergebens, da ist wirklich der Sherry dominant und bestimmend. Bekommt er einige Zeit Luft, ist der Alkohol sehr erträglich für seine 65%. Für mich sehr gut, ganz besonders, wenn man das Alter in Betracht zieht. Wäre ein Tipp für einen Whisky zur Adventszeit, gemeinsam mit Lebkuchen am Abend im Lehnstuhl – auch Datteln nebenher kann ich mir wunderbar vorstellen. Wer Sherry mag und sich an der satten Fassstärke nicht stößt, der wird sich ein wenig verlieben…
Anfänglich glaubt man, es wäre bereits ein Hinweis auf einen neuen Ardbeg: Auf Vimeo findet sich seit heute ein neues Video von Ardbeg über einen „geheimen und verschollenen Ardbeg-Batch“. Ganz im Stil von Indiana Jones gehalten, zeigt es die Suche nach eeinem Whiskyschatz, den man dann auf Islay findet. Die Auflösung ist dann wenig mysteriös: Es geht um den Ardbeg Uigeadail. Dennoch: ganz nett gemacht und durchaus kurzweilige zwei Minuten. Was sicher nicht billig war: die Rechte für die Originalmelodie zu erwerben…
Ergänzung am 21.11.2013: Das Video wurde leider wegen nicht vorhandender Rechte für die öffentliche Verbreitung von Vimeo wieder offline gestellt. Da war wohl die Produktion zu stolz auf die getane Arbeit 😉