Sonntag, 28. Februar 2021, 13:39:20

Spektrum.de: Richtig riechen klappt nur beim Ausatmen

Ein Bericht in Spektrum.de stellt das, was der Hausverstand bislang beim Riechen und Verkosten für wichtig und richtig gehalten hat, kräftig in Frage: Forschern der Yale-Universität ist es gelungen nachzuweisen, dass unser Geruchssinn beim Ausatmen weitaus besser funktioniert als beim Einatmen.

Wie sich zeigt, sorgt vor allem die Gestaltung des hinteren Mundrachens für stark differierende Strömungsverhältnisse beim Aus- und Einatmen: Nur beim Ausatmen strömen flüchtige Stoffe aus dem hinteren Mundraum auf die für die Geruchswahrnehmung entscheidenden olfaktorischen Rezeptoren in der hinteren oberen Nasenschleimhaut. Beim Einatmen dagegen bildet sich ein ziemlich dichter Luftvorhang, der einströmende Duftpartikel von diesen Rezeptoren abschottet: Der Strom leitet die schon im Mundraum konzentrierten Duftpartikel weiter nach unten durch den Schlundrachen in Trachea und Lunge, nicht aber auf die Riechschleimhaut.

Diese Erkenntnis wurde durch eine Nachbildung des Nasen-Rachenraums mittels 3D-Drucker erlangt, in die dann Tracersubstanzen eingesprüht wurden, um den Luftfluss zu messen. Das Abstract des wissenschaftlichen Papiers ist hier nachzulesen.

Müssen wir also beim Tasting umdenken? Zumindest haben wir alle ein wenig Gedankenfutter zum Herumexperimentieren bekommen :).

Wie wichtig der Geruchssinn auch beim Schmecken im Mund ist, lässt sich übrigens in einem kleinen Experiment bei ihrem nächsten Verkosten verdeutlichen. Bevor Sie den Schluck Whisky in den Mund nehmen, atmen Sie ein und halten Sie sich die Nase zu. Atmen Sie erst wieder aus, nachdem Sie den Whisky geschluckt haben. Erstaunlich, wie wenig man auf diese Weise schmeckt.

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