Wie subjektiv Kriterien wie „gut“ oder „schlecht“ auch vom Gesetzgeber attribuiert werden, kann man zum Beispiel der Tatsache entnehmen, dass gesetzlich betrachtet eigentlich jeder Whiskyerzeuger behaupten darf, er mache „den besten Whisky Deutschlands“ – das wird als subjektives Wertungsurteil gesehen und ist nicht nachweispflichtig (oder -fähig).

Unter diesem Gesichtspunkt sollte man Listen, die Whiskys auf diese Weise beurteilen, auch immer mit aller Vorsicht betrachten. Das gilt nicht nur für „die besten“, sondern natürlich auch „die zehn schlechtesten Whiskys der Welt„, die Express.co.uk zusammengestellt hat. Auch wenn die Redaktion versucht, die Liste durch die Punktewertungen auf Whiskybase.com zu objektivieren, möchten wir dazu anmerken, dass das statistische Mittel von Meinungen auch noch eine Meinung bleibt und kein Faktum wird.

Der nach dieser Liste schlechteste Whisky der Welt ist der White Dog, ein klarer Rye Whisky, der in Polen drei Jahre lang in einem Metallfass(!) reifen durfte. 15 von 100 Punkten bekommt er auf der Base. Platz zwei geht an die Ukraine, Platz drei an Österreich (und nicht, wie im Artikel fälschlich attestiert, nach Bayern). Österreich ist überhaupt mit vier Whiskys unter den Flop 10 gut vertreten, Deutschland und die Schweiz steuern beide ebenfalls einen Whisky bei – sodass unser Sprachraum mehr als die Hälfte der hintersten 10 Plätze für sich beansprucht.

Wie gesagt: Alles subjektiv – und auch die Zahlenbasis ist nicht gerade repräsentativ (teilweise gerade einmal drei oder vier Wertungen). Wers genauer sehen will: Die Flop 100 von Whiskybase finden Sie hier. Welchen davon kennen Sie aus eigener Erfahrung?

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