Mittwoch, 26. Februar 2020, 23:49:27

Transportprobleme bedrohen Whiskyproduktion und Tourismus auf Islay

Der Ausfall einer Fähre ist nur die Spitze des Eisbergs - auch in Zukunft sind dauernde Engpässe absehbar

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Schlechte Nachrichten kommen von Islay, der wohl wichtigsten Whiskyinsel in Schottland: Dort spielen gerade mehrere Faktoren zusammen, die sich gemeinsam zu einem ernsten Problem für die Insel ausgewachsen haben, was die Whiskyproduktion und den Tourismus auf der Insel betrifft.

Während die Whiskyproduktion auf der Insel, auch durch das Entstehen neuer Destillerien, stetig wächst, ist die Transportkapazität von Whisky auf das Festland (wo der Großteil des Whiskys von Islay lagert) seit Jahren unverändert und schon im normalen Betrieb das absolute Nadelöhr. Zwei Fährschiffe bedienen diesen Transportweg, betrieben von CalMac, und bringen natürlich auch die Touristen von und zur Insel. Beide Schiffe liefen schon seit einiger Zeit unter Vollauslastung.

Eine Fähre in Port Ellen. Photo credit: Odd Wellies on VisualHunt.com / CC BY

Nun ist laut einem Bericht von Herald Scotland eines der beiden Schiffe (und ausgerechnet das Größere) ausgefallen und muss auf einige Zeit durch eine Fähre mit weit geringerer Kapazität ersetzt werden. CalMac versucht, dies durch vermehrte Fahrten (acht zusätzliche Überfahrten pro Woche) auszugleichen, das ist aber laut dem Fährkomittee auf Islay nicht ausreichend, und man habe jetzt schon Klagen von Besuchern, die keinen Platz mehr auf der Fähre bekommen haben.

Was die Situatiuon noch zusätzlich verschärft: Selbst wenn die Finlaggan, das größere der beiden Fährschiffe, nach der Trockendockphase wieder in den Dienst gestellt wird, ist die Kapazität für die Zukunft nicht mehr ausreichend – und es gibt keine Anzeichen dafür, so das Fährkomittee, dass weitere Fähren für Islay in Planung sind.

Auch wenn man die nächsten beiden Fähren, die gerade in Glasgow gebaut werden, für Islay umleiten wollte, würde das sinnlos sein, denn sie sind nicht für die Anlegestellen auf Islay (Port Ellen und Port Askaig) geeignet – sie sind schlichtweg zu groß und für einen rechtzeitigen Umbau der Piers scheint die Zeit nicht zu reichen.

Es bleibt abzuwarten, wie schnell die Verantwortlichen auf allen Seiten zusammen die Situation einer Lösung zuführen können. Kurzfristig wird das wohl nicht gehen, und wenn die Besucherströme nach Islay in diesem Jahr so ansteigen werden wie in der Vergangenheit, dann darf man sich auf jede Menge Probleme mit den Plätzen auf den Fähren einstellen – und die Whiskyindustrie auf ein dauerndes Nadelöhr bei der Verschiffung des Whiskys in die Lagerhäuser auf dem Festland…

 

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