Schon einige Zeit haben wir Ihnen kein Whisky im Bild mehr präsentiert – das wollen wir heute, an einem bisher sehr langsamen News-Samstag, nachholen: Marcel Freudenstein hat für Sie die Front der Destillerie Oban in den Highlands abgelichtet, die sich ihrer Lage wegen aller Begehrlichkeiten in punkto Erweiterung und Vergrößerung erwehren kann.
Und das schlägt sich auch auf die Anzahl der Abfüllungen nieder: Zwei Standard-Abfüllungen (14yo und Distillers Edition), einmal Managers‘ Choice, ein Limited 18 yo, eine Distillery only sowie eine Duty Free Abfüllung, die auch im regulären Handel erhältlich ist (Little Bay) – das wars dann auch schon in diesem Jahrtausend.
Auf der offiziellen Website von Beam Suntory findet sich eine Notiz über die Neueröffnung eines Lagerhauses in Frankfort, Kentucky, das das größte der Lagerhäuser für das Unternehmen in Kentucky ist.
Der erste Neubau eines Lagerhauses des Unternehmens in Frankfort seit 1968 umfasst eine Fläche von über 25.000 Quadratmeter und hat Platz für 59.000 Fässer, um 17% mehr als das zweitgrößte Lagerhaus von Beam Suntory. Das siebenstöckige Gebäude ist das Maximum dessen, was man momentan nach den Gesetzen des Bundesstaates bauen kann.
Eine Milliarde Dollar, so der Bericht weiter, will Beam Suntory in den nächsten fünf Jahren in seine Operationen in Kentucky investieren.
Sie erinnern sich vielleicht: In der letzten Oktoberwoche haben wir über den Rechtsstreit zwischen der SWA und einer kleinen Brennerei aus Berglen berichtet, die ihren Whisky Glen Buchenbach nennt. Die SWA steht auf dem Standpunkt, dass „Glen“ ein für schottischen Whisky schützenswürdiger Begriff ist, dessen Verwendung für Konsumenten bei Whisky aus anderen Regionen irreführend sei.
Ist er nicht, sagt die Waldhornbrennerei Klotz – und hat vom Gericht in vielen Punkten Recht bekommen. Warum, und warum der Streit damit noch nicht beigelegt ist, analysiert ein Artikel in der Welzheimer Zeitung, der die Situation auf interessante und leicht lesbare Weise beschreibt – auch, warum der Prozess über den Einzelfall hinaus für Brenner in ganz Europa wichtig sein wird.
Empfehlenswerte Lektüre fürs Wochenende!
Glen Buchenbach von der Waldhornbrennerei Klotz aus Berglen-Oppelsbohm. Fotorechte ebendort.
Sie ist online: Die 20. Auktion des Auktionshauses Kirschner & Sons ist seit 12 Uhr live, und wie schon bei den Auktionen zuvor sind wir über einige besondere Flaschen in der Versteigerung informiert worden, diesmal von Hanyu, Wolfburn, Port Ellen und Macallan. Ab sofort können Sie um die Auktionslots mitbieten – das Auktionsende ist am Sonntag, den 13. November. Hier die vier Highlights, die so wie alle anderen Flaschen mit einem Ausrufpreis von einem Euro starten, in einer Kurzvorstellung:
Highlightflaschen der Auktion Nr. 20 (04.11. – 13.11.2016)
Wolfburn Inaugural Release
Der allererste Whisky aus der neuen Highland-Brennerei Wolfburn. Insgesamt ergab das erste Fass lediglich 875 Flaschen, welche alle einzeln nummeriert sind. Die Flasche mit der Nummer 296 wird zusammen mit einer wertigen Holzbox bei unserer Auktion versteigert.
Hanyu Ichiro’s Malt Card “Nine of Spades” 1990/2010
Neben dem Hanyu Joker, welcher sich ebenfalls in der aktuellen Auktion befindet, ist eine weitere „Karte“ die „Nine of Spades“ aus der berühmten japanischen Ichiro’s Malt Card Serie in unserer 20. Auktion. Die Serie besteht insgesamt aus 54 „Karten“. Im vergangenen Jahr wurde eine komplette Serie für umgerechnet ca. 430.000 € versteigert. Sie haben die einmalige Gelegenheit, diese bei Sammlern äußerst begehrten Karten zu ersteigern.
Macallan Celebration Of The Cask 43 Years Old 1965/2008 (Carn Mor)
43 Jahre Reifezeit verbrachte dieser Macallan in einem Fino Sherry Fass, ehe er 2008 abgefüllt wurde. Insgesamt ergab das Fass 484 Flaschen, welche in Fassstärke abgefüllt wurden. Wir haben die Flasche mit der Nummer 62 zur Versteigerung.
Als letztes möchten wir Ihnen diesen Port Ellen aus dem Jahr 1979 vorstellen. Die seit Jahren bei Sammlern begehrten Port Ellen Flaschen erfahren eine immer größer werdende Beliebtheit. Vom weltweit bekannten Abfüller Gordon & MacPhail haben wir diese gut 32 Jahre gereifte Whiskyrarität ins unserer Auktion.
Zwei Abfüllungen von Gordon & MacPhail aus der Conoisseurs Choice-Serie treten heute bei Serge Valentin im Tasting gegeneinander an, ein Whisky aus Craigellachie und einer aus Glenallachie. Zwei Speysider, die nicht unbedingt an vorderster Front der Bekanntheitsschlacht stehen, aber durchaus Gefallen finden können – nicht nur bei Serge, sondern im Fall des Craigellachie auch bei uns (in einer Verkostung vom August):
Glenallachie 1999/2015 (46%, Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, refill bourbon): 85 Punkte
Craigellachie 1997/2014 (46%, Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, refill bourbon): 84 Punkte
Und hier noch zwei Aufnahmen der in den freundschaftlichen Wettstreit involvierten Destillerien:
Craigellachie Destillerie, Foto von Christopher Gillan, CC-LizenzDestillerie Glenallachie. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Manchmal lohnt es sich, an einer Geschichte länger dranzubleiben. An jener über die Klage gegen Diageo wegen Gefährdung durch den sogenannten Whiskypilz, einem Pilz, der sich von Ethanol ernährt und in der Nähe von Destillerien beobachtet wird, sind wir seit Oktober 2014 dran (alle Berichte dazu finden Sie auf dieser Seite).
Im Grundsatz geht es darum, ob der Pilz Baudoinia compniacensis durch die Destillerien begünstigt und daher der Betreiber für Schäden verantwortlich ist, die er an Gebäuden und Gesundheit anrichten könnte.
Nun ist ein weiteres und wahrscheinlich endgültiges Kapitel aufgeschlagen worden: Nachdem zunächst vor exakt einem Jahr entschieden wurde, dass Diageo in den USA wegen des Pilzes geklagt werden darf, hat das Gericht in Louisville, das sich damit befasste, das Verfahren nun eingestellt, berichtet WDRB.com. Diese Entscheidung geschah mit dem Einvernehmen beider Streitparteien, die nun für ihre Prozesskosten selbst aufkommen werden. Es wird betont, dass der Abweisung der Klage keine darüber hinausgehenden Vereinbarungen vorangingen oder nachfolgen werden.
Warum sich beide Seiten auf die Einstellung des Verfahren einigten, wurde nicht bekannt. Ob diese Verfahrenseinstellung nun auch Signalwirkung über den Einzelfall hinaus hat, bleibt ebenfalls abzuwarten.
Ein von Baudoinia compniacensis, dem „Angel’s Share-Pilz“ befallenes Whiskylagerhaus in Willowyard, Beith, North Ayrshire, Schottland. Bild von Rosser1954 Roger Griffith, CC-Lizenz.
Gerne weisen wir auf einen Artikel auf dem Blog des Whisky-Club Fränkische Schweiz hin, der eine Initiative der Whiskyfreunde Noris vorstellt: Dort veranstaltet man eine Fassteilung, von der ein guter Teil des Erlöses an die Äthiopienhilfe geht. Hier einige Details:
Mit den Einnahmen aus ihrer Fassteilung wollen die Whiskyfreunde Noris die Äthiopienhilfe ihres Clubmitglieds Marcel Heuer unterstützen. Von jedem verkauften Anteilsschein gehen 10 Euro direkt an die privaten Hilfsprojekte des Hawelti Vereins. Neben Schulmaterial kümmert sich die Initiative auch um Trinkwasser und Essen für Kinder in der äthiopischen Region Axum.
Das Fass (ein Bourbonfass) ist mit New Make der Hausbrauerei Altstadthof befüllt, ein Dutzend Anteilsscheine sind noch erhältlich. Für einen Anteilsschein à 69.- gibt es in 3-5 Jahren voraussichtlich 2 x 0,5 Literflaschen Single Malt Whisky.
Wer sich dafür interessiert und mit einem Anteilserwerb mithelfen will, notleidenden Kindern zu helfen, der kann sich im Artikel oder direkt bei den Whiskyfreunden Noris informieren.
Die Teeling Whiskey Company hat soeben zwei neue Abfüllungen angekündigt – die beiden Bottlings, 24 und 33 Jahre alt, werden als die zurzeit seltenste und exklusivste Sammlung an irischen Whiskeys beschrieben. Hier die Fakten dazu:
Der Teeling 24yo Single Malt Irish Whiskey wurde im Jahr 1991 destilliert und reifte in Bourbonfässern, bis er in Sauternes-Fässer umgelagert wurde. Schon bei der Produktion wurde zusätzlich eine kleine Menge getorftes Malz verwendet, sodass zum Geschmack nach Fruchtnoten auch ein feiner Anklang Rauch kommt. 5000 Flaschen wurden mit der Hand in spezielle Decanterflaschen abgefüllt und kommen mit Echtheitszertifikat.
Der Teeling 33yo wurde 1983 destilliert und reifte in zwei Ex-Bourbonfässern. Abgefüllt werden konnten davon noch 275 Flaschen mit 42.9% Fassstärke, die damit den ältesten in letzter Zeit abgefüllten irischen Single Malt Whiskey enthalten. Man legt bei Teeling Wert darauf zu betonen, dass der Whiskey nicht „überholzt“ sei, sondern reiche und komplexe Fruchtnoten enthielte.
Zum Whiskey gibt es ein handgebundenes Booklet, das über die Geschichte der Teelings erzählt und die Bedeutung dieser alten Abfüllung noch unterstreichen soll.
Zunächst gibt es die Flaschen bei der Teeling Whiskey Distillery, im Celtic Whiskey Shop und am Dubliner Flughafen zu kaufen, danach werden Sie weltweit verfügbar gemacht, darunter auch für Deutschland.
Bleibt uns nur noch, die Preise nachzureichen: Der Teeling 24yo kostet 300 Euro pro Flasche, der Teeling 33yo 3.500 Euro.
Manchmal findet man Berichte über Whisky in Medien, in denen man sie nicht vermuten würde – und dort entdeckt man dann Blickwinkel auf das Wasser des Lebens, die man sich selbst von sich aus nicht zu eigen gemacht hätte.
So zum Beispiel in einem Bericht über die Destillerie Warenghem in Frankreich, die den Armorik-Whisky erzeugt. Der findet sich in der-daemmstoff.de – und das mit gutem Grund: Die Stahlgärbottiche der Destillerie wurden mit Mineralwolle ummantelt (ein Bild dazu finden Sie in unserem Artikel über die Destillerie). Das bringt, so David Roussier, konstante Temperaturen:
„Durch die Mineralwolle wird die Temperatur nun während des gesamten Prozesses konstant bei 32 Grad gehalten. Dadurch entwickelt der Whisky mehr fruchtige Noten, die auf Ester-Ketten zurückzuführen sind.“
Mehr über die Destillerie und den Einsatz von Mineralwolle im Ursprungsartikel.
Die Stills der Destillerie Warenghem – Copyright Warenghem 2013, mit freundlicher GenehmigungDavid Roussier
Serge bleibt auch mit seiner Verkostung von heute auf Islay, geht aber vom Westen in den Süden – und dort zur Destillerie Laphroaig.
Sechs unabhängige Abfüllungen kommen heute ins Glas, allesamt aus dem Jahr 2016 oder aus dem Vorjahr – und alle Wertungen bewegen sich zwischen 80 und 92 Punkten. Hier sind die Whiskys im Einzelnen:
Lp7 (52.8%, Specialty Drinks, Elements of Islay, 2016, 50cl): 89 Punkte
Laphroaig 19 yo 1995/2015 (46%, High Spirits, Life is a circus): 90 Punkte
Laphroaig 17 yo 1998/2016 (52.6%, The Single Malts of Scotland, cask #122010, 287 bottles): 80 Punkte
Laphroaig 18 yo 1997/2016 (52.2%, Berry Bros for LMdW’s 60th anniversary): 92 Punkte
Laphroaig 16 yo 1999/2016 ‘An apothecary shop on the shore’ (52.3%, Scotch Malt Whisky Society, #29.180, 264 bottles): 85 Punkte
Laphroaig 18 yo 1998/2016 (55.9%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 204 bottles): 91 Punkte
Und hier als Draufgabe einige Bilder der Destillerie:
Laphroaig. Bildrechte bei Lars Pechmann.Laphroaig, Bild von Rappilio, GNU License
Eines der meistgeliebten Gemälde Schottlands, „Monarch of the Glen“ von Sir Edwin Landseer aus dem Jahre 1851, sorgt momentan für Aufregung in Schottland. Das sich zur Zeit im Besitz des Getränkegiganten Diageo befindliche Stück soll, zum ersten Mal seit über 100 Jahren, öffentlich zum Verkauf angeboten werden.
Es werden, so schreibt Herald Scotland, Befürchtungen laut, dass das Gemälde ins Ausland gehen könnte und Schottland so eines seiner „Kunstheiligtümer“ verlieren könnte.
Das Bild, das seit 20 Jahren öffentlich in Edinburgh ausgestellt wird, könnte bei der im Dezember stattfindenden Auktion in London an die 10 Millionen Pfund einbringen. Die schottische Regierung hofft allerdings, dass das Kunstwerk im Lande bleiben und weiter ausgestellt werden könnte.
Diageo betont, dass das Gemälde und der Verkauf nichts mit der laufenden Geschäftstätigkeit zu tun habe und man durch die öffentliche Ausstellung des Bildes bereits mehr als üblich getan habe, um das Kulturgut der Bevölkerung zugänglich zu machen. Man wolle nun aber das Bild an einen neuen Eigentümer weitergeben.
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, wird Chivas Brothers seinen Standort in Paisley und die dort dazugehörige Abfüllanlage in den nächsten drei Jahren schließen und nach Dumbarton übersiedeln.
Das zu Pernod Ricard gehörige Unternehmen wird bis 2019 in Kilmalid, Dumbarton, eine hochmoderne Anlage bauen und die 460 Angestellten aus Paisley dorthin übernehmen (in Kilmalid arbeiten bereits 600 Menschen für Chivas – man spricht davon, dass es keine übersiedlungsbedingten Entlassungen geben soll). Die Übersiedlung soll 2018 beginnen.
In Kilmalid sollen insgesamt 40 Millionen Pfund in den Aufbau einer modernen Abfüllanlage sowie eines Bürogebäudes und in die Pflege der Marken investiert werden, schreibt stv.tv.
Soeben angekündigt, ab Mitte bis Ende November in Großbritannien, dann ab Dezember und später im weltweiten Rollout: Der Highland Park Fire Edition ist der zweite und letzte Malt in der Serie, die mit dem Highland Park Ice im Frühjahr begonnen hat.
Diesmal ist der Whisky 15 Jahre alt und wurde in refill port-seasoned casks gereift. Man hat ihn mit 45.2% abgefüllt – insgesamt um die 28.000 Flaschen, also doch eine erkleckliche Anzahl, wird es von ihm geben. Der Preis wird bei 190 Pfund liegen, berichtet scotchwhisky.com.
Der Highland Park Fire hat eine leicht rötliche (natürliche) Farbe und intensive Aromen nach roten Früchten, leichtem Rauch und weist laut Highland Park ein langes, nachhaltiges Finish auf. Trotz allem soll es ein typischer Highland Park sein.
Der Highland Park Fire kommt in einer roten Flasche und mit einem schwarzen Holzrahmen, ähnlich dem des Ice, der allerdings naturfarben war.
Nach dem 40jährigen Timorous Beastie, der binnen kürzester Zeit ausverkauft war, legt Douglas Laing noch einmal nach: Der Timorous Beastie 21yo ist heute offiziell angekündigt worden. Dieser Highland-Malt (ein Blended Malt aus verschiedenen Destillerien) wird mit insgesamt 2718 Flaschen doch etwas häufiger zu sehen sein als sein älterer Vorgänger. Ein weiterer Unterschied: Er ist diesmal sehr deutlich sherrylastig .
Abgefüllt wird der Timorous Beastie 21yo mit 46.8%, ohne Farbstoffe und ohne Kältefiltration. Laut den Angaben des Herstellers soll er ein typischer Timorous Beastie sein, mit den zusätzlichen Noten von jeder Menge Sherryfässern. Beschrieben wird sein Geschmack als „süße Gerste, Honig und Gewürze, dazu nun jede Menge Rosinen, zerstoßener Demerara-Zucker und weiche, mazerierte dunkle Früchte„.
Kosten soll der Timorous Beastie 21yo an die 90 Pfund. Mit seinem Auftauchen im Handel ist sehr bald zu rechnen, die Presseinfo bleibt mit „November“ dabei aber etwas vage. Die deutschsprachige Pressemitteilung, die das wohl genauer eingrenzen wird, reichen wir bei Erscheinen nach.