Meinwhisky.com: Die Sharing Angels in der Finch Destillerie

Die Sharing Angels, Deutschlands rein weiblicher Whiskyclub – mit einigen männlichen Ehrenmitgliedschaften 😉 – war zu Besuch im Schwäbischen Hochland, genauer gesagt in der Finch Destillerie. Petra Milde, Bloggerin auf meinwhisky.com, hat von diesem Besuch einen gewohnt ausführlichen und informativen Bericht mitgebracht.

Bild: Petra Milde
Bild: Petra Milde

Neben einer Destilleriebesichtigung mit Hans-Gerhard Fink (am Foto oben), Macher des Finch Whiskys, gab es natürlich auch eine ausführliche Verkostung. Hier ein Auszug aus dem Bericht:

Längst ist der Lagerkeller in der Nellinger Krone zu klein geworden.  Mittlerweile lagern fast 4.000 Fässer mit Finch Whisky in seinem hinzugekauften Lagerhaus, einer riesigen Scheune, die sich wenige Kilometer entfernt von der Brennerei befindet. Auch sie wird angesichts der großen Produktionsmenge des regen Schwaben bereits wieder zu klein. Er ist weiter auf Expansionskurs und plant einen Neubau. Wo? Man wird in Kürze sehen. Nellingen verwehrt ihm weitere Baugenehmigungen und so streckt er die Fühler in andere Richtungen aus. Getreu seinem Motto „think big“ plant Hans-Gerhard Fink nicht nur weitere Lagerhäuser für seinen Finch Whisky, sondern eine ganze Whiskyerlebniswelt, denn die Besucherzahlen betragen jetzt bereits fast 7.000 und steigen.

Den reich bebilderten Bericht finden Sie hier.

Serge verkostet: Blended Malts (Enlightenment u.a.)

Blended Malts, nicht zu verwechseln mit Blends (die haben auch einen Anteil von Grain Whisky in sich), werden in letzter Zeit immer beliebter – nicht zuletzt durch den Blender Compass Box, der sich mit qualitativ hochwertigen Produkten einen Namen gemacht hat.

Serge Valentin hat heute einige Blended Malts von vier verschiedenen Erzeugern verkostet, darunter auch der neueste Streich von Compass Box, Enlightenment (wir berichteten hier). Durch die Bank gibt es diesmal gute Noten:

  • Enlightenment (46%, Compass Box, blended malt, 5,922 bottles, 2016): 86 Punkte
  • The Whisky Agency ‚Extra Old‘ (44.7%, The Whisky Agency, blended malt, sherry, 2015): 86 Punkte
  • Siar Port 18 yo 1997/2015 (46%, Murray McDavid, blended malt, 685 bottles): 86 Punkte
  • Royal Mile Whiskies 40 yo (47.1%, Royal Mile Whiskies, blended malt, 337 bottles, 2015): 90 Punkte

Wir verkosten: Ardbeg Dark Cove zum Ardbeg Day, 46.5%

Ardbeg Dark Cove Ardbeg Day Release  46,5 %
Islay Single Malt, Originalabfüllung
Verkoster: Silvia Behrens und Bernhard Rems
Sample: Ardbeg

dark cove

Nase: Erster Gedanke: Mon Chéri. Kirschnoten, Milchschokolade, von Süße ummantelter Holzkohlenrauch, der aber eher dezent daherkommt. Leise phenolig und mineralisch/erdig, aber auch etwas wie warmes Kupfer. Danach, wenn sich das Mon Chéri etwas zurückzieht, auch Spuren von Marzipan und Ingwer. Und dann haben wir eine Note, die zwischen fruchtig und floral changiert. Insgesamt eher zurückhaltend, aber komplett.

Gaumen: Harmlos tritt er an, aber nach der ersten Sekunde auf der Zunge macht er auf, bringt Schokolade, Toffee, Vanille, dann beginnt ein teeriger Eindruck, Asche ist da, Lakritze, Anflüge von einer bitteren Grapefruitnote. Beide empfinden wir ihn als durchaus ausgewogen, wenn auch vielleicht ein wenig scheu.

Finish: Mittellang, wärmend, Süße, dann etwas Pfeffrigkeit, aber nicht abtrocknend. Der Rauch wabert, zieht sich zurück, kommt wieder, geht. Sehr subtile Salznoten.

Alles in allem: Mehr Harmonie als Wucht, und dabei nicht einfach nur eine sanftere Ausgabe der Committee-Abfüllung. Der Dark Cove ist eigenständig, ein etwas versonnener, gepflegter Ardbeg, der genossen werden will, und das mit Muße. Er ist schön ausbalanciert, mit interessanter Nase und gefälligem Gaumen. Die mit Bedacht geschaffene Komposition aus Rauchigkeit und Süße gefällt. Sehr gut.

BBC: Whiskyexporte bremsen Absturz, Single Malt steigt

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Laut einem Bericht der BBC hat sich die Abnahme der Exporte von Scotch im Jahr 2015 deutlich verlangsamt. Statt -7% im Jahr 2014 betrug der Rückgang „nur“ mehr 2.8%.

Interessant dabei ist, dass dieser Rückgang ausschließlich auf das Geschäft mit Blends zurückzuführen ist. Der Absatz von Single Malt hat sich im Vergleichszeitraum nämlich leicht von 914 Millionen auf 916.4 Millionen Pfund erhöht. Er macht übrigens umsatzmäßig mittlerweile 25% des Geschäfts aus, also deutlich mehr als jemals zuvor.

Generell geht aus den Zahlen der SWA hervor, dass die Absätze sich global stabilisierten, lediglich in Ländern, die vom Ölexport leben und im krisengebeutelten Brasilien sieht die Sache weniger rosig aus. China hingegen konnte wieder ein Umsatzplus erreichen.

Details zu den Zahlen finden Sie in Artikeln der BBC, bei Herald Scotland und The Courier.

Video: Flug über die neue Macallan Destillerie

Noch wird fleißig gebaut, aber im Frühling 2017 soll die neue Destillerie Macallan fertiggestellt sein. Bislang kursieren ja nur einige Baufotos und Planzeichnungen im Netz, aber auf Youtube hat scotchwhisky.com jetzt ein Video eines Drohenflugs über die Baustelle gepostet, auf der die eigentlich gigantischen Ausmaße des Baus zu sehen sind.

Eine etwas genauere Beschreibung der sichtbaren Gebäude findet sich im Artikel auf der Website des Magazins.

Generationenwechsel bei Jura Distillery

Noch vor dem Jura Tastival, das am 25. und 26. Mai auf der Insel stattfinden wird, hat die Destillerie Jura in einer englischsprachigen Mitteilung über den Pressedienst bekanntgegeben, dass ihr langjähriger Distillery Manager Willie Cochrane nach 11 Jahren in dieser Position mit dem heutigen Tag in den verdienten Ruhestand gehen wird. Cochrane gehörte seit 1977 der Destillerie an.

Nachfolger wird ein ebenso langjähriger Mitarbeiter: der bisherige Stillman Graham Logan, der dem Team von Jura seit zwei Dekaden angehört. Vor 25 Jahren wechselte er von seinem Beruf als Mechaniker in der königlichen Marine zur Destillerie.

Wir wünschen Willie viel Freude im Ruhestand, und Graham viel Erfolg in seiner neuen Position.

Bild: Graham Logan und Willie Cochrane /v.l.n.r). (c) Jura Distillery.
Bild: Graham Logan und Willie Cochrane /v.l.n.r). (c) Jura Distillery.

 

Scheitert japanischer Whisky am eigenen Erfolg?

Kommt im Bekanntenkreis das Gespräch auf Whisky, so dauert es zumeist nicht lange, bis von Laien wie Fachleuten Whisky aus Japan erwähnt wird. Seitdem Jim Murray in seiner Whiskybibel einen Japaner als weltbesten Whisky ausgezeichnet hat, ist das Interesse an Japan unter Whiskyfreunden sprunghaft gestiegen.

Japanischer Whisky hat nun mittlerweile eine lange Tradition, aber seinen internationalen Siegeszug hat er erst seit einigen Jahren angetreten. Und so fragt sich ein Artikel auf The Spirits Business, der eine Wiederveröffentlichung eines Printartikels aus dem Januar ist, ob er nicht am eigenen Erfolg scheitern könnte.

Tatsache ist, dass das Angebot an japanischem Whisky die weltweite Nachfrage nicht decken kann (vielleicht erinnern Sie sich daran: Im Juni 2015 wurden 14 Produkte von Nikka, also fast die gesamte Range, auf NAS umgestellt, weil die Bestände an älterem Whisky faktisch aufgebraucht waren) – dass die Produktionskapazitäten für dieses Wachstum (noch) nicht vorhanden sind und dass beides die Preise dermaßen in die Höhe treibt, dass der japanische Whisky für den Markt durchaus zu teuer werden könnte.  Hört man sich unter Händlern und Vertrieben um, so ist die Knappheit des Angebotes tatsächlich so massiv, dass die Ausweitung des Segments genau daran scheitert.

Die durchaus nachvollziehbare These des Artikels, die auch durch Aussagen aus der Branche gestützt wird: Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei japanischem Whisky ist dermaßen intensiv gestört, dass es zu Marktverwerfungen kommen könnte, die zudem durch die Wechselkursproblematik des Yen zusätzlich befeuert werden würden, stellten sich die Prognosen für den Kurs im Jahr 2016 als richtig heraus. Die Probleme seien zudem strukturell, weil Japan vergleichsweise wenig Destillerien und Unternehmen hätte.

Es könnte also passieren, dass der Boom an sich selbst erstickt…

Bild: von redlegsfan21Flickr, CC BY-SA 2.0

The Courier: Bericht über geplante Lindores Abbey Distillery

Im nördlichen Fife, am Gebiet der ehemaligen Lindores Abbey, soll in absehbarer Zukunft eine neue Destillerie entstehen, quasi am Geburtsort des Whiskys. Für das 10 Millionen Pfund schwere Projekt (wir berichteten erstmals 2013) gab es im letzten September bereits die Planungsgenehmigung, nun werden am Gelände erste Arbeiten durchgeführt, die vor allem der archäologischen Erkundung des Areals dienen. Ein wichtiger Schritt, ist das doch geschichtsträchtiges Gelände – nicht nur deshalb, weil dort im Jahr 1494 die erste Erwähnung von Whisky verzeichnet wird (Friar John Cor destillierte dort „aqua vitae“), sondern unter anderem auch durch den im Jahr 1298 verzeichneten Besuch von William Wallace.

The Courier widmet dem Gelände und der geplanten Destillerie einen ausführlichen und sehr interessanten Artikel, den wir Ihnen zur Lektüre empfehlen. Er zeigt Bilder der Probegrabungen, des Geländes und der dort entstehenden Gebäude – ein schönes Projekt, auf dessen Fertigstellung man sich freuen darf.

Bild: Lindores Abbey, die Geburtsstätte des schottischen Whiskys. Bild von Bubobubo2, GNU-Lizenz

Serge verkostet: Aberlour x2

Zwei Abfüllungen von und für Unabhängige aus der Destillerie Aberlour hat Serge heute verkostet – sie sind wohl beide nicht leicht zu bekommen, weil sie einerseits bereits älter oder im anderen Fall für einen Shop, The Whisky Exchange, abgefüllt worden sind. Beide punkten über der 80er-Grenze, der 16jährige für TWE knapp unter 90 Punkte. Wie üblich sind die Beschreibungen von Serge lesenswert, weil recht ausführlich:

  • Aberlour 13 yo 1995/2008 (43%, Jean Boyer, Best Casks of Scotland, recoopered hogsheads, 1200 bottles): 83 Punkte
  • Aberlour 16 yo (53.5%, OB, for The Whisky Exchange, first fill sherry, cask #4738, 2016): 89 Punkte

 

 

Video: Wunderschönes Schottland

Am heutigen Feiertag werden die Neuigkeiten wohl eher sporadisch eintröpfeln – das gibt uns die Möglichkeit, Ihnen neben den tagesaktuellen Dingen so wie sonntags etwas zur Muße zu präsentieren. Wir haben uns für ein Video einer Rundreise durch Schottland entschieden, die in schönen Bildern die Highlights der Fahrt einfängt und Ihnen die Region von ihren schönsten Seiten zeigt. 15 Minuten dauert es, es enthält auch einige Drohnenaufnahmen und ist in Full HD. Gemacht hat es Youtube-User NadTob, und er schreibt darüber:

„Impressionen der Lowlands und Highlands von Schottland, inklusive einigen Luftaufnahmen, die mit einem Multicopter gedreht wurden. Gefilmt und fotografiert im Juni 2014, bei einer Mietwagenrundreise durch Schottland.“

Viel Spaß beim Ansehen hier oder auf Youtube.

IE: Irische Whiskeyindustrie würde von EU-Austritt der Engländer profitieren

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Des einen Leid, des anderen Freud: Während die Scotch Whisky Association (SWA) eindringlich vor einem Brexit, also dem Austritt Großbritanniens aus der EU, warnt, rechnet man in Irland damit, dass dieser Brexit der irischen Whiskeyindustrie einen gewaltigen Schub verleihen würde, berichtet der Irish Examiner.

Insgesamt 5 Länder beherrschen den globalen Whiskymarkt: Schottland, die USA, Japan, Irland und Kanada. Der Löwenanteil daran gehört den Schotten, mit 85%. Sollte für sie der Vorteil einer EU-Mitgliedschaft wegfallen (und dabei geht es natürlich nicht nur um die Exporte in die EU, sondern um jene Länder, wo dann die Handelsmacht der EU vom Partner zum Gegner würde, also zum Beispiel der asiatische Raum oder die Hoffnungsgebiete wie Afrika), würden die in der EU verbleibenden Iren die wesentlich besseren Karten am Markt haben. Man rechnet damit, dann das Ziel einer Verdopplung des Marktanteils weit vor dem geplanten Ziel 2020 zu erreichen – und würde damit noch mehr kämpfen müssen, die benötigten Kapazitäten bereitstellen zu können.

Am 23. Juni entscheidet sich also auch, wie sich die globalen Anteile von Whisky in Zukunft entwickeln werden. Mehr dazu im Artikel des Irish Examiners.

Unser Titelbild zeigt die Tullamore D.E.W. Distillery, einer der vielen Neubauten in Irland, der den Boom der dortigen Whiskeyindustrie anschaulich demonstriert.

Forbes: Frauen riechen bei Whisky mehr als Männer

Auch wenn man mit generellen Aussagen immer gerne ein wenig in die Stereotypenfalle läuft (Frauen sind schlechtere Autofahrer als Männer, Franzosen sind die besseren Liebhaber) – einige Dinge lassen sich auf Grund von Fakten durchaus differenzierend zwischen zwei unterschiedlichen Gruppen sagen – oder behaupten, je nachdem, wie stark die Faktenlage tatsächlich ist.

Heute wagt sich ein Artikel in Forbes Lifestyle mit einer starken Ansage in die Öffentlichkeit: Frauen, so der Artikel, würden einen besseren Geruchssinn haben als Männer und daher beim Nosing mehr Geschmäcker erkennen und unterscheiden können.

Der Artikel stützt sich dabei auf zwei Studien (die er auch verlinkt für alle, die selbst überprüfen wollen, ob die Schlussfolgerung zulässig ist): Zunächst ein Experiment, bei dem Frauen an T-Shirts riechen mussten, die ihnen unbekannte Männer zwei Tage lang getragen hatten und auf Grund des Geruches die Attraktivität des Mannes für sich festlegen sollten. Resultat war, dass die Frauen Männer attraktiver fanden, deren Geruchsprofil sich von ihrem unterschied. Je mehr, desto attraktiver. Damit sei bewiesen, dass Frauen Geruch gut erkennen und differenzieren können.

Untersuchung Nummer 2 stammt aus Brasilien und stützt sich auf Messdaten: Frauen haben laut dieser Studie im Durchschnitt 43% mehr olfaktorische Zellen in der Nase – und 50% mehr Nervenverbindungen dazu – was den besseren Geruchssinn belegen soll.

Der Autor meint, diese Ergebnisse deckten sich mit seinen eigenen Erfahrungen. Für Männer gelte es, die Geschmacksnerven stärker zu trainieren und daher mehr Whisky zu trinken.

So kann man das natürlich auch sehen…

Unser Bild zeigt Rachel Barrie – Master Blender Morrison Bowmore

Blogrundschau: Diverse englischsprachige Tasting Notes

Wir haben uns wieder einmal bei den englischsprachigen Bloggern umgesehen und verschiedene Verkostungsnotizen für Sie zusammengesucht. Wie immer ist die Zusammenstellung querbeet – vielleicht entdecken Sie ja die eine oder andere Abfüllung, deren Tasting Notes Sie interessieren könnten:

  • Aus Litauen kommt die Besprechung eines Littlemill 24yo von The Whisky Agency – ein typisch grasiger Littlemill, sagt man dort.
  • Ein Ledaig 15yo, der vor der Umstellung auf die neue Stärke (46.3%) abgefüllt wurde, wird auf Malt & Oak verkostet – er wird nicht verglichen, sondern für seinen „alten Stil“ geschätzt.
  • Best Shot Whisky Reviews widmet sich einem Braeval 1994 aus der deutschen C&S Collection – ein wenig zu holzig, sagt man, aber sonst fein.
  • Klaus Doblmann bespricht den neuen Wolfburn auf Englisch – nicht aufregend per se, aber für 3 Jahre sehr gelungen, ist das Urteil.
  • Noch ein Littlemill, und zwar der Littlemill 1991/2010 Douglas of Drumlanrig, wird auf Words of Whisky besprochen – der kommt nicht so gut weg, weil er unbalanciert erscheint.
  • Und der neue BenRiach Cask Strength wird auf WhiskyIsrael besprochen – süß, dicht, aber etwas eindimensional, und alles in allem sehr gut bewertet.

Bild: Power_of_Words_by_Antonio_Litterio.jpgCC BY-SA 3.0

Video: Arran von oben

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Sonntag ist es, und damit wieder Zeit für unser wöchentliches Sonntagsvideo. Diesmal haben wir Aufnahmen der Insel Arran für Sie vorbereitet – und zwar solche, die von einer Drohne von oben gemacht wurden. Bäche, Wasserfälle, Küstenstreifen und die Destillerie Arran sind nur einige der Plätze, die in diesem Video aus dem April 2015 in HD in Szene gesetzt wurden.

Wie üblich können Sie das Video (es dauert vier Minuten) gleich hier bei uns ansehen, oder auf Youtube, wo wir es gefunden haben…