Kommt im Bekanntenkreis das Gespräch auf Whisky, so dauert es zumeist nicht lange, bis von Laien wie Fachleuten Whisky aus Japan erwähnt wird. Seitdem Jim Murray in seiner Whiskybibel einen Japaner als weltbesten Whisky ausgezeichnet hat, ist das Interesse an Japan unter Whiskyfreunden sprunghaft gestiegen.

Japanischer Whisky hat nun mittlerweile eine lange Tradition, aber seinen internationalen Siegeszug hat er erst seit einigen Jahren angetreten. Und so fragt sich ein Artikel auf The Spirits Business, der eine Wiederveröffentlichung eines Printartikels aus dem Januar ist, ob er nicht am eigenen Erfolg scheitern könnte.

Tatsache ist, dass das Angebot an japanischem Whisky die weltweite Nachfrage nicht decken kann (vielleicht erinnern Sie sich daran: Im Juni 2015 wurden 14 Produkte von Nikka, also fast die gesamte Range, auf NAS umgestellt, weil die Bestände an älterem Whisky faktisch aufgebraucht waren) – dass die Produktionskapazitäten für dieses Wachstum (noch) nicht vorhanden sind und dass beides die Preise dermaßen in die Höhe treibt, dass der japanische Whisky für den Markt durchaus zu teuer werden könnte.  Hört man sich unter Händlern und Vertrieben um, so ist die Knappheit des Angebotes tatsächlich so massiv, dass die Ausweitung des Segments genau daran scheitert.

Die durchaus nachvollziehbare These des Artikels, die auch durch Aussagen aus der Branche gestützt wird: Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei japanischem Whisky ist dermaßen intensiv gestört, dass es zu Marktverwerfungen kommen könnte, die zudem durch die Wechselkursproblematik des Yen zusätzlich befeuert werden würden, stellten sich die Prognosen für den Kurs im Jahr 2016 als richtig heraus. Die Probleme seien zudem strukturell, weil Japan vergleichsweise wenig Destillerien und Unternehmen hätte.

Es könnte also passieren, dass der Boom an sich selbst erstickt…

Bild: von redlegsfan21Flickr, CC BY-SA 2.0