Wir verkosten: Port Charlotte 2003/2015 12yo, 56%, whic.de

[alert type=white]Port Charlotte 12yo, 56%, whic.de
Hogshead #660, 180 Flaschen

Destilliert 07.07.2003
Abgefüllt 01.09.2015
nicht gefärbt , nicht kühlfiltriert
Sample: whic.de 
Verkoster: Reinhard Pohorec[/alert]

Es heißt ja immer: „the proof is in the pudding“, oder besser noch, „in the eating of the pudding“.

Nun, bei Whiskyexperts haben wir uns eher dem flüssigen Genuss verschrieben – doch Pudding hin oder her: bei diesem Single Malt häufen sich die kraftvollen Schlagworte am Etikett, die Zeichen stehen auf Sturm:

Bruichladdich, heavily peated, Port Charlotte, Fassstärke, knackige zwölf Lenze. Geben tut es von der Preziose genau 180 Flaschen, Nachschub? Fehlanzeige.

Also dann doch proof is in the tasting…

Nase: der Wolf im Schafspelz, fast verhalten im ersten Duft, Vanille, Sellerie, grün aber auch die ganze Knolle, saftig, dann mischt der salzig-jodige Eindruck die Szenerie auf, Olivenlake, Gurkerlwasser und mixed pickles, unreife Kochbanane, Kurkuma und etwas Fenchelsamen, immer im Spiel mit einer säuerlich gelbfruchtigen Anmutung, welche wiederum von der vanilligen Pudding (HA! Da ist er wieder) Note umhüllt wird, mit ein paar Minuten im Glas kleidet sich der Malt ganz nonchalant in dunklere Gewänder, es kommt Nougat dazu, Haselnusscreme und geröstete Makadamia, Butternusskürbis mit einem Touch Anis, sehr interessante, vielfältige Nase mit einer Regenbogenpalette an Düften, würzig, frisch durch Zitrusakzente, mit unterlegter Süße.

Gaumen: fesselnd, kraftvoll, mit einer überbordenden Würze von schwarzem Pfeffer, etwas Chilischote, auch die fruchtig-rotbeerigen Assoziationen dazu, etwas laktil, Heublumen umschmeichelt von Buttermilch, Mandelcreme und Lapsang Souchon, erdige Bitternoten, glimmende Holzscheiter, kein Selchfleisch sondern die gesamte Räucherkammer, wieder grünlich frisch, etwas Süße zur Balance, Belperknolle, Safran, dann noch einmal Lemon Sherbet und Kokos.

Finish: die kompakte Note am Gaumen verliert leider etwas ins Finish, es fehlt die Stringenz und Konzentration, die Noten bleiben zwar da, stehen aber ein bisschen neben sich, mal ist da noch ein Touch Zitrus, die Pfefferschärfe, bisweilen eine Idee Süße, recht bald aber klingt der Malt aus, der letzte Druck fehlt etwas und mag manch große Erwartung der Nase und auch des Gaumens unbefriedigt zurück lassen, dennoch: Raunzen auf hohem Niveau

Alles in allem: ein toller, wuchtig rauchiger Malt, perfekt für die kalte Jahreszeit und die finsteren Stunden vorm Kamin. (An dieser Stelle sei ganz beiläufig erwähnt, dass der Autor kein großer Befürworter von übertriebenen Klischee Bildern ist – die Frische des Port Charlotte macht sich sicher auch im Frühjahr und auf der Sonnenterasse vortrefflich!).

Besonders die Nase hat richtig viel zu bieten und vermag den geneigten Genießer stundenlang zu beschäftigen. Lediglich die knackige Schärfe am Gaumen und das recht kurze Finish können die auftrumpfenden Düfte nicht ganz mittragen.

Kurzum: aufmachen, trinken, teilen, Spaß haben. Ein sehr gutes Gut.

Mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec

Whicpc12

Serge verkostet: Irische Whiskeys

Auf der grünen Insel tut sich viel, wenn es um Whiskey geht: Kaum eine Woche, in der wir nicht über eine Neuerscheinung berichten können (und das war vor knapp drei Jahren, als Whiskyexperts zum ersten Mal veröffentlicht wurde, durchaus anders). Und so nimmt es auch nicht weiters Wunder, dass Serge wieder einmal eine Verkostung den irischen Whiskeys widmet. Sieben sind es an der Zahl (darunter einer mit 27 Jahren auf dem Buckel, was für irische Verhältnisse fast schon als „fossil“ bezeichnet werden d, und die Wertungen reichen von gut bis excellent:

  • Knappogue Castle 14 yo ‚Twin Wood‘ (46%, OB, Irish, single malt, +/-2014): 81 Punkte
  • Teeling ‚Small Batch‘ (46%, OB, Irish blend, +/-2015): 82 Punkte
  • Tullamore D.E.W. 12 yo ‚Special Reserve‘ (40%, OB, Irish blend, +/-2015): 80 Punkte
  • Irish Whiskey 24 yo 1991/2015 (51.5%, The Auld Alliance, 232 bottles): 89 Punkte
  • Irish Whiskey 27 yo 1988/2015 (51.2%, The Auld Alliance, 194 bottles): 91 Punkte
  • Writers Tears (40%, Irish, Irish Pot Still blend, +/-2015): 86 Punkte
  • Limerick 23 yo 1991/2015 ‘Slaney Malt’ (59%, Adelphi, Irish single malt, cask # 8585, 134 bottles): 92 Punkte

Malt Maniac Awards 2015 – Die Gewinner

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Wie in jedem Jahr haben die Malt Maniacs auch 2015 durch Blindverkostung ihre Favoriten des Jahres gewählt – eine Preisverleihung, die in der Whiskywelt durchaus Beachtung findet. Und um eines gleich vorweg zu sagen: Viele Schotten finden sich auch bei dieser Preisverleihung nicht in den Top-Positionen. Großer Sieger ist Kavalan, und insgesamt sind asiatische Whiskys bestens vertreten. Die Schotten sind nur in der Ultra-Premium-Kategorie wirklich noch eine Größe – eine Tatsache, die sicher noch für Diskussionen sorgen wird.

Hier die Liste aller Haupt-Gewinner in den drei Kategorien:

Supreme Champion

Kavalan ‘Solist’ (58.6%, OB, NAS, Sherry Cask c#S060904024, 551 Bts., 2015*)

 

Ultra Premium Category (über € 150)

Supreme Winner: Glenfarclas 19yo 1994/2014 ‘Double Cask’ (58.7%, OB, Oloroso c#3913&3914, 556 Bts.)

Best Sherried Whisky: Macallan ‘Remix’ (58.9%, OB, NAS, Special Asian Release, 500 Bts.)

Best Peated Whisky: Caol Ila 25yo 1990/2015 (54.3%, Wilson & Morgan, Oloroso finish, c#4707&4708, 408 Bts.)

Best Natural Cask: Slaney Malt 23yo 1991/2015 (59%, Adelphi, Ireland, c#10516, 134 Bts.)

Thumbs Up Award: Overeem ‘Cask Strength – Sherry Cask’ (60%, OB, NAS, c#OHD-074, 47 Bts., 2015*)

 

Premium Category (€ 51 – 150)

Supreme Winner: Kavalan ‘Solist’ (58.6%, OB, NAS, Sherry Cask c#S060904024, 551 Bts., 2015*)

Best Sherried Whiskies: Kavalan ‘Solist’ (56.3%, OB for Asia Palate Association, NAS, Sherry Cask c#S081229019, 522 Bts., 2015*)

Kavalan ‘Solist’ (57.1%, OB for Asia Palate Association, NAS, Sherry Cask c#S081229020, 526 Bts., 2015*)

Beide Whiskys haben die genau gleiche Punktezahl erreicht

Best Peated Whisky: Amrut ‘Peated’ (62.1%, Blackadder Raw Cask, NAS, c#BA20/2015, 182 Bts., 2015)

Best Natural Cask: Chichibu 2010/2014 ‘Chibi Daru’ (53.5%, Number One Drinks, 6200 Bts.)

Thumbs Up Award: Amrut ‘Spectrum’ (50 %,OB, NAS, Bourbon, Hand-crafted 5 wood, 1000 Bts., 2015)

 

Daily Dram Category (bis € 50)

Supreme Winner: Nantou 3yo 2010/2014 (58%, OB for Aroma TW, Sherry Cask c#841, 240 Bts.)Sherry Finish C#BA2013/451, 370 Bts., 2013)

Best Sherried Whisky: Nantou 4yo 2010/2015 ‘Omar’ (58.4%, OB, Sherry Cask c#21091305, 246 Bts.)

Best Peated Whisky: Lagavulin 16yo (43%, OB, 2015*)

Best Natural Casks: Nantou 6yo 2009/2015 ‘Omar’ (56.8%, OB, Bourbon Cask c#11090105, 190 Bts.)

Thumbs Up Award: Ballechin 10yo (46 %, OB, Heavily Peated, Bourbon & Oloroso)

 

Eine komplette Liste der Medaillengewinner findet sich hier.

R&B Distillers mit zwei neuen Whiskys

Die Zeit zwischen der Planung einer Destillerie und ihrem ersten Whisky, drei Jahre und einen Tag nach dem ersten Brenngang, ist für die Besitzer der Destillerien wahrscheinlich die schlimmste Zeit ihres Lebens. Alles kostet Geld, nichts bringt Geld, und die Zeit nagt an den Reserven.

Viele holen sich mit schnellen Produkten wie Gin das Brot unter die Butter, andere versuchen, mit dem New Make ein Geschäft zu machen. Ganz wenige, wie zum Beispiel Wolfburn, dürften genügend Polster haben, um die ersten drei Jahre ohne Zucken und entspannt durchzustehen.

Einen ganz neuen Weg gehen nun R&B Distillers, die bislang ja eigentlich nicht mehr haben als zwei geplante Destillerien, von denen bei beiden noch nicht einmal die Planning Permission abgeschlossen ist (die Borders Distillery in Peebles und jene auf Raasay): Das Unternehmen hat zwei Whiskys im Stil der geplanten Destillerien (Hervorhebung durch die Redaktion) veröffentlicht. Borders und Raasay – While we Wait nennen sich die beiden, und beide sind NAS-Whiskys.

Borders ist ein mit 51.7% abgefüllter Single Grain aus ex-Bourbon Fässern mit PX-Finish. Raasay While we Wait ist ein mit 46% abgefüllter Single Malt und wurde aus torfigen und nicht torfigen Whiskys kombiniert. 50 und 57 Pfund kosten die beiden, und nach Deutschland werden sie wohl nur über Eigenimport gelangen., berichtet Scotchwhisky.com.

raasay

Highland Herold – Winterausgabe 2015 ist da

Es ist wieder soweit: Unsere Freunde vom Highland Herold haben die neue Ausgabe fertiggestellt und bieten sie den Lesern zum kostenlosen Download als PDF an. Hier einmal kurz das, was Sie in der neuen Ausgabe erwartet:

  • Whisky Belge – Whisky aus Belgien: Carolus, Goldlys, Lambertus und The Belgian Owl – Ernst Scheiner berichtet über vier sehr erfolgreiche Marken unseres Nachbarlandes.
  • Just Bottled: Sieben Seiten voll mit neuen Whisky(e)s dieser Saison.
  • Kochen mit Whisky: Am offenen Feuer gegart – Flammlachs und dazu feine Soßen mit und ohne Whisky darin.
  • Gordon & MacPhail: Ernst Scheiner schreibt über die renommierten Whiskyhändler aus Elgin und die von ihnen betriebene Brennerei Benromach.
  • Messer & Beutel: Die Geschichte von Sgian Dubh und Sporran.

Den Highland Herold zum Download finden Sie hier (Download-Link am Ende der Seite nutzen).

hhwinter2015

PR: Neu – Pow-Wow Botanical Rye Whiskey (mit Tasting Notes)

Wenn wir bei Whiskyexperts über Whisk(e)y berichten, dann haben wir eine ganz klare Regel: Das Produkt muss nach der offiziellen Definition Whisk(e)y sein. Das ist zum Beispiel der Grund, warum Sie bei uns nichts über Flavored Spirit Drinks wie zum Beispiel Jim Beam Honey lesen (er hat weniger als 40% Alkohol) oder einen der neuen Blends von Diageo – sehr wohl aber berichten wir über innovative Whiskyprodukte, die innerhalb der Spezifikationen Neues ausloten. So wie zum Beispiel der Pow-Wow Botanical Rye Whiskey, über den uns der Importeur Sierra Madre in einer Presseaussendung informierte:

Der renommierte Importeur Sierra Madre erweitert mit dem exklusiven Pow-wow Botanical Rye Whiskey ab Dezember sein Sortiment um ein einzigartiges Qualitätsprodukt mit unverwechselbaren Charakterzügen.

POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKEY ist ein handgefertigter Whiskey aus Amerika, der sich in vielerlei Hinsicht von den Klassikern abhebt. Frei nach dem Motto „Gin meets Whiskey“ (Gin trifft auf Whiskey) wird Whiskey als Basis verwendet, die wie ein Gin mit speziell ausgesuchten Botanicals infused wird. Die Hauptrolle dabei spielen exotische Zutaten wie Safran und Orangenschalen. Diverse Gewürze und Kräuter kommen dazu und mazerieren im Whiskeyfass über einen langen Zeitraum hinweg.

Pow Wow 700ml web

Erfrischend andersartig: Die Alleinstellungsmerkmale des Whiskeys

Normalerweise handelt es sich bei Rye Whiskey um ein Destillat aus einer gemischten Maische, bei der Roggen den Hauptanteil ausmacht und mit Weizen, Mais oder auch etwas Gerste ergänzt wird. Im Falle vom POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKY ist der Roggenanteil mit 95 % rekordverdächtig hoch und wird von 5 % Gerstenmalz begleitet. Das hebt den POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKEY von Bourbon ab, bei dem mindestens die Hälfte der Maische auf Mais entfallen muss und Roggen sehr selten ist. Nach der Gärung wird die Maische destilliert und dann stehen bei Rye Whiskey generell drei Jahre Lagerung im Eichenfass an. Das ist auch beim POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKEY der Fall, doch hier geht man noch einen Schritt weiter und lässt der Reifung eine Mazeration folgen. Hierfür wird edler Rye Whiskey bezogen, der zuvor in neuen, ausgebrannten Weißeichenfässern drei Jahre lang lagerte. Seine Produktion obliegt der Verantwortung von Modern Spirits. In jenen Whiskey – der im Gegensatz zu Bourbon allgemein als würziger und selbstbewusster gilt – gibt die Brennerei die Botanicals. Orangenschalen und Safran kommen am deutlichsten zum Tragen. Auf künstliche Beistoffe wird beim POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKEY komplett verzichtet.

Nomen es omen: Was hat es mit dem Namen auf sich?

POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKEY – Hinter dem Titel steckt eine Geschichte: Vor Jahrhunderten führten die ersten europäischen Siedler die Kunst des Destillierens in der Neuen Welt ein. Sie brachten den Stein der Whiskeyherstellung ins Rollen. Im Gepäck hatten sie neben der Brennkunst noch ihre ganz eigenen Traditionen und Überzeugungen. Mit der Zeit formte sich ein Mix aus Folklore und Magie, der auf den Namen Pow-wow getauft wurde und lange fest mit der Kultur in den Vereinigten Staaten verwurzelt war. Eben jene Bezeichnung passt perfekt zum POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKEY, denn auch er ist ein unvergleichlicher Mix aus Geschichte, Tradition, Experimentierfreude und Pioniergeist mit einem Hauch von Magie. Laut Überlieferungen war es in der Vergangenheit üblich, Rye Whiskey mit Kräutern und Gewürzen zu aromatisieren, um ihn bei Feiern und Zusammenkünften zu servieren. Abenteuerliche Gestalten aller Art sollen sich damals rund um ein Lagerfeuer zusammengefunden haben und von dem Flavoured Whiskey angespornt Geschichten über ihre Streifzüge durch das damals noch weitgehend unbekannte Amerika erzählt haben.

Gleichzeitig ist es erwiesen, dass die frühesten amerikanischen Experimente mit dem Gin ebenfalls eine Fasslagerung vorsahen. Der Wacholderschnaps wurde bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein ähnlich wie ein Flavoured Whiskey hergestellt und im Eichenfass veredelt. Erst danach nutzte man eher neutrale Destillate nach dem englischen Vorbild, wobei auch hier fassgereifter Barrel Aged Gin gang und gäbe war.

POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKEY – Was ist typisch Whiskey, was erinnert eher an Gin?

An der Antwort zu dieser Frage scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite ist die Mazeration mit pflanzlichen Botanicals unter Verzicht auf Chemie eine Eigenheit der Gin-Produktion. Auf der anderen Seite macht sich der POWWOW BOTANICAL RYE WHISKEY ganz klar gereiften American Whiskey zunutze und ist kein farbloses Destillat mit deutlichen Wacholdernoten. Er wird übrigens auch getrunken wie ein Whiskey, und zwar pur oder on the rocks. Wer mag, gönnt ihn sich auch in einem Cocktail oder Longdrink. Die Idee für den POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKEY kam dem CEO und Firmengründer der Georgetown Trading Co., Amir Peay. Er sagt selbst aus, dass die Übergänge zwischen Gin und Whiskey bei seinem gewagten, aber gelungenen Experiment fließend sind, obwohl es sich vordergründig natürlich um einen Rye Whiskey handelt.

Ein Erlebnis für alle Sinne: POW-WOW BOTANICAL RYE WHISKEY

Farbe: leuchtendes Bernstein mit dunklen, kupfernen Reflexen Aroma: Kräuter, fruchtigen Orangenschalen und diverse Gewürze, dazu Zimt, Nelken, Anis, Muskatnuss und Pfeffer sowie die ureigene Würze von Rye Whiskey

Geschmack: Orangenschalen und Gewürze, auch Tabak und Leder sowie Beiklänge von Vanille, Zedernholz, Weihrauch und Rosinen mit Schokolade, komplex; mittlerer Körper, perfekt ausbalancierte Gin- und Whiskey-Noten

Finish: erstaunlich weich, lang, exotisch und tiefgründig mit einem dezenten Hauch Wacholder

Pow-wow Botanical Rye Whiskey
45% Vol., 700ml
UVP: ca. 45,- EUR

Whisky im Bild: Eine Karte französischer Whisky-Destillerien

Wussten Sie, dass es so viele Whiskybrennereien in Frankreich gibt? Die Karte, die von der Facebook-Gruppe „Whisky en France“ gestaltet wurde, zeigt über drei Dutzend Destillerien – die meisten davon in der französischen Speyside, dem Elsass…

franzwhiskys

Serge verkostet: diverse non-Islay Raucher (inkl. Glendronach Peated)

Als vor einiger Zeit von Glendronach eine getorfte Variante angekündigt wurde (wir berichteten hier), war die Neugier unter den Whiskyfreunden groß: Können die das? Dürfen die das? Sollen die das?

Nun, wenn man der Verkostungsnotiz von Serge Valentin im Rahmen seiner heutigen Querbeet-Verkostung Glauben schenkt, dann können und dürfen sie es – ob sie es gesollt hätten, bleibt unbeantwortet. Serge meint, der Glendronach Peated wäre durchaus trinkbar (78 Punkte), aber nicht unbedingt das, worauf die Welt gewartet hätte.

Was sonst noch in der Verkostung war (die nicht ganz nachvollziehbar als Highlands-Verkostung tituliert wurde), und wie es abgeschnitten hat, sehen Sie hier – mit unserem üblichen Hinweis, dass die Beschreibungen wesentlich aussagekräftiger sind als die Punktewertungen:

  • Glendronach ‚Peated‘ (46%, OB, 2015): 78 Punkte
  • Glenturret ‘Peated Edition’ (43%, OB, 2015): 81 Punkte
  • Isle of Jura 12 yo ‚Elixir‘ (40%, OB, +/-2015): 84 Punkte
  • Ballechin ‚Sauternes Cask Matured‘ (46%, OB, 2015): 84 Punkte
  • Benromach 2006/2015 ‚Peat Smoke‘ (46%, OB): 80 Punkte

Tullamore Distillery: Ab sofort Touren möglich

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William Grant & Sons haben sich nicht lumpen lassen und in Irland die neue Tullamore Distillery um 35 Millionen Euro gebaut. Am 17. September 2014 wurde sie in Clonminch, in den Randgebieten von Tullamore, eröffnet (wir berichteten), ab sofort ist sie laut The Spirits Business auch für Besucher zugänglich.

Drei verschiedene Touren werden angeboten:

  • Ultimate Distillery Experience: man wird durch den gesamten Produktionsprozess geleitet
  • Whiskey Wise Masterclass: sechs „seltenere“ Proben werden verkostet
  • The Curios Taster’s Journey: man wird von einem Whiskeyexperten persönlich geführt

Übrigens: Im ersten Jahr der Tullamore Distillery sind insgesamt 22.392 Fässer befüllt worden, den jährlichen Ausstoß möchte man 2016 nochmals verdoppeln.

Bild: Tullamore Dew
Bild: Tullamore Dew

The Star: Crown Royal Northern Harvest Rye verkauft jetzt 400% mehr

Als Jim Murray in seiner diesjährigen Whiskybible den Crown Royal Northern Harvest Rye zum weltweit besten Whisky des Jahres kürte, gab es das erwartete Rauschen im Blätterwald. Was aber bedeutet es für einen Whisky oder eine Marke, diese Auszeichnung zu erhalten? Nachdem sich die ersten Wogen geglättet haben und einige Zeit seit der Bekanntgabe verstrichen ist, hat The Star aus Toronto die Zahlen und Meinungen zu einem unaufgeregten und informativen Artikel zusammengefasst.

Um 400% sind die Verkäufe in einer Supermarktkette gestiegen, und zeitweise war es in Ontario schwer, an eine Flasche zu kommen, aber die Versorgung scheint laut dem Artikel weiter gewährleistet zu sein. 45.000 Flaschen gingen im November in den LCBO-Märkten an die Konsumenten, für Dezember gehen weitere 56.000 Flaschen in die Kette.

Die Preise für den Whisky haben sich im Handel nicht verändert, man bekommt die Flasche dort nach wie vor für 31 kanadische Dollar. Der Artikel merkt an, dass eine Flasche auf Craigslist um 80 Dollar den Besitzer wechselte, aber den Rekord eine deutsche ebay-Auktion setzte, bei der eine Flasche für umgerechnet 165 Dollar verkauft wurde.

Der Artikel lässt auch einen Kritiker zu Wort kommen, der leise Zweifel hegt, ob der Whisky wirklich der weltbeste Whisky sei. Nick Kennedy, ein Barbesitzer, meint, dass der Northern Harvest Rye sicherlich das Beste sei, was von Royal Crown jemals produziert wurde, aber er hege Zweifel daran, dass er auch nur der beste kanadische Whisky sei.

Eine kleine Umfrage auf der Website zeigt übrigens auch, dass mehr als 60% der Leute nicht mehr als den regulären Preis für den Whisky bezahlen würden, um ihn zu kosten. Knapp über 5 Prozent würden auch den „deutschen“ Preis von 165 Dollar dafür bezahlen.

Insgesamt scheint es also so zu sein, dass eine Auszeichnung von Jim Murray ein guter Verkaufstreiber ist – ob der Hype um den kanadischen Rye aber die Dimensionen annimmt, die er rund um japanische Whiskys angenommen hat, bleibt abzuwarten.

Serge verkostet: Talisker

Zwei Abfüllungen aus der Destillerie Talisker gibt es heute in der Verkostung bei Serge Valentin – und diese Gegenüberstellung zweier Whiskys hat eine gewisse Würze durch die Tatsache, dass der alte Talisker ein NAS-Whisky ist, der neue hingegen nicht, sondern der 18jährige Standard, den Serge nach eigenem Bekunden schon seit mehreren Jahren nicht mehr getrunken hat.

Gibt es einen Sieger? Ja, aber der Verlierer wird auf sehr hohem Niveau geschlagen – sie haben ihm also beide mehr als geschmeckt…

  • Talisker (43%, OB, for Grande Marche Francesi, Italy, +/-1965): 93 Punkte
  • Talisker 18 yo (45,8%, OB, +/-2015): 89 Punkte

Glenglassaugh veröffentlicht Batch 2 ihrer Rare Cask Serie

Glenglassaugh hat heute das zweite Batch ihrer Einzelfassabfüllungen veröffentlicht und uns darüber in einer Pressemitteilung informiert. Wir haben die wichtigsten Passagen übersetzt:

Glenglassaugh veröffentlicht Batch 2 ihrer Rare Cask Serie

Erneut wurden die Fässer vom Geschäftsführer und Master Distiller Billy Walker ausgewählt. Das Alter der Malts liegt zwischen 36 und 42 Jahren, alle Fässer wurden im September dieses Jahres in Flaschen abgefüllt.

Glenglassaugh Batch 2 group shot LR (1)

Die acht Einzelfass-Schätze, entdeckt in den dunklen Ecken der Portsoy Warehouses, sind klassische Glenglassaughs – reiche, elegante, süße Highland Malts, die den Gaumen mit komplexen Frucht-Bomben treffen – von Birnen bis Himbeermarmelade, von gelbem Pflaumenkompott bis Orangenschalen, von wilden roten Beeren bis Bananenbrot.

Der älteste Whisky, Cask # 2125, ist 42 Jahre alt, wurde im Oktober 1972 destilliert und in einem Massandra Madeira Puncheon gefinished. Der jüngste in diesem Batch ist 36 Jahre alt, wurde im Oktober 1978 destilliert und in einem Port Hogshead gefinished.

Batch 2 der Rare Cask Serie im Detail:

  • 1972 Fass # 2125/42 Jahre alt / Massandra Madeira Puncheon / 47,3% vol
  • 1973 Fass # 1865-1842 Jahre alt / Massandra Aleatico Hogshead / 40,5% vol
  • 1973 Fass # 761/41 Jahre alt / Rum Barrel / 41,1% vol
  • 1974 Fass # 1282/1 / 41 Jahre alt / Rum Barrel / 40,8% vol
  • 1975 Fass # 2180/40 Jahre alt / Massandra Madeira Puncheon / 43,9% vol
  • 1975 Fass # 3171/40 Jahre alt / Pedro Ximenez Sherry Hogshead / 40,2% vol
  • 1976 Fass # 3170/39 Jahre alt / Pedro Ximenez Sherry Hogshead / 40,3% vol
  • 1978 Fass # 1118/8 / 36 Jahre alt / Port Hogshead / 43,6% vol

Glenglassaugh 1972 cask # 2125 - infront LR (1)

Und noch eine weitere Brennerei in der Borders-Region

The copyright on this image is owned by Anne Burgess and is licensed for reuse under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 license.
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Neben der R&B Borders Distillery, der Three Stills Distillery und der Jed Valley Distillery ist die Tarbolton Distillery schon die vierte Brennerei, deren Bau in der Borders-Region geplant ist. Wie auf The Spirit Business zu lesen, hat das South Ayrshire Council die Pläne für den Bau einer neuen Whisky-Brennerei inklusive Besucherzentrum und Fasslager auf einem Bauernhof in Tarbolton genehmigt. Hinter diesem Projekt steht Neil McGeoch, der seine Rinderzucht verkaufte und sich nun ganz der Brennerei widmen möchte. In einem Artikel des Daily Record sind einige Details der geplanten Destillerie zu finden. So soll es 24 Besucherparkplätze geben, über die geplante Kapazität der Brennerei sind allerdings keine Angaben zu finden.

Video: Durch die Feiertage mit Nick Offerman und Lagavulin

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In seinen Tales of Whisky schlägt Nick Offerman zwei Möglichkeiten vor, die anstehenden Weihnachtsfeiertage den eigenen Vorlieben nach angemessen zu begehen. Wer diese Zeit eher als stressig und störend empfindet, kann sich einen kleinen Feiertags-Bunker errichten und diesen mit dem Notwendigsten ausrüsten: ein Paar Socken, Unterwäsche und auf jeden Fall genügend Lagavulin.

Aber auch für diejenigen, die diese Zeit der Besinnlichkeit und Geschenke besonders genießen möchten, hat Nick einige Vorschläge. Mit speziellen Lagavulin-Produkten, die es leider nicht zu kaufen gibt, kann man das eigene Heim und sich selbst in den passenden Duft hüllen oder diese verschenken.
Seine Videos Holiday Bunker und Lagavulin Scented Holiday Gifts können Sie sich auf Youtube anschauen oder direkt hier: