Auch andere Länder als Schottland haben gute und interessante Single Malts – da kann man durchaus auch in unsere Regionen blicken, so ganz nebenbei. Ein deutscher Whisky hat es zwar nicht auf die Liste der 10 guten Single Malts aus aller Welt geschafft, die der Evening Standard zusammengestellt hat – aber natürlich ist das alles immer eine Frage der Perspektive, und es ist ja auch nicht so, als hätte der Whiskygott hier die 10 Gebote aufgestellt, sondern eher so, dass ein Journalist seine Sicht der Dinge dargelegt hat.
Egal, interessant ist die Liste auf jeden Fall, und die Whiskys aus Indien, Neuseeland, Südafrika oder Japan (unter anderem) sind alle auch aus unserer subjektiven Sicht wirklich ordentliche Destillate. Lassen Sie sich einfach für eigene Entdeckungen inspirieren….
Auch unsere zweite Meldung heute dreht sich um einen Blend: Beam Suntory wird exklusiv für den Travel Retail den Hibiki Japanese Harmony Master’s Select veröffentlichen, berichtet DFNIOnline. Der mit 43% abgefüllte Blend wird „gemeinsam mit anderen Neuheiten unserer japanischen Whiskys“ im Jahr 2016 weltweit eingeführt werden und soll 70 Euro kosten, sagte Beam Suntory Global Travel Retail (GTR) Marketing Director Michael Cockram. Weitere Details zu diesem Blend, zum Beispiel wodurch er sich vom regulären Hibiki Japanese Harmony unterscheidet, sind nicht bekannt.
Blends beginnen langsam, auch unter Single Malt Trinkern wieder mehr Beachtung zu finden. Sei es durch Unternehmen wie Compass Box, die mit kleinen Batches ihre Kunstfertigkeit unter Beweis stellen, sei es durch den Umstand, dass die Preise für Single Malts auch ein Anreiz sind, sich nach Alternativen umzusehen.
Serge Valentin hat die heutige Verkostung vier Blends gewidmet, darunter auch zwei neue Abfüllungen von Compass Box, und der neue Hibiki Japanese Harmony. Die Wertung für diesen Blend, der den Hibikis mit Altersangabe nachfolgte, ist jedoch sicher keine Freude für die Hersteller: Gerade mal 62 Punkte. Hingegen sind beide neuen Abfüllungen von Compass Box mit 90+ Punkten bewertet. Hier jedenfalls die Blends und ihre Wertungen:
Hibiki ‚Japanese Harmony‘ (43%, OB, Japanese blend, 2015): 62 Punkte
Speyside 1995/2015 (45%, Samaroli, blended malt, 448 bottles: 82 Punkte
This is Not a Luxury Whisky (53.1%, Compass Box, blend, 2015): 90 Punkte
Auf whiskyundfrauen. auch für männer. wurde heute ein Interview mit James Wills anläßlich der Kilchoman 10th Anniversary Tour veröffentlicht, in dem der Sohn des Besitzers der Islay-Destillerie Kilchoman einige interessante Fragen zur Destillerie und zur gerade stattfindenden Jubiläumstour beantwortet. So erfahren wir unter anderem auch, welches seiner Meinung nach die besten Fässer für ihren Whisky sind:
MM: Welche Fassart würdest du als die beste für Kilchoman ansehen?
James: Langfristig gesehen, also 10 und mehr Jahre, glaube ich, dass Kilchoman am besten in Bourbon-Fässern reift. Bis etwa 10 oder 15 Jahre kann ich mir auch die Sherry-Fässer sehr gut vorstellen. In Madeira- oder Port-Fässern hat er seinen Höhepunkt schon viel früher erreicht, nach 3-4 Jahren, in Sautern-Fässern vielleicht in maximal 8 Jahren. Bei einer Reifezeit darüber hinaus in Weinfässern wird der Whisky zu sehr vom Fass dominiert.
Mehr Fragen und Antworten, darunter auch alles zu den auf der Tour präsentierten Abfüllungen, auf whiskyundfrauen.
Von Beam Suntory Deutschland haben wir eine Mitteilung über die weihnachtlichen Whisky-Geschenksets der Malts of Distinction erhalten. Wir klären noch ab, ob diese Geschenksets auch in Österreich erhältlich sein werden und ergänzen diese Meldung dann entsprechend. Update 14:20: Für Österreich wird es laut Beam Suntory Austria eine eigene Pressemitteilung geben. Hier jedenfalls der deutsche Pressetext:
Die exklusive Geschenkidee für alle, die für Weihnachten das Besondere suchen und Hochwertigkeit mit Genuss verbinden möchten: die außergewöhnlichen Geschenksets mit erstklassigen Single Malt Whiskys von Beam Suntory. Ob für Einsteiger oder für Whiskykenner – das breite Portfolio einzigartiger Single Malts bietet das Passende für jeden Geschmack. Die exklusiven Zugaben unterstreichen die Besonderheiten der verschiedenen Whiskys. Und diejenigen, die die besondere Vielfalt mögen, liegen mit dem Probier-Set rund um die torfig-rauchigen Whiskys, die Peated Malts of Distinction, genau richtig.
Für alle, die es besonders rauchig mögen – Laphroaig, die Nr. 1 der getorften Single Malts
Auch zu Weihnachten zeigt sich Laphroaig kompromisslos ausdrucksstark und zelebriert das 200-jährige Jubiläum mit einem entsprechenden Geschenkset. Neben einer Flasche Laphroaig Quarter Cask enthält dieses ein ausgefallenes Nosing-Glas. Das Besondere: Jedes Glas ist mit einer polarisierenden Meinung zu Laphroaig aus der „Opinions Welcome“-Kampagne bedruckt. Denn dieser kompromisslose Single Malt fordert seine Genießer offen dazu auf, sich eine Meinung zu Laphroaig zu bilden und diese auch zu teilen. (UVP: 31,99 €)
Aus dem Herzen Islays – Bowmore Small Batch
Bowmore Small Batch reift ausschließlich in First und Second Fill Bourbonfässern und wird in kleinen „Batches“ abgefüllt. Der aus der ältesten Destillerie Islays stammende Single Malt verbindet Torfaromen mit fruchtig-süßen Noten. Die Zugabe des aktuellen Geschenksets – eine kleine Flasche mit reinem Quellwasser der Destillerie – unterstreicht die Herkunft dieses speziellen Whiskys. Mit seinem natürlichen Säuregehalt ergänzt das Bowmore-Wasser perfekt die Aromen des Single Malts und bringt so einen Hauch Islay nach Deutschland. (UVP: 29,99 €)
Ideal für Einsteiger – The Ardmore lässt die Würfel fallen
The Ardmore hat sich für Weihnachten etwas Außergewöhnliches einfallen lassen. Die diesjährige Geschenkpackung enthält neben einer Flasche The Ardmore Legacy vier Whiskysteine. Direkt aus dem Eisfach halten sie den Whisky im Glas kühl, ohne ihn zu verwässern. So bleibt der angenehm rauchige Geschmack erhalten, den sowohl Einsteiger als auch erfahrene Whiskytrinker schätzen. The Ardmore Legacy fällt besonders durch seine aufwendig gestaltete Verpackung auf und hebt sich so auch optisch von anderen Whiskys ab. (UVP: 24,99 €)
Connemara – der rauchig-milde Ire
Connemara Original vereint auf einzigartige Weise die Besonderheiten Irlands und Schottlands. Als einziger getorfter irischer Single Malt ist er mild wie ein Ire und gleichzeitig rauchig wie ein Schotte. Das entsprechende Geschenkset enthält eine Flasche Connemara Original in der unverkennbaren Verpackung, die das neue attraktive Flaschendesign untermalt, sowie ein edles Nosing-Glas. (UVP: 24,99 €)
Den möchte man teilen – Highland Park, der Vollmundige
Highland Park ist weich und ausgewogen im Geschmack und stammt aus Schottlands nördlichster Destillerie auf den Orkney Inseln. Die raue Meeresluft und die kühlen Temperaturen verleihen ihm ein äußerst reiches und volles Aroma. Dieses kommt besonders gut durch die zwei Nosing-Gläser zur Geltung, die neben einer Flasche Highland Park 12 Jahre zum Geschenk-Set gehören. (UVP: 39,99 €)
The Glenrothes – der Edle für die besinnliche Zeit
The Glenrothes ist ein äußerst fruchtig-milder Whisky, dessen puristisches, elegantes Flaschendesign die einzigartige Seele dieses Speyside Whiskys widerspiegelt. Zwei hochwertige Tumbler-Gläser mit einer Flasche The Glenrothes Select Reserve machen das Set zu einem wahren Hingucker. (UVP: 39,99 €)
Zum Verschenken oder selbst Probieren – die torfig-rauchigen Single Malts im Probier-Set
Eine ganz besondere Gelegenheit bekommen all diejenigen, die schon immer eine geschmackliche Whisky-Reise unternehmen wollten. Das Peated Malts of Distinction-Set besteht aus jeweils einer Miniaturabfüllung von Laphroaig 10 Jahre, Bowmore Small Batch, Connemara Original und The Ardmore Legacy und macht den Einstieg in die torfig-rauchige Welt der Whiskys leicht. (UVP: 19,99 €)
Die Geschenksets dieses exklusiven Whisky-Portfolios sind ab sofort im gut sortierten Handel verfügbar.
Vergessen Sie es. Vergessen Sie alles, was Sie hier in den letzten 24 Stunden gesehen und gelesen haben.
Speed kills. Jemand bei Diageo oder deren PR-Agentur hat einen zu schnellen Finger gehabt.
Die Presseaussendung, die wir erhalten haben, hätte eigentlich erst am 19. Oktober verschickt werden sollen. Sie ist ihnen sozusagen entwischt. Daher haben wir sie auf Bitten von Diageo wieder gelöscht.
Zumindest hat Diageo unseren Ruf als schnellstes Nachrichtenmedium für Whisky bestätigt und selbst gestärkt 🙂 . Finden wir super. Danke!
Am 19. Oktober bringen wir die Meldung über die Special Releases dann erneut. Und tun alle ganz überrascht, ok? 😉
Danke für Ihr Verständnis!
Ihre Whiskyexperts-Redaktion
Die Bulleit-Destillerie in Benson Park Pike in Shelby County soll in einem Jahr den Betrieb aufnehmen – entsprechend heftig wird auch momentan schon daran gebaut. Bizjournals.com hat einen Bericht darüber geschrieben, der in einer Fotostrecke auch den Baufortschritt dieses Destillerieprojekts von Diageo zeigt. 190 Arbeiter sind an der 115 Millionen Dollar – Baustelle beschäftigt, mit dem ersten Destillationslauf rechnet man zwischen Juni und Herbst 2016.
Bevor hier einige in Schnappatmung verfallen: Der Aberlour 35yo ist nichts, was man in den deutschen Geschäften hätte übersehen können – er ist laut Serge Valentin nur in Frankreich erhältlich (und wahrscheinlich auch eher ein klitzeklein wenig teurer als der Aberlour 18yo). Egal – Serge Valentin hat die beiden offiziellen Abfüllungen aus Aberlour heute verkostet, und beide können bei ihm ganz gut Punkte einheimsen:
Aberlour 18 yo (43%, OB, +/- 2013): 86 Punkte
Aberlour 35 yo ‘Double Cask Matured’ (43%, OB, batch #1580, 50cl, 2015): 91 Punkte
PS: Machen Sie sich und uns doch einmal die Freude und klicken Sie aufs Link zur Destillerie Aberlour oben im Text – wir haben da einiges für Sie zusammengestellt…
Da haben wir im letzten Artikel über einen Gewinn vor Steuern bei Hunter Laing in der Höhe von 1.4 Millionen Pfund berichtet – nun bringen wir nach dem Motto „wer bietet mehr“ eine Zahl, die das Gehalt des CEO von William Grant & Sons (ihnen gehört z.B. Glenfiddich) beschreibt: 2,024 Millionen Pfund (exkl. Pensionsbeiträge) hat Stella Davis im Jahr 2014 verdient (übrigens nicht ganz so viel wie 2013, da waren es 2,085 Millionen Pfund).
William Grant & Sons hat auch ganz gut verdient im letzten Jahr: Laut dem Bericht in The Press and Journal waren es 139,8 Millionen Pfund – nach Steuern, wohlgemerkt.
Einen Wehmutstropfen gibt es allerdings: Glenfiddich wurde von The Glenlivet als größte Whiskymarke abgelöst. Es wird spannend, wie dieses Duell weitergeht.
Laut einem Bericht in Herald Scotland hat die Firma Hunter Laing (sie besitzen unter anderem die bekannten Marken „The Old Malt Cask“ und „Old and Rare“) im abgelaufenen Finanzjahr sehr gut verdient. Vor Steuern wies das Geschäftsergebnis einen Gewinn von 1.4 Millionen Pfund aus. Laut Bekunden des Eigentümers Stewart Laing war dies sogar mehr, als sich das Management als obere Grenze erwartet hatte.
Laing sprach davon, dass das Unternehmen keine Auswirkungen der Gegebenheiten in China verspürte. Auch interessant: Es scheint nach seinen Angaben wieder etwas leichter für unabhängige Abfüller zu sein, an Whisky aus den Destillerien zu kommen.
Die 1.4 Millionen Pfund Gewinn vor Steuern sind übrigens nicht sehr viel zu der Summe, die der Managing Director eines großen Whiskyunternehmens als Lohn ausgezahlt bekommt – siehe unsere nächste Meldung.
Unser Lieblingsgetränk hat so viele verschiedene Facetten, dass einem nie die Themen ausgehen, über die man sich informieren und nachdenken kann. Wasser ist eine der wichtigsten Zutaten im Whisky, und ein Interview in Star2.com mit Glenglassaugh’s Brand Ambassador Stewart Buchanan nimmt sich dieses Themas aus der Sicht der Destillerie Glenglassaugh an. Hier erfahren wir zum Beispiel, dass die Produktionsmenge in der Highland-Destillerie durch die Leistung der Quelle limitiert ist, und dass Probebohrungen dort kein zusätzliches brauchbares Wasser gefunden hätten. Zudem spricht Buchanan darüber, warum der Revival mit 46% abgefüllt wurde, und über die kommenden zehnjährigen Abfüllungen aus der Destillerie (das dauert allerdings noch bis 2018) und merkt an, dass diese eine ganz eigene Stilistik haben werden.
Drei riesige Kupferbrennblasen haben vor kurzem in der irischen Dundalk-Destillerie ihren Betrieb aufgenommen (wir berichteten hier). Die der Teeling-Familie, Jim Finn und David Hynes gehörende Destillerie (sie haben sie im Jahr 2013 von Diageo gekauft) produziert Single Malt, Peated Malt und Pott Still Whiskey – und zwar in einer Menge von 18 Millionen Litern jährlich. Damit das geht, müssen die Stills ziemlich groß sein. Und das sind sie, wie unser Bild zeigt:
Eine Lost Distillery aus Japan, eine, für deren Abfüllungen man schon sehr, sehr tief in die Taschen greifen muss, ist heute Objekt der Verkostung bei Serge Valentin. Fünf Abfüllungen aus der Destillerie Karuizawa hat sich Serge eingeschenkt, und fünf Mal musste er jede Menge Punkte aus seinem Vorrat herausholen, um sie zu vergeben. Aber wie immer liegt natürlich nicht alles in den Punkten – die Beschreibungen sind der Spiegel des Whiskys:
Karuizawa 1999-2000/2015 (61%, OB, The Wave): 89 Punkte
Karuizawa 30 yo 1985/2015 (55.2%, OB, for LMDW, sherry cask, cask #2364): 93 Punkte
Karuizawa 30 yo (63.2%, OB, bourbon, cask #6432, 404 bottles, 2015): 91 Punkte
Karuizawa 29 yo 1984/2014 (56.7%, Cask by Cask, oloroso sherry butt, cask #7802, 577 bottles): 91 Punkte
Karuizawa 30 yo 1984/2015 (61.6%, OB, LMDW, sherry cask, cask #8838): 94 Punkte
Nach langem Hin und Her hat David Prior, ein australischer Geschäftsmann, die Destillerie Bladnoch gekauft (wir berichteten hier) und danach Ian Macmillan, den ehemaligen Master Blender von Bunnahabhain, als Master Distiller geholt (siehe hier). Gestern hat David Prior in einem Gespräch mit BBC weitere Pläne für die Lowland-Destillerie bekanntgegeben.
Eigentlich sagt er dort nicht viel Neues im Vergleich zu einem Artikel im australischen Executive Style, aber immerhin so viel: Die Produktion von Bladnoch soll verdoppelt werden (verglichen wohl zum anfänglichen Umfang unter dem vorigen Besitzer, der ja die letzten sechs oder sieben Jahre nicht mehr destilliert hat), und der geplante Blend aus der Destillerie soll „Pure Scot“ heißen.