Freitag, 02. Januar 2026, 21:53:14

Silver Trail Distillery in Kentucky durch Explosion zerstört – 2 Angestellte schwer verletzt

Fred Minnick berichtet in seinem Blog von einer schweren Explosion in der Silver Trail Distillery in Hardin, Kentucky. Durch ein „massives Versagen der Ausrüstung“, das eine Explosion zur Folge hatte, ist sie bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Zwei Angestellte der Destillerie, der zweite Brennmeister und sein Assistent, wurden bei dem Unglück schwer verletzt. Ein Video von der Brandruine ist auf WPSD-TV auf Facebook zu sehen.

Die Silver Trail Distillery ist in den USA für den dort in mehreren Variationen erzeugten Moonshine bekannt.

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Silver-Trail-Distillery

Whisky und Zigarren – Montecristo Open Master

Whisky und Zigarren, zwei Genussmittel die zusammen passen? Dieser Frage geht heute Benjamin Roscher in einem Gastbeitrag nach und testest die Kombination beider Produkte. Hier nun exklusiv seine zweite Verkostung – die erste ist auf seinem Blog www.notesofmalt.de zu finden.

Die Open Master ist eine Robusto im 50er Ringmaß aus dem Hause Monetcristo und stammt aus Kuba. Mit einer Länge von 124 mm wird die Rauchdauer mit 60 Minuten angegeben. Die Zigarre riecht süß und leicht hölzern, erinnert an eine Pralinenschachtel. Beim Anrauchen bemerkt man sofort die mild holzigen Aromen, mit Leder und Kaffee sowie einer Spur von Nüssen. Das Ganze wirkt sehr cremig und leicht. Also mal sehen, wie die ausgewählten Whisk(e)ys dazu passen.

Whiskey No. 1: Knappogue Castle, 40% Alkohol (Single Malt aus Irland)
Der Ire zeigt sich trotz des Zigarrenrauches sehr fruchtig und lebendig mit vielen süßen Aromen. Auf dem Gaumen gewinnen die holzigen Noten der Zigarre, die Frucht des Whiskeys gerät stark in den Hintergrund. Dazu kommen pfeffrige Gewürze auf. Der Abgang gehört dann wieder dem Single Malt: tropische Früchte, süßer Honig und etwas Vanille. Die Open Master unterstreicht mit Holz, Leder und Bitterschokolade.

Die Aromen sind sehr gegensätzlich, wissen aber besonders im Abgang zu überzeugen. Beide Produkte verlieren zwar ein wenig ihres jeweiligen Profils, dennoch kann man beide gemeinsam gut genießen. Insbesondere dann, wenn man das Wechselspiel der verschiedenen Eindrücke mag. 3/5 Sterne

Whiskey No. 2: Yellowstone Bourbon 40% Alkohol (Bourbon aus Kentucky, USA)
Die Nase bleibt erst einmal erstaunlich zurückbleibend, entfernter sind Karamell und Vanille wahrnehmbar. Der Zigarrenrauch beeinflusst den Whisky sehr stark, obwohl sie knapp 40cm weg liegt. Auf dem Gaumen vereint sich dann das gemeinsame Holzaroma, es entwickeln sich Tannine und Bitterkaramell. Zudem kribbelt die gemeinsame Würze im gesamten Mundraum, von der Süße ist gar nichts mehr zu spüren. Der Abgang ist geprägt von Pfeffer und Gewürznelken, auch hier scheint wieder die Bitterkeit durch.

Dieser Bourbon ist nicht der optimale Begleiter zur Open Master, die Bitterkeit verdrängt die wirklich schönen Aromen beider Produkte. 1/5 Sterne

Whisky No. 3: Glendronach 8 Jahre, 43% Alkohol, Whisky Manufaktur (Single Malt aus der schottischen Speyside)
In der Nase sind die Früchte sowie die würzigen Aromen des Single Malt weiterhin gut wahrnehmbar. Es erscheinen Milchschokolade und milder Kaffee, daneben frisch geerntete Tabakblätter. Auf dem Gaumen folgen Brombeeren und getrocknete Früchte, Nüsse, Tabak, Zimt und Espresso. Die Aromen der Open Master stehen diesem Whisky sehr gut und locken zudem trockene Holznoten hervor, ohne jedoch wirklich bitter zu wirken. Der Abgang ist relativ kurz und steht im Fokus von Gewürzen, eine leichte Süße hält sich im Hintergrund.

Der Glendronach harmoniert mit der Zigarre, beide Aromenprofile stehen für sich und ergänzen sich gegenseitig. Der Genuss ist einfach und schön. 4/5 Sterne

Range Open Master

Whisky No. 4: Glen Grant 22 Jahre, 50% Alkohol, Signatory Vintage (Single Malt aus der schottischen Speyside)
In der Nase erscheint der Whisky cremig und fruchtig, mit Zedernholz, frischen Äpfeln, Pfirsichen und leichten Zitrusfrüchten. Nach einer Weile gewinnt die Pfirsichnote die Oberhand. Auf dem Gaumen zeigt sich der Alkoholgehalt des Whiskys, er behauptet sich dadurch sehr gut gegen die Zigarre. Die Früchte spiegeln sich auch auf dem Gaumen wieder, allerdings ohne Süße, eher als würden sie in Holzfässern aufbewahrt. Daneben zeigen sich Vanille und milde Karamellbonbons, Tabak und Mandeln. Das Mundgefühl ist ziemlich trocken und angenehm würzig, der Abgang zeigt sich kräftig mit vielen Gewürzen, Nüssen, Malz und den Früchten der Nase. Das Holz der Zigarre unterstreicht den Abgang und verlängert ihn ein wenig.

Der Glen Grant passt wunderbar zur Open Master. Beide Produkte verlieren nicht zu sehr an Profil, ergänzen und harmonisieren. Sehr stark! 5/5 Sterne

Whisky No. 5: Glenfarclas 105, 10 Jahre, 60 % Alkohol (Single Malt aus der schottischen Speyside)
Die Nase zeigt vor allem Frucht und Süße, darunter Beerenfrüchte (Johannisbeeren, Brombeeren, Cranberrys). Daneben etwas Wiese im Morgentau und Getreide. Auf dem Gaumen entfalten sich diese Früchte vollkommen, die Zigarre steuert Zartbitterschokolade und Nüsse bei. Zusammen wirkt das, als ob getrocknete Beeren in hochwertiger Schokolade verarbeitet worden sind. Dahinter kommt ein zartes Zimtaroma, etwas Landbrot sowie Eichenholz. Im Abgang sind die Gewürze deutlich kräftiger, der Alkohol scheint durch und die Tannine wirken leicht bitter.

Nase und Gaumen zeigen sich hier gemeinsam sehr gut, der Abgang hingegen wirkt etwas alkoholisch, holzig und bitter. 3/5 Sterne

Whisky No. 6: Benromach Peat Smoke, 46 % Alkohol (rauchiger Single Malt aus der schottischen Speyside)
Zuerst Vanille und viele helle Früchte in der Nase, danach Honig und getrockneter Schinken, der Torfrauch hält sich dezent im Hintergrund und vereint sich dort mit dem Tabak. Auf dem Gaumen kommt dieser dann stärker durch, trotzdem sind vor allem Aromen von Vanille, Malz, Heu und Birnen spürbar. Daneben tauchen Karamell und Toffee auf. Tabak- und Torfrauch sind beide nur sehr leicht und schmecken wie getoastetes Weißbrot. Der Abgang dagegen wirkt deutlich phenolischer und leicht teerig, auch hier steuert die Zigarre einiges an Holz bei und verlängert damit den Abgang noch ein Stückchen. Dazu zeigen sich Aromen von Paranüssen, Kakao, Tabak und Muskat.

Der Benromach Peat Smoke verliert zwar ein wenig an Profil, wird aber an anderen Stellen wiederum vom Tabak unterstützt. Dieser rauchige Single Malt empfiehlt sich zur Open Master. 4/5 Sterne

Im Fazit passt die Montecristo Open Master zu Whiskys mit höherer Alkoholstärke, besonders überraschend war die Harmonie des getorften Benromach mit der Zigarre. Single Malts aus einem Sherryfass können harmonieren, bei zu starker Aromenähnlichkeit können allerdings bittere Fehlnoten aufkommen. Der Test war auf jeden Fall eine spannende Erfahrung!

Whisky im Bild: Es tut sich was bei Gartbreck

Vom letzten Wochenende stammt diese Aufnahme des italienischen SMILE Whisky Clubs, die wir hier mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen – sie zeigt, dass bei Gartbreck, der neuesten und neunten Destillerie auf Islay, schon einige Veränderungen stattgefunden haben. Nebengebäude sind entfernt, der Schutt ist zum Teil weggeräumt. Vergleichen Sie das Bild mit diesem hier, das etwas älter ist.

Alles deutet jetzt auf einen baldigen Baubeginn hin. Wir bleiben dran für Sie!

Bild: SMILE Whisky Club
Bild: SMILE Whisky Club

Deutsche Whiskyszene: „Bavarian Pure Pott Still Whiskey“ aus der Feinbrennerei Simon‘s

30 Whiskys, 7 Destillerien, 1 Mälzerei – und dafür genau 3 Tage Zeit: Die WhiskyTour 2015 führte unsere Gastautoren Simon Weiß von whiskyerlebnisse.de und Christian Schrade von Heart-of-the-Run.de an einem langen Wochenende zu den deutschen Whiskybrennern. Das Ziel: Eindrücke, Einblicke und Einsichten von in und über die deutsche Whiskyszene. Ihre Berichte (Text: Christian Schrade) und Bilder darüber bringen wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren auch auf Whiskyexperts. Heute: „Bavarian Pure Pott Still Whiskey“ aus der Feinbrennerei Simon‘s.

„Man darf das alles nicht so fanatisch betrachten. Das passt nicht zum Whiskymachen.“ Diese Aussage macht uns Severin Simon von Anfang an sympathisch. Was ist Whisky? Was darf sich Whisky nennen? Und wer entscheidet das eigentlich? Gerade in Deutschland gibt es darüber teils heftige Kontroversen. Insbesondere, wenn es um Whisky aus dem eigenen Land geht. Während wir uns in der Frühlingssonne unterhalten, mit Blick auf seinen Hof und den Weinhang, den Simon bewirtschaftet, wird uns schnell klar – in die Diskussion steigt der Whiskeybrenner gar nicht erst ein. „Letztendlich geht es doch darum, ein gutes Produkt zu machen. Und wenn es den Leuten schmeckt, dann ist doch eigentlich alles gesagt, oder?“

Dram in der Sonne: Simon Weiß und Severin Simon (v. l.). Foto: Christian Schrade
Dram in der Sonne: Simon Weiß und Severin Simon (v. l.). Foto: Christian Schrade

Das Produkt bei Simon‘s, das ist ein Whiskey. Mit e. Eigentlich ungewöhnlich für einen deutschen Gerstenbrand. „Das kommt daher, dass wir uns eher an der irischen Tradition orientieren, zumindest, was die Rohstoffe angeht“, erklärt Simon. Sein Whiskey wird aus gemälzter und ungemälzter Gerste hergestellt, so wie man es von den Destillaten der grünen Insel her kennt. Und da die Iren sich als Alleinstellungsmerkmal für ihren Whisk-E-y irgendwann das zusätzliche „e“ gegönnt haben, steht es jetzt auch bei Simon auf den Flaschen. Etwa 70 Prozent ungemälzte Gerste machen seinen „Bavarian Pure Pott Still Whiskey“ dann auch recht weich und rund – so wie man es eben von einem Pure Pot Still her gewohnt ist. Ob das zusätzliche „t“ ein Druckfehler ist oder Absicht, wie bei den Iren, das bleibt offen. Unverwechselbar macht es seinen Whiskey in jedem Fall.

Feines Paket: Whiskey und Rum aus der Feinbrennerei Simon's. Foto: Simon Weiß
Feines Paket: Whiskey und Rum aus der Feinbrennerei Simon’s. Foto: Simon Weiß

Wobei es Simon nicht allein um Abgrenzung geht, ganz im Gegenteil. Um neue Whisky-Kreationen zu schaffen, holt sich der Brenner auch schon mal Hilfe von seinen Kollegen aus der Gegend. „Wir kooperieren hier seit einigen Jahren sehr erfolgreich“, berichtet Simon. 13 Whiskybrenner sind sie inzwischen, die meisten davon kleine „Abfindungsbrenner“, die pro Jahr nur 300 Liter Alkohol produzieren – was etwa zwei Fässern Whisky entspricht. Das Ergebnis dieser kleinen Kooperative im Kahlgrund – so nennt sich die Gegend um den Fluss Kahl herum: ein eigener, regionaler Blended Whisky. Simons Whiskey macht darin den größten Anteil aus, das Mischungsverhältnis tüftelten die Brenner in mühsamer Arbeit gemeinsam mit der deutschen Whiskykennerin Julia Nourney aus. „Außerdem bieten wir alle gemeinsam einmal im Jahr eine Art Tag der offenen Tür bei uns Brennern an. Da kommen bis zu 20.000 Besucher zu uns in den Kahlgrund“, berichtet Simon mit bodenständigem Stolz. Der nächste Aktionstag am letzten Sonntag im Oktober sei bereits in der Planung, erklärt der Whiskymacher – mit Touren, Show-Destillation, Verkostungen und Genussprogramm. Ein richtiges regionales Whiskyfestival. Wer hätte das hier erwartet, direkt an der hessisch-bayerischen Grenze, unweit von Hanau bei Frankfurt.

Mehr Whiskey seit 2012: Severin Simon und Christian Schrade (v. l.) vor der neuen Brennanlage. Foto: Simon Weiß
Mehr Whiskey seit 2012: Severin Simon und Christian Schrade (v. l.) vor der neuen Brennanlage. Foto: Simon Weiß

Regional bleiben – das ist Severin Simons Devise. „Wir versuchen hier, möglichst viel selbst zu machen und eben nicht von weit weg hinzuzukaufen“, sagt Simon. Eine eigene Wasserquelle für den Whisky, die Brennblase wird mit Holzscheiten aus der Region befeuert. „Nur eben fanatisch darf man das nicht sehen“, wiederholt der Whiskeybrenner. Dass er für die Reifung seines Whiskeys neue Fässer aus deutscher Spessarteiche verwendet, ist daher für ihn auch keine geografische Entscheidung. „Das gibt unserem recht weichen New Make einen gewissen Pepp“, sagt Simon. Klar, dass bei einem Weingut auch Weinfässer im Spiel sind, wenn es um die Holzfasslagerung geht. „Zu 90 Prozent sind das dann Rotweinfässer, Fässer mit Weißweinvorbelegung verwenden wir für den Whiskey recht selten.“ Und der würzig-harzige Nachhall, den man in seinem „Pure Pott Still“ schmecken kann? „Der kommt von den Akazienfässern, in denen auch ein kleiner Teil unseres Whiskeys für wenige Monate reift.“ Wieder so eine für Whiskymacher nicht alltägliche Entscheidung. Schmeckt aber, wie wir finden, wenn auch zunächst etwas ungewohnt auf der Zunge. Und was ist mit Sherryfässern? „Die verwenden wir eigentlich nicht für unseren Whiskey, passt nicht zur Linie. Dafür tun die aber unserem Rum recht gut“, ergänzt Simon, während wir uns bereits die neue Brennanlage der Destillerie anschauen.

„Die haben wir 2012 eingebaut“, berichtet Simon. Seitdem wird auch wesentlich mehr Whiskey produziert als in der Anfangszeit. Die liegt für einen deutschen Whiskybrenner schon recht weit zurück. Anfang der 1990er startete Simon die Destillation aus Getreidemaische. Mehr als 100 Jahre, nachdem sein Ur-Urgroßvater damit begonnen hatte, auf einer kleinen Abfindungsanlage zu brennen. Der alte Mann auf der Whiskyflasche, der ist also keine Werbefigur erfahren wir. Wenn der wüsste, was inzwischen aus der Brennerei geworden ist, wäre er sicher stolz, mutmaßen wir. Zumal so viel in Eigenregie auf dem Hof entsteht.

Gäste können hier bald guten Whiskey angeln: Die Fischbecken sollen zu Warehouses umgebaut werden. Foto: Simon Weiß
Gäste können hier bald guten Whiskey angeln: Die Fischbecken sollen zu Warehouses umgebaut werden. Foto: Simon Weiß

„Es ist einfach immer viel zu tun, da dauern Projekte auch mal länger“, gesteht Simon ein. Nicht schlimm, finden wir. Auch Whisky braucht seine Zeit für die Reifung. Die soll demnächst dort stattfinden, wo jetzt noch Fische im Kreis schwimmen. „Die alten Becken sind fünf Meter tief, ideal, um darin Fässer zu stapeln“, erklärt Simon mit einer gewissen Vorfreude in der Stimme. „Im Dach wird es ein begehbares Glasfenster geben, um auch von oben reingucken zu können.“ Wann es damit losgeht? Dauert noch ein bisschen, wiegelt Simon ab. Jetzt geht es erst einmal auf den eigenen Stand auf der Landesgartenschau – 87 Tage lang Werbung für seine Brennerei. Whiskymachen braucht eben seine Zeit.

Fèis Ìle 2015: Das Programm

Während heute die Whisky Fair in Limburg beginnt (wir wünschen allen Maltheads viel Vergnügen), gibt es jetzt einen wirklich bequemen Service für Whiskyfreunde, die Ende Mai nach Islay fahren: Das gesamte Programm des Islay Festival of Music and Malt 2015 ist nun online auf dieser Site abrufbar, inklusive aller Öffnungszeiten der verschiedenen Destillerien und deren Programm. Wer also plant, das Festival zwischen dem 23. und 30. Mai zu besuchen, findet hier alle Informationen auf einen Blick und an einer Stelle.

Tickets für die einzelnen Veranstaltungen sind bequem von hier aus zu buchen.

Loch Indaal von Port Charlotte aus gesehen. Bild von Calum Hutchinson, Public Domain
Loch Indaal von Port Charlotte aus gesehen. Bild von Calum Hutchinson, Public Domain

Serge verkostet: Glen Spey

Glen Spey. In kaum einer Whiskysammlung wird man Unmengen davon finden, und kaum einer wird davon erzählen, Dutzende Whiskys aus dieser Speyside-Destillerie gekostet zu haben. Auch Serge Valentin bringt es laut eigenen Angaben auf kaum 30 davon, und in seiner Verkostung heute fügt er einige mehr dazu – ohne aber in Jubel über den Geschmack auszubrechen:

  • Glen Spey 2002/2014 (46%, Spirit & Cask Range, refill butt, cask #10150, 298 bottles): 82 Punkte
  • Glen Spey 22 yo 1991/2014 (46%, Coopers Choice, Port finish, cask #6459, 300 bottles): 78 Punkte
  • Glen Spey 20 yo 1991/2012 (48.7%, A.D. Rattray, bourbon hogshead, cask #800860, 256 bottles): 79 Punkte
  • Glen Spey 26 yo 1988/2014 (43.6%, Maltbarn, bourbon, 101 bottles): 85 Punkte
Destillerie Glen Spey.  Bildrechte bei Lars Pechmann.
Destillerie Glen Spey. Bildrechte bei Lars Pechmann.

Video: Neue Glenfiddich-Filme

In der neuen Werbekampagne, die dieser Tage veröffentlicht wurde, versucht sich Glenfiddich ein rebellischeres Image zu geben. Die Kampagne erzählt Meilensteine der Geschichte der größten Destillerie Schottlands, und sie tut dies mit sehr kraftvollen Bildern. Im ersten Clip „Die Glorreichen 10“, wird die Gründung von Glenfiddich gezeigt (Nachtrag: Es scheint, als hätte Glenfiddich das erste Video im Lauf des Vormittags vom Server zurückgezogen):

https://www.youtube.com/watch?v=cDkcrvF2OWI

Film Nummer 2 beschreibt, wie im Jahr 1963 der Single Malt in die USA exportiert wird:

Glina Whisky plant größte Destillerie Ostdeutschlands

Nach einem Bericht der Potsdamer Neueste Nachrichten plant die in Werder an der Havel gelegene Destillerie Glina einen Ausbau zur Verzehnfachung der Kapazität der Brennerei. Michael Schulz will dazu eine 35 x 18 Meter große Halle errichten. Hier ein Auszug aus dem Artikel:

Die neue Halle entsteht gleich neben dem Hofladen mit Restaurant, hat große Fenster und liegt direkt neben den eigenen Getreidefeldern. Die Besucher des Siedlerhofes, zu dem die Destillerie gehört, sollen künftig erleben können, wie das Getreide geschrotet und mit Wasser zu Maische vermengt wird, dann destilliert, gelagert und schließlich nach mehreren Jahren abgefüllt wird. Rund eine Million Euro investiert Michael Schultz dafür. Drei Jahre hat die Planung gedauert, eigentlich sollte die neue Halle schon im Vorjahr gebaut werden. Doch da das Brennen von Whisky nicht als landwirtschaftliche Tätigkeit zählt, musste erst ein Bebauungsplan aufgelegt werden, um im Außenbereich neben dem Siedlerhof zu bauen.

Auch der weitere Ausbau, der nochmals 1.5 Millionen Euro kosten soll, ist im Artikel beschrieben.

Bild: Glina-Whisky
Bild: Glina-Whisky

Der coolste Look: Whisky-Sonnenbrillen

Man muss kein hardcore Whiskyfreak sein, um diese Sonnenbrillen cool zu finden: Auf imgur haben wir einen Beitrag gefunden der zeigt, wie man aus dem Holz eines Whiskyfasses einen Rahmen für Sonnenbrillen herstellen kann.

Das nötige handwerkliche Geschick und das entsprechende Werkzeug vorausgesetzt, sollte die Anleitung in Bildern genügen, um das Projekt nachmachen zu können. Einer modischen Laphroaig- oder Springbank-Brille steht also nichts mehr im Wege…

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Bild: copilotstudios

 

Deutsche Whiskyszene: Aureum – der Whisky der Brennerei Ziegler

30 Whiskys, 7 Destillerien, 1 Mälzerei – und dafür genau 3 Tage Zeit: Die WhiskyTour 2015 führte unsere Gastautoren Simon Weiß von whiskyerlebnisse.de und Christian Schrade von Heart-of-the-Run.de an einem langen Wochenende zu den deutschen Whiskybrennern. Das Ziel: Eindrücke, Einblicke und Einsichten von in und über die deutsche Whiskyszene. Ihre Berichte (Text: Christian Schrade) und Bilder darüber bringen wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren auch auf Whiskyexperts. Heute: Aureum – der Whisky der Brennerei Ziegler

Der Fasskeller liegt hier in den oberen Etagen. Weniger Meter vom modernen Lastenaufzug entfernt, geht es von der kleinen Produktionsetage durch eine weiße Tür ins Heiligtum der Brennerei Ziegler. Wer das sehen will, der muss zunächst den Kopf einziehen, um sich nicht am steinernen Deckenbalken zu stoßen. Während wir die Treppen in den dunklen, feuchten Raum hinuntergehen, steigt uns ein sonderbarer Geruch in die Nase. Ein moderig-feuchter Duft kommt uns von den nassen, schwarzen Steinwänden entgehen. Dazwischen umströmen süßlich-fruchtige Aromen unsere Nasen. Typische Warehouse-Atmosphäre eben.

500 Liter flüssiges Gold pro Fass: Brennmeister Jürgen Marré, Simon Weiß und Destillateur Pascal Marré im Fass-"Keller". Foto: Christian Schrade
500 Liter flüssiges Gold pro Fass: Brennmeister Jürgen Marré, Simon Weiß und Destillateur Pascal Marré im Fass-„Keller“. Foto: Christian Schrade

Während wir die großen Sherry- und Portweinfässer bestaunen, erklären uns Jürgen und Pascal Marré, wie darin elementare Bestandteile ihres Whiskys heranreifen. Aureum heißt ihr Produkt, bezogen auf die lateinische Bezeichnung für „golden“. So sieht der Whisky nachher im Glas aber nur aus, wenn er lange genug in den Holzfässern verweilte. Denn: Zuckerkulör, also geschmacksneutraler Lebensmittelfarbstoff, um ein einheitliches Aussehen zu gewährleisten, das kommt bei Aureum nicht in die Flasche. Stattdessen muss sich der Whisky seine Farbe durch den Kontakt mit dem Holz im Fass „erarbeiten“. Je größer das Fass, desto mehr Volumen hat es im Vergleich zur Holzoberfläche. Will heißen: Größere Fässer reifen langsamer. Kein Wunder, das die rund 500 Liter fassenden Behältnisse um uns herum schon fünf Jahre oder länger Whisky beherrbergen.

Bis unter die Decke gestapelt: 800 Fässer und nur noch wenig Platz. Neue Lagermöglichkeiten werden gerade gesucht. Foto: Simon Weiß
Bis unter die Decke gestapelt: 800 Fässer und nur noch wenig Platz. Neue Lagermöglichkeiten werden gerade gesucht.
Foto: Simon Weiß

Was wir uns nur fragen: Wie kommen die großen Brocken denn hier runter in den engen Lagerraum, hinter dessen Wänden sich gleich das angrenzende Erdreich des Hangs befindet, an dem die Gebäude der Destillerie erbaut wurden. Mit einer Mischung aus Lachen und Seufzer deutet Destillateur Pascal Marré auf den linken unteren Rand des Türrahmens. Dort fehlen bereits einige Steine, die eine Fassrundung erkennen lassen. Neue Fässer einlagern – das geht bei Aureum also mit Türrahmen ausbauen und viel Muskelkraft einher. Zusammengefasst: „Fassmanagement ist bei uns brutal aufwendig“, erklärt Jürgen Marré. Natürlich liegt das auch daran, dass der Whisky von Aureum in mehreren Lagerräumen entlang der Brennereigebäude reift. Teils sogar auf der anderen Seite des Mains, der nur wenige Meter von der Destillerie entfernt durch den kleinen Ort Freudenberg fließt.

Um 15.000 Flaschen Aureum pro Jahr abzufüllen, müssen also einige der inzwischen 800 Fässer durch die sehr engen Keller und Hochlager bewegt werden. Zusätzliches Krafttraining brauchen die Mitarbeiter da nicht mehr. Je nach Abfüllung reift der Whisky zunächst jeweils ein Jahr in neuen Fässern aus Allier-Eiche. Das gleiche Destillat wird parallel in neue Kastanienfässer eingelagert. In Liebhaberkreisen ist genau das eines der „Alleinstellungsmerkmale“ von Aureum. Ein Cuvée oder Verschnitt aus diesen beiden Fassarten wird dann anschließend zur Endreifung in andere Fässer umgelagert. Welche dafür ausgewählt werden, ist die große Kunst des Whiskymachens, kommen doch nachher rund zwei Drittel des Geschmacks aus der Holzfassreifung.

Whisky mit Eis? Kann zumindest eine Notlösung sein, wenn er viel zu warm serviert wird. Jürgen Marré und Christian Schrade im Gespräch. Foto: Simon Weiß
Whisky mit Eis? Kann zumindest eine Notlösung sein, wenn er viel zu warm serviert wird. Jürgen Marré und Christian Schrade im Gespräch. Foto: Simon Weiß

Je besser das Fass, desto besser auch der Whisky – etwas vereinfacht zwar, aber so kann man es auf den Punkt bringen. Das richtige Holz auszuwählen braucht Erfahrung und ein glückliches Händchen bei der Beschaffung. Gute Fässer sind zurzeit teuer und rar. Auf Expertise und gute Kontakte ist man bei Ziegler durchaus stolz, das merkt man im Gespräch mit Jürgen und Pascal Marré. Natürlich hat man es durch das Mutterunternehmen WeinWolf beziehungsweise dessen Mutterkonzern, den Wein-Riesen Hawesko, einfacher, an herausragende Fässer für die Whiskyreifung zu gelangen. Besonders zum Vorschein kommt das bei den limitierten Sonder-Abfüllungen, wie bei dem inzwischen vergriffenen Single Malt Whisky, der seit 2008 sechs Jahre lang in Fässern des weltbekannten Weingutes Château d’Yquem lagerte. 809 Flaschen waren da schnell ausverkauft.

Zum Glück ist Nachschub in Sicht, verrät uns Jürgen Marré, während wir uns auf ein paar ausgewählte Proben Aureum in die schweren, braunen Ledersessel neben einer der Brennblasen im Destillations- und Verkostungsraum setzen. Natürlich baut die Brennerei Ziegler auch beim Nachfolger der Sonder-Edition auf Weinfässer mit Weltruhm. Dieses Mal stammen sie aus dem Château Lafite-Rothschild in der Nähe von Bordeaux. Um die 800 Flaschen wird es davon geben, wahrscheinlich mit 47 % vol., damit man den Whisky nicht kühlzufiltrieren braucht. Ab diesem Prozentsatz wirkt der Alkohol als natürliches Anti-Trübungsmittel. So behält der Whisky seinen klaren Charakter, auch wenn er mal etwas kühler wird.

Zu viel Wärme, das ist sowieso keine gute Sache, findet Jürgen Marré. 16 Grad Celsius, das ist seine optimale Trinktemperatur für einen guten Whisky. Da kann man im Notfall auch mal mit einem Eiswürfel nachhelfen, wenn man einen viel zu warmen Dram serviert bekommt, rät Marré. Aufgewärmte Nosinggläser, ähnlich wie die heiße Tasse beim Espresso? „Quatsch. Da kommt der Whisky gar nicht zur Geltung“, wiegelt Marré ab. Man sollte sich beim Whisky eben nicht an kurzlebigen Trends orientieren, rät der Senior-Brennmeister.

Hier wird Aureum destilliert: Die Anlage der Brennerei Ziegler, zwei zusätzliche Brennblasen passen nicht mehr mit aufs Bild. Foto: Simon Weiß
Hier wird Aureum destilliert: Die Anlage der Brennerei Ziegler, zwei zusätzliche Brennblasen passen nicht mehr mit aufs Bild. Foto: Simon Weiß

Wer sich erfolgreich eine Jahrgangs-Range aufbauen will, wie man es bei Aureum vor hat, der sollte sowieso nicht in Jahren denken, sondern besser in Jahrzehnten, lässt Marré seinen Anspruch durchblicken. Und der ist hoch in Freudenberg: Es gehe nicht darum, irgendeinen guten deutschen Whisky zu brennen. Ziel ist es, einen Spitzenwhisky zu kreieren, der es mit anderen Top-Destillaten auf internationaler Ebene aufnehmen kann. „Wir dürfen uns nicht zu sehr auf regionale Grenzen konzentrieren. Solange der Whisky wirklich gut gemacht ist, kann es doch egal sein, aus welchem Land der kommt.“

Bruichladdich: Master Distiller Jim McEwan geht im Juli in Pension!

Paukenschlag aus der Bruichladdich-Destillerie: Master Distiller Jim McEwan wird im Juli dieses Jahres in Pension gehen. Mehr als 52 Jahre hat er im Whiskybusiness gearbeitet, und der Name Bruichladdich ist untrennbar mit ihm verknüpft.

Der Abschied kommt deshalb ziemlich überraschend, weil Jim im Jahr 2013 noch bekanntgegeben hat, weitere drei Jahre bei Bruichladdich zu bleiben (wir berichteten hier) – seine Pensionierung wäre demnach erst 2016 fällig gewesen. Wer ihm als Master Distiller nachfolgt, verrät der Eintrag auf der Bruichladdich Website nicht offiziell, aber Jim erwähnt in seinem Dankesstatement Adam Hannet, wie uns unser Leser morris hinweist – und was nun auch von The Spirits Business bestätigt wird.

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Serge verkostet: Lagavulin 16 und Lagavulin DE

Zwei fast überall erhältliche Standardabfüllungen von Lagavulin sind heute die Kandidaten in einer Verkostung von Serge Valentin – reichlich ungewöhnlich, wo doch sonst meist irgendetwas Exotisches oder Altes dabei ist. Aber uns soll es recht sein, hat diese Verkostung doch dadurch mehr Relevanz. Der Lagavulin 16 aus dem Vorjahr und die Distillers Edition 2014 stellen sich dem Urteil – und beide schneiden dabei gut ab:

  • Lagavulin 16 yo (43%, OB, +/- 2014): 90 Punkte
  • Lagavulin 1998/2014 ‚Distillers Edition‘ (43%, OB, lgv 4/503): 88 Punkte
Die Destillerie Lagavulin. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Die Destillerie Lagavulin. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.

Whisky Fair Rhein Ruhr: Der Video-Nachbericht

Gestern am Abend ging es online: Ein fast 15minütiges Video von der Whisky Fair Rhein Ruhr, die am 11. und 12. April stattgefunden hat, ist nun auf Youtube zu sehen – und natürlich auch bei uns. Viel Vergnügen (und einen Blick auf unseren Stand gibt es übrigens gleich am Anfang im Hintergrund auch).

Deutsche Whiskyszene: Fränkischer Whisky aus dem Weingut Mößlein

30 Whiskys, 7 Destillerien, 1 Mälzerei – und dafür genau 3 Tage Zeit: Die WhiskyTour 2015 führte unsere Gastautoren Simon Weiß von whiskyerlebnisse.de und Christian Schrade von Heart-of-the-Run.de an einem langen Wochenende zu den deutschen Whiskybrennern. Das Ziel: Eindrücke, Einblicke und Einsichten von in und über die deutsche Whiskyszene. Ihre Berichte (Text: Christian Schrade) und Bilder darüber bringen wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren auch auf Whiskyexperts. Heute: Eindrücke über Fränkischen Whisky aus dem Weingut Mößlein.

Optisch unterscheidet sich das Highlight des Nachmittags von außen kaum von seinen Nachbarn. Innen aber ist Fass Nummer 1 den beiden anderen Eichenholzbehältnissen weit voraus. Darin schlummert seit fast zehn Jahren der bisher älteste Whisky des Weingutes Mößlein. Während uns Noten von Backpflaume, cremiger, dunkler Schokolade, Rosinen und ein dezent würziger Nachhall von Tabak den Gaumen hinunter gleiten, lauschen wir schmunzelnd der Geschichte dieses Whiskys, die uns Seniorchef Reiner Mößlein im niedrigen Gewölbekeller aus Sandstein gerade im übertragenen Sinn ins Glas füllt. Winzer und Whiskybrenner Mößlein kann uns zwar ganz genau sagen, welchen Inhalt alle anderen Fässer haben – und das bis auf die Nachkommastelle genau, wenn es zum Beispiel um die prozentuale Zusammensetzung der Getreidemischung geht. Ein kurzer Blick ins handgeschriebene Fasslagerbuch reicht da aus. Beim ersten Fass allerdings, da bleibt er vage. Dass er darüber wenig erzählen kann, das ist ein kleiner Glücksfall. „Das Fass haben wir 2006 abgefüllt und hat uns von Anfang an nicht richtig gefallen“, erzählt Mößlein. Eigentlich war der zukünftige Whisky fast schon beim Monopol, also auf dem Weg, als Steuerabgabe zu Industriealkohol verarbeitet zu werden. „Und dann haben wir das Fass einfach vergessen.“ So schön kann manchmal ein Versehen sein.
Links Single Malt, rechts Grain Whisky: beide in Rotweinfässern gereift und fünf Jahre alt. Foto: Simon Weiß
Links Single Malt, rechts Grain Whisky: beide in Rotweinfässern gereift und fünf Jahre alt. Foto: Simon Weiß

Womit das Fass vorher belegt war, kann er nicht mehr genau sagen. „Da waren wir mit den Aufzeichnungen noch nicht so genau.“ Das hat sich jetzt aber fundamental geändert. In der Abfindungsbrennerei kommen jährlich aktuell zwei Fässer zum Bestand hinzu. Mehr ist brennrechtlich nicht erlaubt. Maximal 300 Liter reiner Alkohol ergeben bei Mößlein umgerechnet 1.000 Flaschen Whisky. Über den Daumen gepeilt. So kamen in den vergangenen Jahren bisher 18 Fässer zusammen, die im Gewölbekeller und im benachbarten Brennereigebäude direkt neben dem 2010 neu gebauten Shop und Verkostungsraum lagern. Die Gemeinsamkeit bei allen Fässern: In allen lagerte vorher Rotwein – aus eigener Produktion. Seit 1976 wird bei Mößleins Wein angebaut, die Whiskybrennerei gibt es seit 1996. Nächstes Jahr wird 20. Jubiläum gefeiert. „Da füllen wir auch wieder etwas Besonderes ab“, ist sich der Master Distiller sicher. Zum Weinbau kommen noch etwa 25 Hektar eigene Landwirtschaft, vor allem, um Weizen für die Whiskyproduktion anzubauen. Der kommt dann neben etwas Gerste wegen der darin enthaltenen, für die Gärung notwendigen Enzyme in den fünf Jahre alten Grain Whisky. Zusammen mit dem Single Malt sind das die beiden Zugpferde für Mößleins „Fränkischen Whisky“.

Rotwein und Rauch, passt das zusammen? Christian Schrade und Reiner Mößlein im Gespräch (v . l.). Foto: Simon Weiß
Rotwein und Rauch, passt das zusammen? Christian Schrade und Reiner Mößlein im Gespräch (v . l.). Foto: Simon Weiß

Mehrere Fässer werden hier in Zeilitzheim bisher nicht zu Whisky verschnitten. „Bei uns gibt es ausschließlich Einzelfassabfüllungen“, erklärt Mößlein. Für Kenner eine wichtige Information, die aber auf den Etiketten noch nicht zum Vorschein kommt. Dass dem Whisky kein Farbstoff hinzugefügt wird, ist für den Whiskymacher selbstverständlich. Bei diesen Holzfässern braucht es den ehrlich gesagt auch nicht. Nach fünf Jahren hat das Endprodukt einen extrem dunklen, fast schon rotweinfarbenen Schimmer. Nur kühlfiltriert ist der Whisky. Um Trübungen zu vermeiden, wenn das Destillat etwas kälter ist, erklärt Mößlein. Bei der Fassprobe im Keller begeistert uns besonders der Whisky aus ungarischen Eichenfässern, die Mößlein durch einen guten Partner bezieht. Sicher braucht der noch etwas, hat aber schon nach vier Jahren eine intensiv fruchtige Note. Ganz deutlich: Banane und Schokolade. Eine tolle Mischung. Was Mößlein im Keller noch fehlt, sagt er, während er die nächste Probe einschenkt, ist ein rauchiger Whisky. Das Malz ist schon bestellt, kräftig krachen soll es dann später im Glas. Und auch Sherry- und Port-Finishes seien eventuell eine Überlegung wert, macht sich Mößlein Gedanken.

Der braucht noch Zeit (links ein Jahr altes Destillat, rechts zwei Jahre alt). Intensiv fruchtig ist er aber schon, mit einer tollen Bananennote. Foto: Christian Schrade
Der braucht noch Zeit (links ein Jahr altes Destillat, rechts zwei Jahre alt). Intensiv fruchtig ist er aber schon, mit einer tollen Bananennote. Foto: Christian Schrade

Inzwischen sind wir wieder bei Fass Nummer 1 angekommen – der Backpflaume mit dem Tabak-Touch. Ob der Whisky jetzt tatsächlich nächstes Jahr als 10-jährige Jubiläums-Edition auf den Markt kommt, das ist noch nicht ganz sicher. Reif zur Abfüllung ist er allemal. Möglicherweise, so überlegen wir alle drei, wäre er sogar als erste Fassstärken-Abfüllung des Familienbetriebes geeignet. Ob das so kommt, das weiß nur Reiner Mößlein. „Jedes Fass ist ein neues Abenteuer für uns“, sagt der. Seit dem sein Sohn Martin vor kurzem den Betrieb übernommen hat, bleibt jetzt mehr Zeit für Experimente. „Und die machen das Whiskybrennen ja erst so spannend“, sagt der Seniorchef. Da stimmen wir zu, und sind besonders auf die Ergebnisse des Rotwein-Rauch-Experimentes gespannt. Die Mischung klingt ungewöhnlich. Rotwein und Rauch – warum nicht?

Die Fässer lagern im Gewöblekeller des Weinguts. Regelmäßige Proben sind Voraussetzung dafür, einen guten Whisky zu kreieren. Foto: Simon Weiß
Die Fässer lagern im Gewöblekeller des Weinguts. Regelmäßige Proben sind Voraussetzung dafür, einen guten Whisky zu kreieren. Foto: Simon Weiß