Ein ganz besonderes Fass konnte gestern in der Jim Beam Distillery in Clermont, Kentucky befüllt werden. Wie auf Whiskycast zu lesen, befüllte Master Distiller Fred Noe gemeinsam mit dem Gouverneur von Kentucky, Matt Bevin, das 14 millionste Bourbon Barrel, seit nach dem Ende der Prohibition 1933 Colonel Jim Beam seine erste Brennerei in Kentucky eröffnete. Dieses Barrel wird nun für alle Zeit, unabhängig davon wie sich der darin befindende Whiskey entwickelt, im Rackhouse D ausgestellt, welches während einer Destillerie-Führung besichtigt werden kann.
Erst vor zwei Jahren konnte das 13 millionste Fass gezählt werden – ein Indiz für den Boom des Bourbons.
Über die große Nachfrage nach Whisky aus Japan müsste mittlerweile in jeder Zeitung und Zeitschrift etwas zu lesen gewesen sein. Das Handelsblatt zeigt in ihrem gestrigen Artikel allerdings einen neuen Aspekt auf. Die japanischen Whiskyhersteller können ihren Bedarf an Gerste und Gerstenmalz nicht auf dem heimischen Markt decken. Vielmehr ist Japan weltweit derzeit der viertgrößte Importeur von Gerste und der zweitgrößte Käufer von Gerstenmalz. Für japanische Reisbauern könnte dies eine neue Möglichkeit bieten. Sie haben im Moment mit einem sinkenden Reiskonsum in Japan zu kämpfen. Einige Reisbauern haben begonnen, Gerste statt wie bisher Reis anzubauen, um damit die Umsatzeinbußen kompensieren zu können.
Auch bei unseren östlichen Nachbarn gibt es natürlich Whiskyfestivals – so zum Beispiel jenes in Bratislava, das Mitte April stattgefunden hat. Dort waren nicht nur viele internationale Aussteller vertreten, sondern auch Jim Murray mit seinem dort schon traditionellen Tasting.
Einen kleinen Eindruck vom Whisky Fest Bratislava gibt der vor wenigen Tagen auf Facebook veröffentlichte Film von Rene Mikan. Einige unserer österreichischen Leser waren ja selbst vor Ort – für sie ist es eine schöne Erinnerung. Viel Vergnügen mit den folgenden vier Minuten bei uns oder auf Youtube…
Single Malts, die ohne Zusatz von Grain geblendet werden, nannte man früher vatted malts. Heute werden sie als blended malts bezeichnet, für Laien manchmal etwas schwer von Blends zu unterscheiden (die einen gewissen Anteil an Grain Whisky enthalten). Dementsprechend schwer ist es auch für sie, sich am Markt einen Platz zu erobern.
Serge Valentin hat heute blended malts verkostet, sechs an der Zahl, und sie bekommen bei Serge durchwegs gute Noten, bis auf einen von Douglas Laing, der eher ein Ausrutscher zu sein scheint – denn der andere ist wieder gut bewertet. Herausragend ein Clan Denny, ein preiswerter blended malt, der 90 Punkte erhält – ebenfalls von Douglas Laing:
Older than Old (46.5%, Eiling Lim, blended malt, 2015): 89 Punkte
Rìgh Seumas II 8 yo 2007/2015 (46%, Murray McDavid, blended malt, 1298 bottles): 86 Punkte
Bowmore & Craigellachie (46%, Douglas Laing, Double Barrel, +/-2016): 65 Punkte
Ardbeg & Craigellachie (46%, Douglas Laing, Double Barrel, +/-2016): 89 Punkte
Clan Denny Islay (46.5%, Douglas Laing, blended malt, +/-2015): 90 Punkte
Coinninch 20 yo 1995/2015 (46%, Murray McDavid, blended malt, 250 bottles): 83 Punkte
Ab morgen wird ein Teil unseres Büros nach Islay übersiedeln: Von Dienstag bis Donnerstag werden wir unsere Zelte auf der bekanntesten schottischen Whiskyinsel aufschlagen. Wir werden auf Einladung von Diageo die Destillerien Lagavulin und Caol Ila sowie die Port Ellen Maltings besuchen und von dort für Sie berichten.
Auch von Caol Ila werden wir berichten. Bild: Lars Pechmann
Während wir natürlich unsere gewohnte tagesaktuelle Berichterstattung weiterführen werden, möchten wir Sie auch über unseren Besuch so aktuell wie möglich informieren. In welcher Form, das wird dort die vorhandene Netz-Infrastruktur weisen – wir sind jedenfalls mit der passenden Gerätschaft für Text-, Bild- und Videoberichterstattung ausgerüstet und können vielleicht jeweils vor Ort, hoffentlich aber zumindest abends zusammenfassend von den Tagesereignissen berichten.
Wir freuen uns darauf, unsere Eindrücke mit Ihnen teilen zu können!
Bild: Die Destillerie Lagavulin. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Wie schon hier von uns berichtet, wurde Ende März ein neuer Slyrs 12yo angekündigt – und heute war der zum zweiten Mal als Event gestaltete Erstverkaufstag des neuen Batches. Nicht in der Destillerie, die wird gerade umgebaut, sondern ganz in der Nähe, auf dem Gelände der LANTENHAMMER Erlebnisdestillerie.
1500 Flaschen gab es zu kaufen, jede einzelne zum stolzen Preis von 199,90 Euro. Heute dürfte der Andrang ähnlich groß wie im Vorjahr gewesen sein. Laut einem Bericht auf Merkur.de waren schon gestern Leute mit dem Wohnmobil angereist, um unter den ersten 1490 Käufern sein zu können (die letzten 10 Flaschen wurden unter den übrigen Kaufwilligen verlost). Gegen 14 Uhr, so der Bericht, war jede einzelne Flasche an den Mann gebracht. Hochgerechneter Umsatz: 300.000 Euro.
Hier noch die offiziellen Tasting Notes des neuen Zwölfjährigen:
Nase:Dunkles Holz, reife bis überreife Trockenfrüchte, wunderbares Vanille-Aroma und eine leichte Toffeenote.
Geschmack: am Anfang intensiv und würzig, Noten von Nelke & Muskat, intensiv nach Eichenholz, schön cremig und mundfüllend.
Nachklang:nussig-cremig, wunderbar intensiv und lang, besonders weich.
Manchmal stolpert man bei der Suche nach einem passenden Sonntagsvideo über einen Film, der einem Zurückhaltung in der Verwendung von Superlativen abverlangt, denn er ist so schön und außergewöhnlich, dass man sie in Massen verwenden möchte. So einer ist unser heutiger Beitrag.
„Wild Scotland“ ist der Gewinner des New York City Drone Film Festivals, und wenn Sie die vier Minuten des Films gesehen haben, dann wissen Sie auch, wieso. Genießen Sie die Aufnahmen in HD hier oder auf Youtube (Tipp: Vollbild einschalten) – wir trauen uns fast eine Wette darauf einzugehen, dass Sie ihn nicht nur einmal ansehen werden…
Monat für Monat stellen wir Ihnen auf Whiskyexperts einen Whisky vor, den wir beachtenswert finden. Es ist eine der seltenen Gelegenheiten, in denen wir uns in der Redaktion Subjektivität gestatten, und so gibt es immer verschiedene Vorschläge, bevor wir einen finalen Kandidaten auswählen. So wie im Vormonat ging es aber auch diesmal sehr schnell: Die Ehre gebührt einem Whisky, der mit einer Zutat gemacht wird, die selten geworden ist, nämlich Transparenz. Wir sprechen vom Bruichladdich The Classic Laddie.
Als John Glaser von Compass Box im Februar mit einer Transparenzinitiative auf die Probleme durch die dem Gesetzgeber zu offene Nennung der Zutaten eines seiner Blends reagierte, kam Unterstützung dafür nicht nur von den Whiskyfreunden, sondern auch von Bruichladdich – und zwar so deutlich und offen wie von keinem anderen internationalen Unternehmen. Auf der Webseite der Destillerie kündigte man an, auch für die eigenen Produkte mit maximaler Offenheit auf die Konsumenten zuzugehen.
Den Worten folgten im April dann konkrete Taten. Auf der Website von Bruichladdich kann man hier die Flaschennummer seines Bruichladdich The Classic Laddie eingeben, und erfährt dann alles über die Anzahl, das Alter und die Art der für den Batch verwendeten Fässer (falls Sie es ausprobieren wollen und keine Flasche zur Hand haben, geben Sie die Nummern 16/003 oder 16/004 ein).
Auf den ersten Blick ist die Vielzahl der Fässer, die für den Whisky verwendet werden, fast schon verwirrend, und man bekommt unter Umständen ein Gefühl dafür, was Master Blender Adam Hannett leistet, wenn er den Whisky komponiert. Einen Artikel über seine Arbeit können Sie bei Bruichladdich auf der Site nachlesen.
Adam Hannett, Master Blender Bruichladdich. Bild: Bruichladdich
Dieser offene Umgang mit dem Produkt, der für uns ein wichtiger Qualitätsbestandteil ist, hat uns dazu bewogen, den Bruichladdich The Classic Laddie im Mai als Whisky des Monats auszuzeichnen – auch wenn er vom Charakter her nicht ganz an seinen Vorläufer The Laddie Ten herranreicht. Ein netter daily dram ist er dennoch, und wir hoffen, dass er zum Wegbereiter einer neuen Offenheit wird, die anderen Unternehmen ebenso gut anstehen würde.
Lesestoff für das Wochenende gesucht? Wie wäre es mit einem eBook von VisitScotland.com, genauer gesagt einem über die schottischen Whiskyregionen? Diese interaktive Webseite bietet schön aufbereitete Informationen zu den Regionen und den darin liegenden Destillerien, für die man einfach die Nummern auf der Karte anklickt.
Und wer es nicht nur beim Lesen belassen will, der findet dort auch ein eBook über schottische Rezepte – und zwar nicht nur für Haggis, sondern auch Feines und Raffiniertes.
Wir wünschen jedenfalls viel Spaß beim virtuellen Blättern…
Ein neuer Blend von Compass Box wird ab 18. Mai in den europäischen Märkten erhältlich sein: Compass Box Enlightenment.
Der Compass Box Enlightenment ist mit 46% abgefüllt, 5.922 Flaschen davon werden produziert. Enthalten sind Malts aus Clynelish, Glentauchers, Balblair und Mortlach, und zwar in folgender Zusammensetzung:
Kosten wird er 70 Euro, ein Datenblatt mit allen Angaben und den Tasting Notes können Sie bei uns downloaden. Hier noch die Labels:
Es war Heimat des Wee Whisky Shop und der Whisky Tasting Lounge und eine der beliebtesten Besucherattraktionen in den Highlands – und nun ist es bis auf die Grundmauern abgebrannt: Das Speyside Heather Centre an der A95 in Skye of Curr wurde gestern ein Raub der Flammen, berichtet die BBC und – unter anderem – der Strathspey & Badenoch Herald.
Über 40 Feuerwehrleute versuchten vergeblich, Schlimmeres zu verhindern, als der Brand um ca. halb neun Uhr am Vormittag ausbrach. Verletzte gab es nach ersten Berichten keine. Das Speyside Heather Centre war ein Besuchermagnet in den Highlands und auch unter Whiskyfreunden sehr beliebt.
Auf Press und Journal können Sie auch ein kurzes Video dazu sehen…
Das Auktionshaus Kirschner & Sons hat uns einen Pressetext über eine ganz besondere Flasche gesendet, die dort im Rahmen der 10. Auktion ab heute, dem 29. April, zur Versteigerung kommen wird. Es handelt sich um einen Glenlivet 1943 von Gordon & MacPhail – ein rarer Single Malt, hinter dem nicht nur eine Destillerie mit weit zurückreichender Tradition steht, sondern auch ein ebenso altehrwürdiger Abfüller. In dem von Christian Schrade verfassten Text wird deren Geschichte erzählt:
Behind the bottle: Glenlivet 1943 von Gordon & MacPhail
Ein Farmer mit dem richtigen Riecher und ein Kaufmann mit dem Gespür für guten Whisky. Ohne zwei Männer mit Weitsicht, würde es diesen Schatz nicht geben: Kirschner & Sons präsentiert einen „Glenlivet“ aus dem Jahr 1943. Die Geschichte einer wahren Whisky-Rarität.
73 Jahre ist es her, da floss dieses Destillat aus der Brennblase einer schottischen Destillerie in der Nähe des kleinen Örtchens Ballindalloch, im Herzen der Speyside. Allein schon deswegen ist diese Flasche Single Malt Scotch Whisky eine Rarität: Denn 1943, während des Zweiten Weltkriegs, lag fast die gesamte schottische WhiskyIndustrie brach. Zwei Jahre gab es gar ein komplettes Produktionsverbot zugunsten im Krieg benötigten Industrie-Alkohols. Dass es dieser Whisky trotzdem erst ins Fass und rund 50 Jahre später in die Flasche schaffte, ist der Weitsicht wahrer WhiskyPioniere zu verdanken.
George Smith, zusammen mit seinem Sohn John Gordon „J. G.“ Smith auf dem Etikett verewigt, hatte schon früh sein Talent für das Destillieren hochprozentiger Getreidebrände entdeckt. Dass das Whiskybrennen Anfang des 19. Jahrhunderts noch illegal war, störte den Farmer ebenso wenig wie rund 200 andere Schwarzbrenner im Tal (schottisch „glen“) des Flusses Livet. Hier waren die Bedingungen ideal: Genügend Quellwasser aus den Cairngorms, der südlich gelegenen Bergkette. Gerste aus den umliegenden Feldern und ausreichend verwinkelte Ecken, um seine illegale Destillerie zu verstecken. Und drohte diese doch einmal aufzufliegen, bauten die Schotten schnell alles ab, ließen etwas Equipment zurück und meldeten den Behörden ganz unschuldig den Fund einer illegalen Brennerei. Natürlich nicht, ohne die Belohnung dafür einzustreichen: Das war einfach erwirtschaftetes Geld, mit dessen Hilfe gleich die nächste „schwarze“ Destillerie errichtet wurde.
Als der Staat 1823 dem illegalen Whiskygeschäft ein Ende bereiten wollte, erkannte George Smith seine Chance: Nur ein Jahr später erwarb er die erste legale Lizenz zum Whiskybrennen im Tal des Livet – der Startschuss für die traditionsreiche Glenlivet Distillery, in der knapp 120 Jahre später dieser Whisky gebrannt werden sollte. Fortan lebte Smith gefährlich, trug Tag und Nacht eine Pistole bei sich und ließ sich von „Bodyguards“ beschützen, um dem Zorn seiner illegal brennenden Mitbewerber zu entgehen. Seine Erfolgsgeschichte konnten die aber nicht aufhalten: So wurde aus dem „Verräter“, der mit der englisch kontrollierten Obrigkeit gemeinsame Sache machte, ein angesehener Whisky-Pionier. Und dessen Whisky wurde so begehrt, dass sich auch andere Destillerieren aus dem Tal den Namen „Glenlivet“ aneigneten und an den eigenen Namen dranhängten – zum Beispiel Craigellachie-Glenlivet, Benrinnes-Glenlivet oder Glenfarclas-Glenlivet.
Glenlivet. Picture von Y. Kono. Published under GNU License
Dass solche Whiskys später viel Wert sein könnten, dachte sich damals auch der Kaufmann James Gordon, der im kleinen Städtchen Elgin einen Kaufladen für Tee, Wein und Spirituosen betrieb. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Alexander MacPhail begann er 1895, frisches Destillat – den sogenannten „New Make“ – von den Destillerien aufzukaufen und im Keller des Unternehmens in eigenen Holzfässern zu Whisky zu reifen. So gingen beide in die Whisky-Geschichte ein – als Gründer des berühmten unabhängigen Whisky-Abfüllers Gordon & MacPhail. Deren Feinkostgeschäft in der South Street in Elgin ist heute immer noch eines der begehrtesten schottischen Reiseziele für Whisky Liebhaber aus aller Welt. Und Ursprungsort dieses Single Malts aus dem Jahr 1943, der erst in den 1990ern, nach rund 50 Jahren Reifezeit, in die Flasche abgefüllt wurde.
Und genau diese Flasche dieses raren Whiskys können Sie in der aktuellen Auktion von Kirschner & Sons ersteigern. Wie wäre es also mit einer ganz besonderen Whisky-Geschichte im Glas?
Glen Scotia in der Whiskyregion Campbeltown steht immer etwas im Schatten von Springbank. Man hat in der letzten Zeit etwas mit den Destillerieabfüllungen experimentiert, und im letzten Jahr drei neue Abfüllungen auf den Markt gebracht, die der Destillerie ein wenig eine neue Ausrichtung geben sollen.
Zwei davon hat Serge Valentin verkostet (zusammen mit einer älteren Abfüllung von James McArthur), und auch er findet, dass mit den beiden, die er im Glas hatte, eine gute Tendenz zu erkennen sei. Die Wertungen sind zwar nicht astronomisch, aber doch um einiges besser als jene der letzten Abfüllungen in den bunten Dosen. Und zum alten Glen Scotia ist zu sagen: Früher war auch nicht alles besser…
Glen Scotia ‚Double Cask‘ (46%, OB, +/-2015): 78 Punkte
Glen Scotia 15 yo (46%, OB, 2015): 83 Punkte
Glen Scotia 12 yo (55.8%, James MacArthur, 75cl, +/-1986): 72 Punkte
An der nordwestlichen Küste von Irland, in Connaught, liegt das durchaus malerische Städtchen Sligo, das auch die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz ist. Dort soll nun, geht es nach einem Bericht von Hospitality Ireland, eine neue Destillerie entstehen. Im Hazelwood Gouse an den Ufern des Lugh Gill soll in spätestens eineinhalb Jahren mit der Produktion begonnen werden.
Die Planungsgenehmigung ist bereits erteilt, und es sollen dort neben der Destillerie auch ein Besucherzentrum mit einem Café und einem Shop entstehen.
In Irland boomt Whiskey momentan wie schon lange nicht mehr, die Irish Whiskey Association schätzt, dass Mitte des Jahres insgesamt 17 Destillerien in Irland das Wasser des Lebens produzieren werden, und weitere 17 sich dann im Planungsstadium befinden – bis vor kurzem waren es gerade einmal 2 Destillerien, die in Irland produziert haben.
Unser Bild zeigt Lough Gill, an dessen Ufern die Destillerie entstehen wird. By Giuseppe Peronato – Own work (Personal work), CC BY-SA 2.5