Freitag, 02. Januar 2026, 23:49:36

Reisevorschläge zum World Whisky Day auf derstandard.at

In der Redaktion des Online-Standards scheint sich zumindest ein(e) Whiskyfreund(in) zu befinden – heute veröffentlicht das österreichische Newsportal einen Artikel über Reisevorschläge von getyourguide.com zum World Whisky Day, der am 16. Mai begangen wird. Fünf verschiedene Routen werden kurz vorgestellt – und im schnellen Darüberblicken der Beschreibungen auf getyourguide scheinen sie uns doch überdurchschnittlich gut zusammengestellt zu sein.

Auch die Leserkommentare zum Beitrag sind unterhaltsam zu lesen.

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Die Destillerie Dalwhinne. Fotorechte: Whiskyexperts.net

 

Ab 4. Mai: Kilchoman 100% Islay 5th Edition

Von Peter Wills von Kilchoman haben wir die Nachricht bekommen, dass es ab 4. Mai den neuen Kilchoman 100% Islay 5th Edition geben wird. Dieser nur leicht getorfte und exklusiv in ex-Bourbonfässern gelagerte Whisky wurde in den Jahren 2009 und 2010 destilliert. Er unterscheidet sich von den anderen Kilchoman durch seine relativ sanfte Torfung und wird nur aus rund um die Destillerie angebauter Gerste gewonnen.

Der Kilchoman 100% Islay 5th Edition ist mit 50% abgefüllt und wird in England 67.50 Pfund kosten.

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Neu: GlenDronach Cask Strength Batch 4

Auf ihrer Website informiert die Brennerei GlenDronach über das heutige Erscheinen des GlenDronach Cask Strength Batch 4. Insgesamt wurden 17.806 Flaschen abgefüllt, natürlich in Fassstärke (54,7 % Vol.) und ohne Kühlfilterung und Färbung. Über den Preis und wann diese Abfüllung in unseren Breitengraden erhältlich sein wird, ist dort (noch) nichts zu erfahren.

 

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Offizielle Verkostungsnotizen

Nase: Köstliches geschmolzenes Toffee und wilder Honig übergießen reife Feigen und Datteln. Feine Noten von Mandarine, Kaffeesatz und einem Hauch von Zimt fügen sich hinzu, eine perfekte Balance in der Nase.

Gaumen: Lebhafte Eichen-Noten und wärmender Ingwer ergänzen die Merkmale von vollem Sherry und dunklen Früchten. Wellen saurer Pflaumen und feinen Lebkuchens werden mit gedünsteter Gerste und gerösteten Kaffeebohnen kombiniert und durch einen sanften Hauch von Nussbaum gemildert.

Finish: Eine perfekte Harmonie von den feinsten Sherryfässern und traditionellen Highland-Eigenschaften.

Serge verkostet: Inchmurrin

Nein, es gibt keine Destillerie Inchmurrin. Inchmurrin ist eine Whiskyvariante, die in der Loch Lomond Destillerie erzeugt wird. Loch Lomond selbst genießt ja nicht den allerallerbesten Ruf, was die Whiskys von dort angeht (auf Whiskybase hat Loch Lomond ein Durchschnittsrating von 76.36 Punkten). Und was sagt Serge Valentin zu den Inchmurrins? Nun, seine Bewertungen seiner Verkostung ergeben wohl einen ähnlichen Durchschnitt:

  • Inchmurrin 15 yo 1996/2012 (43%, Signatory Vintage, refill butts, casks #24+25, 1409 bottles): 79 Punkte
  • Inchmurrin 21 yo (46%, OB, +/-2014): 70 Punkte
  • Inchmurrin (54.7%, Boutique-y Whisky Co., 543 bottles, 2014): 85 Punkte
Loch Lomond Destillerie, Foto von David Dixon, CC-Lizenz
Loch Lomond Destillerie, Foto von David Dixon, CC-Lizenz

 

Aberdeen Press & Journal: Kurze Vorschau auf das Spirit of Speyside Festival

Jetzt beginnt die Saison der Whiskyfestivals in Schottland – am Donnerstag startet das Spirit of Speyside Festival mit Whisky und Musik, und Aberdeen Press & Journal wirft einen kurzen Blick auf die Höhepunkte der Veranstaltungsserie.

Wer sich genauer über die einzelnen Veranstaltungen informieren will, der kann das auf dieser Seite tun. Sollte jemand unter unseren Lesern das Festival besuchen, wünschen wir jetzt schon: Gute Unterhaltung!spiritofspeyside-logo

 

In seinen eigenen Worten: Mickey Heads, Distillery Manager bei Ardbeg

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Im Blog von The Whisky Exchange kommt Mickey Heads, der Distillery Manager bei Ardbeg, zu Wort. In Port Ellen geboren, hatte er eigentlich gar nicht vor, in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters zu treten. Denn auch diese Beiden arbeiteten in Brennereien auf Islay. Doch aus einem Gelegenheitsjob im Torf bei Laphroaig wurde Mickey Heads über die Jahre zum Distillery Manager, nur ein paar hundert Meter weiter, bei Ardbeg.

Mickey Heads Ardbeg

Welche Single Malts in welchen Blends verwendet werden

Russ Kempton von speakingofgrapesandgrains.com aus Texas hat sich die Mühe gemacht und Informationen gesammelt, welche Single Malts in welchen Blends verwendet werden. Wir haben diese Informationen alphabetisch sortiert und stellen sie Ihnen hier mit freundlicher Genehmigung von Russ zur Verfügung:

  • Aberfeldy in Dewars
  • Aberlour in Chivas
  • Ancnoc in Hankey Bannister
  • Ardmore in Teacher’s
  • Balblair in Hankey Bannister
  • Balmenach in Hankey Bannister
  • Benrinnes in Johnnie Walker
  • Blair Athol in Bells
  • Bunnabahain in Black Bottle
  • Caol Ila in Johnnie Walker
  • Cardhu in Johnnie Walker
  • Clynelish in compassbox
  • Clynelish in Johnnie Walker
  • Cragganmore in Johnnie Walker
  • Cragganmore in Old Parr
  • Cragganmore in White Horse
  • Craigellachie in Dewars
  • Craigellachie in White Horse
  • Dailuaine in Johnnie Walker
  • Dalmore in Whyte & Mackay
  • Dalwhinnie in Buchanan’s
  • Deanston in Black Bottle
  • Deanston in Scottish Leader
  • Fettercairn in W&M
  • Glenburgie in Ballantine’s
  • Glen Elgin in White Horse
  • Glen Ord in Johnnie Walker
  • Glen Rothes in Cutty Sark
  • Glenburgie in Ballantines
  • Glendronach in Ballantines
  • Glendronach in Teacher’s
  • Glendullan in Johnnie Walker
  • Glenkinchie in Haig & Haig
  • Glenkinchie in Pinch
  • Glenlivet in Chivas
  • Glenlossie in Johnnie Walker
  • Glenmorangie in BNJ
  • Glentauchers in Ballantine’s
  • Glentauchers in Teacher’s
  • Glenturret in Famous Grouse
  • Highland Park in Famous Grouse
  • Jura in W&M
  • Knockando in J&B
  • Lagavulin in white horse
  • Laphroaig in Chivas
  • Macallan in Famous Grouse
  • Mannochmore in Johnnie Walker
  • Mortlach in Johnnie Walker
  • Old Pulteney in Hankey Bannister
  • Royal Brackla in Dewars
  • Royal Lochnagar in Johnnie Walker
  • Scapa in Ballantine’s
  • Speyburn in Hankey Bannister
  • Strathisla in Chivas
  • Strathmill in J&B
  • Talisker in Johnnie Walker
  • Teaninich in Johnnie Walker
  • Tomatin in Antiquary
  • Tomatin in Talisman
  • Tomore in Long John

A WHISKY FIT FOR KINGS, JOHNNIE WALKER® RELEASES JOHNNIE WALKER EXPLORERS' CLUB COLLECTION - THE ROYAL ROUTE™

Personalia: Benjamin Krämer neuer Key Account Director bei Beam Deutschland

Von Beam Deutschland haben wir eine vor allem für die Händler unter unseren Lesern interessante Personalmeldung erhalten, die wir Ihnen hier auszugsweise wiedergeben (wir wünschen Benjamin Krämer alles Gute für seine neue Position):

Benjamin Krämer hat zum 1. Februar die Position des Key Account Directors bei der Beam Deutschland GmbH übernommen. In dieser Funktion ist der 39-jährige Diplom-Kaufmann für den gesamten Vertriebsbereich im LEH verantwortlich.
Benjamin Krämer ist bereits seit 2009 für Beam Deutschland tätig, zuletzt sehr erfolgreich als nationaler Key Account Manager.
Zuvor war er bei Procter & Gamble in verschiedenen Vertriebsfunktionen beschäftigt.

Michael Krämer Beam Deutschland

Neu: Ledaig 42yo

Die älteste Abfüllung eines getorften Tobermorys, der Ledaig Dùsgadh 42yo (Dùsgadh bedeutet auf gälisch „Erwachen“), ist von Burn Stewart Distillers heute offiziell vorgestellt worden, berichtet The Spirits Business. Der im Jahr 1972 destillierte Spirit reifte bis 2001 in verschiedenen Fässern, bis er dann von Burn Stewart Master Distiller Ian Macmillan in Gonzales Byass Oloroso Sherry Casks gefüllt wurde. Jetzt kommt er mit 46.3% in die Flaschen.

Nach Macmillans Worten sei der 42jährige Ledaig der „torfigste über 40jährige Island-Whisky, den ich je verkostet habe“. Er bietet Aromen von dunkler Schokolade, Kaffee sowie Kirschlikör, mit würzigen Ingwer- und Schwarzpfeffertönen, die in einem sehr langen, salzigen und rauchigen Finish enden.

Übrigens werden die Copper Stills, die diesen Whisky erzeugt haben, heuer stillgelegt. Ein letzter Zehnjähriger wird noch erzeugt – in der Packung des Ledaig Dùsgadh 42yo wird sich ein Kärtchen aus Kupfer befinden, für das man dann im Jahr 2025 den letzten Zehnjährigen aus diesen Stills beziehen kann.

Wir schulden Ihnen noch Informationen über den Preis und die Märkte: Erscheinen wird der Ledaig Dùsgadh 42yo in den UK, Nordamerika und Asien, und er wird 3.500 britische Pfund kosten.

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Scapa ab sofort öffentlich zugänglich

Wie Somerset Whisky Blog heute schreibt, ist die Destillerie Scapa, so wie Highland Park auf den Orkneys gelegen, ab sofort für Besucher zugänglich. Das neu eröffnete Besucherzentrum bietet den Gästen Touren durch die Destillerie, die Lagerhäuser und am Scapa Flow.

Das Besucherzentrum wird bis 28. September täglich geöffnet sein, bis 13. November dann Montag bis Freitag, jeweils von 09:30 bis 17:00.  Die Website von Scapa ist übrigens bis zum Erscheinen unseres Artikels noch nicht mit den neuen Informationen ergänzt – dort spricht man noch davon, dass keine Touren möglich sind.

Scapa Destillerie, Foto von Lakeworther, CC-Lizenz
Scapa Destillerie, Foto von Lakeworther, CC-Lizenz

Serge verkostet: Drei Ardbeg

Drei Abfüllungen aus der Destillerie Ardbeg verkostet Serge Valentin heute – und welche der drei Flaschen bei ihm zum Sieger gekürt wurde, mag einige vielleicht verwundern. Aber, betrachtet man die Sache genauer, dann ist es eigentlich gar nicht SO verwunderlich, denn wenn bei Ardbeg in den letzten Jahren auf eines Verlass war, dann auf die Qualität des ganz normalen Zehnjährigen. Und darum ist bei Serge auch der Ardbeg Ten ganz vorne, und zwar nicht nur im Vergleich zu den beiden anderen Abfüllungen, sondern auch insgesamt mit einer formidablen Wertung für eine Standardabfüllung. Hier die drei im Lineup mit den Punktewertungen:

  • Ardbeg 1990/2002 (40%, Gordon & MacPhail, Meregalli, Italy): 76 Punkte
  • Ardbeg 10 yo ‚Ten‘ (46%, OB, +/- 2015): 89 Punkte
  • Islay Malt 20 yo 1990/2011 (53.4%, Whiskybroker, first fill sherry, cask #34, 86 bottles): 88 Punkte

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Exklusiv: Interview mit Martin Markvardsen, Brand Ambassador Highland Park

Exklusiv: Interview mit Martin Markvardsen, Brand Ambassador Highland Park

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Martin Markvardsen ist seit 2006 Brand Ambassador der nördlichsten Whisky Destillerie auf den Orkneyinseln – Highland Park. In seiner Funktion ist der 47-Jährige verantwortlich für den nördlichen und baltischen Raum, er reiste jedoch auch nach New York, Südafrika, Moskau und Japan, um Highland Park dort bekannt zu machen.

Geboren und aufgewachsen in Kopenhagen, wurde sein Interesse für Whisky erstmals bei einer Reise nach Schottland geweckt. Ab diesem Zeitpunkt gab es für den zweifachen dänischen Box-Champion keinen Weg zurück, bis er nicht alles erdenklich Mögliche über Scotch Whisky erfahren hatte. Dafür besuchte er jede Destillerie Schottlands – und arbeitete auch in einigen von ihnen – um jeden Schritt von der Produktion bis zur Lagerung zu erlernen. Martin war außerdem Whisky Manager in der weltberühmten Craigellachie Hotels Quaich Bar, die 780 verschiedene Single Malts in ihrem Sortiment hat. 2009 wurde er zum „Keeper of the Quaich“, der höchsten Auszeichnung der schottischen Whisky-Industrie, sowie zum ”Master of Malt” ernannt.

Martin verbringt die Hälfte seiner Zeit mit Reisen, er veranstaltet Trainings und Fortbildungen sowie Verkostungen für Bars, Restaurants und Whisky Clubs und nimmt an Messen teil. Bis heute beteiligte er sich an zahlreichen Büchern und Fachartikeln über Whisky. Zu seinen Vorträgen kommen alle Whisky-Liebhaber – angefangen von Einsteigern bis hin zu Experten – um an seinem Fachwissen teilzuhaben. In seiner Freizeit geht er immer noch seiner zweiten Leidenschaft – dem Gewichtheben – sowie dem Kochen nach.

Whiskyexperts hatte die Möglichkeit, mit Martin in Wien ein Gespräch über die Vergangenheit und Zukunft von Highland Park zu führen.

Wenn du auf die letzten Jahre von Highland Park schaust, wie siehst du diese?

Die letzten Jahre waren für Highland Park eine sehr erfolgreiche Zeit. Es reihten sich viele Erfolge aneinander, speziell mit den Limited Editions. Der 18jährige hat sowohl die Anerkennung als auch die Zuneigung der Whiskykenner errungen. Speziell die Range der Valhalla Collection, und davor die Earl Magnus Editions, hat das Interesse an Highland Park gesteigert. Das bemerke ich besonders bei meinen Reisen. Die Leute interessieren sich immer mehr für Highland Park und was wir so machen.

Wir müssen jetzt aber auch sehen, dass Highland Park nicht die größte Brennerei ist. An den Punkt, an dem wir jetzt sind, sind wir vielleicht ein wenig zu schnell gekommen. Wie viele andere Destillerien auch, haben wir nun ein Problem mit unseren Lagerbeständen. Deshalb haben wir beschlossen, jetzt auch so etwas wie den Dark Origins machen. Die Probleme mit dem Lagerbestand bedeuten nicht, dass wir unsere Qualität reduzieren müssen, wir machen nur etwas Neues und Anderes.

Was denkst Du sind die Faktoren, die Highland Park in der Entwicklung limitieren? Ist es die Produktionskapazität oder das Fass-Management oder etwas anderes?

Jetzt im Moment dreht sich alles um Lagerbestände. Wie viele andere Destillerien in Schottland, haben wir zwischen 1982 und 1993 nicht sehr viel Whisky produziert. Eine Menge Destillerien mussten damals sogar die Läden dichtmachen. In dieser Zeit wurde die Produktion bei uns auf ein oder zwei Tage in der Woche heruntergefahren. Der Whisky aus dieser Zeit wurde schon für Blended Whisky genutzt oder für jüngere Malts. Wenn wir jetzt über 18jährige, 21jährige oder 25jährige Highland Parks sprechen: Davon haben wir momentan nicht viel. Wir haben im Moment in unseren Warehouses jede Menge jüngeren Whisky, 12- oder 15jährigen, der irgendwann mal 18 Jahre alt und älter sein wird. Und wir haben Whisky, der 40 oder 50 Jahre alt ist. Aber dieser Whisky ist kein Dram für jeden Tag.

Wir haben also ein Problem, das viele andere Brennereien auch haben: Whisky im Alter zwischen 18 und 25 Jahren.

Aus diesem Grund wurde auch der Highland Park 15 eingestellt. In unseren Lagerhäusern befinden sich einige Fässer, die bald 18 Jahre Lagerung hinter sich haben. Auf den Märkten, in denen Highland Park wächst, können wir uns auf den 12jährigen und den Dark Origins konzentrieren. Auf den Märkten wie Österreich, Italien und Deutschland können wir dann den Bedarf an Highland Park 18 besser abdecken. Aufgrund der Situation in unseren Warehouses ist es das, was wir im Moment machen können. Auf manchen sich entwickelnden Märkten ist der Highland Park 18 also ein wenig limitiert, damit wir diesen auf Märkte bringen können, wo sich die Leute mit Highland Park auskennen.

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Und wie sieht es mit dem Dark Origins aus?

Es ist ein wenig teurer, so einen Whisky zu produzieren, weil man eine Menge Sherry Casks benötigt. Wir haben aber beim Dark Origin, zusammen mit unserem Master Blender, die Möglichkeit, eine breitere Palette an Fässern zu verwenden. Wir können hier auch einen 10jährigen verwenden, solange die Qualität des Whiskys stimmt. Bei den NAS haben wir den Vorteil, eine breitere Auswahl nutzen zu können als bei Age Statement Whiskys. Der jüngste Whisky beim letzten Batch vom Dark Origin ist 11 Jahre, der älteste 15 Jahre alt. Aber: Wenn die Qualität vorhanden ist, könnten wir auch mit dem Alter heruntergehen auf 8 oder 9 Jahre. Aus diesem Grund haben wir den Dark Origins als NAS konzipiert. Wir nutzen hier zu 80% First Fill Sherry Casks. Und wie gesagt: die Preise für diese Fässer sind einfach sehr hoch.

Und der 12jährige ist immer noch die wesentliche Abfüllung?

Der 12jährige ist ein Whisky, auf den wir uns auf jedem Markt fokussieren müssen. Er ist die Einführung in Highland Park, selbst, wenn man unerfahren mit Whisky ist. Wenn Du einen guten Dram für jeden Tag zuhause haben möchtest, auch wenn Du mit Whisky schon sehr erfahren bist, triffst Du mit dem Highland Park 12 eine sehr gute Wahl. Wir glauben auch, dass der 12jährige immer noch eine sehr hohe Qualität hat, auch gemessen am Preis.

Korrigiere uns bitte, sollten wir falsch liegen: Wir haben das Gefühl, dass das Geschmacksprofil des 12jährigen in den letzten Jahren nicht sehr einheitlich war.

Es hat sich ein wenig geändert. Wenn man zurück geht zu der Zeit, in der der 12jährige zum ersten Mal erschien, damals kam der Highland Park 12 auch zu einem gewissen Teil aus Bourbon Casks. Danach waren es zu 100% Sherry Casks aus europäischer Eiche. Im Vergleich dazu benutzen wir jetzt auch Ex-Bourbon Casks. Wir versuchen gerade, das Geschmacksprofil nicht allzu sehr vom Fassmanagement bestimmen zu lassen. Wir benutzen immer noch 20 % First Fill Sherry Casks aus europäischer Eiche, wir nutzen aber auch Sherry Fässer aus amerikanischer Eiche. Von ihnen kommt diese Nussigkeit. Aus diesem Grund hat sich das Geschmacksprofil in den letzten 10 – 12 Jahren geändert. Aber in den letzten zwei, drei Jahren ist es stabil geblieben. Wir folgen zwar nicht unbedingt Trends, aber wir wollen natürlich für so viele Leute wie möglich gut schmecken.

Highland Park
Eingang zur Highland Park Distillery. Foto von David Wyatt unter CC-Lizenz

Lass uns noch einmal auf den Dark Origins zu sprechen kommen. Er scheint sehr gut angekommen zu sein. Es ist nicht einfach, diesen hier zu bekommen.

Oh ja, der Dark Origins ist sehr gut angekommen. Und wir sind ein bisschen überrascht. Für das erste Batch wurden nur 41 Fässer verwendet. Und wir dachten uns, wir schauen erst einmal, wie er so angenommen wird. Er muss erst eingeführt werden, und das dauert eine Weile. Aber es lief extrem gut. Batch 1 war augenblicklich ausverkauft. Also füllten wir ein weiteres Batch ab, und von diesem ist auch bald nichts mehr vorhanden.

Insgesamt lief es mit dem Dark Origins viel besser, als wir hofften. In meinen Master Classes sind viele überrascht von dieser Qualität eines NAS Whiskys. Und im Moment ist der Dark Origins der Highland Park mit dem besten Absatz.

Und erneut erzählen wir mit dem Dark Origins die Geschichte von Magnus Eunson, was von den Leuten immer noch gemocht wird. Wegen seiner dunklen Seite heißt der Whisky auch Dark Origins.

Eine Frage zum Thema Krieger und Götter. Was wird als Nächstes kommen?

Wir haben jetzt erst einmal die Valhalla Collection mit Odin beendet, was auch ein sehr großer Erfolg war. Und natürlich beschäftigen wir uns nun mit einem Ersatz für die Valhalla Collection. Ich kann bis jetzt nur sagen, dass wir weiterhin eine Geschichte erzählen werden. Wir können es noch nicht ganz genau sagen, vielleicht werden wir uns dem Thema „Wikinger“ widmen. Wir haben uns auch die Orkneys angeschaut und ihre besondere Plätzen wie Skara Brae und Scapa Flow. Aber im Moment denken wir, dass es sehr beliebt sein wird, wenn wir Geschichten der Wikinger und ihrer Mythen erzählen.

Wir werden Valhalla und seine Götter nicht weiterführen und ich weiß nicht, ob das Thema  Wikinger oder Walküren schon als Nächstes kommen wird, aber wir werden es aufgreifen.

Wenn du schätzen müsstest: wieviel Prozent der Flaschen der Valhalla Collection wurden auch geöffnet?

Eine wirklich gute Frage. Ich würde sagen, es wurde vielleicht die Hälfte geöffnet und die andere Hälfte steht bei Sammlern. Wir wissen, dass viele Sammler zwei Flaschen kaufen, eine für die Sammlung und eine zum Öffnen. Und wir wissen, dass etwa ein Drittel an Restaurants und Bars verkauft wurde, und hoffentlich haben sie die Flaschen auch für ihre Gäste geöffnet. Insgesamt würde ich schätzen, dass die Hälfte geöffnet wurde.

Bei einer Abfüllung wie Odin, die aus 17.000 Flaschen besteht, gibt es eine weitere Diskussion. Kann das überhaupt Limited Edition genannt werden, bei 17.000 Flaschen?

Aus meiner Sicht, wenn es innerhalb von wenigen Stunden ausverkauft ist – in Schweden gab es zum Beispiel 1.500 Flaschen, die in 92 Sekunden ausverkauft waren – dann heißt limited hier, dass es nicht genug gibt. Und dann sind 17.000 natürlich limited. Aber wir haben nicht erwartet, dass Odin so schnell ausverkauft sein wird. Wir dachten, dass diese 17.000 ok sind. Und wir haben gelernt, dass dem nicht so ist. Und deshalb werden wir für unsere nächste Serie mehr abfüllen. Bei unserer ersten Trilogie mit Earl Magnus, Saint Magnus und Earl Haakon waren es auch nicht viel mehr Flaschen, und diese war auch schnell ausverkauft. Deshalb sind wir erfreut, die Gesamtmenge bei der nächsten Serie auf 23.000 Flaschen zu erweitern. Vielleicht sind diese dann auch schnell ausverkauft, aber das wissen wir vorher nicht.

Highland Park Odin

Ist dies nicht ein zweischneidiges Schwert? Die Abfüllungen der Valhalla Collection ist ohne Frage nicht günstig. Für einen 15-jährigen oder 16-jährigen Whisky sind sie nicht billig. Viele Leute denken sich, Highland Park schreckt mich ab, sie verärgern mich, weil sie für einen Whisky, den ich gerne trinken würde, soviel Geld haben möchten.

Ich verstehe schon, dass diese Abfüllungen zu teuer für die Leute sein könnten, die sie wirklich trinken möchten, und ich verstehe auch, dass sie sich über die Verpackung beschweren. Aber: wenn es die Box nicht gäbe, würden sich andere darüber beschweren. Es wird immer ein Dafür und Dagegen sein.

Insgesamt ist der Whisky teurer geworden, nicht nur die Limited Editions, auch ein 12-jähriger und auch die NAS-Whiskys. Was die Leute oft vergessen: dass wir für Öl mehr bezahlen müssen, dass die Gerste teurer geworden ist. Und wir müssen auch für unser Wasser und auch unsere Abwässer bezahlen. Und, ja, auch wenn man das einrechnet, ist es immer noch ein sehr hoher Preis für einen 15-jährigen oder 16-jährigen Whisky.

(Hält ein wenig inne) Wie ihr hören könnt, komme ich nicht aus dem Marketing-Bereich. Und deshalb kann ich hier nur meinen alten Boss zitieren. Als wir ihn fragten,  warum die Preise von Macallans, im Vergleich zu ähnlichen anderen Marken, so hoch sind, sagte er: „Weil wir es können“.

Ich werde oft auf die Preise der Highland Park Limited Editions angesprochen und frage dann: Wenn ihr eine Brennerei hättet und euren Whisky für 50 € verkauft, aber ihr könntet ihn auch für 500 € verkaufen, was würdet ihr machen?  Die meisten sagen dann: „Ich möchte schon, dass mein Whisky auch getrunken wird“. Aber, wenn Du diesen Whisky auch genau so gut für 500 € verkaufen kannst? „Ja, dann natürlich.“

Und es gibt noch etwas Weiteres zu bedenken. Wir haben über Jahre aus der Geschichte des Whiskys  gelernt. Der Verkauf von Whisky hatte immer seine Aufs und Abs. Gott sei Dank befinden wir uns in den letzten 10 bis 15 Jahren in einem Hoch. Aber wir wissen nicht, ob und wann wir an einen Punkt wie 1983 kommen. Werden die Leute irgendwann nur mehr Rum trinken, oder schwenken die Leute vielleicht wieder auf Cognac um? Wir müssen JETZT Geld verdienen.

Und dann gibt es auch noch die schwierige Situation in den Warehouses, in der wir nicht wissen, ob wir irgendwann nichts mehr haben oder uns nichts mehr abgekauft wird – was hoffentlich nicht eintreten wird – oder ob wir in die Situation kommen, in der wir einen kontinuierlich gleichbleibenden Stock haben. Mit diesen Perspektiven versuchen wir eine Balance zu finden zwischen Preis und Qualität.

Und hoffentlich finden die Leute, dass unser Whisky das Geld wert ist. Ich werde danach immer wieder gefragt, und ich bin eigentlich die falsche Person, weil ich sage, ja, er ist es wert.

Wir verkaufen auch einen 50-jährigen, für ungefähr 15.000 €. Und hier wird gesagt, dass dieser Preis nicht so hoch ist, weil dieser Whisky für Sammler ist.

50Highland-Park

Wir müssen bei den Preisen immer die Balance finden. Wir wissen, dass dies ein hoher Preis ist, auch für ein Sammlerstück. Aber auch verglichen mit anderen Brennereien, sind das die Preise, die für Sammlerstücke und Limited Editions bezahlt werden.

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Wir haben eine abschließende Frage an alle Personen die wir interviewen. Wenn Du ein Whisky wärst, welcher würde es sein und warum?

(Lacht) Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke, ich würde ein Highland Park 21  sein. Der Grund dafür:  Highland Park 21 ist ein wenig anders als die Core Range. Er reifte zu 100 % in Sherry Fässern aus amerikanischer Eiche, was ihn einzigartig macht. Und sein Alkoholgehalt mit 47,5% ist ein wenig höher. Für mich ist er einer dieser Whiskys, die eine Menge Kraft haben, und dabei ist er aber auch sanft.

Martin, vielen Dank für das Interview.

Das Gespräch führten Dirk Piesczek und Bernhard Rems

Mittelhessen.de: Zwischenbericht aus Limburg

Die Whisky Fair Limburg 2105 ist bald Geschichte – und mittelhessen.de bringt heute, während die Messe noch läuft, bereits einen Zwischenbericht. Man freut sich über jede Menge Besucher, aus dem In- und Ausland, und man streut den Veranstaltern Rosen für das, was sie für Limburg auch wirtschaftlich mit der Messe geschafft haben:

Was die beiden Initiatoren und Veranstalter der Limburger Whisky-Messe, Jens-Uwe Altmann und Carsten Ehrlich, in 14 Jahren aus dieser Veranstaltung gemacht haben, ist unbeschreiblich. Von Zehntausenden, die der Whisky weltweit vernetzt, steuern weit mehr als 5000 Fans einmal im Jahr Limburg an, wähnen sich hier unter Freunden im Whisky-Olymp. Hier trifft sich die Crème de la Crème des feinen Brandes. Ihre Auswahl besteht aus einigen tausend verschiedenen Sorten.

Detailliertere Berichte und Videos von der Messe wird es wohl in den nächsten Tagen geben…

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Video: Von Skye nach Islay – 3 Videos über die westlichen Inseln

Für unser wöchentliches Sonntagsvideo haben wir uns heute eine dreiteilige Dokumentation unter dem Titel „Von Skye nach Islay“ ausgesucht – zwar nicht in HD, aber mit beeindruckenden Bildern und interessanten Informationen. Insgesamt an die 40 Minuten hier oder auf Youtube (Teil 1, Teil 2, Teil 3), die man mit einem entsprechenden Whisky genießen könnte…