Es kam plötzlich, aber nicht wirklich unerwartet, wenn man den Verlauf der Kampagne über die ersten wenigen Tage beobachtet hat: Jim Rutledge hat das Crowdfunding für seine geplante Destillerie nach wenigen Tagen beendet, nachdem die Ergebnisse dort weniger als dürftig waren. Rutledge gibt in einem offenen Brief, den Sie unter anderem auch auf Whiskycast finden, die schlechte Kommunikation, die die Kampagne begleitete, als Grund an. So sei zum Beispiel der Zweck des Crowdfundings nicht richtig vermittelt worden – man hätte auf keinen Fall die Destillerie über diesen Kanal ausfinanzieren wollen.
Rutledge gibt an, genügend Geld über private Kanäle aufbringen zu können, um das Projekt vorantreiben zu können. Wer über Crowdfunding Geld investiert hätte, bekäme dies zu 100% zurück.
Wir wollen diese Woche nicht ohne Verkostungsnotizen zu Ende gehen lassen und schauen uns deshalb in den englischsprachigen Whiskyblogs um. Hier finden wir Notes zu einigen interessanten Whiskys:
The Whiskyphiles durfte den Highland Park Hobbister verkosten, eine zukünftige Distillery Exclusive Abfüllung. Dieser wuchtige ‘heavily-peated’ Highland Park war einer der Whiskyphiles-Favoriten beim #MeetTheBlenders2016 Event bei The Scotch Whisky Experience und erhält 90 Punkte.
Der hauptsächlich in Sherry-Fässern gereifte Ardbeg Dark Cove ist für Whisky for everyone ein „cracker“ und einer der besten Ardbeg Day Abfüllungen, weil er die richtige Balance zwischen süßen und fruchtigen Elementen auf der einen Seite und einem wärmenden Torfrauch auf der anderen Seite findet.
Yoav von The Whisky Gospel nimmt sich dem Bruichladdich Laddie Eight an, eine neue Abfüllung exklusiv für den Travel Retail Markt. Ein unverkennbarer Bruichladdich mit einem überraschend nur einstelligen Alter, findet Yoav und empfiehlt diesen Whisky für ein Last-Minute-Shopping in den Travel Retail-Shops.
Anfang Februar gab es die ersten Hinweise auf eine geplante Destillerie in Bovey Tracey/Südengland (wir berichteten). Schon drei Monate später nimmt die Dartmoor Whisky Distillery konkretere Formen an. Auf ihrer Website, im Februar noch sehr rudimentär, ist nun zu sehen, was Simon Crow und Greg Millar vorhaben.
Destilliert wird mit einer traditionellen Alembic Anlage, die sie aus Cognac/Frankreich bezogen haben und auf der Website zu sehen ist. Ihr Volumen wird, für die Pot Still, mit 1.400 Litern angeben. Die benötigte Gerste werden sie von der Preston Farm in Dartmoor beziehen, gemälzt wird in den Tuckers Maltings, unweit der Brennerei – der Whisky der Dartmoor Distillery wird also ein sehr regionales Produkt werden.
Seit gestern läuft auch, wie bei vielen geplanten kleineren Destillerie-Projekten fast üblich, eine Kampagne bei Kickstarter (inklusive Image-Video). Interessant hier: die normalerweise an solchen Stellen angebotenen Abfüllungen sind nicht zu finden. Gebucht werden können unter anderem verschiedene exklusive Besichtigungen und Events, welche alle noch in diesem Jahr stattfinden sollen. Es wird anscheinend nicht mehr lange dauern, bis die Brennerei das erste Mal ihre Tätigkeit aufnehmen wird.
Bis zum ersten „richtigen“ Whiskey dauert es zwar noch etwas, aber eine erste Kostprobe aus der neuen Teeling Distillery hat es nun zur Marktreife gebracht: Der Spirit of Dublin Irish Poitín ist laut einem Bericht von The Spirits Business veröffentlicht worden. Mit 52.5% abgefüllt ist er ohne Fassreifung in die Flasche gekommen, so wie es sich für einen irischen Poitín gehört. Geben wird es die 0,5l-Flasche um 35 Euro vorerst nur in der Destillerie, am Flughafen Dublin und bei einigen irischen Händlern, es bleibt zu hoffen, dass es die Abfüllung über die Landesgrenzen hinaus auf den Markt schafft – wäre interessant, die ersten Ergebnisse der neuen Destillerie verkosten zu können (auch wenn der irische Ur-Whiskey nicht jedermanns Sache ist).
Am letzten Tag unseres Aufenthalts auf Islay (morgen steht dann die Rückreise an) hatten wir die Gelegenheit, an der Südküste der Insel vier Destillerien vom Wasser aus in Augenschein zu nehmen: Die stillgelegte Destillerie Port Ellen, Laphroaig, die Destillerie Lagavulin und Ardbeg. Und zum Drüberstreuen begegneten wir auch einer Schule Delfine – einige davon haben uns ein Stück unseres Weges der Küste entlang begleitet. Auch davon haben wir ein Bild für Sie.
Ein ausführlicher Bericht über unsere Reise folgt in Bälde…
Vor zwei Jahren tauchte ein Name wieder auf, welcher nur noch den Älteren und den Bourbon-Historikern ein Begriff war. Die Georgetown Trading Co. nahm sich der Marke James E. Pepper Whiskey an. Sie ließ Whiskeys (Bourbon und Rye) in Lawrenceburg, Indiana nach ihren Vorgaben herstellen und brachte ihn unter diesem Namen auf den Markt (der James E. Pepper 1776 Straight Rye Whiskey war übrigens unser Whisky des Monats April 2014, hier können Sie auch die Geschichte des ursprünglichen James E. Pepper Whiskey nachlesen).
Gestern veröffentlichte der Besitzer der Georgetown Trading Co., Amir Peay, seine Pläne, eine James E. Pepper Distillery in Lexington wieder zu errichten. Wie Business Lexington berichtet, soll diese Brennerei eine sogenannte boutique distillery werden. Ihre Kapazität wird nicht ausreichen, den Bedarf für die aktuellen James E. Pepper Whiskeys abzudecken. Vielmehr sollen die dort produzierten Whiskeys zum Blenden verwendet werden. Der allergrößte Teil der Whiskeys soll weiterhin in Lawrenceburg, Indiana produziert werden, abgefüllt wird wie bisher in Bardstown, Kentucky.
Bis Mitte/Ende des nächsten Jahres sollen die notwendigen Arbeiten abgeschlossen sein und die neue James E. Pepper Distillery eröffnet werden.
Auf der Website des Whisky-Club Fränkische Schweiz finden wir heute ein Portrait von Mareike Spitzer, Inhaberin von Irish Whiskeys und Importeurin irischer Whiskeys.
Vor fünf Jahren gründete sie ihren Onlinehandel und konzentrierte sich auf das (zu diesem Zeitpunkt) Nischenprodukt Irischer Whiskey. In den Anfängen hatte sie auf den Whiskymessen mit einigen Vorurteilen der Besucher zu kämpfen, das Image des Whiskeys aus Irland war zu diesem Zeitpunkt nicht das Beste, und auch die in Deutschland verfügbaren Abfüllungen waren übersichtlicher als heutzutage. Seit dem hat sich einiges getan, der Irische Whiskey rückte weltweit mehr und mehr in den Fokus der Whisk(e)y-Genießer. Denn auch abseits der bekannten großen Marken bietet Irland viele hervorragende Abfüllungen, und von den momentan sich im Bau befindenden Brennereien wird auch in Zukunft noch zu hören sein.
Der seit dem 5. März andauernde Streik in der kanadischen Crown Royal Destillerie (wir berichteten) wurde gestern von den Beschäftigten beendet. Zwar wurden nicht alle ihrer Forderungen erfüllt, dennoch sprachen sich, wie bei CTV News Winnipeg zu lesen, 56 % für ein Ende dieses Arbeitskampfes aus. Die Verhandlungen über Löhne, Sozialleistungen, Rentenfragen, Urlaubsansprüche und Krankenzeit werden allerdings weiter geführt.
Unabhängig davon erscheint eine neue Whiskey-Serie der zu Diageo gehörigen Destillerie. Unter dem Namen The Crown Royal Noble Collection soll es jährlich eine limitierte Abfüllung geben. Das erste Bottling, Crown Royal Cornerstone Blend, vereint drei kanadische Whiskey-Sorten: würzigen Rye, Coffey Still Whisky und bourbon-ähnlichen Whiskey, welcher in Fässern aus amerikanischer Weißeiche reifte. Bei The Whiskey Wash wird der Preis dieser Abfüllung mit $60 angegeben. Ob es diese Abfüllung über den großen Teich in den regulären Handel zu uns schafft, scheint eher unwahrscheinlich.
Bei den Offlicence News findet sich heute ein Hinweis auf eine neue Abfüllung aus dem Hause The Glenlivet. Unter dem Namen Glenlivet Auchavaich kommt ein 18 Jahre alter Single Malt auf den Markt, welcher in einem Sherry Butt reifen durfte. Diese Einzelfassabfüllung wurde, scheinbar in Fassstärke, mit 55,7 % abgefüllt und ist ab Mitte Mai für ca. £200 erhältlich – leider ausschließlich in Großbritannien.
Über neue Bourbon Whiskeys auf dem österreichischen Markt informierte uns heute Top Spirit in ihrer Presseinformation, welche wir um die Nicht-Whiskey-Information gekürzt haben:
Wien, 4. Mai 2016. Top Spirit – Österreichs führende Vertriebsorganisation im Sekt- und Spirituosenbereich – erweitert das Portfolio um international bekannte Premium-Marken. Allen voran die mehrfach ausgezeichneten Bourbon Whiskeys aus dem Haus Sazerac – Buffalo Trace, Benchmark und Eagle Rare. Das Gespür für Trends stellt die Schlumberger Vertriebstochter einmal mehr mit Fireball unter Beweis, dem Trend-Shotgetränk, das in den USA bereits Jägermeister von Platz 1 verdrängt hat. Mit Southern Comfort ist ab sofort eine weitere wahre Kultmarke im Portfolio und mit Mezan Rum bringt Top Spirit karibisches Flair nach Österreich. Der Premium-Vodka Mamont schließlich besticht durch ausgezeichnete Qualität und fasziniert mit seiner einzigartigen Entstehungsgeschichte.
„Als Marktführer zeichnen wir verantwortlich für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Spirituosenmarktes und der einzelnen Kategorien in Österreich. Durch die Einführung international bekannter Premium-Marken möchten wir am österreichischen Markt wieder neue Akzente setzen und unseren Partnern in Handel und Gastronomie – und damit den Konsumenten – Produktneuheiten mit dem gewissen Etwas bieten. Die traditionsreichen und mehrfach ausgezeichneten Whiskeys aus dem Hause Sazerac – dem größten unabhängigen und noch in Familienbesitz befindlichen Unternehmen und Besitzer einiger der altehrwürdigsten Destillerien Amerikas – verstärken unsere Whisk(e)y-Kompetenz mit amerikanischen Top-Marken. Auch die anderen Neuzugänge Southern Comfort, Fireball, Mezan Rum und Mamont Vodka stehen für die Philosophie von Top Spirit mit höchster Qualität, Tradition und dem richtigen Gespür für Trends ein in jeder Hinsicht hervorragendes Portfolio zu bieten“, so Mag. Walter Wallner, Geschäftsführer von Top Spirit.
Hommage an den Pioniergeist. Buffalo Trace ist „einer der großartigsten Whiskeys der Welt“ (Jim Murray, Whiskey Magazine). 2016 kam zu seinen zahlreichen Auszeichnungen eine weitere, besondere hinzu: Er wurde unter den „Fifty Best Bourbon Whiskeys“ mit einer doppelten Goldmedaille als bester Bourbon Whiskey ausgezeichnet. Der Kentucky Straight Bourbon Whiskey mit 40% vol. wird in kleinen Batches von Hand in der weltberühmten Buffalo Trace Distillery in Kentucky hergestellt. Die Traditionsbrennerei wurde 1858 gegründet und befindet sich am Great Buffalo Trace – dem Pfad, auf dem Tausende Büffel den Kentucky River überquerten und damit den Pionieren den Weg gen Westen wiesen. Buffalo Trace ist eine Hommage an ihren Pioniergeist und an die majestätischen Bisons. Der Original American Whiskey wird aus Mais, Roggen und gemälzter Gerste destilliert und reift mindestens 8 bis 12 Jahre in neuen Fässern der amerikanischen Weißeiche.
McAfee‘s Benchmark old No. 8 – Kentucky Straight Bourbon Whiskey und Eagle Rare werden ebenfalls in der vielfach ausgezeichneten Buffalo Trace Distillery hergestellt. Der Name stammt noch von den Surveyor’s Benchmarks, also den Wegmarkierungen der Siedler. Auch heute setzt er die Benchmarks in seiner Kategorie, denn er ist einer der am schnellsten wachsenden Bourbons in den USA und vielfach ausgezeichnet. Er besticht durch sein einzigartiges und komplexes Aroma aus Vanille und Minze. Eagle Rare ist ein Single Barrel Kentucky Straight Bourbon Whiskey, der nie weniger als zehn Jahre reift. Die Einzigartigkeit dieses Bourbons besticht durch sein komplexes Aroma, wie auch durch seinen milden und langanhaltenden Abgang. Eagle Rare ist ein Bourbon der seinem Namen durch ein erhabenes, unverwechselbares Geschmackserlebnis gerecht wird. Er ist der einzige Bourbon, der bei der San Francisco World Spirits Competition fünf Mal die Doppel-Goldmedaille gewonnen hat. Der absolute High-Level-Bourbon im gehobenen Preissegment ist für Österreich auf 600 Flaschen limitiert.
Castle Brands hat das Design des irischen Knappogue Castle Whiskeys komplett neu gestaltet und will damit die Sichtbarkeit der Marke steigern. Das Redesign gilt der Core Range, dem 12yo Single Malt Irish Whiskey, dem 14yo Twin Wood Single Malt Irish Whiskey und dem 16-year Twin Wood Single Malt Irish Whiskey. Das neue Design wurde von Breeze Creative aus Glasgow gestaltet, heißt es in der Aussendung, die unter anderem auf PRWeb.com nachzulesen ist.
Sazerac verhandelt über einen Kauf der irischen Whiskey-Marke Paddy mit Pernod Ricard, genauer gesagt mit Irish Distillers, einer Tochtergesellschaft von Pernod Ricard. Wie bei The Moodie Report zu lesen, würde sich nicht viel ändern, Paddy Irish Whiskey würde weiter bei den Irish Distillers in der Brennerei in Midleton destilliert werden. Sazerac erhofft sich durch den Kauf, auf dem attraktiven weil schnell wachsenden Markt Irish Whiskey präsent zu sein, Pernod Ricard möchte mit den Verkaufserlösen ihre Irish Whiskey Marken wie Jameson und Powers durch gezielte Investitionen im Wachstum unterstützen.
Die Verhandlungen sollen schon in den nächsten Wochen erfolgreich zu Ende geführt werden.
Am Montag Abend endete das diesjährige Spirit of Speyside Whisky Festival als ein voller Erfolg. An den vorherigen fünf Tagen besuchten tausende Whisky-Begeisterte die über 500 Touren, Tastings und anderen Veranstaltungen. Wer in diesem Jahr nicht bei diesem Festival sein konnte, erhält im September eine zweite Chance. Die Veranstalter werden unter dem Namen Spirit of Speyside – Distilled ein zweites, dreitägiges Festival in Elgin organisieren. Wie auf The National zu lesen (die Website erlaubt nur das Lesen einiger Artikel im Monat ohne Registrierung) werden die Veranstalter noch einige Tage für das Organisieren und Planen brauchen, so dass die Tickets für dieses kleinere Fest erst in paar Wochen erhältlich sein werden.
Großer Abräumer bei den 2016er Whisky Awards des Spirit of Speyside Whisky Festivals war Glenfiddich. Sowohl bei den Whiskys bis 12 Jahre/NAS als auch bei den bis zu 18jährigen sowie in der Kategorie 21 Jahre und älter entschieden sich die Jurymitglieder für Whiskys aus der Brennerei Glenfiddich.
Leider erlaubt uns das Netz auf Islay nicht, wirklich zeitnah von unserem Besuch bei Lagavulin und Caol Ila zu berichten. Telefonverbindung gibt es nur sporadisch, WLAN ist eher Glücksache und wenn, dann ausgesprochen gemächlich, was die Geschwindigkeit betrifft. Daher reichen wir vorerst einmal Bilder zur Vorspeise – Ausführlicheres dann später.
Heute zeigen wir Ihnen einige Eindrücke vom ersten Tag, der vor allem der Anreise gewidmet war. Dennoch konnten wir am späteren Nachmittag das Kildalton Cross besuchen, bevor wir uns nach Lagavulin zu einer Führung durch Distillery Manager Georgie Crawford und einem Dinner in der Malt Mill begaben.
Das Kildalton Cross im Südosten der Insel Islay. Es stammt wohl aus der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts.Ansicht von Lagavulin.Die Stills von Lagavulin aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive…Abenddämmerung über Lagavulin.Nick Morgan, Head of Whisky Outreach bei Diageo, und Charlie McLean im Gespräch beim Dinner in der Malt Mill.