Freitag, 02. Januar 2026, 08:46:44

Teeling Distillery in Dublin nimmt Betrieb auf!

Vor wenigen Minuten haben die Teeling-Brüder über Twitter verlautbaren lassen: „The SpiritofDublin is flowing at the Teeling Distillery Newmarket!“ – der Alkohol läuft nun erstmals durch die Destillieranlage in der Teeling Distillery in Newmarket.

Damit haben die Teelings ihren uns gegenüber im letzten Sommer angekündigten Termin für die Inbetriebnahme (St. Patrick’s Day 2015) nur um einige Tage verfehlt. Ein schöner Tag für den irischen Whiskey – Wir gratulieren ganz herzlich!

teeling

Wir verkosten: Glenrothes 1993 „Kumquat Cluster“ 46%, Wemyss

 

 

 

Glenrothes 1993, 46%, „Kumquat Cluster“, Wemyss
Speyside Single Malt Whisky
1993/2014, Sherry Butt, 730 Flaschen
0.7 Liter, 46%
Verkoster: Silvia Behrens, Bernhard Rems
Sample: Wemyss

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Nase: Frucht in rauen Mengen; Zitrone, Aprikose, Orangeat und Orangenmarmelade, überreife Ananas. Darüber Zuckerglasur. Sehr vielschichtig, changierend, höchst interessant, mit einem ungestümen Unterton. Und darüber eine leicht florale Note, wie von Jasmin? Nicht gerade ein zahmer Glenrothes.

Gaumen: Im Mundgefühl fast cremig, aber geschmacklich ist da vor allem der Punch von Ingwer, grünem Holz, Zitronat. Hier ist es tatsächlich so, als würde man auf Kumquats beißen, oder auf nicht zu süßes Orangeat. Ein leichtes Prickeln auf den Zungenrändern, hintergründig Töne von hellem Nougat.

Finish: Mittellang, wieder etwas cremig und ölig, Fruchttöne von Orangen und Zitronen, hinten nach pfeffrig und leicht bitter werdend.

Alles in allem: Der ist nicht leise, der Whisky. Ein Mund voll kandierter Orangen und Zitronen, mit ordentlich Ingwer – und keiner, dem man mit ins Nichts gerichtetem Blick nachsinnt. Er hat Wucht, ist interessant – und wenn er ein kleines wenig mehr Balance hätte, bekäme er ein sattes Sehr Gut. So aber geben wir ihm das beste Gut, das wir im Talon haben.

Serge verkostet: Amerikanische Whiskeys

Amerika ist momentan das Boomland für Whisk(e)y – der Bourbon rinnt aus den Fässern wie nie, und auch als Exportmarkt für die Schotten können sich die USA sehen lassen. Serge Valentin verkostet heute amerikanische Whiskeys – und zwar fast durchwegs kostengünstige Standardware.

Dass Bourbon nicht seine höchste Leidenschaft ist, sieht man an den Wertungen – aber sie sind doch alle durchaus ansehnlich. In der nächsten Folge geht es dann mit etwas komplexeren Whiskeys weiter, verspricht Serge.

  • Jack Daniel’s ‘Old No.7’ (40%, OB, USA, Tennessee Whiskey, +/-2013): 71 Punkte
  • Jack Daniel’s ‚Single Barrel Select‘ (45%, OB, USA, for The Whisky Lodge Lyon, France, cask #13-5720, 2013): 78 Punkte
  • George Dickel ‚Tennessee Whisky No. 12‘ (45%, OB, USA, +/-2014): 70 Punkte
  • Basil Hayden’s (40%, OB, Kentucky straight bourbon, +/-2014): 82 Punkte
  • Evan Williams ‘1783’ (43%, OB, Kentucky straight bourbon, +/-2014): 77 Punkte
  • Evan Williams 2004/2014 ‚Single Barrel‘ (43.3%, OB, Kentucky straight bourbon): 81 Punkte
  • W.L. Weller 12 yo (45%, OB, USA, Kentucky straight bourbon, +/-2014): 83 Punkte
  • 2nd Chance Wheat (47%, OB, USA, Sonoma County Distilling Co., batch #2, 2014): 87 Punkte

JackDaniels

Fèis Ìle 2015 – Kilchoman-Events ab heute 10 Uhr online sichtbar und telefonisch buchbar

Um die Veranstaltungen beim Fèis Ìle ist immer ein ziemliches G’riß, wie der Bajuware sagen würde – und viele davon sind daher sehr rasch ausgebucht. Die Veranstaltungen von Kilchoman bilden da keine Ausnahme. Weil wir wissen, dass doch mehr als nur eine Handvoll unserer Leser zum Fèis Ìle nach Islay fahren werden, hier ein kleiner Tipp: Die Veranstaltungen der Farm-Destillerie Kilchoman können ab heute, 10 Uhr unserer Zeit, auf deren Website gefunden und danach telefonisch gebucht werden (+441496 850011).

Um das ganze halbwegs fair zu gestalten, können pro Person nur zwei Events gebucht werden – und man muss eine kleine Anzahlung überweisen.

Destillerie Kilchoman.  Bildrechte bei Lars Pechmann.
Destillerie Kilchoman. Bildrechte bei Lars Pechmann.

Ralfy’s Video Review #529: Benromach 100 Proof 57%

Ein Whisky aus unserer Destillerie des Monats März, Benromach, ist der Mittelpunkt des neuesten Verkostungsvideos von Ralfy. Der Benromach 100 Proof, die 10jährige Fassstärke aus der Gordon & MacPhail gehörenden Speyside-Destillerie sorgt ja in Blogs rund um die Welt für sehr positive Kommentare – und auch das Video von Ralfy bildet hier keine Ausnahme. 90 von 100 Punkten bekommt er hier.

Das gesamte Video von fast 3o Minuten Dauer können Sie auf Youtube sehen – oder wie gewohnt gleich hier bei uns.

Lineup für die Masterclass in Linz mit Malt Maniac Pit Krause

Pit Krause hat uns Informationen über das Lineup für die Monster Malt Masterclasses, die er an beiden Tagen beim Austrian Whisky & Spirits Festival in Linz am Wochenende nach Ostern (10. und 11. April) halten wird. Beide Termine können vor Ort oder auf der Site von slowdrink.de gebucht werden. Hier also die Abfüllungen:

slowdrink-Masterclass-Linz

1) Warm-up: Schenley ‘Tradition’ 1972 Canadian Rye Whisky, Melcher-Import, 43%(eine rare und total unterschätzte Kategorie stellen alte Rye Whiskys dar, gerade aus Kanada  bekommt man hierzulande kaum einmal etwas von Qualität – dieser richtig spannende Starter wird die Tastebuds in Stellung bringen – ihr werdet überrascht sein).

2) Rosebank 1988 Signatory for Feinschmecker, selected by Walter Schobert, 57,1%(Weihrauch und dezenter Torf gepaart mit filigranen Würzaromen, edler Lowland-Zurückhaltung, Gras, Zitrone, gewachstem Apfel und Frische – komplex und einzigartig, ein wahrer Single Malt aus einer gechlossenen Brennerei)

3) Cooley 22 y.o. SMWS 118.3, 1991, 206 btl., 2nd fill Bourbon barrel, 57,9% (absolutes Wahnsinns-Bottling und mit das Beste, was ich in letzter Zeit im Fruchtgenre getrunken habe, mein Lieblingsire bei 93 Punkten –  der verweist sogar alte BenRiach und Longmorn in ihre Schranken – Geschmacksexplosion, dazu das Cooley’sche Birnen-Torf-Thema, a perfect dram!)

4) Glenlossie-Glenlivet 19 y.o. Cadenhead’s Authentic Collection, 1978 – 1997, Single Cask, sherrywood matured, 58,7% (Sherryfass-Abfüllungen der Authentic Collection sind immer großartig, und dieser Glenlossie macht keine Ausnahme. Ein Sherrymonster-Malt, ohne dabei plump zu sein: er lässt viele dunkle Früchte, Rum-Rosinen und Schokoladen-Gewürzkuchenaromen aufleuchten und besitzt gerade das richtige Alter, wow!)

5) Bowmore 2004 – 2015 OB ‘Hand-Filled’, 1st fill Sherry butt #1487, 57,5% (von mir persönlich vor wenigen Wochen in den Vaults No. 1 auf Islay handabgefüllt und nur dort erhältlich: die Single Sherry Cask-Variante des ‘Devil’s Cask’ mit dieser filigranen Bowmore-Kompexität und einer wunderbaren Combo aus Islay-Power, rußigem Schwefel und dunklen Beeren – diese Abfüllungen sind zurecht Kult)

6) Ardbeg OB ‘Supernova’ SN2014 Committee Release, 55% (diese rare Committee-Abfüllung mit stärker getorftem Malz – 100 ppm statt 56 – erinnert mich stark an die Ardbegs aus den frühen 1970ern, als noch selbst gemälzt wurde, und zwar ohne Ventilator, was die schweren Jod- und Torfaromen hervorbrachte. Wirklich ein großer Wurf, der in eine leuchtende Ardbeg-Zukunft weist, und ein optimaler Abschluss unseres Tastings – a legend in the making!)

 

Malt Maniac Pit Krause - Copyright Ernst J. Scheiner 2014.
Malt Maniac Pit Krause – Copyright Ernst J. Scheiner 2014.

Bald: Kilkerran WIP7 Sherry Wood und Bourbon Wood Cask Strength

Die letzte Ausgabe der Kilkerran Work in Progress-Serie aus der Glengyle-Destillerie, Kilkerran WIP7, ist angekündigt worden und sollte am 21. Mai 2015 beim Tag der offenen Tür der Campbeltown-Destillerie zum ersten Mal zu verkosten sein. Neu ist in dieser Doppelausgabe (die es seit WIP5 gibt), dass die Bourbon-Wood-Abfüllung in Fassstärke kommt, und zwar mit 54.1%. Die Sherrywood-Ausgabe ist wie üblich mit 46% in die Flasche gekommen. Die Etiketten sind in kräftigem Hellblau gehalten.

In unseren Breiten sollte sie dann Ende Mai oder Anfang Juni zu bekommen sein.

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Old Scotch Whisky Bell’s – uns wurde geholfen

Am letzten Samstag baten wir unsere Leserschaft um Mithilfe – es galt, das Alter und die Echtheit einer Flasche Bell’s zu klären. Und uns wurde geholfen. Unser Leser mit dem Pseudonym Bloedz trug unser Anliegen in das Forum von whisky.de. Dort fanden sich dann auch recht schnell hilfreiche Posts, jetzt wissen wir mehr.

Es war früher in Schottland durchaus üblich, Whisky-Flaschen ohne Hinweise auf Alkoholgehalt und Flaschenvolumen auszuliefern. Dies ergänzte der Importeur mittels eines eigenen, dann auf der Flasche angebrachten Etiketts. Bloedz fand auf der Website Whiskyparadise eine ähnliche Abfüllung für den italienischen Markt aus den Sechzigern. Allerdings wurde der Verschluss, wie ihn unsere Flasche aufweist, in den Achtzigern verwendet. Und User Mel*84 bestätigte diese Vermutung – sein Bell’s stammt aus diesem Jahrzehnt und das Etikett ist fast identisch.

Längere Recherchen bei WhiskyAuction brachten dann doch noch eine vergleichbare Flasche zu Tage. In der Auktion 02 2014 wechselte solch ein Bell’s den Besitzer – für 18 €. Von der Vorstellung des unendlichen Reichtums durch diesen Kellerfund muss sich verabschiedet werden. Uns bleibt dann nur noch, diesen Blend früherer Tage zu probieren. Wir werden ihn an unserem Stand auf der Whisky-Fair Rhein Ruhr öffnen und gerne dort mit unseren Leserinnen und Lesern teilen.

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Video: Kavalan Whisky – die King Car Whisky Distillery

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Bei den World Whisky Awards in London vor einer Woche ist der taiwanesische Kavalan-Whisky zum weltbesten Whisky gekürt worden – wir berichteten hier darüber. Heute möchten wir Ihnen in unserer sonntäglichen Videorubrik einige Aufnahmen über die Destillerie zeigen, die wir auf Youtube gefunden haben. Es ist ein offizielles Video der Destillerie, das aber seit gut 18 Monaten seltsam fast ohne Beachtung blieb.

Das liegt vielleicht auch daran, dass der fünfminütige Clip nicht nur durch seinen Inhalt interessant ist, sondern auch durch seine Machart heraussticht. Sie mag uns Europäern manchmal vielleicht etwas fremd vorkommen, aber unserer Meinung nach verdeutlicht sie einfach die Unterschiede in der Mentalität und in der Sicht auf die Dinge, die wohl auch in den Whisky einfließen. Nehmen Sie sich also die Zeit und blicken Sie mit anderen Augen auf die Destillerie…

PR: Die faszinierende Whisky-Welt zu Gast in Düsseldorf

In 14 Tagen findet zum zweiten Mal die Whiskyfair Rhein Ruhr statt. Vom Veranstalter haben wir einen Pressetext erhalten, den wir Ihnen hier ungekürzt präsentieren:

Whiskyfair Rhein Ruhr2015

Auf der Whiskyfair Rhein Ruhr 2015 am 11. und 12. April 2015 in Düsseldorf lassen sich Whiskys für jeden Geschmack und Herkunft entdecken. Bei der zweiten Whisky-Messe für Privatkunden, in Düsseldorf / Nordrhein-Westfalen mit über 30 Ausstellern, ist der Geruchs- und Geschmackssinn beim Testen der ausgestellten Whiskysorten gefragt. Denn auch dieses Jahr können die Messebesucher in der Classic Remise Düsseldorf in die Welt der Single Malt Whiskys eintauchen. „Die Whiskyfair-Rhein Ruhr ist schon durch den Standort eine Veranstaltung mit einem absoluten Alleinstellungs-Merkmal“, freut sich Thilo Marquaß von der Rolf Kaspar GmbH als Ausrichter der Messe. Alle Informationen zur dieser außergewöhnlichen Messe finden sich unter: www.whiskyfairrheinruhr.de

Der den Samstag-Vorverkauf für den 11.04.2015 wird am kommenden Samstag, 28.03.2015 geschlossen, so dass es nur ab Sonntag, 29.03. die Möglichkeit geben wird, Sonntagskarten für den 11.04.2015 im Vorverkauf zu erwerben. Samstags-Karten gibt es dann nur noch an der Tageskasse am 11.04.2015.

Wer hat noch Lust das Chapter7-Tasting (Deutschland-Premiere) zu buchen am Messe-Samstag (11.04.2015) mit richtig guten, wertigen Einzelfass-Abfüllungen?
Julia Nourney wird moderieren und Selim Evin, der Inhaber von Chapter7, wird ebenfalls dem Tasting beiwohnen und Fragen in englischer Sprache beantworten.

 

Whisky Fair Rhein Ruhr

Classic Remise Düsseldorf
Harffstr. 110a
40591 Düsseldorf

Samstag
11. April
12.00 – 20.00 Uhr

Sonntag
12. April
12.00 – 19.00 Uhr

Eintrittspreis pro Person
Euro 10,-
inkl. Whisky-Glas + Glashalter

Foto: Marius Rittmeyer
Foto: Marius Rittmeyer

Ardbeg Perpetuum wird Whisky zum Ardbeg Day (30. Mai)

Jetzt ist es offiziell: In einer Aussendung an die Committee-Member hat Ardbeg für den Ardbeg Day am 30. Mai den Ardbeg Perpetuum angekündigt. Momentan gibt es ihn bereits in der Destillerie direkt, als Destillerieabfüllung und einem eigenen Aufdruck am Label, in einer Abgabemenge von höchstens zwei pro Member.

Wir sind gespannt, ob die Distribution an die Committe-Member in diesem Jahr friktionsfreier läuft, als das im letzten Jahr in manchen Ländern der Fall war.

perpetuum

NAS Whisky – Die nächste Runde der Debatte

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In dieser Woche schlug ein Post im Blog von The Whisky Exchange ziemlich hohe Wellen. Stuart hatte die Gelegenheit, sich mit Nick Morgan von Diageo zu unterhalten. Thema des Gesprächs: No Age Statement (NAS) Whisky. Und schon zu Beginn rollte Diageo’s „Head of Whiskies“ mit den Augen und hielt mit seiner Meinung über die Debatte über diese Abfüllung nicht hinter dem Berg:

„What does Morgan make of the negative feedback? ‘Sadly, I think a lot of the more intemperate and ill-informed views seem to come from people who have been in the category for a short amount of time, with not much understanding of how the whisky industry works,’ he says. ‘A lot of the comment is driven by hot-headed ignorance.“

Kurz und knapp übersetzt: an dieser Debatte beteiligen sich hauptsächlich Leute, die sich erst seit Kurzem mit Whisky beschäftigen und daher nicht sehr viel Ahnung haben wie die Whisky-Industrie funktioniert. Daher kommen dann auch diese maßlosen Ansichten ohne Hintergrundinformationen, ein großer Teil der Kommentare ist auf hitzköpfige Unwissenheit zurückzuführen.

Starke Worte, die natürlich im Blog von The Whisky Exchange selbst als auch im Web selbst nicht ohne Widerspruch bleiben. Claus Rasmussen hält in seinem Blog The Malt Desk Nick Morgan die Ergebnisse einer Marktuntersuchung von Pernod Ricard aus dem Jahr 2010 vor und wirft noch „Markentreue“ in den Ring.

Auch Dominic Roskrow beteiligt sich an der Debatte. Er weiß nicht genau, wo er anfangen soll und beginnt erst einmal an drei Punkten. Neben der Frage, warum es zur fehlenden Altersangabe auch noch einen Preisaufschlag gibt, führt er einige sehr gute NAS Whiskys. Doch gerade der Travel Retail Bereich hat sich seiner Meinung nach zum Hort der schlechten NAS Whiskys entwickelt. Zum Schluss rückt er gerade, dass die Kritik nicht nur von den kleinen Online-Bloggern kommt. Sondern auch von Menschen, die sich schon sehr lange sich mit Whisky beschäftigen und auch verstehen, wie die Whisky-Industrie funktioniert, namentlich Jim Murray, die Malt Maniacs und natürlich er selbst. Und er ist noch nicht am Ende seiner Argumentation angekommen. Dominic scheint nur kurz Luft holen zu müssen, ein zweiter Teil ist angekündigt.

Oliver Klimek geht das ganze Thema eher wissenschaftlich an und sucht Freiwillige und Interessierte für ein Blind Tasting. Es soll untersucht werden, wie sich NAS Whisky geschmacklich gegenüber Whiskys mit Altersangabe behaupten können. Es erinnert ein wenig an die Untersuchung zur Kühlfilterung von Horst Lüning. Doch der Geschmack ist beim Thema NAS Whisky nur ein Aspekt unter vielen.

Da können wir sehr froh sein, dass hier einer die Ruhe behält und ganz er selbst ist. Am International Whisky Day interviewt der Whiskysponge denjenigen, der sich am besten zu diesem Thema äußern kann: Den Whisky selbst. Im Gespräch zweier Metaphern dreht es sich nicht nur um das Phänomen No Age Statement. Whisky kennt es schon von früher und hat ihn/sie/es noch nie gestört. Nur an diese neuen seltsamen Namen kann er/sie/es sich nicht gewöhnen. Eher sorgt Whisky sich darüber, in Limburg wieder in einem Glas, welches an einem Band um den Hals befestigt, zwischen zwei verschwitzten Männer-Brüsten über die Messe getragen zu werden.

Kupfer für flüssiges Gold – Whiskyexperts zu Besuch bei Abercrombie

Wenn man im schottischen Stirling die Hauptstraße in Richtung Alloa verlässt, dann kommt man nach einiger Zeit an ein unscheinbares, aber doch ansehnlich großes Industriegebäude inmitten eines Wohngebiets. Auch das Firmenschild gibt nicht wirklich Auskunft darüber, was sich in den Hallen verbirgt: Abercrombie, Diageo’s Kupferschmiede für alle Stills, die in ihren Destillerien verwendet werden.

Die Einfahrt zu Abercrombie Works in Alloa
Die Einfahrt zu Abercrombie Works in Alloa

Whiskyexperts konnte sich in dieser Woche Abercrombie Works auf Einladung von Diageo ansehen und bekam dabei aus erster Hand während einer Führung Informationen von Charles King, den Operations Manager bei Abercrombie. Charles, ein freundlicher und von seiner Arbeit sichtlich beseelter Mann, gab uns zunächst eine Einführung in die Geschichte von Abercrombie Coppersmiths & Engineers, die gemeinsam mit Forsythe für nahezu sämtliche Brennblasen in den Destillerien Schottlands verantwortlich sind. Diese Geschichte reicht bis ins Jahr 1790 zurück, aber die eigentliche Firmengründung durch R G Abercrombie fand im Jahr 1878 statt.

R G Abercrombie, ein Unternehmer wie aus dem Bilderbuch
R G Abercrombie, ein Unternehmer wie aus dem Bilderbuch

Ein zweiter wichtiger Aspekt in Charles‘ Einführung war die Sicherheit. Die Arbeit eines Kupferschmiedes zählt zu den gefährlichsten Arbeiten, die es in der Industrie gibt. Das nicht nur wegen des Umgangs mit schweren Metallteilen und scharfen Kanten, sondern auch zum Beispiel wegen einer durch die Vibrationen des Metalls beim Bearbeiten entstehenden Krankheit, die in letzter Konsequenz die Finger irreparabel schädigen kann.

Unter diesen Umständen ist die auf Besucher schon fast manisch wirkende Fixierung auf Sicherheit mehr als verständlich. Sie galt natürlich auch für uns – wir erhielten von Charles King jeweils ein Paar Ohrstöpsel – und auch, wenn wir die Hallen in der Mittagspause besuchten – die wenigen Schläge auf Kupfer, die wir hörten, waren laut genug.

Charles King, Operations Manager und damit Chef bei Abercrombie
Charles King, Operations Manager und damit Chef bei Abercrombie

Diageo Abercrombie steht in einem ständigen Konflikt zwischen Tradition und Moderne, das wurde uns aus fast jedem Satz, den wir von Charles hörten, bewusst. Einerseits steht da die Tradition, die gerade im Brennblasenbau eine gewaltige Rolle spielt (man möchte und muss bei den Ersatzteilen und Neubauten so nahe wie möglich ans Original herankommen, um den Charakter des Whiskys nicht zu verändern), andererseits will und muss ein Konzern wie Diageo auch die möglichen Dinge automatisieren und rationalisieren.

Interessanterweise sind es vor allem die finanziellen Interessen des Konzerns, die einer weitergehenden Automatisierung der Arbeit im Wege stehen: Es rechnet sich einfach nicht, für individuelle Stücke Automatisationsprozesse, Formen und Maschinen zu entwickeln. So wird auch heute noch, in den Zeiten von Computer Aided Manufacturing, vieles mit der Hand gemacht.

Die Maschinenhalle - aber der Automatisation sind enge Grenzen gesetzt
Die Maschinenhalle – aber der Automatisation sind enge Grenzen gesetzt

Das erste Werkstück aus einer Destillerie, dem wir mit Charles begegneten, war imposant: Momentan werden gerade einige Komponenten aus der Grain-Destillerie Cameronbridge gewartet und überholt. Mit einem Durchsatz von monatlich Millionen von Litern sind die riesigen Coffey Stills industrielle Objekte. Hier ist so eine Coffey Still im Modell zu sehen:

Eine Coffey Stil, wie sie in Cameronbridge verwendet wird, im Modell
Eine Coffey Still, wie sie in Cameronbridge verwendet wird, im Modell

Und so sehen die Teile in natura aus:

Teile der Still aus Cameronbridge
Teile der Still aus Cameronbridge
Der Rectifier aus Cameronbridge in der Wartung
Der Rectifier aus Cameronbridge in der Wartung

Ganz in der Nähe sahen wir ein neu gefertigtes Teil, das Innere eines Worm Tubs, eine Schnecke, in der das Destillat herunter gekühlt wird.

Eine Kühlschnecke
Eine Kühlschnecke

Unsere Besichtigung führte uns weiter in den Bereich, in dem man Teile für Pot- und Wash Stills für die Destillerien von Diageo bearbeitete. Darunter gab es Neubauten, aber auch Ersatzteile für bestehende Anlagen. Während der untere Teil einer Still nahezu unverwüstlich ist, muss der obere Teil, in dem der Dampf des Destillats mit dem Kupfer in Verbindung kommt, regelmäßig erneuert werden. Und hier steht so einiges an großen Kupferteilen herum, wie man auf nachfolgendem Bild sehen kann:

Die Halle der Stills
Die Halle der Stills

Für Benrinnes sind gerade zwei größere Teile in Arbeit:

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Diese beiden Blasen gehen in die Destillerie Benrinnes

Hier sehen Sie Teile für Mortlach und Lagavulin so nahe beisammen wie sonst nie wieder:

Links Mortlach, rechts Lagavulin
Links Mortlach, rechts Lagavulin
Die Teile werden beschriftet - Gewicht, Destillerie und welche Still
Die Teile werden beschriftet – Gewicht, Destillerie und welche Still

Apropos Mortlach: Diageo ist dabei, die Kapazität der Destillerie zu verdoppeln – dementsprechend beschäftigt ist Abercrombie mit den Arbeiten für diese Destillerie. Hier sehen sie lauter Neuteile für die Destillerie Mortlach (nur ganz vorne gehört nach Glenkinchie), mit der die existierenden Stills dupliziert werden:

Mortlach, vorne Glenkinchie
Mortlach, vorne Glenkinchie
Ein Detail einer Still für Mortlach
Ein Detail einer Still für Mortlach

Manches, wie gesagt, geht maschinell – zum Beispiel mit diesem riesigen Hammerwerk, das sich am Ende der Halle befindet:

Das Hammerwerk bei Abercrombie Works.
Das Hammerwerk bei Abercrombie Works.

Vieles jedoch muss nach wie vor von Hand gemacht werden, weil es entweder aus Kostengründen keine Maschinen dafür gibt oder das menschliche Gefühl dafür gefragt ist. Bei diesem Teil hier muss zum Beispiel von Hand gehämmert werden, um das Kupfer auf die richtige Dicke zu bringen:

Hier ist handwerkliches Können gefragt
Hier ist handwerkliches Können gefragt

Aber auch noch größere Teile müssen oft von Hand gehämmert werden, eine Arbeit, die sich über einen ganzen Tag und mehr erstrecken kann. Genau bei diesen Arbeiten kann die Vibrationskrankheit, von der wir früher gesprochen haben, auftreten:

Der verwendete Hammer ist weich und aus Holz
Der verwendete Hammer ist weich und aus Holz

Insgesamt haben wir einen faszinierenden Einblick in die Arbeit der Kupferschmiede erhalten. Selten hat man die Gelegenheit, so viele verschiedene Brennblasenteile für so viele verschiedene Destillerien auf einem Platz zu sehen, und wir haben anschaulich vor Augen geführt bekommen, dass auch Stills, die wie für die Ewigkeit gemacht aussehen, einer regelmäßigen Wartung bedürfen. Wir hoffen, dass wir Ihnen diese neuen Einblicke durch unseren Bildbericht haben zugänglich machen können – und dass Sie damit Freude hatten.

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PR: Spirituosen-Wolf Hamburg ist nördlichste Ardbeg Embassy Deutschlands

Von Ardbeg erreichte uns soeben diese Pressemitteilung über eine neue Ardbeg Embassy in Hamburg, die wir hiermit gerne mit Ihnen teilen:

ardbeglogo

DIE NÖRDLICHSTE ARDBEG EMBASSY IN DEUTSCHLAND IST SPIRITUOSEN-WOLF HAMBURG

Das im Hamburger Schanzenviertel angesiedelte Getränke-Paradies Wolf wird zum 1. April 2015 die sechste Ardbeg Embassy in Deutschland. Das 1970 gegründete Unternehmen zählt zu den profiliertesten Händlern feiner Spirituosen und Getränke in der Hansestadt. Mit zwei Ardbeg „Botschaften“ in München, erstklassigen Whiskyfachgeschäften in Berlin, Bonn und Frankfurt am Main, ist Spirituosen-Wolf ab sofort die sechste und nördlichste Ardbeg Embassy in Deutschland.

Die erste Anlaufstelle, wenn es um den ultimativen Islay Single Malt Whisky Ardbeg geht, sind die Ardbeg Embassies. Beim weltweiten Netzwerk aus Fachgeschäften und Bars finden sich Neuigkeiten und meist die neuesten limitierten Editionen der 1815 offiziell gegründeten Brennerei. Mickey Heads, Destillerie Manager von Ardbeg und Vorsitzender des Ardbeg Committees sagt: „Welcome aboard, mit Spirituosen-Wolf gewinnen wir ein neues Mitglied in unserer Embassy Flotte. Wir freuen uns sehr, eine weitere Ardbeg Fahne in Deutschland hissen zu können.“

Für Silke Wolf von Spirituosen-Wolf ist der Titel Auszeichnung und Bestätigung der intensiven Beratung ihrer Kunden in den letzten Jahren: „Die Resonanzen auf unsere Tastings und Veranstaltungen zu Single Malt Whisky und speziell zu Ardbeg zeigen, dass wir auf dem richtigen Kurs sind. Als Ardbeg Embassy werden wir unser Angebot und Beratung dahingehend noch gezielter ausbauen.“

Getränke-Paradies Wolf, Schanzenstraße 7, Hamburg
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 6:30 bis 18:30 Uhr, Samstag von 9:00 bis 15:00 Uhr
http://spirituosen-wolf.de