Freitag, 02. Januar 2026, 01:40:15

Mark Reynier: Rückläufige Scotch-Verkäufe wegen verfehlter Produktpolitik

Mark Reynier, ehemals Bruichladdich und nun bald mit seiner eigenen Destillerie in Irland unterwegs (siehe unser Bericht hier), meldet sich in der Debatte um die rückläufigen Scotch-Verkäufe im Vereinigten Königreich nun zu Wort. Er meint, dass die hohe Steuer nicht der Grund dafür sei und die Debatte darüber verfehlt.

In einem Artikel auf Herald Scotland, der unter anderem auch auf The Spirits Business zitiert wurde, sieht er den Hauptgrund des Rückgangs in der Vernachlässigung des Heimatmarktes durch die schottische Whiskyindustrie, die mittlerweile 90% der Produktion auf andere Kontinente liefert. Und diese Vernachlässigung fände schon seit den Siebzigerjahren statt.

Zudem meint Reynier, dass es nicht Aufgabe der SWA sei, für die gesamte Branche eine Kampagne zur Steuerreduktion zu führen. Überhaupt seien ja die Verkäufe von Vodka, Gin und Rum durch die Decke gegangen – das Problem liege also offensichtlich nur bei Scotch und nicht bei der Steuer.

Mark Reynier will mit seinem neuen Unternehmen die großen Konzerne herausfordern, deren Strategie seiner Meinung nach verfehlt ist. Statt immer mehr standardisierte Ware und Whisky mit Geschmackszugaben zu produzieren, solle man sich auf die Stärken von Whisk(e)y konzentrieren. Das, so Reynier, habe er mit seiner neuen Destillerie vor.

Mark Reynier
Mark Reynier

Kickstarter: Erstmals Fassreifung in der Flasche möglich!

Eine so einfache wie irgendwie geniale Idee hat es auf Kickstarter geschafft, ausreichend Geld aufzustellen, um in Produktion zu gehen: Die Pinocchio Barrique Bottle ist eine aus europäischer Eiche hergestellte Flasche, die Spirituosen in wenigen Tagen mit einer eigenen Note ausreifen lässt. Laut Angaben der Erfinder entsprechen 10 Tage ganzen sechs Monaten im Fass.

Ob man die Flasche nun als „Virgin Oak“ verwendet oder zum Beispiel zuvor mit Sherry präpariert, bleibt jedem selbst überlassen. Jedenfalls soll sie für alle Spirituosen mit mehr als 12% Alkohol geeignet sein – und mehrfach verwendbar.

Wer also ein wenig mit eigenen Finishes experimentieren will, findet in dieser Holzflasche ein wirklich innovatives und interessantes Spielzeug, mit dem man seiner Fantasie freien Lauf lassen und eigene Geschmacksnuancen für sich und seine Freunde schaffen kann.

Auf der Kickstarter-Seite findet sich übrigens auch ein Video, das die Idee gut und ausführlich erklärt.

Bild:  San Vigilio Ltd.
Bild: San Vigilio Ltd.

 

Serge verkostet: Bushmills

Passend zum St. Patrick’s Day hat Serge Valentin heute einige Bushmills aus Irland verkostet. Zwei Originalabfüllungen sind dabei, und auch zwei Unabhängige. Die Bewertungen reichen von ok bis wow, wobei die beiden offiziellen Bottlings ganz gut abschneiden:

  • Bushmills 16 yo (40%, OB, Irish single malt, +/-2014): 82 Punkte
  • Bushmills 21 yo (40%, OB, Madeira finish, +/-2014): 82 Punkte
  • Columban of Iona 23 yo 1991/2014 (57.5%, The Stillman’s, Irish single malt, bourbon barrel, 231 bottles): 91 Punkte
  • Irish Single Malt 2003/2014 (49.5, Whisky-Fässle, hogshead): 78 Punkte

Beim letzten Whisky ist sich Serge übrigens nicht ganz sicher, ob es tatsächlich Bushmills ist…

Bushmills im Co. Antrim gehört seit 2014 der mexikanischen Tequila Dynastie Beckmann. Alle Rechte vorbehalten. Copyright Ernst J. Scheiner 2015.
Bushmills im Co. Antrim gehört seit 2014 der mexikanischen Tequila Dynastie Beckmann.
Alle Rechte vorbehalten. Copyright Ernst J. Scheiner 2015.

Brown-Forman investiert zusätzliche 20 Millionen Dollar in Old Forester

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Der Whiskeyboom in den USA beflügelt die Branche: Laut einem Bericht im Lexington Herald wird Brown Forman zusätzlich 20 Millionen Dollar in die Old Forester-Destillerie und das Besucherzentrum investieren (30 Millionen waren bereits fix eingeplant). Diese Investition wurde durch das zweistellige Wachstum der Marke möglich.

Zusätzlich wurde verlautbart, das Campbell Brown, ein Mitglied der Familie, die Destillerie leiten wird.

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Happy St. Patrick’s Day! (mit Video)

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Wir wünschen unseren Lesern einen wunderschönen und wundersam grünen St. Patrick’s Day! Seien Sie heute so irisch, wie Sie nur können – mit gutem irischen Essen, einem irischen Bier und einem irischen Whiskey.

Und wenn Sie gerne genau wissen wollen, was St. Patrick’s Day eigentlich ist, dann lassen Sie es sich von irischen Kindern erklären: 🙂

Preußische Whiskydestillerie: Artikel zum 5. Geburtstag in der MOZ

In der Märkischen Onlinezeitung wurde heute unter dem Titel „Der raue Preuße wird fünf“ ein Artikel zum 5. Geburtstag der Preußischen Whiskydestillerie veröffentlicht. In ihm erzählt Brennmeisterin Cornelia Bohn die Geschichte der jungen Destillerie und über ihre Liebe zum Whisky. Im Artikel steht auch zu lesen, dass Cornelia Bohn ab diesem Jahr die Whiskyproduktion hauptberuflich betreiben wird:

Wegen der wachsenden Nachfrage gibt sie ab Juni ihren Job in einer Apotheke auf und widmet ihr Leben nun ganz der mit viel Liebe und familiärer Hilfe aufgebauten Brennerei … Ob sie künftig von der Produktion leben kann, zeigen die kommenden Jahre. „Wir leben in der Uckermark und mit unserem Lebensstandard nicht auf der großen Spur“, sagt Cornelia Bohn. „Aber bereut habe ich meinen Whiskytraum nie.“

Cornelia Bohn, Preußische Whiskydestillerie
Cornelia Bohn, Preußische Whiskydestillerie

 

Serge verkostet: Knockando

Eine schöne Vertikale von Knockando stand auf dem Programm der Verkostung von Serge Valentin – bunt gemischt mit Originalabfüllungen und Unabhängigen, alten und neuen, Reifen und Jüngeren. Und diesmal ist etwas passiert, dass laut Serge bei solchen gemischten Vertikalen nicht oft vorkommt: die offiziellen Bottlings haben in Summe doch deutlich gewonnen. Aber sehen Sie selbst:

  • Knockando 12 yo 2000 (43%, OB, +/-2014): 80 Punkte
  • Knockando 1972/1984 (43%, OB, 75cl): 80 Punkte
  • Knockando 1970/1982 (43%, OB, 75cl: 80 Punkte
  • Knockando 15 yo 1997 (43%, OB, +/-2013): 83 Punkte
  • Knockando 1963/1985 ‚Extra Old Reserve‘ (43%, OB): 88 Punkte
  • Knockando 14yo 1994/2009 (50%, Douglas Laing, OMC, bourbon barrel, cask #4863, 357 bottles): 70 Punkte
  • Knockando 26yo 1980/2007 (46%, Duncan Taylor, Rare Auld, cask #1912, 268 bottles): 78 Punkte

 

Destillerie Knockando.  Bildrechte bei Lars Pechmann.
Destillerie Knockando. Bildrechte bei Lars Pechmann.

Nachberichte zur Whisky’n’More

Die Whisky’n’More ist vorbei, und die ersten Nachberichte dazu tauchen in der Presse auf. Zwei Artikel mit diesem Thema sind gestern bereits online gegangen: In der WAZ gibt es einen bildlosen Artikel mit positivem Tenor, und in Hallo Herne einen weiteren, diesmal mit einer Fotostrecke. Und wer sich für unsere ersten Eindrücke interessiert, der kann unseren kleinen Rundgang vom Freitag hier nachlesen.

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Arran 18yo ab Montag im Arran Online-Shop

Ein kurzer Reminder unsererseits: Wer es gar nicht mehr erwarten kann, bis der Arran 18yo, die bislang älteste Abfüllung aus der Destillerie und der letzte in der Vintage-Trilogie (16, 17 und 18 Jahre) auch bei uns in den Fachhandel kommt, der hat ab Montag die Möglichkeit, die Abfüllung direkt im Online-Shop von Arran zu bestellen.

Sollte sich nicht in der letzten Zeit etwas geändert haben, so gibt es diese Möglichkeit für unsere deutschen Leser und jene aus der Schweiz – die Österreicher müssen sich wohl noch gedulden; ein direktes Bestellen ist für sie wohl nach wie vor nicht möglich.

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Ralfy’s Video Review #527: Glengoyne 21yo

Aus der Highland-Destillerie Glengoyne kommt die Abfüllung, die Ralfy heute in seinem Video verkostet: Der Glengoyne 21yo. Abgesehen davon, dass er für einen 21jährigen mittlerweile eher in der gemäßigten Preiszone zu liegen kommt (etwas über 100 Euro) und schon damit Pluspunkte sammeln kann, ist er auch noch ansprechend verpackt. Und der Inhalt? Nun, laut Ralfy ist auch der beachtlich: 91 von 100 Punkten erhält er in dem knapp halbstündigen Video, das Sie auf Youtube oder gleich hier sehen können:

Buzzfeed: 14 Plätze, von denen man nie glauben würde, sie seien in Schottland

Wie vielfältig Schottland sein kann, wissen alle, die das Land bereits etwas ausgiebiger bereist haben. Einen guten Eindruck davon gibt auch diese Bildstrecke auf Buzzfeed, die in 14 Aufnahmen Plätze und Gebäude zeigt, die man im ersten Moment nicht mit Schottland assoziieren würde. Die Bildunterschriften geben nähere Informationen zu den jeweiligen Bildern.

Luskentyre am Abend: Bild: John Masterson [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons
Luskentyre am Abend: Bild: John Masterson [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Videos: Besuch in Dalwhinnie und Dalwhinnie – Tomatin mit dem Caledonian Sleeper

Einen wunderschönen Sonntag wünschen wir, wie immer mit Videos über Whisky oder Schottland. Heute haben wir uns die Mitte der Highlands ausgesucht – und zeigen zunächst einen kurzen Film über einen Besuch bei der höchstgelegenen Destillerie Schottlands, Dalwhinnie (sie können ihn auch auf Youtube ansehen).

Und dann gibt es heute ein zweites Video, das in der Tradition der beschaulichen Bahn-Videos steht. In zwanzig Minuten, hier oder auf Youtube, zeichnet es die Bahnreise zwischen Dalwhinnie und Tomatin mit dem „Caledonian Sleeper“ nach – und es bietet vor allem eines: Landschaft. Erwarten Sie sich also keine Action, sondern Highlands unfiltered.

Video: Redbreast Mano a Lámh

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Vor etwas über einem Monat hat Redbreast eine Abfüllung nur für Stillhouse Members (so nennt Redbreast seinen Fanclub) herausgebracht (wir berichteten mit Tasting Notes): Redbreast Mano a Lámh. Der sherrylastige irische Whiskey wurde in einer Auflage von 2000 Flaschen mit 46% Alkohol produziert und hat sich bald den Ruf einer äußerst gelungenen Sonderausgabe eingeheimst. Das jetzt gerade veröffentlichte Video zeichnet hier oder auf Youtube den Weg der Sherryfässer für diese Sonderabfüllung nach und ist schön produziert, finden wir.

Ein kurzer Check im Webshop für Mitglieder zeigt, dass die Clubabfüllung noch nicht ausverkauft ist – wer sich vom eklatant hohen Porto nicht abschrecken lässt, kann den Whiskey noch um 65 Euro bestellen…

Exklusiv: Ein kleiner Rundgang auf der Whisky’n’More

Im letzten Jahr zog Frank Grauert mit seiner Messe Whisky’n’More innerhalb Bochums um. Vom Haus der Gesellschaft Harmonie ging es in das Dampfgebläsehaus der Jahrhunderthalle. Dort fand die Messe auf zwei Etagen statt.  Dies erwies sich als relativ unpraktikabel, und die Whisky’n’More kam bei ihrer Premiere am neuen Veranstaltungsort augenblicklich an ihre Kapazitätsgrenzen. Für dieses Jahr wurde die daneben liegende Turbinenhalle belegt. Auf den über 1.000 qm fanden alle Aussteller Platz, das Publikum konnte sich deutlich leichter orientieren. Und in den beiden breit angelegten Gängen luden Stehtische zu einem kurzen Verweilen ein.

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Geräumiger und übersichtlicher – die Whisky’n’More in der Turbinenhalle auf dem Gelände der Bochumer Jahrhunderthalle.

Unter den Ausstellern waren hauptsächlich Händler, Importeure und unabhängige Abfüller zu finden. Sie präsentierten dem Publikum die breite Palette der Destillationskunst: Von Standard-Abfüllungen schottischer Brennereien über Einzelfass-Abfüllungen, von irischem Whiskey, über Bourbon aus den USA bis hin zu deutschem Whisky – für diejenigen, die hier nicht fündig wurden, wurden auch Rum, Gin und weitere Spirituosen geboten.

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Mike Müller und Michel Reick von Best Dram. Neben, unter anderem, Kavalan und Abfüllungen von James MacArthur hatten sie ihre neuen eigenen Bottlings mit im Gepäck.

 

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Neben Abfüllungen von Michel Couvreur bot Markus Mattonet noch Neues von Malts of Scotland an.

Die Wahl einer neuen Location für die Whisky’n’More war fast zwingend. Durch die mittlerweile sehr hohe Anzahl an Spirituosen-Messen in Deutschland hat das Publikum sehr viele Vergleichsmöglichkeiten der unterschiedlichen Konzepte. Übersichtlichkeit und eine leichte Orientierung über Angebot und Aussteller sind Standard. Und hier hat Frank Grauert deutlich nachgebessert. Eine sehr schöne Veranstaltung.

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Der beleuchtete Wasserturm im Abendhimmel – gegen Ende der Veranstaltung gab es für die Besucher Ruhrpott-Romantik pur.