Freitag, 02. Januar 2026, 03:27:54

Serge verkostet: zwei aktulle Tullibardine

Tullibardine Besucherzentrum, Photo von Brian D Osborne, CC-Lizenz
Tullibardine Besucherzentrum, Photo von Brian D Osborne, CC-Lizenz

Whiskys aus der Brennerei Tullibardine sind eher selten geworden. Serge Valentin verkostet heute zwei unabhängige Abfüllungen, welche noch vor der zwischenzeitlichen Schließung destilliert wurden. Die relativ lange Zeit im Fass haben beide Whiskys gut genutzt. Auf Whiskyfun erreichen sie eine Punktezahl im mittleren 80er-Bereich. Die heutige Verkostung im Kurzüberblick:

  • Tullibardine 24 yo 1990/2014 (51,3%, Liquid Treasures for SYC Vino and Cigar Taiwan, hogshead, 270 bottles) 85 Punkte
  • Tullibardine 1980/2014 (48,3%, Malts of Scotland, sherry hogshead, cask #MoS 14023, 146 bottles) 86 Punkte

Neu: Kilchoman Loch Gorm 2015 (mit Tasting Notes)

Die Informationen zur neuesten Version des Kilchoman Loch Gorm sind an die Öffentlichkeit gelangt; und dieser selbst sollte schon bald (Mitte April) erhältlich sein, gefolgt übrigens vom Machir Bay 2015 und vom 100% Islay 5th Release im Mai.

Wie Frans Muthert auf seinem Blog berichtet, ist der Loch Gorm 2015 5 Jahre alt, wurde aus Oloroso Sherry Butts und Hogsheads (letztere sind neu in der Serie) mit 10.000 Flaschen abgefüllt und soll € 75,- kosten.

 

Hier die offiziellen Tasting Notes in unserer Übersetzung:

Nase: sanft, würzig und reichhaltig mit etwas Rauch, dunkle Schokolade und Zitrusnoten

Gaumen: Milde Früchte und Torfrauch

Finish: Reichhaltig und lang mit Rauchnoten

kilchoman-loch-gorm-release-2015

Exklusiv: Interview mit Scott Adamson (Tomatin) – Teil 2

In zweiten Teil unseres Exklusiv-Features sprechen wir weiter mit Scott Adamson, Regional Sales Manager bei Tomatin – über seine Arbeit, die Destillerie Tomatin selbst und ihre Abfüllungen. Wir haben das Interview schriftlich mit ihm geführt – den ersten Teil, der gestern erschienen ist, können Sie hier lesen.

Scott wird übrigens auch Gast auf der 7. Wiener Whiskymesse am kommenden Wochenende sein und dort eine (leider bereits ausgebuchte) Masterclass mit den Produkten der Highland-Destillerie halten (darunter Proben aus drei Fässern, die nur in der Destillerie erhältlich sind. 

Scott Adamson, Tomatin Distillery
Scott Adamson, Tomatin Distillery

Cù Bòcan – eine Menge Leute waren überrascht, als ihr eine getorfte Abfüllung auf den Markt gebracht habt. Wie und wieso habt ihr diese Entscheidung getroffen?

Wir haben seit 2005 eine Woche im Jahr getorften Spirit produziert. Wir haben ja einige eigene Blends wie The Antiquary oder Talisman, und ursprünglich haben wir die Entscheidung gefällt, um unseren eigenen getorften Whisky in den Blends verwenden zu können und nicht auf die Versorgung durch andere Destillerien angewiesen zu sein. Allerdings hat sich die Nachricht, dass wir eigenen getorften Whisky produzieren, rasch verbreitet und es war dann wachsende Nachfrage danach vorhanden. Wir haben schon sehr bald festgestellt, dass unser getorfter Whisky von hoher Qualität war und einige der frühen Fässer sind dann auch in den Tomatin Decades gegangen. Danach haben wir mit der Planung unserer eigenen getorften Abfüllung begonnen und statt einfach einen getorften Tomatin zu machen, haben wir 2013 die Marke Cù Bòcan ins Leben gerufen.

Cu Bocan Bottle Image

Wurden die Fässer bereits speziell dafür gemacht oder waren es Überbleibsel aus der Blend-Produktion?

Der Standard-Cù Bòcan wird aus den Fässern produziert, die seit 2005 destilliert wurden. Allerdings waren wir alle sehr erstaunt, als Graham, der Distillery Manager, eines Tages mit drei Fassproben von Fässern aus dem Jahr 1989 auftauchte, die merklich getorft waren. Unseres Wissens nach haben wir vor 2005 niemals getorften Whisky produziert. Wie sich dann herausstellte, war uns damals eine Ladung getorfte Gerste geliefert worden, und anstatt diese Charge zurück zu schicken und einen Tag in der Produktion zu verlieren, wurde sie einfach verarbeitet. Über die Jahre wurde das Meiste aus diesem Produktionslauf in Blends verwendet, aber wir konnten die letzten drei Fässer auffinden und sicherstellen, und letztes Jahr einen Cù Bòcan Vintage 1989 mit 1030 Flaschen abfüllen

Erzähle uns ein wenig über die unterschiedlichen Abfüllungen in der Reihe

Cù Bòcan wird langsam aber sicher eine sehr interessante Serie. Ende 2013 brachten wir die Marke mit der Standard-Abfüllung auf den Markt. Sie wird mit 15ppm produziert und ist aus vier Fasstypen zusammengestellt: First Fill Bourbon, First Fill Oloroso Sherry Butts, First Fill Virgin Oak und ein kleiner Anteil von Refill Hogsheads. Den Whisky kann man am besten mit „leicht rauchig, mit intensiver Zitrusnote und exotischen Gewürzen“ beschreiben.

Im April 2014 erschien der Cù Bòcan 1989 aus den besagten 3 übriggebliebenen Bourbon Fässern aus der zufälligen Produktion. Er wurde mit Fassstärke (53.2%) abgefüllt und hat einen fantastisch komplexen Charakter mit leichtem Rauch, frischen Früchten, süßer Vanille und erdigen Gewürzen. Den ppm-Wert kennen wir nicht, weil es ja eine Fehllieferung war, aber wenn man ihn mit den anderen vergleicht, würde ich ihn so um die 20-25ppm einordnen.

Cu Bocan 1989 Kopie

Danach haben wir uns entschlossen, uns der verschiedenen Fasstypen, die im Standard-Cù Bòcan verwendet werden, anzunehmen und Ende 2014 haben wir eine Sherryfass-Abfüllung auf den Markt gebracht, die begeistert aufgenommen wurde. Im Vergleich zur Standardabfüllung ist sie würziger und hat Geschmacksrichtungen wie süßer Paprika und viele getrocknete Früchte mit Toffee und dunkler Schokolade. Auch sie ist mit 15ppm getorft, und die Sherrynoten harmonieren perfekt mit dem leichten Rauch.

cu bocan sherry

In diesem Monat haben wir die zweite Abfüllung mit einem bestimmten Fass-Stil auf den Markt gebracht: Virgin Oak, wiederum mit 15ppm getorft. Virgin Oak ist kein einfacher Stil in der Produktion, die Eichennoten können ganz leicht den Whisky überschatten. Aber hier arbeiten die süßen, frischen Früchte ganz hervorragend mit dem leichten Rauch zusammen. Im Mund hat man dann auch noch entzückende Toffee-Noten und würzige Eiche.

Cu Bocan Virgin Oak

Wird nach dem Cù Bòcan Virgin Oak noch eine weitere Abfüllung auf den Markt kommen?

Ja. Ende des Jahres werden wir die Bourbon Cask Limited Edition veröffentlichen, die letzte Ausrichtung in der Trilogie. Das Schöne für uns ist, dass Cù Bòcan eine junge Marke ist, mit wenig Erwartungen verknüpft und daher offen für Experimente mit ungewöhnlichen Fässern und verschiedenen Stufen der Torfung. Es wird also über die nächsten Jahre sicher noch einige Limited Editions geben, und eventuell schauen wir, ob wir nicht noch mehr Produkte in der Standard-Linie schaffen wollen.

Und was gibt es zum Tomatin Cask Strength zu sagen? Kannst Du ein wenig mehr über die Fässer und das Alter derselben im ersten Batch verraten?

Es ist eine schöne Erweiterung der Standard-Range. Besonders in Europa ist die Nachfrage nach hochwertigen Fassstärken-Abfüllungen über die letzten Jahre stark gestiegen, und für uns ist es aufregend, unseren Kunden den Tomatin-Stil in seinem natürlichen Zustand bieten zu können: nicht gefärbt, nicht kühlfiltriert und in Fassstärke. Der Cask Strength wird in Batches erscheinen, das erlaubt uns, verschiedene Stärken zu veröffentlichen und eventuell auch verschiedene Fasstypen. Dieser erste Batch ist mit 57.5% abgefüllt und stammt zu 50% aus Bourbon Barrels und zu 50% aus Sherry Butts verschiedener Altersstufen.

Cask Strength

Der Tomatin Decades, der im Jahr 2011 veröffentlicht wurde, ist in bester Erinnerung geblieben. Nachdem ihr ja im vorigen Jahr den Cuatro veröffentlicht habt: denkt ihr daran, wieder eine Sonderabfüllung im Stil des Decades zu machen?

Der Tomatin Decades war ein fantastischer Whisky, der zur Feier von 50 Jahren Douglas Campbell bei Tomatin herausgegeben wurde und aus ausgesuchten Fässern aus diesen 5 Dekaden bestand, in denen Dougie in der Destillerie gearbeitet hat – von Jahrgang 1967 bis Jahrgang 2005. Das war – in vielerlei Hinsicht – ein Wendepunkt für die Destillerie; zum ersten Mal haben wir Fässer in dieser Art und Weise verwendet und etwas Besonderes geschaffen, das für den Konsumenten einzigartig war. Das haben wir mit dem Cuatro fortgesetzt: Vier Flaschen, die jeweils mit einer andern Art von Sherry gefinisht waren, nämlich Fino, Manzanilla, Oloroso und Pedro Ximenez. Irgendwie legen wir uns mit jeder dieser Veröffentlichungen die Latte selbst etwas höher, um etwas noch Ausgefalleneres, Interessanteres zu schaffen. Ich kann bestätigen, dass wir in diesem Jahr noch eine weitere Limited Edition herausbringen werden, aber was es sein wird, kann ich noch nicht sagen. Nur so viel: Wir sind in der glücklichen Lage, Whisky verschiedenster Altersstufen aus den verschiedensten Fasstypen in unseren Lagerhäusern zu haben.

cuatrotomatin

Und zum Abschluss noch unsere Standardfrage: Wenn Du Dich selbst als Whisky beschreiben müsstest, welcher wärst Du und warum?

Das ist eine großartige Frage, aber ich hatte das Gefühl, dass das besser von jemand anderem beantwortet werden sollte. Also habe ich sie ans Team weitergegeben. Wie erwartet kamen da recht witzige Antworten zurück, aber die Treffendste war wohl die: „Tomatin Legacy: jugendlich, aber nicht unreif, zugänglich und mit jeder Menge Charakter.“

Scott, Danke für Deine Zeit und wir freuen uns, dich in Wien auf der Whiskymesse wieder zu sehen.

World Whisky Awards 2015: Die Preisträger

wwa

In London haben die World Whisky Awards 2015 stattgefunden, und zum zweiten Mal in Folge ist kein schottischer Whisky mit dem Prädikat „Bester Whisky“ ausgezeichnet worden. Die Ehre ging diesmal auf eine Insel, die auf der anderen Seite des Globus liegt: Taiwan. Sieger ist der Kavalan Vinho Barrique – letztes Jahr war es übrigens der Sullivan’s Cove French Oak. Hier eine Liste der anderen Gewinner laut whiskycast.com:

Single Malts

Bester Lowland Single Malt: Highland Harvest Sauternes Wood
Bester Highland Single Malt: Glenmorangie 18YO
Bester Campbeltown Single Malt: Longrow 11YO
Bester Speyside Single Malt: BenRiach 16YO
Bester Islands Single Malt: Ledaig 10 YO
Bester Islay Single Malt: Ardbeg Kildalton
Bester Afrikanischer Single Malt: Three Ships 10YO (James Sedgwick Distillery)
Bester Amerikanischer Single Malt: Balcones #1 Texas Single Malt
Bester Irish Single Malt: Teeling Whiskey Single Malt
Best Australischer Single Malt: Sullivan’s Cove French Oak
Bester Europäischer Single Malt: Mackmyra Iskristall
Bester Japanischer Single Malt: Suntory Yamazaki 18 YO

Blends

Bester Blended Scotch Whisky: That Boutique-y Whisky Company Batch #1
Bester Japanischer Blend: Suntory Hibiki 12 YO
Bester Irish Blend: Tullamore D.E.W Phoenix
Bester Europäischer Blend: Black Mountain Whisky Selection #1
Bester Afrikanischer Blend: Three Ships Bourbon Cask Finish
Bester Scotch Blended Malt: Wemyss Velvet Fig
Bester Japanischer Blended Malt: Nikka Taketsuru Pure Malt 17 YO

Andere Kategorien

Weltbester Pot Still Whiskey: Redbreast 15 YO
Weltbester Grain Whisky: North British 18 YO Oloroso Cask Finish
Weltbester Flavored Whisky: Master of Malt 40 YO Speyside Whisky Liqueur

Neu: Tamdhu Cask Strength – mit Tasting Notes

Ab 25. März wird es eine neue Abfüllung aus der Speyside-Destillerie Tamdhu geben. Der Tamdhu Cask Strength ist für diesen Tag angekündigt. Mit 58.8% abgefüllt, wurde er in handverlesenen Sherryfässern gelagert. Er ist nicht gefärbt und nicht kühlfiltriert. Empfohlener Verkaufspreis in Deutschland: € 69.90

Die offiziellen Tasting Notes haben wir wie üblich für Sie übersetzt:

Nase: Rote Beeren, Sultaninen, Walnüsse, Anklang von Pecannüssen, Zitrus und Eiche, cremige Vanille und Keks-Teig.
Gaumen: Sehr reich und kräftig, von Sherryfass-Noten abgerundet, Gewürze und getrocknete Früchte. Behält man ihn am Gaumen, kommen leichtere Früchte durch, Aprikose, Orange und Crème Brulee.
Finish: Reich, malzig und mit Biskuitnoten, Marmeladentoast mit angenehmer, nachhallender Fruchtigkeit.

Und: Aus gesicherter Quelle wissen wir, dass der Tamdhu CS auch auf der Messe in Wien zumindest zu bewundern sein wird :-).

TAMDHU BATCH STRENGTH Bottle and Tube.

Serge verkostet: Tomatin

Als hätten wir es abgesprochen (wir haben es natürlich nicht), bringt Serge Valentin heute seine Verkostungsnotizen zu Abfüllungen aus der Highland-Destillerie Tomatin (unser Interview mit Scott Adamson von Tomatin finden Sie hier).

Zwei der Cuatro-Abfüllungen sind dabei, sowie auch die 40jährige Originalabfüllung aus der ehemals größten Destillerie Schottlands. Hier die Wertungen:

  • Tomatin 12 yo 2002/2014 ‚Cuatro #1‘ (46%, OB, fino sherry finish, 1500 bottles): 82 Punkte
  • Tomatin 12 yo 2002/2014 ‚Cuatro #2‘ (46%, OB, manzanilla finish, 1500 bottles): 80 Punkte
  • Tomatin 17 yo 1997/2014 (51%, The Whisky Agency, Liquid Library, refill hogshead, 268 bottles): 86 Punkte
  • Tomatin 16 yo 1997/2014 (56.4%, James MacArthur, Old Masters, bourbon, cask #5969): 87 Punkte
  • Tomatin 18 yo 1990/2008 (58.3%, OB, for Germany, refill bourbon, cask #16351, 173 bottle): 90 Punkte
  • Tomatin 1987/2014 (46.3%, Càrn Mor, Celebration of the Cask, hogshead, cask #495, 187 bottles): 89 Punkte
  • Tomatin 40 yo 1967/2007 (42,9%, OB, 1614 bottles): 88 Punkte
Tomatin. Foto: Potstill
Tomatin. Foto: Potstill Wien

Exklusiv: Interview mit Scott Adamson (Tomatin) – Teil 1

In unserem heutigen Exklusiv-Feature sprechen wir mit Scott Adamson, Regional Sales Manager bei Tomatin. Mit ihm haben wir uns über seine Arbeit, die Destillerie Tomatin selbst und ihre Abfüllungen unterhalten – und einiges Neues erfahren, so zum Beispiel welche Überlegungen hinter der Produktpolitik bei Tomatin stehen und welche neuen Special Editons in Planung sind. Wir haben das Interview schriftlich mit ihm geführt – den ersten Teil können Sie heute hier lesen; Teil 2 ist hier zu finden.

Scott wird übrigens auch Gast auf der 7. Wiener Whiskymesse am kommenden Wochenende sein und dort eine (leider bereits ausgebuchte) Masterclass mit den Produkten der Highland-Destillerie halten. 

Scott Adamson, Tomatin Distillery
Scott Adamson, Tomatin Distillery

Scott, danke für Deine Bereitschaft zum Interview. Könntest Du Dich zunächst vorstellen und Deine Rolle bei Tomatin beschreiben?

Danke für die Möglichkeit, mit euch zu sprechen. Mein Name ist Scott Adamson und ich bin einer der regionalen Sales Manager der Destillerie Tomatin. Ich kümmere mich um die Verkäufe in den meisten europäischen Märkten und verbringe dort auch sehr viel Zeit, um unsere Marken auf verschiedenen Festivals und Tastings zu promoten.

Wie kam es zu Deinem Interesse für Whisky und die Whisky-Industrie?

Nun, ich bin in den Highlands aufgewachsen, und da ist man natürlich von Kindesbeinen an von Whisky umgeben. Das Interesse für das Produkt selbst ist bei mir da, seitdem ich alt genug war Whisky zu trinken. Während meiner Zeit an der Universität hatte ich dann die Chance, ein wissenschaftliches Praktikum bei Tomatin zu machen, und in diesen 8 Wochen wurde mein Interesse an der Whiskyindustrie im Gesamten so richtig geweckt. Bis dahin hatte ich nie wirklich verstanden, was da eigentlich alles im Hintergrund passiert.

Lass uns einmal über die Destillerie Tomatin sprechen. Wodurch sticht sie hervor? Was ist Deiner Meinung nach die „Seele“ von Tomatin?

Das klingt vielleicht etwas klischeehaft, aber: Die Leute, die dort leben und arbeiten, sie sind „die Seele von Tomatin“. Als die Destillerie Tomatin 1897 eröffnet wurde, war sie sehr abgelegen, also hat man dort auf dem Betriebsgelände Häuser gebaut, um dort die Arbeitskräfte unterzubringen. Tomatin ist eine der wenigen übriggebliebenen Destillerien, die ihre Mitarbeiter auch auf dem Gelände beherbergt. 80% unserer Belegschaft wohnt in 30 Häusern vor Ort. Auch ich lebe in einem der Häuser dort. De facto bedeutet das, dass mehrere Generationen der selben Familie für die Destillerie arbeiten, und viele davon tun oder taten das während ihres gesamten Erwerbslebens. Das klassische Beispiel dafür ist Douglas Campbell, der letztes Jahr nach 53 Arbeitsjahren bei Tomatin in den Ruhestand ging. Diese Verbindung erzeugt in uns einen spürbaren Stolz auf unseren Whisky. Es ist diese Verbindung zwischen Destillerie und Menschen, die wir zum Beispiel mit dem Tomatin Legacy zum Ausdruck bringen wollen.

Einige der Mitarbeiter bei Tomatin
Einige der Mitarbeiter bei Tomatin

Vom Whisky her ist unsere Seele am besten mit „The Softer Side of the Highlands“, also die sanftere Seite der Highlands, beschrieben. Die schroffe, harte Umgebung der Highlands produziert traditionell robuste, kantige Malts. Tomatin jedoch ist leicht, rund und zierlich.  Er ist sanfter als man es erwartet. Das spiegelt sich in der näheren Umgebung – die Monadliath Mountains, wo der Whisky destilliert wird, sind viel sanfter als die zerklüfteten Gebirgszüge im Westen.

Welches sind die Hauptmärkte für Tomatin? Und auf welche Länder konzentriert ihr momentan eure Aktivitäten?

Für Tomatin als Single Malt ist Nordamerika mit Abstand der größte Markt – und es sieht so aus, als würde das auch in Zukunft nicht anders werden. In den letzten paar Jahren haben wir enormes Wachstum in den asiatischen Märkten wie Taiwan gesehen, aber der asiatische Markt ist auch ziemlich launisch. In dem, was die Robustheit der Märkte anbelangt, sind die Märkte in Westeuropa wie Deutschland, Holland und Belgien, um nur einige zu nennen, sehr wichtig für uns, und wir erleben in diesen „entwickelten Märkten“ Jahr für Jahr beständiges Wachstum. Auch die nordeuropäischen Märkte wie Schweden und Norwegen können sehr ertragreich sein, aber das staatliche Monopolsystem macht es wesentlich schwerer, dort eine Marke zu entwickeln.

Für Tomatin als Gesamtmarke sind Märkte wie Russland sehr wichtig, weil wir dort eine Menge an Blends verkaufen, aber die politische und wirtschaftliche Lage dort ist nicht besonders stabil und das müssen wir immer kurzfristig berücksichtigen.

Die Destillerie Tomatin. Foto: Potstill Wien
Die Destillerie Tomatin. Foto: Potstill Wien

Aber grundsätzlich ist es nicht einfach für uns zu sagen, wir konzentrieren uns auf diesen oder jenen Markt. Wir haben eine breite Produktpalette, und manche Produkte funktionieren auf dem einen Markt besser als auf anderen. Zum Beispiel wird uns unser neuer Tomatin Cask Strength in Westeuropa geradezu aus den Händen gerissen, aber unsere günstigen Blends tun sich hier schwer. Das ist vielleicht auch der wichtigste Aspekt meines Jobs: die unterschiedlichen Bedürfnisse der unterschiedlichen Märkte zu erkennen und entsprechende Strategien dafür zu entwickeln, um das Wissen über unsere Produkte und die Verkäufe bestmöglich zu steigern. Für manche Märkte bedeutet das, dass ich dort mehr Zeit verbringe – aber man kann daraus nicht folgern, dass sie wichtiger für uns wären als andere.

Man hört oft, dass die deutschsprachigen und skandinavischen Märkte sehr einzigartig seien, weil es dort sehr „whiskygebildete“ Konsumenten gibt. Entspricht das Deiner Erfahrung?

Unbedingt. West- und Nordeuropa insgesamt sind wesentlich informierter als alle anderen Regionen. Nirgendwo sonst gibt es so viele Clubs, Vereine und Gesellschaften. Ich habe vorher schon von „entwickelten Märkten“ gesprochen, und das umfasst sowohl Marktstabilität als auch das Wissen der Konsumenten. Schottland treibt mit diesen Regionen ja schon seit Jahrhunderten Handel, und es gab einen substanziellen Austausch von Produkten und Menschen zwischen diesen Ländern, sodass der Whiskymarkt hier sehr etabliert ist. Auch das hat zum wachsenden Wissen beigetragen. Dennoch gibt es natürlich auch hier viele Menschen, die zum ersten Mal in ihrem Leben Whisky probieren und eine Menge Fragen dazu haben. Auch das ist mit ein Grund, warum ich so gerne hier arbeite: In einem Augenblick kann ich mit jemandem über Details der Produktion sprechen, im nächsten dann eine viel generellere Diskussion mit jemandem haben, der Tomatin zum ersten Mal probiert.

Der 15jährige Tomatin wurde...
Der 15jährige Tomatin wurde…

Warum hat Tomatin eigentlich den 15jährigen eingestellt und ihn durch einen 14jährigen mit Port Finish ersetzt? War das wegen schwindender Lagerbestände unumgänglich oder wolltet ihr einfach ein Port Finish einführen?

Sowohl als auch. Das Produktionsteam muss immer ein Auge aufs Lager haben  und sicherstellen, dass wir die Bedürfnisse des Marktes von heute befriedigen können, ohne die Qualität des Whiskys von morgen zu gefährden. Wir haben uns entschieden, den 15jährigen aus dem Programm zu nehmen, um das Wachstum des 18jährigen in den kommenden Jahren nicht zu gefährden.

Gleichzeitig sind wir in der glücklichen Lage, auf dem Gelände unsere eigene Fassbinderei zu haben – und das bedeutet, dass wir sehr gut mit verschiedenen Fasstypen experimentieren können. Das gab uns die Möglichkeit, etwas auf den Markt zu bringen, das unsere Kunden von uns noch nicht gesehen haben. Diese Vielseitigkeit wird uns auch in Zukunft helfen, spannende Neuigkeiten präsentieren zu können.

..durch einen 14jährigen mit Port-Finish ersetzt.
..durch einen 14jährigen mit Port-Finish ersetzt.

Die starke Nachfrage nach Scotch muss Tomatin ja ebenso betreffen wie andere Destillerien? Kann man Deiner Meinung nach für so einen Boom überhaupt planen oder ist es eher so, dass die Industrie bei solchen Entwicklungen reagiert und improvisiert?

Wir können Trends beobachten und Strategien um sie herum planen – aber es ist im Endeffekt sehr schwierig zu wissen, was die Industrie machen wird und wann. Man beschreibt die Whiskyindustrie oft als „zyklisch“ mit Boom-Perioden und solchen, wo alles darniederliegt. Uns ist es da in der Vergangenheit nicht anders gegangen. Einst, in den späten Siebzigern, waren wir die größte Destillerie in Schottland. In der Mitte der Achtziger waren wir in Liquidation. Natürlich stecke ich voller Hoffnung, dass die Industrie nicht noch einmal solche Schwierigkeiten wie damals durchleben muss. Und ich glaube: So lange wir einen hochqualitativen Spirit produzieren und auf unsere Lagerhaltung achten, sollten wir in einer guten Position sein, uns an Marktveränderungen anpassen zu können. Die steigende Nachfrage nach Single Malts hat uns, so wie andere Destillerien, dazu gezwungen, unseren Fokus zu verschieben. Das Meiste, was wir früher produzierten, wurde in großen Mengen verkauft und für die Blend-Produktion verwendet. In den letzten zehn Jahren haben wir unsere Strategie geändert und legen nun unser Augenmerk viel stärker auf die Single Malts und die Entwicklung unserer Marken.

Und wie genau habt ihr das gemacht?

Lustigerweise dadurch, dass wir seit den Achtzigern unsere Produktion dramatisch zurückgefahren haben. In den späten Siebzigern waren wir mit 12 Millionen Litern Alkohol die größte schottische Destillerie, mit 23 Brennblasen. Das meiste ging in den Großhandel an andere Unternehmen. Auf diese Art haben nur wenige Menschen von Tomatin gewusst, aber die meisten Tomatin in den berühmten Blends dieser Zeit getrunken. Jetzt produzieren wir viel weniger, ungefähr 2.5 Millionen Liter pro Jahr, aber wir managen unseren Output in einer Art und Weise, dass unser Fokus nun auf den eigenen Marken liegt, auf Tomatin, Cù Bòcan und The Antiquary. Im Jahr 2001 haben wir 11 Brennblasen demontiert, jetzt liegt unsere maximale Kapazität bei 5 Millionen Liter Alkohol pro Jahr, also haben wir noch Luft nach oben, wenn es nötig werden sollte.

Eingang zur Destillerie, Foto von Theorb, Public Domain
Eingang zur Destillerie, Foto von Theorb, Public Domain

Auch die Firma hat sich verändern müssen. Wir haben zum Beispiel jetzt ein Team für Sales und Marketing, das für das Wachstum der Marken in der ganzen Welt verantwortlich ist, und unser Besucherzentrum bietet unseren Kunden einen Einblick in unser Tun.

Und die Veränderungen haben vor der Produktion nicht Halt gemacht. In den letzten paar Jahren, seit Graham Eunson unser Distillery Manager wurde, hat sich zum Beispiel unser Maischprozess  verlangsamt, dadurch erhalten wir eine beständig hochwertige Wort. Auch unsere Fermentation und unsere Destillation dauern nun länger. Diese ganzen Veränderungen haben wir vorgenommen, um unseren neuen Ansprüchen und unserer neuen Ausrichtung gerecht zu werden.

Wir setzen das Interview morgen fort. In ihm geht es dann um die verschiedenen Cù Bòcan-Abfüllungen. Wie sie entstanden sind, und was wir in dieser Reihe und sonst in Zukunft noch erwarten können, erfahren wir im zweiten Teil.

 

Alkoholsteuer sinkt im Vereinigten Königreich um 2%

Die Kampagne der Getränkeindustrie war erfolgreich: Wie The Spirits Business heute berichtete, wird die Alkoholsteuer im Vereinigten Königreich ab 2016 um 2% gesenkt. Finanzminister George Osborne teilte diese Senkung heute in seiner Budgetrede mit.

Die Industrie erhofft sich dadurch steigende Verkäufe, denn die Steuerbelastung ist insbesondere im Niedrigpreissegment enorm.

"George osborne hi" by HM Treasury - hm-treasury.gov.uk: Chancellor of the Exchequer: Rt Hon George Osborne MP (george_osborne_hi.jpg). Licensed under OGL via Wikimedia Commons.
George osborne hi“ by HM Treasury – hm-treasury.gov.uk: Chancellor of the Exchequer: Rt Hon George Osborne MP (george_osborne_hi.jpg). Licensed under OGL via Wikimedia Commons.

Neue Wemyss-Abfüllungen

Und wieder einmal erreicht uns die Nachricht über neue Whiskys des unabhängigen Abfüllers Wemyss. Die neuen Bottlings sollen zwischen 60 und 120 Pfund kosten (80 – 165 Euro nach aktueller Umrechnung). Auf der Whisky Live in London werden sie an diesem Wochenende Premiere feiern:

  • „The Rockpool“ 1995 single cask – Bowmore, Islay, Cask Strength
  • „Foraged Fruit Fool“ 1991 single cask – Blair Athol, Highlands
  • „Toffee Tuile“ 1999 single cask – Aberfeldy, Highlands
  • „Kumquat Cluster“ 1993 single cask – Glenrothes, Speyside
  • „Stem Ginger Preserve“ 1995 single cask – Mortlach, Speyside
  • „Rhubarb Royale“ 2001 single cask – Benrinnes, Speyside

Wemyss single casks March 2015 group low res

Ardbeg Perpetuum Distillery Release – erste Tasting Notes

Seit einigen Tagen gibt es in der Destillerie Ardbeg anlässlich des diesjährigen Jubiläums eine neue Abfüllung namens Ardbeg Perpetuum, und diese gibt es laut unseren Quellen a) derweilen nur dort, b) nur für Committee-Mitglieder und c) nur zwei Flaschen pro Person.

Ob und wann der Ardbeg Perpetuum im Handel auftauchen wird und zu welchem Preis, war auch durch Nachfrage bei Ardbeg nicht zu erfahren – da werden wir uns überraschen lassen müssen.

Nicht überraschen lassen müssen wir uns beim Geschmack: Thomas Øhrbom von Whiskysaga hat den Ardbeg Perpetuum vor Ort verkostet und seine Tasting Notes auf seinem Blog publiziert. Er ist von ihm durchaus angetan und bewertet ihn mit 89 von 100 Punkten. Zusammenfassend findet er ihn weich, nicht so süß wie andere Releases zuvor und ziemlich rauchig.

Interessantes Detail am Rande: Der Perpetuum ist mit 49.2% abgefüllt, nicht mit 47.4% wie auf dem ursprünglichen Etikett für die USA.

Foto: Whiskysaga
Foto: Whiskysaga

Serge verkostet: Blended Malts

Blended Malts – langsam kommen sie aus dem Schmuddeleck, das sie sich mit den Blends teilten (und auch die sitzen dort oft zu Unrecht); nicht zuletzt dank gestiegenen Wissens um die Kategorie – und dank einiger unabhängiger Abfüller, die sich bemühen, diese Whiskys aus dem Ruch der Verlegenheitslösung zu befreien.

Das mag nicht aus reiner Nächstenliebe geschehen, sondern auch von der rapide sinkenden Verfügbarkeit von Fässern getrieben sein, aber das Ergebnis ist, zumindest in unseren Augen, ein erfreuliches: Gute Blended Malts können sich sehen und trinken lassen.

Auch Serge Valentin widmet seine Verkostung heute den Blended Malts, darunter auch der relativ neue Rock Oyster von Douglas Laing. Und der bekommt auch eine sehr ansehnliche Bewertung:

  • Rock Oyster (46.8%, Douglas Laing, blended malt, 2015): 87 Punkte
  • The Silver Grouse 12 yo (45%, OB, blended malt, +/-2014?): 68 Punkte
  • Spice King 12 yo (40%, Wemyss Malts, blended malt, +/-2013): 82 Punkte
  • Hebridean Distilleries 16 yo (57.5%, Whisky Tales, 180 bottles, 2012: 87 Punkte

Der letzte Blend in seiner Verkostung ist übrigens aus Bowmore, Laphroaig und Ardbeg komponiert. Klingt interessant…

rock oyster

Neun berühmte Whiskyfreunde

Auch wenn es immer wieder einmal passiert, dass man im Bekanntenkreis über unsere Leidenschaft den Kopf schüttelt: Mit unser aller Begeisterung für Whisky stehen wir natürlich nicht alleine da, sondern befinden uns in guter, zahlreicher und manchmal auch berühmter Gesellschaft.

Einen Querschnitt durch die illustre Runde der bekanntesten Whiskyfreunde bietet uns die Huffington Post mit einem Artikel, der gestern erschienen ist. Und dort finden sich so berühmte Namen wie Frank Sinatra oder George Bernard Shaw, aber auch Hillary Clinton. Diesmal, im Gegensatz zum Artikel in The Spirit Business vom November, sind es tatsächlich Whiskyliebhaber und nicht zum Teil nur Werbegesichter. Ein schönes Beispiel nutzlosen Wissens, das dann doch irgendwie Freude macht…

1200px-Hires_130314-D-TT977-225b

John Lunn wechselt von George Dickel zu Popcorn Sutton Distilling

Wie wir bereits vor einiger Zeit berichteten, hat Master Distiller John Lunn George Dickel (Diageo) verlassen. Nun ist auch bekannt, welches sein neuer Arbeitgeber wird, und das ist eine kleine Überraschung: Lunn wird als Master Distiller bei Popcorn Sutton Distilling beginnen. Firmen-CEO Megan Kvamme über John Lunn: „Mit seiner Liebe zur Authentizität ist John Lunn der ideale Mann für uns“.

Popcorn Sutton Distilling ist ein Whiskey Startup in Newport, Tennessee, und ist nach einem gewissen Marvin “Popcorn” Sutton benannt, der im Jahr 2009, nach dem Auffliegen seiner illegalen Destillerie, Selbstmord beging. Nach seinem Tod begann die Firma ihre Tätigkeit, die bislang auf Moonshiner, also ungereiften Whiskey spezialisiert war. Sie war, so berichtet Casa Grande Dispatch, schon in Rechtsstreitigkeiten mit Jack Daniel’s verwickelt, weil sie ihren Moonshiner in rechteckigen Flaschen abfüllte statt in runden Krügen und dies zu sehr an die von Jack Daniel’s erinnerte.

John-Lunn-Headshot

Wir verkosten: Glenglassaugh Torfa

 

 

 

Glenglassaugh Torfa
Highland Single Malt Whisky
0.7 Liter, 50%
Verkoster: Klaus Doblmann
Sample: Privatsammlung

 

Glenglassaugh Torfa hero LR

Nase: Die Nase erzählt eine Geschichte von einem sehr jungen, rauchigen Whisky: Der dominierende Torfrauch mit Lagerfeuernoten (demnach Mainland-Torf) macht einen halbwegs guten Job um den jungen Charakter des Destillats zu verstecken. Die sich dahinter verbergenden Aromen sind anfangs sehr dezent und mit leichter Süße von ehemaligen Bourbonfässern. Es finden sich Noten von mit Vanille angereichertem Honig, deutlicher Ingwer, weißer Pfeffer, Orangenschale mit Anflügen von Eukalyptus und Menthol.

Gaumen: Der Gaumen schreibt die Geschichte, welche die Nase begann, fort: Eine leicht metallische Jugend, New Make, Lagerfeuerrauch, verdünnter Honigsirup, Orangenzesten, Ingwer, bittere Küchenkräuter, Malzcerealien (gepresste Malzflocken?). Noch deutlich jung im Herz (oder grün hinter den Ohren). Die Aromen hüpfen herum wie ein junges Kind, sie sind noch nicht gesetzt und gefestigt, wie es die Erziehung und Zeit mit sich bringen. Wasser verträgt der Glenglassaugh Torfa trotz seiner 50% nicht wirklich, dazu ist die Aromenstruktur zu fragil – er hat Wasser aber auch gar nicht nötig, ist trotz seiner 50% gut trinkbar.

Finish: Der Abgang eröffnet mit einer Wucht an Gewürzen und Kräutern just im Moment des Schluckens um dann mit deutlich leichteren Noten den Rest des Weges zu bestreiten. Rauch ist ebenfalls deutlich spürbar vorhanden. Mit der Zeit entwickelt sich eine leichte Süße, aber immer gepaart mit Kräutern und Gewürzen. Lang anhaltend, aber ohne große Komplexität.

Alles in Allem: Zwischen 1986 und 2008 war die Destillerie Glenglassaugh geschlossen mit ungewisser Zukunft, bevor sie wiedererweckt und schließlich im Jahre 2013 von BenRiach aufgekauft wurde. Da ist es nur logisch, dass wir hier einen sehr jungen Malt im Glas haben, maximal 5 Jahre alt, realistischerweise, dem Eindruck nach, eher 3-4 Jahre. Nunja, junge (wiedereröffnete) Destillerien brauchen Cash-Flow um zu überleben – also wird logischerweise blutjunger Whisky verkauft. Im Falle des Glenglassaugh Torfa ist es ein junger, stürmischer, stark rauchiger Malt. Nicht überaus komplex, aber ein schöner daily dram für Maltheads und preislich nicht völlig daneben kalkuliert, sodass man durchaus gerne zugreifen und die Destillerie für die Zukunft – und damit für die Herausgabe von älteren Whiskies – unterstützen kann. Von uns ein Gut.