Von seinem Schottland-Urlaub hat uns unser Leser Karl Wolffhardt Bilder aus einigen Destillerien mitgebracht. Diesmal möchten wir Sie mit drei Fotos in die Whiskybrennerei Inchgower entführen. Inchgower ist bei Buckie, Banffshire, in der Speyside gelegen. Sie gehört heute Diageo – und sie zählt sicher zu den unbekannteren Destillerien.
Das hat seinen Grund: Von dem, was Inchgower produziert, kommt nur ca. 1% als Single Malt auf den Markt. Der Rest wandert in Blends wie Bell’s, White Horse und Johnnie Walker. Und da steht selten drauf, was im Detail drin ist.
Der C2C (Consumer to Consumer) Spirits Cup ist ein Spirituosenwettbewerb, in dem die Meinung des Verbrauchers im Fokus steht. Im Gegensatz zu allen anderen Spirituosen-Wettbewerben, von denen es weltweit eine stetig wachsende Anzahl gibt, werden hier die Spirituosen (in diesem Jahr Whisk(e)y und R(h)um) ausschließlich von Konsumenten bewertet. Und das in einer Blindverkostung, also unabhängig von Aussehen und Vorwissen.
Auch in diesem Jahr ist Whiskyexperts wieder ein Co-Veranstalter des C2C Spirit Cups – denn letztlich entscheiden die Whisky-Genießer darüber, ob eine Abfüllung ein Erfolg wird oder nicht.
Von Julia Nourney, der Initiatorin dieses Cups, haben wir die nachfolgende Pressemitteilung zum C2C Spirits Cup erhalten, die wir hier mit Ihnen teilen. Im Anschluss daran finden Sie auch die diesjährigen Termine der Publikumsverkostungen, für die Sie sich unter info@spirits-cup.org bewerben können. Es werden natürlich keine Personen akzeptiert, die in der Spirituosenbranche tätig sind. Teil der Bewerbung sind die Anerkennung und Befolgung der Verkostungsbedingungen, wie z.B. Verzicht auf Parfüm und geruchsintensive Cremes, die verkosteten Produkte müssen ausgespuckt werden, etc.
Ob Sie nun Juror werden oder den Cup interessiert verfolgen: Vielleicht sehen wir uns dann am 17. und 18. Oktober 2015 im Rahmen der Aquavitae in Mülheim a.d.R., wenn die Ergebnisse des C2C Spirits Cup präsentiert werden.
Hier nun die Pressemitteilung:
C2C Spirits Cup geht in die zweite Runde
Nach dem fulminanten Start im vergangenen Jahr kommt der Spirituosen-Wettbewerb, bei dem alle Produkte ausschließlich von Konsumenten bewertet werden, in Kürze wieder in Fahrt. Die Anzahl der Standorte, an denen Genießer ihre Stimme abgeben können, wurde dieses Jahr deutlich erweitert. Gab es 2014 nur 4 Gelegenheiten zur Blindverkostung, haben interessierte Juroren in diesem Herbst die Möglichkeit, an insgesamt 19 Standorten im Bundesgebiet teilzunehmen. Und auch die Produkt-Palette, die bislang lediglich Whisk(e)y umfasste, wird dieses Jahr um Rum erweitert.
Die Teilnahme am C2C Spirits Cup bietet Konsumenten den seltenen Einblick in die Welt der Wettbewerbe und ermöglicht ihnen, ohne Umwege ihre Meinung kundzutun. Während der Blindverkostungen finden sie dabei absolut professionelle Bedingungen vor, die keinerlei Beeinflussungen zulassen und sich von den Gegebenheiten internationaler Wettbewerbe in keiner Weise unterscheiden.
Aber auch für Produzenten, Abfüller und Importeure lohnt es sich, ihre Produkte beim C2C Spirits Cup einzureichen, denn hier erfahren Sie die ungeschminkte und von keinerlei Marketing-Aktionen beeinflusste Meinung des Verbrauchers. Nirgendwo sonst bekommen sie eine aufrichtigere Rückmeldung hinsichtlich Geschmack und Marktakzeptanz.
Interessenten, die als Juror bei einer der Verkostungen Whisk(e)y oder R(h)um/Ron bewerten möchten, sowie Produzenten, Abfüller oder Importeure, die ihre Produkte dem kritischen Geschmack des Konsumenten stellen möchten, wenden sich für weitere Informationen bitte an info@spirits-cup.org!
Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden am 17. und 18. Oktober im Rahmen der Spirituosen-Messe Aquavitae 2015 bekannt gegeben.
[alert type=white]Springbank Starkicker 13yo, 44.5% Port hogshead distilled 2000, bottled 2014 nicht gefärbt, nicht kühlfiltriert Sample: Privatbestand Verkoster: Reinhard Pohorec[/alert]
Auf den ersten Blick scheint die Flasche vor Kuriositäten nur so zu strotzen:
Unabhängige Abfüllungen von Springbank sind eine nicht wirklich häufig anzutreffende Spezies, viel öfter dagegen stolpert man über finishes diverser Malts in noch fantasievolleren Fässern derlei Provenienz.
In diesem Falle jedoch haben wir haben es nicht mit einer kurzzeitigen Schönung eines vorab in Bourbonfässern gelagerten Whiskys zu tun. Der Springbank lag seine vollen dreizehn Jahre wohlgebettet in einem ehemaligen Portweinfass, welches zu einem hogshead umgebaut worden war.
Weiter im Text: 44,5 Volumenprozent Alkohol weist das Label auf, gleichzeitig handelt es sich um eine Fassstärkeabfüllung – nicht besonders hoch, möchte man munkeln, ist man doch sonst Umdrehungen im hohen 50er Bereich gewohnt. Das entscheidende Kriterium ist jedoch, dass dem Malt vor der Abfüllung kein Wasser zugesetzt und somit die Integrität der Spirituose zu hundert Prozent gewahrt wurde.
Aber genug der Vor-Gesänge, ab ins Glas, gekostet will es sein.
Nase: vollreif, cremig, duftige Noten von Vanille, etwas Mokka und üppig reifem Pfirsich, marmeladige Erinnerungen von Johannisbeere, etwas schwarzer Holunder und auch Aprikose. Dann entwickeln sich die rauchigen Akzente, immer deutlicher werden erdige Würze, Schiefer, verbrannte Seealgen und ein leise glimmendes Kohlenfeuer, etwas Bitterorangen, auch gekocht, sahnig, Powidl, dick-fluffige Schlagsahne und etwas herbe Schokolade, sehr vielfältig und verspielt mit kräftig, würzig jedoch sehr wohlig runder Signatur
Gaumen: das Feuerwerk der Nase halt auch am Gaumen stand, schwer ölig macht sich der Malt auf der Zunge breit und bietet ein Farbenspektrum von dunkler, erdiger Herbe mit Schokoladentönen, Bittermandel und orientalischen Gewürznoten, dann kommen die cremigen Fruchtkomponenten, wiederum etwas Aprikose und Zwetschkenröster, süßlich soul-food-artige Erinnerungen an flaumige Germknödel, dick mit Powidl und Mohnbutter benetzt, Bitterorangen, auch Orangenmarmelade, rauchig wird’s im zweiten Schluck, maritim, Algen und etwas salziges Austernwasser, so in etwa könnte ein Dreigestirn aus Frucht-Karamell-Kohlenfeuer aussehen, faszinierend.
Finish: lange zieht sich der Ausklang dieses Whiskys hin, mit Birnenconfit, Vanille, etwas roten Beeren und dem letzten Aufflackern der Pflaume, der Rauch bleibt gegen Ende sanft liegen und winkt leise Servus, während man schier unendlich weiterkaut an dem Finish, fein ziseliert, die Komponenten klar auseinanderdividierbar jedoch wunderbar vereint und in Harmonie.
Alles in allem: war schon die erste Springbank Starkicker Abfüllung von großer Begeisterung begleitet, so spielt auch der zweite Release alle Stückerln. Der Malt macht klar, dass es nicht immer alkoholisch-brachial zugehen muss, um Fülle, Druck, Intensität und gewaltige Länge aufs Parkett zu legen. Die süßliche Komponente als Konterpart zum rauchig-würzigen Campbeltown Charakter ist mehr als nur gelungen und bietet ein ganz besonderes Spannungsfeld, dass diesen Whisky so interessant macht. Auch wird einmal klar gezeigt, dass die ausschließliche Lagerung in einem eher ungewöhnlichen Fasstyp von Erfolg gekrönt sein kann. Kein blindes Zu-Finishen und mittels kurzzeitiger Schönung einen dubiosen Malt abschleifen, sondern höchster Respekt vor dem Grundprodukt, die Wahrung der Integrität des Destillats, vollendet durch gekonnten Fasseinsatz.
Kurzum: kann man schon mal machen und sich schmecken lassen ;-). Von uns ein: „Spitzenklasse“.
Mit den besten Grüßen und Spirits, Reinhard Pohorec
Nach dem schwarzen Hund kommt der schwarze Berg – aus der Destillerie, die sich Speyside Destillerie nennt und in den Highlands liegt. Eine Pressemitteilung ebendieser Speyside Destillerie (die wir auf unserer englischsprachigen Site veröffentlichten) kündigt den Beinn Dubh an. Offiziell vorgestellt wurde er heute auf einem Harley Davidson-Treffen in Aviemore in den Caingorns, einem beliebten Wander- und Sportgebiet in den Highlands.
Der Beinn Dubh wurde in getoasteten Portfässern aus dem Douro Valley in Portugal gefinisht und hat dort seine dunkle Farbe gewonnen. Er wird an die 70-80 Euro kosten, wenn man die Preise in englischsprachigen und niederländischen Shops als Maßstab hernimmt.
Hier noch die offiziellen Tasting Notes in unserer Übersetzung:
Nase: Aromen frischer Früchte, Sultaninen und schwarze Rosinen eröffnen sich schichtweise, um dann eine tiefere, dunklere Seite zu zeigen.
Gaumen: Diese dunklere Seite dominiert zunächst am Gaumen, mit Johannisbeeren und schwarzer Schokolade im Vordergrund.
Finish: Bitter und süß zugleich, mit langem Abgang.
Der „schwarze Hund“ aus der gleichen Destillerie ist übrigens der Cú Dubh, der wegen seiner Eigenartigkeit die Geschmäcker sehr polarisiert. Ob das der Beinn Dubh auch wieder tun wird, bleibt abzuwarten.
Es gibt Wissen, das braucht man fürs Leben. Und es gibt solches, das für sich einfach nur schön ist (und mit dem man hervorragend so manche Konversation würzen kann). Warum manche Whiskys so heißen, wie sie heißen, zum Beispiel.
Wie 15 berühmte Whiskys ihren Namen bekamen, hat nun Mental Floss erklärt – von Lagavulin bis hin zu Talisker, von Offensichtlichem bis hin zu Verquerem.
Und wenn Sie den Artikel gelesen haben, dann könnten Sie beim nächsten Whiskytreffen so beiläufig und lässig einstreuen: „Wusstet ihr eigentlich, dass sich Mortlach Mortlach nennt, weil Dufftown so hieß, bis James Duff, der Earl of Fife, die Stadt zu Ehren seiner Familie umbenannte?“
Aber weil ganz bestimmt noch jemand in der Runde Whiskyexperts liest, kommt dann sicher ein „Klar, weiß ich!“ 🙂
Ein ganz besonderes Video haben wir heute für den Sonntag ausgesucht: Was passiert, wenn Naturgewalten (in Form eines Blitzes) und amerikanischer Whiskey (in Form von Jim Beam) aufeinandertreffen? Es gibt ein ganz gewaltiges Feuer. Und eines, das sich sicher nicht so leicht löschen lässt.
Sehen Sie das Video des Brandes bei Jim Beam in Bardstown am 4. August 2003, bei dem 800.000 Gallonen Whiskey verbrannte (sie finden es auch auf Youtube). Es war übrigens nicht der größte Brand der Geschichte des amerikanischen Whiskeys – schlimmer noch traf es die Heaven Hill Destillerie im Jahr 1996, als 95.000 Fässer, also mehr als die vierfache Menge, ein Raub der Flammen wurden.
Die dritte und letzte Neuerscheinung, die von Springbank in diesen Tagen in die Distribution gelangt (in England sollte er bereits nächste Woche im Handel sein) und vor knapp 45 Minuten offiziell angekündigt wurde, ist der Springbank 21yo in der Ausgabe 2015. Preis wissen wir noch keinen, aber seien Sie darauf vorbereitet, dass er den Vorjahrespreis nicht unterbieten wird.
3600 Flaschen gibt es weltweit, er stammt aus Sherry- und Bourbon-Fässern und wurde mit 46% abgefüllt. Hier die offiziellen Tasting Notes in unserer Übersetzung:
Nase: Noten von trockenem Amontillado Sherry ergänzen Anklänge von Orangenzesten und Mango, Champagner und Fruchtsalat.
Gaumen: Klassisch Springbank: staubig, erdig und nach altem Lagerhaus schmeckend. Dann Vanille, Honigwaben und belgische Schokoladenoten.
Finish: Mehr Orangenzesten und dann Butterscotch, mit salzigem Unterton.
Im Irish Examiner finden wir heute einen ausführlichen englischsprachigen Reisebericht über die Speyside, der sich auf die Destillerien konzentriert. Unter dem Titel „Speyside, the home of Scot’s whisky, is a Garden of Eden for distillers“ erzählt der Autor Bill Linnane über einen mehrtägigen Besuch in Dufftown und mehreren Destillerien. Schöne Lektüre für Whiskyfreunde, finden wir.
Eine zweite Neuheit, die gestern am Abend von der Destillerie Springbank angekündigt wurde, ist der neueste Batch (#11) des Springbank 12yo in Fassstärke. Diesmal ist er mit 53.8% abgefüllt, von ihm wird es 9.000 Flaschen weltweit geben – auch hier beginnt gerade die Auslieferung.
Der Springbank 12yo CS Batch #11 ist zu 70% aus Sherryfässern abgefüllt, zu 30% aus Bourbonfässern. Die offiziellen Tasting Notes dazu bringen wir Ihnen als Service in unserer Übersetzung:
Nase: Typischer maritimer Springbank-Stil mit Salzigkeit. Würzige Noten sind sehr dominant: Gewürznelken, Muskat, Zimtrinde und etwas gemahlener Pfeffer.
Gaumen: Dick mit Butter bestrichenes Gingerbread, steifer Toffee-Pudding und Crème Brûlée – zum Lippenlecken. Sahne und Butter füllen den Mund, eine klassische Campbeltown-Stilistik.
Finish: Trockenes Finish, das mit Grillrauch und Chicorée-Sauce endet.
Wir haben unsere Leser ja bereits im März dieses Jahres über die neue Abfüllung des Longrow Red informieren können (den entsprechenden Artikel finden Sie hier), jetzt ist es wie angekündigt soweit, und er wird gerade weltweit mit insgesamt 9000 Flaschen in die Distribution gebracht, sodass er in absehbarer Zeit auch in unseren Läden landen wird.
Der Longrow Red ist diesmal 12 Jahre alt, und eine Zeit davon (das letzte Jahr) hat er in neuseeländischen Pinot Noir-Fässern verbracht. Er wurde in Fassstärke mit 52.9% abgefüllt. Die Tasting Notes in unserer Übersetzung:
Nase: Eine Vielzahl von Fruchtaromen: Marmelade, Erdbeeraufstrich, Fruchtpürree und Orangensorbet. Dazu Tabakrauch, so wie er zu Longrow gehört.
Gaumen: Das Fruchtthema setzt sich mit Himbeerkonfitüre fort, und Erdbeerkonfitüre mit Creme. Auch Süße ist zu finden, reichlich Toffee, Honigwaben und Zuckerwatte.
Finish: Sehr sanft, mit Lagerfeuer-Rauch und verkohlter Glut im Abgang.
Die letzten zwei Jahre verbrachten Maxime Berthou and Mark Pozlep, so lesen wir bei The Spirit Business, mit der Restauration eines Fischerbootes von 1941. Nun segeln sie mit diesem Schiff von Trebeurden in der Bretagne/Frankreich nach Islay, genauer gesagt zur Brennerei Bunnahabhain. Dort werden sie Ende September erwartet, ihr Schiff wird dann in seine Einzelteile zerlegt und daraus Whisky-Fässer gefertigt. Der Inhalt des Hogshead 733 soll dann in einem der Fischerboot-Fässer gefinisht werden. Wann und mit welchem Preis diese Abfüllungen erhältlich sein werden, ist noch nicht absehbar – und auch nicht, wie der Einfluss des Fischerbootes auf den Geschmack dieses Whiskys sein wird. Wir sind gespannt.
Den neuen Bowmore Mizunara Cask Finish, gefinisht in japanischer Mizunara-Eiche, hatten wir schon vorgestellt. Heute erreicht uns eine Pressemitteilung zu dieser exklusiven abfüllung, die wir hier in iherer Gänze wiedergeben:
Schottischer Torfrauch trifft japanische Eiche
Ein Unikat: Bowmore Mizunara Cask Finish
Frankfurt, August 2015. Die exklusive Sonderedition Bowmore Mizunara Cask Finish vereint erstmals das raue schottische Klima mit der filigranen japanischen Handwerkskunst zu einer besonders harmonischen Whiskykomposition, die ihresgleichen sucht. Gereift in den edlen, handgefertigten Fässern aus seltener japanischer Mizunara Eiche besticht dieser Single Malt durch eine einzigartige Note, die den warmen Torf Schottlands und das feine Holz Japans gleichzeitig widerspiegelt. Mit der Einführung der Limited Edition zum 1. September 2015 können sich Whiskykenner und -liebhaber über den weltweit ersten Islay Single Malt mit Mizunara Finish und somit auf ein ganz besonderes Genusserlebnis freuen.
Mit nur 2.000 abgefüllten Flaschen ist der Bowmore Mizunara Cask Finish eine vollendete Liaison aus der Stärke und Passion Schottlands mit japanischer Eleganz und Feinheit. Es ist das erste Mal, dass japanische Destiller ihre wertvollen, seltenen Mizunara Fässer mit Herstellern außerhalb Japans teilen. Damit ist Bowmore der weltweit erste Islay Single Malt, der zur Veredlung japanische Mizunara Eichenfässer nutzen darf. Bowmore konnte aufgrund seiner jahrhundertelangen Expertise in Qualität und Innovation überzeugen und ist stolz darauf, die Geschmacksnuancen aus Ost und West miteinander in Einklang zu bringen. Ergebnis ist ein einzigartiger Geschmack von feinster Vanille, Zedernholz, exotischer Mango und Rosenblüten gepaart mit Islays unvergleichlichem Torfaroma.
Islays älteste Destillerie setzt auf jahrhundertelange Tradition
Bowmores weltberühmte Malts werden seit 1779 auf der schottischen Insel Islay gebrannt, was sie zur ersten der acht Destillerien auf Islay und zu einer der ältesten in ganz Schottland macht. Seitdem hat sich an der Produktion nichts geändert – die Gerste für Bowmore wird nach langer Tradition auch heute noch von Hand gemälzt und über Torffeuer getrocknet. Die Fässer reifen weiterhin in denselben legendären „No. 1 Vaults“ wie vor über 200 Jahren. Diese stellen damit das älteste Whiskylager Schottlands dar und sind zudem das einzige, das sich unter dem Meeresspiegel befindet. Die dunklen, feuchten und kalten Bedingungen sind ideal für die Reifung eines feinen und besonders abgerundeten Single Malts.
Japan überzeugt durch Eleganz und Beständigkeit feinster Handwerkskunst
Auf der anderen Seite des Globus steht Japan ebenfalls für die ausgezeichnete Qualität seiner Single Malts und für ein besonders filigranes, exzellentes Handwerk. In Japans nördlichen Wäldern wächst die seltene Form der ehrwürdigen japanischen Wassereiche, die ihren Namen – Mizu – aufgrund des hohen Wasseranteils des Holzes trägt. Mizunara Eichen wachsen bis zu 300 Jahre lang, bevor sie mithilfe althergebrachter, traditioneller Techniken zu Fässern verarbeitet werden. Dieses Können ist nur sehr wenigen Menschen vorbehalten, da die Fässer aufgrund der weichen Holzstruktur sehr empfindlich sind und leicht beschädigt werden können. Berühmt und verehrt aufgrund ihrer schwierigen Herstellung und des einzigartigen Vanillearomas, das sie einem Whisky verleihen, rangieren Mizunara Fässer unter den begehrtesten und zugleich seltensten der Welt.
Der Bowmore Mizunara Cask Finish – Das Beste beider Welten
Trotz aller Unterschiedlichkeit in Bezug auf Kultur und Sprache kommen doch beide Länder in der Handwerkskunst zusammen. Für die Entstehung des Bowmore Mizunara Cask Finish legte eine Auswahl der besten handgefertigten Mizunara Fässer fast 10.000 Kilometer aus dem Herzen Japans über drei Ozeane hinweg zurück, ehe sie ihren Platz in Bowmores erstklassigen No. 1 Vaults fanden. Dort reifen sie bis zur Vollendung und vereinen somit das raue, torfige Klima Schottlands mit den sanften, filigranen Aromen Japans.
Tasting Notes Bowmore Mizunara Cask Finish:
Die legendären Mizunara Fässer fanden eine neue Heimat bei Bowmore Single Malt. Sie zähmen dessen stürmischen Mix aus Torfrauch, Gewürzen, Vanille und Zitrusfrüchten. Das Ergebnis: Ein würzig, leicht milder Geschmack von süßer Vanille, Zedernholz, exotischer Mango und Rosenblüten. Zusammen mit Bowmores unvergleichlichem Torfaroma entwickelt der Whisky eine raffinierte, elegante Komplexität aus floralen Gewürzen und Raucharoma, begleitet von einer frischen Brise Meer.
Heute beginnt bei Bonhams Hongkong eine Online-Auktion, welche sich ausschließlich um japanischen Whisky dreht. Neben verschiedenen gesuchten und raren Abfüllungen bietet Bonhams unter anderem auch die komplette Hanyu Card Serie an. Die Brennerei Hanyu wurde 1941 errichtet und 2000 stillgelegt und abgerissen. Ichiro Akuto, Enkel des Destillerie-Gründers Isouji Akuto, besaß 400 Fässer aus den Produktionsjahren 1985 bis 2000, mit den Abfüllungen aus seinem Fass-Bestand kreierte er die Hanyu Card Serie. Beginnend 2006 mit dem Karo König (555 Flaschen), wurde diese Serie mit zwei Jokern (3690 und 241 Flaschen) im letzten Jahr beendet. Bonhams erwartet, dass für diese 54 Flaschen erst bei ca. 210.00 bis 270.000 € der Hammer fallen wird.
Es wird wieder einmal Zeit für unsere Blogrundschau, in der wir für Sie auf englischsprachigen Blogs nach neuen Verkostungsnotizen suchen. Wie immer queerbeet, wie immer mit kurzen Zusammenfassungen, die Sie zum Nachlesen animieren sollen. Los geht’s:
Jan van der Ende hat auf bestshotwhiskyreviews.com den Benromach Peat Smoke verkostet – er findet ihn rauchig, aber nicht vom Rauch dominiert und durchaus vielschichtig.
MaltKlaus‘ Daily Drams, die Website unseres Gastautors Klaus Doblmann, schaut sich den Glendalough 13yo aus Irland näher an – ein schöner Ire, findet man dort, aber der Preis ist auch nicht ohne.
Masterquill verkostet den Port Charlotte An Turas Mor – man merkt die Jugend, meint man dort, aber das tut seiner Qualität eigentlich keinen Abbruch. Sauber!
Malt and Oak war beim „Vom Fass“ und hat sich dort einen Single Grain geholt, einen Port Dundas 23yo – das Ergebnis kann man unter „zu Recht nicht weltberühmt“ zusammenfassen.
Auf WhiskyIsrael finden wir eine Verkostung des Springbank Green – dort ist man davon sehr angetan und findet in ihm reichlich Springbank-Charakter
Und dann gibt es auf Somerset Whisky Blog auch die erste Besprechung des Tomatin Contrast – zwei Whiskys (Sherry und Bourbon), beide gefallen ausnehmend gut und die Idee, zwei Fasstypen gegeneinander zu stellen, die mit dem selben Spirit am selben Tag befüllt wurden, macht dem Verkoster Freude.