Whiskyfun: Was bringt 2016? Interview mit Serge Valentin

0

Serge Valentin macht ein Interview mit sich selbst – und was anderswo in Eitelkeiten verenden könnte, führt hier zu einer höchst interessanten Betrachtung des Whiskymarkts, der No Age Statement Whiskys und der generellen Zukunft unseres liebsten Genussmittels. Hat Whisky den Gipfel der Popularität überschritten? Entwickelt sich der Markt so, wie er es bei Bordeaux tat? Und ist das Mittelmaß bereits das Maß aller Dinge?

Ein ausführlicher (englischsprachiger) Beitrag, bei dem sich jede Zeile zu lesen lohnt.

The Spirits Business: Auf welche Welt-Whiskymarken man 2016 achten muss

0

Der Jahreswechsel ist immer auch verbunden mit Rückblicken und Blicken in die Kristallkugel. The Spirits Business wagt letzteres und gibt eine Prognose ab, auf welche drei Welt-Whiskymarken man im kommenden Jahr achten sollte und warum. Es handelt sich dabei um Teeling aus Irland, Whistle Pig aus den USA und Nikka aus Japan. Zudem gibt es einen Rückblick auf 2015 und die ausdrückliche Erwartung, dass sich die Märkte im nächsten Jahr weiter und vor allem deutlicher im Wachstum befinden werden.

Serge verkostet: Littlemill x7

Littlemill hat in der letzten Zeit soetwas wie eine Renaissance erlebt – gute Abfüllungen mit schöner Lowland-Charakteristik aus einer Lost Distillery machen eben Freude. Was auch Freude macht: Dem Vernehmen nach gibt es noch jede Menge Fässer, die den Weg auf den Markt finden werden, sodass der Preisanstieg bei Littlemill eigentlich nicht exorbitant sein sollte und selbst Sammler die eine oder andere Flasche öffnen können.

Was sich auszahlen könnte, wenn man den Wertungen von Serge Valentin aus seiner Verkostung von heute Glauben schenken darf:

  • Littlemill 22 yo 1992/2014 (52.5%, Hart Brothers, Finest Collection, American oak): 87 Punkte
  • Littlemill 24 yo 1991/2015 (50.8%, Cadenhead, Authentic Collection, 144 bottles): 89 Punkte
  • Littlemill 23 yo 1990/2014 (52.3%, The Whisky Agency with LMDW and Spirits.com.tw, Jam Session #2, bourbon hogshead, cask #30, 172 bottles): 90 Punkte
  • Littlemill 25 yo 1989/2014 (50.9%, The Whisky Agency for The Auld Alliance & Three Rivers, 282 bottles): 89 Punkte
  • Littlemill 26 yo 1988/2015 (51.2%, The Whisky Agency for Art Taiwan and Bow Bar Sapporo, World Bar Tour, refill hogshead, cask #7, 147 bottle): 91 Punkte
  • Littlemill 17 yo 1966/1984 (46%, Cadenhead, black dumpy): 87 Punkte
  • Littlemill 30 yo 1950/1981 (53.5%, OB, stone flagon, 75cl): 93 Punkte

StN.de: Interview mit den Machern von „Dear Brother“

Vor einiger Zeit haben wir über einen aus Deutschland stammenden inoffiziellen Werbespot für Johnnie Walker berichtet, der es zu weltweiter Berühmtheit auf Youtube brachte (das wirklich beeindruckende Video finden Sie hier). Die Stuttgarter Nachrichten bringen nun in ihrer Online-Ausgabe ein Interview mit den beiden Machern des Videos, den Filmstudenten Dorian Lebherz und Daniel Titz aus Ludwigsburg. Im Interview erzählen sie über den Film, wie sie auf die Idee kamen und wie das Video das Zeug hat, Ihr Leben zu verändern. Hier ein kurzer Ausschnitt als Appetithappen:

Sicher ist der Film mit kleinem Budget entstanden. Wie lange haben Sie gedreht?
Die Film-AK stellt Mittel und Technik für diese Projekte zur Verfügung. Je nachdem wie groß das Projekt werden soll, steckt man noch Eigenmittel in den Film oder sucht nach Unterstützung bei Unternehmen. Wir haben drei Tage gedreht, und die Plätze schon vorher im Internet ausgesucht – damit wir nicht so viel fahren mussten. Den Schauspielern haben wir eine kleine Aufwandsentschädigung bezahlt, dafür haben sie eine gute Arbeitsprobe. Es ist ein gegenseitiges Hoffen.

Serge verkostet: Aberfeldy

Zwei offizielle Abfüllungen von Aberfeldy (aus der „The Last Great Malts“-Serie) und einen Bonus verkostet Serge Valentin heute. The Last Great Malts ist Bacardis Gegenbewegung zum NAS-Trend – in dieser Serie werden alle Whiskys mit Altersangaben abgefüllt, seien es die Standards aus Aberfeldy, Craigellachie oder den anderen Destillerien des Konzerns. Leider, und das ist wohl der einzige Kritikpunkt, den man an dieser Serie finden kann, wird alles und jedes ohne Unterschied mit 40% abgefüllt – was besonders bei den älteren Abfüllungen sehr schade ist (wie nebenbei auch Serge anmerkt).

Egal, Serge hat sich heute den 16jährigen und den 21jährigen aus Aberfeldy eingeschenkt, und dazu noch eine Abfüllung aus der Mo Or Collection. Hier die Bewertungen:

  • Aberfeldy 16 yo (40%, OB, 2015): 82 Punkte
  • Aberfeldy 16 yo 1994/2011 (46%, Mo Or Collection, bourbon hogshead, cask #4016, 460 bottles): 86 Punkte
  • Aberfeldy 21 yo (40%, OB, +/-2015): 86 Punkte

The National: Vorbericht zum Spirit of Speyside Whisky Festival 2016

Eine Vorschau auf das nächstjährige Speyside Festival, das zwischen dem 28. April und 2. Mai 2016 zum siebzehnten Mal stattfinden wird, können Sie heute auf The National lesen. Es wird, so der Bericht, eine Verbindung zum durch die schottische Regierung ausgerufenen „Year of Innovation, Architecture and Design“ haben und diesen Gedanken mit mehr als 400 Events in der Region unterstützen.

Zwei Destillerien wird man dieses Mal besonders in den Blickpunkt stellen: Strathisla, die älteste Highland-Destillerie, die 1789 gegründet wurde, und Dalmunach, jene Destillerie, die über den Grundmauern von Imperial gebaut und im Juni eröffnet wurde.

Mehr zum Festival finden Sie auch auf der dazugehörigen Website.

Serge verkostet: Alte Glen Grant (bis zu 65 Jahre alt)

Weihnachtspause? Bei etwas so Genussvollem wie Whisky? Das schaffen wir in der Whiskyexperts-Redaktion genau so wenig wie Serge Valentin. Heute bringt er eine Verkostung von einigen, wie man so sagt, in Würde gealterten Abfüllungen aus der Destillerie Glen Grant, darunter auch ein 65jähriger, aber auch zwei ältere Abfüllungen ohne Altersangaben. Dass Whisky aus Glen Grant sehr gut altert, ist ein offenes Geheimnis, und die Punktewertungen bei Serge bestätigen dies auch:

  • Glen Grant (40%, OB, 75cl, +/-1988: 82 Punkte
  • Glen Grant (43%, OB, 75cl, +/-1988): 82 Punkte
  • Glen Grant 25 yo ‚Royal Wedding Reserve‘ (40%, OB, Seagram Italia, 75cl, 1981): 86 Punkte
  • Glen Grant 60 yo 1950/2010 (40%, Gordon & MacPhail, first fill & refill sherry, casks #2750 & 2760): 90 Punkte
  • Glen Grant 65 yo 1950/2015 (59.3%, Gordon & MacPhail, for Wealth Solutions, cask #2747): 90 Punkte

Hamburger Abendblatt: Das Whisky Auktionshaus aus Wedel

(Update: Für manche Leser, von deren IP bereits auf das Abendblatt zugegriffen wurde, könnte dieser Artikel hinter einer Paywall liegen)

Das Hamburger Abendblatt hat über die letzte Zeit eine Serie von Artikeln über Firmengründer unter dem Motto „Gründer starten durch“ gebracht – in der heutigen Ausgabe geht es um ein Unternehmen, das mit Whisky zu tun hat: Green Whisky aus Wedel. Die beiden Brüder haben vor einiger Zeit auch ein Auktionshaus für Whisky gestartet, und im Artikel ziehen sie Bilanz über die erste Zeit. Hier ein kurzer Ausschnitt:

Kostbare Produkte fallen nicht selten Fälschern zum Opfer. Wie schützen sich die Neugründer vor solchen sogenannten Fake-Produkten? „Wir kontrollieren jeden Whisky auf Echtheit“, sagt Björn Green. Es gebe diverse Merkmale, die die Fälschungen vom Original unterscheiden. Eins davon sei das Etikett. „Oft sind bei Fälschungen auf dem Etikett Schreibfehler“, so der Neugründer. „Die meisten gefakten Flaschen stammen aus Italien.“

The Guardian: Bericht über neue kleine Destillerien in Schottland

Die SWA schätzt, dass in Schottland gerade an die 40 neue Destillerien im Werden sind. Die meisten davon sind kleine, handwerkliche Betriebe – und denen widmet The Guardian unter dem Titel „I have a dram: meet the whisky micro-distillers springing up across Scotland“ einen Artikel, der sich hauptsächlich mit der Glasgow Distillery von Liam Hughes beschäftigt, die 2018 ihren ersten eigenen Whisky auf den Markt bringen wird. Aber auch Stuart Nickerson’s Saxa Vord Distillery auf den Shetland Islands und die Holyrood Park Distillery von David Robertson in Edinburgh werden darin kurz beleuchtet. Zusätzlich kommt William Wemyss (Kingsbarns Distillery) zu Wort – und insgesamt ist es somit ein gelungener Artikel über die neuen Kleinen, die die Destillerieszene in Schottland bereichern…

Die 25 coolsten Eiswürfel für Whisky

Ja, natürlich, Scotch on the rocks ist ein no go, wenn man die breite Aromenvielfalt von Whisky verkosten will. Eis im Whisky kühlt ihn, das lässt viel weniger Geschmack erkennen als Whisky mit Zimmertemperatur.

Aber manchmal will man den Whisky auch gar nicht verkosten. Sondern einfach trinken. Und es gibt nach wie vor kein Gesetz, das es unter Strafe stellt, das so zu tun, wie man gerade will. Auf Eis, pur, mit viel Wasser, mit Cola – wer Ihnen sagen will, was gar nicht geht, der macht Ihnen Vorschriften. Und das finden wir viel schlimmer als Whisky mit Eis zu trinken.

Besonders dann, wenn die Eiswürfel dermaßen cool sind wie jene, die die Agentur TBWA für Suntory entworfen hat, um sie in einer Kampagne einzusetzen. Sie wurden mit einer computergesteuerten Anlage aus Eisblöcken geschliffen und dann kunstfertig in Szene gesetzt. Wir zeigen Ihnen hier zwei Motive, Architecture and Design hat heute alle 25 der kleinen Kunstwerke zum Anschauen – und die Hintergrundgeschichte dazu.

cube1 cube2

Video: Schottland in noch mehr Schnee

Wie versprochen bringen wir heute ein zweites Video über Schottland im Schnee – diesmal sind es knapp 45 Minuten, in denen wir Schottlands schönste Landschaften mit Winterdekoration erleben können: die Cairngorms, Glencoe, die Great Glen Fault – um nur einige zu nennen.

Die Doku von STV Schottland stammt aus dem Jahr 2010, und dementsprechend geringer ist die Auflösung des Videos – was aber der Schönheit der Landschaft keinen Abbruch tut. Wir wünschen jedenfalls viel Vergnügen mit dem Beitrag auf Youtube oder hier – und sollten sich den Sonntag über Neuigkeiten aus der Whiskywelt ergeben, dann werden wir natürlich unsere Seite wie jeden Tag aktualisieren.

Video: Schottland im Schnee

Wenn der Schnee Schottland verzaubert, ist das Land gleich doppelt schön. Und da wir in diesem Winter weder dort noch hier mit Schnee sonders gesegnet sind, haben wir uns gedacht, dass wir Ihnen heute und morgen  zwei Videos präsentieren, die Schottland im Schnee zeigen. Das Video von heute dauert knapp über 20 Minuten und wurde von STV Scotland produziert. Es zeigt Aufnahmen des winterlichen Schottlands, vom Ben Nevis bis hin zu den Borders, und es soll Ihnen ein wenig Wintergefühl vermitteln.

Und falls Sie das visuelle Vergnügen mit einem guten Tropfen ergänzen wollen, empfehlen wir Ihnen zum verschneiten Schottland zwei Whiskys: Die Liebhaber torfiger Tropfen könnten es mit einem 18jährigen Longrow versuchen, der mit seiner Kombination aus Sherry und Rauch ein wärmendes Gefühl in den Schnee zaubert. Und wer es lieber ohne Rauch mag, der nimmt einen wee dram von Dalwhinnie, Schottlands kältester Destillerie. Und falls Sie einen anderen Vorschlag haben: Nur her damit 🙂

Jedenfalls wünschen wir viel Vergnügen mit dem winterlichen Schottland – hier oder auf Youtube.

Whiskyreise um über 2 Millionen Euro

Haben Sie in der nächsten Zeit schon etwas vor? Falls nicht, und falls Sie etwas Kleingeld übrig haben: Wie wäre es mit einer Whiskytour nach Schottland und Las Vegas, zum Spottpreis von 2.5 Millionen Dollar?

Angeboten wird diese Reise von einem, dessen Whiskysammlung von 5000 Flaschen auf ca. 6 Millionen Dollar geschätzt wird: Der indische Baumogul Mahesh Patel, einer der profiliertesten Whiskysammler der Welt. Laut einem Bericht von The American Bazaar möchte er ausgewählte Personen mit seinem Privatjet nach Schottland fliegen und zu fünf Destillerien einladen: Glenfiddich, Dalmore, Balvenie, und Strathisla – wo jeweils ein Whiskydinner abgehalten wird. Dann darf man sich bei Glenfiddich auch ein ganz spezielles Fass aussuchen und in Kristalldecanter von Glencairn abfüllen lassen – und zusätzlich gibt es noch Tickets für eine viertägige Whiskyshow in Las Vegas, zu der man dann auch eingeladen sein wird. Preis: jeweils 35.000 Dollar.

Selbst bei heftigem Nachrechnen und Zusammenzählen der im Artikel angegebenen Lustbarkeiten fehlt uns dann doch noch eine erkleckliche Summe auf 2 Millionen Euro – aber wahrscheinlich ist das bei den Leuten, die sich mit dem Gedanken spielen, mit Mahesh Patel Whisky zu trinken, auch nicht weiter von Belang.

Interessant vielleicht noch, dass Patel unter die Händler geht und laut dem Artikel einen Gutteil der Prometheus-Whiskys in den USA verkaufen will; jenen Speysider aus einer nicht näher bezeichneten Destillerie, über den wir schon mehrmals berichteten und bereits auch verkosteten.

 

FAZ: Malt-Whisky und die Phenole – ein Hauch von Lagerfeuer

Die Chancen, dass unter dem Weihnachtsbaum vieler unserer Leser auch ein rauchiger Whisky lag, ist nicht so gering. Rauchig-torfige Whiskys haben eine große Fangemeinde, und wer einmal dem Geschmack verfallen ist, der kommt nicht mehr so leicht davon los.

Die Substanzen, die diese Rauchigkeit verursachen, nennt man Phenole. Was sind das eigentlich, und wie bringen sie die unterschiedlichen Arten von Rauchigkeit in den Whisky? Ein hervorragender Artikel in FAZ Wissen schildert das, auch mit der Expertise von Julia Nourney (ein Interview, das wir  mit der Expertin exklusiv geführt haben, finden Sie hier), detailliert und sehr verständlich. Hier zum Beispiel ein Absatz darüber, warum die ppm-Zahl am Etikett nicht wirklich viel über die Rauchigkeit aussagt:

Die Phenolmengen im Malz sagen nun noch nichts darüber aus, was mit diesen Substanzen im Zuge der weiteren Verarbeitung passiert. Schließlich wird die Gerste danach gemahlen und mit warmem Wasser extrahiert. Mit diesem Extrakt geht es dann in die Vergärung und danach zur (mindestens) zweimaligen Destillation. Anschließend folgt noch eine mehrjährige Lagerung in Eichenholzfässern, die zuvor als Sherry-, Portwein- oder Bourbon-Behälter dienten. Wie viele von welchen Phenol-Molekülen es am Ende in den fertigen Whisky schaffen, hängt also von vielen Faktoren ab, etwa davon, wie gut und vollständig sie aus dem Malzschrot extrahiert werden, wie die Destillerien ihr Destillat „schneiden“ – das heißt, mit welchem Teil sie weiterarbeiten – und inwieweit die Substanzen im Laufe der mehrjährigen Lagerung abgebaut oder vielleicht vom Eichenholz aufgenommen werden.

Viel Vergnügen mit dem Rest des gelungenen und lesenswerten Artikels.