Aus verschiedenen Medien, darunter zum Beispiel auch dem Malaysian Insider, ist zu erfahren, dass die Formel 1 mit dem Verlangen konfrontiert wird, auf Sponsoring durch Alkoholfirmen zu verzichten. Hinter den Forderungen, die zum Grand Prix in Monaco laut wurden, steckt ein Thinktank namens Eurocare, der die Vermischung von Motorsport und Alkohol kritisch betrachtet.
Mika Hakkinen, Jenson Button und Kevin Magnussen werden von Johnnie Walker gesponsort. Bild: Diageo
Auch die schottische Whiskyindustrie ist von diesem Vorstoß betroffen, ist doch Johnnie Walker ein wichtiger Sponsor der Formel 1 Zirkus. Drei Teams insgesamt, Williams, McLaren und Team India, haben Alkoholwerbung auf den Autos.
Ob der Druck auf die Formel 1 soweit erhöht wird, dass man Alkoholwerbung generell verbannen muss, so wie es mit Tabakwerbung geschehen ist, bleibt abzuwarten. Die Formel 1 reagierte auf die Forderungen jedenfalls gelassen – mit einem Hinweis auf die umfangreichen Sicherheitskampagnen zum Thema Alkohol und Verkehr, die vor allem aus den Einnahmen durch den Sponsorvertrag mit Johnnie Walker und gemeinsam mit der Marke durchgeführt werden.
Jenson Button in einem McLaren MP4-650S bei einer Sicherheitsveranstaltung von Johnnie Walker in Edinburgh. Bild: Diageo
Nach 125 Jahren hat Dublin endlich wieder eine eigene Destillerie – und mit der diesjährigen Saison wird sie wohl auch ein großer Publikumsmagnet werden. Das irische Magazin The42.ie hatte die Gelegenheit, die Destillerie zu besuchen und hat einen interessanten Bericht darüber auf seiner Website gebracht.
Auch wenn die Destillerie nun steht: ganz einfach dürften die drei Jahre der Planung und des Bauens nicht gewesen sein, schenkt man den Ausführungen von Jack Teeling, der gemeinsam mit seinem Bruder Stephen hinter dem Projekt steht, Glauben. Auch jetzt, drei Monate nach dem geplanten Fertigstellungsdatum, werden hier und dort noch Kleinigkeiten gerichtet oder geändert. Das Schwierigste war aber sicherlich, so Jack in dem Artikel, die Rechnungen immer pünktlich bezahlen zu können – eine Aussage, die man von vielen Unternehmern hört, die ein Destillerieprojekt auf die Beine stellten. Kein Wunder: die Zeit des Planens und Bauens ist eine mit jeder Menge Ausgaben und keinerlei Einnahmen.
Ein höchst empfehlenswerter, weil gut geschriebener und ausführlicher Artikel.
In der Teeling-Distillery in Dublin. Foto: Stephen Teeling
Die Farm Destillerie Kilchoman auf Islay feiert in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag – und kann auf eine spannende und ereignisreiche Zeit zurückblicken. Der Newcomer unter den Islay-Destillerien hat sich für viele zu einer der interessantesten Brennereien auf der Insel entwickelt, was die Qualität und die Charakteristik des Whiskys betrifft.
Die Wills haben mit viel Liebe und Sachverstand aus einem abgelegenen Bauernhof einen Magnet für Whiskyfreunde aus der ganzen Welt gemacht, und fast nirgendwo sonst kann man das Werden eines Whiskys so hautnah erleben wie dort. Deswegen, und wegen des Jubiläums, wollen wir Ihnen als unser bereits schon traditionelles Sonntagsvideo einen Dreiteiler über die Destillerie Kilchoman präsentieren, der schon im Jahr 2006, also kurz nach der Eröffnung der Destillerie, entstanden ist und von singlemalt.tv produziert wurde.
Charlie Maclean besucht die Brennerei und spricht mit Antony Wills darüber, was eine so kleine Destillerie anders und besonders macht, welche Schwierigkeiten es beim Aufbau gab und wie der Alltag in der Destillerie aussieht (obwohl sich das, so denken wir, in den letzten Jahren sicher etwas geändert hat). Alle Teile (Teil 1, Teil 2 und Teil 3) können Sie nicht nur hier, sondern natürlich auch auf Youtube sehen.
Von seiner kürzlichen Schottlandreise hat Dr. Mario Prinz vom Potstill auch aktuelle Bilder einer traditionsreichen und sich gerade neu erfindenden Destillerie mitgebracht: In den beiden Aufnahmen sehen Sie den momentanen Status des kompletten Neubaus der Destillerie Macallan. Sie soll im Frühjahr 2017 für die Öffentlichkeit zugänglich sein und ein Besucherzentrum und eine Erlebniswelt enthalten. Hundert Millionen Pfund wird die Edrington Group für den Neubau in die Hand nehmen.
Die Baustelle von Macallan. Foto: Dr. Mario Prinz.Die Baustelle von Macallan. Foto: Dr. Mario Prinz.
Morgen wird die Slyrs-Destillerie ihren ersten 12jährigen Whisky präsentieren. In einem Artikel des Münchner Merkur sind weitere Details zu erfahren. So werden morgen die ersten 900 Besucher eine Nummer erhalten, die ihnen den Kauf des 12jährigen garantiert. Die Käufer der restlichen 100 Abfüllungen werden ausgelost. Im Einzelhandel werden weitere 1.000 Flaschen erhältlich sein. Der Preis des Slyrs 12yo beträgt € 199,90 (wir berichteten).
Über die fünfte Ausgabe des Kilchoman 100% Islay hatten wir schon berichtet. In ihrer Presseinformation teilt Alba Import mit, dass diese Abfüllung nun auch in Deutschland erhältlich ist:
PR: Islay’s Farm Distillery präsentiert die 5. Edition des Kilchoman 100% Islay
Die jährlich erscheinende und stark limitierte Abfüllung des Kilchoman „100% Islay“ wird, wie der Name schon sagt, gänzlich auf Islay produziert.
„From barley to bottle“ – vom Anbau der Gerste über das Mälzen bis hin zum Abfüllen der Flaschen wird jeder Produktionsschritt bei der Brennerei Kilchoman vor Ort durchgeführt, das ist einzigartig in Schottland.
Das selbst produzierte Malz ist mit ca. 20ppm „nur“ mittelschwer getorft und lässt den für Kilchoman typischen Fruchtnoten den Vortritt, vergleicht man den 100% Islay mit „Machir Bay“ oder „Loch Gorm“, den weiteren Abfüllungen der Brennerei.
Für die 5. Edition des „100% Islay“ wurden Bourbon-Barrel aus den Jahren 2009 und 2010 verwendet, die Auflage beträgt ca. 12.000 Flaschen. Die Abfüllung in 50% Vol. erfolgte unter Zugabe von Islay Quellwasser, ohne Kältefiltration und ohne Zusatz von Farbstoff.
Anthony Wills, Gründer von Kilchoman Distillery: „Unsere 100% Islay-Qualität unterscheidet sich deutlich von unseren anderen Produkten. Das leichter getorfte Malz und die Reifung des Malts ausschließlich in Bourbon Fässern führen zu einer schönen Balance von Frucht-, Vanille- und Islay-Noten. Mit dem Bau von Kilchoman Distillery war es unser Ziel, einen Single Malt aus Gerste zu produzieren, die auf dem Land der Brennerei angebaut wird und so die Whiskyproduktion zurück zu ihren Wurzeln zu führen. Wir sind sehr stolz, diesen traditionellen Weg zu gehen und freuen uns, die neue Edition des 100% Islay mit Freunden, Whiskyliebhabern und Experten teilen zu können. Die zusätzliche Reifezeit, im Vergleich zu früheren Versionen, hat dem Whisky noch mehr Tiefe und Ausgewogenheit verliehen und wir erwarten, dass er ein Bestseller wird.“
Die offiziellen Tasting Notes:
Nose: Light, fresh and clean with peat smoke in the background.
Palate: Light, fresh and well balanced with peaty smoke and sweetness coming through on the finish.
Finish: Long, clean and sweet with soft peat smoke.
Die 5. Edition der Kilchoman “100% Islay Release” ist ab sofort im deutschen Fachhandel erhältlich.
Im April 2015 wurde die neue Ballindalloch-Destillerie in der Speyside von Prince Charles offiziell eröffnet, gearbeitet wird allerdings schon länger dort. Dr. Mario Prinz vom Potstill in Wien hat Ballindalloch dieser Tage besucht und uns von dort einige Bilder mitgebracht:
Die Fassade der Destillerie Ballindalloch. Foto: Dr. Mario PrinzCharlie Smith, Colin Poppy und Gay MacPherson-Grant – das Ballindalloch Trio. Foto: Dr. Mario PrinzDas braucht noch etwas Zeit. Foto: Dr. Mario Prinz
Das Bremer Spirituosen Contor kündigt heute in einer Pressemitteilung zwei Einzelfässer Paul John Indian Single Malt exklusiv für Deutschland an:
Exklusive Einzelfassabfüllungen Paul John Indian Single Malt in Deutschland eingetroffen
Bremen, 22. Mai 2015 – Der indische Whiskyproduzent John Distillers aus Goa und der deutsche Generalimporteur Bremer Spirituosen Contor freuen sich, zwei exklusive Einzelfässer des außergewöhnlichen indischen Single Malts Paul John präsentieren zu dürfen. Die zwei Fässer mit den Nummern #1846 und #692 wurden bereits mit 96 und 95,5 Punkten in der Whisky Bible 2014 hoch bewertet und sind nun ausschließlich und auf je 220 Flaschen limitiert in Deutschland erhältlich. Beide Fässer wurden unverdünnt in natürlicher Fassstärke, nicht gefärbt und ohne Kältefiltrierung abgefüllt. Fass #1846 wurde dabei mit ungetorften Gerstenmalz und das Fass #692 mit stark getorften Malz produziert.
Das nicht nur die Schotten guten Whisky produzieren können hat sich mittlerweile herumgesprochen. Das auch in Indien ausgezeichnete Single Malt Whiskys produziert werden, ist jedoch immer noch ein gut behütetes Geheimnis. Dieses Geheimnis möchten die John Distillers nun auch in Deutschland lüften. Seit einigen Jahren wird an der Küste von Goa ein feiner indischer Single Malt produziert. Hierbei werden Whisky-Traditionen gepflegt und mit indischer Handwerkskunst veredelt. So wird beispielsweise keine Gerste aus Schottland importiert, sondern sechszeilige Gerste aus Indien verwendet, die im kalten Klima gedeiht und zur heißen Jahreszeit geerntet wird. Diese wird teilweise mit Torfrauch getrocknet um einen kraftvollen, rauchigen Whisky zu schaffen. Destilliert wird traditionell zweifach in Kupferbrennblasen, bevor der Rohbrand auf Ex-Bourbonfässer gefüllt wird und dann an der indischen Küste reift. Das Wetter in Goa ist ideal für die Produktion von Whisky, denn durch das Klima reift der Whisky bis zu viermal so schnell wie in Schottland. Der Verzicht auf Kältefiltrierung erhält den ursprünglichen Geschmack der Reifung und ist somit unverzichtbar für das komplexe Aroma des indischen Single Malts.
Der deutsche Generalimporteur konnte nun zwei einzigartige Fässer des indischen Single Malts für Deutschland erwerben. Beide Fässer reiften in Goa, unterscheiden sich jedoch ganz elementar bei der Verwendung der Rohstoffe. Paul John #1846 wurde aus ungetorften Gerstenmalz hergestellt und mit 60,8% Vol. in Fassstärke abgefüllt. Jim Murray vergab herausragende 96 Punkte an dieses Fass in der Whisky Bible 2014.
Paul John #692 hingegen ist ein Muss für die Liebhaber rauchiger Whiskys, denn stark getorftes indisches Malz bildete hier die Grundlage für diesen komplexen, rauchigen Whisky in Fassstärke mit 58,5%. Jim Murray bewertete diesen mit 95,5 Punkten. Je Fass sind nur 220 Flaschen abgefüllt worden.
Seit 2014 sind bereits vier Sorten Paul John auf dem deutschen Markt erhältlich und konnten schon mit großem Erfolg das Spektrum internationaler Whiskys bereichern. Beim Paul John Brilliance handelt es sich um die milde, ungetorfte Qualität und beim Paul John Edited um die leicht getorfte Variante. Beide wurden mit 46,0% Vol. abgefüllt. Dazu kommen die zwei Fassstärken Classic Select Cask und Peated Select Cask. Letzterer konnte aktuell beim Internationalen Spirituosen Wettbewerb 2015 (ISW) mit einer Gold Medaille überzeugen.
Paul John ist im gut sortierten Spirituosenfachhandel erhältlich. Die Einzelfassabfüllungen sind hierbei streng limitiert und somit nur begrenzt noch erhältlich.
Paul John Single Cask #1846 – Unpeated; 60,8 % Vol.; UVP: 64,90 Euro
Paul John Single Cask #692 – Peated; 58,5 % Vol.; UVP: 64,90 Euro
Der dritte Tag, der dritte Teil der virtuellen Europareise von Serge Valentin steht an: Diesmal verkostet er französische und spanische Whiskys – und einen Whisky aus Liechtenstein. Die Franzosen sind ja bei uns auch schon relativ bekannt – Kornog (tolle Wertung!) oder Amorik findet man bei uns im gut sortierten Fachhandel immer wieder einmal. Den Spanier oder den Liechtensteiner muss man schon eher suchen – aber laut den Bewertungen von Serge in dieser Verkostung könnte sich das durchaus auszahlen:
Armorik 12 yo 2002/2014 (55.7%, OB, France, Bretagne, oloroso, cask #3298, 723 bottles): 81 Punkte
Kornog ‚Taouarc’h Chwec’hved BC14‘ (58.2%, OB, Glann ar Mor, 2014): 90 Punkte
Domaine des Hautes Glaces ‘Les Moissons’ (42%, OB, France, single malt, 2014): 87 Punkte
D.Y.C. 10 yo (40%, OB, Spain, single malt, +/-2013): 65 Punkte
Unsere Blogrundschau geht heute wieder einmal auf englischsprachige Blogs und informiert Sie darüber, was Blogger dort so im Glas haben – und wie ihnen diese Whiskys geschmeckt haben. Also, fangen wir gleich mal an:
Auf Maltfascination hat man sich den Glengoyne 25yo eingeschenkt – die Begeisterung dort ist nicht so groß, dass man über den stolzen Preis hinwegsehen möchte.
Das Somerset Whisky Blog verkostet den Ardbeg Perpetuum – man liebt ihn für seine Vielschichtigkeit, findet ihn schön zugänglich und interessant.
Den Springbank Gaja Barolo aus dem Jahr 2013 hat sich Words of Whisky eingeschenkt – man findet nicht viel vom Weincharakter drin, mag ihn aber dennoch (oder deswegen).
Best Shot Whisky Reviews trinkt den Ben Riach Heart of Speyside – ein angenehmer Einsteigerwhisky, sagt man dort, aber nichts Aufregendes.
Und dann gibt es zum Abschluss nochmals Ardbeg Perpetuum, sehr ausführlich besprochen auf Whiskycorner – dort zeigt man sich sehr begeistert vom Jubiläumstropfen der Islay-Destillerie.
Wie Herald Scotland heute berichtet (ev. hinter Paywall), hat die Isle of Harris Distillery die Finanzierung der Lagerhalle für die Whiskyreifung durch Geldgeber abgeschlossen. Mit dem Bau ist bereits begonnen worden. Simon Erlanger, der Managing Director der Destillerie, hält im Artikel fest, dass das Lagerhaus bei Ardhasaig an der Westküste ideale Bedingungen für die Reifung des Whiskys bietet. Das Lagerhaus soll im Juni fertig sein.
Dr. Mario Prinz vom Potstill in Wien hat die Destillerie übrigens vor einigen Tagen besucht und unter anderem auch diese Fotos davon mitgebracht:
Isle of Harris Distillery. Foto: Dr. Mario PrinzIsle of Harris Distillery. Foto: Dr. Mario Prinz
Auch Lagavulin kommt natürlich mit einer Sonderabfüllung zum Festival Fèis Ìle 2015, und diesmal ist es ein dreifach gereifter Lagavulin aus dem Jahr 1991. Er begann seine Ruhe im Fass mit amerikanischer Eiche, wurde dann kurz in Pedro Ximenez-Fässern gelagert, um danach längere Zeit in Oak Puncheons zu rasten. Von ihm gibt es insgesamt 3500 Flaschen, die am Tag der offenen Tür (23. Mai) in der Destillerie um jeweils 128 Pfund angeboten werden. Auch zu dieser Sonderabfüllung haben wir Ihnen die offiziellen Tasting Notes übersetzt:
Lagavulin Feis Ile 2015 (1991), Natural Cask Strength, 59.9%vol, personally selected by Iain McArthur.
Aus London hat man uns Infos zu zwei weiteren Abfüllungen für das Festival auf Islay geschickt: Hier ist einmal die Special Edition von Caol Ila zum Fèis Ìle 2015 – ein dreifach gereifter Caol Ila aus dem Jahr 1998. Zunächst in American Oak gereift, dann in Muskateller-Fässern. Und zur Krönung kam das Destillat danach noch in alte Eichen-Puncheons. 1500 Flaschen werden davon abgefüllt, und exklusiv in der Destillerie am 25. Mai, dem Tag der offenen Tür, um 99 Pfund verkauft.
Hier die offiziellen Tasting Notes:
Caol Ila Feis Ile 2015 (1998), Cask Strength, 57.3%vol, personally selected by David Wood.
Nase unverdünnt: grün, wie frisches Heu, ein buttriger Hintergrund, zurückhaltender Rauch, rauchige, knusprige Speckscheiben
Nase mit Wasser: grün, ein Hintergrund aus frischen Früchten, zarter Rauch kommt nach vorne, Anflüge von grünem Apfel. Getreideflocken, gesüßt. Pfirsichseife, grüner Duft.
Geschmack: Intensiver weicher Rauch, ziemlich kräftig aber nicht herumziehend, ölig mit einem nussigen/wachsigen Nachklang von Rauch.
Die zweite Fèis Ìle – Abfüllung von Bunnahabhain ist soeben bekannt gegeben worden (gestern berichteten wir von der ersten): Der elfjährige Bunnahabhain Rubha A’ Mhail – 1200 Flaschen wurden von diesem Whisky abgefüllt, und er soll süß mit einer Prise Salz sein…