Heute in Serge’s Glas: die „schüchterne“ Destillerie Aultmore. Zu Beginn zwei recht junge Indies – bemerkenswert beim Aultmore aus der Archives Reihe ‘Fishes of Samoa’ ist der hohe Alkoholgehalt von 67,4 % Vol.. Und auch die abschließend verkostete Abfüllung zum 100-jährigen Geburtstag der Brennerei wartet nach 16 Jahren Fasslagerung immer noch mit 63 % Vol. auf. Sicherlich kam bei der heutigen Verkostung recht viel Wasser zum Einsatz.
Die heutigen Aultmores auf Whiskyfun in der Übersicht:
Aultmore 6 yo 2007/2014 (53.7%, Kintra, cask #900026) 78 Punkte
Wenn der Bau der eigenen neuen Whisky-Destillerie erst einmal abgeschlossen ist und die Brennblasen ihre Arbeit wie gewünscht verrichten, dauert es noch einige Zeit, bis endlich auch Geld in die Kasse fließen kann. Die Annandale Distillery entwickelt unterschiedliche Konzepte, um diese Zeit finanziell zu überstehen. So konnten zu Beginn diese Jahres die Fässer Nr. 1 und Nr. 8 für äußerst stolze Summen erworben werden (wir berichteten). Für den kleineren Geldbeutel gibt es nun Rascally Liquor. Hinter diesem Namen verbirgt sich der New Make Malt Spirit der Annandale Distillery. Zwei Varianten sind erhältlich: die ungetorfte Version, “Man o’ Word” genannt, und der getorfte “Man o’ Sword”, beide mit 63,5% Vol. und jeweils als 20cl für £15.95 und 5cl für £5.95. Der Versand erfolgt im Moment nur ausschließlich innerhalb des Vereinigten Königreiches.
In ihrer heutigen Pressemitteilung, die wir hier komplett wiedergeben, informiert der Importeur Kammer Kirsch über den neuen GlenDronach The Hielanʼ, der demnächst erhältlich sein wird. Und am Schluss gibt es noch Infos über die Zukunft des 15 jährigen GlenDronach und des GlenDronach Parliament.
Demnächst bei Kammer-Kirsch erhältlich: GlenDronach The Hielanʼ 8 Jahre alt
Neues aus dem Hause GlenDronach
Quelle: mer / Kammer-Kirsch GmbH
Die Destillerie GlenDronach bringt eine neue Abfüllung auf den Markt. Der 8 Jahre alte Hielanʼ erweitert die Core Range der Brennerei und ist demnächst bei Kammer-Kirsch erhältlich.
Der 8 Jahre alte Single Malt reift in feinsten Bourbon- und Sherryfässern (Pedro Ximinez und Oloroso).
0,7 L | 46 % Vol.
TASTING NOTES
Farbe: Bernsteinfarben mit einem leichten Kupferglanz
Geruch: Duft nach Orangenblüten und Zitrone; Aromen von Sultaninen, sonnengetrockneten Rosinen und reifen gelben Pflaumen
Geschmack: frische, kräftige Eichennoten; Aroma von Sultaninen setzt sich fort; hinzu kommen Noten von Aprikosenmarmelade und Lebkuchen abgerundet von einem Hauch Karamell, Kakao und gerösteten Mandeln; komplexer Charakter
Abgang: klassische Sherrynoten in Kombination mit einer frischen Komponente
Leider gibt es nicht nur positive Neuigkeiten aus Schottland. Der 15 jährige GlenDronach Revival wird künftig nicht mehr von der Brennerei angeboten. Auch bei dem 21 Jahre alten GlenDronach Parliament wird es Einschnitte in der Verfügbarkeit geben. Diese Abfüllung wird stark limitiert und ist daher in Zukunft nicht mehr durchgängig verfügbar.
Speyburn Destillerie, Foto von Ann Harrison, CC-Lizenz
Eher bescheiden fallen die Bewertungen der Verkostung drei junger Speyburns aus, die Serge Valentin heute auf Whiskyfun veröffentlicht. Da mag es ein klein wenig helfen, dass Speyburn der Lieblingswhisky von Jon von Fiddler sein mag. Muss es aber nicht.
Die heutigen Speyburns zusammengefasst:
Speyburn 10 yo (40%, OB, +/- 2001) 78 Punkte
Speyburn 10 yo (40%, OB, +/- 2014) 76 Punkte
Speyburn 8 yo 2005/2014 (46%, Douglas Laing, Provenance, cask #10437) 77 Punkte
Von der Birkenhof Brennerei im Westerwald haben wir Informationen zur offiziellen Eröffnung erhalten, die am 31. Mai stattfinden wird und zu der Whiskyfreunde aus ganz Deutschland eingeladen sind. Hier der Pressetext:
Im Westerwald eröffnet die erste Whiskydestillerie der Region. Für die neue Brennblase und den Ausbau des Besucherzentrums hat die Birkenhof-Brennerei in Nistertal in den vergangen Monaten rund eine Million Euro investiert. Damit baut das Familienunternehmen die Produktion seines Whiskys „Fading Hill“ massiv aus. Die neue Whiskydestillerie und das Besucherzentrum werden nun beim Tag der offenen Tür offiziell eröffnet.
Die Besucher erwartet ein umfangreiches Programm mit Destillerie-Führungen, Whiskytastings im Fasslager, Show-Destillieren, Livemusik, Workshops, mehr als 20 Genussmanufakturen und einer regionalen Cocktailbar.
Anlässlich der Eröffnung hat die Birkenhof-Brennerei einen exklusiven und streng limitierten Whisky abgefüllt: „Fading Hill Chameleon“ reifte fast sieben Jahre in einem Fass aus französischer Eiche, nur 120 Flaschen sind davon erhältlich — und das ausschließlich für die Besucher vor Ort. Einen Teil der Einnahmen für diesen Whisky und die eines Whisky-Gewinnspiels spendet die Brennerei dem St. Thomas-Hospiz in Dernbach
Die Birkenhof-Brennerei destilliert seit 1848 Korn und edelste Brände. Seit 2002 ergänzt der Whisky „Fading Hill“ das Portfolio des Traditionsunternehmens aus Rheinland-Pfalz — benannt nach dem Hügel in Sichtweite der Destillerie, der durch den Basaltabbau nach und nach verschwindet.
„Fading Hill“ wird ab sofort in der neuen, 1.200 Liter fassenden Kupferbrennblase im sogenannten „Pot-Still-Verfahren“ gebrannt. Neben der exklusiven Whisky-Abfüllung zum Tag der offenen Tür wird vor Ort auch der neueste Whisky, ein Single Rye Whisky auf Roggenbasis präsentiert, der fünf Jahre im Sherry-Fass reifte. Einige der bereits ausverkauften Vorgänger¬abfüllungen werden vor Ort ebenfalls zu probieren sein und wenige restliche Flaschen davon bei einem Gewinnspiel verlost werden.
Die Birkenhof-Brennerei besuchen jedes Jahr rund 15.000 Gäste aus der Region, Deutschland und der Welt. Das neue Besucherzentrum wurde nun zur barrierefreien Erlebnis-Destillerie mit großem Parkplatz ausgebaut.
Zeit: 11-18
Ort: Birkenhof-Brennerei
Auf dem Birkenhof
57647 Nistertal
Deutschland
Glenallachie Destillerie, Foto von Nicholas Mutton, CC-Lizenz
Zurück von seiner kleinen fünfteiligen Europareise, beschäftigt sich Serge Valentin heute wieder mit dem schottischen Whisky. Bei seiner Verkostung lässt er aber die großen, bekannten und berühmten Destillerien links liegen und widmet sich mit einem Vertikal-Tasting der Brennerei Glenallachie. Die Destillerie, im Besitz von Pernod Ricard, arbeitet seit 1989 nach einer zweijährigen Pause wieder. Drei der heutigen Indies wurden danach destilliert und in den letzten Jahren abgefüllt. Ihre Bewertung fällt mittelprächtig aus, deutlich mehr Begeisterung bei Serge entfachen die beiden fast 40-jährigen.
Die heutige Verkostung in der Kurzübersicht:
Glenallachie 6 yo 2008/2014 (54.7%, Duncan Taylor, Dimensions, cask #900699, 351 bottles) 71 Punkte
Glenallachie 17 yo 1996/2013 (43%, Signatory Vintage, casks 5238+5239, 792 bottles) 78 Punkte
Glenallachie 18 yo 1995/2014 (46%, Càrn Mor, hogshead, 587 bottles) 79 Punkte
Glenallachie 37 yo 1973/2010 (46%, Mo Or Collection, bourbon hogshead, cask #6746, 266 bottles) 92 Punkte
Glenallachie 38 yo 1973/2011 (50.4%, The Whisky Agency, bourbon barrel, 218 bottles) 89 Punkte
Screenshot aus dem Neat Glass Video https://www.youtube.com/watch?v=MsftvPSUMN4
Ein guter Whisky benötigt das richtige Glas, in dem er sich mit seinen Aromen voll entfalten und auch genossen werden kann. Ein neues Design-Konzept bietet The NEAT Glass aus den USA. Durch die niedrige Höhe, den sehr bauchigen Körper und die weite Öffnung sieht The NEAT Glass in etwa wie ein gestauchtes Glencairn-Glas aus. The NEAT Glass wurde beim diesjährigen San Francisco World Spirits Competition eingesetzt, bei dieser Gelegenheit gab man den Juroren auch die Gelegenheit, die Vorzüge dieses Glases herauszustellen und fasste dies in einem Video zusammen, zu sehen auf Youtube oder hier im Anschluss.
In Schottland gibt es insgesamt 55 Destillerien, die für die Öffentlichkeit allgemein zugänglich sind, wenn man die erst kürzlich hinzugekommene Destillerie Scapa auf den Orkneys miteinbezieht. Diese Destillerien haben im abgelaufenen Jahr 6% mehr Besucher als im Vorjahr begrüßen dürfen, berichtet die BBC auf ihrer Website. Mehr als 1.5 Millionen Besucher wurden in der Saison durch die Brennereien und Lagerhäuser geführt und konnten vor Ort den Zauber der Whiskyerzeugung erleben.
Auch aus den Statistiken zu ersehen ist, dass die Besucher insgesamt 50 Millionen Pfund in den Shops, Cafés und für die Touren selbst ausgaben – ein Betrag, der sich seit 2010 verdoppelt hat.
Und wo kommen die Besucher her? Laut SWA sind die Top Besucherländer der Rest des Vereinigten Königreichs, Deutschland, Amerika und Frankreich.
Der größte unabhängige Whiskyabfüller Schottlands hat, wie alle großen Erfolge, klein begonnen, und zwar mit einem Gemischtwarenhandel in Elgin in der Speyside. Dass es dieses Geschäft (nun aber ganz und gar kein kleiner Tante Emma-Laden mehr) seit 120 Jahren gibt, hat man an diesem Wochenende mit geladenen Gästen in Elgin’s South Street gefeiert. Die Familie Urquhart leitet das Unternehmen seit 4 Generationen, und mit dem Eintritt von John Urquhart als Lehrling begann nicht nur die Verbindung zum Geschäft, sondern auch die heute noch bestimmende Verbindung zu Whisky.
Gordon & MacPhail in Elgin
Ausgeschenkt wurde an die Gäste unter anderem auch ein 70jähriger Glenlivet. Zusätzlich gab es am Samstag ein Tasting unter dem Motto „Whisky und Schokolade“, berichtet Insidemoray.com in seiner heutigen Ausgabe.
Schon den fünften Tag dauert sie, die Europareise mit verschiedensten Whiskys aus verschiedensten Ländern. Das Match bei Serge Valentin’s Verkostung heute nennt sich Schweiz gegen Deutschland, oder besser Bayern, oder noch besser Slyrs – und wieder hat, so wie am vorangegangenen Tag der Reise, die Schweiz die Nase vorne (auch wenn es bei den Eidgenossen einen deutlichen Ausrutscher nach unten gibt).
Das Ganze ist natürlich sportlich zu sehen, und – wir betonen das immer wieder – mit der gehörigen Prise Vorsicht, denn neben unbestreitbaren objektiven Qualitätskriterien spielen bei solchen Verkostungen immer auch persönliche Vorlieben eine Rolle. Hier also die Abfüllungen von heute:
Gleich östlich der Isle of Skye liegt die weitaus kleinere Isle of Raasay – mit gerade mal 120 Einwohnern und – für Schottland mittlerweile ungewöhnlich – genau keiner Destillerie. Noch. Denn schenkt man einem Artikel in der West Highland Free Press Glauben, dann soll es in der Tat mit Anfang 2017 auch dort eine eigene Destillerie geben, die 11 der 120 Einwohner Arbeit bieten wird.
Raasay liegt östlich von Skye. Bild: Google Maps.
Hinter dem Projekt steht ein Unternehmen aus Edinburgh, R&B Distillers. Der Chef des Unternehmens, Managing Director Alasdair Day, hat zu Beginn des Jahres ein pre-planning proposal bei den zuständigen Behörden eingereicht (schon damals haben wir davon berichtet) und führt nun gerade eine Umweltverträglichkeitsstudie durch. Nun heißt es, dass man im September die Planning Application einreichen wird – das Projekt scheint derweilen also auf Schiene zu sein.
Neben der kleinen Destillerie will man auch ein Hotel für Gäste bauen – oder besser gesagt: eines aus der viktorianischen Zeit wieder in Schuss bringen und dafür nutzen. Wenn Sie übrigens mit Google Street View die Insel besichtigen wollen, können Sie das auf unserer interaktiven Karte hier tun (reinzoomen, Street Map Icon über dem Zoombalken über einer nun auf der Karte blau markierten Straße ablegen und herumspazieren).
Nach der Wochenendpause geht es trotz Feiertag für Serge Valentin weiter auf seiner Whiskyreise durch Kontinentaleuropa, heute mit dem vierten Teil, der ihn in die Tschechische Republik, Österreich und die Schweiz führt. In Tschechien wird der Hammer Head verkostet, in Österreich wendet sich Serge einer Vorarlberger Destillerie zu, und in der Schweiz sind es gleich drei verschiedene Destillerien, die sein Interesse geweckt haben – und die alle drei den Siegespreis von heute einfahren können. Hier einmal die Wertungen der Verkostung im Einzelnen:
Hammer Head 23 yo 1989 (40.7%, OB, Czech Republic, single malt, +/-2013): 79 Punkte
Pfanner ‘Classic’ (43%, OB, Austria, single malt, +/-2014): 69 Punkte
Säntisblick (48%, OB, Switzerland, single malt, +/-2014): 80 Punkte
Säntis Malt 9 yo ‚Edition Formosa‘ (53%, OB, Switzerland, single malt, 432 bottles, 2014): 86 Punkte
Langatun 4 yo 2010/2014 ‚Old Eagle‘ (44%, OB, Switzerland, rye, 300 bottles): 83 Punkte
Zum Pfingstmontag möchten wir Ihnen eine Karte präsentieren, die den (fast) aktuellen Stand der irischen Destillerienlandschaft präsentiert. Irland ist, was den Bau von Destillerien angeht, momentan ja DAS Boomland, und die irische Regierung unterstützt diese Pläne ja auch nach Kräften. Über 20 neue Destillerien sollen entstehen oder sind im Entstehen, und es gibt etliche, die bereits den Betrieb aufgenommen haben, aber noch keinen eigenen Whiskey verkaufen können.
Die Karte, die Sie untenstehend finden, stammt von der Irish Whiskey Association, die – ähnlich der SWA in Schottland – die Interessen des irischen Whiskeys vertritt. Man sieht deutlich, dass sich in den nächsten Jahren Irland zu einem weitaus wichtigeren Whiskeyland entwickeln wird, als das jetzt der Fall ist. Ob allerdings irischer Whiskey jemals wieder die Weltbedeutung erlangen wird, die er vor fast 100 Jahren hatte, steht in den Sternen…
Nicht nur auf Islay gibt es dieser Tage beim Fèis Ìle 2015 einen gehörigen Hype um Sonderabfüllungen. Man kann diese Schlangenbildung beim Verkaufsstart spezieller Whiskys auch in Deutschland erleben – eine Form der Begeisterung, die über das Rationale hinausgeht, so wie es Begeisterung (gottseidank) eben an sich hat, und nicht rational erklärt werden soll oder will.
Tobias Eder hat die Schlange vor dem Verkaufsstart des Slyrs 12yo dokumentiert. 1000 Flaschen wird es von ihm geben, und erhältlich sind sie heute seit 10 Uhr. Man beachte: Diese Schlange steht an einem Pfingstsonntag (!) in Deutschland (!) für einen 12jährigen Whisky (!) an. Von einem Ende der Whiskybegeisterung können wir auf diesem Bild jedenfalls nichts erkennen – ganz im Gegenteil.
Die Schlange beim Verkaufsstart des Slyrs 12yo. Bildrechte bei Tobias Eder.