Montag, 30. November 2020, 21:12:28

Wir verkosten: Wemyss Peat Chimney 12yo, 40%

Beam 2020 Bowmore

Zu Weihnachten muss der Weihnachtsmann ja durch den Kamin – also haben wir uns gedacht, dass wir heute einen Whisky für Sie verkosten, den besagter Weihnachtsmann im rauchigen Kamin finden könnte: den Peat Chimney 12yo vom unabhängigen Abfüller Wemyss. Mit knapp 35 Euro ist er preislich ein Weihnachtsgeschenk, das sich fast jeder Whiskyliebhaber leisten könnte – aber: soll man sich diesen Blend auch leisten? Wir freuen uns, dass erstmals Klaus Doblmann aka MaltKlaus, bekannt für seine englischsprachigen Tasting Notes auf MaltKlaus‘ Daily Drams,  als Autor auf Whiskyexperts zu finden ist und diese Frage im Rahmen einer weihnachtlichen Verkostung beantwortet.

Was erwartet den Weihnachtsmann also im Kamin? Lesen Sie es hier:

combined-peat-chimney

Nase: Ein „Peat Chimney“, also ein „Torfkamin“ soll das sein. Naja. Wenn man alle rauchigen Whiskys auf einer Skala von 1 – 100 mit aufsteigender Intensität zusammenfasst, schafft er nicht mal ein Drittel. Aber da ist Rauch, ja. Gleich zu Beginn überdeckt dieser alle anderen Aromen.

Ich tippe hier mal auf Islay, die typischen Noten nach Phenolen und Jod aus dem Islay-Torf sind zu vernehmen, wenn auch eher dezent. Die Rauchnote verflüchtigt sich dann aber rasch und macht Platz für die süßeren Aromen im Hintergrund. Sehr schwierig auseinanderzuhalten, wie es bei einem guten Blended Malt auch so sein soll, hier soll ein Gesamtorchester an Aromen entstehen und keine Einzelkomponenten hervorstechen. Schnuppert man länger am Glas, so vernimmt man dennoch einzelne Noten nach süßer Orange, Orangenschale (aber eher gedämpft und nicht scharf), weiße Rosinen, Karamell, mittelreife Banane und Datteln. Kurz: Dunkler tropischer Fruchtsalat. Mit fortschreitender Zeit gesellen sich auch Kräuternoten dazu, eine Spur von Hustenbonbon (Ricola?). Eine sehr dichte Packung an der Nase.

Gaumen: Hatte ich schon an der Nase nicht gerade den Eindruck, im Pagoda-Kamin einer Destille stecken geblieben zu sein, so ist der Rauchgeschmack am Gaumen noch einmal eine Spur dezenter. Der rauchige Whiskyanteil – ich bestehe auf Islay – trägt eine salzige, trockene, leicht bittere, würzige Komponente bei. Der süße Whiskyanteil (sherrylastige Speysider?) dominiert den Geschmack aber mit süßen, saftigen, dunklen Fruchtnoten. Sehr schwierig auseinanderzuhalten, ich denke da an ein Püree aus Feigen, Rosinen, Datteln usw.). Für 40% Vol. relativ ölig und die Mundhöhle auskleidend.

Finish: Am Beginn ölig und süß, wird dann rasch trockener mit Anklängen von Kräutern und Rauch. Mittellang

Alles in Allem: Der Name „Peat Chimney“ ist hier nicht wirklich Programm. Während hier – vermutlich – Fässer aus Islay und Sherrybomben aus der Speyside miteinander verheiratet wurden, so dominiert eindeutig die süße Seite.

Für Liebhaber von stark torfigen, rauchigen Whiskies vielleicht eine Enttäuschung, auf der anderen Seite aber für die Liebhaber süßer Whiskies, die nicht unbedingt auf Torfgranaten stehen, nicht abtörnend. 46% Vol. Abfüllstärke ohne Kühlfiltrierung hätten es dann aber schon sein können, das hätte die ölige Komponente sicher noch deutlicher betont. Dennoch: Ein sehr schöner, braver, dichter Blended Malt und für 35€ schwer in Ordnung. Damit knapp, aber doch: Sehr gut.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!

Whiskyexperts Twitter

Unsere Partner

Partnerbutton Frank Bauer
GaG Partnerbutton
Bruichladdich 125×125
Whiskybotschaft Button
Button Kirsch Whisky
Kaspar Button
Whiskyhaus Button
St. Kilian Partnerbutton
Mackmyra Partnerbutton
JJCorryIW Button

Werbung

- Advertisement -
Big Peat Rectangle 2019

Neueste Artikel

Cocktail: Lot No. 40 “Hot 40”

Das vierte winterliche Cocktail-Rezept mit Whisky - kuratiert von Mario Kappes, Global Advocacy & Education Manager bei BORCO

Glenlivet, Aberlour und Scapa mit neuen Distillery only Serien

Die neuen Abfüllungen kann man nur bei den jeweiligen Destillerien direkt beziehen

Neu: The Macallan Archival Series, Folio 6

Die sechste Abfüllung aus der Archival Serie wird wie immer über ein Lotteriesystem vergeben - Link im Artikel

MoM Blog: Interview mit Mark Bruce, Jura Brand Home Manager

Ein Gespräch über die Besonderheiten der Insel und der Whiskys aus der gleichnamigen Brennerei

PR: Neuer Online-Kurs „Inside Islay“ von Eye for Spirits startet am 1. Dezember

INSIDE ISLAY ist ein umfangreicher Online-Kurs mit Vor-Ort-Videos auf Islay, Inside-Videos und Tasting-Material zum Download

TTB-Neuheit: Octomore 12.3

Der dritte im Bunde ist nun ebenfalls enthüllt

Gewinnen Sie jetzt eine von 8 exklusiven Online-Verkostungen mit Laphroaig Ian Hunter Book 2!

Ihre Chance, den 30 Jahre alten Laphroaig gemeinsam mit Brand Ambassador Tanja Bempreiksz zu verkosten!

Serge verkostet: Lomond nicht aus Loch Lomond

Zwei Raritäten aus Lomond-Stills, die nicht bei Loch Lomond standen

Werbung

- Advertisement -
Weiser 300×250

UNTERSTÜTZEN SIE JETZT IHRE LOKALEN HÄNDLER!

- unentgeltliche Werbung zum Support des Handels -
Mareike
X