Über verschiedene Destillerieprojekte in Israel konnten wir ja schon mehrmals berichten – eines davon ist die Golan Heights Distillery, die bereits weit über das Planungsstadium hinaus gediehen ist und schon den ersten Spirit in Fässer abfüllt, wie Whiskygospel bei einem Besuch dort unlängst feststellen konnte. Im Bericht des Blogs finden sich auch Verkostungsnotizen zu den verschiedenen dort schon vorzufindenden Alkoholika, und generell hat man den Eindruck, als würde dort etwas durchaus Beobachtenswertes entstehen.
Ein Blick in die Golan Heights Distillery
David Zibell, der Gründer der Destillerie, hat übrigens auch nach wie vor eine Indiegogo-Kampagne am Laufen, mit der er versucht, das nötige Kleingeld für den reibungslosen Betrieb in den ersten drei Jahren bis zum ersten Whiskyverkauf zusammen zu bekommen. Ganz leicht scheint das allerdings nicht zu sein…
Von Scallywag, dem Blend aus Speyside Malts des unabhängigen Abfüllers Douglas Laing, ist soeben auch eine Abfüllung in Fassstärke erschienen. Der Blend wird mit 53.6% abgefüllt und ist nur in einer limitierten Auflage erhältlich (die Anzahl der Flaschen wurde allerdings nicht bekannt gegeben). Er enthält unter anderem auch Mortlach, Glenrothes und Macallan, so der Abfüller.
Auf Facebook kann man nun auch eine Flasche der Fassstärken-Abfüllung gewinnen – eine Länderbeschränkung haben wir nicht finden können, also dürfte man auch aus unseren Gefilden mitmachen können.
Sie werden schon sehr selten, die Abfüllungen aus den Lost Distilleries Glen Albyn, Glen Mhor und Millburn. Serge kann sich nicht daran erinnern, in den letzten drei Jahren neue Abfüllungen von ihnen bei Unabhängigen gesehen zu haben, und in der Tat sind sie still und leise und ohne großes Tamtam vom Markt verschwunden.
Manchmal mag man sie noch beim Händler seines Vertrauens im Regal finden, aber die Preise sind schon etwas prohibitiv geworden – schön, dass man dann im Fall des Falles im Net einige Tasting Notes hat, auf die man dann seine Kaufentscheidung (mit)begründen kann. Hier also das Urteil von Serge aus seiner Verkostung:
Glen Albyn 1976/2012 (43%, Gordon & MacPhail, licensed bottling): 82 Punkte
Glen Mhor 34 yo 1975/2010 (43.3%, Mo Or Collection, bourbon hogshead, cask #4036, 170 bottles): 88 Punkte
Millburn 1978/1997 (65.6%, Gordon & MacPhail, Cask Series, cask #3166): 87 Punkte
Das Gebäude der ehemaligen Millburn-Destillerie, Foto von Richard Dorrell, CC-Lizenz
In unserer regelmäßigen Rubrik “Whisky des Monats” stellen wir Ihnen, sehr subjektiv gesehen natürlich, Whiskys vor, die wir besonders mögen, denen wir eine breitere Öffentlichkeit wünschen. Das kann sein, weil wir sie unterbewertet finden oder weil das Verhältnis zwischen Preis und Leistung so besonders ist. Der Whisky muss auch verbreitet, also mindestens im Fachhandel, erhältlich sein und sollte sich noch aktuell im Angebot befinden. Im Juni gilt unsere Empfehlung wieder mehr einer Range als einem einzelnen Whisky – und zudem noch einer Range, die nicht aus der gleichnamigen Destillerie stammt: Teeling.
In der Teeling-Distillery in Dublin. Foto: Stephen Teeling
Seit einiger Zeit produziert die Teeling-Destillerie in Dublin zwar den eigenen New Make, aber die bisherigen irischen Teeling-Whiskeys, die wir Ihnen diesmal ans Herz legen wollen, stammen nicht von dort, sondern – auch wenn das offiziell nicht gesagt wird – sehr wahrscheinlich aus der Cooley Distillery in Riverstown.
Wie wir darauf kommen? Die Cooley Distillery wurde 1987 von einem gewissen Herrn John Teeling gegründet, der neben einem ausgeprägten Faible für die Erzeugung von irischem Whiskey auch zwei Söhne hat, Jack und Stephen. Und die wiederum sind die Gründer der Teeling Distillery in Dublin. Um die Anlaufphase der neuen Destillerie zu finanzieren, könnten also Familienfässer aus der Cooley Distillery abgefüllt und bereits unter dem neuen Markennamen verkauft worden sein. Zum Glück für die Freunde des irischen Destillats, denn was in die Flaschen kam, ist durchaus beachtens- und kaufenswert. Über die letzten Jahre haben wir bei Whiskyexperts bereits einige dieser Abfüllungen verkostet und sie durch die Bank ansehnlich bewerten können.
Die Teeling-Brüder vor dem Spirit Safe
Der Teeling Single Malt Irish Whiskey mit 46% ist die momentan gängigste Abfüllung – und wir können sie sehr empfehlen. Unser Fazit in der Verkostung war, unter anderem: „Was für ein gepflegter, schöner, alltagstauglicher Whiskey, wunderbar trinkbar, den kann man sich als Aperitiv ebenso vorstellen wie am Nachmittag zu Keksen – er ist nie aufdringlich, aber immer passend. Er zeigt die schönsten Seiten des irischen Whiskeys“.
Auch der Teeling Single Grain Whiskey konnte uns trotz seiner Jugend durchaus überzeugen – ein Video dazu sehen Sie hier.
Besonders überzeugt hat uns auch der Teeling Vintage Reserve 21yo, der von uns das Prädikat „Spitzenklasse“ verliehen bekam. Wir sagten über ihn: „Die Teeling Vintage Reserve macht mächtig Freude, denn sie ist das, was man sich von einem wunderschön gereiften Iren erwartet: Ausdruckstärke gepaart mit weicher Eleganz. Von der Nase über den Gaumen bis zum Finish herrscht Harmonie, mit einigen wohl gesetzten Akzenten. Er ist dicht, vielschichtig und unverwechselbar – und man möchte ihn öfters trinken. Der Whiskey hat seinen Preis, aber er hat auch seinen Wert.“
Neben diesen Abfüllungen finden sich im deutschen Fachhandel auch immer wieder interessante Einzelfassabfüllungen aus dem Hause Teeling, und auch diese haben durch die Fassauswahl oder ihr Alter besondere Meriten, die einen Kauf in der Regel sehr empfehlenswert machen. Als kleines Beispiel greifen wir hier den Teeling Port Wine Single Cask für irish-whiskeys.de heraus, der von uns nach einer Verkostung ebenfalls mit „Sehr gut“ bewertet wurde.
Durch die Dichte an guten Abfüllungen, durch die konsequente Produktpolitik, die faire Preisgestaltung und für das Festhalten an der irischen Whiskeytradition wollen wir Teeling mit dem Prädikat „Whisky des Monats“ auszeichnen und hoffen, Sie damit zum Probieren und Entdecken animieren zu können. Teeling ist ein Stück neue irische Whiskeygeschichte, die man kennen sollte.
Von der Site Islay Info, einer immer ausgezeichneten Quelle für Neuigkeiten vom Whiskyparadies vor der westlichen Küste Schottlands, gibt es ein neues Panoramafoto (wir zeigen Ihnen hier im Artikel nur eine verkleinerte Version davon) der zukünftigen Destillerie Gartbreck, wo ja in der nächsten Zeit der offizielle Baubeginn ansteht. Das Bild ist von gestern, Samstag, und zeigt, dass alle Nebengebäude nun feinsäuberlich abgetragen wurden und der Schutt bereits entfernt ist – vergleichen Sie es mal mit dem Bild vom 25. April, man war nicht untätig dort.
Die vorgenommenen Aufräumarbeiten sind beste Voraussetzungen dafür, bald mit dem Um- und Zubau beginnen zu können. Und natürlich werden wir für Sie darüber sofort berichten, wenn die Arbeiten in Angriff genommen werden.
Panoramabild der zukünftigen Baustelle bei Gartbreck. Foto: blog.islayinfo.com
Kurz und knackig ist unser neues Sonntagsvideo: In 90 Sekunden zeigt es einige Impressionen vom diesjährigen Ardbeg Open Day in der Destillerie, der gestern, am Samstag stattfand. Einige unserer Leser waren ja selbst vor Ort und schwärmten von der guten Organisation und von den leckeren Fischen, die es dort als Begleitmusik zum Whisky gab. Für alle Daheimgebliebenen also hier die Bilder zum Open Day – vielleicht besonders für Tanzbegeisterte als Appetitanreger fürs nächste Jahr? Gute Unterhaltung jedenfalls hier oder auf Youtube.
Von Pernod Ricard werden neue NAS-Abfüllungen von The Glenlivet veröffentlicht, wie The Moodie Report in seiner gestrigen Ausgabe berichtet. Den The Glenlivet Master Distiller’s Reserve gibt es ja schon, aber ab 1. Juli wird das Angebot zur Range erweitert und um zwei neue Abfüllungen ergänzt, nämlich um The Glenlivet Master Distiller’s Reserve Solera Vatted und The Glenlivet Master Distiller’s Reserve Small Batch.
Damit werden in der Serie jetzt drei Fasstypen repräsentiert: traditionelle Eichenfässer, American oak und ex-sherry oak casks.
Mit whisky-trust.com geht in diesem August eine neue deutsche Auktionsplattform für Whisky an den Start. Benjamin Roscher von notes of malt hat mit Stefan Hilger aus dem Gründerteam von whiskytrust über die neue Plattform, das Angebot und die Eckdaten dazu gesprochen und das Gespräch als Interview veröffentlicht. Hier ein kurzer Auszug daraus:
(nom) Was unterscheidet euch von anderen gängigen Plattformen in Deutschland (wie Krüger u. ebay)?
(WT) Wir sind mit 16% (18% maximal) deutlich preiswerter als unsere Wettbewerber. Das ist für uns das wichtigste: Kunden sollen zu fairen Bedingungen Ihre Schätze austauschen können!
Wir haben ein Mindestpreisgebot als Versteigerungsoption für den Verkäufer. Das minimiert das Risiko für größere Verluste.
Wir haben eine Qualitätskontrolle von sehr erfahrenen Experten. Fälschungen und Betrug sind somit weitgehend ausgeschlossen.
Wir haben eine neue innovative Technologie die auch mobilen Endgeräten die bestmöglichen Handlungsoptionen in der Auktion (z.B. unterwegs) ermöglichen:
„Responsive Webdesign“, somit sind wir einfach, schnell und sicher.
The Spirit Business hat ein Faible für Top 10 Listen, und manchmal greifen wir sie in unseren News auch gerne auf. In dieser Woche nahm sich Amy Hopkins der neuen schottischen Destillerien an und platzierte sie auf die Plätze 1 bis 10. Und auch wenn nicht erklärt wird, warum die Distillery den Platz an der Spitze erhält und die Ardnamurchan Distillery auf Platz 7, verhilft diese Top 10 zu einem schönen Überblick über die neuen schottischen Destillerien und deren jeweiligen aktuellen Stand.
Heute ist es wieder mal soweit: Die Ardbeg Embassies rund um die Welt begehen den Ardbeg Day mit speziellen Veranstaltungen und der jährlichen Sonderabfüllung – diesmal mit dem Ardbeg Perpetuum. Unsere Verkostungsnotizen dazu finden Sie hier, aber wir hoffen, dass Sie sich auf einer der Veranstaltungen ihr eigenes Bild von diesem neuen Ardbeg machen können.
Zum Ardbeg Day möchten wir Ihnen unsere Informationen zu dieser traditionsreichen Destillerie auf Islay vorstellen. Schmökern sie mal durch unser Nachrichtenarchiv, betrachten Sie unsere Bilder oder erkunden Sie die Destillerie und ihre Umgebung mit Google Maps. Wir wünschen viel Vergnügen und einen schönen, genußreichen Ardbeg Day 2015.
[divider]Ansichten Ardbeg[/divider]
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Haben Sie selbstgemachte Bilder aus dieser Destillerie für uns und unsere Leser, die wir verwenden dürfen? Dann senden Sie diese Bilder bitte an team@whiskyexperts.net. Mit der Einsendung übertragen Sie uns die zeitlich unbegrenzten Verwendungsrechte.
[divider]Geschichte der Destillerie Ardbeg[/divider]
Die Ursprünge der Brennerei reichen bis in das Jahr 1794 zurück. Zu dieser Zeit wurde Ardbeg von Schwarzbrennern und Schmugglern betrieben, bis diese die Produktion in der Illegalität nach einer Razzia der Zollfahndung aufgeben mussten. Die legale Brennerei wurde, wahrscheinlich im Jahre 1815, von John McDougall unter dem Namen Ardbeg, von schottisch-gälisch ard bheag – kleine Anhöhe) gegründet. Seit 1817 ist der Betrieb dokumentiert und war bis 1959 im Familienbesitz.
1977 wurde die Firma vollständig von Hiram Walker (Allied Lyons) übernommen und von Allied Distillers betrieben. Nach einer Phase der Stilllegung (ab März 1981) wurde Ardbeg dann im November 1989 wiedereröffnet, nun aber ohne die eigene Mälzerei mit drei Malzdarren. Nach einer erneuten Schließung im Juli 1996 ging Ardbeg schließlich im Februar 1997 an McDonald & Muir (Glenmorangie, Glen Moray) und befindet sich seit dem 25. Juni desselben Jahres wieder in Betrieb. Im Oktober 2004 wurde Glenmorangie plc (Nachfolger von McDonald & Muir) und somit auch Ardbeg an Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) verkauft.
Anders als die meisten Destillerien, die eine Katze beherbergen, hatte die Brennerei einen Destilleriehund: Shorty, einen Jack Russell Terrier.
Das Wasser der Destille stammt aus dem Loch Arinambeast und Loch Uigeadail. Das verwendete, aus der Port Ellen-Mälzerei stammende Malz hat einen Phenolgehalt von 56,2 ppm. Ardbeg verfügt über einen Maischbottich (mash tun) von 4,5 Tonnen aus Edelstahl und sechs Gärbottiche (wash backs), drei aus Lärchen- und drei aus Douglasienholz, von je 23.500 Litern Fassungsvermögen. Destilliert wird mit dampfbeheizten Innenpfannen in einer 18.279 Liter fassenden wash still – die mit nur 11.775 Litern befüllt wird – und einer 16.957 Liter fassenden spirit still – die mit nur 13.660 Litern befüllt wird. Der Ausstoß liegt bei ca. 950.000 Litern pro Jahr.
Typisch für den Whisky ist der starke Anteil an Rauch und Torf, aber auch eine sehr deutliche Note, die an Medizin erinnert, bedingt durch den vergleichsweise recht hohen Phenolgehalt. Hinzu kommt eine für Ardbeg charakteristische Zitrusnote. Unter Liebhabern ist der Whisky ein begehrtes Sammelobjekt. Obwohl seit der Wiedereröffnung laufend neuer Whisky produziert wird, sind vor allem die älteren Jahrgänge sehr gefragt.
Whisky pur? Mit Wasser? In Cocktails? Wir von Whiskyexperts finden: Genießen soll jeder auf seine Art – und wir wollen jeden dabei unterstützen, für sich den größten Genuss mit dem Wasser des Lebens zu finden.
Daher freuen wir uns besonders, Reinhard Pohorec, einen der besten Barkeeper im deutschsprachigen Raum und begeisterten Fachmann für Whiskycocktails, in unserem Team zu haben. Er wird seine Begeisterung in regelmäßigen Beiträgen mit unseren Lesern teilen – und in ihnen seine Lieblingsrezepte für einfache, raffinierte, klassische oder experimentelle Cocktails mit Whisky, exklusiv hier auf Whiskyexperts.
Diesmal mixt Reinhard mit Milch. Und jeder Menge Spaß.
Hausfrauen des 18. Jahrhunderts, der Mann, der den Blitzableiter erfand, curds und posset – Milk Punch, zweifelsohne ein großes Getränk der Historie. Melken wir also gemeinsam die Kuh der Geschichte, full fat, garantiert nicht laktosefrei und mit einem milchbärtigen Spitzbubenlächeln.
Es ist schon eine faszinierend-amüsante Kleinigkeit am Rande, dass die Ursprünge eines so urtypisch amerikanischen Cocktails in Schottland liegen. David Wondrich nach, Flüssighistoriker und Drinklexikon in personam, stößt man 1688 erstmals auf das Getränk in William Sacheverell’s Erzählungen über die Insel Iona. Dass die Punch Tradition eigentlich in Großbritannien verwurzelt ist, sollte keine allzu große Novität mehr sein, aber denkt man sich vom Mississippi und Brunch Buffets in New Orleans auf die Insel Iona…? Die Wege des Herren und des Schnaps sind halt doch unergründlich, fast.
1711 dann taucht er wieder auf, der milchige Stimmungsaufheller, wenngleich „milchig“ nicht im eigentlichen Sinne zu verstehen sei. Denn was heute so manch Cocktailguru und Molekular- (entschuldigen Sie bitte den frivolen Ausdruck) Mixer als Zauberei über den Tresen schiebt, ist ein Trick so alt wie der Act of Union: ein klarer Drink mit Milch.
Eine British White.
Mary Rockett, Hausfrau und Küchenfee des 18. Jahrhunderts schreibt eine erste Variante nieder, von zwei Zitronen ist da die Rede, Zucker, Milch und Muskatnuss kommen hinzu. Und natürlich, wie könnte es damals auch anders sein, von Whisky keine Spur, der französische Cognac ist die präferierte Spirituose. Die heiße Milch wird zu der Mischung gekippt, die sonst eher an einen erfrischenden Sour erinnert, woraufhin diese gehört auszuflocken beginnt, sich separiert und nach gewissenhafter Filtration klärt.
Nur wenige Jahre bevor Rockett dem Milk Punch erstmalig ein schriftliches Denkmal setzt, erblickt ein anderer Großer der Geschichte das Licht der Welt, ein Wunderwutzi sondergleichen, Drucker, Schriftsteller, statesman und Erfinder: Benjamin Franklin hat viele Talente. Er hebt Freiwillige Feuerwehren und Bürgermilizen aus der Taufe, verlegt zahlreiche Schriftstücke, forscht um die Elektrizität und sucht mit himmelhohen Eisenstangen die Blitzenergie einzufangen.
Seine Arbeiten erregen global Aufmerksamkeit und immer wieder reist er nach Europa, verbringt jede Menge Zeit in London oder Edinburgh. Während dieser Exkursionen in die alte Welt muss er wohl auch die Tradition von Punch und Community Drinks kennenlernen.
Eine Irish Moiled. Die braunen Streusel am Fell ergeben einen leichten Kakaogeschmack der Milch (just kidding)
Tauscht er mit seinem Brieffreund und wissenschaftlichen Kollegen James Bowdoin sonst eher hochtrabend geistige Ideen aus, so sendet er ihm 1763 „geistige“ Inspiration in Form seines Milk Punch Rezepts.
Auch er aromatisiert vorweg Brandy mit Zitronenzesten, gießt Zitronensaft und Zucker sowie Wasser und Muskatnuss an, bevor schließlich kochend heiße Milch hinzugefügt wird und die Masse sich trennt, dass jedem Spitzenkoch heute die Grausbirnen aufsteigen müssten.
Damals ist dies natürlich blanke Absicht, ein paar Stunden Geduld, absetzen lassen, abseihen und trinkfertig in Flaschen abgefüllt kalt stellen – voilà!
Ob es solch animierende Getränke sind, die Franklins Schaffen beflügeln oder ihm Inspiration bei der Überarbeitung der Unabhängigkeitserklärung einflüstern, ist nicht bekannt, dass dieser Mann jedoch Geschichte schreibt, ist selbstverständlich: „we hold these truths to be self-evident“…
Über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg hält sich der Milk Punch als Klassiker in den Herrenhäusern und Damenrunden, bei Festen und Feten, in Europa und der neuen Welt – kalt, warm, in den Tagen der Kolonialzeit, entlang des Mississippi, von Boston bis in den tiefsten Süden.
Und es sind zwei Strömungen, die sich durch das Flussbett der Geschichte mäandern.
Zum einen die britische, kalt servierte Tradition eines geklärten Drinks, bei dem die soliden Milchpartikel wegfiltriert werden, zum anderen eine reichhaltige, cremig-fluffige Version, die man heute eher „the big easy“ zuordnen würde. Da hat endlich auch der Whiskey seinen finalen Showauftritt.
Seit den ersten Barbüchern des späteren 19. Jahrhunderts ist nämlich der Milk Punch mit Rum, Brandy oder eben Whiskey (zumeist Bourbon), whole milk, Zucker, Muskat und eventuell Vanilleextrakt (noch so ein herrlich obszönes Kuriosum beheimatet jenseits des Atlantiks) fest verankert an den Tresen der Welt. Erst nach dem zweiten Weltkrieg verliert sich die Spur und Popularität des Milchgetränks, wenngleich man der Barkultur im ausklingenden 20. Jahrhundert generell kein allzu rosiges Zeugnis ausstellen möge.
Die letzten Jahre schließlich bringen mit der Renaissance der gehobenen Bar eine Rückbesinnung auf alte Werte, Handwerk und vergangene Rezepturen, auch der Milk Punch gehört da zweifelsohne dazu. Gänzlich zu Unrecht sieht man den Drink allerdings immer noch sehr selten in den Karten moderner Bars und Restaurants.
Ob es mit dem Allegene-Wahn, der vegan-laktosefreien Alternativlingswelle, dem erhöhten Gesundheitsbewusstsein und Abstinenzbestreben zusammenhängt – man weiß es nicht. Es ist aber auch völlig egal. Denn dass dieser Cocktail schlichtweg (Sie mögen nochmals meine plakative Schreibe entschuldigen) „geil“ ist – und zwar völlig ohne Geiz – werden Sie spätestens dann merken, wenn Sie zum Shaker greifen und selbst einen mixen.
Und bitte denken Sie gar nicht an 0%, Halbfett oder free-from-sonst-was Soja und Reismilch – es geht immer noch um Genuss und einen anständigen Drink.
Mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec
[alert type=white ]
Milk Punch à la Benjamin Franklin 1763
To make Milk Punch
Take 6 quarts of Brandy,
and the Rinds of 44 Lemons pared very thin;
Steep the Rinds in the Brandy 24 hours;
then strain it off.
Put to it 4 Quarts of Water, 4 large Nutmegs grated, 2 quarts of Lemon Juice, 2 pound of double refined Sugar.
When the Sugar is dissolv’d, boil 3 Quarts of Milk
and put to the rest hot as you take it off the Fire, and stir it about.
Let it stand two Hours; then run it thro‘ a Jelly-bag till it is clear;
then bottle it off.
[/alert]
[alert type=white ]
Bourbon Milk Punch
2oz Bourbon Whiskey (60ml)
3oz Milk or Half&Half (90ml)
½ oz Sugar Syrup (15ml)
1 tbsp Vanilla Extract
grated nutmeg
shake and strain in an ice filled glass
[/alert]
Anmerkungen: die lieben amerikanischen Freunde haben’s gern etwas deftiger, wenn Sie wollen, nehmen Sie eine 1:1 Mischung aus Milch und Schlagobers, eine hochqualitative Heu-Vollmilch tut den Zweck aber allemal.
Zuckersirup kennen wir ja schon (1,5 Teile Zucker, 1 Teil Wasser), je nach Geschmack und ein Spritzer Vanilleextrakt ist wirklich eine feine Sache – alternativ greifen Sie zu Vanillezucker oder einer guten Vanilleschote
Seit diesem Monat gibt es in Großbritannien ein neues Whisky-Print-Magazin. Die erste Ausgabe des Cask & Still Magazines umfasst 84 Seiten und präsentiert neben News und neuen Abfüllungen unter anderem Berichte über sechs der neuen kleinen Destillerien in Schottland, die australische Lark Distillery, Kommentare zu Jim Murray und Whisky-Bloggern. Warum wir dies in unseren News aufführen: diese erste Ausgabe kann auf ihrer Website kostenlos heruntergeladen werden.
Pernod Ricard Deutschland informiert uns über drei neue Ballantine’s Abfüllungen, die zwischen Mai und Juli 2015 auf den Markt kommen werden. Bei allen dreien handelt es sich um Blends mit Altersangabe. Hier die relevanten Informationen:
Ab Mai 2015 führt Pernod Ricard Deutschland drei preisgekrönte neue Qualitäten des Marktführers unter den schottischen Whiskys ein: Ballantine’s Blended Scotch Whisky in den Qualitäten 17, 21 und 30 year old. Alle drei sind jeweils mit einer Silbermedaille bei der International Wine and Spirit Competition 2014 ausgezeichnet worden. Die drei Qualitäten sind Teil der Prestige Selection von Pernod Ricard Deutschland. Ballantine’s 17 year old und 21 year old sind ab Mai 2015 und Ballantine’s 30 year old ist ab Juli 2015 in der Gastronomie und im ausgewählten Fachhandel erhältlich.
Ballantine’s 17 year old – fruchtig, elegant und harmonisch
Das von George Ballantine überlieferte Zitat „Bleibe dir treu und hinterlasse einen bleibenden Eindruck“, lebt in diesem 17 Jahre alten Blend weiter. Denn Ballantine’s 17 year old ist der erste und am meisten ausgezeichnete 17 jährige Blended Scotch Whisky der Welt. Experten, wie Jim Murray, haben diesen Whisky mit ihrem Lob geadelt und er wurde unter anderem 2014 bei der International Wine and Spirit Competition mit der Silbermedaille prämiert.
Ballantine’s 17 Year Old zeichnet sich durch seine einmalige Balance zwischen feiner Milde und lebendiger Süße aus. Ein eleganter Whisky für Kenner.
Dieser goldene Blend vereint honigartige Nuancen und die Cremigkeit von Vanille mit subtilen Rauchnoten zu einem üppigen, ausgewogenen Whisky. Eine komplexe Kreation mit Andeutungen von Eiche und würzigem Süßholz.
Tasting Notes
Farbe: Klar, golden-bernsteinfarben. Aroma: Tief, ausgewogen und elegant, mit Anklängen von Eichenholz und Vanille sowie zarten Rauchnoten. Geschmack: Komplex, lebendig, honigartige Süße mit Andeutungen von Eiche und würzigem Süßholz. Voll, cremig und üppig im Körper. Nachklang: Lang anhaltend, leicht rauchig mit Anklängen von Vanille und einem Hauch von Gewürzen. Ein cremig harmonischer und lieblich-rauchiger Charakter.
Alkoholgehalt: 40%
Verpackungseinheit: 0,7 Liter
Ballantine’s 21 year old – samtweich, intensiv und gehaltvoll
1895 ernannte Queen Victoria die Gebrüder Ballantine zu königlichen Hoflieferanten. Eine Ehre, auf die man im Hause Ballantine’s bis heute stolz ist. Der 21-Jährige Ballantine’s symbolisiert diese Tradition und Qualität, die ihm u.a. eine Silbermedaille bei der International Wine and Spirit Competition 2014 einbrachte.
Dieser tief rotgoldene Blend überzeugt bereits mit seinem einmaligen Duft, der an Äpfel und zarte Frühlingsblumen erinnert. Der Gaumen wird von feinen Rauchnoten verwöhnt, die sich harmonisch mit Nuancen von reifen Früchten, zimtsüßer Würze und Anklängen von Heidekraut vereinen.
Tasting Notes
Farbe: Funkelndes Rotgold. Aroma: Komplex und honigsüß mit einem Hauch von Apfel und lieblich-floralen Andeutungen. Geschmack: Süßholz und feine Gewürze in Harmonie mit Heidekraut und zarten Rauchnoten. Samtweicher Körper. Nachklang: Langanhaltend und mild mit einem feinen Hauch von getrockneten Früchten. Reichhaltiger, perfekt abgestimmter und luxuriöser Charakter.
Alkoholgehalt: 40%
Verpackungseinheit: 0,7 Liter
Ballantine’s 30 year old – opulent, schmeichelnd und perfekt abgestimmt
Ballantine’s 30 year old ist ein Highlight der Scotch-Blending-Kunst und muss den Vergleich mit den edelsten Single Malts nicht scheuen. Sehr alte und seltene Whiskys aus teilweise nicht mehr existierenden Destillerien prägen den Charakter dieses mehrfach prämierten Scotchs.
Jeder Tropfen dieses Blends ist ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Eine edle, fruchtig-florale Kreation mit milden Vanillenoten, die in einem grandiosen Finale voller Finesse mündet. Der ultimative Scotch in perfekter Harmonie.
Tasting Notes
Farbe: Tiefdunkles Gold. Aroma: Vollmundige, sanfte Fruchtaromen und eine elegant-subtile Süße mit Vanille- und Eichenholznoten. Geschmack: Eine reichhaltige, komplexe Ausgeglichenheit aus Honig- und Fruchtaromen mit floralen Einflüssen und milden Vanilleakzenten. Schmeichelnder Körper, der mild und kräftig zugleich ist. Nachklang: Lang anhaltend, elegant und vielfältig im Abgang. Der reiche, fruchtige und edle Charakter dieses Scotchs entfaltet sich zur Vollendung.
Eine kleine Produktionskapazität muss kein Nachteil sein: The London Distillery Company wird Whisky im Stile der 20er Jahre produzieren. Hierfür verwenden sie Gerste der Sorte Plumage Archer. Noch 1947 lag ihr Anteil der in Großbritannien angebauten Gerste bei 85 %. Auch bei der Hefe wird auf eine früher häufig gebrauchte zurückgegriffen. Ebenfalls im Artikel auf www.journalism.co.uk zu lesen: The London Distillery Company wird den ersten britischen Rye Whisky aus 100% britischem Roggen herstellen.